Wiehengebirge

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Wiehengebirge

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Wiehengebirge
Das Wiehengebirge bei Schnathorst von SĂŒdosten aus gesehen

Das Wiehengebirge bei Schnathorst von SĂŒdosten aus gesehen

Höchster Gipfel Heidbrink (320 m ĂŒ. NN)
Lage Niedersachsen / Nordrhein-Westfalen
Teil des NiedersÀchsischen Berglands
Wiehengebirge (Nordrhein-Westfalen)
Wiehengebirge
Koordinaten 52° 18â€Č N, 8° 38â€Č O52.2958.6366666666667320Koordinaten: 52° 18â€Č N, 8° 38â€Č O

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Höhenschichtung

Das Wiehengebirge (lokal auch: Wiehen, frĂŒher auch: Mindensche Bergkette[1] oder auch westliche Weserkette, dann bestehend aus den LĂŒbbeckesche Bergen/LĂŒbbecke’sche Bergen und den Kappeler Bergen,[2] engl.: Wiehen Hills, niederl.: Wiehengebergte) ist ein bis 320 m ĂŒ. NN hohes Mittelgebirge im SĂŒdwesten Niedersachsens und Nordosten Nordrhein-Westfalens. Das zu den NordauslĂ€ufern der deutschen Mittelgebirge am SĂŒdrand des Norddeutschen Tieflands zĂ€hlende Gebirge wird zum Weserbergland oder im weiteren Sinne zum Weser-Leine-Bergland gerechnet. In Ă€lterer Literatur wurde es bisweilen zusammen mit dem Wesergebirge und dem Teutoburger Wald zum Subherzynen HĂŒgelland gezĂ€hlt.[3]

Das dicht bewaldete Wiehengebirge ist ein Teilraum des Natur- und Geoparks TERRA.vita. Zusammen mit dem weiter sĂŒdlich verlaufenden Teutoburger Wald bildet das Wiehengebirge einen Keil, der auffĂ€llig in das norddeutsche Tiefland ragt und an dessen westlichem Ende die Stadt Bramsche liegt. Im Osten endet das Gebirge an der Porta Westfalica.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Lage des Wiehengebirges im NiedersĂ€chsischen Bergland. Gut zu erkennen, wie es geomorphologisch mit Gehn, Wesergebirge und SĂŒntel eigentlich eine Einheit bildet. Weiterhin wird durch die Karte deutlich, dass das Wiehengebirge den nördlichsten Vorstoß der deutschen zusammenhĂ€ngenden Mittelgebirgsschwelle darstellt. Weiter nördlich liegende „echte“ Mittelgebirge, wie z. B. die Stemmer Berge oder die Rehburger Berge am oberen Kartenrand unweit der beiden Seen DĂŒmmer und Steinhuder Meer, liegen dagegen inselartig in der Norddeutschen Tiefebene verstreut
Die Porta Westfalica kennzeichnet das Ostende des Wiehengebirges (links im Bild). Östlich, jenseits der Weser, schließt sich das Wesergebirge an (rechts).

Das Wiehengebirge liegt in den Landkreisen OsnabrĂŒck, Minden-LĂŒbbecke und Herford. In der West-Ost-Richtung im nördlich gelegenen Teil erstreckt es sich ungefĂ€hr von Bramsche (nordwestlich von OsnabrĂŒck) ĂŒber Ostercappeln, Bad Essen, Preußisch Oldendorf und Rödinghausen, LĂŒbbecke, HĂŒllhorst und Bad Oeynhausen bis zu den an der Porta Westfalica bzw. Weser gelegenen StĂ€dten Minden und Porta Westfalica. Dabei werden nördlich auch Bohmte und Hille berĂŒhrt. SĂŒdlich des Wiehengebirges liegen OsnabrĂŒck, Bissendorf, Melle, Kirchlengern, BĂŒnde, Löhne und Bad Oeynhausen. Das Wiehengebirge bildet den nordwestlichen Abschluss des NiedersĂ€chsischen Berglandes, zu dem es, einschließlich des westfĂ€lischen Gebirgsteiles, geografisch gerechnet wird.

WĂ€hrend das Ostende mit der Porta Westfalica und dem Wittekindsberg klar definiert ist, ist dies fĂŒr das Westende nicht einfach möglich. Nach Westen wird das Gebirge kontinuierlich flacher, entwickelt sich von einem Höhenzug zu einer HĂŒgelkette und geht dann beinahe unmerklich in Tiefland ĂŒber. SĂŒdlich von Bramsche erhebt sich mit der Penter Egge der Höhenzug nochmals auf 99 Meter, aber bereits 2,5 km westlich davon ist das Niveau des umgebenden Landes erreicht. Scheinbar markieren die nach SĂŒden verlaufenden Wasserstraßen Stichkanal OsnabrĂŒck und Mittellandkanal das Ende des Gebirges. Westlich dieser KanĂ€le baut sich dann aber noch einmal die 82 Meter hohe Larberger Egge auf und bildet den westlichsten Eckpfeiler des Wiehengebirges, der sich nur 2 km nordöstlich der Grenze zum Regierungsbezirk MĂŒnster erhebt. Entgegen oft ausgefĂŒhrter Annahme liegt IbbenbĂŒren nicht mehr am und die IbbenbĂŒrener Bergplatte (Schafberg, u. a.) gehört nicht mehr zum Wiehengebirge.[4] Geologische GrĂŒnde sprechen nach aktuellem Forschungsstand gegen diese Zuordnung.[5]

Nördlich des Wiehengebirges schließt sich mit dem LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland das Norddeutsche Tiefland an. Am Weserufer gegenĂŒber der Porta Westfalica liegt das Wesergebirge, das die östliche Fortsetzung des Wiehengebirges ist. Es ist aus geologischer Sicht Ă€hnlich aufgebaut und erstreckt sich bis etwa nach Hessisch Oldendorf zum SĂŒntel. SĂŒdöstlich des Wiehengebirges befinden sich das Lipper Bergland, sĂŒdlich das Ravensberger HĂŒgelland, sĂŒdwestlich im Bereich des Tecklenburger Lands die nördlichen AuslĂ€ufer des Teutoburger Walds sowie im OsnabrĂŒcker Land das OsnabrĂŒcker Bergland, und nordwestlich der Gehn und die Ankumer Höhe, die Dammer Berge und der Stemweder Berg. Nördlich vom Nordwestende des Wiehengebirges liegt das Große Moor.

NaturrÀumliche Gliederung

Das NiedersĂ€chsische Bergland (D36) mit dem Wiehengebirge im Ă€ußersten Nordwesten

Nach dem Handbuch der naturrÀumlichen Gliederung Deutschlands gliedert sich das Wiehengebirge wie folgt:[6]

  • (zu D36 NiedersĂ€chsisches Bergland (alte Gruppen 36-37, 53))
    • (zu 53 Unteres Weserbergland)
      • 536/532 Wiehengebirge
        • 536 Westliches Wiehengebirge
          • 536.1 Kalkrieser Höhen (Norden)
          • 536.0 Schleptruper Eggen
        • 532 Östliches Wiehengebirge (W)
          • 532.1 Oldendorfer Berge (532.0 im östlichen Norden horstartig aufgesetzt)
          • 532.0 Bad Essener Höhen (Westen)
          • 532.2 LĂŒbbecker Egge (Mitte)
          • 532.3 Bergkirchener Eggen (Osten)

Nördlichstes deutsches Mittelgebirge

Die Behauptung, dass es sich beim Wiehengebirge um das nördlichste deutsche Mittelgebirge handelt, hĂ€ngt von der Definition ab. Nördlicher und auch dem Meere nĂ€her liegen, lĂ€sst man MorĂ€nenhöhenzĂŒge außer Betracht, zweifelsfrei andere echte Mittelgebirge, wie der Stemweder Berg oder auch die Rehburger Berge. Freilich sind genannte Berge deutlich niedriger und erreichen die 200 Meter Höhenlinie in ihren Extrema nicht. Von den höheren, sprich bis ĂŒber 300 Meter hohen Mittelgebirgen, greifen Deister und BĂŒckeberge in den nördlichen AuslĂ€ufern etwas weiter nach Norden als das östliche Wiehengebirge. Gleichwohl ist es so, dass der höchste Teil des Wiehengebirges bei LĂŒbbecke die nördlichsten Berge mit einer Höhe ĂŒber 300 Meter in Deutschland umfasst. Der knapp 320 Meter hohe Heidbrink ist darĂŒber hinaus der nördlichste „300er“ auf dem europĂ€ischen Zentralkontinent zwischen Ural und Atlantik, also ohne die Britischen Inseln und Fennoskandinavien.

Namensdeutungen

Wahrscheinlich ist die ErklĂ€rung, dass Wiehen sich aus Weide, Wiese oder weiden entlehnt ist, wie analog andere Toponyme im niederdeutschen Raum belegen und in Bezug zur Weidewirtschaft und der historischen Kulturaum- und Landschaftsgestaltung steht. In der Tat ist auf alten Stichen zu sehen, dass das Wiehengebirge z. B. bei LĂŒbbecke noch Anfang des 18. Jahrhunderts bis nahe an den Gebirgskamm nicht wie heute aus WĂ€ldern, sondern aus Weideland bestand und somit dieses „Wiesengebirge“ erst spĂ€ter aufgeforstet wurde. Diese Deutung ist auch deshalb nicht unbedingt abwegig, da viele Bezeichnungen von Ortschaften und FlurstĂŒcken in Norddeutschland mit dem Namensbestandteil „Wiehe-“ sich nachweislich aus Wiese ableiten, wie zum Beispiel die Flurnamen BĂŒgerwiehe und Donatorienwiehe fĂŒr die Allerwiesen sĂŒdlich Verdens, die Mahndorfer Wiehe an der Weser bei Ahausen oder der Flurname in de Wiehen = „in den Weiden“ im sĂŒdlichen Magelsen Weserbogen.[7] Gegen diese „Wiesenthese“ spricht allerdings, dass in unmittelbarer Umgebung des Wiehengebirges der Begriff „Wiehe“ nicht fĂŒr GrĂŒnland oder feuchte Wiesen genutzt wird. Hier heißen feuchte GrĂŒnlandbereiche meist „Fladder“ oder „Fledder“ (z. B. Oppendorfer Fledder oder gar der, heute bewaldete, Bereich „Auf dem Fledder“ direkt im Wiehengebirge, sĂŒdwestlich von Bad Essen-Rattinghausen) oder „Bruch“ (z. B. FĂŒnfhorstener Bruch ), auch „Masch“ (Eininghauser Masch) oder einfach Wiesen (Mindener Wiesen, Bastauwiesen). Dass ein so wenig gelĂ€ufiger Begriff „Wiehe“ dann ausgerechnet fĂŒr einen ganzen Höhenzug mit der Bedeutung „Wiese/ Weide“ verwendet wird, ist daher relativ unwahrscheinlich.

Aufgrund seiner klaren West-Ost-Ausdehnung wird das Wiehengebirge umgangssprachlich auch als „Bauernlineal“ bezeichnet. Insbesondere das östliche Wiehengebirge ist in einer ansonsten sehr flachen Umgebung als markante Erhebung meist selbst aus grĂ¶ĂŸerer Entfernung sichtbar und somit fĂŒr den Wandersmann eine wertvolle Orientierungshilfe, die den Kompass ĂŒberflĂŒssig erscheinen lĂ€sst.[8]

Es scheint aber so, dass der Name Wiehengebirge lange Zeit nur unterschwellig im Volksmund ĂŒberlebt hatte, denn in Ă€lterer Zeit wurde der Höhenzug von Wiehengebirge, Wesergebirge und SĂŒntel offiziell gemeinsam als SĂŒntel bezeichnet.[9] So stellt auch Bernhard Pollmann in einem WanderfĂŒhrer treffend fest: “UrsprĂŒnglich wurde der gesamte Nordkamm - vom Wiehengebirge, ĂŒbers Wesergebirge bis zum SĂŒntel – SĂŒntel genannt: Sonnengebirg.[10] Aus geomorphologischer Sicht ist es nicht abwegig, diese Teile als eine geographische Einheit anzusehen. Daher wird folgerichtig in der Fachliteratur bisweilen der ĂŒbergreifende Begriff „Wiehen- Wesergebirge“ verwendet.[11] In den Zusammenhang der alten, allgemeinen Bezeichnung SĂŒntel passt auch der auf den ersten Blick ĂŒberraschende Umstand, dass ein großer Findling bei Belm-Vehrte (einem Vorort von OsnabrĂŒck), also ganz im Westen des Wiehengebirges und 60 Kilometer vom heutigen SĂŒntel entfernt, den Namen SĂŒntelstein trĂ€gt.[12] Der soeben zitierte WanderfĂŒhrer bringt die namentliche UnschĂ€rfe auf den Punkt: „TatsĂ€chlich ist die namentliche Zersplitterung des Nordkamms unnatĂŒrlich und verwirrend: Die Weser durchbricht in der Porta Westfalica nicht verschiedene Gebirge, sondern ein einziges.“.[13]

Mitte des 19. Jahrhunderts war es noch so, dass nur "[der] der Weser zunĂ€chst liegende höchste Theil (
) Wiehengebirge [hieß], weiter westlich erhĂ€lt sie [die Weserkette] den Namen LĂŒbbeckische Berge, u. im OsnabrĂŒckschen den der Kappelschen u. Bramschen Berge.[14] Das heißt: Zu dieser Zeit wurde, jedenfalls gemĂ€ĂŸ der hier aufgezeigten Quellen, z. T. nur das östliche Drittel des heutigen Wiehengebirges ĂŒberhaupt als solches bezeichnet. Es scheint dann so, dass der Begriff Wiehen sich erst im Laufe des ausgehenden 19. Jahrhunderts nach Westen sozusagen fortpflanzte und die Ă€lteren Begriffe SĂŒntel, bzw. die gesonderte Bezeichnung der Gebirgsabschnitte, verdrĂ€ngte. (Rechts gezeigte Karte belegt wiederum, dass der Begriff „Wiehengebirge“ bereits um 1837 auch westlich von WallĂŒcke verwendet wurde).

In diesen Sinnzusammenhang passt auch, dass in Ă€lterer Literatur (östliches) Wiehen- und Wesergebirge zusammen bisweilen als Weserkette bezeichnet wurden. Heute steht dieser Terminus, wenn ĂŒberhaupt, allein fĂŒr das Wesergebirge. Dann wiederum war es auch so, dass oben behandelte Bezeichnung Silva Herculi Sacra auch die Bezeichnung einschließlich Wesergebirge und SĂŒntel war.

Die frĂŒheren Bezeichnungen Mindensche Bergkette (Wiehen- und Wesergebirge zusammen)[15] oder westliche Weserkette fĂŒr das Wiehengebirge insgesamt bzw. LĂŒbbeckesche Berge fĂŒr das östliche und Kappeler Berge fĂŒr das westliche Wiehengebirge, die sich noch in Ă€lterer Literatur finden lassen, sind heute nicht mehr in Gebrauch.

Der Begriff LĂŒbbeckesche Berge/LĂŒbbensche Berge hat indes, wenn auch modifiziert von der rĂ€umlichen Bezeichnung beschrĂ€nkter, ĂŒberlebt: Heute wird im Volksmund der Teil des Gebirges unmittelbar sĂŒdlich der Stadt LĂŒbbecke bisweilen LĂŒbbecker Berg genannt, wobei weder ein bestimmter Gipfel noch der ehemals gemeinte großrĂ€umige Wiehengebirgsabschnitt, sondern der Gebirgsteil im Zuge und beiderseits der Bundesstraße 239, also unmittelbar auf dem Gebiet der LĂŒbbecker Kernstadt gemeint ist.[16]

Eine im Scherz gemeinte ErklĂ€rung des Namens lautet, das Wiehengebirge sehe nur aus „wie ’n Gebirge“, verdiene aber mit seiner tatsĂ€chlichen Höhe von selten mehr als 300 Meter diese Bezeichnung eigentlich nicht.

Namensgebung der einzelnen Berge

Der Großteil der Berge im Wiehengebirge hat im Namen ganz profan das Wortteil „Berg“, wobei die Berge meist nach einer Ortschaft in der nĂ€heren Umgebung benannt sind (Schnathorster Berg, Eickorster Berg, usw.), wobei diese namensgebende Ortschaft eigentĂŒmlicherweise nicht immer die allernĂ€chste ist. (Zum Beispiel beim Bröderhauser Berg, u. a.).

Auffallend ist, dass eine nicht geringe Anzahl der Berge „-brink“ im Namen haben (Heidbrink, Breitenbrink, usw.). Brink ist ein gemeingermanisches Wort, das in geographischen Namen seit dem FrĂŒhmittelalter eine leicht erhöhte Stelle, einen Rand oder eine KĂŒste bezeichnete. Der Brink war in Nord- und Nordostdeutschland in vielen Dörfern eine leicht erhöhte Stelle in der NĂ€he des Dorfes. Diese Siedlungsstellen waren vom Boden her minderwertig und lagen meistens ungeschĂŒtzt. Im Wiehengebirge sind es aber auffallend gerade die höchsten Berge, die „Brinks“ sind, es sich also, zumindest in diesen FĂ€llen, kaum um leicht erhöhte Siedlungsstellen handeln konnte.

Gelegentlich kommt auch der Namensteil „Kopf“ vor, (z. B.Heidkopf, Meesenkopf, Elfter Kopf). Einige wenige Berge fallen mit dem Namen ganz aus der Reihe (Nonnenstein, Altes Verbrenn, usw.).

Besiedlungsgeschichte

Um das Jahr 1000 lag das Wiehengebirge, heute in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen jeweils eher peripher gelegen, beinahe in der Mitte des Stammherzogtums Sachsen und bildete den Kernraum des SĂ€chsischen Siedlungsgebietes

Im Zuge der KlimaerwĂ€rmung nach der letzten Eiszeit begann um 8000 v. Chr. die allmĂ€hliche Wiederbewaldung des Wiehengebirges. In dieser Zeit haben Menschen die TĂ€ler und das Wiehengebirgsvorland besiedelt, wie zahlreiche jungsteinzeitliche Funde beweisen. Der vorgeschichtliche Mensch nutzte das Vorkommen von dunkelgrauen Kieselgeoden, die er in AufschlĂŒssen des Wiehengebirges fand, als Rohstoff fĂŒr Steinbeile. Inwieweit in der Vorgeschichte Dauersiedlungen bestanden, ist nicht bekannt. Das Tal der Oberweser war vor dem Vordringen der Germanen keltisch besiedelt. Zur Zeit der römischen Eroberungsversuche von Caesars Gallienzug bis zur Varusschlacht wurde der Weserraum schon von Germanen bewohnt. Tacitus und andere römische Chronisten nennen am Unterlauf Chauken, weiter flussaufwĂ€rts unter anderem Angrivarier und Cherusker. Besiedlungen grĂ¶ĂŸeren Umfangs hat es vermutlich erst nach der Zeitenwende um das Jahr 600 durch die anrĂŒckenden Sachsen gegeben. Man vermutet, dass die Sachsen bei ihrer Expansion nach SĂŒden zwischen den Jahren 500 bis 600 das Wiehengebirge erreichten. Sie trafen hier auf die Angrivarier, die sie unterwarfen. Nach und nach verschmolzen beide StĂ€mme. Die Siedlungen am Wiehengebirge dĂŒrften also in einem planmĂ€ĂŸigen Besiedlungsvorgang um die Jahre 500 bis 600 entstanden sein, als die Sachsen das Wiehengebirge erreichten. Das Wiehengebirge gehörte vollstĂ€ndig zum Stammesherzogtum Sachsen und hier zu den Landesteilen Engern und Westfalen.

Im SpĂ€tmittelalter, der Zeit der geringsten Wald- und ausgedehntesten AckerflĂ€chen in Mitteleuropa, wurden auch Kammlagen landwirtschaftlich genutzt, die heute wieder bewaldet sind. SpĂ€ter gehörte der westliche, heute niedersĂ€chsische, Teil des Wiehengebirges zum FĂŒrstbistum OsnabrĂŒck, der östliche, heute westfĂ€lische, Teil ĂŒberwiegend zum FĂŒrstentum Minden, ein kleinerer Teil dessen (ungefĂ€hr das Gebiet, das heute zu Preußisch Oldendorf und teilweise zur Ortschaft Obermehnen gehört), zur Grafschaft Ravensberg.

Landschaftsbild

Panoramakarte des östlichen Wiehengebirges zwischen LĂŒbbecke und dem Durchbruch der Großen Aue, der sich in etwa auf Höhe der Straße im rechten Bildabschnitt befindet. Westlich dieser Straße zeigt sich dem Betrachter mit der Egge, die den dahinter liegenden Hauptkamm verdeckt, bereits ein Teil des westlichen Wiehengebirges. Ganz im Osten, also am linken Bildende, endet das Wiehengebirge nicht wirklich, wie man hier vermuten könnte. Da der Höhenzug seine Verlaufsrichtung bei LĂŒbbecke-Eilhausen von „SĂŒdwest nach Nordost“ auf „Nordwest nach SĂŒdost“ Ă€ndert, ist der östliche Bereich des Gebirgsabschnittes von diesem Standort nicht einsehbar. Eine Ganzpanorama-Ansicht vom Hunte- bis zum Weserdurchbruch ist allerdings, klare Sicht vorausgesetzt, von der SĂŒdseite möglich.
(
) das Wiehengebirge erscheint dem Auge bedeutender, als so manch absolut höheres Gebirge – eine Aussage die sicher zutreffend ist. Hier ein Vergleich: Das Wiehengebirge, das sich sĂŒdlich von LĂŒbbecke wie eine Mauer aufbaut und vor dem Auge nicht den Vergleich mit dem rund vier Mal höheren Fichtelberg bei Oberwiesenthal scheuen muss.
Gliederung des Wiehengebirges in einen östlichen und einen westlichen Teil
Das höhere östliche Wiehengebirge bei LĂŒbbecke, hier Blick auf den Reineberg und den Heidbrink
Antwort des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz zur Anfrage nach dem Grund fĂŒr die Festlegung der Grenze zwischen Ost- und Westwiehengebirge.

Über das Weserbergland, zu dem das Wiehengebirge zĂ€hlt, heißt es, dass es sich mit sanft geschwungenen HĂŒgeln und tiefen WĂ€ldern als Region prĂ€sentiert. Die durch Laub- und Nadelwald, Moore, HeideflĂ€chen, weite Felder und Wiesen geprĂ€gte Landschaft wird auch als „Heilgarten Deutschlands“ bezeichnet.[17] Das kammartige Wiehengebirge selbst ist ein langgestrecktes Gebirge,[18] das aus schmalen, bewaldeten HöhenrĂŒcken (als Eggen bezeichnet) besteht, die durch PĂ€sse und DurchbruchstĂ€ler (Dören) voneinander getrennt werden. Von Norden betrachtet erhebt sich das Wiehengebirge wie „eine Mauer“ aus dem norddeutschen Tiefland. Es erstreckt sich in einer S-förmig geschwungenen Form nord-östlich von OsnabrĂŒck, beginnend in etwa bei Bramsche in Niedersachsen nach SĂŒdosten, hier begrenzt durch das Tal der Weser.[19] Ein weiteres Charakteristikum sind die Siepen, die hier allerdings eher unter dem Namen Siek bekannt sind. Es handelt sich dabei um schmale, feuchte, schluchtartige, mittelgebirgliche KerbtĂ€ler mit QuellbĂ€chen. Die QuellbĂ€che im Tal sind dabei nicht unbedingt ganzjĂ€hrig wasserfĂŒhrend, jedoch ist der Bach ursĂ€chlich fĂŒr die Entstehung des Kerbtals. Dabei muss allerdings bei der GelĂ€ndeformung berĂŒcksichtigt werden, dass in der Nacheiszeit die abfließenden Wassermengen im Wiehengebirge grĂ¶ĂŸer waren, so dass sich die BĂ€che stĂ€rker als heute in das GelĂ€nde einschneiden konnten. Ein Beispiel fĂŒr ein solches Kerbtal ist die Mensinger Schlucht.

Zusammen mit der Ankumer Höhe, dem Gehn, dem Wesergebirge und dem SĂŒntel bildet das Wiehengebirge einen Höhenzug und einen beinahe geschlossenen WaldgĂŒrtel von 143 km LĂ€nge. Die Breite des schmalen Hauptkamms schwankt betrĂ€chtlich, liegt jedoch durchschnittlich nur bei etwa 1 km. Das Wiehengebirge erreicht aber selbst in den höchsten Bergen kaum mehr als die absolute Höhe von 300 m, meist lediglich 250 m. Dagegen steigt es ĂŒber die Sohle des Wesertals und das benachbarte Niederungsland bis zu 200–220 m empor und erscheint deshalb dem Auge bedeutender als manches absolut höhere Gebirge.[20]

Das Wiehengebirge ist ein typisches Pultschollengebirge. Kennzeichen dieser Art von Gebirge ist steiler Abhang auf einer Seite und ein sanfter Anstieg auf der anderen Seite des Gebirgskammes.

Unterteilung in das Ost- und Westwiehengebirge

Das Wiehengebirge kann aufgrund der Erscheinungsform in einen westlichen und östlichen Teil unterteilt werden, wobei die Grenze dieser Teile nicht genau definiert und damit auch nicht trennscharf ist. Möglichkeiten fĂŒr die Grenze zwischen östlichem und westlichem Wiehengebirge könnten sein:

  • 1. der Große-Aue-Durchbruch bei Neue MĂŒhle
  • 2. die Landesgrenze oder
  • 3. der Hunter-Durchbruch und schließlich gar
  • 4. der Bereich Ostercappeln
  • 5. der LeckermĂŒhlenbach (auch LeckermĂŒhlbach)

Aus GrĂŒnden der geografischen Erscheinungsform bietet sich hierfĂŒr der Durchbruch der Großen Aue bei Neue MĂŒhle an. Die zweite Definition wĂ€re geschichtlich legitimiert, denn die Landesgrenze ist schon seit alters her Grenze zwischen der Grafschaft Ravensberg und dem FĂŒrstbistum OsnabrĂŒck. Die dritte Definition ließe sich damit begrĂŒnden, dass (erst) westlich der Hunte keine Berge mit einer Höhe von mehr als 200 Metern ĂŒ. NN vorkommen.

GemĂ€ĂŸ Angaben des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz liegt die Grenze (4. Definition) sogar noch weiter im Westen bei Ostercappeln.[21] Die Behörde begrĂŒndet diese Festlegung mit einer einstmaligen Festlegung durch „Meynen & SchmithĂŒsen“ (1953–1962), von der man nicht abweichen wolle, auch um Diskussionen ĂŒber Landschaftsgrenzen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Da weitere BegrĂŒndungen nicht geliefert werden, ist die Grenzfestlegung bei Ostercappeln nur wenig zielfĂŒhrend. Der Landkreis OsnabrĂŒck definiert in einer Studie zum Landschaftsschutzgebiet Wiehengebirge die Grenze am LeckermĂŒhlenbach (5. Definition).[22]

Dabei ist zu berĂŒcksichtigen, dass die Unterteilung in ein Ost- und Westwiehengebirge ĂŒber den hier dargestellten Zweck der geographischen Beurteilung nicht die Rolle spielt, zum Beispiel bei Tourismuswerbung, wie dies bei manch anderen Mittelgebirgen Deutschlands der Fall ist, wie z. B. im Schwarzwald (Nordschwarzwald vs. SĂŒdschwarzwald) oder auch dem Erzgebirge ( West-, Mittelerzgebirge und Osterzgebirge). Der Terminus „Osterzgebirge“ erbringt zum Beispiel einen um den Faktor 1000 höheren Ergebniswert bei Internetsuchmaschinen als der Terminus „Östliches Wiehengebirge“.

Aus GrĂŒnden der geografischen Erscheinungsform wird im Folgenden der Durchbruch der Großen Aue bei Neue MĂŒhle als Grenze der Gebirgsabschnitte angesehen.

Östliches Wiehengebirge

Das östliche Wiehengebirge (frĂŒher auch LĂŒbbeckesche Berge oder LĂŒbbenschen Berge[23]) gehört vollstĂ€ndig zu Nordrhein-Westfalen. Meist wird nur dieser Teil noch als eigentlicher Teil des Weserberglandes gesehen, wogegen das westliche Wiehengebirge oft bereits als Teil des OsnabrĂŒcker Landes angesehen wird. Das östliche Wiehengebirge liegt zwischen der Porta Westfalica und Neue MĂŒhle (Durchbruch der Großen Aue) und stellt sich beinahe ausschließlich als ein sich von Osten nach Westen von durchschnittlich 1 km auf bis zu 2,5 km verbreiternder, kammartiger und 28 km langer, von Osten nach Westen verlaufender Höhenzug dar. Da das östliche Wiehengebirge eine FlĂ€che von rund 35 kmÂČ einnimmt, betrĂ€gt die durchschnittliche rechnerische Breite 1,25 km. Der Höhenzug hat daher in gewisser Weise beinahe nur eine eindimensionale Ausdehnung und nimmt, obschon er rund zwei Drittel der Ost-West-Achse des Kreises Minden-LĂŒbbecke ausmacht und sieben der elf kreisangehörige StĂ€dte und Gemeinden Anteil am Gebirge haben, lediglich 2,8 Prozent der FlĂ€che desselben ein. Selbst bei Hinzurechnung der Teile des westlichen Wiehengebirges (Rödinghauser Berg, Egge, Eggetal) und des Wesergebirges liegt der FlĂ€chenanteil an der KreisflĂ€che bei kaum 5,5 Prozent. Auf kommunaler Ebene variiert dieser Wert allerdings betrĂ€chtlich. So liegen beispielsweise rund 20,5 Prozent (1.320 Hektar) des LĂŒbbecker Stadtgebietes im Wiehengebirge, wĂ€hrend der Gebirgsanteil in der benachbarten Gemeinde Hille bei kaum 1,5 Prozent liegt.

Nur im breiteren Teil zwischen LĂŒbbecke und Neue MĂŒhle gibt es dem Hauptkamm nach Norden vorgelagerte Berge, wie etwa den Reineberg. In diesem Teil ist der Höhenzug breiter und besteht aus zwei Schichtstufen. Der Höhenzug vollzieht im mittleren Teil einen markanten Bogen nach Norden und ĂŒbersteigt fast durchweg deutlich eine Höhe von 200 m ĂŒ. NN. Im Bereich der Stadt LĂŒbbecke weist der Höhenzug mehrere Berge von ĂŒber 300 m Höhe auf.

Nach Norden fĂ€llt das östliche Wiehengebirge relativ sanft zum LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland ab, wĂ€hrend der SĂŒdhang zur Ravensberger Mulde meist deutlich steiler ist. Im Ă€ußersten Osten stellt sich der SĂŒdhang bisweilen sogar als Steilklippe dar, wie z. B. die Felsenklippe Silberblick unweit des Kaiser Wilhelm Denkmals.[24]

Der Bergwald beginnt auf der Nordseite meist auf der 100-Meter bis 120-Meter Höhenlinie, auf der SĂŒdseite reicht das Kulturland hingegen höher, teilweise bis auf 200 Meter ĂŒ. NN. Die Wasserscheide liegt scheinbar nach SĂŒden versetzt, und der Wald vom Kamm nach SĂŒden reicht oft nur wenige hundert Meter weit, wĂ€hrend der Wald sich nach Norden in bis zu 2 km Entfernung vom Kamm ausdehnt.

Das östliche Wiehengebirge bildet eine fast geschlossene WaldflĂ€che, die nur an zwei Stellen bei WallĂŒcke und nochmals 1 km östlich davon bei Bergkirchen, der einzigen Ortschaft auf dem Gebirgskamm, unterbrochen ist. Dadurch ist es möglich, auf dem Kammweg den Kreis Minden-LĂŒbbecke zu durchwandern, ohne wirklich den Wald verlassen zu mĂŒssen, obwohl der Landkreis einen sehr geringen relativen Waldanteil von nur 11,5 Prozent aufweist. Im Osten des östlichen Wiehengebirges dominiert Laubwald. Nach Westen nimmt der Anteil an Nadelwald kontinuierlich zu und beherrscht somit den Wald im Westen dieses Gebirgsabschnittes. Die WaldflĂ€che des östlichen Wiehengebirges betrĂ€gt rund 3.600 Hektar.

Die Bodenbedeckung, insbesondere die der steilen HĂ€nge, ist nicht sehr mĂ€chtig und sehr steinreich. Daher ist die Vegetation auf Buchen und anspruchslose GrĂ€ser, HalbgrĂ€ser und Moose beschrĂ€nkt. Die zahlreichen BĂ€che entspringen in feuchten Quellmulden und fließen zunĂ€chst in V-TĂ€lern (Siepen) die HĂ€nge hinab, um dann durch die breiteren SohlentĂ€ler zu mĂ€andern. Ihr Lauf innerhalb des Gebirges ist nur sehr kurz. Als „Gebirgsbach“ fließen sie von wenigen hundert Meter bis lĂ€ngstens rund 1,5 Kilometer (Mehner Bach 1,6 Kilometer, Ronceva 1,3 Kilometer), bevor sie das LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland erreichen. Entsprechend klein ist das Einzugsgebiet. Nach SĂŒden hin entspringen die BĂ€che ĂŒberhaupt meist erst am Fuße des Gebirges (Reineberger Bach, Rehmerloh-MennighĂŒffer MĂŒhlenbach, u. a.).

Westliches Wiehengebirge

Das Eggetal im Winter
Profil des westlichen und östlichen Teils im Vergleich

Das westliche Wiehengebirge (frĂŒher auch Kappeler Berge) gehört bis auf den östlichsten Zipfel zu Niedersachsen. Von Neue MĂŒhle bis Bramsche stellt es sich im Vergleich zum östlichen Teil grundverschieden dar. Ab Neue MĂŒhle fĂ€chert das Gebirge nach Westen auf, denn hier sind dem eigentlichen, 39 km langen Hauptkamm vielerorts zu beiden Seiten weitere, parallel verlaufende HöhenzĂŒge vorgelagert. Geographisch korrekt wird zwar weiterhin nur der Hauptkamm als Wiehengebirge bezeichnet, im allgemeinen Bewusstsein der Bewohnerschaft rechnen jedoch auch die NebenhöhenzĂŒge dazu. Beispiele dafĂŒr sind die Egge (nördlich des Eggetals), die Meller Berge oder auch der Kalkrieser Berg. Dadurch ist das östliche Wiehengebirge im weiteren Sinne bisweilen von Nord nach SĂŒd mehr als 10 km breit und stellt sich so als wirkliche Mittelgebirgslandschaft dar. Das westliche Wiehengebirge im weiteren Sinne, also einschließlich der genannten NebenhöhenzĂŒge und der durch diese umfassten Talungen und Becken umfasst bei großzĂŒgiger Auslegung rund 250 kmÂČ.

Die grĂ¶ĂŸeren GebirgstĂ€ler sind ĂŒberwiegend waldfrei und besiedelt. Trotz der grĂ¶ĂŸeren Breite des westlichen Wiehengebirges ist es durchweg niedriger als das östliche. Höhen ĂŒber 200 Meter erreichen die meisten Erhebungen östlich des Huntedurchbruchs (Nonnenstein, Schwarzer Brink, u. a.). Westlich der Hunte sind die Berge meist deutlich niedriger. Das Gebirge wird nach Westen kontinuierlich flacher und unterschreitet dort regelmĂ€ĂŸig die 100-Meter Höhenlinie, ganz im Westen erreicht es sie schließlich ĂŒberhaupt nicht mehr. SĂŒdlich von Bramsche verliert sich das Wiehengebirge schließlich in der Norddeutschen Tiefebene und findet mit dem Gehn und, allerdings nur scheinbar, mit der Ankumer Höhe seine Fortsetzung nach Nordwesten. Von den genannten bewaldeten Höhen, die auch Teil des Naturparks Terra Vita sind, ist nur der Gehn ein Gebirge im eigentlichen Sinne und kann im weiteren Sinne nicht nur als ein Nebenhöhenzug des Wiehengebirges, sondern als die geologische Fortsetzung dessen Hauptkammes gesehen werden. Bei der Ankumer Höhe handelt es sich um eine EndmorĂ€ne, also um eine eiszeitliche Aufschiebung.

Im westlichen Wiehengebirge dominiert der Nadelwald. Hierbei gibt es nicht wie im östlichen Wiehengebirge eine bestimmte RegelmĂ€ĂŸigkeit hinsichtlich einer bestimmten Höhenlage, ab welcher der Wald beginnt. Ortschaften befinden sich durchweg auf relativ hoher Lage, wie z. B. Rattinghausen oder BĂŒscherheide auf jeweils rund 170 Metern Meereshöhe.

Oft wird das westliche Wiehengebirge nicht mehr zum Weserbergland, sondern zum OsnabrĂŒcker Land gezĂ€hlt.

Das Wiehengebirge als Mittelgebirge

Manchmal wird in Frage gestellt, ob das Wiehengebirge tatsĂ€chlich bereits als Mittelgebirge oder eben nur als HĂŒgelland zu klassifizieren sei. Eine gĂ€ngige Definition verlangt fĂŒr ein Mittelgebirge z. B. eine Reliefenergie von mindestens 200 Metern um einen Höhenzug als Mittelgebirge einordnen zu können.[25] TatsĂ€chlich wird dieser Wert im östlichen Wiehengebirge ĂŒberwiegend, wenn auch knapp, erreicht, im westlichen Wiehengebirge, bis auf den Bereich um den Nonnenstein ganz im Osten jedoch ĂŒberhaupt nicht. Daher wĂ€re letzteres nach dieser Definition als HĂŒgelland zu bezeichnen. Dem ist allerdings entgegen zu setzen, dass nach anderer Definition ein Gebirge aus felsigem Untergrund besteht, wie dies beim gesamten Wiehengebirge der Fall ist, das sich dadurch z. B. von den HĂŒgellĂ€ndern der MorĂ€nengebiete Deutschlands unterscheidet. Eine beinahe profane aber gleichwohl stichhaltige Argumentation gibt der Name Wiehengebirge, da dies augenscheinlich eine kulturhistorische BegrĂŒndung fĂŒr die Einordnung in die Klasse der Gebirge liefert. Neuerlich wurde dem Wiehengebirge auch schon der fragwĂŒrdige Titel „Niedrigstes Mittelgebirge Deutschlands“ verliehen.[26]

Klima

Temperaturverteilung (Jahresmitteltemperatur) in Ostwestfalen-Lippe
Niederschlagsverteilung (JahresniederschlÀge) in Ostwestfalen-Lippe
Trotz vergleichsweise geringer Höhe ist das Gebirge, zumindest der östliche Teil hier auf dem Bild, hoch genug, um signifikant lÀnger und mehr Schnee aufzuweisen. Im Vordergrund liegt noch kaum Schnee, aber bereits die AbhÀnge des Gebirges weisen eine geschlossene Schneedecke auf.
Winterlandschaft zur Blauen Stunde 250 Meter nördlich des Heidbrinks auf 285 Meter Seehöhe

Die Region Wiehengebirge, also das sĂŒdwestliche Niedersachsen und das nördliche Ostwestfalen, gehört zum atlantischen Klimabereich und zeichnet sich durch relativ gleich verteilte und regelmĂ€ĂŸige NiederschlĂ€ge und relativ milde und eine im Jahresverlauf verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ausgeglichene Temperatur aus. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mĂ€ĂŸig warm. Von Westen nach Osten, also in Verlaufsrichtung des Gebirges, wird das Klima tendenziell kontinentaler, d. h. die Sommertemperaturen sind im Osten leicht höher und die Wintertemperaturen im Schnitt leicht niedriger. Auch wenn dieser Unterschied in diesem ĂŒberschaubaren Raum von 60 Kilometern nur gering ist, macht sich letzteres signifikant bei der Dauer der Schneeauflage bemerkbar. Das Wiehengebirge zeichnet sich durch eine bis zu etwa 1 Â°C pro Jahr tiefere durchschnittliche Jahresmitteltemperatur als im umgebenden Tiefland aus, wobei die Abweichung im Winter etwas grĂ¶ĂŸer ausfĂ€llt als im Sommerhalbjahr. Als Faustformel gilt, dass die Temperatur pro 100 Höhenmeter durchschnittlich 0,7 Â°C im Jahresschnitt kĂ€lter ist, wobei fĂŒr die Sommermonate dieser Wert 0,5 Â°C und fĂŒr den Winter 1,0 Â°C pro 100 Meter betrĂ€gt.

Die oben beschriebene Faustformel zugrunde legend kommt man im Vergleich zu einem Ort (Rahden) im Wiehengebirgsvorland zum höchsten Gipfel, dem 320 Meter hohen Heidbrink, zu folgenden Mitteltemperaturen (Grundlage Messreihe 1971–2000)[27]

Rahden, 42 m ĂŒ NN (langjĂ€hriges Mittel 1971–2000):

  • Januar: 1,7 Â°C
  • Juli: 17,6 Â°C
  • Jahr: 9,3 Â°C

berechneter Wert fĂŒr den Heidbrink, 320 m ĂŒ NN (278 Meter höher als Rahden):

  • Januar: −1,1 Â°C
  • Juli: 16,2 Â°C
  • Jahr: 7,4 Â°C

Die Werte werden durch rechts abgebildete Klimakarte von Ostwestfalen-Lippe bestÀtigt.

Außerdem werden im Wiehengebirge deutlich höhere Niederschlagsmengen als im Umland registriert. Zu unterscheiden sind hier aber die Luv- und Lee-Seite. Die vorherrschende Windrichtung aus SĂŒdwest bringt regelmĂ€ĂŸig NiederschlĂ€ge vom Atlantik; insbesondere an der sĂŒd(-westlichen) Luvseite. WĂ€hrend im LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland das Gebirge Regen abhĂ€lt und in LĂŒbbecke zu JahresniederschlĂ€gen von nur 650 mm fĂŒhrt, treten im Norden des Ravensberger HĂŒgellandes, also an der SĂŒdabdachung des Wiehengebirges, ausgeprĂ€gte Steigungsregen auf,[28] die quantitativ aber deutlich geringer ausfallen als z. B. auf der SĂŒdseite des weiter sĂŒdlich gelegenen Teutoburger Waldes. Im Wiehengebirge selbst und an seiner SĂŒdseite summieren sich die NiederschlĂ€ge auf durchschnittlich mehr als 750 bis 850 mm pro Jahr (siehe rechts stehende Niederschlagskarte OWL). Im nördlichen Leegebiet von Mindener, LĂŒbbecker sowie eingeschrĂ€nkt auch im OsnabrĂŒcker Land hingegen liegen die JahresniederschlĂ€ge teilweise bei nur 550 mm pro Jahr.

Schneereiche oder kalte Winter treten im Wiehengebirge vergleichsweise seltener auf als in jenen Gebirgen Deutschlands, die meist höher sind und zudem weiter von der KĂŒste entfernt liegen, also kontinentalem Einfluss unterliegen. Dennoch bringt der Winter im Wiehen mehr Schnee als im nahen und Ă€hnlich hohen nördlichen und mittleren Teutoburger Wald.[29] Zudem treten aufgrund niedrigerer Temperaturen in Verbindung mit tendenziell höheren Niederschlagswerten besonders im östlichen Wiehengebirge deutlich hĂ€ufiger Tage mit einer geschlossenen Schneedecke auf als im unmittelbar angrenzenden norddeutschen Tiefland. So kommt es nicht selten vor, dass der Jogger oder Wandersmann z. B. in LĂŒbbecke bei knapp ĂŒber 0 Â°C und in einer Umgebung mit „grĂŒner“ Natur und aufgeweichten Feldwegen startet und sich nach kurzer Zeit auf dem Gebirgskamm bei einigen Grad unter Null in tief winterlichen VerhĂ€ltnissen mit frosterstarrter Natur und hartgefrorenen Waldwegen wiederfindet. Gelegentlich kommen im Wiehengebirge Schneehöhen von mehr als 50 cm vor, wie z. B. 1979 oder auch wieder Anfang 2010.[30]

GemĂ€ĂŸ einer Einteilung des Bundesministerium fĂŒr Umwelt kann Deutschland in eine atlantische, kontinentale und alpine biogeographische Region unterteilt werden. Hierbei bildet das Wiehengebirge die Grenze zwischen dem atlantischen und dem kontinentalen Bereich, wobei das Gebirge selbst zur letzteren gerechnet wird.[31]

Föhn

Aufgrund theoretischer Überlegungen muss bei entsprechenden Windwetterlagen auch am Wiehengebirge ein Föhneffekt feststellbar sein. Neben dem Alpenföhn sind solche WetterphĂ€nomene in schwĂ€cherer AusprĂ€gung auch vom Erzgebirge, Harz usw. bekannt, denn grundsĂ€tzlich mĂŒssen zwei Bedingungen, unter denen Föhn entstehen kann, gegeben sein:

  • Die Gebirgsbarriere wird möglichst senkrecht angeströmt.
  • Die Gebirgsbarriere trennt zwei unterschiedliche Luftmassen.

Der erste Fall trifft auf alle Gebirge zu, unabhĂ€ngig von deren GrĂ¶ĂŸenordnung. Ein kleines Mittelgebirge kann ebenso Föhn erzeugen wie die große Gebirgskette der Alpen.[32] Nicht die absolute Höhe, jedoch die klare und vor allem vergleichsweise lange West-Ost Ausdehnung begĂŒnstigen daher zumindest föhnartige Effekte am bzw. aufgrund des Wiehengebirge(s).

Da sich der Wiehengebirgskamm selbst im hohen östlichen Gebirgsteil nur maximal 200 bis 250 Meter aus dem Umland erhebt, ist dieser Effekt jedoch nur sehr gering. Bei einer Reliefenergie von 200 Metern bedeutet z. B. der Föhneffekt fĂŒr LĂŒbbecke bei SĂŒdwind aus der Ravensberger Mulde eine Temperaturerhöhung von maximal 1 Â°C[33] – zu wenig, als dass dies als ein signifikanter Effekt bemerkt werden kann; hinreichend jedoch, um messbar Niederschlagshöhe und Gewitterneigung zu beeinflussen, die beispielsweise in LĂŒbbecke etwas geringer sind als am benachbarten SĂŒdhang des Gebirges.[34] Gelegentlich kann sich aber auch am Wiehengebirge bei besonderen Wetterlagen eine regelrechte Föhnmauer bilden.[35]

Nebel

Hier scheidet das Wiehengebirge dichten Nebel ĂŒber der Ravensberger Mulde vom nebelfreien LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland. Einzelne Nebelschwaden schwappen bereits durch die Dören nach Norden.

Das Wiehengebirge, insbesondere der östliche Teil, hat stellenweise eine hinreichende Höhe, um aus Nebelfeldern, die sich oft in der Beckenlandschaft der Ravensberger Mulde oder im Zuge der Bastau-Niederung bilden, herauszuragen. Daher kommt es oft vor, dass im tieferliegenden Wiehengebirgsvorland dicke Nebelschwaden liegen, wĂ€hrend das Gebirge und teilweise auch die bewohnten Hanglagen unter strahlendstem Sonnenschein liegen – bei entsprechend höherer Lufttemperatur. Dieser Effekt tritt insbesondere im FrĂŒhling und Herbst auf.[36]

Wirkung des Gebirges auf den Niederschlag

Das Mindener Land unmittelbar nördlich des Wiehengebirges ist aufgrund des beschriebenen Lee-Effektes das Gebiet mit den geringsten NiederschlĂ€gen im FrĂŒhjahr in ganz Nordrhein-Westfalen. Hier fallen im FrĂŒhling weniger als 150 mm Niederschlag im langjĂ€hrigen Mittel. (Zum Vergleich: Im Sauerland, dem anderen Extremum sind es 230 mm.)[37] Allgemein gilt, dass die NiederschlĂ€ge des Wiehengebirgsvorlandes wĂ€hrend der Vegetationsperiode eher gering sind.[38]

Geologie und Hydrologie

Nur selten treten die Gesteinsschichten wie hier am Nonnenstein offen zu Tage
Relief des Wiehengebirges und der angrenzenden Landschaften

Das Wiehengebirge entstand zusammen mit dem Weserbergland und anderen gleichartigen Mittelgebirgen durch die Saxonische Bruchschollentektonik, bei der ein Mosaik von lang gezogenen GrĂ€ben und Horsten durch Hebungen der Erdkruste und dabei entstehende Störungen entstand. ZunĂ€chst entstand im sĂŒdlichen NiedersĂ€chsischen Becken im Oberen Jura und in der Unterkreide an tief in die Erdkruste reichenden Störungen eine Zone besonders großer MĂ€chtigkeit der sich dort absetzenden Meeresablagerungen. Im Coniac und Santon – zwei Untereinheiten (Stufen) der Oberkreide – zwischen etwa 90 und 80 Millionen Jahren vor heute wurde diese Zone in der subherzynen Phase eingeengt und zu einer mehr als 100 Kilometer langen und etwa Nordwest-SĂŒdost verlaufenden Aufwölbung angehoben, der so genannten NordwestfĂ€lisch-Lippischen Schwelle (auch NiedersĂ€chsisches Tektogen). Das Wiehengebirge liegt am Nordrand dieser Zone. Die im SĂŒden des Wiehengebirges mehr oder weniger flach liegenden Gesteinsschichten des Untergrundes biegen hier in einer großen Flexur nach Norden hinab. Von SĂŒden nach Norden werden die im Wiehengebirge an der ErdoberflĂ€che anzutreffenden Gesteine deshalb zunehmend jĂŒnger: Im SĂŒden sind es Schichten der Trias, das Wiehengebirge selbst besteht aus Schichten des Unteren (Lias) und Mittleren Jura (Dogger), und der Nordabfall und das nördliche Vorland aus Oberjura- (Malm) und Unterkreidegesteinen.[39]

Die Jura-Gesteine des Wiehengebirges entstanden vor 170 bis 140 Millionen Jahren als Ablagerungen auf dem Meeresgrund. Es herrscht ein harter Sandstein vor, der nahe der Porta Westfalica als Portasandstein bezeichnet wird; jedoch wird dieser bereits seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr abgebaut. Der weit verbreitete Sandstein ist ein relativ grobes Gestein, das durch Einlagerung von Eisenmineralien und Ton einen braunen Farbton aufweist und recht verwitterungsresistent ist. Die einzelnen Gesteinsschichten der Schichtenfolge bilden aufgrund ihrer unterschiedlichen WiderstÀndigkeit Höhenstufen aus, die an vielen Stellen deutlich sichtbar sind. Die Kammlagen bestehen meist aus dem sehr harten und hellen Wiehengebirgssandstein.

Auf der SĂŒdseite des Gebirges schließen sich daran die harten Heersumer Schichten (Sandstein), Ornatenton-Schichten und der Cornbrash-Sandstein an. Wiehengebirgssandstein und Heersumer Schichten gehören zum Oberen Jura, der Cornbrash ist dem Mittleren Jura zuzuordnen.

Am östlichen Ende des Wiehengebirges befinden sich Wealdenkohle und Eisenerze im Untergrund, die einst im Mindener Revier industriell abgebaut wurden. Zur Farbherstellung wurde im westlichen Wiehengebirge in der Schwarzkreidegrube Schwarzkreide abgebaut. Im tiefen Untergrund sind Steinkohle fĂŒhrende Schichten des Karbons ausgebildet, die nördlich und westlich von OsnabrĂŒck an die OberflĂ€che treten und dort abgebaut wurden.

Böden

Nur die exponierten Kammlagen des Wiehengebirges sind zum Teil mit typischen Mittelgebirgsböden bedeckt - es handelt sich dann um Podsol-Braunerde, zum Teil auch Podsol. An den tiefer liegenden HĂ€ngen, teilweise aber auch bis und ĂŒber den Hauptkamm, liegt Parabraunerde, zum Teil Pseudogley-Parabraunerde aus LĂ¶ĂŸ und SandlĂ¶ĂŸ vor (einer Ablagerung aus dem PleistozĂ€n), und bildet hier hinsichtlich der Böden den meist allmĂ€hlichen Übergang von reinen Mittelgebirgsböden zu den Börden des LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸlandes im Norden beziehungsweise zum lĂ¶ĂŸbedeckten Ravensberger HĂŒgelland im SĂŒden.[40]

Eiszeiten

Vereisung der Saaleeiszeit (bis gelbe Linie)

Aufgrund der geringen Höhe hat das Wiehengebirge wĂ€hrend der letzten Eiszeiten vermutlich keine eigenen Gletscher gebildet. WĂ€hrend der Weichseleiszeit lag die Gletscherkante des Skandinavischen Eisschildes 200 km nördlich im Raum Hamburg (s. rote Linie in der nebenstehenden Abbildung). Es ist zwar nicht auszuschließen, dass sich in beschatteten Tallagen des Wiehengebirges Firnfelder das ganze Jahr hielten, ein wirklicher Gletscherstrom konnte sich indes nicht ausbilden.

Anders sah dies bei der spĂ€teren Saaleeiszeit aus. Hier lag der SĂŒdrand des Skandinavischen Eisschildes weit sĂŒdlich des Wiehengebirges – das Drenthe-Stadium der Saale-Eiszeit fĂŒllte die WestfĂ€lische Bucht vollstĂ€ndig aus. Möglicherweise floss ein erster Eisvorstoß noch um Wiehengebirge und Teutoburger Wald herum in die Bucht hinein, so dass diese zeitweilig Nunataks bildeten. SpĂ€ter floss die Eismasse jedoch ĂŒber beide Gebirge hinweg, wobei die Haupteisströme sich durch die DurchbrĂŒche und GebirgssĂ€ttel ergossen.

Ein solcher Gletscherstrom war z. B. der Aue-Hunte-Gletscher, der bis in die Region des heutigen Detmold reichte.[41] Ein Beleg dafĂŒr sind Steine, u. a. Feuersteine, die ursprĂŒnglich aus der Gegend von SmĂ„land, SĂŒdschweden, und Bornholm stammen.[42]

Somit besitzt das Wiehengebirge wie auch wesentlich höhere deutsche Mittelgebirge, die selbst Gletscher ausbildeten (Harz, Schwarzwald u. a.), glaziale Formungsstrukturen, die hier jedoch durch das Inlandeis verursacht wurden, das von Norden zum Wiehengebirge kam.

Das Wiehengebirge war auch Quelle fĂŒr Geschiebe (u. a. Findlinge) in sĂŒdlich angrenzenden Gebieten, denn die aus dem Norden vorrĂŒckenden saalezeitlichen Eismassen brachen nicht nur in Skandinavien Gesteine aus dem Untergrund heraus, sondern auch Gesteinsabfolgen der nordwestdeutschen Mittelgebirge (Teutoburger Wald und Wiehengebirge) und der nördlichen und zentralen Höhen der WestfĂ€lischen Bucht (Baumberge und Beckumer Berge). Diese werden dann als einheimische Geschiebe bezeichnet.[43]

Wasserscheiden

Große Bereiche des Wiehengebirges stellen eine lokale Wasserscheide im Zuge des Gebirgskammes dar, die jedoch an zwei Stellen, durch die Große Aue bei Neue MĂŒhle und etwas weiter westlich durch die Hunte durchbrochen ist. Im östlichen Wiehengebirge ist diese Wasserscheide besonders augenscheinlich zwischen dem Einzugsbereich der Großen Aue bzw. der Hunte nach Norden und dem der Werre nach SĂŒden. Die Weser-Ems-Wasserscheide durchquert das westliche Wiehengebirge von SĂŒdosten nach Nordwesten, in etwa auf der Linie Ostercappeln-Venner Berg. Westlich dieser Wasserscheide entwĂ€ssert das Gebirge ĂŒber zahlreiche BĂ€che in die Hase, östlich davon letztendlich ĂŒber genannte FlĂŒsse in die Weser.

Eine Besonderheit stellt die Bifurkation bei Melle-Gesmold dar. Die Else zweigt dort von der Hase ab und fließt ĂŒber die Werre der Weser zu. Die Hase fließt der Ems zu. Die Bifurkation bei Melle-Gesmold (⊙52.2027777777788.2552777777778) war ursprĂŒnglich vermutlich nur periodisch und wurde im 15. oder 16. Jahrhundert von einem MĂŒller oder von den Besitzern des Schlosses Gesmold zur Nutzung des Wassers zu einer stĂ€ndigen Bifurkation ausgebaut. In der Folge wurde bei Kriegen und Streitereien der eine oder andere Arm wiederholt zugeschĂŒttet.[44]

Topografie / GelÀndeneigung

GelÀndeneigung im östlichen Wiehengebirge
Die beschriebene Asymmetrie des Gebirges wird besonders deutlich, wo eine Quersicht auf den Hauptkamm möglich ist, wie hier bei Bergkirchen - sanfter Abfall nach Norden (links), steil dagegen die SĂŒdabdachung (rechts)

Das Wiehengebirge weist im Allgemeinen als typisches Mittelgebirge eher sanfte, abgerundete GelĂ€ndeformen auf, ĂŒberwiegend mit Steigungen zwischen 10 und 30 Prozent. Steile bis schroffe GelĂ€ndeabschnitte gibt es im Bereich der Siepe. AuffĂ€llig ist die Asymmetrie der HĂ€nge des Wiehengebirges, insbesondere der des östlichen Gebirgsteiles.[45] Der Nordhang des Gebirgszuges passt sich den flach nach Norden einfallenden jurazeitlichen Schichten an. Dagegen fĂ€llt der SĂŒdhang zur Ravensberger Mulde viel steiler ab. Eine derartige Topographie ist allerdings typisch fĂŒr eine Pultscholle. Die Schichtenfolge unterschiedlich harter Gesteine wurde dort durch die KrĂ€fte der Verwitterung und Abtragung durchschnitten. Der Hang ist durch steil stehende TrennflĂ€chen im Gestein vorgezeichnet, wobei hĂ€rtere Schichten markante Stufen bilden. Die steilsten GelĂ€ndeabschnitte finden sich daher vor allem im höheren östlichen Wiehengebirge und hier insbesondere ganz im Osten unweit der Porta Westfalica, wo die Hangneigung stellenweise mehr als 60 Prozent betrĂ€gt. Immerhin, auch wenn die Steilheit des GelĂ€ndes nicht an die der großen Mittelgebirge SĂŒddeutschlands heranreicht, ist das Wiehengebirge somit mit besagten Teilen, schroffer als manch höheres Gebirge, wie z. B. der Deister. Zudem ist bezeichnend, dass zumindest das östliche Wiehengebirge dermaßen steil ist, dass dort den querenden Passstraßen, ja selbst Forstwegen, durch die Topografie ein Streckenverlauf in Serpentinen diktiert wird, wie z. B. der der Kreisstraße 30 unweit der Lutternsche Egge oder insbesondere auch der der Landstraße 780, die sich vom Wesertal mĂŒhsam in engen Kehren zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal hochwindet. Bereiche mit Steigungen von 60 Prozent oder mehr (entspricht 31° und mehr) liegen im Übrigen im Bereich, wo, zumindest theoretisch, Schneelawinen möglich wĂ€ren, denn die Gefahr eines Lawinenabgangs ist bei Hangneigungen zwischen 25° und 45° (47 % bis 100 %) besonders hoch.[46] Zwar sind Schneelawinen in Deutschland nicht nur auf den Alpenraum beschrĂ€nkt, sondern kommen regelmĂ€ĂŸig auch in Mittelgebirgen vor (u. a. im Schwarzwald,[47] gelegentlich im Erzgebirge[48]) – aufgrund der Bodenbedeckung, der ĂŒblicherweise eher geringen Schneeauflage und des insgesamt rĂ€umlich sehr begrenzten Gebietes derart schroffer GelĂ€ndeabschnitte, besteht faktisch jedoch keine Lawinengefahr in irgendeinem Gebiet des Wiehengebirges. Auch der Abgang von Muren ist bisher nicht belegt.

Flora, Funga und Fauna

Bedeutung als Naturreservat

Das Bundesamt fĂŒr Naturschutz unterstreicht die besondere Relevanz des Wiehengebirges als Naturraum, indem es u. a. folgendes feststellt: „Das Wiehengebirge selbst ist dicht mit Nadelforsten bewaldet. Stellenweise findet man auch noch natĂŒrliche Buchen- und Eichen-WĂ€lder. (
) Es gibt zwei landesplanerisch gesicherte Gebiete zum Schutz der Natur in der Landschaft, die einige NSG integrieren. Das ‚Wiehengebirge‘ als durchweg bewaldeter Gebirgskamm mit artenreichen BuchenwĂ€ldern, SteinbrĂŒchen, Klippen und FelsbĂ€ndern, die als Brut- und Überwinterungsbiotop z. B. fĂŒr Bubo bubo (Uhu) und mehrere gefĂ€hrdete Fledermausarten dienen, ist gesamtstaatlich reprĂ€sentativ. Das zweite Gebiet ist die das Gebirge durchbrechende ‚Große Aue‘ mit grĂ¶ĂŸeren GrĂŒnlandbereichen, Auwaldrelikten und artenreichen Feldgehölzen. Hier kommen u. a. Ulmus minor (Feldulme) und Ciconia ciconia (Weißstorch) vor. Die QuellbĂ€che der ‚Hunte‘ sind als FFH-Gebiete gemeldet. Das Wiehengebirge stellt außerdem einen lĂ€nderĂŒbergreifenden Gebirgskammkorridor im Biotopverbundsystem dar. (
)“[49]

Höhenstufen

Die drei ökologischen Höhenstufen im östlichen Wiehengebirge.

Die Vegetationszonierung des Wiehengebirges umfasst drei ökologische Höhenstufen. Die planeare Höhenstufe (oder auch Flachlandstufe) reicht bis auf eine Höhenlage von 150 m ĂŒ NN. Zu dieser Stufe gehören flĂ€chenmĂ€ĂŸig die meisten Gebiete des flacheren, westlichen Wiehengebirges. Die kolline Höhenstufe (oder auch HĂŒgellandstufe) umfasst alle Gebiete zwischen 150 und 300 Metern Seehöhe; sie dominiert das höhere östliche Wiehengebirge. Es folgt die submontane Höhenstufe (oder auch Mittelgebirgsstufe) oberhalb 300 Metern ĂŒ. NN, die allerdings nur drei isolierte Bereiche von insgesamt 15 Hektar FlĂ€che und die drei Berge bei LĂŒbbecke umfasst, die höher als 300 Meter sind.

Flora

BĂ€rlauch bedeckt in Teilen des Gebirges im FrĂŒhjahr den kompletten Waldboden
Die „Krause Buche“, eine SĂŒntelbuche und Naturdenkmal im Wiehengebirge

Nur rund 30 Prozent des Waldes im Wiehengebirge ist Nadelwald.[50] Damit liegt der Anteil an Laubwald deutlich ĂŒber dem Bundesdurchschnitt und Landesdurchschnitt, denn in Deutschland und auch in Nordrhein-Westfalen insgesamt dominiert der Nadelwald. Der natĂŒrliche und im Wiehengebirge, insbesondere im östlichen, gleichfalls noch immer dominierende Waldtyp ist der Buchen-, bzw. Buchenmischwald, dem sogar bisweilen eine „europaweite Bedeutung“ zugemessen wird.[51][52] Bisweilen werden die ausgedehnten hochstĂ€mmigen BuchenwĂ€lder des Wiehen wegen ihres Eindruckes, den der Wandersmann erhĂ€lt, als Buchenkathedralen bezeichnet.[53] Das Wiehengebirge gehört zum natĂŒrlichen Verbreitungsgebiet der heutzutage sehr seltenen SĂŒntelbuche. Ein bekanntes Exemplar dieser Baumart steht am Eidinghauser Berg und trĂ€gt wegen seines auffallenden Wuchses den Namen Krause Buche. In der NĂ€he soll noch eine zweite, kleinere wachsen. FĂŒr den Pflanzengeographen begrĂŒndet dies Vorkommen die Annahme, dass die SĂŒntelbuche einmal vom SĂŒntel her ĂŒber die Weserkette bis auf das Wiehengebirge hin verbreitet war.[54] Daneben ist im Wiehengebirge auch die wertvolle Douglasie heimisch geworden. BestĂ€nde dieses bis zu ĂŒber 60 Meter hohen Baumes stehen z. B. im Bergwald sĂŒdlich Bad Holzhausens. Eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung hat hier neben der Vermarktung des Holzes selbst auch die Ernte der Samen der Douglasie.[55] Im Bereich der Stadt LĂŒbbecke im Naturschutzgebiet Sonnenwinkel gibt es beeindruckende BestĂ€nde an BĂ€rlauchbewuchs auf dem Waldboden.

Fauna

Im Wiehengebirge gehören von den Schalenwildarten das Damwild, Schwarzwild und Rehwild zum Wildbestand. In den Feldmarken sĂŒdlich und nördlich des Waldes sind Hase, Wildkaninchen, Fasan und Rebhuhn heimisch.[56] Weitere Tierarten sind u. a. Stockente, Ringeltaube, Rotfuchs, Dachs, Steinmarder, SiebenschlĂ€fer, Hermelin, Mauswiesel, Iltis, Waldschnepfe sowie die ganzjĂ€hrig geschĂŒtzten Greifvögel MĂ€usebussard, Sperber und der Turmfalke.[57] Auch der ansonsten sehr seltene Uhu und die Schleiereule sind im Wiehen heimisch.[58][59] Ferner ist das Wiehengebirge auch Lebensraum des im 20. Jahrhundert eingebĂŒrgerten WaschbĂ€ren. Teilweise wird soagr die Auffassung vertreten, dass das Wiehengebirge einen ĂŒberregionalen Wanderkorridor fĂŒr stark gefĂ€hrdete Tierarten wie Luchs, Wildkatze, Wolf darstellt, da es durch seinen Verlauf in Nordwest-SĂŒdost-Richtung eine wichtige Funktion im Verbundsystem von Biotopen ĂŒbernehme.[60]

Funga

Im Wiehengebirge sind zahlreiche Pilzarten heimisch. So sind TĂ€ublinge, Milchlinge, der Pfifferling, der GrĂŒne KnollenblĂ€tterpilz, Schwefelköpfe und Hallimasch sowie diverse Röhrlinge anzutreffen, aber auch Kostbarkeiten wie der Eichhase.[61]

Naturschutzgebiete

Das Wiehengebirge gehört mit angrenzenden Gebieten vollstĂ€ndig zum Landschaftsschutzgebiet TERRA.vita. Formal unter Naturschutz stehen allerdings nur geringe Teile des Gebirges. Die einzelnen Naturschutzgebiete sind unterschiedlich groß und im gesamten Gebiet verteilt. Das Naturschutzgebiet Limberg und Offelter Berg ist zum Beispiel mit 186 Hektar beinahe weitlĂ€ufig, andere sind wesentlich kleiner, wie z. B. das Naturschutzgebiet Sonnenwinkel bei LĂŒbbecke, das nur 4,7 Hektar WaldflĂ€che umfasst. Die folgende Tabelle listet alle Naturschutzgebiete auf, die im Wiehengebirge liegen.

Bezeichnung Berg/Gebirgsteil/Kommune FlÀche Landkreis
Sonnenwinkel LĂŒbbecker Berg 4,7 ha Minden-LĂŒbbecke
Wittekindsberg Porta Westfalica 114 ha Minden-LĂŒbbecke
Limberg und Offelter Berg Egge/Bad Holzhausen 186,1 ha Minden-LĂŒbbecke
Im Wischen Melle 12 ha OsnabrĂŒck
Obere Hunte Bad Essen 110 ha OsnabrĂŒck
Gehle[62] Rödinghausen 35,8 ha Herford

Erhebungen

SĂŒdansicht bei LĂŒbbecke
Galt lange Zeit als vermeintlich höchster Berg – der 274 Meter hohe Nonnenstein.
Das Wiehengebirge im Nebel
Das Wiehengebirge von BĂŒnde aus gesehen
Im Wiehengebirge bei Rödinghausen
Der Bergwald des Wiehengebirges, hier am Westhang des Wurzelbrinks
Auf der GipfelflÀche des Kniebrinks
Notstandsarbeiten 1924–1927. Egge: SpĂ€therbst am Durchbruch
Blick auf den Nettelstedter Berg von Norden, vom Großen Torfmoor.
Der Gipfel des höchsten Berges, des Heidbrinks
Das Wiehengebirge bei Bad Holzhausen

Das Wiehengebirge ist geprĂ€gt durch zahlreiche Berge und Höhen, die sich kammartig aneinanderreihen und im Mittelteil des Gebirges mit dem Heidbrink bis 320 m ĂŒ. NN erreichen. Dadurch weisen die Gipfel gegenĂŒber den jeweiligen Nachbargipfeln nur eine geringe Schartenhöhe auf, die meist deutlich unter 100 Metern liegt. So liegt z. B. die Schartenhöhe des Kniebrinks (315 m ĂŒ. NN) gegenĂŒber dem benachbarten Wurzelbrink (315 m ĂŒ. NN) nur bei rund 30 Metern bei einer Dominanz von lediglich 400 Metern. Die Dominanz des Heidbrinks ist allerdings beachtlich. Sie betrĂ€gt rund 31 Kilometer (bei einer Schartenhöhe von 280 Metern). Erst in dieser Entfernung gibt es mit der Langen Wand im Wesergebirge mit 320,1 m ĂŒ. NN einen um wenige Zentimeter höheren Berg. Damit ist die Dominanz des Heidbrinks sogar etwas grĂ¶ĂŸer als die der Zugspitze, die beim höchsten deutschen Berg nur 24,6 Kilometer betrĂ€gt. Das Wiehengebirge weist lediglich drei Berge mit einer Höhe von mehr als 300 Metern auf, die allesamt im SĂŒdteil der LĂŒbbecker Kernstadt liegen. Sechs weitere Berge sind höher als 280 Meter und verteilen sich entlang des östlichen Wiehengebirgskammes.

Das Wiehengebirge ist höher als die jeweils höchste Erhebung von sechs BundeslĂ€ndern: Die höchsten Berge und Höhen der LĂ€nder Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind niedriger. Auch gibt es in fĂŒnf europĂ€ischen Staaten (DĂ€nemark, Estland, Lettland, Litauen und Malta) keinen und in zwei weiteren (Weißrussland und Niederlande) nur je einen unwesentlich höheren Berg. Auch so manch außereuropĂ€isches Land weist keine höhere Erhebung auf (Bahrain, Gambia, Guinea-Bissau, Katar, Kuwait, u. a.).

In Bezug auf den höchsten Berg gibt es eine KuriositĂ€t: Aufgrund eines Vermessungs- oder Übertragungsfehlers nahm man bis in die 1960er-Jahre an, dass der Nonnenstein 325 Meter hoch und damit der höchste Berg des Wiehengebirges sei.[63] Bisweilen wurden ihm in Ă€lteren lexikalischen Werken Anfang des 20. Jahrhunderts, also in einer Zeit, wo das Vermessungswesen lĂ€ngst genaue Werte liefern konnte und die Höhe anderer Berge, wie z. B. die der Zugspitze, bereits auf den Meter genau bestimmt war, sogar eine Höhe von 336 Meter angedichtet.[64] TatsĂ€chlich ist der Nonnenstein jedoch nur 274 Meter hoch, also 51 bzw. 62 Meter niedriger als damals angenommen und auch augenscheinlich niedriger als der Heidbrink. Der Mythos des Nonnensteins als höchster Berg scheint bisweilen bis in die Gegenwart ĂŒberlebt zu haben. So versteigt sich der Fremdenverkehrsverband des Kreises Herford beim verstĂ€ndlichen Lobgesang ĂŒber eine kreisangehörige Gemeinde zum Beispiel zu der Aussage: „Einen Ausflug zum Nonnenstein sollten Rödinghausens Besucher nicht versĂ€umen. Der historische Aussichtsturm steht auf einer der höchsten Erhebungen des Wiehengebirges“.[65] Zwar ist die Aussage relativiert und damit nicht unwahr, man meint aber fast herauslesen zu können, dass der Rödinghauser Berg, Messung hin oder her, eigentlich immer noch der höchste Berg sei. Zum Teil wird diese Fehler so hartnĂ€ckig tradiert, dass diese Fehlinformation sich bisweilen noch in neuester Literatur findet.[66]

Im Osten sind die Erhebungen mit dem Wittekindsberg bis 294,2 m und mit dem westlichsten Berg des Wiehengebirges, der Schleptruper Egge, nur noch 148 m hoch. Zu den Bergen bzw. Erhebungen des Wiehengebirges in West-Ost-Richtung betrachtet gehören:

Höhe des jeweils höchsten Bergs in Fettdruck; Höhe in Meter ĂŒber Normalnull

Bezeichnung Höhe Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung
Larberger Egge 82 m Bramsche westlichster AuslĂ€ufer des Wiehengebirges[67]
Schleptruper Egge 148 m Bramsche mit Sendeanlage; sĂŒdöstlich Bramsche-Schleptrup
Kalkrieser Berg
auch: „Schmittenhöhe“
157 m Bramsche mit nahem Schloss Barenaue; nördlich Bramsche-Engter
Venner Egge 158 m Ostercappeln bei Ostercappeln-Vehrte
Stenshöhe 149 m Belm mit dem SĂŒntelstein
Eickener Egge 206 m Melle mit Aussichtsturm „Ottoshöhe“; nordöstlich von Melle
Oldendorfer Berg 219 m Melle mit Sternwarte Melle; in Melle-Oberholsten
Diedrichsberg
(Meller Berge)
220 m Melle mit Diedrichsburg; in Melle-Oldendorf
Hesterbrink 234 m Melle höchste Erhebung von Melle und Hunte-Quelle; in Melle-Oldendorf
Sonnenbrink 177 m Bad Essen mit „Sonnenbrinkturm“ (Fernmeldeturm mit Aussichtsplattform); sĂŒdwestlich von Bad Essen
Linner Berg 181 m Bad Essen mit „Naturdenkmal SaurierfĂ€hrten“; sĂŒd-sĂŒdwestlich Bad Essen Linne
Kleiner Kellenberg 161,4 m Bad Essen mit „DinosaurierfĂ€hrten von Barkhausen“; sĂŒd-sĂŒdöstlich Bad Essen-Barkhausens
Großer Kellenberg 211 m Melle mit nahem GrĂŒnen See; nordöstlich von Melle-Buer
Steinbrink 135,6 m Bad Essen sĂŒdlich Bad Essen Lintorf
Schwarzer Brink 211 m Bad Essen sĂŒdlich Bad Essen Dahlinghausen
Egge 198 m Preußisch Oldendorf mit Wiehenturm; sĂŒdwestlich der Altstadt von Preußisch Oldendorf
Offelter Berg 178 m Preußisch Oldendorf sĂŒdlich Preußisch Oldendorf-Offelten
Limberg 190 m Preußisch Oldendorf mit restaurierter Anlage der Burg Limberg; nordöstlich Preußisch Oldendorf-Börninghausen
Nonnenstein, frĂŒher
„Rödinghauser Berg“
274 m Rödinghausen/Preußisch Oldendorf mit „Aussichtsturm auf dem Nonnenstein“; nordwestlich Rödinghausen
Maschberg 190 m Rödinghausen/Preußisch Oldendorf nördlich Schwenningdorf
Donoer Berg 243 m Rödinghausen nördlich von Bieren-Dono
Glösinghauser Berg 289 m Preußisch Oldendorf östlich von Preußisch Oldendorf-Glösinghausen
Altes Verbrenn 291,1 m Preußisch Oldendorf östlich von Preußisch Oldendorf-Glösinghausen
Babilonie 255 m LĂŒbbecke mit Kulturdenkmal Wallburg; sĂŒdlich LĂŒbbecke-Obermehnen
Blasheimer Berg 287,8 m LĂŒbbecke mit Schierecks Tempel; sĂŒdlich LĂŒbbecke-Obermehnen
Kahlewart ca. 240 m HĂŒllhorst nördlich HĂŒllhorst-Oberbauerschaft; mit FreilichtbĂŒhne Kahle Wart
Breitenbrink 287 m HĂŒllhorst nördlich HĂŒllhorst-Oberbauerschaft
Wurzelbrink 318 m LĂŒbbecke mit Aussichtsturm „Wartturm“; sĂŒdlich LĂŒbbecke
Kniebrink 315 m LĂŒbbecke sĂŒdlich LĂŒbbecke
Meesenkopf 225,8 m LĂŒbbecke sĂŒdlich LĂŒbbecke
Reineberg 276 m LĂŒbbecke mit Resten der Ruine Reineburg; sĂŒdlicher „Hausberg“ LĂŒbbecke
Heidkopf 272,6 m LĂŒbbecke nördlich HĂŒllhorst/Ahlsen-Reineberg
Heidbrink 319,6 m HĂŒllhorst nördlich HĂŒllhorst-Ahlsen-Reineberg
Straußberg 275,5 m LĂŒbbecke sĂŒdlich LĂŒbbecke
Gehlenbecker Berg 275 m LĂŒbbecke mit beeindruckendem Eichenbestand in GipfelnĂ€he; sĂŒdlich LĂŒbbecke-Gehlenbeck
Eilhauser Berg kein Gipfel LĂŒbbecke sĂŒdwestlich LĂŒbbecke-Eilhausen
Nettelstedter Berg 288 m LĂŒbbecke sĂŒdwestlich LĂŒbbecke-Nettelstedt
Schnathorster Berg
auch Eickhorster Berg
246,6 m HĂŒllhorst nördlich Schnathorst
Bröderhauser Berg
auch LĂŒbber Berg
251,2 m Hille bei Hille-OberlĂŒbbe; in der NĂ€he OberlĂŒbber Bergsee
Elfter Kopf 233 m Bad Oeynhausen westlich WallĂŒcke
Bergkirchener Kopf 255,4 m Bad Oeynhausen östlich WallĂŒcke, nordwestlich Bergkirchen mit Nebengipfel Buchenkopf nördlich davon
Haddenhauser Berg 261,3 m Bad Oeynhausen nördlich Volmerdingsen
Lutternsche Egge 256 m Minden sĂŒdlich Luttern
Eidinghauser Berg 247 m Bad Oeynhausen nördlich Bad Oeynhausen-Eidinghausen
HĂ€verstĂ€dter Berg 269,6 m Minden sĂŒdlich HĂ€verstĂ€dt
Wittekindsberg 294,2 m Porta Westfalica u. a. mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Moltketurm und Wittekindsburg; westlich der Porta Westfalica

SehenswĂŒrdigkeiten

Der Wartturm auf dem Wurzelbrink
Die Burgruine Limberg
Die Wittekindsburg auf dem Kamm des Gebirges auf der Höhe von Minden-HÀverstÀdt
Die Wolfsschlucht im Jahre 1920 am Wittekindsberg

Zu den grĂ¶ĂŸten SehenswĂŒrdigkeiten des Wiehengebirges zĂ€hlt neben der Natur und der Landschaft selbst vor allem das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica. Vom Denkmal kann man weit in das Norddeutsche Tiefland blicken. Bei Kalkriese befindet sich einer der vermuteten Orte der Varusschlacht. Im Gebirge finden sich außerdem zahlreiche weitere AussichtstĂŒrme, DenkmĂ€ler, archĂ€ologische StĂ€tten und andere touristische Anziehungspunkte, die im Folgenden aufgezĂ€hlt werden. In den Meller Bergen liegt der 200 Hektar große Wildpark Diedrichsburg ⊙52.2323738.351326.

ArchÀologische StÀtten und NaturdenkmÀler

SĂŒdsĂŒdwestlich und unweit von Bad Essen-Barkhausen befindet sich zwischen Linner Berg im Nordwesten und Kleinem Kellenberg im SĂŒdosten das „Naturdenkmal SaurierfĂ€hrten“ ⊙52.2783338.413889, wo in einem ehemaligen Steinbruch etwa 150 Mio. Jahre alte Dinosaurier-FĂ€hrten zu sehen sind. An diesem Fundort gibt es Sauriernachbildungen, Informationstafeln und einen 16 km langen Dinosaurier-Rundwanderweg. Die Spuren stammen vom Elephantopoides barkhausensis und vom Megalosauropus teutonicus.

Im niedersĂ€chsischen Teil des Gebirges, in der Fundregion Kalkriese⊙52.40758.13 bei Bramsche-Kalkriese, soll im Jahr 9 n. Chr. die Varusschlacht stattgefunden haben.[68]

Die Schwarzkreidegrube⊙52.3491698.162092 ist ein Naturdenkmal am nordöstlichen Rand des Belmer Gemeindeteils Vehrte.[69] Sie gilt als in Deutschland einzigartig. Der Name ist insofern verwirrend, da es sich bei dem Material nicht um Kreide, sondern um ein völlig kalkfreies Material handelt, dass jedoch aufgrund seines hohen Kohlenstoffgehaltes schwarz gefĂ€rbt ist.

FĂŒr alle sichtbaren Architekturteile des Kaiser-Wilhelm-Denkmals wurde Porta-Sandstein aus dem in der NĂ€he gelegenen Steinbruch „Wolfsschlucht“ verwendet. Die Steine aus diesem Bruch besitzen grobes Korn bei graubrauner, etwas grĂŒnlich schimmernder FĂ€rbung. HĂ€ufig treten zusĂ€tzlich dunkle Streifen infolge starken Eisengehalts auf. Die dem Regen ausgesetzten SandsteinflĂ€chen wurden zur besseren WitterungsbestĂ€ndigkeit mit Testalin getrĂ€nkt.

Daneben gibt es BodendenkmÀler die im folgenden Kapitel erwÀhnt werden.

Burgen

Im Wiehengebirge finden sich noch etliche Reste der sogenannten Wittekindsburgen, Befestigungsanlagen aus der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Sachsen und Franken Ende des 8. Jahrhunderts. Folgende Burgen, HerrenhĂ€user und Schlösser oder Ruinen eben solcher befinden sich im oder unmittelbar am Fuß des Wiehengebirges (von Ost nach West geordnet):

Bezeichnung Berg/Gebirgsteil Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung
Gut Wedigenstein Wittekindsberg Porta Westfalica
Wittekindsburg Wittekindsberg Porta Westfalica abgegangene Fliehburg mit Ruine der Kreuzkirche
Dehmer Burg HÀverstÀdter Berg Bad Oeynhausen abgegangene Wallburg aus der vorrömischen Eisenzeit in Dehme
Burg Reineberg Reineberg LĂŒbbecke abgegangene Burg
Meesenburg Meesenkopf LĂŒbbecke nur Bodendenkmal
Gut Obernfelde beim Wurzelbrink LĂŒbbecke am Gebirgsfuß gelegen
Babilonie Babilonie LĂŒbbecke La-TĂšne-zeitliche Wallanlage, Bodendenkmal
Limburg Limberg Preußisch Oldendorf Ruine, einst Amtsburg in der Grafschaft Ravensberg
Schloss Ostenwalde Meller Berge Melle mit Orangerie
Diedrichsburg Meller Berge Melle inmitten Saupark
Schnippenburg - Ostercappeln Ringwallanlage, Bodendenkmal[70]
Alt Barenaue nahe Kalkrieser Berg Bramsche Wasserburg

DenkmÀler

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Die bekanntesten DenkmÀler im Wiehengebirge sind:

Bezeichnung Berg/Gebirgsteil Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung Koordinaten
Bismarck-FeuersĂ€ule Nonnenstein Rödinghausen/Preußisch Oldendorf 52° 15â€Č 51″ N, 8° 29â€Č 3″ O52.26418.484267
Kaiser-Wilhelm-Denkmal Wittekindsberg Porta Westfalica 52° 14â€Č 43″ N, 8° 54â€Č 19″ O52.24548.9053

AussichtstĂŒrme

Auf zahlreichen Bergen wurden AussichtstĂŒrme errichtet:

Bezeichnung Berg/Gebirgsteil Kommune Anmerkung / Lagebeschreibung Koordinaten
Turm im Park Kalkriese beim Kalkrieser Berg Bramsche 40 Meter hoher Aussichtsturm 52° 24â€Č 23″ N, 8° 7â€Č 47″ O52.4064228.129737
Sonnenbrinkturm Sonnenbrink Bad Essen Fernmeldeturm mit Aussichtsplattform auf 18 Meter Höhe 52° 18â€Č 51″ N, 8° 19â€Č 38″ O52.3142228.327167
Ottoshöhe Meller Berge Melle 29 Meter hoher Holzturm 52° 13â€Č 34″ N, 8° 21â€Č 52″ O52.2259928.364458
Nonnenstein Nonnenstein Rödinghausen/Preußisch Oldendorf 14 Meter hoher Steinturm 52° 15â€Č 51″ N, 8° 29â€Č 3″ O52.26418.484267
Wiehenturm Egge Preußisch Oldendorf Holzturm mit Aussicht auf das Eggetal 52° 17â€Č 21″ N, 8° 27â€Č 53″ O52.2892928.464625
Wartturm Wurzelbrink LĂŒbbecke Steinturm mit Blick auf das Ravensberger Land 52° 16â€Č 58″ N, 8° 36â€Č 54″ O52.2828858.615078
Moltketurm Wittekindsberg Porta Westfalica Steinturm mit 13,9 Meter Höhe 52° 14â€Č 49″ N, 8° 53â€Č 26″ O52.2469568.890553

MilitÀrische Objekte

Einige militĂ€rische Einrichtungen befanden sich unmittelbar am oder im Wiehengebirge. Bei Preußisch Oldendorf lag unmittelbar am Waldrand das mittlerweile einer zivilen Nutzung zugefĂŒhrte Korpsdepot 155, wo unter anderem das Material fĂŒr das JĂ€gerbataillon 76 und das Feldersatzbataillon 130 der Bundeswehr eingelagert war. Das unter den volkstĂŒmlichen Bezeichnungen Das GelĂ€nde oder LTL bekannte Lufttanklager wurde ab 1939 errichtet.[71] Eine erste zivile Nutzung der dafĂŒr geschaffenen Infrastruktur mit Wasserwerk, Transformatorenstation und Ölhafen am Mittellandkanal in den Stadtteilen Harlinghausen und Getmold erfolgte bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Im erweiterten Sinne darf hier das idyllisch in der Oldendorfer Schweiz gelegene Waldschwimmbad erwĂ€hnt werden.

Bei Bad Essen waren im Wald des Wiehengebirges Teile einer niederlĂ€ndische Nike-Flugabwehrraketenstellung stationiert. Dort befanden sich die Auffahrrampen und BetongerĂŒste zur Aufnahme der mobilen Radaranlagen. Das eigentliche RaketenabschussgelĂ€nde (Launch Area) war einige Kilometer nördlich gelegen. [72]

Tourismus

Bedeutung des Fremdenverkehrs am Wiehengebirge

Der Luftkurort Rödinghausen am SĂŒdhang des Wiehengebirges
Der Luftkurort Bad Holzhausen wirbt in seinem Logo mit einer stilisierten Darstellung des Wiehengebirges und des Nebenhöhenzuges der Egge

Das Wiehengebirge gehört auf den ersten Blick zu den weniger bekannten Mittelgebirgen Deutschlands. Der Höhenzug steht teilweise im Schatten des bekannteren Teutoburger Waldes und wird geographisch nicht korrekt bisweilen sogar als dessen Nebenhöhenzug bezeichnet. In vielen WanderfĂŒhrern findet sich der Wiehen, wenn ĂŒberhaupt, lediglich als kleingedrucktes Unterkapitel zum Buchtitel „Teutoburger Wald“. Sachlich gibt es wenig GrĂŒnde fĂŒr diese Hintenanstellung. Die BerĂŒhmtheit des Osnings aufgrund der namensgebenden Schlacht am Teutoburger Wald wurde, wie ausgefĂŒhrt, vor der Geschichte erschlichen. Und auch den fraglichen Titel des „lĂ€ngsten Höhenzuges Deutschlands“ könnte zumindest das „Gehn-Wiehen-Weser-SĂŒntelgebirge“ dem Osning objektiv streitig machen. Selbst die Berge sind im Teutoburger Wald, abgesehen von dessen sĂŒdlichstem Zipfel, den man genauso gut bereits zum Eggegebirge rechnen könnte, nicht signifikant höher als im Wiehen.

Dennoch ist der Fremdenverkehr fĂŒr das Wiehengebirge bzw. die Orte und Regionen an seinem Fuße bedeutsam. Es gibt viele Kurorte, die auf den Fremden als Gast zielen. Staatlich anerkannte Luftkurorte sind Bad Holzhausen, Börninghausen und Rödinghausen. Bad Oeynhausen am SĂŒdhang des östlichen Wiehengebirges ist ein bekanntes Thermalbad; Bad Essen im Westwiehengebirge und Melle können jeweils eine Sole aufweisen.[73] Aber auch in vielen Dörfern und StĂ€dten, die nicht reine Fremdenverkehrsorte sind, gibt es zahlreiche Pensionen und Hotels, die u. a. mit der Natur- und WaldnĂ€he werben und ĂŒberzeugen können.[74][75] In einem einschlĂ€gigen ReisefĂŒhrer heißt es: „Die Landschaft [des Wiehengebirges] bietet optimale Voraussetzungen zum Wandern, Radfahren und Entspannen.“[76] In einigen Orten, wie zum Beispiel in Bad Holzhausen, haben sich die Urlauberzahlen seit den 1970er-Jahren nahezu verdoppelt.[77]

Wintersport

Aufgrund der geringen Höhe und der daraus resultierenden relativ milden Wintertemperaturen ist das Wiehengebirge keine ausgesprochene Wintersportregion, obschon die HĂ€nge des östlichen Gebirgsteiles bei hinreichender Schneedecke sicherlich kurze Abfahrten ermöglichen könnten. Gespurte Loipen oder gar Skilifte, wie es sie im nahen, kaum höheren und Ă€hnlich schneesicheren Deister gibt,[78] sind nicht vorhanden, obschon das Gebirge ein gewisses Potential fĂŒr den Langlauf bietet. So wird im FlĂ€chennutzungsplan fĂŒr die Stadt LĂŒbbecke festgestellt: „Einige Wege [des Wiehengebirges] können auch im Winter zum Skilanglauf genutzt werden“[79] Immerhin ist das Gebirge ein beliebtes Ziel fĂŒr Rodeln und Schlittenwandern, dem man hier auf steilen Wiesen und Waldwegen frönen kann, teilweise ungestörter und freier als in den vermeintlich klassischen Wintersportgebieten, wo Schlitten auf gespurten Strecken und gewalzten Pisten nicht immer willkommen sind. Attraktiv ist das Gebirge bei entsprechender Schneeauflage auch deshalb, weil es fĂŒr große Bereiche des norddeutschen Raumes das nĂ€chste und am schnellsten zu erreichende Mittelgebirge darstellt.

Sport im Sommer

Im Sommer wird im Wiehengebirge vor allem gewandert. Seit einigen Jahren wird auch Nordic Walking vermehrt betrieben. Auf mehreren Seen in GebirgsnĂ€he, z. B. im Großen Weserbogen, wird vielfĂ€ltiger Wassersport betrieben. Der nahe Mittellandkanal bietet gute Möglichkeiten zum Rudern. Auf dem Alfsee bei Bramsche ist Wasserski möglich.

Im östlichen Wiehengebirge unweit des HĂ€verstĂ€dter Berges gibt es eine Rampe fĂŒr das Drachenfliegen. In Ahlsen-Reineberg werden Heißluftballonfahrten und wenig weiter in Schnathorst auch Gleitschirmfliegen angeboten.

Das Wiehengebirge hat sich in den vergangenen Jahren zu einem sehr guten Mountainbike-Revier entwickelt. Obschon das Gebirge vergleichsweise niedrig ist, bietet vor allem der östliche Teil zwar kurze, aber vergleichsweise anspruchsvolle Streckenabschnitte.[80]] So findet z. B. in Bad Essen im FrĂŒhjahr regelmĂ€ĂŸig die „Monte-Saurus Mountainbike-Tour“ statt, eine dreitĂ€gige Mountain-Bike-Tour im Wiehengebirge.

Eher lokale Bedeutung hat das Gebirge fĂŒr Jogger. Aufgrund der Steigungen auf Waldwegen ist allerdings ein Intervalltraining allein schon aufgrund der Topografie bei entsprechender Auswahl der Laufstrecke garantiert. Im Bereich bei LĂŒbbecke ist es problemlos möglich, bei normalem Lauftempo und gezielter Streckenauswahl innerhalb von zwei Stunden rund 800 Höhenmeter zu absolvieren. Hier findet der mittlerweile traditionelle Wartturmlauf statt. Dieser Volkslauf beginnt und endet im Juni jedes Jahres in der Innenstadt von LĂŒbbecke, hat den Wartturm auf dem Wurzelbrink als Wendemarke, ist 13,9 Kilometer lang und insgesamt 346 Höhenmeter mĂŒssen bewĂ€ltigt werden.

Das Gebirge ist bevorzugtes Revier fĂŒr den Orientierungslauf. Weite Bereiche des Bergwaldes sind entsprechend kartographisch durch so genannte O-Laufkarten erfasst. Örtliche Sportvereine bieten regelmĂ€ĂŸig WettkĂ€mpfe in dieser Sportart an.

Auch Klettern kann im Wiehengebirge betrieben werden. Das Kletterrevier Wiehengebirge gilt aber als sehr kleines Kalk-Klettergebiet von nur lokaler Bedeutung und reicht damit nicht an die Bedeutung der Klettergebiete der östlich und sĂŒdlich angrenzenden HöhenzĂŒge des Weserberglandes heran.[81] Die einzelnen zum Klettern geeigneten Bereiche sind die SteinbrĂŒche im östlichen Wiehengebirge. Es gibt zwar auch ganz vereinzelt natĂŒrliche Felsen im Wiehengebirge, diese sind aber zu klein, als dass sie sich fĂŒr den Klettersport auch nur ansatzweise eignen könnten.

Wandern

In erster Linie ist das Wiehengebirge aber Wanderrevier. Auf dem Wittekindsweg lĂ€sst sich der Höhenzug auf seinem Gebirgskamm komplett und innerhalb des Waldes durchwandern, wobei man immer in kurzer Zeit einen Gasthof oder eine Herberge in einer der Ortschaften am Gebirgsfuß erreichen kann. Die bewaldeten Höhen des Wiehengebirges bieten mit maximal 320 Metern Höhe zwar keine echte Herausforderung fĂŒr GipfelstĂŒrmer, sind dafĂŒr aber Garant fĂŒr individuelle Erlebnisse mit viel Erholungswert ganz ohne Leistungsdruck. Allein elf Fernwanderwege beginnen und enden am Kaiser-Wilhelm-Denkmal und durchqueren von hier die HĂ€nge des Weser- und Wiehengebirges.[82] Dieser Kammweg ĂŒber das Wiehengebirge, der Wittekindsweg, ist ein TeilstĂŒck des EuropĂ€ischen Fernwanderweges E 11 und gilt als Klassiker unter den Wanderwegen im Nordwesten Deutschlands. Seit ungefĂ€hr 100 Jahren wird dieser 95 Kilometer lange Weg zwischen dem historischen Rathaus OsnabrĂŒcks und der Porta Westfalica an der Weser erwandert. Der Weg liegt stets abseits vom Verkehr, wobei wichtige Verkehrswege in Bergeinschnitten das Gebirge kreuzen. Ortschaften wie Engter, Ostercappeln, Bad Essen oder Bergkirchen werden nur am Rande berĂŒhrt.[83] Im Wiehengebirge sind sehr viele und ganzjĂ€hrig frei zugĂ€ngliche WetterschutzhĂŒtten vorhanden, die an den wichtigen Wanderwegen platziert sind und dem Wandersmann bei plötzlichen Wetterunbilden Schutz gewĂ€hren. Einige dieser HĂŒtten tragen Namen (Glösinghauser HĂŒtte, HeidbrinkhĂŒtte, FliegerquellenhĂŒtte, u. v. a.). SĂ€mtliche HĂŒtten sind in einschlĂ€gigen Wanderkarten verzeichnet.

Landwirtschaft

Landwirtschaft im Wiehengebirge scheint sich auf den ersten Blick per se auszuschließen, da die Grenzen des Gebirges sich weithin mit der Waldgrenze definieren. Die angrenzenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiete werden im SĂŒden zur Ravensberger Mulde, im Norden zum LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland, aber eben nicht mehr zum eigentlichen Wiehengebirge gerechnet. Gleichwohl gibt es bei nĂ€herer Betrachtung Acker- und GrĂŒnlandflĂ€chen, die keiner der genannten benachbarten Teillandschaften zugeordnet werden können und echter Bestandteil des Wiehengebirges sind. Am stichhaltigsten ist dies bei den Talungen des westlichen Wiehengebirges, wie zum Beispiel beim Eggetal. Es fĂ€llt auf, dass dank der fĂŒr ein Mittelgebirge gĂŒnstigen klimatischen Bedingungen im Wiehengebirge der Ackerbau und nicht wie in höheren Mittelgebirgen die Weidewirtschaft die entscheidende Rolle spielt. GĂŒnstig fĂŒr den Ackerbau sind auch die Böden, die, zumindest in genannten TĂ€lern, den guten Böden des LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸlandes bzw. des Ravensberger Landes gleichen. Im genannten Eggetal hat auch der Anbau von Obst, trotz RĂŒckgangs wĂ€hrend der letzten Dekaden, eine gewisse Bedeutung: In den 1970er-Jahren standen auf 25 Hektar rund 40.000 ObstbĂ€ume. Aufgrund des Generationswechsels kam es spĂ€ter teilweise zur Aufgabe dieses Erwerbszweiges und 1993 konnten nur noch 10.000 ObstbĂ€ume auf 7 Hektar gezĂ€hlt werden. Seither ist der Obstanbau weiter rĂŒcklĂ€ufig, einige Plantagen am SĂŒdhang des Limbergsattels bestehen allerdings noch.

Forstwirtschaft

Der Wald des Wiehengebirges wird in Nordrhein-Westfalen durch das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe betreut. Im Rahmen der hoheitlichen Aufgaben ĂŒberwachen die RegionalforstĂ€mter die Einhaltung der forstgesetzlichen Bestimmungen und sind teils federfĂŒhrend, teils mitwirkend an allen den Wald betreffenden Planungen beteiligt. Der westfĂ€lische Teil des Wiehengebirges, der im Wesentlichen die WĂ€lder des östlichen Wiehengebirges umfasst, wird hierbei forstwirtschaftlich zum Bereich Minden gezĂ€hlt. Die WaldflĂ€che des Wiehengebirges einschließlich seiner NebenhöhenzĂŒge betrĂ€gt rund 16.000 Hektar, wovon das Gros mit rund 12.000 bis 14.000 Hektar auf das westliche Wiehengebirge, also westlich der Großen Aue, entfĂ€llt. Eine genaue Festlegung der ForstflĂ€che fĂ€llt schwer, je nachdem, ob man vorgelagerte WaldflĂ€chen mit oder nicht mit dazu rechnet. Die Feststellung der deutlich kleineren WaldflĂ€che des westlichen Wiehengebirges fĂ€llt aufgrund der nicht vorhandenen NebenhöhenzĂŒge bestimmter aus: Sie betrĂ€gt 3.500 Hektar.

Durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen wurden fĂŒr das Wuchsgebiet Weserbergland, zu dem der westfĂ€lische Teil des Gebirges zĂ€hlt, folgende Daten veröffentlicht:[84]

  • Laubwald: 63.100 ha
  • Nadelwald: 37.000 ha
  • Baumarten: Eiche, 9 %, Buche 38 %, sonst. Laubholz 17 %, Kiefer 5 %, Fichte 27 %, sonstiges Nadelholz 5 %
  • Waldeigentum: Bund 1 %, Land 13 %, Körperschaft 32 %, Privat 54 %
  • Vorrat pro Hektar: 327 Vorratsfestmeter
  • Zuwachs pro Hektar: 12,1 Vorratsfestmeter

Es ist davon auszugehen, dass die VerhĂ€ltnisse im Teilbereich Wiehengebirge aufgrund der nicht grundverschiedenen klimatischen und kulturhistorischen Gegebenheiten Ă€hnlich sein dĂŒrften. Das gilt zum Beispiel fĂŒr das aufgezeigte VerhĂ€ltnis 63 % Laubwald zu 37 % Nadelwald, das im Wiehengebirge in etwa gleich sein dĂŒrfte. Mit einem jĂ€hrlichen Zuwachs von 12 Vorratsfestmeter pro Hektar liegt das Wiehengebirge deutlich ĂŒber dem Bundesdurchschnitt, der nur bei 8,7 Vfm pro Hektar liegt.[85] Dieses Ergebnis ist um so bemerkenswerter, wenn man sich den hohen Anteil an Laubwald ins GedĂ€chtnis ruft, denn Nadelgehölz ist im allgemeinen ertragreicher. Die hohe ProduktivitĂ€t ist einerseits mit der vergleichsweise kurzen Frost- und damit langen Vegetationsperiode und andererseits mit den guten BodenverhĂ€ltnissen zu begrĂŒnden. Aber abiotische Faktoren reichen nicht aus, um die außerordentliche ProduktivitĂ€t zu erklĂ€ren. Sicherlich spielen hier auch biotische Faktoren, also das gesunde Ökosystem, und kulturelle Faktoren wie die Art der Bewirtschaftung eine entscheidende Rolle.

Geschichte der Forstwirtschaft im Wiehengebirge

Das Weserbergland wurde ausgehend von den FlusstĂ€lern schon frĂŒh besiedelt. Seit dem frĂŒhen Mittelalter nahm die Zahl der Siedlungen und damit auch die Waldrodung und Nutzung des Waldes (u. a. Holzlieferant, Weide) zu. Mit der steigenden Bevölkerungszahl nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg und in der Periode des Merkantilismus stieg die Nutzung der Landschaft und der WĂ€lder weiter. Die WĂ€lder hatten unter anderem Bauholz, Schiffseichen, Brennholz, Holzkohle, Streu und Pottasche fĂŒr GlashĂŒtten zu liefern und wurden auch noch als WeideflĂ€chen fĂŒr die zahlreichen Haustiere beansprucht. Ende des 18. Jahrhunderts hatten diese intensiven Nutzungen auf weiten FlĂ€chen zu einer WaldverwĂŒstung und Devastierung gefĂŒhrt. Auch wenn im Wiehengebirge die Ausmaße der VerwĂŒstung nicht so dramatisch waren, wie zum Beispiel im Eggegebirge, wo basenarme Braunerden auf Kreidesandsteinen sich zu ausgeprĂ€gten Podsolen mit einem bis zu 0,5 Meter mĂ€chtigen (Auswaschungs-) Ae-Horizont entwickelten, war dieses nicht frei von diesen negativen Folgen. Erst durch die Nutzung der Steinkohle zur Energiegewinnung, die Ablösung der Weide- und Mastberechtigungen und die EinfĂŒhrung einer geregelten Forstwirtschaft als Hochwaldbetrieb Anfang des 19. Jahrhunderts fand eine Verbesserung des Waldzustandes statt. Dabei wurden große Teile der ehemals devastierten und verheideten FlĂ€chen mit Nadelhölzern aufgeforstet, da sie auf diesen FlĂ€chen leichter anwuchsen und Produkte aus diesen WĂ€ldern (u. a. Weihnachtsbaum, Bohnenstange, Bauholz) begehrt waren und gut bezahlt wurden. Daraus resultiert der vergleichsweise geringe, aber mit rund einem Drittel heute doch bedeutsame Anteil an reinen NadelholzbestĂ€nden im Wiehengebirge. In Gebieten, in denen die gemeinschaftlichen Marken real geteilt wurden, wie z. B. in besonderer Weise im Wiehengebirge, entstanden kleinparzellierte WĂ€lder, die ĂŒberwiegend im Stockausschlagbetrieb genutzt wurden. Seit Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts werden große Anstrengungen unternommen, Buchen und andere Laubhölzer in NadelholzbestĂ€nde einzubringen, um sie zu stabilen, leistungsstarken MischbestĂ€nden zu entwickeln.[86]

Forstwirtschaft im Bereich Minden

Holzstoß nahe dem Reineberg bei LĂŒbbecke mit Markierungen

Die WaldflĂ€che des Wiehengebirges des Bereiches Minden betrĂ€gt rund 4.570 Hektar, denn außer den 3.520 Hektar des östlichen Wiehengebirges gehören noch 650 Hektar im Bereich der Egge und rund 400 Hektar um den Rödinghauser Berg zu Westfalen. AufgeschlĂŒsselt nach den beiden Landkreisen gehören knapp 280 Hektar zum Kreis Herford und der große Rest von rund 4.290 Hektar zum Kreis Minden-LĂŒbbecke. Der Holzzuwachs im Wiehengebirge ĂŒbersteigt die jĂ€hrlichen Nutzungen. Dies bestĂ€tigen die Landeswald- und verschiedene Betriebsinventuren. So entstehen Holzreserven, die den Vorrat in den WĂ€ldern ansteigen lassen wĂ€hrend die notwendige Waldpflege vernachlĂ€ssigt bleibt.[87] Da die Region Minden insgesamt zu einem vergleichsweise gering bewaldeten Bereich gehört, wird seitens des Forstamtes einer Waldrodung nur in wirklich unumgĂ€nglichen FĂ€llen zugestimmt, wobei immer eine Ersatzaufforstung verlangt wird, um die Funktionen des Waldes zu erhalten. WĂ€hrend es sich bei anderen großen Waldgebieten im Mindener Land großteils um StaatswĂ€lder handelt (Staatsforst Minden, Pohlsche Heide, u. a.) dominiert im Wiehengebirge der Privatwald.[88] Die durchschnittliche WaldflĂ€che betrĂ€gt im Privatwald lediglich 1,2 ha, wobei Kleinbetriebe unter 1 ha WaldflĂ€che, dies gilt in besonderer Weise fĂŒr das Wiehengebirge, keine Seltenheit sind. Exemplarisch dafĂŒr seien hier die VerhĂ€ltnisse der Gemarkung Börninghausen aufgezeigt, die eine ForstbetriebsflĂ€che von 234 Hektar aufweist. Die WaldflĂ€che stand im Jahre 1971 im Eigentum von 127 Einzelbetrieben, deren GrĂ¶ĂŸen sich zwischen 0,09 und 23,83 Hektar bewegten.[89] Diese Kleinstparzellierung geht auf das Jahr 1771 zurĂŒck,[90] als die bis dahin gemeinschaftlich genutzten Markwaldungen auf einzelne Besitzer aufgeteilt wurden. Die frĂŒher praktizierte Brenn- und Bauholznutzung hat in dieser Region typische Wald- und Bewirtschaftungsformen hinterlassen. Die WaldbestĂ€nde weisen vielfach durch die Nieder- und Mittelwaldwirtschaft eine mindere QualitĂ€t auf. Um die Strukturnachteile auszugleichen, sind im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe 30 forstliche ZusammenschlĂŒsse gegrĂŒndet worden. Somit lassen sich durch ein besitzĂŒbergreifendes Vorgehen die Bewirtschaftung und Pflege des Waldes bis hin zur Holzvermarktung effektiver gestalten.[91]

In diesem nahezu geschlossenen Waldgebiet dominieren BuchenmischwĂ€lder, aber auch Fichten und LĂ€rchen wurden einige Jahrzehnte lang angebaut. An Sonderstandorten finden sich noch zahlreiche immer seltener werdende Waldgesellschaften, wie z. B. WĂ€lder auf Blockstandorten mit Bergulme oder Orchideen-BuchenwĂ€lder mit Elsbeere. Im Bereich Minden werden jĂ€hrlich etwa 35.000 Kubikmeter Holz geschlagen und vermarktet. 60 % dieses Holzes wird in SĂ€gewerken weiterverarbeitet, aus den restlichen 40 % werden Spanplatten und Papier hergestellt. Auch Brennholz wird wieder zunehmend vermarktet. Bedingt durch großflĂ€chige Aufforstungen nach 1945 sind viele WĂ€lder des Bereichs Minden, also auch im östlichen Wiehengebirge, vergleichsweise einförmig. In diesen jungen bis mittelalten, meist dichten BestĂ€nden kommt der Bestandspflege besondere Bedeutung zu. Durch frĂŒhzeitige Durchforstungen wird der Zuwachs der BestĂ€nde auf die vitalsten und wertvollsten BĂ€ume gelenkt. Gleichzeitig wird die ökologische QualitĂ€t des Waldes erhöht, da durch den vermehrten Lichteinfall die Umsetzung des Humus verbessert wird und sich die natĂŒrliche Bodenvegetation entwickeln kann. Seltene Mischbaumarten wie beispielsweise der Spitzahorn oder die Elsbeere werden im Zuge von Durchforstungen besonders gefördert. Ein sorgfĂ€ltig geplantes, festgelegtes und konsequent eingehaltenes Feinerschließungsnetz verhindert, dass die Waldböden durch flĂ€chiges Befahren verdichtet werden.

Forstamt OsnabrĂŒck

Der Privatwald und Körperschaftswald des niedersĂ€chsischen Teils des Gebirges, also im Wesentlichen das westliche Wiehengebirge, wird vom Forstamt OsnabrĂŒck betreut. Dieses gehört zur Landwirtschaftskammer Weser-Ems und betreut alle Privat- und KörperschaftswĂ€lder des Landkreises OsnabrĂŒck sowie der Stadt OsnabrĂŒck und unterteilt sich in 15 Bezirksförstereien, die 6.100 private und kommunale Waldbesitzer betreuen.[92] Zwar macht der Bergwald des Wiehengebirges selbst nur einen Teil der gesamten WaldflĂ€che des OsnabrĂŒcker Landes aus, doch wird allein aus diesen Zahlen deutlich, dass kleinparzellierter Privatwald, wie im Bereich Minden, ein zentrales Wesensmerkmal auch des westlichen Wiehengebirges ist. Der auch im Wiehengebirge teilweise vorhandene Staatswald, der hier Landeswald heißt, gehört wiederum zum NiedersĂ€chsischen Forstamt Ankum, das sich ĂŒber die Landkreise OsnabrĂŒck, Emsland und Grafschaft Bentheim erstreckt und sich in acht Revierförstereien unterteilt.[93] Der Landeswald im Wiehengebirge rechnet zu den Revierförstereien Helfern, Iburg, Bohmte und Westerholte.[94] 20 % des Landeswaldes werden als Waldschutzgebiete vorrangig nach den BedĂŒrfnissen des Naturschutzes entwickelt.

GewÀsser

An der Porta Westfalica trennt die Weser das Wiehen- (links) und Wesergebirge (rechts)

Zu den FließgewĂ€ssern im bzw. nahe dem Wiehengebirge gehören:

  • Else – entsteht bei Gesmold durch Bifurkation aus der Hase, passiert das Wiehengebirge sĂŒdlich, fließt ostwĂ€rts und mĂŒndet in die Werre
  • Hunte – entsteht westlich Melle-Buers, fließt ĂŒberwiegend nordwĂ€rts und mĂŒndet in die Weser
  • Großer Dieckfluss – entsteht am Balkenkamp in Preußisch Oldendorf, fließt nordwĂ€rts, wendet sich nach westlichem Bogen nordostwĂ€rts und mĂŒndet in die Große Aue
  • Große Aue – entsteht sĂŒdlich des Wiehengebirges bei Dono, Gemeinde Rödinghausen, passiert das Gebirge nach Norden und mĂŒndet in die Weser
  • Hase – entsteht im Teutoburger Wald, passiert das Wiehengebirge westlich, fließt ĂŒberwiegend nordwestwĂ€rts und mĂŒndet in die Ems
  • Ronceva - Entspringt direkt im Wiehengebirge am Fuße des Heidbrinks, sĂŒdlich von LĂŒbbecke.
  • Werre – entsteht im Teutoburger Wald, passiert das Wiehengebirge sĂŒdöstlich, fließt ĂŒberwiegend nordwĂ€rts und mĂŒndet in die Weser
  • Weser – entsteht in SĂŒdniedersachsen bei Hann. MĂŒnden aus der Vereinigung der Fulda und der Werra, passiert das Wiehengebirge an der Porta Westfalica östlich in SĂŒd-Nord-Richtung verlaufend und ist ein in die Nordsee mĂŒndender Strom
GrĂ¶ĂŸter Wasserfall des Wiehengebirges am GrĂŒnen See

Im Bereich des Hauptkammes des Wiehengebirges gibt es nur kleinere StillgewÀsser. Zu diesen gehören:

  • GrĂŒner See – unweit nordöstlich Melle-Buers bzw. östlich des Großen Kellenbergs gelegen; mit höchstem Wasserfall des Gebirges
  • Crollager Teich – sĂŒdlich Preußisch Oldendorf-Holzhausens nahe dem Weiler Glösinghausen gelegen (Naturdenkmal)
  • OberlĂŒbber Bergsee – nordöstlich von Schnathorst, unweit des LĂŒbberberges

GrĂ¶ĂŸere Seen liegen am Rand des Gebirges:

  • Linner See - 15 Hektar großer See zwischen Wissingen und Linne (Gemeinde Bissendorf).
  • HĂŒcker Moor See - Stadt Spenge
  • Seen im Großen Weserbogen (SĂŒdlicher See, Mittlerer See) - Stadt Porta Westfalica
  • Kronensee - 36 Hektar großer See (Gemeinde Ostercappeln)
  • Alfsee - Stausee nördlich von Bramsche

Zu den KanÀlen nahe dem Wiehengebirge gehören:

  • Mittellandkanal – verlĂ€uft unweit nördlich des Wiehengebirges zwischen den StĂ€dten Bramsche und Minden in West-Ost-Richtung und ist Wasserstraßenverbindung zwischen Ems im Westen und Elbe im Osten
  • Stichkanal OsnabrĂŒck – verlĂ€uft unweit westlich des Wiehengebirges zwischen den StĂ€dten OsnabrĂŒck und Bramsche in SĂŒd-Nord-Richtung und ist Wasserstraßenanbindung des OsnabrĂŒcker Hafens im SĂŒden an den Mittellandkanal im Norden

Ortschaften

Einzige Ortschaft auf dem Hauptkamm des östlichen Wiehengebirges ist das Dorf Bergkirchen, hier auf einer Fotografie des Jahres 1909
Die Wiehengebirgsgemeinden in den Kreisen OsnabrĂŒck, Herford und Minden-LĂŒbbecke sowie die Stadt OsnabrĂŒck (Die Kommunen mit Anteil am Gebirge sind farblich dunkel hervorgehoben)

OsnabrĂŒck ist die einzige Großstadt am Wiehengebirge. Einziger Ort unmittelbar auf dem Hauptkamm des Wiehengebirges ist Bergkirchen mit seiner Kirche und (einer) Wittekindsquelle. Zu den StĂ€dten und Gemeinden mit einem mehr oder weniger großen Anteil am Wiehengebirge auf deren Gebiet zwischen den StĂ€dten Porta Westfalica und Minden (sĂŒdöstlich bzw. nördlich der Porta Westfalica am Übergang zum Wesergebirge) im Osten und der Stadt Bramsche im West-Nordwesten zĂ€hlen:

Insgesamt haben diese Kommunen rund 595.000 Einwohner, wobei nur ein kleiner Teil direkt am oder gar innerhalb des Wiehengebirges wohnt, da genannte StĂ€dte und Gemeinden allesamt bisweilen weit in die Norddeutsche Tiefebene, bzw, das Ravensberger HĂŒgelland hinreinragen und dort dann in der Regel auch den Bevölkerungsschwerpunkt besitzen. Außer Bergkirchen können nur wenige Ortschaften, vornehmlich westlich der Großen Aue gelegen, den Titel im Wiehengebirge in der Weise beanspruchen, dass sie nicht nur am Rand des Höhenzuges liegen. TatsĂ€chlich im Wiehengebirge liegen die Ortschaften des Eggetals, Börninghausen, Eininghausen, BĂŒscherheide, ferner Barkhausen, Rattinghausen, die Ortschaft Ostercappeln und auch Vehrte. Auch die zur Stadt Melle gehörenden Orte Buer und Mesdorf, zwischen dem Wiehenhauptkamm und den Meller Bergen gelegen, kann man als Orte im Wiehengebirge betrachten.

BodenschÀtze und Bergbau

Erzgrube Porta -KompressorgebÀude 1935 am Königsberg in Minden-HÀverstÀdt

Im Wiehengebirge gibt es LagerstĂ€tten von Steinkohle und Eisenerz, die frĂŒher auch bergmĂ€nnisch ausgebeutet wurden. Kohle, Impsonit (festes Erdöl) und Eisenerz wurden in Bergwerken gefördert. SĂŒdlich von Preußisch Oldendorf gibt es einen alten Stollen fĂŒr Steinkohle und im Bereich der Stadt Minden am Königsberg liegt die alte Eisenerzgrube Porta. In diesem Betrieb baute man das ein bis zwei Meter mĂ€chtige, eisenerzhaltige Wittekindsflöz ab, dieses bildet die oberste Schicht des Portasandsteins.

Förderung von Erz, Stein und Kohle

Die Förderung von Eisenerz wurde dort im Bereich des Wiehengebirges 1962 eingestellt. Daneben spielt bis heute der Abbau von Steinen eine Rolle. Im gesamten Gebirge zeugen alte SteinbrĂŒche von der ehemals großen Bedeutung. Der harte, helle Wiehengebirgssandstein fand als Cornbrash- und Portasandstein beim Bau von GebĂ€uden (beispielsweise Kirchen) und nach dem Zweiten Weltkrieg als Korallenoolith beim Straßenbau Verwendung. Der Abbau des Kalksandsteins war flĂ€chenmĂ€ĂŸig und wirtschaftlich am bedeutendsten. Er fand seit dem 11. Jahrhundert statt und wurde großflĂ€chig erst Ende der 1960er-Jahre eingestellt.[95] Damals bekamen NaturschĂŒtzer, Wanderer und Heimatkundler, aber auch die Behörden, den Eindruck, weiterer Steinabbau bedeute einen Angriff auf den Kamm des Wiehengebirges. Dies brachte auch breiten öffentlichen Widerstand gegen Erweiterungen und Neugenehmigungen von SteinbrĂŒchen mit sich. Am Nettelstedter Berg indes wird noch heute Stein gebrochen und als Schotter fĂŒr die Bauwirtschaft verwendet. Dennoch hat sich der Bergbau, bzw. der Steinabbruch im Wiehengebirge auf das Landschaftsbild nicht so nachhaltig negativ ausgewirkt, wie dies bei den östlich anschließenden HöhenzĂŒgen des Weserberglandes, z. B. im Ith, der Fall ist.

Heute sind viele ehemalige SteinbrĂŒche im Wiehengebirge Naturdenkmale oder Naturschutzgebiete und bieten FelsenbrĂŒtern wie Uhu und Wanderfalke, Eidechsen und Schlangen, KleinsĂ€ugern und Insekten mit ihren Magerrasen und Gehölzen einen vielfĂ€ltigen Lebensraum. Konkurrenz im Steinbruch bekommen Tiere und Pflanzen durch den kletternden oder motorradfahrenden Menschen. Die SteinbrĂŒche im Wiehengebirge liefern auch viele Informationen ĂŒber die Geschichte und die Gestaltung der Erde wie die Saurierspuren, der Saurierfriedhof und manch anderes.

Quellwasser

Ein Bodenschatz besonderer Art ist das Gebirgsquellwasser, das u. a. fĂŒr die in LĂŒbbecke ansĂ€ssige Brauerei Barre BrĂ€u eine große Bedeutung hat. So heißt es in der Werbung der Brauerei markig: „Kristallklares Gebirgsquellwasser aus dem waldreichen Wiehengebirge ist ein Grund fĂŒr die hohe Bekömmlichkeit von Barre Pilsener. Ein Vorteil, der Barre Pilsener von vielen unterscheidet und den Kenner zu schĂ€tzen wissen. Original BrauereiabfĂŒllung. – Fazit: Mit Gebirgsquellwasser gebraut.“[96] Auch fĂŒr den Kurbetrieb des Luftkurortes Bad Holzhausen hat Quellwasser, als Heilquelle, eine große Bedeutung. Das Sulfat-Carbonat-Quellwasser wird zu Trinkkuren eingesetzt und kann so, wie es aus der Erde kommt, verzehrt werden.[97] Die Nutzung dieses Wassers ist seit 1728 belegt.[98] In Bad Oeynhausen nutzt eine Seifenmanufaktur Quellwasser aus einem Schutzgebiet im Wiehengebirge zur Herstellung von Naturkosmetika.[99]

Das Wiehengebirge als Kulturraum

Das Wiehengebirge bildete nie exakt und dauerhaft irgendeine Grenze historischer Regionen, wie auf dieser Karte ersichtlich. Zum FĂŒrstentum Minden im Norden gehörten auch Gebiete sĂŒdlich des Gebirges, entsprechend herrschte Ravensberg auch ĂŒber Bereiche nördlich des Wiehen.

Im Gegensatz zu anderen Mittelgebirgen bzw. Mittelgebirgsregionen, die neben einer geographischen Einheit gleichfalls eine Kulturregion bilden, wie z. B. das Sauerland oder der Schwarzwald, ist hinsichtlich des Wiehengebirges kaum von einer Region Wiehengebirge die Rede. Gleichwohl ist dieser Begriff durchaus existent.[100] IdentitĂ€tsstiftender sind diesbezĂŒglich die ĂŒbergeordneten Regionen OsnabrĂŒcker Land und Mindener-Ravensberger Land Das Wiehengebirge, wenn auch kaum eine eigene Region, hatte sicherlich kulturgeschichtlich dennoch einen Einfluss, jedoch eher einen trennenden. Schon der Begriff Porta Westfalica drĂŒckt aus, dass die Gebirgsbarriere von Wiehen- und Wesergebirge den ureigentlich westfĂ€lischen Teil von Niedersachsen (im weiteren Sinne) abgrenzt. Das Wiehengebirge bildet die trennscharfe Grenze des Naturraums des Ravensberger HĂŒgellandes, was wiederum identitĂ€tsstiftend fĂŒr die historische Region Ravensberger Land ist, obschon freilich einst auch transwiehengebirgische Teile zur Grafschaft Ravensberg gehörten, wie auch Bereiche sĂŒdlich des Höhenzuges zum FĂŒrstbistum Minden rechneten. Auch heute wird dem Wiehengebirge die Rolle einer naturrĂ€umlichen Grenze zugeordnet, die das eher lĂ€ndlich strukturierte Minden-LĂŒbbecker Tiefland, das am Nordfuß des Gebirges den Übergang in die Norddeutsche Tiefebene markiert, vom dichtbesiedelten Verdichtungsraum Herford-Bielefeld abgrenzt.[101]

Gleichwohl bildete das Wiehengebirge nie ĂŒber weitere Abschnitte die Grenze historischer staatlicher Einheiten. Lediglich im 4. Jahrhundert bildete das Gebirge zeitweise die SĂŒdgrenze des Siedlungsraumes der Sachsen.[102] Meist gehörten jedoch jeweils grĂ¶ĂŸere „transwiehengebirgensiche“ Bereiche zu dem Territorium, das „ciswiehengebirgensich“ den Großteil des Hoheitsgebiets besaß. Teilweise umfassten sogar einzelne Kirchspiele, selbst im hohen Ostwiehengebirge, Bereiche beiderseits des Gebirges.[103] Dieses wirkt bis heute in gewisser Weise fort. Auf administrativer Ebene verlĂ€uft heute nur auf vier Kilometern eine Kreisgrenze im Zuge des Wiehengebirgskammes, die zwischen dem Kreis Herford und dem Kreis Minden-LĂŒbbecke zwischen den Kommunen Rödinghausen und Preußisch Oldendorf. Eine gewisse Bedeutung hat der Hauptkamm allenfalls fĂŒr Gemeinde- und Stadtgrenzen, die z. B. im Kreis Minden-LĂŒbbecke, ausgenommen die Stadt Porta Westfalica, hier verlaufen.

Mundarten

Gleichfalls wĂ€re zu vermuten, dass das Wiehengebirge auch eine Dialektgrenze bildet, wie dies bei vielen Mittelgebirgen der Fall ist. Diese Funktion lĂ€sst sich jedoch nicht eindeutig belegen. Einerseits gilt das Gebirge als Grenze der „Ravensbergischen Mundart" zum Mindischen.[104] Andererseits verlaufen die Dialektgrenzen bzw. die Grenzen der Gebiete der Nutzung bestimmter niederdeutscher Begriffe nie im Zuge des Gebirges, sondern queren es.[105] Ein Grund war sicherlich, dass der Wiehen, obschon in gewisser Weise ein Verkehrshemmnis, topographisch nie die Bedeutung einer wirklichen Barriere hatte, die den Kontakt der Menschen diesseits und jenseits wirklich unterband. Lediglich hinsichtlich der Verwendung betonter vs. unbetonter Konsonanten scheint es so, dass nördlich des Gebirges eher unbetonte, sĂŒdlich eher betonte Mitlaute verwendet werden (z. B. „t“ statt „d“ in Foite/ Foide).[106]

Das Wiehengebirge und der Familienname Wiehe

Das Wiehengebirge hatte auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf Familiennamen. Der Familienname Wiehe z. B. scheint in direktem Zusammenhang mit dem Namen des Gebirges zu stehen. So ist es kaum ein Zufall, dass im Jahre 2010 von den 541 TelefonbucheintrĂ€gen, die meisten, nĂ€mlich 55 im Kreis Minden-LĂŒbbecke angemeldet waren. Weitere 19 lebten im Landkreis und in der Stadt OsnabrĂŒck (3. HĂ€ufigkeit) und 13 im Kreis Herford (9. HĂ€ufigkeit). Somit waren 84 von 541 Haushalten (i.e. 16 %) mit dem Familiennamen Wiehe in einem der drei Wiehengebirgslandkreise vorhanden.[107] Weiterhin sind der Großteil der anderen Familien Wiehe in der angrenzenden Region ansĂ€ssig (im Kreis Höxter 19, in der Region Hannover 17, im Kreis Lippe 17 sowie im Kreis Nienburg 13). Dass der Name heute auch in anderen Regionen, vor allem in Ballungszentren vorkommt, ist mit Migration, kulturellen EinflĂŒssen und Ă€hnlichen Faktoren zu erklĂ€ren. Dadurch können Herkunftsnamen auch in Regionen und SprachrĂ€umen vorkommen, die weit entfernt von ihrem Ursprung sind.

Das Wiehengebirge und der Widukindmythos

Widukind ist mit dem Wiehengebirge in besonderer Weise verbunden. Der Legende nach ging von hier die Christianisierung des Sachsenlandes aus.

Viele Gebirgsregionen, insbesondere die großen Waldgebirge, haben ihre Sagen und Mythen, die sich um Fabelwesen und geschichtliche Helden ranken. Was fĂŒr das Riesengebirge der Fabelriese RĂŒbezahl, fĂŒr den KyffhĂ€user der Kaiser Barbarossa und z. B. in gewisser Weise, nach neuestem Wissensstand fĂ€lschlicherweise, Hermann der Cherusker fĂŒr den Teutoburger Wald ist, ist fĂŒr das Wiehengebirge die, im Gegensatz zu RĂŒbezahl, historisch belegbare Person Widukind (im Volksmund auch Wittekind genannt). Der Name Widukind bedeutet Waldkind oder Kind des Waldes und war offensichtlich eine Kenning. Im Wiehengebirge finden sich noch etliche Reste der sog. Wittekindsburgen, Befestigungsanlagen aus der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen Ende des 8. Jahrhunderts.[108] Schon im 12. Jahrhundert war ein Widukind-Kult im Entstehen. Der Widukind-Kult begann im westfĂ€lischen Enger (rund zehn Kilometer nordwestlich von Herford zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge gelegen), wo man um 1100 Widukinds Grabplatte mit Umschrift fertigte und ihn als König des Engerngaues zu feiern begann. Dass der legendĂ€re Herzog in Enger begraben liegt, wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwĂ€hnt. 1377 stattete Kaiser Karl IV. dem Grab einen Besuch ab und ließ das Grabmal auf seine Kosten erneuern.[109]

Die Sage vom Widukindschen Quellwunder

Der Sage zufolge kam Widukind eines Tages ĂŒber den Kamm des Wiehengebirges geritten und ĂŒberlegte, ob seine germanischen Götter oder der Christengott der „wahre Gott“ seien. Als Bettler verkleidet nahm er an einem Gottesdienst der Christen teil, der ihn sehr beeindruckt haben soll. Daraufhin wĂŒnschte er sich vom Christengott ein Zeichen, um den christlichen Glauben als den richtigen ansehen zu können. Kurz danach ritt ein heidnischer Sachse mit seinem Rappen, der plötzlich stehen blieb. Sein Pferd löste mit seinem Huf einen Stein aus dem felsigen Untergrund, woraufhin eine Quelle aus dem Boden sprudelte, was Widukind als Zeichen auffasste, dass das Christentum der richtige Glaube sei. Mit dieser Erkenntnis unterwarf er sich Karl dem Großen, gab sich kriegerisch geschlagen und wollte sein Volk nun zum Christentum bekehren. Diese Gegebenheit wird auch als das Bergkirchener Quellwunder bezeichnet. Oberhalb der Quelle ließ Widukind eine Kirche erbauen, die heute im Ortsteil Bergkirchen von Bad Oeynhausen liegt.[110] Die Quelle fließt seit 1938 nicht mehr, weil beim Erzbergbau die wasserfĂŒhrende Gesteinsschicht unterbrochen wurde.[111]

Einer anderen Legende zufolge soll sich folgendes im Zusammenhang mit der Namensgebung der Burg Reineberg im Wiehen zugetragen haben: Der sĂ€chsische FĂŒrst Widukind sei, vom Aussatz befallen, „nach dem Limberge gekommen, er hier in dem an der Westseite desselben befindlichen Brunnen Linderung erhalten, von da nach dem Reineberg gegangen und dort rein geworden sei. Davon soll der Reineberg seine Namen haben.“ In diesem soll es ein unterirdisches Gewölbe mit einem magischen Zugang geben, in dem „König Wekings silberne Wiege stehe“. Auch die in unmittelbarer NĂ€he befindliche Wittekindsquelle erhielt hierdurch ihren Namen.

Inwieweit diese Gegebenheiten in der Tat so verliefen, kann heute nicht mehr geklĂ€rt werden. Jedenfalls spielt mehr als anderswo im ehemaligen Sachsenland (also im heutigen Niedersachsen und in Westfalen) die Person Widukind im Bewusstsein der Wiehengebirgsanwohner eine bedeutende Rolle. Nicht von ungefĂ€hr heißt der Kammweg Wittekindsweg oder das Gymnasium in LĂŒbbecke am Fuße des Gebirges Wittekind-Gymnasium. Auch der Hinweis auf das Wiehengebirge an der Bundesautobahn 30 zeigt neben einer stilisierten Darstellung des Gebirges den SachsenfĂŒrsten und weist den Fremden auf die besondere Beziehung zwischen Region und Widukind hin.

Widukind und Schlacht am SĂŒntel (782)

Aufgrund der einst umfassenderen Definition des SĂŒntel, der frĂŒher das Weser- und eben das Wiehengebirge mit einbezog, ist die heutige Geschichtsforschung sich uneins, wo die berĂŒhmte Schlacht am SĂŒntel stattgefunden haben soll: Am heutigen SĂŒntel oder am Wiehen.[112] Dennoch soll sie hier, im Zusammenhang mit dem Widukindmythos kurz erwĂ€hnt werden: Im Verlauf der gewaltsamen Christianisierung durch Karl den Großen stoßen im Jahre 782 Franken und Sachsen am „SĂŒntel“ aufeinander. Ein Frankenheer, ursprĂŒnglich gegen die Sorben in ThĂŒringen ausgesandt, erfĂ€hrt von einem erneuten Aufstand der Sachsen, entdeckt deren Lager am SĂŒntel und stĂŒrmt blindlings auf den Feind ein. Die Sachsen unter ihrem FĂŒhrer Herzog Widukind erwarten den Angriff in guter Ordnung; ein Teil von ihnen umgeht die Franken, die daraufhin fast alle erschlagen werden. Ob nun die Namen Totental und Blutbach am Hohenstein und das Dachtelfeld (tachteln = schlagen) im heutigen SĂŒntel oder eben das Tudental und der Wittekindsberg im Wiehen geographisch korrekt an das Massaker erinnern, sei dahin gestellt. Die so tradierte Erinnerung an die Schlacht war sicherlich nicht ohne Einfluss auf den heutigen Widukindmythos.

Das Wiehengebirge und die Mythen Arminius und Deutscher Wald

Vermuteter Ort der Varusschlacht im Wiehengebirge bei Kalkriese
Die rekonstruierten WĂ€lle beim Fundort Kalkriese.

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die Schlacht am Teutoburger Wald, bei der der germanische HeerfĂŒhrer Arminius ĂŒber eine römische Invasionsarmee obsiegte, vermutlich nicht am Teutoburger Wald stattfand, der ĂŒbrigens nur aufgrund dieser falschen Annahme heute so heißt, sondern am Wiehengebirge. Wenn es also in der zweiten Strophe des Niedersachsenliedes heißt:

  • Wo fiel’n die römischen Schergen?
  • Wo versank die welsche Brut?
  • In Niedersachsens Bergen,
  • An Niedersachsens Wut

können mit Niedersachsens Bergen, auch wenn sicherlich nicht ursprĂŒnglich so intendiert, nur die Berge des Wiehengebirges beschrieben sein. Jedenfalls wurde nicht zuletzt aufgrund dieser Schlacht das Bild Germaniens als Land der „dunklen und schrecklichen WĂ€lder“ geprĂ€gt, das die römische Welt von dem Land nördlich der Alpen hatte. So schrieb Tacitus ĂŒber Germanien im Jahre 98 n. Chr., also rund 90 Jahre nach der Schlacht:[113] „Terra aut silvis horrida aut paludibis foeda“ – „ein Land mit schaurigen WĂ€ldern und abscheulichen SĂŒmpfen“[114] – Ein Bild, das bisweilen bis in die Gegenwart die Bewohner Italiens, wenn auch unterschwellig, von Deutschland haben. Es ist also durchaus nicht von der Hand zu weisen, dass die dunklen WĂ€lder des Wiehen maßgeblich das Germanen- und letztendlich heutige Deutschlandbild der römischen Welt mit beeinflusst haben. Aber auch in entgegengesetzter Argumentationskette geht die subjektive EinschĂ€tzung, die die Deutschen vom Deutschen Wald und von sich als Waldvolk haben, die Tendenz den „deutschen Wald“ als Sehnsuchtslandschaft zu beschwören und zu ĂŒberhöhen verkĂŒrzt gesagt auch auf die vermeintliche oder reale Bedeutung des Waldes fĂŒr die Urahnen und nicht zuletzt in letzter Konsequenz auch auf die Varusschlacht im germanischen Walde, also im Wiehengebirge zurĂŒck. Da ist es nur zu passend, dass der Name des Wiehengebirges nach einer gelĂ€ufigen ErklĂ€rung sich aus geweihtem, sprich, den alten Germanen heiligem, Gebirge entlehnt hat.

Verkehr

Bei der Kahlen Wart verlĂ€uft die höchste Passstraße mit einer Steigung von bis zu 17 Prozent
Blick vom Maschberg hinĂŒber zum Donoer Berg hinweg ĂŒber das Durchbruchtal der Großen Aue. Im Talgrund bei Neue MĂŒhle verlĂ€uft eine wichtige Verbindungsstraße sowie die Bahnlinie BĂŒnde - LĂŒbbecke.

Das Wiehengebirge wird sĂŒdlich zwischen OsnabrĂŒck und Bad Oeynhausen etwa in West-Ost-Richtung von der Bundesautobahn 30 passiert, von der im Westen AnschlĂŒsse an A 33 und A 1 bestehen, wobei letztere in Nord-SĂŒd-Richtung verlaufend den Ă€ußersten Westteil des Gebirges durchschneidet.

An der östlich des Wiehengebirges gelegenen Porta Westfalica wird es von den Bundesstraßen 61 und 482 passiert. Nördlich des Gebirges verlĂ€uft in West-Ost-Richtung die B 65, die den Westteil des Gebirges gemeinschaftlich mit der B 51 durchzieht. Im Ă€ußersten Westen verlaufen die B 68 und B 218. Von einigen dieser Bundesstraßen besteht Anschluss an die zuvor genannten Bundesautobahnen. Zahlreiche von diesen Straßen abzweigende Landes- und Kreisstraßen verĂ€steln das Straßensystem des Gebirges weiter.

Als Bahnlinien durchqueren die ICE-Strecke Hamburg-Venloer Bahn von Hamburg ĂŒber OsnabrĂŒck nach Köln (Kursbuchstrecke KBS 385) und die RB 71 Ravensberger Bahn von BĂŒnde nach Rahden (KBS 386) das Wiehengebirge. Parallel zum Höhenzug verlaufen sĂŒdlich die Strecke Rheine – OsnabrĂŒck – Löhne – Minden (KBS 375) und nördlich ĂŒber Bohmte – Bad Essen – Preußisch Oldendorf die private Wittlager Kreisbahn.

Verkehrsgeschichte

Seit jeher hat das Wiehengebirge eine gewisse Bedeutung fĂŒr den Verkehr bzw. den Verlauf der Handels- und Heerstraßen: Einerseits war es Verkehrshindernis fĂŒr die Bewegung von Norden nach SĂŒden, andererseits ermöglichte insbesondere der frĂŒh besiedelte offene Teil an dessen Nordabdachung, im Bereich des LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸlandes, gute Bewegung von Osten nach Westen, also zwischen Gebirgswald im SĂŒden und Sumpf im Norden. Im Zuge des LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸlandes verlief die mittelalterliche Heerstraße Minden-OsnabrĂŒck, die heute dem westlichen Abschnitt der Bundesstraße 65 entspricht. Etwa 500 m westlich der Schnippenburg ĂŒberquert der Bremer Heerweg das Wiehengebirge. Dieser Verkehrsweg verband im Mittelalter und in der frĂŒhen Neuzeit die StĂ€dte OsnabrĂŒck und Bremen. Seine Trasse kann durch die routenbegleitende Lage von GroßsteingrĂ€bern sowie von bronze- bis Ă€ltereisenzeitlichen GrĂ€berfeldern wenigstens bis in die jungsteinzeitliche Trichterbecherkultur zurĂŒckverfolgt werden. Der Bremer Heerweg hat in OsnabrĂŒck Anschluss an die sogenannte Frankfurter Heerstraße, die ĂŒber Paderborn und das Sauerland den nordwesthessischen Raum erschloss.[115]

Die Eisenbahnlinie von BĂŒnde ĂŒber LĂŒbbecke wurde am 30. September 1899 eingeweiht. Sie durchschneidet in einem GelĂ€ndeeinschnitt, dem Durchbruchstal der Großen Aue, das Wiehengebirge. Weiter sĂŒdlich verlaufen die Schienen auf einem Damm und trennen so das Auetal vom Wiehengebirgswald. Das Bachbett der Aue wurde nach Westen verlegt. 1986 wurde der Halt bei Neue MĂŒhle aufgegeben, heute existiert dort nur eine Bedarfshaltestelle.[116]

Der WallĂŒcker Willem (eigentlich: WallĂŒckebahn) war eine von 1897 bis 1937 betriebene Kleinbahn zwischen den ostwestfĂ€lischen Orten Kirchlengern und OberlĂŒbbe (heute Gemeinde Hille) und querte das Gebirge bei WallĂŒcke. Sie hatte eine Spurweite von 600 mm und diente dem GĂŒtertransport und dem Personenverkehr.

GebirgspÀsse

Der Gebirgspass Horst Höhe

Das Wiehengebirge stellt trotz seiner vergleichsweise geringen absoluten Höhe ein Verkehrshindernis dar. GegenwĂ€rtig gibt es zwischen der Porta Westfalica und Bramsche nur 21 Straßen des öffentlichen Verkehrs, die das Gebirge queren. Im höheren und steileren Ostwiehengebirge sind es, die Straßen an den jeweiligen DurchbrĂŒchen von Großer Aue bei Neue MĂŒhle und der Weser bei der Porta Westfalica nicht mitgerechnet, sogar nur sechs Passstraßen. Die querenden Straßen verlaufen entweder lĂ€ngs der FlussdurchbrĂŒche oder im Zuge der Dören. Die Passstraßen werden gelegentlich im Winter bei entsprechendem Schneeeinbruch oder Eisregen zeitweise unpassierbar oder ggf. vorsorglich durch die Polizei gesperrt.[117]

Nachfolgend sind die höchsten PĂ€sse des Ostwiehengebirges sowie des östlichen Westwiehengebirges und die der FlussdurchbrĂŒche aufgefĂŒhrt. Die jeweilige Passhöhe ist in Metern ĂŒber NN angegeben:

Pass Bemerkung Passhöhe ĂŒ. NN Passstraße Verkehrsdichte[118]
SaurierfĂ€hrten Durchbruchstal der Hunte 79 m L 83 (NI) –
GrĂŒner See – 182 m K 203 –
Neue MĂŒhle Durchbruchstal der Großen Aue 79 m L 557 (NRW) 8.229 Kfz/d
Kahle Wart – 249 m K 60 4.049 Kfz/d
Horst Höhe LĂŒbbecker Berg 214 m B 239 15.522 Kfz/d
Bergstraße Nettelstedt genannt Ölberg 206 m L 803 (NRW) 2.703 Kfz/d
WallĂŒcke – 152 m L 876 (NRW) 6.510 Kfz/d
Bergkirchen – 165 m L 772 (NRW) 5.468 Kfz/d
Lutternsche Egge – 214 m K 30 2.233 Kfz/d
Porta Westfalica Durchbruchstal der Weser 43 m mehrere Straßen –


Westlich des Huntedurchbruchs liegt die Passhöhe der Straßen meist deutlich unter 150 Höhenmetern. Das Wiehengebirge stellt sich aufgrund der Topographie dort nicht mehr als signifikantes Verkehrshemmnis dar.

Eine weitere Gebirgsquerung wird durch die geplante Verlegung der Bundesstraße 239 um zwei Kilometer nach Osten entstehen.[119] Das Projekt Ortsumgehung LĂŒbbecke wird im Bundesverkehrswegeplan als Neues Vorhaben mit Planungsrecht „WB“ (Weiterer Bedarf) gefĂŒhrt. Die neue Trasse die ĂŒber bzw. vermutlich großteils getunnelt auch unter dem höchsten Teil des Wiehengebirges im Bereich des Heidbrinks verlaufen soll, wird 5,3 km lang sein und soll nach derzeitigem Stand 68,5 Mio. Euro kosten. Sie wĂŒrde den Pass Horst Höhe, der die mit Abstand höchste Verkehrsdichte aller Passstraßen aufweist, ersetzen.[120] Wann der genaue Ausbau stattfinden wird, steht nicht fest, da das Projekt bisher im Verkehrsplan nur eine nachgeordnete PrioritĂ€t genießt. Eine AusfĂŒhrung bis 2020 ist denkbar.

Über den Kamm des Wiehengebirges verlĂ€uft der Wanderweg Wittekindsweg.

Weblinks

 Commons: Wiehengebirge â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Meyers Konversations-Lexikon aus dem Jahre 1888, peter-hug.ch
  2. ↑ Lexikon aus dem Jahre 1888 peter-hug.ch
  3. ↑ Meyers Lexikon von 1905, zeno.org (die subherzyne Auffaltung geschah vor gut 80 Millionen Jahren im Campanium; Subherzyn = Nördliches Harzvorland)
  4. ↑ Aussage zur IbbenbĂŒrener Bergplatte in Bezug auf das Wiehengebirge
  5. ↑ Zeitungsartikel, der ausfĂŒhrt, dass IbbenbĂŒren nicht am Wiehengebirge liegt
  6. ↑ Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturrĂ€umlichen Einheiten in EinzelblĂ€ttern 1:200.000 - Bundesanstalt fĂŒr Landeskunde, Bad Godesberg 1959-1970 → Online-Karten
    • Blatt 83/84: OsnabrĂŒck/Bentheim (Sofie Meisel 1961)
    • Blatt 85: Minden (Sofie Meisel 1959)
  7. ↑ Zur Bedeutung einiger Ortsnamen im nördlichen Hoyaer Land
  8. ↑ Bilder mit Blick auf das Wiehengebirge vom Stemweder Berg, die belegen, dass das Gebirge im ganzen Landkreis sichtbar ist
  9. ↑ „(
) Weser und Wiehengebirge wurden damals [im Jahre 991] noch SĂŒntel genannt“; siehe: Heinrich RĂŒthing: Die AnfĂ€nge des religiösen Lebens auf dem Wittekindsberg nach den schriftlichen Quellen. (PDF), S. 45
  10. ↑ Bernhard Pollmann: Teutoburger Wald mit Egge- und Wiehengebirge. 50 Touren. 3. Auflage, MĂŒnchen 2006, Seite 84
  11. ↑ Nennung des Terminus Wiehen-Wesergebirge durch den Geologischen Dienst Nordrhein-Westfalen
  12. ↑ stonepages.de
  13. ↑ Bernhard Pollmann: ebenda, Seite 84
  14. ↑ Pierers Universal Lexikon von 1857 zeno.org
  15. ↑ „Wiehengebirge, Theil der Mindenschen Bergkette“ – siehe: Pierer-Lexikon von 1857 zeno.org
  16. ↑ ol-tus-luebbecke.de
  17. ↑ Aussage des Internetauftritts von Deutschland Tourismus (PDF)
  18. ↑ „Ein anderes Bild als die BerglĂ€nder der oberen Weser bieten die Weserkette, das Wiehengebirge und der Teutoburger Wald. Tagelang können wir auf schmalen BergrĂŒcken geradeaus dahinwandern.“ – siehe: Christian Degn u. a. (Hrsg.): Seydlitz. Erster Teil. Das deutsche Vaterland, wir und die Welt. 7. Aufl., Kiel, Hannover, 1954, S. 50.
  19. ↑ Landschaften im Bereich des Mittelgebirgssaumes in Nordrhein-Westfalen: Vom Haarstrang bis zum DĂŒmmer (PDF) Seite 5
  20. ↑ Meyers Lexikon von 1888 peter-hug.ch
  21. ↑ Definition des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz
  22. ↑ Arbeit ĂŒber das LSG Wiehengebirge (PDF)
  23. ↑ Wesergebirge. In: Brockhaus Konversations-Lexikon 1894–1896, 16. Band, Seite 652.
  24. ↑ Hinweis zur Felsenklippe Silberblick (PDF) der Tourist-Information Porta Westfalica und des Wandervereins Porta-Westfalica-Mittelweser e. V.
  25. ↑ Siehe Definition des Scinexx Wissenmagazins
  26. ↑ Internet-Quiz, nachdem das Wiehengebirge das niedrigste deutsche Mittelgebirge sei
  27. ↑ Klima in Rahden im langjĂ€hrigen Mittel
  28. ↑ „Im SĂŒden regnet es zwar etwas mehr und hĂ€ufiger als auf der Nordseite des Wiehengebirges, insgesamt aber herrscht ein ausgeglichenes Klima mit mĂ€ĂŸigen Temperaturschwankungen, das ĂŒberwiegend vom nördlich angrenzenden Flachland beeinflusst ist(
)“ - siehe: Landwirtschaft in der Region der Kreisstelle Minden-LĂŒbbecke
  29. ↑ „Der Winter bringt hier [im Wiehengebirge] mehr Schnee, als im Teutoburger Wald.“ – Siehe: Gisela Schwarze: Westfalen, Teil 1: Ostwestfalen, Sigmaringendorf 1991, S. 36
  30. ↑ Zeitungsbericht zur Schneesituation im Wiehengebirge
  31. ↑ Deutschlandkarte mit den drei biogeographischen Regionen
  32. ↑ „Ein kleines Mittelgebirge wie der Odenwald kann ebenso Föhn erzeugen wie die große Gebirgskette der Alpen“ – siehe: Grundlagen zum Föhn – eine EinfĂŒhrung
  33. ↑ Berechnungsformel fĂŒr eine zu erwartende Lufttemperatur aufgrund Föhns kgassner.de (PDF) Seite 3
  34. ↑ Vergleiche Diskussionsforum zum Thema Föhn im Wiehengebirge
  35. ↑ Bild von einer Föhnmauer am Wiehengebirge wetter24.de und wetter24.de
  36. ↑ Beeindruckende Bilder von Nebel ĂŒber der Ravensberger Mulde und dem aus dem Nebel herausragenden Wiehengebirge: Bild1, Bild2, Bild3
  37. ↑ Fortschreibung der Klimaszenarien fĂŒr Nordrhein-Westfalen, S. 29 welt.de
  38. ↑ ExkursionsfĂŒhrer (PDF) Seite 4
  39. ↑ Roland Walter et al.: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9, S. 90ff.
  40. ↑ ExkursionsfĂŒhrer zu acht Bodenprofilen in der Region Preußisch Oldendorf (PDF) Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen. Siehe Karte „Böden“ auf Seite 4
  41. ↑ Die Eiszeit in Nordost-Westfalen. (PDF) S. 2, Karte Teilströme und Hauptfließwege des ersten saale- beziehungsweise drenthezeitlichen Eisvorstoßes
  42. ↑ Eiszeit. Chronik Schloss Hamborn
  43. ↑ Artikel der Geographischen Kommission fĂŒr Westfalen
  44. ↑ Information zur Bifurkation bei Melle (PDF)
  45. ↑ Aussage des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen
  46. ↑ Lawine#Entstehung
  47. ↑ Bericht ĂŒber Lawine im Schwarzwald
  48. ↑ Bericht ĂŒber Schneelawine im Erzgebirge
  49. ↑ Aussage des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz
  50. ↑ Zeitungsbericht zum Sturmschaden durch Kyrill (PDF)
  51. ↑ „(
) Gleichzeitig ist aus europĂ€ischer Sicht geplant, diese BuchenniederwĂ€lder im Wiehengebirge als FFH-Schutz-gebiet auszuweisen.“ - Zeitungsartikel (PDF) der Neuen WestfĂ€lischen
  52. ↑ Zeitungsartikel Waldbauern kritisieren Sparkurs (PDF)
  53. ↑ Beleg des Begriffs
  54. ↑ H. Schwier, 1930, SĂŒntelbuchen, aus: Teutoburger Wald und Weserbergland, suentelbuchen.de
  55. ↑ Zeitungsartile zur Douglasiensamenernte
  56. ↑ ljn.de
  57. ↑ duenne-info.de
  58. ↑ Artikel zur Schleuereule im Wiehengebirge
  59. ↑ Populationsentwicklung und Bestandsentwicklung des Uhus (
) in OWL (PDF) S. 181
  60. ↑ Aussage des Naturschutzbund (Nabu) des Kreises Minden-LĂŒbbecke
  61. ↑ Bericht ĂŒber ein Pilzseminar im Wiehengebirge
  62. ↑ Informationen zum Naturschutzgebiet „Gehle“
  63. ↑ Brockhaus von 1911 zeno.org
  64. ↑ Meyers Lexikon von 1905 zeno.org
  65. ↑ Wittekindsland
  66. ↑ Internetseite mit der fehlerhaften Ausweisung des vermeintlich 325 Meter hohen Rödinghauser Berges
  67. ↑ Aussage des Internetauftritts des Naturparks Terra Vita
  68. ↑ Welt.de: Neuer Streit um den Ort der Varusschlacht
  69. ↑ Internetseite ReisefĂŒhrer Niedersachsen
  70. ↑ Forschungsbericht zur Schnippenburg (PDF)
  71. ↑ Relikte.com: Lufttanklager 2/VI Preußisch Oldendorf
  72. ↑ Relikte.com: Nike-FlaRak-Stellung Bad Essen
  73. ↑ Übersicht ĂŒber Kurorte in Niedersachsen
  74. ↑ Beispiel einer Werbung fĂŒr eine Ferienwohnung am Wiehengebirge
  75. ↑ Ein weiteres Beispiel fĂŒr das Werben einer Ferienwohnung in der NĂ€he vom Wiehengebirge
  76. ↑ Zitat aus dem FreizeitfĂŒhrer Erlebe die Region „Wiehengebirge“
  77. ↑ Entwicklung der GĂ€stezahlen in Bad Holzhausen
  78. ↑ Am Deister bei Springe werden drei Skilifte betrieben
  79. ↑ FlĂ€chennutzungsplan fĂŒr LĂŒbbecke (PDF)
  80. ↑ Kurzfilm ĂŒber eine Montainbike Abfahrt im Wiehengebirge bei LĂŒbbecke auf Youtube
  81. ↑ Hinweis zum Klettergebiet Wiehengebirge
  82. ↑ Presseinfo des Tourismusverbandes Weserbergland (PDF) Seite 2
  83. ↑ Beschreibung des Wittekindsweges im Wanderverzeichnis (PDF)
  84. ↑ Internetauftritt Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen
  85. ↑ Aussage Bundesministerium fĂŒr Landwirtschaft
  86. ↑ Aussage Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen
  87. ↑ Integriertes lĂ€ndliches Entwicklungskonzept (ILEK)fĂŒr den MĂŒhlenkreis Minden-LĂŒbbecke (PDF)
  88. ↑ Internetauftritt des Landesbetriebes Wald NRW
  89. ↑ Siehe Artikel Eggetal
  90. ↑ Forstvertriebsverband Rödinghausen
  91. ↑ Integriertes lĂ€ndliches Entwicklungskonzept (ILEK) fĂŒr den MĂŒhlenkreis Minden-LĂŒbbecke, Kap. 4 (PDF)
  92. ↑ Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  93. ↑ Internetseite des NiedersĂ€chsischen Landesforstamts Ankum
  94. ↑ Karte der Revierförstereien des NiedersĂ€chsischen Landesforstamtes Ankum
  95. ↑ kreis-herford.de
  96. ↑ Internetauftritt der Brauerei Barre BrĂ€u
  97. ↑ Chemische Zusammensetzung des Quellwassers in Bad Holzhausen
  98. ↑ Internetauftritt der Holsing Vital GmbH (PDF)
  99. ↑ Internetauftritt der Seifenmanufaktur Moosmd
  100. ↑ Beleg des Terminus „Region Wiehengebirge“
  101. ↑ Evaluation der BahnRadRoute Weser-Lippe – Radfahrerbefragung im Kreis Minden-LĂŒbbecke (PDF) S. 9
  102. ↑ Warum die Sachsen keine Sachsen sind. (PDF) S. 2
  103. ↑ So gehörte lange Zeit das sĂŒdlich des Wiehen gelegene Oberbauerschaft zum Kirchspiel LĂŒbbecke nördlich desselben.
  104. ↑ archive.org (DjVu)
  105. ↑ Diese Karte der Dialektgrenze zeigt, dass das Wiehengebirge nicht die Rolle einer Grenze der Verwendung bestimmter Begriffe innehat
  106. ↑ Westphalian language in der englischsprachigen Wikipedia
  107. ↑ Verteilung des Namens Wiehe in Deutschland
  108. ↑ Siehe WanderfĂŒhrer Wittekindsweg
  109. ↑ Die Herzoge Widukind von Sachsen und Tassilo (PDF) Seite 4
  110. ↑ Hinweis zum Widukind-Museum in Enger
  111. ↑ wanderverein-porta-westfalica-mittelweser.de (PDF)
  112. ↑ Bernhard Pohlmann: Teutoburger Wald. Mit Egge- und Wiehengebirge, MĂŒnchen 3. Auflage 2006, S. 84
  113. ↑ Beleg der Jahreszahl des Tacitus-Zitats
  114. ↑ Beleg fĂŒr das Tacitus Zitat
  115. ↑ Siehe: Die Schnippenburg im Fokus der ArchĂ€ologie
  116. ↑ Siehe hier
  117. ↑ Zeitungsmeldung zur Straßensperrung der WiehengebirgspĂ€sse
  118. ↑ ZĂ€hlung 2010, Siehe: LĂŒbbecker Kreiszeitung vom 11. Februar 2011, Lokalteil, Briefe an die Redaktion
  119. ↑ FlĂ€chennutzungsplan der Stadt LĂŒbbecke, Seite 2, Abb. „Entwicklungsmodell der Stadt LK“ (PDF) links unten auf der Seite
  120. ↑ Bundesverkehrswegeplan 2009, Abschnitt NRW (PDF)

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   Pierer's Universal-Lexikon

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