Westfälische Bucht

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Westfälische Bucht
Die Westf√§lische Bucht (‚ÄěD34‚Äú) innerhalb des Nord(west)deutschen Tieflandes

Die Westf√§lische Bucht, auch M√ľnsterl√§nder oder Westf√§lische Tieflands- oder Flachlandsbucht, ist eine flache Landschaft, die sich im Wesentlichen in Westfalen befindet und nur zu sehr geringen Teilen in Nordrhein (√§u√üerster S√ľdwesten) und Niedersachsen (Randgebiete im Norden) liegt. Sie ist, nach der K√∂lner Bucht und zusammen mit dem sich westlich anschlie√üenden Niederrheinischen Tiefland, der zweits√ľdlichste Teil der Norddeutschen Tiefebene.

Die Westf√§lische Bucht besteht aus den einzelnen Teilen des M√ľnsterlandes, dem sich im westlichen S√ľden anschlie√üenden Emscherland sowie, noch s√ľdlicher, den das Sauerland flankierenden Gebieten rund um den Hellweg.

Naturräumlich stellt die Westfälische Bucht eine Haupteinheitengruppe dar und wird im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands mit der Kennzahl 54, im System des BfN in gleichen Grenzen mit D34 klassifiziert.

Inhaltsverzeichnis

Naturräumliche Gliederung

Die Haupteinheitengruppe Westfälische Bucht gliedert sich naturräumlich wie folgt in Haupteinheiten (dreistellig):[1][2]

Lage und Grenzen

Der Charakter einer Bucht liegt in der Westf√§lischen Bucht darin, dass sie nach Nordosten bis Osten durch Teile des Nieders√§chsischen Berglandes und nach S√ľden durch den Norden des S√ľderberglandes unmittelbar durch Mittelgebirge abgegrenzt wird, die die Bucht um mehrere hundert Meter √ľberragen..

Die Grenzlinie des Naturraumes verl√§uft im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, von Rheine ausgehend nach S√ľdosten entlang der S√ľdkante des Teutoburger Waldes von s√ľdwestlich Osnabr√ľcks √ľber (knapp) s√ľdwestlich Bielefelds bis zur Nahtstelle des Teutoburger Waldes zum Eggegebirge. Ab hier verl√§uft die Grenze zur der Egge vorgelagerten Paderborner Hochfl√§che nach S√ľds√ľdwesten √ľber Paderborn und B√ľren.

Ab √∂stlich R√ľthens verl√§uft die Grenze zum Nordsauerl√§nder Oberland (inc. Naturpark Arnsberger Wald) in westliche Richtung, passiert unmittelbar s√ľdlich des Haarstranges den M√∂hnesee und verl√§uft s√ľdlich des Hellwegs dann an der Nahtstelle zum Niedersauerland bis s√ľdlich Dortmunds, von wo aus der Verlauf nach Westen weiter n√∂rdlich des Ardeygebirges und sich anschlie√üender Teile des Niederbergisch-M√§rkischen H√ľgellandes √ľber den S√ľden Bochums und Essens bis unmittelbar vor M√ľlheim geht.

Von √∂stlich M√ľlheims verl√§uft die nunmehr nach Norden verlaufende, landschaftlich unauff√§llige Grenze zum Niederrheinischen Tiefland √ľber Bottrop, Dorsten, Borken und schlie√ülich, entlang der Grenze zu den Niederlanden, nach Gronau.[3]

Städte

Gr√∂√üte St√§dte der Westf√§lischen Bucht sind im S√ľdwesten die Gro√üst√§dte des mittleren und √∂stlichen Ruhrgebietes n√∂rdlich der Ruhr sowie die St√§dte M√ľnster im Zentrum, G√ľtersloh im Norden und Paderborn in √∂stlicher Randlage. Dem gegen√ľber liegt von Bielefeld nur ein kleiner Teil des S√ľdens (Brackwede, Senne, Sennestadt) im Norden der Bucht, w√§hrend die Kernstadt durch den Kamm des Teutoburger Waldes abgetrennt wird.

Die einwohnerstärksten Städte der Westfälischen Bucht sind (in Klammern die Einwohnerzahlen in Tausenden):

Fl√ľsse

Bedeutende Flusssysteme sind im M√ľnsterland die Systeme von (oberer) Ems und Lippe, im Emscherland das der namensgebenden, jedoch derzeit fast ausschlie√ülich unterirdisch oder kanalisiert verlaufenden Emscher.

Rechte Zufl√ľsse der M√∂hne und des Ruhrunterlaufs spielen im √§u√üersten S√ľden, am Hellweg, eine eher geringf√ľgige Rolle.

Begriffsdeutung

Der gelegentlich synonym f√ľr die Westf√§lische Bucht verwendete Begriff M√ľnsterl√§ndische Bucht charakterisiert, dass ein Gro√üteil der tiefgelegenen Ebenenfl√§che vom mittleren und √∂stlichen M√ľnsterland, eingenommen wird, ist also als "Pars pro toto" zu verstehen.

Die Verwendung der Bezeichnung "Bucht" verweist auf die geologische Entstehung dieser halb von Mittelgebirgsz√ľgen umschlossenen Landschaft, sie bildete einmal eine Meeresbucht des Kreidemeeres, deren Form heute noch in der Topografie abzulesen ist.

Bewohner

Die Mehrheit der Einwohner der Westf√§lischen Bucht lebt in der s√ľdlichen Randzone, im Bereich des historischen Hellwegs, insbesondere im n√∂rdlichen Ruhrgebiet.

Paläontologie

An verschiedenen Stellen in der Westf√§lischen Bucht hat man in kreidezeitlichen Schichten des Untergrundes Riesenammoniten gefunden, etwa beim U-Bahn-Bau in Dortmund. Diese Kopff√ľ√üer mit einem Schalendurchmesser von mehr als zwei Metern sind die gr√∂√üten bekannten Evertebraten.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ E. Meynen und J. Schmith√ľsen: Handbuch der naturr√§umlichen Gliederung Deutschlands - Bundesanstalt f√ľr Landeskunde, 6. Lieferung Remagen 1959 (9 Lieferungen in 8 B√ľchern 1953-1962, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960)
  2. ‚ÜĎ Bundesamt f√ľr Naturschutz: Naturr√§umliche Haupteinheiten Deutschlands (PDF online, 1,22 MB)
  3. ‚ÜĎ Kartendienste des Bundesamtes f√ľr Naturschutz - Kartendienst ‚ÄěSchutzgebiete‚Äú macht die Grenzen der Haupteinheitengruppe (‚ÄěNaturr√§ume‚Äú) und der Haupteinheiten einblendbar, der etwas gr√∂bere Kartendienst ‚ÄěLandschaften‚Äú unterteilt die Naturr√§ume noch etwas feiner.

Weblinks


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