William Claude Fields

W. C. Fields (eigentlich: William Claude Dukenfield; * 29. Januar 1880 in Philadelphia, Pennsylvania, USA; † 25. Dezember 1946 in Pasadena, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Unterhaltungskünstler, Drehbuchautor und Schauspieler. In Nachspannen von Filmen ließ er sich auch Charles Bogle, Otis Criblecoblis oder Mahatma Kane Jeeves nennen. Fields spielte trinkfeste, missgünstige, schlecht gelaunte Männer, die unter anderem Frauen, Kinder, Hunde und Bankiers leidenschaftlich hassen. Er wurde zu einem Kult-Star der Filmkomödie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Dukenfield war das älteste von fünf Kindern des englischen Immigranten James Dukenfield und dessen aus Philadelphia stammenden Ehefrau Kate Felton. Er ging nur fünf Jahre zur Schule und verließ diese, um seinem Vater beim von Pferden gezogenen Gemüsestand zu helfen.

Nach verschiedenen Misshandlungen durch den Vater verließ er mit elf Jahren sein Zuhause, lebte für einige Zeit in einem Erdloch und war angewiesen auf gestohlenes Essen und Kleidung. Dadurch kam er in Konflikt mit der Polizei und wurde mehrmals ins Gefängnis geworfen. Sein erster echter Beruf war der eines Eis-Auslieferes. Aber bereits mit dreizehn Jahren war er auch schon ein erfahrener Pool-Billard-Spieler und Jongleur.

Im Vergnügungspark von Norristown (Pennsylvania) wurde er als Unterhaltungskünstler angestellt, mit einer Rolle, in der er vorgab, beim Jonglieren ständig seine Requisiten zu verlieren. 1893 erhielt er ein Engagement in Fortescue's Pier, Atlantic City. Als dort die Umsätze zurückgingen, dachte sich das Management der Unterhaltungshalle einen Trick aus, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erringen. Fields sollte einen Selbstmordversuch als Ertrinkender vortäuschen. Er überlebte natürlich.

Wirken

Mit neunzehn Jahren wurde Fields bereits als Distinguished Comedian (hervorragender Komödiant) angesehen, und er eröffnete Bankkonten in jedem Ort, in dem er auftrat. Mit 23 Jahren trat er im „Palace“ in London auf und zusammen mit Sarah Bernhardt in einer Sondervorstellung im Buckingham Palace. Er wurde an das Folies Bergère in Paris engagiert (neben einem jungen Charles Chaplin und Maurice Chevalier) und war auch als Künstler in den Ziegfeld Follies von 1915 bis 1921 im Programm.

Für ein Jahr gehörte Fields 1923 auch zur Besetzung eines damals hochgelobten Musicals, „Poppy“. 1925 verfilmte der Regisseur D. W. Griffith das Musical unter dem Titel Sally of the Sawdust und Fields gehörte ebenfalls zur Besetzung. In dem 15-minütigen Kurzfilm Pool Sharks (1915) konnte Fields seine Billard-Kenntnisse einbringen. Nach einer Umsiedlung nahe Burbank in Kalifornien sollten 37 Filme für das Paramount-Studio folgen. Aber auch im Radio war Fields zu hören, mit Spontan-Dialogen in den Charlie McCarthy-Radiosendungen von Edgar Bergen. 1939 wechselte Fields zur Universal, wo er Filme drehte, für die er selbst das Drehbuch verfassen und auch die Hauptrolle spielen konnte.

Obwohl in seinen Filmen der Alkohol eine wesentliche Rolle spielte (er wurde selten ohne einen „Drink“ in der Hand gefilmt), konnte sich von seinen Schauspielerkollegen jedoch niemand daran erinnern, dass er während der Filmarbeit tatsächlich einmal betrunken gewesen wäre. Im tatsächlichen Leben jedoch hatte er durchaus Probleme mit dem Alkohol.

Nach Untersuchungen von Filmhistorikern agierte Fields in nur einem einzigen Film genau so, wie es das Drehbuch vorschrieb, und das war in dem MGM-Film David Copperfield (1935), in der er die Rolle des Mr. Micawber spielte. Er wollte diese Rolle, die er nach einigen Drehtagen von dem erfolglosen Charles Laughton übernahm, so sehr, dass er ausnahmsweise auch einmal seine Abneigung, neben Kindern zu spielen, ablegte. Ansonsten sind zahlreiche Bonmots für diese Abneigung belegt.

Am 8. August 1900 heiratete Fields seine zeitweise Partnerin in seinen Jongleur-Auftritten, Harriet Hughes; die Ehe wurde bis zu Fields’ Tod nicht geschieden. Sein Sohn William C. „Claude“ Dukenfield wurde 1904 geboren. Fields hatte allerdings auch einen unehelichen Sohn mit seiner Freundin Bessie Poole, William Rexford Fields Morris.

1976 wurde ein Teil des Lebens von Fields mit Rod Steiger in der Hauptrolle verfilmt unter dem Titel der Bestseller-Biografie der Schauspielerin Carlotta Monti: W.C. Fields and Me. Monti war die letzten 14 Jahre als weitere Geliebte an Fields Seite. Das Filmscript wurde jedoch von einem Rezensenten der New York Times verrissen. Hauptdarsteller Rod Steiger wäre dem misanthropischen Komödianten überhaupt nicht gerecht geworden und hätte all seinen Text in einem monotonen Singsang eines drittklassigen Nachtclub-Comedians vorgetragen [1]. Die Filmmusik schrieb einer der bekanntesten US-amerikanischen Komponisten, Henry Mancini.

Aus Anlass des 100. Geburtstages von Fields erschien am 29. Januar 1980 in den USA eine 37-¢-Gedenkbriefmarke für ihn in der „Performing Arts and Artists“-Serie.

Fields ist beerdigt auf dem Forest Lawn Memorial Park Cemetery in Glendale, Kalifornien. Er erhielt einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame bei der Adresse 7000 Hollywood Blvd.

Bekannte Filme (Auswahl)

  • Beine sind Gold wert (Million Dollar Legs, 1932)
  • Hotel International (International House, 1933)
  • Alice in Wonderland (1933) (als „Humpty Dumpty“)
  • It's a Gift (1934)
  • Ehrlich währt am längsten (You Can't Cheat an Honest Man, 1939)
  • Mein kleiner Gockel (My Little Chickadee, 1940)
  • Der Bankdetektiv (The Bank Dick, 1940)
  • Gib einem Trottel keine Chance (Never Give a Sucker an Even Break, 1941)

Bemerkenswert sind die verschiedenen ungewöhnlichen – oft von ihm selbst ausgesuchten, seiner Aussage zufolge aber stets in irgendwelchen Auftrittsorten gelesenen[2] – Rollennamen, die Fields in seinen Filmen trug. Auswahl:
Professor Eustance McGargle, Elmer Prettywillie, Augustus Q. Winterbottom, J. Effingham Bellweather, Rollo La Rue, Egbert Sousè („accent grave upon the e“), Harold Bissonette, Ambrose Wolfinger, Larson E. Whipsnade, Cuthbert J. Twillie oder T. Frothingill Bellows.

Literatur

  • James Curtis: W. C. Fields. A Biography. Back Stage Books, New York 2004 ISBN 0-8230-8442-6
  • Donald Deschner: The Films of W. C. Fields. Citadel, New York 1966
  • William K. Everson: The Art of W. C. Fields. Bobbs-Merrill, Indianapolis 1967
  • Ronald J. Fields (Hrsg.): W. C. Fields by Himself. Prentice-Hall, Englewood Cliffs 1973
  • Ronald J. Fields: A Life on Film. St. Martins, New York 1984
  • Gene Fowler: Minutes of the Last Meeting. Viking, New York 1954
  • Carlotta Monti (mit Cy Rice): W. C. Fields and Me. Prentice-Hall, Englewood Cliffs 1971
  • Robert Lewis Taylor: W. C. Fields: His Follies and Fortunes. Doubleday, Garden City 1949

Anmerkungen

  1. http://en.wikipedia.org/wiki/W.C._Fields_and_Me#Critical reception
  2. Curtis, S. 300

Weblinks


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