Westfeldzug 1940

ÔĽŅ
Westfeldzug 1940
Westfeldzug
Teil von: Zweiter Weltkrieg
Datum 10 Mai‚Äď25 Juni 1940
Ort Frankreich, Benelux
Ausgang Deutscher Sieg
Konfliktparteien
FranceFrance Frankreich
United KingdomUnited Kingdom Vereinigtes Königreich
CanadaCanada Kanada
CzechoslovakiaCzechoslovakia Tschechoslowakei
PolandPoland Polen
BelgiumBelgium Belgien
NetherlandsNetherlands Niederlande
LuxembourgLuxembourg Luxemburg
Befehlshaber
FranceFrance Maurice Gamelin
FranceFrance Maxime Weygand
United KingdomUnited Kingdom Lord Gort (British Expeditionary Force)
BelgiumBelgium Leopold III
NetherlandsNetherlands H.G. Winkelman
PolandPoland WŇāadysŇāaw Sikorski
Gerd von Rundstedt (Herresgruppe A)
Fedor von Bock (Herresgruppe B)
Wilhelm von Leeb (Herresgruppe C)
Truppenstärke
144 Divsionen,
2,862,000 Soldaten,
13,974 Gesch√ľtze,
3,384 Panzer,
2,935 Flugzeuge
141 Divsionen,
3,350,000 Soldaten,
7,378 Gesch√ľtze,
2,445 Panzer,
5,638 Flugzeuge
Verluste
360,000 Tot oder verwundet,
1,900,000 Gefangene
~2.000 Flugzeuge

~5.100 Panzer
27,074 Tote,
110,034 verwundet
18,384 vermisst
1.236 Flugzeuge 323 beschädigt
753 Panzer
Ausgangsituation Ende 1939
Ergebnis von Westfeldzug und Norwegen 1940

Der Westfeldzug bezeichnet die militärische Eroberung der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs (Fall Gelb) und Frankreichs (Fall Rot) durch die deutsche Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges im Mai und Juni 1940.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Verlauf der Maginot-Linie
Britische Truppen beim Passieren einer Zugbr√ľcke an der Maginotlinie am Fort de Sainghain nahe der belgischen Grenze

Frankreich in Hitlers strategischem Kalk√ľl

Hitlers langfristiges Kriegsziel seit den Zwanziger Jahren war die Eroberung von Lebensraum im Osten. In seiner programmatischen Schrift Mein Kampf, hatte Hitler als Bedingung f√ľr die Eroberung von ‚ÄěLebensraum im Osten‚Äú, die Ausschaltung Frankreichs, zur R√ľckendeckung f√ľr den Feldzug gegen die Sowjetunion, gefordert.[1] Hitler schrieb:

‚ÄěErst wenn dies in Deutschland vollst√§ndig begriffen sein wird, da√ü man den Lebenswillen der deutschen Nation nicht mehr blo√ü in passiver Abwehr verk√ľmmern l√§√üt, sondern zu einer endg√ľltigen aktiven Auseinandersetzung mit Frankreich zusammenrafft und in einen letzten Entscheidungskampf mit deutscherseits gr√∂√üten Schlu√üzielen hineinwirft: erst dann wird man imstande sein, das ewige und an sich so unfruchtbare Ringen zwischen uns und Frankreich zum Abschlu√ü zu bringen; allerdings unter der Voraussetzung, da√ü Deutschland in der Vernichtung Frankreichs wirklich nur ein Mittel sieht, um danach unserem Volke endlich an anderer Stelle die m√∂gliche Ausdehnung geben zu k√∂nnen.‚Äú[2]

Diese Zielsetzung verk√ľndete er auch am 28. Februar 1934 in einer Rede in der Reichskanzlei vor Reichswehroffizieren, in dem er erkl√§rte zur Gewinnung neuen Lebensraumes ‚Äěkurze entscheidende Schl√§ge erst nach Westen, dann nach Osten‚Äú zu f√ľhren.[3] Hitler blieb aber in der Frage, wo er den Krieg er√∂ffnen wolle, flexibel, so bekannte er in einer Rede vor den Oberbefehlshabern am 23. November 1939: ‚ÄěIch habe lange gezweifelt, ob ich erst im Osten und dann im Westen losschlagen sollte.‚Äú[4] Schlie√ülich entschied er sich f√ľr den Polenfeldzug.

Als Hitler 1935 seine Macht gefestigt hatte und sich mit Italien zu verb√ľnden begann, setzen sich in der Politik Frankreichs und Gro√übritanniens die Prinzipien des Appeasement durch. Ihre Vertreter waren bereit, f√ľr eine spannungsfreie Koexistenz der gro√üen mitteleurop√§ischen Staaten auch Revisionen des Vertrages von Versailles zu dulden. Unter diesem Aspekt ist u.a. der Deutsch-Britische Flottenvertrag, die Duldung der Rheinlandbesetzung, sowie die Akzeptanz der Annexion √Ėsterreichs und des Sudetenlandes zu sehen. Die vertragswidrige Besetzung der Rest-Tschechoslowakei beendete die Appeasementpolitik. Die Westm√§chte versuchten nun, durch Beistandsvertr√§ge mit Polen, Rum√§nien, Jugoslawien, Griechenland, der T√ľrkei und der Sowjetunion eine weitere Expansion Deutschlands und Italiens zu verhindern. Diese Eind√§mmungsversuche mussten mit dem Abschluss des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts als gescheitert gelten.

Hitler hatte die Zugest√§ndnisse der Westm√§chte als Schw√§che von Staaten rezipiert, die ‚Äď wenn nicht selbst angegriffen ‚Äď auch in Zukunft eine milit√§rische Konfrontation mit Deutschland scheuen w√ľrden. Diese zuletzt nur mehr mit Au√üenminister Joachim von Ribbentrop geteilte Beurteilung f√ľhrte dazu, dass Hitler bis zum britischen Ultimatum vom 3. September 1939 √ľberzeugt war, dass es wegen Polen zu keiner milit√§rischen Konfrontation mit den Westm√§chten kommen w√ľrde.[5] Nachdem Polen geschlagen war, konnte sich Hitler nun mehr der Ausschaltung Frankreichs zuwenden.

Taktik

Das operative Nachkriegsdenken Frankreichs wurde von Marschall Henri Philippe P√©tain, dem Generalinspekteur der franz√∂sischen Armee, gepr√§gt. Angesichts der schrecklichen Verluste, die Frankreich bei seinen Offensivoperationen im Ersten Weltkrieg erlitten hatte und gest√ľtzt auf pers√∂nliche Abwehrerfolge (‚ÄěHeld von Verdun‚Äú) r√§umte er der Verteidigung Priorit√§t ein und forcierte den Ausbau eines starken Verteidigungswalls, der Maginot-Linie. Zur Rolle der Panzerwaffe enthalten seine Grundsatzweisungen von 1921 nur den Satz: ‚ÄěPanzer unterst√ľtzen das Vorgehen der Infanterie durch Niederk√§mpfen von Feldbefestigungen und von hartn√§ckigem Widerstand der Infanterie.‚Äú[6]. Der junge Panzeroffizier Charles de Gaulle schlug hingegen in seinem Buch ‚ÄěVers l'Arm√©e de M√©tier‚Äú vor, als Kern der Landstreitkr√§fte hochmobile, gepanzerte Gro√üverb√§nde aus Berufssoldaten zu rekrutieren, die die Entscheidung im Angriff suchen. Mit diesen Ideen konnte er sich allerdings erst nach Hitlers Sieg in Polen durchsetzen, bis zu Beginn des Westfeldzuges kam es jedoch zu keiner wesentlichen Umsetzung der neuen Taktik.

Unter dem Eindruck von Hitlers Rheinlandbesetzung und der Inaktivit√§t Frankreichs erkl√§rte Belgien am 14. Oktober 1936 seine Neutralit√§t. Der Beistandspakt mit den Westm√§chten wurde durch die grobe Geheimabsprache ersetzt, im Falle einer deutschen Invasion in der ‚ÄěDyle-Breda Stellung‚Äú gemeinsam Widerstand zu leisten. Diese Linie verlief entlang der belgischen Maas bis Namur, dann √ľber die sogenannte ‚ÄěL√ľcke von Gembloux‚Äú nach Wavre und von dort entlang der Dyle √ľber Antwerpen und Breda bis Moerdijk mit Anschluss an die ‚ÄěFestung Holland‚Äú.

In Deutschland wurde die Taktik von Generaloberst Hans von Seeckt bestimmt, der ab 1920 die Reichswehr f√ľhrte. Er war √ľberzeugt, dass die Kriege der Zukunft von optimal ausgebildeten, hochmobilen und von Fliegern unterst√ľtzten Heeren gewonnen werden. Da man Deutschland ein solches Heer in Versailles verwehrt hatte (Verbot von Panzer- und Luftfahrzeugen, Beschr√§nkung auf 100.000 Mann Berufssoldaten), wollte er zumindest die Voraussetzungen daf√ľr schaffen. Zur Sicherstellung einer raschen Expansion nach Wegfall der Restriktionen erhielt die Masse der Reichswehrsoldaten eine weit √ľber ihre aktuelle Funktion hinausgehende Ausbildung als F√ľhrungskraft oder Spezialist. Bez√ľglich der Entwicklung moderner Waffensysteme wurde die Kooperation mit dem Ausland angestrebt. Bedeutsam war vor allem die von 1922 bis 1933 laufende deutsch-sowjetische Kooperation (Panzer, Kampfflugzeuge). Die Restriktionen fielen am 17. M√§rz 1935, die Aufstellung deutscher Offensivstreitkr√§fte begann. Ihre Taktik: Panzerkr√§fte erzwingen gemeinsam mit der Infanterie unter Luftwaffenunterst√ľtzung den Durchbruch und sto√üen dann rasch in die Tiefe des Gefechtsfeldes vor. Die (motorisierte) Infanterie folgt, schaltet Widerstandsnester aus und sichert die Flanken des Vormarsches mit Hilfe von Panzerabwehrkanonen ab.

Planungen

Die Alliierten

Die alliierte Strategie wurde von den Franzosen bestimmt. Diese planten, vor dem Fr√ľhsommer 1941 keine grenz√ľberschreitenden Operationen vorzunehmen. Deutsche Angriffe sollten an der von der Grenze zur Schweiz bis Sedan reichenden Maginotlinie abgewehrt werden, in der die Heeresgruppen 2 (Besson) und 3 (Pret√©lat) eingesetzt waren. Einen Angriff √ľber Belgien wollte man in der Dyle-Breda Stellung zum Stehen bringen. In ihr sollte die Heeresgruppe 1 (Billotte) gemeinsam mit dem Britischen Expeditionskorps (9 Divisionen), sowie Teilen der belgischen und niederl√§ndischen Armee zum Einsatz kommen.

Kommandostruktur: Oberbefehlshaber Gamelin hatte am 6. Januar 1940 die Verantwortung √ľber die Nordostfront (Heeresgruppen 1‚Äď3) an seinen Stellvertreter General Georges √ľberantwortet, die Koordinierung des Einsatzes der franz√∂sischen Heeresgruppe 1, des britischen Expeditionskorps und der belgischen sowie niederl√§ndischen Streitkr√§fte wurde nach der Invasion Belgiens an General Billotte √ľbertragen.

Belgier und Niederländer

Die Belgier verf√ľgten mit L√ľttich, Antwerpen und Namur √ľber drei befestigte Pl√§tze, die Masse des Heeres (20 Divisionen) sollte jedoch in den Grenzstellungen zu Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden sowie in der Tiefe am Albertkanal zum Einsatz kommen. Mit dem Ausbau einer dritten Verteidigungslinie, der K.-W. Stellung (Koningshooikt-Wavre-Stellung), von den Alliierten als Dyle-Breda-Stellung bezeichnet, wurde erst im August 1939 begonnen. In den Niederlanden hoffte man, wie im Ersten Weltkrieg den Neutralit√§tsstatus wahren zu k√∂nnen, war daher nicht bereit, Verteidigungsabsprachen zu treffen. Die eigene Verteidigung plante man entlang Maas und IJssel, als zweite Linie war die Peel-Raam- und Grebbe-Stellung vorgesehen. Die ‚ÄěFestung Holland‚Äú (Bereich Amsterdam, Rotterdam, Den Haag) sollte an der ‚ÄěNeuen-Wasser-Linie‚Äú auf H√∂he Utrecht verteidigt werden. Der Ausbauzustand dieser Linien war im Vergleich zu jenen der Belgier gering, auch im Ausbildungsstand der Truppen lag man hinter dem s√ľdlichen Nachbarn zur√ľck.[7]

Die Deutschen

Verschiedene Entw√ľrfe f√ľr den Westfeldzug

Als Hitler am 27. September 1939 seinen Entschluss bekanntgab unverz√ľglich nach Ende des Polenfeldzuges die Westm√§chte anzugreifen, l√∂ste dies in der Generalit√§t aufgrund des St√§rkeverh√§ltnisses ‚Äěgr√∂√ütes Entsetzen‚Äú[8] aus. Nachdem Hitler alle Gegenargumente verworfen hatte, liefen die Planungen an. In den ersten drei Operationsentw√ľrfen lag das Schwergewicht im Norden (Heeresgruppe B). Als Gegenvorschlag pr√§sentierte der Generalstabschef der Heeresgruppe A (Generalleutnant von Manstein) seinen gemeinsam mit Generalleutnant Guderian entwickelten Sichelschnittplan, der als Kern einen √úberraschungssto√ü der Heeresgruppe A durch die Ardennen vorsah. Dieser Plan fand bei Generalstabschef Franz Halder wegen des panzerung√ľnstigen Schl√ľsselgel√§ndes in den Ardennen keine Gegenliebe. Er versetzte den unbequemen Manstein nach Stettin.

Alte und neue Pläne

Am 10. Januar wurde der gesamte bisherige Plan jedoch durch einen bizarren Vorfall zu Makulatur, als der junge ehrgeizige Luftwaffenoffizier Major Helmut Reinberger mit brisanten Akten auf der Reise zu einer in K√∂ln angesetzten Stabsbesprechung in M√ľnster aufgehalten wurde. Er entschloss sich, das Angebot anzunehmen, in einer Kuriermaschine der Luftwaffe mitzufliegen, um sich die lange Fahrt mit dem Nachtschnellzug zu sparen, obwohl er damit gegen einen eindeutigen Befehl Hermann G√∂rings verstie√ü, Geheimsachen nicht auf dem Luftweg zu √ľberbringen. Seine Aktentasche enthielt den streng geheimen Plan f√ľr einen wichtigen Teil des deutschen Einfalls in Frankreich und die Niederlande.

Messerschmitt Bf 108

Bald nach dem Start der Messerschmitt Bf 108 vom Flugplatz M√ľnster-Loddenheide verdichteten sich d√ľnne Nebelschleier zu einer geschlossenen Wolkendecke, und starker Ostwind bewirkte eine Windversetzung von etwa 30 Grad. Der Rhein, eine wichtige Orientierungslinie, wurde bei schlechter Sicht unbemerkt √ľberflogen. Der Flugzeugf√ľhrer, Major Erich H√∂nmanns, sichtete schlie√ülich einen Flusslauf, erkannte aber, dass es nicht der Rhein sein konnte. In der feuchten, eiskalten Luft vereisten die Tragfl√§chen und der Vergaser ihrer Maschine. Schlie√ülich setzte der Motor aus. H√∂nmanns fand gerade noch rechtzeitig ein kleines Feld, auf dem notgelandet wurde. Unverletzt mussten die beiden Wehrmachtsoffiziere erkennen, dass sie die Maas √ľberflogen hatten und 80 Kilometer westlich von K√∂ln bei Vucht in Belgien (heute:Maasmechelen) bruchgelandet waren.

Reinberger wollte sofort die Papiere verbrennen. Da aber keiner der beiden Z√ľndh√∂lzer bei sich hatte, liehen sie sich ein Feuerzeug von einen herbeigeeilten Bauern. Gerade, als es Reinberger gelungen war, die Papiere trotz des starken Windes in Brand zu setzen, trafen belgische Gendarmen ein und l√∂schten die Flammen.

Am gleichen Abend lagen die lesbaren Dokumente dem belgischen Generalstab vor, der sofort die Mobilmachung der belgischen Streitkr√§fte anordnete. Die Belgier √ľbermittelten auch den franz√∂sischen und englischen Armeen in Nordfrankreich eine Zusammenfassung des Inhalts der bei Reinberger gefundenen Unterlagen. Aus diesem Operationsplan ging hervor, dass das deutsche Heer in einer Umfassungsbewegung durch Belgien nach Frankreich hinein vorsto√üen sollte ‚Äď √§hnlich dem Schlieffen-Plan.

In Berlin machte Hitler G√∂ring heftige Vorw√ľrfe und befahl, den Kurier bei seiner R√ľckkehr erschie√üen zu lassen, wozu es nie kam, da Reinberger und H√∂nmanns den Rest des Krieges in einem kanadischen Kriegsgefangenenlager verbrachten. Die Umst√§nde aber f√ľhrten zu einer der wichtigsten Entscheidungen: Der deutsche Angriffsplan musste v√∂llig neu ausgearbeitet werden.

Erich von Manstein arbeitete einen Angriffsplan aus und verwarf den alten, vorausberechenbaren Plan eines durch Belgien f√ľhrenden Hauptsto√ües. Wie er Hitler am 17. Februar 1940 erkl√§rte, sollte der deutsche Angriffsschwerpunkt statt dessen in den Ardennen liegen, einem undurchdringlich erscheinenden bewaldeten Bergland im Grenzgebiet zwischen Belgien, Frankreich und Luxemburg: Durch die unerwartete Angriffsrichtung h√§tten die Deutschen nicht nur den Vorteil des √úberraschungsmoments auf ihrer Seite, sie standen auch vor dem verteidigungsschw√§chsten Abschnitt der franz√∂sischen Grenze. Die deutschen Panzer w√ľrden die franz√∂sischen Stellungen bei Sedan durchsto√üen, einen Keil bis zum √Ąrmelkanal vortreiben und die anglo-franz√∂sischen Armeen aufspalten. Die deutsche Luftwaffe sollte die Panzer- und Fahrzeugkolonnen auf dem Marsch √ľber die engen Ardennenstra√üen sch√ľtzen und dann einen Bombenteppich vor die Panzer legen, wenn sie nach Frankreich vorstie√üen.

Unternehmen Weser√ľbung

Im Unternehmen Weser√ľbung kamen die Deutschen im April den Briten bei der Besetzung Norwegens zuvor.

Die Streitkräfte

Gesamtstärke (Nordostfront)

Frankreich: Drei Panzerdivisionen (eine vierte Division in Aufstellung), drei leichte mechanisierte Divisionen (eine vierte Division in Aufstellung NAf.), f√ľnf leichte Kavalleriedivisionen, eine Kav Brig., 3 Sphahi Brig, Infanterie: 7 motorisierte-, eine Gebirgs-, eine leichte-, 64 Feld- (dav. 14 Kolonialdiv.) und 12 Festungs-Divisionen + Festungstruppen)

Großbritannien: 11 vollmotorisierte Infanteriedivisionen, davon eine Division im Bereich der Maginotlinie. Eine Panzerbrigade, Maginotlinie (später auch eine Panzerdivision und eine weitere Infanteriedivision).

Belgien: 18 Infanteriedivisionen, zwei Jägerdivisionen, zwei Kavalleriedivisionen und eine mechanisierte Kavalleriebrigade.

Niederlande: 8 Infanteriedivisionen, eine leichte Division, eine Grenz-Division und mehrere unabhängige Brigaden und Regimenter. Mobilität gering. Panzerkräfte minimal.

Polen: Eine Infanteriedivisionen (drei weitere in Aufstellung) und eine mechanisierte Kavalleriebrigade in die Französische Armee integriert.

Deutsches Reich: 117 Infanteriedivisionen (davon 41 Heeresreserve), davon eine Gebirgsj√§ger-, eine J√§ger Div., eine Luftlande- & eine Fallschirmj√§gerdivison, 6 motorisierte Divisionen (davon 2 Waffen SS), eine mot. Sch√ľtzenbrigade, ein mot. Sch√ľtzenregiment (GD), 2 mot W-SS Reg., 10 Panzerdivisionen und eine Kavalleriedivision.

Alliierte

Typ/Bewaffnung

Panzer

Zahlen/Panzerung

Großbritannien
Mark II Matilda
40mm
ca. 160
Pz:80mm
Cruiser Mark IIA
40mm
ca. 240
Pz:30mm
Cruiser Mark IIIA
40mm
ca. 240
Pz:14mm
Frankreich
Renault FT-17
37mm
278
Pz:30mm
(AMR)+AMC
(MG)-47mm
450
Pz:(13mm) 40mm
FCM
37mm
100
Pz:40mm
Renault R-35
37mm
900
Pz:45mm
Hotchkiss H-39
37mm
770
Pz:45mm
D1+D2
47mm
145
Pz:40mm
Somua S-35
47mm
300
Pz:55mm
Char B1 bis
47mm + 75mm
274
Pz:60mm
Belgien
T13/T15 47mm 270
Pz:60mm
Niederlande
Landverk 40
Summe: ca. 4200
Französischer Char B1-Panzer
Außer Gefecht gesetzter britischer Cruiser Panzer, 30. Mai 1940

Panzertruppen

Die alliierten Panzer

Mit dem starken Renault Char B1 (1935) und dem schnellen Somua S-35 (1936) verf√ľgten die Franzosen √ľber Panzer, die in Bewaffnung und Panzerst√§rke √ľberzeugen konnten. Aufgrund ihrer Grundkonzeption (der Char B1 als Infanteriebegleiter) waren sie jedoch f√ľr einen Bewegungskrieg nur beschr√§nkt tauglich. Nachteile:

  • Der Char B1 hatte zu kleine Treibstoffbeh√§lter: h√§ufige Tankpausen, Nachtanken nur durch nicht gel√§ndeg√§ngige, verwundbare Tankfahrzeuge, dadurch Verz√∂gerungen, Versorgungskrisen und Ausf√§lle programmiert.
  • Einmannt√ľrme: Der Panzerkommandant muss auch als Lade- und Richtsch√ľtze agieren, wodurch der Gesamt√ľberblick verloren geht.
  • Funkger√§temangel beim S 35: Nur die Fahrzeuge vom Kompaniekommandanten aufw√§rts waren mit Funkger√§ten ausgestattet. Fazit: Kommunikation innerhalb der Einheiten und mit Unterst√ľtzungswaffen blieb stark eingeschr√§nkt.

Mit Blick auf die Art der Wiederbewaffnung Deutschlands wurde im September 1936 ein Mechanisierungsprogramm der Streitkräfte beschlossen. Ziel: Aufstellung von drei leichten mechanisierten Divisionen (D.L.M.) und zwei Panzerdivisionen (D.C.R.). Zu Kriegsbeginn wurde das Programm erweitert. Die mobilen Kräfte sollten auf zwanzig mechanisierte Divisionen aufgestockt den Kern einer neuen offensiven Kriegsdoktrin bilden, auf deren Basis man im Sommer 1941 zur Offensive gegen Deutschland antreten wollte. Im Mai 1940 war jedoch die Mehrzahl der Panzerfahrzeuge weiterhin bei der Infanterie eingesetzt und das langsame, systematische Vorgehen ohne klare Schwergewichtsbildung weiterhin das Charakteristikum französischer Panzerangriffe.

Unterst√ľtzungswaffen: Die Artillerie war sehr stark, aber ebenso wie die schwache Fliegerabwehr weder von der Taktik noch von den Zugmitteln her auf einen Bewegungskrieg vorbereitet. Die franz√∂sische Panzerabwehr hatte mit der 47mm Panzerabwehrkanone (Pak) eine moderne Waffe, die aber erst in Einf√ľhrung stand. Panzerminen waren ausreichend vorhanden, die Verlegung wurde aufgrund der Gef√§hrdung eigener Truppen bzw. der Zivilbev√∂lkerung immer wieder hinausgez√∂gert und fand schlie√ülich aus Zeitgr√ľnden fast nicht mehr statt.

Die deutschen Panzer

Die √úberlegenheit der deutschen Panzerwaffe im Westfeldzug 1940 beruhte auf der Tatsache, dass die Kommandeure bereits in der Reichswehr in der F√ľhrung und Durchf√ľhrung rascher, gut koordinierter Bewegungen auf dem Gefechtsfeld intensiv geschult worden waren und √ľber Kampferfahrung verf√ľgten. Die Kommandeure bis hinauf zur Division f√ľhrten ihre Verb√§nde grunds√§tzlich von vorgeschobenen, mobilen Gefechtsst√§nden aus, konnten daher auf Lage√§nderungen schnell reagieren. Unter anderem standen zu Beginn der Offensive 14 Exemplare des Panzerbefehlswagen 35 (t) und 64 unbewaffnete Panzerbefehlswagen III zur Verf√ľgung.

Deutsche

Typ/Bewaffnung

Panzer

Anzahl/Panzerung

Panzer I
MG
523
Pz:13mm
Panzer II
20mm
955
Pz:14,5mm
Panzer III
37mm
398
Pz:30mm
Panzer IV
75mm kurz
280
Pz:30mm
Panzer 35(t)
37mm
118
Pz:25mm
Panzer 38(t)
37mm
228
Pz:25mm
Summe: 2502
(Stand: 10. Juni 1940)

Deutlich besser als bei den Alliierten war die Zusammenarbeit mit der motorisierten Begleitinfanterie, der Fliegerabwehr, der Artillerie und der Luftwaffe. Dar√ľber hinaus konnte man sich auf eine gut eingespielte Instandsetzungs- und Nachschuborganisation st√ľtzen. Diese Vorteile glichen die teilweise eklatante Unterlegenheit im Bereich Panzerung und Feuerkraft aus, die man¬†‚ąí meist erfolgreich¬†‚ąí durch Einsatz von Unterst√ľtzungswaffen, Umgehung von Widerstandskernen und Nutzung des √úberraschungseffektes zu kompensieren versuchte.

Luftstreitkräfte

Fairey Battles der RAF und Curtiss P-36 der französischem Armée de l’air im Formationsflug, Februar 1940

Die Armée de l’air

Die Arm√©e de l‚Äôair verf√ľgte zu Beginn des Westfeldzuges √ľber 2.400[9] Jagdflugzeuge, 1.160 Bomber und 1.464 Aufkl√§rer, damit √ľber 5.026 Maschinen. Darunter befanden sich ca. 1.000 Jagdeinsitzer moderner Bauart (Dewoitine D.520: 351 bis zur Kapitulation produziert, Curtiss P-36 amerikanischer Produktion: ca. 290, Bloch MB.152: ca. 500). Hierin ist noch nicht die gro√üe Zahl (1000 St√ľck) der als zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise r√ľckst√§ndigen Morane-Saulnier MS.406, auf die dennoch ein gro√üer Teil der franz√∂sischen Luftsiege geht, mitgerechnet.

Im Bereich der Bomber hatte die Ausr√ľstung mit modernen Kampfflugzeugen der Typen LeO 451, Amiot 351 / 354, Douglas DB-7 (sp√§ter von den Briten als ‚ÄěBoston‚Äú bezeichnet), Glenn-Martin 167, Bloch MB.174 und Breguet 691/693 erst vor kurzer Zeit begonnen. Dennoch gelangten bis zur Kapitulation im Juni 1940 insgesamt knapp 800 moderne Bomber zu den franz√∂sischen Bomberstaffeln (rund 370 LeO 451, ca. 200 Breguet 691/693, ca. 80 Glenn-Martin 167, ca. 70 Amiot 351 / 354, ca. 70 Douglas DB-7, 25 Bloch MB.174).

√úber Sturzkampfbomber verf√ľgte (in kleinen Zahlen) nur die Marine (je zwei Staffeln Loire-Nieuport LN.401 / 402 und Vought V-156, insgesamt ca. 50 Flugzeuge).

Am 10. Mai 1940 waren nur ca. 25% der verf√ľgbaren Ressourcen der Arm√©e de l‚Äôair an der Westfront im Einsatz. Zudem war der Anteil der in Nordfrankreich stationierten britischen Jagdflugzeuge mit 30% (der Gesamtzahl an J√§gern in Frankreich) gr√∂√üer als der Anteil der franz√∂sischen (25%).[10]

Als eine deutsch/franz√∂sische Kontrollkommission nach dem Waffenstillstand allein im unbesetzten Frankreich 4.268 einsatzbereite Maschinen vorfand,[11] zu denen noch 1.800 Maschinen in Nordafrika zu z√§hlen waren, erhob sich die Frage, warum nur ein Bruchteil der Maschinen im Fronteinsatz standen. Man f√ľhrte dies auf die Teilmobilisierung der Luftwaffe zur√ľck, die sich auf eine l√§ngere Kriegsdauer eingestellt hatte. Abgesehen davon erwies sich auch die Koordination der Kampff√ľhrung zwischen der traditionell selbst√§ndigen Luftwaffe und den Kampftruppen als v√∂llig unzureichend.

Die Royal Air Force

Die Royal Air Force (RAF) war in Jagdwaffe (Fighter Command), Bomber (Bomber Command), Versorgung (Transport Command) und Marineflieger (Coastal Command) gegliedert. Zu Beginn des Westfeldzuges waren auf dem Kontinent 456 Maschinen (262 J√§ger, 135 Bomber, und 60 Aufkl√§rer) eingesetzt[12]. Die Jagdverb√§nde waren teilweise noch mit dem Doppeldecker Gloster Gladiator, mehrheitlich jedoch mit der modernen Hawker Hurricane ausgestattet. Die Briten lehnten ab dem 15. Mai jede zus√§tzliche Entsendung von Jagdflugzeugen ab, um die Luftverteidigung der Insel, die bereits unter den von Hugh Dowding geforderten 52 Staffeln lag,[13] nicht weiter zu schw√§chen. In der Schlussphase griffen in S√ľdengland stationierte Verb√§nde in den Kampf ein, die teilweise mit der Spitfire ausgestattet waren, deren Kampfkraft der Messerschmitt Bf 109 zumindest ebenb√ľrtig war.
Als Schlachtflugzeug setzte die RAF die veraltete, einmotorige Fairey Battle ein, sie musste nach schweren Verlusten abgezogen werden. Mit der Vickers Wellington und der Handley Page Hampden verf√ľgte das Bomber Command √ľber moderne Bomber zur taktischen Luftunterst√ľtzung.

Die Luftstreitkräfte der Benelux-Staaten

Eine niederländische Fokker G.I im Flug

Die Koninklijke Luchtmacht verf√ľgte im Mai 1940 in den Niederlanden √ľber rund 140 Flugzeuge, von denen rund 90 als einigerma√üen modern angesehen werden k√∂nnen. Die Jagdverb√§nde setzten sich aus 36 einmotorigen Fokker D.XXI (Tiefdecker mit noch starrem Fahrwerk) und 27 zweimotorigen Fokker G.I zusammen. Die Bomberstreitmacht wurde im Wesentlichen von 16 mittleren Bombern Fokker T.V repr√§sentiert, von denen allerdings nur 9 flugtauglich waren. Aus den USA waren zudem 18 leichte Bomber Douglas DB-8A geliefert worden, die aber nicht zum Einsatz gelangten. Der Rest der Luftstreitkr√§fte setzte sich aus √§lteren Beobachtungsflugzeugen verschiedener Typen zusammen.

Nur wenig mehr konnten die Luftstreitkr√§fe Belgiens aufbieten. Das Gros ihrer Ausr√ľstung bestand aus 154 veralteten leichten Aufkl√§rungsbombern vom Typ Fairey Fox. Sie verf√ľgten aber auch √ľber 20 Hawker Hurricane Mk.I J√§ger, 22 Gloster Gladiator J√§ger und 27 italienische J√§ger Fiat CR.42. Die einzigen einigerma√üen modernen Bomber waren 16 einmotorige Fairey Battle. Dazu kamen noch etwa 100 Beobachtungs- und Trainingsflugzeuge diverser Typen. Die in den USA bestellten J√§ger vom Typ Brewster B-339 (40 St√ľck) und Bomber vom Typ Douglas DB-7 (16 St√ľck) konnten vor Mai 1940 nicht rechtzeitig geliefert werden.

Luxemburg verf√ľgte √ľber keinerlei Luftstreitkr√§fte.

Insgesamt besa√üen die Niederlande und Belgien also √ľber ca. 130 J√§ger und 40 Bomber, die in Bezug auf ihre Modernit√§t mit britischen, franz√∂sischen und deutschen Mustern vergleichbar, insgesamt aber relativ veraltet waren.

Die Luftwaffe

In Frankreich zwischen 12. und 14. Mai 1940 abgeschossene Junkers Ju 88 wird durch Bergungsmannschaft demontiert

Zu Kriegsbeginn lag das Schwergewicht der deutschen Luftr√ľstung bei Flugzeugen zur Erringung der Luft√ľberlegenheit und zur Gefechtsfeldunterst√ľtzung hoch mobiler Truppen. Bei den Jagdflugzeugen setzte man auf die im spanischen B√ľrgerkrieg im Rahmen der Legion Condor bew√§hrte Messerschmitt Bf 109, die ab 1939 in der Version Bf 109-E ausgeliefert wurde. Der Kampfzerst√∂rer Messerschmitt Bf 110 sollte den Bombern einen Weg durch feindlichen Jagdschutz bahnen und Bomber abschie√üen. Zur unmittelbaren Gefechtsfeldunterst√ľtzung diente der ebenfalls in Spanien erprobte Doppeldecker Henschel Hs 123, der sowohl als Schlachtflieger wie auch als Sturzkampfbomber zum Einsatz kam. Noch vor dem Westfeldzug wurde die Hs 123 als Sturzkampfbomber von der leistungsst√§rkeren Junkers Ju 87 abgel√∂st. Die Kampfgeschwader waren mit zweimotorigen Bombern der Typen Heinkel He 111, Dornier Do 17 und Junkers Ju 88 ausgestattet. Im Bereich Truppentransport und Versorgung griff die Luftwaffe auf die bew√§hrte Junkers Ju 52 zur√ľck.

Im Bereich der Heeresgruppe B war die Luftflotte 2 unter General Albert Kesselring f√ľr die Luftunterst√ľtzung verantwortlich. Hier sollte auch das Luftlandekorps unter General Student zum Einsatz kommen, das aus der 7. Fliegerdivision (Fallschirmj√§ger) und der 22. (Luftlande) Infanterie-Division sowie dem II. Flak-Korps unter General De√üloch bestand. Die Luftflotte 3 unter General Hugo Sperrle war der Heeresgruppe A zugeordnet und verf√ľgte √ľber die Fliegerkorps I (Grauert), V (Greim), II (L√∂rzer), die Verb√§nde des Jagdfliegerf√ľhrers 3 sowie √ľber ein Flak-Korps.

F√ľr den Westfeldzug standen ca. 900 Jagdflugzeuge Bf 109, ca. 220 Kampfzerst√∂rer Bf 110, ca. 1100 zweimotorige Bomber, ca. 320 Sturzkampfbomber Ju 87, 45 Schlachtflieger Hs 123 zur Verf√ľgung.

Die Luftstreitkräfte im Vergleich

In den sp√§ten 1930er Jahren setzten so gut wie alle Industrienationen √ľberh√∂hte Erwartungen in die kriegsentscheidende Wirkung eines Luftkrieges. Das traf auch auf das Deutsche Reich zu, man konnte sich aber die Entwicklung einer strategischen Luftflotte aus wirtschaftlichen Gr√ľnden nicht leisten. Man konzentrierte sich daher auf die Optimierung der taktischen Luftstreitkr√§fte, von denen man sich auch operative Auswirkungen versprach. Neben dem Standardj√§ger Messerschmitt Bf 109 und neuen Sturzkampfflugzeugen forcierte man den Bau von vergleichsweise leichten, schnellen zweimotorigen Horizontalbombern die in relativ kurzer Zeit in relativ hohen St√ľckzahlen hergestellt werden konnten. In der deutschen Propaganda wurden diese Flugzeuge als ‚ÄěBlitzbomber‚Äú gepriesen, weil sie angeblich die alliierten Abfangj√§ger an Geschwindigkeit √ľbertrafen. Das traf zwar auf unbeladene Einzelmaschinen in gro√üer Flugh√∂he zu, nicht aber auf voll beladene, in Formation fliegende Verb√§nde in Angriffsh√∂he. Auf ausreichende Abwehrbewaffnung musste ebenfalls aus Gewichtsgr√ľnden verzichtet werden.

Das Fehlen strategischer Bomber zwang zwar zum Verzicht auf die F√ľhrung eines strategischen Luftkrieges, erm√∂glichte aber kurzfristig die Formierung gro√üer taktischer Verb√§nde. Viele Flugzeugf√ľhrer hatten bereits im Spanischen B√ľrgerkrieg und im Polenfeldzug wertvolle Einsatzerfahrung gesammelt, was unter anderem zur Umstellung des engen Verbandsfluges aus Zeiten des Ersten Weltkrieges auf einen weitgestreckten, den ausgestreckten Fingern einer Hand √§hnlichen Schwarm, der ab 1941 auch von den Alliierten als ‚Äěfinger four‚Äú √ľbernommen wurde.[14] Damit war es m√∂glich, schnelle J√§ger ohne die Gefahr der Kollision in gr√∂√üeren Gruppen bis zu 40 Maschinen im Kampf zu f√ľhren.

Demgegen√ľber wurde die Modernisierung der Luftstreitkr√§fte Frankreichs durch die Priorit√§t des Ausbaues der Maginotlinie sowie durch politische und soziale Spannungen innerhalb des Landes gebremst. So wurde angeblich die Produktion des J√§gers Bloch MB.152 durch Sabotage kommunistischer Arbeiter verz√∂gert. Die auf den Stellungskrieg konzentrierte Verteidigungsdoktrin lie√ü nach dem gewonnenen Ersten Weltkrieg kein realistisches Bedrohungsbild entstehen, erst die deutlich sichtbare Luftr√ľstung Deutschlands ab 1935 f√ľhrte zu Modernisierungsversuchen, um gegen√ľber den untersch√§tzten Deutschen nicht in R√ľckstand zu geraten. Die Ma√ünahmen, die unter anderem in der Bestellung von bis zu 3.000 Dewoitine D.520 bestanden, liefen 1940 erst an, so war bei der Kapitulation mit 351 Exemplaren erst ein Bruchteil dessen technisch einsatzbereit, praktisch fehlte es der breiten Basis der Kampfpiloten an Erfahrung.

Die Royal Air Force betrieb seit 1935 ebenfalls ein Modernisierungsprogramm, das haupts√§chlich auf die Verteidigung der Britischen Inseln abgestimmt war. Dabei wurde der Einsatz von Radar mit dem damals neuartigen Methoden der Einsatzforschung im Jahr 1940 erm√∂glicht. Die Operationen der Landstreitkr√§fte auf dem Kontinent sollten mit visuellen Ortungsmethoden wie zur Zeit des Ersten Weltkrieges erfolgen. Der Einsatz von leichten Bombern zur taktischen Unterst√ľtzung der Bodentruppen wurde zwar praktiziert, scheiterte aber an modernen Flugabwehrgesch√ľtzen und deutscher Luft√ľberlegenheit, au√üerdem stand mit der nicht sturzkampff√§higen Fairey Battle nur ein f√ľr diesen Zweck unzul√§ngliches Flugzeug zur Verf√ľgung. Erst im Laufe des Afrikafeldzuges bis 1943 wurden schlagkr√§ftige taktische Verb√§nde geschaffen, die entscheidend zum Erfolg der Alliierten w√§hrend der Landung in der Normandie beitrugen.

Obwohl die alliierten Luftstreitkr√§fte in Summe √ľber ca. 1.300 Jagdflugzeuge in Frankreich und den Beneluxl√§ndern verf√ľgten,[15] konnten diese Kr√§fte nie koordiniert gegen die Deutsche Luftwaffe eingesetzt werden. Selbst wenn ein Angriffsverband lokalisiert werden konnte, trafen in der Regel maximal 20-24 alliierte Jagdflugzeuge auf ca. 40 deutsche Messerschmitt Bf 109, was einer typischen Jagdgruppe entsprach.[16] Aufgrund der engen Formation der Alliierten behinderten diese sich oft selbst im Kampf, dazu kamen die alliierten Sprachprobleme. Dennoch konnten die alliierten Jagdflugzeuge der Deutschen Luftwaffe im Verlauf des Westfeldzuges √ľber 500 Luftsiege abringen, was bei einer l√§ngeren Dauer des Feldzuges zu einer Abnutzungssituation zum Nachteil der Luftwaffe gef√ľhrt h√§tte. Durch die schnelle Bodenoffensive kam dies aber nicht offen zur Wirkung. Die Siegeseuphorie und die deutsche Propaganda lenkten davon ab, dass die Erholungsphase der Luftwaffe bis zur Luftschlacht um England zu kurz war.

Die Ausgangslage

Der ‚ÄěSitzkrieg‚Äú

November 1939: Angeh√∂rige des Britischen Expeditionskorps und der Franz√∂sischen Luftstreitkr√§fte vor einem Verschlag mit der Bezeichnung ‚ÄěDowning Street No. 10‚Äú (die Adresse des englischen Premierministers)

Mit dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939 erkl√§rten die Alliierten Deutschland den Krieg, eine ernsthafte Offensive zur Entlastung der unter schwerem Druck stehenden Polen fand allerdings weder auf dem Boden noch in der Luft statt. Frankreich beschr√§nkte sich auf ein Vorr√ľcken bis einige Kilometer vor dem Westwall (‚ÄěSaar-Offensive‚Äú), das Britische Expeditionskorps (BEF) begann Truppen nach Nordfrankreich zu verlegen. Von der Royal Air Force (RAF) geplante Angriffe auf Ziele in Deutschland wurden von den Franzosen mit dem Hinweis auf m√∂gliche Gegenangriffe untersagt. Als Polen nach dem sowjetischen Einmarsch kapitulierte, nahm der franz√∂sische Oberbefehlshaber Maurice Gamelin seine Truppen bis 4. Oktober 1939 wieder an die Maginot-Linie zur√ľck.

Die folgenden Monate wurden als die Zeit des Sitzkrieges (La dr√īle de guerre, Phoney War) bezeichnet, da sich die Aktivit√§ten auf beiden Seiten auf Aufkl√§rung beschr√§nkten. Im politisch tief gespaltenen Frankreich nahm die Kriegsm√ľdigkeit weiter zu. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die politische Kehrtwendung des Kremls. Stalin am 8. September 1939 vor Molotow, Schdanow und Dimitroff [17]: ‚ÄěDer Krieg wird zwischen zwei Gruppen kapitalistischer Staaten gef√ľhrt ‚Ķ wir haben nichts dagegen, wenn sie aufeinander einschlagen und sich schw√§chen. Nicht schlecht, wenn Deutschland die Lage der reichsten kapitalistischen L√§nder (vor allem Englands) ins Wanken br√§chte ‚Ķ Die Kommunisten der kapitalistischen L√§nder m√ľssen entschieden gegen ihre Regierungen, gegen den Krieg auftreten.‚Äú

Die Kommunistische Partei Frankreichs (KPF) erhielt daraufhin √ľber die Komintern die Weisung, das Volksfront-B√ľndnis mit den Sozialisten zu l√∂sen und die Kriegsanstrengungen des Landes zu sabotieren. Angebliche Sabotageakte in der franz√∂sischen R√ľstungsindustrie[18] dienten als Vorwand, die KPF bis zum 26. September 1939 in ganz Frankreich zu verbieten. Der tats√§chliche Umfang der Sabotage der franz√∂sischen Verteidigungsbem√ľhungen wird als extrem gering eingesch√§tzt.[19] Eine kommunistische Organisation innerhalb der Armee existierte nicht, ebenso wenig wie organisierte Sabotage-Aktionen.[20] Tats√§chlich ist nur ein Fall in der Fabrik Farmann bekannt, in dem Anfang 1940 Kommunisten auf eigene Faust Sabotage ver√ľbten. Die Regierung machte jedoch die kommunistische Propaganda f√ľr die Verschlechterung der Moral und den mangelnden Enthusiasmus f√ľr den Krieg verantwortlich, obwohl diese weder Def√§tismus verbreitete noch ihre Mitglieder anhielt zu desertieren oder sich mit dem Feind zu verbr√ľdern.[21]

Die Besetzung von Dänemark und Norwegen

D√§nemark und Norwegen waren im Ersten Weltkrieg neutral geblieben, was den Briten die Blockade der Nordsee wesentlich erleichtert hatte. Den Vorschl√§gen des deutschen Oberkommandos der Marine (OKM) bez√ľglich einer Besetzung dieser beiden L√§nder folgend, gab Hitler am 14. Dezember gr√ľnes Licht f√ľr die Planungen. Hauptziel: Sicherstellung der kriegswichtigen schwedischen Eisenerzlieferungen. Nach der Invasion Finnlands durch die Sowjetunion (30. November 1939) entwickelten auch die Briten und Franzosen Pl√§ne, sich in diesem Bereich zu engagieren. Neben der Er√∂ffnung eines Landweges zur Unterst√ľtzung der Finnen wollte man auch die schwedischen Erzlieferungen √ľber Narvik unterbinden. Nach der finnischen Kapitulation und dem finnisch-sowjetischen Friedensvertrag vom 12. M√§rz 1940 wurde beschlossen, Anfang April auch nur des Erzes wegen Truppen nach Norwegen zu entsenden. Weitgehend zeitgleich startete die Wehrmacht am 9. April 1940 das Unternehmen Weser√ľbung. Die Royal Navy f√ľgte den mit Masse auf dem Seeweg vorgehenden Invasiontruppen erhebliche Verluste zu. Sie konnte jedoch keine der Anlandungen verhindern und musste sich nach Luftangriffen aus dem K√ľstenbereich absetzen. Die ab 15. April in Narvik und Mittelnorwegen anlandenden britischen Bodentruppen blieben isoliert und mussten nach einigen Wochen evakuiert werden.

In Frankreich wie in Gro√übritannien l√∂ste die Invasion Norwegens Regierungskrisen aus. In Frankreich wurde Paul Reynaud Ministerpr√§sident, Daladier √ľbernahm das Heeresressort. Auch in London musste Premierminister Arthur Neville Chamberlain wegen der Durchf√ľhrung des Norwegen-Unternehmens schwere Vorw√ľrfe hinnehmen. Obwohl er die Vertrauensabstimmung¬†‚ąí wenn auch knapp¬†‚ąí gewann, trat er zur√ľck. Sein Nachfolger wurde am 10. Mai Winston Churchill, der eine Koalitionsregierung bildete.

Fall Gelb

Der Verlauf von Fall Gelb
10.‚Äď16. Mai: Eroberung der Niederlande und Angriff auf Belgien

Noten der deutschen Reichsregierung

Das deutsche Au√üenministerium hatte am 9. Mai 1940 eine Note erstellt, die den belgischen und niederl√§ndischen Botschaftern am Folgetag um 05:45 Uhr √ľbergeben wurde. Belgien und die Niederlande h√§tten demnach ‚Äěv√∂llig einseitig die Kriegsgegner Deutschlands beg√ľnstigt und ihren Absichten Vorschub geleistet‚Äú. Es w√ľrde daher ‚Äěder Befehl erteilt, die Neutralit√§t dieser L√§nder mit allen milit√§rischen Machtmitteln des Reiches sicherzustellen.‚Äú Weiter wurde behauptet, ‚Äědass Deutschland nicht die Absicht habe, durch diese Ma√ünahme die Souver√§nit√§t des K√∂nigreiches Belgien und des K√∂nigreiches der Niederlande noch den europ√§ischen noch au√üereurop√§ischen Besitzstand dieser L√§nder jetzt oder in Zukunft anzutasten.‚Äú Der luxemburgischen Regierung wurde in einer Note mitgeteilt, dass die Reichsregierung sich gezwungen sehe, die von ihr eingeleiteten Operationen ‚Äěauch auf das luxemburgische Gebiet‚Äú zu erstrecken.[22]

Die Invasion der Niederlande und der Dyle-Breda Plan

Deutsche Maßnahmen

In den Morgenstunden des 10. Mai 1940 bezog Hitler das zuvor ausgebaute F√ľhrerhauptquartier Felsennest in M√ľnstereifel-Rodert in der Nordeifel. Von dort aus leitete er die erste Phase des Westfeldzuges, den Angriff auf die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Nordfrankreich. Nur wenige Kilometer von Rodert entfernt wurde beim Forsthaus H√ľlloch ein Hauptquartier f√ľr das Oberkommando des Heeres unter Generaloberst von Brauchitsch errichtet.

Der Angriff der Heeresgruppe B begann am 10. Mai 1940 um 05:35 Uhr mit Aktionen des Luftlandekorps Student. Neben Teilen der Grenzbefestigungen der Belgier am Albert-Kanal (Fort Eben-Emael) wurden vor allem Br√ľcken und Flugpl√§tze in der Tiefe des Raumes angegriffen und besetzt. Der rasche Zugriff sollte zumindest in Holland ein Eingreifen der Alliierten unterbinden und die Verteidigungskr√§fte aufsplittern. Die Inbesitznahme der Ziele gelang fast √ľberall, aber oft nur unter schweren Verlusten. So b√ľ√üten die im Bereich der Regierungssitz Den Haag auf den Flugpl√§tzen von Ockenburg, Ypenburg und Valkenburg mit Ju 52 anlandenden Teile der 22. Infanteriedivision zwei Drittel ihrer St√§rke ein; die Flugpl√§tze mussten aufgegeben werden. Auch der Fallschirmeinsatz der 7. Fliegerdivision verlief nicht ohne Verluste; es gelang aber, die Br√ľcken √ľber das Hollandsch Diep bei Moerdijk, √ľber die Noord bei Dordrecht und die Neue Maas bei Rotterdam unversehrt in Besitz zu nehmen und zu halten. Lediglich die Br√ľcke bei Arnheim (die 1944 das Endziel von Operation Market Garden sein sollte) konnte rechtzeitig gesprengt werden. Die Entscheidung brachten die Bodentruppen. Die 18.¬†Armee erreichte bereits am ersten Tag das IJsselmeer und am 12. Mai mit der 9.¬†Panzerdivision Moerdijk und schnitt damit Holland auf dem Landweg ab. Da nun die franz√∂sische 7.¬†Armee (Giraud) Holland nur mehr auf dem Seeweg unterst√ľtzen konnte, beschr√§nkte sich Giraud auf die Verteidigung der K√ľste der Westerschelde vom Kanal bis Antwerpen.

Foto Rotterdams nach dem Bombenangriff und anschlie√üender Enttr√ľmmerung (aufgenommen im Jahre 1942)

Am 13. Mai 1940 wurde noch immer um Rotterdam, einen der Eckpfeiler der ‚ÄěFestung Holland‚Äú, gek√§mpft. Den deutschen Fallschirmj√§gern stand hier mit den Mariniers (Marinekommandoeinheiten) eine Elitetruppe gegen√ľber. Als am 14. Mai ein Versuch, den holl√§ndischen Stadtkommandanten, Oberst Scharroo, zur √úbergabe der Stadt zu bewegen, scheiterte, befahl der Oberbefehlshaber der 18.¬†Armee, General K√ľchler, den Verteidigern von Rotterdam einen Bombenangriff anzudrohen, der um 15:00 Uhr notfalls auch durchgef√ľhrt werden sollte. Die Verhandlungen mit dem Stadtkommandanten verliefen aufgrund der Weisungen des holl√§ndischen Oberkommandierenden Winkelman weiterhin schleppend; man einigte sich gegen 14:00 Uhr darauf, die Waffenruhe bis 18:00 Uhr zu verl√§ngern. Das bereits im Anflug auf Rotterdam befindliche Kampfgeschwader¬†54 konnte jedoch √ľber Funk nicht mehr erreicht werden und die f√ľr diesen Fall vereinbarten Leuchtzeichen zum Abbruch des Angriffs wurden erst von der zweiten Angriffswelle deutscher Bomber erkannt. So warfen 57 von hundert Bombern, in der falschen Annahme, ihr Angriffsbefehl w√ľrde noch bestehen, insgesamt 97 Tonnen Sprengbomben ab. Die Verteidigungsanlagen am Flussufer erlitten kaum Treffer, die Altstadt hingegen wurde einge√§schert, wobei 814 Zivilpersonen den Tod fanden.[23] Dieses Ereignis wird ‚Äď neben der Androhung eines weiteren Angriffes auf das ebenfalls z√§h verteidigte Utrecht und der nahezu hoffnungslosen milit√§rischen Gesamtlage ‚Äď als entscheidend f√ľr den Entschluss zur Gesamtkapitulation der niederl√§ndischen Streitkr√§fte im Mutterland gesehen. Sie wurde am 14. Mai um 20:30 Uhr √ľber den Rundfunk verk√ľndet.

Alliierte Maßnahmen

Da die Alliierten das deutsche Angriffsschwergewicht im Norden Belgiens vermuteten, begannen sie am 10. Mai mit dem f√ľr diesen Fall geplanten Vormarsch zur Dyle-Breda Stellung. Am 12. Mai kam es bei Mons zu einem historischen Treffen, bei dem sich der belgische K√∂nig Leopold III., der franz√∂sische Verteidigungsminister Daladier und General Georges darauf einigten, dass General Billotte die Koordination der K√§mpfe in Belgien √ľbernehmen w√ľrde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die britische Expeditionsarmee (BEF) den Abschnitt zwischen Wavre und L√∂wen und die franz√∂sische 1.¬†Armee den Abschnitt von Wavre bis zum Maasknie bei Namur bereits besetzt und mit dem Stellungsausbau begonnen. Die franz√∂sische 9.¬†Armee hatte ihren linken Fl√ľgel bis zur belgischen Maas und bis Namur vorgeschoben. Die franz√∂sische 7.¬†Armee befand sich im Anmarsch auf Antwerpen.

Das Schl√ľsselgel√§nde der Dyle-Stellung war das ‚ÄěTrou√©e de Gembloux‚Äú, die Gembloux-L√ľcke, wo sich die Verteidiger auf keine nat√ľrlichen Hindernisse abst√ľtzen konnten. Um der 1.¬†Armee Zeit zu verschaffen, auch hier entsprechende Stellungen auszubauen, wurde in diesem Abschnitt das einem deutschen Panzerkorps vergleichbare Korps Prioux (2.¬†und 3.¬†leichte mechanisierte Division) mit ihren mehr als 400 modernen Panzern vorgestaffelt. Am 12. Mai konnte Prioux das Panzerkorps Hoepner, das √ľber L√ľttich Richtung Gembloux vorstie√ü, bei Hanut stoppen und dessen vorwiegend leichten Panzereinheiten schwere Verluste zuf√ľgen. Da jedoch Prioux seine Kr√§fte linear und ohne Schwergewichtsbildung aufgestellt hatte, gelang Hoepner am Folgetag durch Schwergewichtsbildung und Luftwaffenunterst√ľtzung dennoch der Durchbruch durch die Widerstandslinie von Prioux, dem der Sto√ü auf die Gemblouxstellung und der Einbruch in diese folgte. Hoepners Sto√ü war ein wichtiger Teil jenes Ablenkungsman√∂vers, das Liddell Hart mit einem Stierkampf verglich:

‚ÄěDie Heeresgruppe B im Norden stellte die Capa, also das rote Tuch des Toreros, dar. Sie sollte die alliierten Interventionstruppen reizen, wie ein w√ľtender Stier nach Belgien zu eilen ‚Äď hinein in die Falle. Denn nun konnten die bei der Heeresgruppe A konzentrierten Panzerdivisionen wie der Degen des Toreros in die entbl√∂√üte rechte Flanke sto√üen.‚Äú

Am 15. Mai unterzeichnete General Winkelman die Kapitulation der niederl√§ndischen Armee. K√∂nigin Wilhemina hatte zuvor das Land verlassen und eine Fortf√ľhrung des Widerstandes angek√ľndigt.

Die Dyle-Stellung wurde am 16. Mai durchbrochen, einen Tag sp√§ter fiel Br√ľssel; die belgische Armee wurde im Raum Br√ľgge eingekesselt und ergab sich am 28. Mai. K√∂nig Leopold¬†III. ging mit seinen Soldaten in Gefangenschaft.

Durch die Ardennen

Deutsche Maßnahmen

Deutsche Panzer I und Panzer II in einem Wald im Mai 1940

Die Erfolgsaussichten des Ardennensto√ües waren eng mit dem Faktor Zeit verbunden. Der Erfolg hing davon ab, dass den belgischen und franz√∂sischen Kr√§ften keine Zeit verblieb, ihren Einsatz in den Ardennen zu koordinieren und Verst√§rkungen heranzuf√ľhren. So gab der F√ľhrer der Angriffsspitze, General der Panzertruppen Guderian, bei seinem XIX.¬†Korps (1., 2. und 10.¬†Panzerdivision, Infanterieregiment ‚ÄěGro√üdeutschland‚Äú) das Motto aus: ‚ÄěIn drei Tagen an die Maas, am vierten Tag √ľber die Maas.‚Äú[24] In diesen drei Tagen sollte die Angriffsspitze 170 km kurvenreiche Stra√üen in oft tief eingeschnittenen T√§lern bew√§ltigen, wobei neben den luxemburgischen Grenzsperren zwei belgische und eine franz√∂sische Befestigungslinie zu √ľberwinden waren. Erst dann kam mit der √úberwindung der Maas und den starken Befestigungswerken im Bereich Sedan die eigentliche Herausforderung, die Bildung eines Br√ľckenkopfes s√ľdlich der Maas.

Die Marschplanung hielt lediglich einen Tag. Eine angebliche Flankenbedrohung zwang zu Umgliederungen, zahlreiche Br√ľcken- und Stra√üensprengungen hemmten das Marschtempo. Da man der Panzergruppe einen eigenen Gefechtsstreifen verwehrt hatte, zw√§ngten sich immer wieder Infanterieverb√§nde der nachfolgenden Armeen in die Marschkolonnen der Panzergruppe. Dies f√ľhrte zu einem Kolonnenstau, der zeitweise eine L√§nge von 250 km aufwies. Trotz dieser Friktionen erreichten die Spitzen Guderians bereits am Abend des 12. Mai, also bereits 57 Stunden nach Angriffsbeginn, die Maas bei Sedan.

Alliierte Maßnahmen

Die Belgier hatten zur Sicherung der Ardennen die Gruppe ‚ÄěK‚Äú (1. Ardennenj√§gerdivision, 1. Kavalleriedivision, Pioniereinheiten) eingesetzt. Ihre Aufgabe war es, die zahlreichen vorbereiteten Sperren auszul√∂sen und sich nach kurzen Gefechten bei L√ľttich hinter die Maas abzusetzen und dort gemeinsam mit den Hauptstreitkr√§ften das belgische ‚ÄěR√©duit‚Äú zu verteidigen. Die Franzosen hatten bez√ľglich der Verteidigung der Ardennen mit den Belgiern keine Detailabsprachen getroffen, was in der verf√ľgbaren Zeit nicht mehr nachzuholen war. Es kam daher zu keiner nennenswerten Zusammenarbeit der Gruppe ‚ÄěK‚Äú mit der franz√∂sischen 5.¬†leichten Kavalleriedivision, der die √úberwachung des Vorfeldes der Maasverteidigung √ľbertragen worden war. Die Kavalleriedivision erwies sich trotz des g√ľnstigen Gel√§ndes als nicht sehr standfest.

Das √úberschreiten der Maas

16. Mai bis 21. Mai: Durchbruch durch die Ardennen und Einkesselung der französischen und britischen Truppen

Der deutsche Angriff

Der Angriff √ľber die Maas wurde von General Kleist auf den 13. Mai festgelegt. Er wurde mit schweren Bombenangriffen der Luftwaffe eingeleitet. Allein in den letzten 90 Minuten vor Beginn der Bodenoffensive (16:00 Uhr) kamen 750 Horizontalbomber und ‚ÄěStukas‚Äú zum Einsatz. Nach der Verlegung der Lufteins√§tze in die Tiefe gelang es der Infanterie und den Sturmpionieren der 1. Panzerdivision rasch, Br√ľckenk√∂pfe √ľber die Maas zu errichten und diese bis zum Einbruch der D√§mmerung bis auf die beherrschenden H√∂hen von Marf√©e (2 km s√ľdlich des Flusses) auszudehnen. Die Sturmpioniere der 10.¬†Panzerdivision ben√∂tigten hingegen mehrere Ans√§tze, um am S√ľdufer Fu√ü zu fassen; der 2.¬†Panzerdivision gelang dies erst im Laufe der Nacht. In den Morgenstunden des 14. Mai rollten die ersten Panzer √ľber die bei Sedan errichtete Pontonbr√ľcke. Auf ihr √ľberquerten an diesem Tag 60.000 Mann sowie 22.000 Fahrzeuge, davon 850 Panzer die Maas. Neben dem Korps Guderian √ľberschritt an diesem Tag auch das Panzerkorps Reinhardt die Maas und zwar bei Montherm√©. Dem Panzerkorps Hoth war der √úbergang 30 km weiter n√∂rdlich bereits am 12. Mai gelungen. Am 13. Mai konnte dieser Br√ľckenkopf durch die 7. Panzerdivision (Rommel) betr√§chtlich ausgeweitet werden.

Die Reaktionen der Verteidiger

Da sich die √úberzeugung, dass die Ardennen f√ľr Panzer unpassierbar seien (‚ÄěLes Ardennes sont imp√©rmeables aux chars!‚Äú), bei der franz√∂sischen Armee zum Dogma entwickelt hatte,[25] rechnete der Oberbefehlshaber der territorial zust√§ndigen 2.¬†Armee (General Huntziger) damit, dass die Wehrmacht erst drei Wochen nach dem Angriffsbeginn einen ernsthaften Versuch unternehmen k√∂nnte, die Maas zu √ľberschreiten. Man ma√ü diesem Abschnitt daher eine eher geringe Bedeutung bei und setzte mit der 55. Infanteriedivision (General Lafontaine) nur eine Division der Kategorie¬†B (Reservisten √ľber 30 Jahre) ein. Auch der unerwartet rasche Vorsto√ü der Deutschen beunruhigte die F√ľhrung zun√§chst nicht. Selbst das Luftbombardement konnte die Zuversicht nicht ersch√ľttern, da die starken Befestigungsanlagen dem Bombardement standhielten. Gr√∂√üere Ausf√§lle hatte es lediglich bei der ungesch√ľtzten Feldartillerie gegeben. Aus diesem Bereich stammte dann jener falsche Panzeralarm, der zu einer Fluchtbewegung bei Teilen der 55. Infanteriedivsion f√ľhrte. Sie l√∂ste die R√ľckverlegung der Kommanden der 55. und 71. Infanteriedivision mit der daraus resultierenden Unterbrechung der Verbindungen nach vorne aus, was endg√ľltig zur ‚ÄěPanik von Bulson‚Äú f√ľhrte, von der nicht nur die Masse der 19. sondern auch Teile der benachbarten 71. Infanteriedivision erfasst wurde und in der Nacht zum 14. Mai die Maasverteidigung bei Sedan zusammenbrechen lie√ü.

Noch vor dem Ausbruch dieser Panik hatte man General Lafontaine die Korpsreserve (zwei Infanterieregimenter, zwei Panzerbataillone) mit dem Auftrag unterstellt, unverz√ľglich den deutschen Br√ľckenkopf zu beseitigen. Lafontaine trat nicht unverz√ľglich, sondern erst 15 Stunden sp√§ter an, wobei er noch vor den H√∂hen von Marf√©e auf deutsche Panzer traf. Das Gefecht wurde nach schweren Verlusten auf beiden Seiten durch deutsche 8,8-cm-Kanonen entschieden.

Am Nachmittag des 14. Mai sollte der operative Gegenschlag durch das verst√§rkte XXI.¬†Armeekorps (Flavigny) erfolgen. Die Chancen der sechs √ľberwiegend mobilen Divisionen, darunter die 3.¬†Panzerdivision, den deutschen Br√ľckenkopf einzudr√ľcken, standen ausgezeichnet. Da Guderian mit der Masse seines Korps bereits weitergesto√üen war, standen den mehr als 300 Panzern Flavignys zum befohlenen Angriffszeitpunkt lediglich 30 Panzer¬†IV der 10.¬†Panzerdivision und schwache Infanteriekr√§fte gegen√ľber. General Flavigny zeigte sich jedoch von den Lageschilderungen der geschlagenen Korpsreserve so beeindruckt, dass er seine Kr√§fte auf 20 km Breite auseinanderzog und zur Verteidigung √ľbergehen lie√ü. Seine Rechtfertigung: ‚ÄěIch wollte um jeden Preis eine Katastrophe vermeiden!‚Äú[26] Nachdem er dies gemeldet und in der Nacht zum 15. Mai nochmals den Befehl erhalten hatte, sofort anzugreifen, war er den ganzen 15. Mai vergeblich bem√ľht, seine verstreuten Kr√§fte wieder zu sammeln. Der Angriff fand nicht statt, Flavignys Divisionen verzettelten sich in Einzelaktionen, in deren Mittelpunkt immer wieder das exponiert gelegene Dorf Stonne stand, das vom 15. bis 17. Mai siebzehnmal den Besitzer wechselte.

Politische Reaktionen der Alliierten

Nachdem Churchill am Morgen des 15. Mai einen Anruf des franz√∂sischen Ministerpr√§sidenten Reynaud erhalten hatte, dass ‚Äědie Schlacht verloren‚Äú sei, flog er am Folgetag nach Paris und traf dort mit Reynaud, Kriegsminister Daladier und Oberbefehlshaber Gamelin zusammen. Nach dem Lagevortrag Gamelins, der die Aussage Reynauds best√§tigte, stellte Churchill die Frage nach den operativen Reserven. Sie wurde von Gamelin mit ‚ÄěAucune‚Äú (‚ÄěKeine!‚Äú) beantwortet. Churchill konnte das kaum glauben und dachte zun√§chst, der General h√§tte ihn missverstanden. Er stellte die Frage noch einmal auf franz√∂sisch.[27]

Der Vorsto√ü zur Kanalk√ľste

21. Mai bis 4. Juni: Vorsto√ü zur Kanalk√ľste und Einkesselung des britischen Expeditionskorps und weiterer alliierter Kr√§fte bei D√ľnkirchen
Deutsche Soldaten in Frankreich auf dem Vormarsch im Sommer 1940

Deutsche Maßnahmen

Die Detailplanung des Fall Gelb endete mit der Einnahme von Sedan. Zumindest am 14. Mai waren ausnahmsweise alle vorgesetzten Kommandeure des Generals Kleist der Meinung, dass eine Konsolidierung des Br√ľckenkopfes absolute Priorit√§t habe. Diese Konsolidierung sollte gem√§√ü Heeresgruppe A die 12. Armee (Generaloberst List) sicherstellen, dem auch die Panzergruppe Kleist unterstellt wurde. Kleist wehrte sich sowohl gegen die Unterstellung als auch gegen die Verw√§sserung des Sichelschnittplanes, der einen raschen, kompromisslosen Sto√ü zur K√ľste vorsah. Nun konnten nurmehr vollendete Tatsachen die Selbst√§ndigkeit der Panzergruppe wieder herstellen. Die Panzerkorps kamen diesen Intentionen Kleists auch entgegen. Sie stie√üen nicht nur mit genehmigter Aufkl√§rung, sondern mit Masse weiter in Richtung Westen vor. So lie√ü Guderian zum Schutz des Br√ľckenkopfes Sedan lediglich die 10.¬†Panzerdivision und etwas Infanterie zur√ľck und ging mit der 1.¬†und 2.¬†Panzerdivision auf Montcornet vor, wo er am 16. Mai auf das Panzerkorps Reinhard traf, das den Ort bereits am Vortag genommen hatte. Weiter n√∂rdlich rieb das Panzerkorps Hoth am 15. Mai die 1.¬†franz√∂sische Panzerdivision bei Flavion auf; in der Nacht zum 17. Mai stie√ü Rommel bis Le Cateau durch, was der um Konsolidierung ringenden 9.¬†franz√∂sischen Armee (Corap) den Todessto√ü versetzte. In dieser Phase kam es auch zu einem Stimmungsumschwung in der obersten F√ľhrung. W√§hrend sich im Oberkommando des Heeres (OKH) pl√∂tzlich Siegeszuversicht breit machte und auf Tempo gedr√ľckt wurde, wuchs Hitlers Furcht vor Flankenangriffen ebenso wie der √Ąrger √ľber ungehorsame Panzerf√ľhrer. Halder notierte am 17. Mai 1940 in seinem Kriegstagebuch:[28]

‚ÄěEin recht unerfreulicher Tag. Der F√ľhrer ist ungeheuer nerv√∂s. Er hat Angst vor dem eigenen Erfolg. Er tobt und br√ľllt, man sei auf dem Wege, die ganze Operation zu verderben.‚Äú

Diese Erregung f√ľhrte am 17. Mai zur (kurzfristigen) Kommandoenthebung des zu schnellen Guderian und zum ‚ÄěHaltebefehl von Montcornet‚Äú, der erst am 18. Mai 18:00 Uhr aufgehoben wurde. Zwei Tage sp√§ter erreichte die 6.¬†Panzerdivision ohne ernsthafte Gegenwehr bei Noyelles die Kanalk√ľste. Die 7.¬†Panzerdivision hingegen wurde am 20. Mai bei Arras in einen heftigen, aber schlecht koordinierten Gegenangriff des britischen Expeditionskorps verwickelt, der¬†‚ąí nicht ohne erhebliche Verluste¬†‚ąí abgewehrt werden konnte. Am 24. Mai waren die deutschen Verb√§nde bis auf 15 km an D√ľnkirchen herangekommen. Teile hatten bereits das letzte nat√ľrliche Hindernis, den Aa-Kanal √ľberschritten. Zwischen ihnen und dem einzigen noch verbliebenen Kanalhafen der Alliierten befanden sich keine nennenswerten alliierten Verb√§nde; diese standen mit ihrer Masse noch immer etwa 100 Kilometer landeinw√§rts im Gefecht mit der 6.¬†und 18.¬†Armee. Am fr√ľhen Nachmittag kam dann der zweite Haltebefehl; jener von D√ľnkirchen.

Alliierte Maßnahmen

Die Alliierten verf√ľgten zu Beginn des deutschen Angriffes √ľber hinreichende Reserven. Neben der 7. Armee (Giraud) konnte das starke Kavalleriekorps Prioux sowie vier Panzerdivisionen f√ľr Gegenschl√§ge kurzfristig verf√ľgbar gemacht werden. Als man das Schwergewicht im Norden erkannt zu haben glaubte, wurde zun√§chst das Kavalleriekorps und wenig sp√§ter trotz der Proteste von General Georges auch die 7.¬†Armee (Giraud) nach Norden in Marsch gesetzt. Das Schicksal der √ľbrigen Reserven:

  • Die 1. Panzerdivision (General Bruneau) wurde mit 167 modernen Panzern, darunter 65 Char¬†B, am Vormittag des 15. Mai bei Flavion von Rommels 7.¬†Panzerdivision beim Tanken √ľberrascht und mit Masse vom Panzerregiment¬†31 der 5.¬†Panzerdivision zerschlagen, obwohl dieser Verband lediglich √ľber 30 Panzer der Typen¬†III und¬†IV verf√ľgte.
  • Die 2. Panzerdivision (Bruch√©) erhielt zwischen dem 11. und 15. Mai f√ľnf verschiedene Einsatzbefehle. Da die Kettenfahrzeuge mittels Eisenbahn und die Trosse auf der Stra√üe verlegt wurden, kam es zur Aufsplitterung und letztendlich L√§hmung des Verbandes. Zitat aus dem Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission:[29]

‚ÄěAm 16. Mai gibt es keine 2. Panzerdivision mehr, sondern nur verstreute Einheiten, deren F√ľhrer mit allen Mitteln bem√ľht sind, Ordnung zu halten, Ab√§nderungsbefehlen nachzukommen, Luftangriffen und deutschen Panzerspitzen auszuweichen, w√§hrend Kommandostellen aller Art sich um sie streiten und die Verwirrung vermehren.‚Äú

  • Die 3. Panzerdivision (Brocard) vers√§umte bei Sedan den Zeitpunkt f√ľr den Gegenschlag und verzettelte sich anschlie√üend in den Gefechten um Stonne.
  • Die 4. Panzerdivision (de Gaulle) war es, die der deutschen F√ľhrung die gr√∂√üten Sorgen bereitete. De Gaulle griff am Morgen des 17. Mai von der Aisne her Richtung Norden an, √ľberrollte deutsche Fahrzeugkolonnen und konnte erst am Ortsrand von Montcornet von Panzerabwehrkanonen und 8,8 cm Gesch√ľtzen gestoppt werden. Nach Luftangriffen und einem Gegenangriff der 10. Panzerdivision musste sich die Division nach schweren Verlusten zur√ľckziehen. Zwei Tage sp√§ter kam sie nochmals und zwar bei Cr√©cy sur Serre zum Einsatz. Dort wurde das Gefecht vor allem durch den Einsatz der Luftwaffe entschieden. De Gaulle wird man vorwerfen, keine Luftunterst√ľtzung angefordert zu haben.

Nach der Zerschlagung der letzten namhaften mobilen Reserven griff Oberbefehlshaber Gamelin erstmals pers√∂nlich in das Kampfgeschehen ein. Er ordnete 19. Mai einen Angriff an, der gleichzeitig von Norden und S√ľden gef√ľhrt, die deutschen Panzerspitzen abschneiden sollte. Zur Umsetzung kam es nicht, da Gamelin noch am gleichen Tag von General Weygand abgel√∂st wurde, der diese Weisung sofort aufhob. Nach zeitraubenden pers√∂nlichen Konsultationen in Belgien und Frankreich gab der neue Oberkommandierende am 22. Mai seinen ‚ÄěWeygand-Plan‚Äú bekannt. Dieser sah einen Zangenangriff der Heeresgruppe¬†1 (Billotte) von Norden und der (neu geschaffenen) Heeresgruppe¬†3 (Besson) von S√ľden her vor. Dazu Churchill:

‚ÄěMan wird erkennen, dass Weygands neuer Plan sich nur durch seine energische Formulierung von dem widerrufenen Befehl Nummer 12 Gamelins unterschied.‚Äú[27].

In der Zwischenzeit war es aufgrund einer britischen Initiative bereits zu einem Gegenangriff bei Arras gekommen. Der (rein britische) Angriff f√ľgte den deutschen Kr√§ften zwar (besonders Rommels 7.¬†Panzerdivision) Verluste zu, schlug jedoch wegen mangelhafter Koordinierung mit den Franzosen und den Unterst√ľtzungswaffen nicht durch. Der Zeitpunkt zur Umsetzung des eigentlichen Weygandplanes wurde mehrmals verschoben und am 27. Mai endg√ľltig ad acta gelegt.

‚ÄěR√§tsel‚Äú D√ľnkirchen

Aufkl√§rer der RAF im Anflug auf den durch Luftangriffe der Deutschen Luftwaffe schwer getroffenen Hafen von D√ľnkirchen
Im Juni 1940 bei D√ľnkirchen gefangen genommene britische Soldaten

Nach dem Scheitern der Gegenangriffe auf Sedan kam es zum Sinneswandel im Oberkommando des Heeres (OKH). Generaloberst Brauchitsch und sein Generalstabschef Halder waren nun bereit, alle Risiken des Sichelschnittplanes in Kauf zu nehmen und pl√§dierten f√ľr einen raschen, ungebremsten Vorsto√ü zum Kanal und die unverz√ľgliche Einschlie√üung und Vernichtung der alllierten Kr√§fte n√∂rdlich der Somme. Hitler und Rundstedt wollten das Risiko des ungebremsten Vorgehens nicht auf sich nehmen. Am 23. Mai wurden sie durch eine von der Panzergruppe Kleist abgegebene Meldung best√§rkt, man sei ‚Äěnach bis zu 50¬†% Verlusten an Panzern gegen√ľber ,starkem' Feind nicht stark genug f√ľr den Angriff nach Osten.‚Äú

Diese Meldung, die lediglich als ver√§rgerte Reaktion auf die Zuordnung mehrerer Nebenauftr√§ge zu deuten ist, nahm die Heeresgruppe als willkommenen Anlass f√ľr den ‚ÄěAufschlie√übefehl‚Äú, der den Panzerverb√§nden am 23. Mai die Unterbrechung des Angriffes f√ľr die Dauer von 24 Stunden verordnete. √úber die Verz√∂gerungstaktik Rundstedts ver√§rgert, griff nun Brauchitsch erstmals pers√∂nlich ein und entzog der in der Zwischenzeit auf 71 Divisionen angewachsenen Heeresgruppe A das Kommando √ľber die 4.¬†Armee (von Kluge), der alle Panzerdivisionen der Heeresgruppe unterstellt waren, und √ľbertrug es der Heeresgruppe¬†B (21 Divisionen). Die Heeresgruppe¬†B war nun allein f√ľr die rasche Einschlie√üung und Vernichtung der im belgisch-franz√∂sischen Grenzbereich befindlichen alliierten Kr√§fte zust√§ndig, w√§hrend der Aufbau einer Front Richtung S√ľden ausschlie√ülich Aufgabe der Heeresgruppe¬†A sein sollte.

Diese operativ durchaus sinnvolle Ma√ünahme hatte man Hitler nicht mitgeteilt, da er zur Front unterwegs war. Er erhielt von diesem Befehl erst am Folgetag, dem 24. Mai, Kenntnis, und zwar durch Generaloberst Rundstedt, einem ausgesprochenen Gegner dieser Ma√ünahme. Schwer ver√§rgert √ľber die ‚ÄěEigenm√§chtigkeit‚Äú des Oberkommandos des Heeres hob Hitler den Unterstellungsbefehl auf und traf zus√§tzlich eine in der Kriegsgeschichte nahezu einmalige Entscheidung. Nicht das Oberkommando des Heeres, sondern die Heeresgruppe¬†A m√∂ge entscheiden, wann der Angriff auf D√ľnkirchen fortgesetzt w√ľrde. Es war also nicht Hitler, sondern Rundstedt, der am 24. Mai um 12:45 Uhr den ber√ľhmt gewordenen Haltebefehl gab und es war auch Rundstedt, der diesen Haltebefehl drei Tage und acht Stunden sp√§ter wieder aufhob. W√§hrend dieser Zeit scheiterten alle Versuche, Hitler bzw. Rundstedt zur Weiterf√ľhrung des Angriffes zu bewegen. Briten und Franzosen errichteten in diesen Tagen unter Einsatz mehrerer Divisionen einen Verteidigungsring um die Hafenstadt. Er sollte die ‚ÄěOperation Dynamo‚Äú, die Evakuierung der bei D√ľnkirchen eingeschlossenen Truppen, sicherstellen. Obwohl diese Operation praktisch erst am 28. Mai anlief, konnten bis 4. Juni dennoch insgesamt 338.682 Soldaten nach England √ľbergesetzt werden. Zusammen mit den aus anderen H√§fen evakuierten Soldaten stieg diese Zahl auf rund 370.000 Mann, davon etwa 250.000 britische Soldaten. Die besondere Bedeutung der Rettung des britischen Expeditionskorps lag in der Tatsache, dass es sich bei den geretteten Soldaten ausschlie√ülich um Berufssoldaten handelte, ohne die der rasche Aufbau eines schlagkr√§ftigen Heeres auf Basis der allgemeinen Wehrpflicht nur schwer vorstellbar gewesen w√§re.

Die Bedeutung des Haltebefehls spiegelt sich auch heute noch in der Existenz verschiedener Theorien wider, die sich um die Deutung von Hitlers Motiven bem√ľhen. Der Historiker Karl-Heinz Frieser f√ľhrt den Befehl auf die Tatsache zur√ľck, dass Hitler vor Rundstedt und dem Oberkommando des Heeres demonstrieren wollte, dass er als Oberkommandierenden der Wehrmacht alle wichtigen Entscheidungen getroffen habe und treffe; nicht zuletzt in Hinblick auf die Zuordnung von Verdiensten nach dem absehbaren Sieg √ľber Frankreich.[8]

Ohne Zweifel wurde Hitler in dieser Haltung durch G√∂ring best√§rkt, der ihm am 23. Mai versicherte, dass er mit ‚Äěseiner‚Äú Luftwaffe den Alliierten in D√ľnkirchen allein den ‚ÄěGnadensto√ü‚Äú versetzen k√∂nne. Dieses Versprechen konnte er nicht einl√∂sen. Den Briten gelang es aufgrund der kurzen Anflugwege von ihren s√ľdenglischen Basen immer wieder, die Luftherrschaft √ľber D√ľnkirchen an sich zu rei√üen und dabei 156 deutsche Flugzeuge abzuschie√üen,[30] nicht ohne selbst 177 Flugzeuge zu verlieren.[31] Da auch noch Schlechtwetterperioden den Einsatz der Luftwaffe hemmten, blieb G√∂rings Gesamtbilanz weit von seinem hochgesteckten Ziel entfernt.

Fall Rot

Verlauf des Fall Rot
Wehrmachtssoldaten im Sommer 1940 vor dem Arc de Triomphe du Carrousel in Paris

Als die deutschen Truppen Anfang Juni in die Bereitstellungsr√§ume zur Fortf√ľhrung des Angriffes Richtung S√ľden einr√ľckten, hatte sich das Kr√§fteverh√§ltnis umgekehrt. Die Alliierten konnten der Wehrmacht in der Weygand-Linie an Somme und Aisne nur mehr die neue Heeresgruppe 3 (6.,7., und 10. Armee) entgegensetzen, die kaum mehr √ľber gepanzerte Kr√§fte verf√ľgte. Die Masse der noch verf√ľgbaren 66 Divisionen blieb weiterhin in der Maginotlinie gebunden. Die Wehrmacht konnte dagegen 104 Divisionen aufbieten, weitere 19 Gro√üverb√§nde standen als Reserve zur Verf√ľgung. F√ľr den Angriff hatte man der Heeresgruppe B den Abschnitt zwischen Reims und der Kanalk√ľste zugeordnet. Sie sollte mit ihren gepanzerten Speerspitzen (Panzergruppe Kleist mit zwei Korps, Panzerkorps Hoth) nach Durchbruch durch die Weygand-Linie √ľber Paris nach S√ľden vorsto√üen. Die Heeresgruppe A stellte sich zwischen Reims und Sedan zum Angriff bereit. Sie hatte den Auftrag, mit der Panzergruppe Guderian voraus entlang der Marne in Richtung Schweizer Grenze vorzugehen.

Der Angriff begann am 5. Juni und stie√ü auf ungewohnt heftigen Widerstand, der allerdings nach Durchbruch durch das tiefgestaffelte Stellungssystem rasch nachlie√ü. So konnte die Heeresgruppe B bereits am 14. Juni das unverteidigte Paris nehmen, w√§hrend die Heersgruppe A am 17. Juni bei Pontarlier die Grenze zur Schweiz erreichte und damit die Verteidiger der Maginot-Linie (√ľber 500.000 Mann) einkesselte. Am Folgetag suchte die neue franz√∂sische Regierung unter Marschall P√©tain um Waffenstillstand nach.

Kriegsverbrechen

Im Laufe des Feldzuges und unmittelbar nach dem Waffenstillstand kam es zu zahlreichen Kriegsverbrechen an Kriegsgefangenen wie an Zivilisten. Bereits am 27. Mai 1940 hatten deutsche Truppen ein Massaker in Vinkt ver√ľbt, bei dem √ľber 130 Zivilisten ums Leben kamen. In Oignies und Courri√®res wurden am folgenden Tag insgesamt 114 Zivilisten ermordet, weil sich deutsche Truppen von Franktireurs angegriffen w√§hnten.[32] Die Leibstandarte-SS Adolf Hitler ermordete am selben Tag zwischen 80 und 97 britische und franz√∂sische Soldaten beim Massaker von Wormhout. Die SS-Division Totenkopf ist ebenfalls f√ľr zahlreiche Morde an Kriegsgefangenen verantwortlich, etwa f√ľr das Massaker von Le Paradis an 99 britischen Soldaten, oder f√ľr die Ermordung schwarzafrikanischer Kriegsgefangener. Sch√§tzungsweise 1.500 bis 3.000 Angeh√∂rige der Tirailleurs s√©n√©galais (franz.) und anderer franz√∂sischer Kolonialtruppen, die im Laufe des Feldzuges in die H√§nde deutscher Truppen fielen, wurden ermordet.[33]

Während französische Juden, die in Kriegsgefangenschaft gerieten, von ihren Kameraden getrennt und teilweise besonders markiert wurden, wurden deutsche Juden, die in Einheiten der französischen Armee dienten, meist bald nach der Gefangennahme, noch vor dem Abtransport in die Stammlager, abgesondert und ermordet.[34]

Von alliierter Seite begangene Verbrechen wurden von der Wehrmacht-Untersuchungsstelle dokumentiert.[35] Dabei handelt es sich vor allem um Fälle von angeblicher Misshandlung notgelandeter Flieger und Beraubung von Kriegsgefangenen. Ein französischer Oberleutnant wurde am 27. Oktober 1940 von einem deutschen Feldkriegsgericht zum Tode verurteilt, weil er den Tod zweier deutscher Kriegsgefangener verursacht haben sollte. Die Strafe wurde später in eine Freiheitsstrafe umgewandelt.[36]

Frankreich vor und nach dem Waffenstillstand

Der Weg zum Waffenstillstand

Hitler (Hand in die Seite gest√ľtzt) betrachtet die Statue des franz√∂sischen Marschalls Foch, bevor der Waffenstillstand unterzeichnet wird; nachgestellte Szene aus einem US-Propagandafilm.
Deutscher Soldat in Paris (1943)
Frankreich nach dem Waffenstillstand

Ende Mai hatte Ministerpr√§sident Paul Reynaud den 84-j√§hrigen Marschall P√©tain zu seinem Stellvertreter ernannt. Als Reynaud am 17. Juni f√ľr die Fortsetzung des Kampfes und f√ľr die von Churchill vorgeschlagene britisch-franz√∂sische Allianz (u.a. gemeinsame W√§hrung und gemeinsame Staatsb√ľrgerschaft) pl√§dierte, blieb er im Kabinett in der Minderheit. Er trat zur√ľck, sein Stellvertreter P√©tain wurde neuer Ministerpr√§sident und suchte um Waffenstillstand nach. Es war der gleiche Tag, an dem General De Gaulle die Franzosen von London aus zur Fortf√ľhrung des Widerstandes aufrief.

Am 22. Juni wurde in Compiègne der Waffenstillstand geschlossen, der am 25. Juni um 1:35 Uhr in Kraft trat. Die Bedingungen des Waffenstillstandes:

  • Etwa 60 Prozent des Landes bleiben besetzt (Artikel II.), die Besatzung soll aber nach einem Sieg √ľber England auf ein Minimum reduziert werden (Artikel III.). Elsass-Lothringen wird unter deutsche Verwaltung gestellt.
  • Die Kosten f√ľr die Besatzung hat der franz√∂sische Staat zu tragen (Artikel XVIII.)
  • Die franz√∂sischen Kriegsgefangenen bleiben bis zu einem Friedensvertrag Kriegsgefangene (Artikel XX.)
  • Die franz√∂sischen Truppen werden mit Masse demobilisiert und abger√ľstet (Artikel IV.), der Vichy-Regierung werden in Frankreich Truppen in der St√§rke von 100.000 Mann zugebilligt, die Streitkr√§fte in den √úberseegebieten bleiben erhalten.
  • Entwaffnung der franz√∂sischen Flotte unter deutscher Aufsicht in den Heimatgew√§ssern

Frankreich nach dem Waffenstillstand

Noch vor dem Waffenstillstand hatte man die schwersten Einheiten der starken franz√∂sischen Flotte unter dem Kommando von Admiral Fran√ßois Darlan in den Kriegshafen Mers-el-K√©bir (Algerien) verlegt, um sie einem deutschen Zugriff zu entziehen. Da das britische Kabinett trotz der franz√∂sischen Zusage, keine Schiffe an die Deutschen auszuliefern, kein Risiko eingehen wollte, wurde am 3. Juli die Operation Catapult durchgef√ľhrt. Der franz√∂sische Flottenverband in Mers-el-K√©bir wurde von der britischen Force H unter F√ľhrung von Admiral Somerville ultimativ aufgefordert zu kapitulieren. Als die franz√∂sische Marinef√ľhrung das Ultimatum verstreichen lie√ü, wurde ein gro√üer Teil der vor Anker liegenden Schiffe versenkt bzw. besch√§digt. Dabei fanden 1.297 franz√∂sische Seeleute den Tod, 350 wurden verwundet. Zu √§hnlichen Eins√§tzen der Force H kam es am 3. Juli vor Oran und am 8. Juli in Dakar. Die Regierung P√©tain brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Gro√übritannien ab.

Am 10. Juli √ľbertrug das Parlament P√©tain die Vollmacht zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Auf deren Basis wurde der Marschall am 17. Juli zum ‚ÄěChef de l'Etat‚Äú des Vichy-Regimes mit weitreichenden Vollmachten gew√§hlt. Er erkl√§rte sein Land f√ľr neutral und lehnte am 24. Oktober den Vorschlag Hitlers ab, gemeinsam gegen England Krieg zu f√ľhren.

De Gaulle wurde am 28. Juni von Churchill zwar als ‚ÄěLeader of all Free Frenchmen‚Äú anerkannt, eine Gegenregierung zum Vichy-Regime durfte er jedoch erst im Mai 1943 etablieren.

Die Bilanz

Sanitäter versorgen verwundete Wehrmachtssoldaten

Der Westfeldzug wurde von der deutschen Propaganda als Durchbruch zu einer neuen, revolution√§ren Taktik gepriesen. Man gab dieser Kampfform den Namen Blitzkrieg. Diese Darstellung wurde von den Besiegten akzeptiert, weil das Auftreten umw√§lzender Neuerungen eigene Fehler und Vers√§umnisse entschuldbarer erscheinen lie√ü. Zwar war der Westfeldzug tats√§chlich als Blitzkrieg konzipiert, aber die Durchf√ľhrung lag nach Mansteins Abgang mit Rundstedt und dessen Generalstabschef Sodenstern in den H√§nden eher konservativer Denker, die ihre Panzerdivisionen lediglich als Vorausabteilungen der zu Fu√ü nachr√ľckenden eigentlichen Kampfverb√§nde sahen. Der Erfolg des Feldzuges ist nicht zuletzt jenen Panzerf√ľhrern zuzuschreiben, die wie Guderian und Rommel gegen Befehle handelten.

Am Erfolg war auch die Gegenseite beteiligt. Das starre Maginot-Denken mit seiner v√∂llig defensiven Ausrichtung war die gr√∂√üte Schw√§che der Alliierten, demgegen√ľber die Deutschen mit ihrem √§u√üerst fl√ľssigen Blitzkrieg die operative √úberlegenheit hatten. Die am Stellungskrieg orientierte alliierte F√ľhrungsorganisation war den Anforderungen eines Bewegungskrieges ebenso wenig gewachsen wie die taktischen Grunds√§tze ihrer mobilen Kr√§fte. Die deutsche Panzerwaffe konnte ihre zahlenm√§√üige Schw√§che sowie die schlechtere Bewaffnung und Panzerung ihrer Fahrzeuge durch Zusammenfassung der Panzer in den Panzerdivisionen, durch bessere F√ľhrung, bessere Kommunikation, durch eine effektivere Nachschub- und Instandsetzungsorganisation sowie durch enge Zusammenarbeit mit den Unterst√ľtzungswaffen am Boden und in der Luft mehr als wettmachen, so zum Beispiel waren die deutschen Gener√§le vorne bei ihren Truppen, w√§hrend General Gamelin weit im Hinterland den Kontakt zum franz√∂sischen Parlament hielt.

Bei den Luftstreitkr√§ften war die Situation √§hnlich. Durch die enge Zusammenarbeit der deutschen Luftflotten mit den Heeresgruppen bis hinunter auf die taktische Ebene war es m√∂glich, rasche und effiziente Luftunterst√ľtzung sicherzustellen und die zahlenm√§√üige Schw√§che durch Schwergewichtsbildung auszugleichen.

Diese Defizite wurden von den Alliierten zwar erkannt, die K√ľrze des Feldzuges erlaubte es jedoch nicht, diese auch zu beseitigen.

Materielle Verluste

Die deutsche Wehrmacht verlor 714 Panzer, davon 428 der Typen I und II, an Flugzeugen b√ľ√üte sie 1236 Maschinen ein, weitere 323 wurden besch√§digt.[37] Die Briten und Franzosen verloren die Masse ihrer Panzerfahrzeuge, der Flugzeugverlust betrug bei den Briten 1.020 Maschinen, davon 477 Jagdflugzeuge.[38] Bei den Franzosen lagen die Verluste bei 800 Flugzeugen.

Personelle Verluste und Folgen des Westfeldzugs

Tote während des Westfeldzuges 1940      Frankreich      Deutschland Niederlande     Belgien und Luxemburg Vereinigtes Königreich
Zivilbevölkerung ? Opfer durch Luftangriffe ? ?
Militär 90.000 49.000 ? ? 11.000
Französische Kriegsgefangene im Mai 1940

Von den 1,6 Millionen franz√∂sischen Kriegsgefangenen verblieb ca. 1 Million bis Kriegsende in deutscher Gefangenschaft, wo sie vorwiegend als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Von ihnen kamen ca. 40.000 meist aufgrund von Krankheit ums Leben.[39] J√ľdische Kriegsgefangene wurden in den Stammlagern abgesondert und wurden gezwungen ein besonderes Kennzeichen zu tragen. Erst die Intervention des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz f√ľhrte zu einem Kennzeichnungsverbot.[40] Von den im Zuge des ‚ÄěService du Travail Obligatoire‚Äú (STO) des Vichy-Regimes in Deutschland eingesetzten 720.000 Zwangsarbeitern kamen ebenfalls an die 40.000 Personen ums Leben. Dies ist aber nur ein kleiner Teil jener 350.000 zivilen Opfer, die allein Frankreich als Kriegsfolgen zu beklagen hatte. Von den 75.721 meist nach Auschwitz verschleppten franz√∂sischen Juden kehrten lediglich 2566 zur√ľck. Zusammen mit den 3000 bereits in den franz√∂sischen Internierungslagern Umgekommenen bel√§uft sich die Bilanz der Shoa in Frankreich auf ca. 80.000.[41] 20.000 Mitglieder der franz√∂sischen Widerstandsbewegung R√©sistance fielen im Kampf, 30.000 wurden hingerichtet und 60.000 in Konzentrationslager verbracht, von denen weniger als die H√§lfte zur√ľckkehrte.[42] Der Rest kam im Zuge der Kampfhandlungen (Bodenk√§mpfe und Luftangriffe) ums Leben oder wurde Opfer von Repressionsma√ünahmen der Besatzer oder des Vichy-Regimes. Allein bei Geiselerschie√üungen starben 29.662 Franzosen.[43]

In diesen Zahlen sind weder jene 70.000 Juden noch jene √§hnlich hohe Zahl von Menschen anderer Konfessionen enthalten, die sich nach Frankreich gefl√ľchtet hatten und von den franz√∂sischen Beh√∂rden ausgeliefert wurden. Nach dem Krieg wurden im Zuge der ‚Äě√Čpuration sauvage‚Äú (‚ÄěWilden Reinigungsphase‚Äú) ca. 11.000 vermeintliche oder echte ‚ÄěKollaborateure‚Äú get√∂tet, √ľber 6.000 wurden in ordentlichen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt.

Weitere Folgen

Deutschland
  • Hitlers Selbstvertrauen und Status als Stratege stieg aufgrund der erfolgreichen Umsetzung des vom Generalstab abgelehnten Manstein-Planes. (Wilhelm Keitel bezeichnete Hitler bei Siegesfeiern als den ‚ÄěGr√∂√üten Feldherrn aller Zeiten‚Äú)
  • Die Widerst√§nde des Generalstabes gegen einen Angriff auf die Sowjetunion nahmen ab
  • Der deutsche politische Widerstand, der ein Scheitern des Westfeldzuges prognostizierte, erlitt einen schweren R√ľckschlag, da auch die Zustimmung der Bev√∂lkerung zu Hitlers Politik stieg
  • Deutschland erhielt Zugriff auf die umfangreichen Rohstoffreserven und das industrielle Potential Frankreichs
  • Deutschland strebte die Bildung einer ‚Äěkontinentalen Allianz‚Äú mit Italien, Spanien und Frankreich zum gemeinsamen Kampf gegen England an, was nicht zuletzt an konkurrierenden territorialen Anspr√ľchen scheiterte.[44]
  • Die Voraussetzungen zur F√ľhrung eines See- und Luftkrieges gegen Gro√übritannien hatten sich entscheidend verbessert, mehrere franz√∂sische Atlantikh√§fen werden zu U-Bootst√ľtzpunkten ausgebaut. Die Luftschlacht um England sollte das Unternehmen Seel√∂we, die Invasion Englands, vorbereiten.
  • Die deutsche Panzertaktik wurde zur neuen bis heute international g√ľltigen Panzerdoktrin
Frankreich
  • Das Vichy-Regime erkl√§rte sich als neutral und war bereit mit den Deutschen bei der ‚ÄěNeuordnung Europas‚Äú mitzuwirken
  • Frankreich musste am 20. Juni 1940 den Japanern St√ľtzpunkte und Durchmarschrechte in Indochina zubilligen.
Großbritannien
  • Die Briten standen im Westen im Kampf gegen das Deutsche Reich zun√§chst allein, konnten jedoch auf materielle und milit√§rische Hilfe (Konvoischutz) durch die USA bauen. Die Vichy-Regierung wurde anerkannt, ein offener Krieg mit Frankreich sollte vermieden werden, da die Ressourcen daf√ľr nicht reichten. Auf alle F√§lle sollte der Zugriff der Deutschen auf die franz√∂sische Flotte (√úberfall auf Oran), auf Syrien (√Ėlinteressen im Irak) und die Nutzung der H√§fen Dakar und Diego Suarez (Madagaskar) unterbunden werden.
  • Statt Paris wurde London das Zentrum europ√§ischer Exilpolitik, zur Drehscheibe internationaler Geheimdienste entwickelte sich das neutrale Schweden.
Italien
  • Italien trat am 10. Juni in den Krieg ein und okkupierte franz√∂sisches Territorium an der C√īte d'Azur, es wurde durch seinen mi√ügl√ľckten √úberfall auf Griechenland zum Ausl√∂ser des Balkankrieges und verwickelte Deutschland in den Afrikafeldzug, der 1943 mit der Niederlage der italienischen Streitkr√§fte und des nominell unterstellten deutschen Afrikakorps endete.
USA
  • Franklin Delano Roosevelt mobilisierte politische Kr√§fte, um im Widerspruch zur neutralistischen Grundstimmung in den USA England unterst√ľtzen zu k√∂nnen. Im Februar 1941 kam es zum Leih- und Pachtgesetz. Durch den Geleitschutz f√ľr Konvois nach Gro√übritannien befanden sich die USA im Atlantik bereits ab September 1940 faktisch im Kriegszustand mit Deutschland.
UdSSR
  • Der sowjetische Au√üenminister Molotow gratulierte am 17. Juni zum Sieg √ľber Frankreich, sowjetische Truppen okkupierten am gleichen Tag die baltischen Staaten
  • Stalin selbst erteilte im Dezember 1940 den Befehl zur Serienproduktion des Schlachtflugzeuges Iljuschin Il-2, die angepeilten Produktionszahlen lagen bei √ľber 30.000 St√ľck.
Rumänien
  • Rum√§nien trat nach der sowjetischen Reannexion Bessarabiens der Achse bei.

Literatur

  • J.R.M.Butler: History of the Second World War.Grand Strategy. Volume II (London 1957)
  • Hans Umbreit:Der Kampf um die Vormachtstellung in Westeuropa, in: Das deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2 Stuttgart, 1979 ISBN 3-421-01935-5
  • Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende. Der Westfeldzug 1940 M√ľnchen: Oldenbourg, 1995 ISBN 3-486-56124-3 3. Aufl. 2005 (=Operationen des Zweiten Weltkrieges, Band 2)
  • Alistair Horne: To lose a battle.France 1940, Middlesex: Penguin, 1969
  • William Lubbeck and David B. Hurt. At Leningrad's Gates: The Story of a Soldier with Army Group North. Philadelphia, PA: Casemate, 2006 (hardcover, ISBN 1-932033-55-6).

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Vgl. Manfred Messerschmidt: Hitlers ‚ÄěProgramm‚Äú und das Kontinuit√§tsproblem. In: Wilhelm Deist, Manfred Messerschmidt, Hans-Erich Volkmann, Wolfram Wette: Ursachen und Voraussetzungen des Zweiten Weltkriegs ‚Äď Frankfurt am Main 1989, S. 652
  2. ‚ÜĎ Adolf Hitler: Mein Kampf. Zwei B√§nde in einem Band, M√ľnchen 1937, S. 766
  3. ‚ÜĎ Klaus Hildebrand: Deutsche Au√üenpolitik 1933‚Äď1945. Stuttgart, Berlin, K√∂ln, Mainz 1976, S. 38
  4. ‚ÜĎ Hans-Adolf Jacobsen: 1939‚Äď1945, Der Zweite Weltkrieg in Chronik und Dokumenten. Darmstadt 1961, S. 133 ff.
  5. ‚ÜĎ Paul Schmidt: Statist auf diplomatischer B√ľhne. Bonn 1953, S. 473.
  6. ‚ÜĎ Alistair Horne: To lose a battle. France 1940. New York 1979.
  7. ‚ÜĎ Hans Umbreit: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Der Kampf um die Vormachtstellung in Westeuropa. Band 2.
  8. ‚ÜĎ a b Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende. Der Westfeldzug 1940. Oldenbourg, 1995
  9. ‚ÜĎ Christienne/Lissaraque: Histoire de l‚Äôaviation militaire fran√ßaise. Seiten 373 ff.
  10. ‚ÜĎ Lieutenant Colonel Faris R. Kirkland, USAF (Ret.), The French Air Force In 1940 ‚Äď Was It Defeated by the Luftwaffe or by Politics?, Air University Review, Oktober 1985.
  11. ‚ÜĎ Pierre Cot: En 40 o√Ļ etaient nos avions¬†?, in:Icare, Nr.57/71.
  12. ‚ÜĎ Angleichung der Zahlenangaben aus: Liss:Westfront; Charles: Forces arm√©es belges;Service Historique de l'Arm√©e der Terre, Les grandes unit√©s fran√ßaises; Buffotot/Ogier:L'Arm√©e de l'Air.
  13. ‚ÜĎ Battle of Britain Historical Society webpage, document 7.
  14. ‚ÜĎ Laddie Lucas: Flying Colours. The epic story of Douglas Bader. Wordsworth Editions, Ware 2000, 2001. ISBN 1-8402-2248-4.
  15. ‚ÜĎ Arm√©e de'Air, Ordre de bataille au 10 mai 1940.
  16. ‚ÜĎ Mike Spick, Luftwaffe Fighter Aces: The Jagdwaffe and their Tactics and Techniques, Ivy Books, 1997, ISBN 0-8041-1696-2.
  17. ‚ÜĎ Dimitroff. Tageb√ľcher Band 1.
  18. ‚ÜĎ Alistair Horne: To lose a battle.(Penguin 1979) Seite 147.
  19. ‚ÜĎ Tablot Imlay: Mind the Gap. The Perception And Reality of Communist Sabotage of French War Production During the Phoney War. In: Past and Present, No. 189, (Nov. 2005), S. 179-234. Joel Blatt: The French Defeat of 1940. Reassessments. Berghahn Books: Oxford, 1998, ISBN 1571812261, S. 141.
  20. ‚ÜĎ Thomas Rodney Christofferson, Michael Scott Christofferson: France During World War II: From Defeat to Liberation Fordham University Press 2006. ISBN 0823225623, S. 20.
  21. ‚ÜĎ Julian Jackson: The Fall of France. Oxford University Press, Oxford 2003, ISBN 019280300X, S. 154f.
  22. ‚ÜĎ F√ľr die Zitate des ganzen Absatzes: Manfred Overesch/Friedrich Wilhelm Saal: Das III. Reich. Eine Tageschronik der Politik, Wirtschaft, Kultur. Bd. 2: 1939‚Äď1945. Weltbild Verlag, Augsburg 1991, ISBN 3-89350-349-8, S. 80 (zuerst Droste, D√ľsseldorf 1983).
  23. ‚ÜĎ Cajus Becker: Angriffsh√∂he 4000. Oldenburg 1964.
  24. ‚ÜĎ Mitteilung General a.D. Graf von Kielmannsegg, in: Frieser: Blitzkrieg-Legende. S. 129.
  25. ‚ÜĎ Liddell Hart: Jetzt d√ľrfen sie reden. S. 189 f.
  26. ‚ÜĎ Pierre Le Goyet: Contre-attaques manqu√©es. In: Revue Historique des arm√©es. 4/1962. S. 111.
  27. ‚ÜĎ a b Winston Churchill: Der Zweite Weltkrieg. Frankfurt 2003 (3. Aufl.), ISBN 3-596-16113-4.
  28. ‚ÜĎ Franz Halder: Kriegstagebuch. Bd. 1, Stuttgart 1962.
  29. ‚ÜĎ Zitiert in Hoth: Schicksal der franz√∂sischen Panzerwaffe. S. 376.
  30. ‚ÜĎ David Divine: The Nine Days of Dunkirch. White Lion Publrs., 1976, ISBN 0-7274-0195-5.
  31. ‚ÜĎ Richard Collier: D√ľnkirchen. Heyne Verlag, 1982, ISBN 3-453-01164-3, S. 331.
  32. ‚ÜĎ Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg. Oldenbourg, M√ľnchen 2007, S. 518.
  33. ‚ÜĎ Raffael Scheck: Hitler‚Äôs African victims. The German Army massacres of Black French soldiers in 1940. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2006, ISBN 978-0-521-85799-4, S. 165 (Inhalt).
  34. ‚ÜĎ Vicki Caron: Uneasy Asylum: France and the Jewish Refugee Crisis, 1933‚Äď1942. Stanford University Press, Stanford 1999, ISBN 0-8047-4377-0, S. 263. Raul Hilberg: Die Vernichtung der europ√§ischen Juden. Band II, Fischer, Frankfurt 1993, ISBN 3-596-10612-5, S. 658f.
  35. ‚ÜĎ Alfred M. de Zayas: Die Wehrmachtuntersuchungsstelle. Ullstein, Frankfurt am Main 1987, S. 180‚Äď188 und S. 254‚Äď261.
  36. ‚ÜĎ Alfred M. de Zayas: Die Wehrmachtuntersuchungsstelle. Ullstein, Frankfurt am Main 1987, S. 187f.
  37. ‚ÜĎ Frieser: Blitzkrieg-Legende. S. 400.
  38. ‚ÜĎ Webpage der Royal Air Force.
  39. ‚ÜĎ Yves Durand: Das Schicksal der franz√∂sischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam (1939‚Äď1945). In: Bischof/Overmans: Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg. Ternitz 1999.
  40. ‚ÜĎ Raul Hilberg, Die Vernichtung der europ√§ischen Juden. Band II, Fischer, Frankfurt 1993, ISBN 3-596-10612-5, S.659.
  41. ‚ÜĎ Zahlen der L'association des Fils et Filles des d√©port√©s juifs de France (Vorsitzender: Serge Klarsfeld (1985).
  42. ‚ÜĎ Wikipedia fran√ßais: R√©sistance int√©rieure fran√ßaise.
  43. ‚ÜĎ Zahlenangabe des franz√∂sischen Chefankl√§gers in den N√ľrnberger Prozessen.
  44. ‚ÜĎ Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1944‚Äď1945, Teilband 1, ISBN 3-7637-5933-6.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Westfeldzug ‚ÄĒ Teil von: Zweiter Weltkrieg ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • 1940 ‚ÄĒ Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender ‚óĄ | 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert   ‚óĄ | 1910er | 1920er | 1930er | 1940er | 1950er | 1960er | 1970er | ‚Ėļ ‚óĄ‚óĄ | ‚óĄ | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 |… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Schlacht von Sedan (1940) ‚ÄĒ General Heinz Guderian in mittlerem Funkpanzerwagen (Sd.Kfz. 251/3) w√§hrend der Schlacht bei Sedan, vorn Funker am Verschl√ľsselungsger√§t ‚ÄěEnigma‚Äú Die Schlacht von Sedan (auch ‚ÄěPanzerdurchbruch bei Sedan‚Äú) war eine entscheidende Schlacht w√§hrend… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Waffenstillstand von Compi√®gne (1940) ‚ÄĒ Der Waffenstillstand von Compi√®gne im Zweiten Weltkrieg wurde am 22. Juni 1940 zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich geschlossen und beendete den Westfeldzug. Er sah die Besetzung von 60 Prozent des franz√∂sischen Territoriums durch die… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Coupe de France 1940/41 ‚ÄĒ Der Wettbewerb um die Coupe de France in der Saison 1940/41 war die 24. Ausspielung des franz√∂sischen Fu√üballpokals f√ľr M√§nnermannschaften; mit R√ľcksicht auf die Besatzungsmacht Deutschland wurde er wie bei seinen allerersten Austragungen wieder… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Rundfunkjahr 1940 ‚ÄĒ ‚óĄ‚óĄ | ‚óĄ | 1936 | 1937 | 1938 | 1939 | Rundfunkjahr 1940 | 1941 | 1942 | 1943 | 1944 | ‚Ėļ | ‚Ėļ‚Ėļ Weitere Ereignisse ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Dyle-Plan ‚ÄĒ Westfeldzug Teil von: Zweiter Weltkrieg Datum 10 Mai‚Äď25 Juni 1940 Ort Frankreich, Benelux Ausgang Deutscher Sieg ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Fall Gelb ‚ÄĒ Westfeldzug Teil von: Zweiter Weltkrieg Datum 10 Mai‚Äď25 Juni 1940 Ort Frankreich, Benelux Ausgang Deutscher Sieg ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Fall Rot ‚ÄĒ Westfeldzug Teil von: Zweiter Weltkrieg Datum 10 Mai‚Äď25 Juni 1940 Ort Frankreich, Benelux Ausgang Deutscher Sieg ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Frankreichfeldzug ‚ÄĒ Westfeldzug Teil von: Zweiter Weltkrieg Datum 10 Mai‚Äď25 Juni 1940 Ort Frankreich, Benelux Ausgang Deutscher Sieg ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.