Wohnbevölkerung

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Wohnbevölkerung

Unter Wohnbev√∂lkerung versteht man in der Bev√∂lkerungsstatistik alle Einwohner, die am ma√ügebenden Ort ihre alleinige Wohnung haben beziehungsweise bei Einwohnern, die mehrere Wohnsitze haben, nur diejenigen, die vom ma√ügebenden Ort aus ihrer Arbeit oder Ausbildung nachgehen. Die Z√§hlung der Wohnbev√∂lkerung erfolgt √ľber Volksz√§hlungen.

Definition

Bei dem heute von den meisten Statistischen √Ąmtern nicht mehr verwendeten Begriff z√§hlen also nur solche Personen als Einwohner, die am ma√ügebenden Ort ihren √ľberwiegenden Aufenthalt haben. Die Frage, ob es sich hierbei um die Haupt- oder Nebenwohnung handelt ist hier nicht ma√ügebend. Da in Universit√§tsst√§dten die Studenten meist nur mit einer Nebenwohnung gemeldet sind, ist dies unerheblich. Sie z√§hlen bei der Wohnbev√∂lkerung mit, weil sie in der Regel in der Universit√§tsstadt ihren √ľberwiegenden Aufenthalt haben.

Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit sowie Angeh√∂rige des Grenzschutzes und der Polizei in Gemeinschaftsunterk√ľnften werden der Wohnbev√∂lkerung ihrer Standortgemeinde zugerechnet. Dagegen werden Soldaten im Grundwehrdienst oder auf Wehr√ľbung zur Wohnbev√∂lkerung der Gemeinde gez√§hlt, in der sie vor ihrer Einberufung wohnten. Ausgenommen sind Angeh√∂rige der ausl√§ndischen Stationierungsstreitkr√§fte sowie der diplomatischen und konsularischen Vertretungen mit ihren Familienangeh√∂rigen. Bei der Volksz√§hlung am 17. Mai 1939 rechneten auch die ihrer Dienstpflicht nachgehenden Soldaten sowie die Arbeitsm√§nner und Arbeitsmaiden (dienstpflichtige Frauen) im Reichsarbeitsdienst zur Wohnbev√∂lkerung der Garnisonsgemeinde und nicht der Heimatgemeinde.

Geschichte

Die Erfassung der Einwohner nach der Definition der ‚ÄěWohnbev√∂lkerung‚Äú wurde im Deutschen Reich mit dem Datum der Volksz√§hlung vom 16. Juni 1925 (in √Ėsterreich ab 1923) eingef√ľhrt und ersetzte die bei der Z√§hlung am 1. Dezember 1871 (in √Ėsterreich ab 1869) zum ersten Mal verwendete Methode nach der Definition ‚ÄěOrtsanwesende Bev√∂lkerung‚Äú. Dieser heute meist nicht mehr verwendete Begriff beinhaltet alle Einwohner, die sich an einem bestimmten Stichtag an dem ma√ügebenden Ort aufgehalten haben, einschlie√ülich der Milit√§rpersonen. Dies f√ľhrte vor allem zu Problemen bei Personen, die sich auf Reisen befanden und somit gelegentlich sowohl an ihrem Aufenthaltsort und oftmals auch noch an ihrem eigentlichen Wohnort gez√§hlt wurden (Doppelz√§hlung). Fr√ľhere Methoden der Erfassung der Bev√∂lkerung waren nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren durchgef√ľhrt worden.

Der Begriff ‚ÄěWohnbev√∂lkerung‚Äú wurde im geltenden Melderecht durch den Begriff ‚ÄěBev√∂lkerung am Ort der Hauptwohnung‚Äú (Hauptwohnsitz) ersetzt (¬ß 7 der Meldeordnung der DDR vom 15. Juli 1965, ¬ß 12 des Melderechtsrahmengesetzes der Bundesrepublik Deutschland vom 16. August 1980 und ¬ß 1 des Meldegesetzes √Ėsterreichs von 1991). Die Meldeordnung der DDR von 1965 trat am 1. Januar 1966 in Kraft. Die neuen Gesetze auf Basis des Melderechtsrahmengesetzes von 1980 wurden in der Bundesrepublik in den einzelnen Bundesl√§ndern ab 1. April 1983 und nach der Wiedervereinigung auch in den neuen Bundesl√§ndern ab 3. Oktober 1990 eingef√ľhrt. In √Ėsterreich trat das Meldegesetz von 1991 am 1. Januar 1995 in Kraft.

Zur ‚ÄěBev√∂lkerung am Ort der Hauptwohnung‚Äú z√§hlen Personen, die im betreffenden Gebiet ihre alleinige beziehungsweise ihre Hauptwohnung haben. F√ľr Verheiratete mit mehreren Wohnungen, die nicht dauernd getrennt (die also gemeinsam in einem Haushalt) leben, gilt die Wohnung als Hauptwohnung, die sie als vorwiegend benutzte Wohnung gemeldet haben. F√ľr alle √ľbrigen Personen mit mehreren Wohnungen gilt die vorwiegend benutzte Wohnung als Hauptwohnung. Da Studenten oftmals nur einen Zweitwohnsitz in der Universit√§tsstadt haben, werden diese somit von den Statistischen √Ąmtern im Gegensatz zur Definition "Wohnbev√∂lkerung" nicht zu den Einwohnern des ma√ügebenden Ortes gerechnet.


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