Wesseli an der March

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Wesseli an der March
Veselí nad Moravou
Wappen von Veselí nad Moravou
Veselí nad Moravou (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihomoravsk√Ĺ kraj
Bezirk: Hodonín
Fläche: 3545 ha
Geographische Lage: 48¬į¬†57‚Ä≤¬†N, 17¬į¬†23‚Ä≤¬†O48.95280833333317.381658333333176Koordinaten: 48¬į¬†57‚Ä≤¬†10‚Ä≥¬†N, 17¬į¬†22‚Ä≤¬†54‚Ä≥¬†O
Höhe: 176 m n.m.
Einwohner: 11.859 (1. Jänner 2008)
Postleitzahl: 698 01
Verkehr
Stra√üe: Uhersk√© HradiŇ°tńõ - Hodon√≠n
Bahnanschluss: Veselí nad Moravou - Nové Mesto nad Váhom
Star√© Mńõsto - SudomńõŇôice
Kyjov- Veselí nad Moravou
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 3
Verwaltung (Stand: 2008)
B√ľrgermeister: Jaroslav Han√°k
Adresse: tŇô. Masarykova 119
698 01 Veselí nad Moravou
Website: www.veseli-nad-moravou.cz

Vesel√≠ nad Moravou (deutsch Wessely an der March, auch Wesseli an der March) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 14 Kilometer s√ľdlich von Uhersk√© HradiŇ°tńõ in der M√§hrischen Slowakei und geh√∂rt zum Okres Hodon√≠n. Der historische Stadtkern wurde zur st√§dtischen Denkmalszone erkl√§rt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Vesel√≠ nad Moravou befindet sich am linken Ufer der March im S√ľdm√§hrischen Becken. Westlich der Stadt f√ľhrt eine Wehranlage zum BaŇ•ŇĮv kan√°l.

Nachbarorte sind MilokoŇ°Ň• und Uhersk√Ĺ Ostroh im Norden, OstroŇĺsk√° Lhota im Nordosten, Blatnice pod Svat√Ĺm Anton√≠nkem im Osten, Louka, Lipov und Tasov im S√ľdosten, Kozoj√≠dky und ŇĹeraviny im S√ľden, Zarazice und Vnorovy im S√ľdwesten, Bzenec im Westen sowie Moravsk√Ĺ P√≠sek im Nordwesten.

Geschichte

Die Ansiedlung entstand links der March am Freien K√∂niglichen Steig. Auf einer Flussinsel befand sich eine Wasserfeste, die die √úberfahrt nach P√≠sek sch√ľtze. Wahrscheinlich entstand diese Festung im 11. Jahrhundert als eine ungarische Grenzfeste am damaligen Grenzfluss March. Die erste schriftliche Erw√§hnung von Wessele als Besitz des Sudom√≠r von BŇôeclav erfolgte 1261 in einer Urkunde Ottokar II. PŇôemysl. 1315 eroberte Johann von Luxemburg die Festung aus den H√§nden von Matth√§us Cs√°k von Trenńć√≠n. Nachfolgend wurden die Wartenberger Besitzer von Vesel√≠, in der zweiten H√§lfte des 14. Jahrhunderts erwarb Peter von Sternberg die Herrschaft. Es wird angenommen, dass er auf der Insel gegen√ľber der Burg die Stadt Vesel√≠ anlegen lie√ü. Seit 1396 l√§sst sich die Bezeichnung als civitas nachweisen. N√∂rdlich der Stadt Vesel√≠ lag die √§ltere Vorstadt Vesel√≠, die nicht Teil der Stadt war. 1403 erhielt Markwart von Sternberg die Herrschaft. AleŇ° von Sternberg √ľberlie√ü Kaiser Sigismund, der 1422 zweimal vor seinem Feldz√ľgen gegen die Hussitenlager in Ostroh und auf der Insel bei Nedakonice auf der Burg Wessely zu Gast war, 1423 die Herrschaft.

In der ersten H√§lfte des 16. Jahrhunderts erwarb Hynek Bil√≠k von Kornice die Herrschaft. Er lie√ü zwischen zwischen 1530 und 1562 die Burg zu einem Renaissanceschloss umgestalten. Die seit dem 14. Jahrhundert bestehende Fischteichwirtschaft erlangte w√§hrend seiner Herrschaft ihre Bl√ľtezeit. In der Stadt lie√üen sich B√∂hmische Br√ľder nieder. Nachfolgende Besitzer wurden die Vojsko von Bogdunńćovice. Der Besitz von Karl und Friedrich Vojsko wurden nach der Schlacht am Wei√üen Berg wegen ihrer Beteiligung am St√§ndeaufstand konfisziert. 1624 kam es zum Streitigkeiten zwischen Tom√°Ň° Bosny√°k von Magyarb√©l und Mikul√°Ň° P√°zm√°n von Panas und Rottal, die beide Besitzanspr√ľche geltend machten. Im Jahre 1707 kaufte Maximilian ŇĹeleck√Ĺ von Pońćenice die Herrschaft Wessely. Er lie√ü das Servitenkloster und die Kirche zum hl. Schutzengel errichten. Nach dessen Tode fiel das Erbe an Maximilians Bruder Johann Felix ŇĹeleck√Ĺ, der 1731 verstarb. Neuer Besitzer von Wessely wurde Franz Karl Graf Chorinsk√Ĺ von Ledska. Er lie√ü die neue Pfarrkirche St. Bartholom√§us errichten. Dessen Sohn Franz Johann Chorinsk√Ĺ, der j√ľngere Bruder des Bischofs Matthias Franz Chorinsk√Ĺ von Ledska, veranlasste den Umbau des Schlosses.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Vesel√≠/Wessely ab 1850 eine Stadtgemeinde im Bezirk Ungarisch Hradisch. zu dieser Zeit lebten in Wessely 3629 Menschen. Daneben bestanden noch die Vorstadt Wessely und Judengemeinde, die bis zum 27. Juni 1919 eigene politische Gemeinden bildeten und danach Teil der Stadt Wessely wurden. 1879 erhielt die Stadt mit einer 800mm-Schmalspurbahnstrecke einen Anschluss zur Hauptbahn von Wien nach Krakau. An der Eisenbahn Brno-Trenńćansk√° Tepl√° entstand 1883 eine Bahnstation mit dem Namen Vesel√≠ nad Moravou. 1887 erhielt die Stadt eine Bahnstation an der Eisenbahn √ľber den Wlarapass. 1891 wurde die Strecke von Vesel√≠ nach K√ļty aufgenommen. In Vorstadt Wessely wurde 1911 eine Landesregulierungs-Administration zur Flussregulierung der March eingerichtet. 1913 lie√ü Friedrich Chorinsk√Ĺ die Wasserm√ľhle zum Elektrizit√§tswerk umbauen. Vorstadt Wessely wurde 1913 zur Minderstadt erhoben.

Der Zusatz nad Moravou/an der March fand allgemeine Verbreitung und ab 1919 wurde er bei der Vereinigung aller drei Teile zur Unterscheidung von gleichnamigen Orten auch als Name der Stadt √ľbernommen. 1919 entstand die Holzwarenfabrik Beer & ŇĹ√°dn√≠k, die 1925 die Produktion auf M√∂bel umstellte. 1926 gr√ľndeten die Gebr√ľder Reichsfeld eine Schuhfabrik.

1927 nahm die Eisenbahn Vesel√≠ nad Moravou-Myjava den Betrieb auf, zwei Jahre sp√§ter wurde sie bis Nov√© Mesto nad V√°hom verl√§ngert. Zwischen 1926 und 1936 erfolgte die Flussregulierung der March und die Anlegung des Schiffahrtskanals "BaŇ•ŇĮv kan√°l".

Im April 1945 floh die Familie Chorinsk√Ĺ vor der herannahenden Front aus dem Schloss. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Vesel√≠ nad Moravou zur Bezirksstadt erhoben. 1950 erfolgte die Eingemeindung von MilokoŇ°Ň• und 1954 wurde auch Zarazice zum Ortsteil. Im Zuge der Gebietsreform von 1960 erfolgte die Aufl√∂sung des Okres Vesel√≠ nad Moravou und die Stadt wurde dem Okres Hodon√≠n zugeordnet. Im Jahre 1961 wurde in der Stadt ein Eisenh√ľttenwerk errichtet, das der gr√∂√üte Arbeitgeber der Umgebung wurde und heute als ŇĹelez√°rny Vesel√≠ a.s. firmiert.

Stadtgliederung

Die Stadt Vesel√≠ nad Moravou besteht aus den Ortsteilen MilokoŇ°Ň• (Milokoscht), Vesel√≠ nad Moravou (Wessely an der March) und Zarazice (Zarasitz).

Städtepartnerschaften

Sehensw√ľrdigkeiten

Schloss Veselí
  • Schloss Vesel√≠, die urspr√ľngliche auf einer Insel in der March gelegene mittelalterliche Wasserburg aus dem 11. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert zu einem Barockschloss umgestaltet. Seine heutige Gestalt erhielt es in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Pl√§nen des Wiener Architekten Karl Schleps. Umgeben ist es von einem Schlosspark im franz√∂sischen und englischen Stil. Im April 1945 lag das Schloss an der Frontlinie und wurde stark besch√§digt. Nach Kriegsende wurde es wiederhergestellt.
  • Denkmal f√ľr Ernst Gideon von Laudon, das 1789 im Schlosspark aufgestellte Denkmal ist ein Werk von Andreas Schweigl
Kirche des hl. Schutzengels
  • Kirche des hl. Schutzengels, das 1739 geweihte und 1764 vollendete Bauwerk war Klosterkirche des Servitenklosters Wessely. Nach dessen S√§kularisation wurde die 1784 zur Hauptkirche der Stadt. Seit 1858 ist sie eine Pfarrkirche. In ihr befinden sich die Grablegen der Klostergr√ľnder sowie der Familie Chorinsk√Ĺ.
  • ehemaliges Servitenkloster, die Errichtung des Klosters begann 1717 durch die Familie ŇĹeleck√Ĺ. 1732 bezogen die ersten M√∂nche das Kloster, das 1784 im Zuge der Josephinischen Reformen aufgehoben wurde.
  • Kirche der Jungfrau Maria, das seit 1373 schriftlich nachweisbare Gotteshaus entstand in der ersten H√§lfte des 13. Jahrhunderts. 1740 wurde die Kirche instandgesetzt. Sie war bis zur Errichtung der Bartholom√§uskirche die Pfarrkirche der Stadt. 1768 wurde sie durch einen Brand gesch√§digt und 1783 wiederaufgebaut. 1834 wurde der Friedhof an der Kirche aufgehoben.
Kirche des hl. Bartholomäus
  • Kirche des hl. Bartholom√§us, die zwischen 1733 und 1741 an Stelle von drei B√ľrgerh√§usern errichtete Kirche wurde als neue Stadtpfarrkirche geweiht
  • Glockenturm in Zarazice, errichtet zu Beginn des 19. Jahrhunderts
  • Marienkapelle in Zarazice, errichtet in der 2. H√§lfte des 19. Jahrhunderts
  • Heiliggeistkapelle in MilokoŇ°Ň•, errichtet zwischen 1998 und 2000
  • Glockenturm in MilokoŇ°Ň•
  • j√ľdischer Friedhof, angelegt 1784
ehemalige Synagoge
  • Synagoge
  • Wasserkraftwerk, 1914 lie√ü Friedrich Graf Chorinsk√Ĺ in der M√ľhle an der March ein Elektrizit√§tswerk mit einer 120 kW-Francis-Turbine der Fa. Voith errichten. 1927 entstand ein zweites Turbinenhaus, dessen Francis-Turbine mit einer Leistung von 160 kW durch die ńĆeskomoravsk√° Kolben a.s. geliefert wurde.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Ludv√≠k Ehrenhaft (1872-1955), Maler
  • Salomon Kohn (1873-1945), √∂sterreichischer Fotograf und Verleger

Weblinks


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