Belize

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Belize
Belize
Flagge Belizes
Wappen Belizes
Flagge Wappen
Wahlspruch: Sub Umbra Floreo
(Latein, ‚ÄěIch bl√ľhe im Schatten‚Äú)
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Belmopan
Staatsform Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II.
vertreten durch Generalgouverneur Sir Colville Young
Regierungschef Premierminister Dean Barrow
Fläche 22.966 km²
Einwohnerzahl 307.899 (Schätzung Juli 2009)[1]
Bevölkerungsdichte 13,4 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[2] 1.274 Mio. US$ (158.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 4.098 US$ (85.)
Human Development Index 0,772 (93.)[3]
Währung 1 Belize-Dollar = 100 Cents
Unabhängigkeit von Großbritannien am 21. September 1981
Nationalhymne Land of the Free
Zeitzone UTC‚ąí6
Kfz-Kennzeichen BZ (vormals BH)
Internet-TLD .bz
Telefonvorwahl +501
Belize in its region.svg
Belize.png
Satellitenbild von Belize
Topographische Karte

Belize [beň°liňźz] ist ein Staat in Zentralamerika.

Fr√ľher als Britisch-Honduras (offizieller Name: British Honduras) bekannt. Dies war der Name der ehemaligen britischen Kolonie. Nationalfeiertag ist der Unabh√§ngigkeitstag, der 21. September. Seit 1981, dem Jahr der Unabh√§ngigkeit, ist Belize Mitglied des Commonwealth of Nations. Es ist das einzige Land Mittelamerikas, das keinen Zugang zum Pazifik hat.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Belize befindet sich im S√ľdosten der Halbinsel Yucat√°n und grenzt im Norden an Mexiko und im Westen an Guatemala. Im Osten von Belize liegt die Karibik.

Belize ist bis auf die im Landesinnern gelegenen Maya Mountains mit bis zu 1.122 m (Victoria Peak) leicht h√ľgelig bis eben. Das Land von der Gr√∂√üe Hessens ist nach El Salvador der zweitkleinste Staat des amerikanischen Kontinents. Belize besitzt trotz seiner kleinen Fl√§che sehr unterschiedliche Landschaften.

Grenze mit Länge
Guatemala 266 km
Mexiko 250 km
insgesamt* 902 km
*: inklusive K√ľstenlinie

Die Nordh√§lfte des Festlands von Belize ist ebenes Gebiet, das vor langer Zeit einmal Meeresgrund war. Heute ist das Land mit einer d√ľnnen Schicht Boden bedeckt, auf dem Busch und dichter tropischer Hartholzwald w√§chst. Die K√ľstenregion ist weder Land noch See, sondern eine durchfeuchtete, sumpfige Mischung aus beidem. Hier finden sich Mangroven und Gras, und dort, wo festeres Gel√§nde ist, wachsen Tussockgras, Zypressen und Ahorn.

Zentral-Belize besteht aus sandigem Boden, es ist das Land der Savannen. Rund 48 Kilometer s√ľdwestlich von Belize City steigt das Land auf 460 bis 1.120 Meter √ľber dem Meeresspiegel an: Das Mountain Pine Ridge und die Maya Mountains liegen hier. Reichhaltige Niederschl√§ge lassen zahlreiche B√§che entspringen, die aus den H√∂hen im Nordwesten den Macal River speisen. Der Macal River und der Mopan River vereinen sich schlie√ülich und bilden die Hauptzufl√ľsse des Belize River.

Im S√ľden von Belize ‚Äď mit den Maya Mountains als Wasserscheide Richtung S√ľdosten ‚Äď flie√üen Fl√ľsse auf ihren kurzen Wegen zur Karibik, ges√§umt von √ľberh√§ngenden Kliffs und H√∂hlen. Die Fl√ľsse haben mit ihrer Fracht aus Sand, Ton und Schlick √ľber die Jahre den K√ľsteng√ľrtel so angereichert, dass hier erfolgreich Zitrusfr√ľchte und Bananen produziert werden. Bei einem j√§hrlichen Niederschlag von rund 4.320 Millimeter wartet der S√ľden von Belize mit echtem Regenwald auf, in dem vor allem Farne, Palmen, Lianen und tropische Harth√∂lzer beheimatet sind.

Klima

Das Klima ist tropisch, mit vorherrschend von der Karibik her wehenden Winden. Die durchschnittliche Lufttemperatur beträgt 25,9 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit ist durch den Wind von See her gut zu ertragen. Der meiste Regen fällt zwischen Juni und Oktober, in dieser Zeit ist auch die Luftfeuchtigkeit am höchsten.

Klimadiagramm von Belize City

Die regionalen Unterschiede beim Wetter, die differierenden H√∂hen und geologischen Bedingungen sorgen f√ľr verschiedenartige hochinteressante Lebensr√§ume f√ľr Flora und Fauna. So lassen sich 49 verschiedene Arten von W√§ldern klassifizieren. Die H√∂chsttemperaturen √ľbersteigen im Sommer selten 36 Grad Celsius, im Winter fallen sie selbst nachts fast nie unter 16 Grad Celsius.

Regelmäßig auftretende Naturkatastrophen sind Hurrikans und infolgedessen Überflutungen. Ein Wirbelsturm zerstörte 1961 die damalige Hauptstadt Belize City, daraufhin wurde Belmopan 1970 zur Hauptstadt.

Wichtigste Städte

Belize City

Die größten Städte in Belize sind (Stand 1. Januar 2005): Belize City 61.461 Einwohner, San Ignacio 16.812 Einwohner, Orange Walk Town 15.298 Einwohner, Belmopan 13.381 Einwohner und Dangriga 10.750 Einwohner.

Belmopan ist seit 1970 Hauptstadt des Landes. Sie wurde auf Urwaldrodungen an den Ausl√§ufern des Maya Mountains errichtet und liegt im geografischen Mittelpunkt des Landes. Belmopans Einwohner sind zumeist Beamte. Die Stadt befindet sich in der ersten Phase eines 20-j√§hrigen Entwicklungsplans. Die Fassade des Parlamentsgeb√§udes auf dem Independence Hill wurde mit einem uralten Maya-Motiv geschm√ľckt.

K√ľste

Der K√ľste sind zahlreiche Korallenriffe, Sandb√§nke und Atolle ‚Äď wie Lighthouse Reef, Glover Reef und die Turneffe Inseln ‚Äď vorgelagert. Das vor Belize liegende Riff ist nach dem Great Barrier Reef zusammen mit seinen Cayes das zweitgr√∂√üte Korallenriff der Welt und das l√§ngste in der westlichen Hemisph√§re. Das Barriereriff zieht sich die gesamte K√ľste von Belize entlang und sch√ľtzt eine Vielzahl von Kleinriffen, Sandb√§nken und √ľber 1000 Inseln, die sogenannten Cayes (Aussprache: [ki:s]). Die meisten der Cayes und die K√ľste au√üerhalb der St√§dte und Siedlungen sind von dichten, ausgedehnten Mangrovenw√§ldern bestanden, die zugleich als Schutz fungieren.

Flora

Die Artenvielfalt in Belizes Flora ist sehr gro√ü. Es gibt mehrere Tausend Pflanzenarten, darunter √ľber 200 Orchideen und √ľber 500 verschiedene H√∂lzer. Die Vegetation von Belize ist tropischer Regenwald, vereinzelte Kiefernsavannen und Sumpfland und hat fast durchgehend eine von Mangroven bewachsene K√ľste. Rund 50 % der Fl√§che Belizes stehen unter Naturschutz.

Belizes Urwaldfl√§chen stellen den gr√∂√üten zusammenh√§ngenden Rest des tropischen Regenwaldes dar, der einst weite Teile Mittelamerikas bedeckte. Selbst auf Satellitenaufnahmen aus dem Weltraum ist dieses gr√ľne Herz Belizes gut erkennbar.

Fauna

Der schon von den Maya verehrte Jaguar ist heute noch wild im Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary anzutreffen. Außerdem gibt es viele verschiedene Vogelarten, unter anderen den bunten Tukan und viele weitere Tiere wie Flusskrokodile, Schlangen und Schmetterlinge.

Naturschutzgebiete

25 km s√ľd√∂stlich von Belmopan befindet sich der Blue Hole National Park, er ist ein Naturreservat, das eine Anzahl seltener Fauna und Flora beherbergt. Weitere Naturschutzgebiete sind der Five Blues Lake National Park, der Guanacaste Nationalpark, der Laughing Bird Caye Nationalpark, das Rio Bravo Naturschutzgebiet usw.

Provinzen, Provinzhauptstädte und Orte

Provinzen Belizes
Straße in Dangriga

Belize ist in sechs Provinzen unterteilt:

  1. Belize District:
  2. Cayo District:
  3. Corozal District:
    • Corozal Town (Provinzhauptstadt)
    • Chunox
    • Consejo
    • Little Belize
    • Louisville
    • Patchacan
    • Progresso
    • Xaibe
  4. Orange Walk District:
  5. Stann Creek District:
    • Dangriga (Provinzhauptstadt ‚Äď ehemals Stann Creek Town)
    • Mullins River
    • Placencia
    • Hopkins
  6. Toledo District:

Bevölkerung

Ethnische Gruppen

Der Anteil der indigenen Bev√∂lkerung liegt heute bei rund 11 %. Die gr√∂√üte Bev√∂lkerungsgruppe bilden die Mestizen, die Mischlinge zwischen Wei√üen und Indigenas. Dunkelh√§utige und Kreolen, deren Vorfahren von den Kleinen Antillen als Sklaven nach Belize kamen oder als Saisonarbeiter einwanderten, haben einen Bev√∂lkerungsanteil von rund 30 %. Eine Besonderheit in der Bev√∂lkerungsvielfalt stellen die Karifs oder schwarzen Kariben dar, weil sich hier die Schwarzen mit der indigenen Bev√∂lkerung mischten. Der Rest der Bev√∂lkerung sind eingewanderte Araber, meist Libanesen, sowie Chinesen und Inder. Zu der kleinen wei√üen Bev√∂lkerungsgruppe geh√∂ren Nachkommen von Einwanderern aus den USA und Gro√übritannien sowie deutschst√§mmige Mennoniten aus Mexiko. Diese geh√∂ren zu einem gro√üen Teil der konservativen Gemeinderichtung der so genannten "Altkolonier"-Mennoniten an. In ihren Siedlungen leben derzeit (2009) rund 6500 Menschen.[4]

Das Land z√§hlt zu den zentralamerikanischen Staaten mit der geringsten Bev√∂lkerungsdichte, weist aber ein √ľberdurchschnittliches Bev√∂lkerungswachstum auf.

Die Bev√∂lkerungsgruppen sind wie folgt verteilt: Mestizen 44 %, so genannte Kreolen (meist √ľberwiegend afrikanischer Herkunft) 30 %, Indigenas, √ľberwiegend Maya, 11 %, Garifuna 7 %, deutschst√§mmige (plautdietsche) Mennoniten 4 %, Inder 2 %, andere 3 %.

Altersstruktur

40,1 % der Bev√∂lkerung sind unter 15 Jahre alt (davon m√§nnlich 57.114 / weiblich 54.877), 56,4 % sind zwischen 15 und 64 Jahre alt (davon m√§nnlich 79.694 / weiblich 77.881) und 3,5 % sind √§lter als 65 Jahre (davon m√§nnlich 4.768 / weiblich 5.123). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 68,44 Jahren (M√§nner: 66,54 Jahre / Frauen: 70,44 Jahre). Das Durchschnittsalter der Bev√∂lkerung liegt bei 19,35 Jahren (M√§nner: 19,21 Jahre / Frauen: 19,49 Jahre). (Stand 2005)

Religion

2000 waren die Religionszugeh√∂rigkeiten wie folgt verteilt: R√∂misch-katholisch sind etwa 50 % der Bev√∂lkerung, Anh√§nger der Pfingstbewegung 7,4 %, anglikanisch 5,3 %, Adventisten 5,2 %, mennonitisch 4,1 %, methodistisch 3,5 % und Zeugen Jehovas 1,5 %. Etwa 1,0 % der Bev√∂lkerung (rund 2.800 Menschen) sind muslimisch, andere Religionsgemeinschaften machen 13 % aus, ohne Religionszugeh√∂rigkeit sind 9,4 %.

Sprachen

Sprachen in Belize sind Englisch (Amtssprache), Englisch-Kreolisch (Patois), Spanisch, Garifuna, Maya-Sprachen, Plautdietsch. Insbesondere bei den niederdeutschsprachigen Mennoniten ist zudem Standarddeutsch als Gottesdienst- und religiöse Unterweisungssprache in Gebrauch. Daneben wird in manchen (mennonitischen) Kolonien auch das Pennsylvania-Deutsch verwendet.

Geschichte

Altun Ha, Belize

Siehe auch Hauptartikel Geschichte Belizes

Vor den Europäern

Bereits etwa 2000 v. Chr. war die Region des heutigen Belize von den Maya besiedelt, deren Nachfahren heute noch im Land leben. Bedeutende arch√§ologische Funde aus jener Periode wurden in Cuello (Orange Walk District) entdeckt. W√§hrend der ‚Äěklassischen Zeit‚Äú der Maya-Zivilisation (etwa 250‚Äď900) entstanden kulturelle Zentren in Altun Ha, Xunantunich, Cahal Pech, Lamanai, Lubaantun, El Pilar und Caracol. Um das Jahr 900 kam die Bl√ľtezeit der Maya zu einem Ende.

Siehe auch die √úbersicht der Maya-Ruinen

Kolonialzeit

√úber die folgenden Jahrhunderte ist wenig bekannt. Gesichert ist, dass Nachkommen der Maya weiterhin das Land bewohnten und auch noch dort lebten, als im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer in die Region kamen. Viele von ihnen flohen in der Folge ins Landesinnere und es kam wiederholt zu K√§mpfen zwischen den urspr√ľnglichen Einwohnern und den europ√§ischen (spanischen und sp√§ter britischen) Kolonisatoren. Zwar war das Land f√ľr die Europ√§er wegen des Holzes der Tropenw√§lder von Interesse, aber aufgrund des anhaltenden Widerstandes der Bewohner und der gro√üteils unwegsamen K√ľsten und Bergregionen im Hinterland konzentrierten sie ihre Aktivit√§ten mehr auf die Gebiete der heutigen L√§nder Mexiko und Honduras ‚Äď wo vor allem auch Gold und Silber zu erbeuten waren.

Die K√ľsten Belizes boten allerdings ein ideales R√ľckzugsgebiet f√ľr britische Piraten, die von dort aus ihre Raubz√ľge gegen die spanischen Flotten unternahmen. Erst 1670 kam diese Piraterie zum Erliegen, als Gro√übritannien und Spanien in Madrid einen Vertrag unterzeichneten, um diese Praxis zu beenden. Die Baymen, wie die Piraten oder Freibeuter genannt wurden, weil sie sich vornehmlich im Golf (Bay) von Honduras aufhielten, suchten nun gezwungenerma√üen andere Einnahmequellen und fanden sie im Handel mit Tropenh√∂lzern. 1763 erhielten sie mit dem Vertrag von Paris von Spanien die Erlaubnis, in einem bestimmten Teil Belizes Holz zu gewinnen. F√ľr rund hundert Jahre blieb das die wichtigste Einnahmequelle der britischen Siedler in der Region. Mit der Waldarbeit einher ging bald auch Sklaverei. Die Arbeit war anstrengend und ab dem 18. Jahrhundert begannen die europ√§ischen Siedler damit, afrikanische Sklaven daf√ľr einzusetzen. Bis 1790 betrug der Anteil von Sklavenarbeitern an der registrierten Gesamtbev√∂lkerung, also ohne die nicht gez√§hlten Maya, rund 75 %. Erst 1833 wurde die Sklaverei im britischen Empire in Folge der industriellen Revolution, die neue Produktionsverh√§ltnisse schuf, abgeschafft. W√§hrend Sklavenhalter f√ľr den Verlust ihres ‚ÄěEigentums‚Äú, der befreiten Sklaven also, entsch√§digt wurden, erhielten diese weder eine Entsch√§digung, noch durften sie Land erwerben.

Britische Kolonialherrschaft

Mittelamerika war zu jener Zeit immer noch im Einflussbereich der Spanier, allerdings gestanden sie den britischen Siedlern nach und nach immer mehr Kontrolle zu. Am 10. September 1798 kam es in der Schlacht von St. George‚Äôs Caye schlie√ülich zur entscheidenden milit√§rischen Niederlage der Spanier und das Land stand nun de facto unter britischer Herrschaft. 1862 wurde es zur britischen Kronkolonie British Honduras. Die Siedler, die Baymen, f√ľhrten allerdings bereits unter spanischer Herrschaft ein weitgehend unabh√§ngiges und selbstbestimmtes Leben und behielten das auch unter britischer Herrschaft bei. Als gesetzliche Grundlage, eine Art Grundgesetz oder Verfassung, diente ab 1765 ‚ÄěBarnaby‚Äôs Code‚Äú.

1847‚Äď1901 kam es auf der Yucat√°n-Halbinsel (Mexiko) zum so genannten Kastenkrieg zwischen den urspr√ľnglichen Bewohnern, den Maya, und der spanischst√§mmigen Oberschicht. Die britischen Einwohner von Britisch Honduras belieferten die aufst√§ndischen Maya mit Waffen und Munition ‚Äď was ihnen eine willkommene Einnahmequelle er√∂ffnete. Das Land wurde im Verlauf des Krieges zum Ziel von Fl√ľchtlingen: zuerst von Mitgliedern der mexikanischen Oberschicht, die vor den Aufst√§ndischen flohen, und sp√§ter, als sie wieder die Kontrolle erlangte, von Maya. Letztere nahmen als Bauern mit ihrem landwirtschaftlichen K√∂nnen in der Folge gro√üen Einfluss auf die Entwicklung der n√∂rdlichen Provinzen des Landes.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs der Widerstand der vor allem nicht-europ√§ischen Bev√∂lkerung (Maya, Nachkommen von Sklaven) gegen die britischen Kolonialherren. Soldaten, die w√§hrend des Ersten Weltkrieges in der britischen Armee dienten, wurden dort wegen ihrer Hautfarbe blo√ü in Arbeitslagern eingesetzt, was die Unzufriedenheit weiter verst√§rkte. Die Zwischenkriegszeit und der Zweite Weltkrieg trugen dazu bei, dass die wirtschaftliche Situation noch schlechter und das Streben nach Unabh√§ngigkeit st√§rker wurde. Auch die Unabh√§ngigkeit Indiens 1947 verst√§rkte diese Bestrebungen. Bis 1962 waren politische Parteien entstanden und die Verwaltung des Landes bereits weitgehend selbstst√§ndig. 1973 wurde der Name von ‚ÄěBritish Honduras‚Äú in ‚ÄěBelize‚Äú ge√§ndert.

Unabhängigkeit

Unruhen in Belize, 21. Januar 2005

Am 21. September 1981 erfolgte schlie√ülich die Unabh√§ngigkeit von Gro√übritannien. Problematisch war allerdings weiterhin das Verh√§ltnis zum Nachbarland Guatemala, das Gebietsanspr√ľche stellte und nur durch den Verbleib britischer Truppen in Belize von einem milit√§rischen Vorgehen abgehalten werden konnte. Erst 1992 unterzeichnete die guatemaltekische Regierung einen Vertrag, der zwar Belizes Unabh√§ngigkeit anerkannte, aber nicht die Anspr√ľche auf Gebiete im Westen des Landes kl√§rte. Seit 2000 finden Verhandlungen zwischen den beiden L√§ndern statt, in denen Guatemala zumindest ein Seezugang √ľber Belize erm√∂glicht werden soll.

In den ersten Parlamentswahlen nach der Unabh√§ngigkeit 1984 siegte die United Democratic Party (UDP) √ľberlegen; Premierminister wurde Manuel Esquivel. F√ľnf Jahre sp√§ter √ľbernahm erneut Price das Amt des Regierungschefs, 1993 musste er es wiederum Esquivel und der UDP √ľberlassen. Entlassungen im √∂ffentlichen Dienst und Preissteigerungen f√ľhrten 1998 zu einem √ľberw√§ltigenden Wahlsieg der People‚Äôs United Party (PUP). Neuer Premier wurde Said W. Musa. Seine Wiederwahl 2003 verdankte er vor allem umfangreichen Infrastrukturma√ünahmen sowie der Schaffung von Wohnraum und Arbeitspl√§tzen. Dies trieb jedoch die Staatsverschuldung in die H√∂he, sodass sich die Regierung 2004 gezwungen sah, ein Sparprogramm aufzulegen.

Belize blieb von Kriegen und B√ľrgerkriegen, wie sie andere mittel- und s√ľdamerikanische L√§nder durchlebten, weitgehend verschont. Doch kam es Anfang 2005 aufgrund der Situation des Staatshaushalts und wegen geplanter Steuererh√∂hungen zu Unruhen in Belize.

Im Februar 2008 wurde die PUP durch einen Erdrutschsieg der UDP abgelöst. Regierender Premierminister ist Oliver Dean Barrow.

Politik

Verfassung

Nach der am 21. September 1981 in Kraft getretenen Verfassung ist Belize eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die belizische K√∂nigin, derzeit Elisabeth II., die durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Die Regierung wird vom Premierminister gef√ľhrt. Abgeordnetenhaus und Senat bilden die Legislative. Die Abgeordneten werden alle f√ľnf Jahre direkt gew√§hlt, die Senatoren auf Vorschlag der Regierung, der Opposition sowie eines Beirats aus Unternehmern, Gewerkschaften und Klerus ernannt.

Staatsoberhaupt

Staatsoberhaupt ist Elisabeth II., Königin von Belize und damit derzeitige Inhaberin des belizischen Throns. Ihr offizieller Titel lautet Elizabeth The Second, by the Grace of God, Queen of Belize and of Her Other Realms and Territories, Head of the Commonwealth. Ihr Vertreter im Land ist Generalgouverneur H.E. Sir Colville Young (seit 17. November 1993).

Siehe auch:

Regierung

Die Exekutive besteht aus einem Kabinett von derzeit 14 Mitgliedern, nebst vier Staatsministern. Verwaltungsm√§√üig gliedert sich Belize in die sechs Distrikte Belize, Cayo, Corozal, Orange Walk, Stann Creek und Toledo. In den Distrikthauptorten bestehen gew√§hlte Selbstverwaltungsk√∂rperschaften (Town Boards). Im Zuge der St√§rkung der lokalen Selbstverwaltung wurden im M√§rz 2001 auch Dorfr√§te gew√§hlt. Regierungschef ist Dean Barrow (UDP), der zugleich Premierminister, Minister f√ľr Finanzen, f√ľr Verteidigung und f√ľr den √Ėffentlichen Dienst ist.

Siehe auch:

Parlament

Die Gesetzgebung obliegt der aus zwei Kammern bestehenden Nationalversammlung mit einer Legislaturperiode von h√∂chstens f√ľnf Jahren. Das Abgeordnetenhaus besteht aus 31 nach Mehrheitswahlrecht direkt gew√§hlten Abgeordneten. Von den dreizehn Senatoren werden sechs, bzw. einschlie√ülich des Senatspr√§sidenten sieben auf Vorschlag der Regierung, drei auf Vorschlag der Opposition, drei auf Vorschlag eines Beirats aus Unternehmern, Gewerkschaften und Kirchen vom Generalgouverneur ernannt.

Die derzeitige, eher wirtschaftsliberal eingestellte Regierungspartei UDP hält seit den Wahlen vom März 2008 25 der 31 Sitze im Abgeordnetenhaus, die Opposition, die eher populistisch-partizipatorisch agierende PUP, 6 Sitze.

Justiz

Die Unabh√§ngigkeit der Gerichte wird in Belize von der Verfassung gesch√ľtzt. In der Praxis bestehen allerdings Einflussm√∂glichkeiten der Exekutive, weil einerseits Richter und Generalstaatsanwalt ihre Besch√§ftigungsvertr√§ge mit der Regierung abschlie√üen bzw. verl√§ngern m√ľssen, zum anderen prominente Regierungsvertreter auch w√§hrend der Dauer ihres √∂ffentlichen Amtes h√§ufig ihre anwaltliche Berufst√§tigkeit fortsetzen.

Das Oberste Gericht hat die Verfassungsm√§√üigkeit der Todesstrafe im April 1998 best√§tigt. Die letzte Hinrichtung in Belize fand 1985 statt. Seither hat der Privy Council in London als letztinstanzliches Gericht jeweils Vollstreckungsaufschub gew√§hrt bzw. auf Strafumwandlung entschieden. Belize hat im Fr√ľhjahr 2001 mit der Mehrheit seiner CARICOM-Partner die Gr√ľndungsakte f√ľr den ‚ÄěCaribbean Court of Justice‚Äú (CCJ) als k√ľnftige oberste straf- und zivilrechtliche Instanz der Region anstelle des britischen Privy Council unterzeichnet. Die Regierung hat im September 2004 dem Parlament auch ein Gesetz √ľber die Beteiligung am Trust Fund zur Finanzierung des CCJ vorgelegt.

Vor dem Hintergrund steigender Gewaltkriminalit√§t z. T. mit Drogentransit als Hintergrund fordert die √Ėffentlichkeit eine Wiederaufnahme der Vollstreckung. Diese W√ľnsche haben sowohl Regierung wie Opposition aufgenommen und die Regierung hat im September 2002 im Parlament (Repr√§sentantenhaus) Vorschl√§ge f√ľr entsprechende Verfassungs√§nderungen vorgelegt, im Juni 2003 jedoch wieder zur√ľckgezogen. Damit verbindet sich die Erwartung auf Unterst√ľtzung vor allem durch die EU bei der Verbesserung von Polizei, Justiz und Strafvollzug.

Parteien

Seit 1961 besitzt Belize ein Zwei-Parteien-System, das allerdings verfassungsmäßig nicht festgeschrieben ist. Jeder erwachsene Belizer kann in einem der 28 Wahlkreise als Kandidat antreten.

  • People‚Äôs United Party (Vereinigte Volkspartei) ‚Äď PUP
  • United Democratic Party (Vereinigte Demokratische Partei) ‚Äď UDP
  • National Alliance for Belizean Right (Nationale Allianz f√ľr Belizianisches Recht) ‚Äď NABR
  • Peoples National Party (Nationale Volkspartei) ‚Äď PNP
  • Vision Inspire the People (VIP) (seit 2004)
  • NRP (seit 2007)

Gewerkschaften

National Trade Union Congress of Belize als Dachorganisation sektoraler Einzelgewerkschaften, ferner (aber weniger bedeutend): Christian Workers' Union und Democratic Independent Union.

Militär

Die ‚ÄěBelize Defence Force‚Äú (BDF) besteht aus Berufssoldaten und Freiwilligen mit einer St√§rke von ca. 1500 Mann (andere Quellen: 1050 Mann), davon rund 700 Reservisten und zwei Z√ľge (Platoons) mit Soldatinnen. Die BDF wird gef√ľhrt von einem Brigadegeneral, einem Oberst und sieben Oberstleutnanten. Als Hauptaufgaben werden genannt: Abschreckung interner und externer Bedrohungen, Unterst√ľtzung der Polizei, Einbindung der Nachbarn und internationaler Partner. Traditionell kooperiert die BDF vor allem mit der britischen Armee (British Army Training Support Unit Belize ‚Äď BATSUB) und der US-Armee (Ausr√ľstungs- und Ausbildungshilfe). 2007 nahm erstmals ein Stabsoffizier der BDF an einem Generalstabslehrgang der F√ľhrungsakademie der Bundeswehr in Hamburg teil.

Ausr√ľstung

  • Heer: 2 Infanterie-Bataillone, 1 leichte Pionier-Kompanie, 1 Anti-Terror-Gruppe (Belize Special Assignment Group ‚Äď BSAG), 1 Freiwilligen-Bataillon, keine schwere Bewaffnung
  • Luftwaffe: ‚ÄěAir-Wing‚Äú, einige wenige Aufkl√§rungs- und Transportkapazit√§ten

K√ľstenwache

Der Belizean Coast Guard Service (BCGS) wurde im November 2005 unter Zusammenfassung von Ressourcen aus dem Marine-Anteil der Belize Defence Force, der Polizei, dem Zoll, der Einwanderungsbeh√∂rde und den Hafenbeh√∂rden aufgestellt. Hauptaufgabe ist die Bek√§mpfung des (Drogen-)Schmuggels. Eine wesentliche Finanzierung und Unterst√ľtzung erf√§hrt die K√ľstenwache im Rahmen eines Anti-Drogenprogramms durch das US-Au√üenministerium (Counternarcotics and Law Enforcement Country Program: Belize). Da die K√ľstenwache nicht √ľber Radar verf√ľgt ist sie nur bei Tageslicht im Einsatz.

Ausr√ľstung

  • 8 Schnellboote (ehemalige Kolumbianische Drogenboote mit starken Au√üenbordmotoren, welche konfisziert wurden, ohne Radar und GPS)
  • Ein Flugzeug stellt bei Bedarf die Belize Defence Force

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Vereinte Nationen, Commonwealth, CARICOM, Bewegung der blockfreien Staaten, AKP, OAS, CELAC, ACS; IWF, Karibische Entwicklungsbank (CDB), SICA, AOSIS

Bildung

Das der regionalen ‚ÄěUniversity of the West Indies‚Äú angeschlossene Kolleg wurde 2000 zur ‚ÄěUniversity of Belize‚Äú erweitert. Sie verf√ľgt √ľber eine humanwissenschaftliche und eine naturwissenschaftliche Abteilung. Ihre Abschl√ľsse werden im Ausland (d. h. USA) jedoch nur zum Teil anerkannt.

Wirtschaft

Zwar ist die Wirtschaft in den letzten Jahren stark gewachsen, die hohe Staatsverschuldung von 85 % des Bruttoinlandsprodukts schr√§nkt die wirtschaftspolitische Handlungsf√§higkeit jedoch stark ein. Noch immer lebt rund ein Drittel der Bev√∂lkerung unter der Armutsgrenze.

Hauptwirtschaftszweig ist die Gewinnung von Edelh√∂lzern, insbesondere Mahagoni. Neben dem Einsatz moderner S√§gewerke forstet man auch planm√§√üig den Bestand an Nutzholz auf. Die Baumst√§mme werden nach wie vor im Hochwasser der Fl√ľsse transportiert.

Im Juni 2000 wurde Belize von der OECD als ein Land aufgelistet, in dem Steuerflucht und Geldwäsche möglich sind. Es hatte bis zum Jahre 2005 Zeit, um diese Zustände zu beseitigen, um keine Sanktionen zu erhalten.

Landwirtschaft

Die f√ľr die landwirtschaftliche Nutzung geeigneten B√∂den werden nur wenig genutzt: die Menschen bauen auf kleinen Fl√§chen Mais, Bohnen, Reis, Maniok, Kochbanane und Gem√ľse f√ľr den eigenen Bedarf an. Die gr√∂√üten und modernsten Farmen sowie die Milchwirtschaft vor allem im Tal des Belize River und im Orange-Walk-Distrikt werden ma√ügeblich von der Volksgruppe der Mennoniten betrieben. Auf den meist in ausl√§ndischem Besitz befindlichen gr√∂√üeren Plantagen werden Zuckerrohr, Zitrusfr√ľchte, Bananen, Kakao und Kokosn√ľsse angebaut. Im tropischen Regenwald werden Edelh√∂lzer geschlagen, insbesondere Mahagoni. Reichhaltige Fischbest√§nde bilden die Grundlage f√ľr eine gut entwickelte K√ľstenfischerei. Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft liefern √ľber die H√§lfte der Exporterl√∂se.

Die Landwirtschaft erwirtschaftet ca. 20 % des Bruttoinlandsprodukts und √ľber 60 % der Exporterl√∂se und besch√§ftigt knapp ein Drittel der arbeitenden Bev√∂lkerung.

Industrie

Die schwach entwickelte Industrie beschränkt sich auf die Herstellung von Textilien und die Holz- und Nahrungsmittelverarbeitung.

Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes einschlie√ülich Energiesektor am BIP betr√§gt ca. 26 % (18 % der Arbeitspl√§tze).

Tourismus

Dringend ben√∂tigte Devisen bringen jedes Jahr etwa 200.000 Touristen (vor allem aus den USA) ins Land. Bei Tauchern und Surfern ist die Riffk√ľste sehr beliebt, Kulturinteressierte besuchen die Maya-Ruinen bei Orange Walk. Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt kann im Belize Zoo bestaunt werden. Bedeutsam ist auch der Kreuzfahrttourismus. Der weitere Ausbau des Tourismussektors wird durch das Fehlen gro√üer Hotelkomplexe und eine unzureichende Infrastruktur behindert.

Der Anteil des Tourismus an der wirtschaftlichen Gesamtleistung wird auf ca. 10 % gesch√§tzt.

Dienstleistungen

Dienstleistungen erwirtschaften insgesamt 56,5 % des Sozialprodukts.

Außenhandel

Nach Regierungsangaben weitete sich das Handelsdefizit 2001/02 u. a. wegen der Beseitigung der Hurrikan-Sch√§den (2000: Hurrikan ‚ÄěKeith‚Äú, 2001: ‚ÄěIris‚Äú) von 170,1 Mio. US-Dollar (2000) auf 186,7 Mio. US-Dollar (2001) und 196,6 (2003) aus. Insgesamt standen 2003 Importen im Wert von 541 Mio. US-Dollar Exporte in H√∂he von 344,4 Mio. US-Dollar gegen√ľber.

Mit einem Anteil von fast 50 % am gesamten belizischen Handelsvolumen (2001: 47,2 % aller Importe, 50,5 % aller Exporte) haben die USA eine dominierende Position; ihnen folgen Gro√übritannien (belizische Ausfuhren: 23 %, Einfuhren 2,7 %), Mexiko (Ausfuhren: 1 %, Einfuhren: 11,2 %) und die EU (ohne GB: Ausfuhren 6,7 %, Einfuhren 3,8 %). Dabei wird jedoch der umfangreiche ‚Äěkleine Grenzhandel‚Äú mit Mexiko (d. h. vor allem mexikanische Importe) kaum erfasst. Bei den Exporten spielt neben Agrar- und Fischereiprodukten in verschiedenen Verarbeitungsstufen der Textilsektor (Lohnveredelung f√ľr USA unter den im Mai 2000 vom Kongress erweiterten Pr√§ferenzbedingungen der ‚ÄěCaribbean Basin Initiative‚Äú) eine Rolle. Der Handel mit Deutschland ist 2003 mit deutschen Ausfuhren von 4,762 Mio. EUR (2002: 7,34 Mio. EUR) und Einfuhren von 1,69 Mio. EUR (2002: 2,17 Mio. EUR) quantitativ wenig bedeutend, im 1. Halbjahr 2004 war die Tendenz weiter fallend.

Import

Die Hauptimportg√ľter Belizes bestehen aus Maschinen, Brennstoffen, Nahrungsmitteln und Konsumg√ľtern aller Art.

Export

Die Hauptexportg√ľter Belizes bestehen aus Zucker, Zitrusfr√ľchten, Bananen, Kakao, Kokosn√ľssen, Rindfleisch, Fischen, Krebsen, Edelh√∂lzern und Bekleidung.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 412,5 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 376,5 Mio. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 2,5 % des BIP.[5]

Die Staatsverschuldung betrug 2008 961,7 Mio. US-Dollar oder 68,2 % des BIP.[6]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Verkehr

  • Stra√üe

Belize hat 2.872 km Stra√üe, von denen 488 km befestigt bzw. asphaltiert sind. Hauptstra√üen verbinden die acht St√§dte des Landes. In der Regenzeit wird der Verkehr oft durch heftige Wolkenbr√ľche teilweise unterbrochen, besonders in der N√§he der F√§hrh√§fen. Das Stra√üennetz ist nicht so gut wie das anderer mittelamerikanischer L√§nder, wird aber besonders im Norden st√§ndig ausgebaut. Das Fahren √ľber Land nach Einbruch der Dunkelheit sollte vermieden werden. An den Hauptstra√üen, die Belize City mit Mexiko bzw. Guatemala verbinden, und in gr√∂√üeren St√§dten befinden sich Tankstellen. Eine Pannenhilfe gibt es nicht. Es herrscht Rechtsverkehr.

  • Luft

Im Land gibt es 43 Flugpl√§tze, von denen 5 eine befestigte Landebahn besitzen. Linienfl√ľge verbinden t√§glich die gr√∂√üeren St√§dte. Maya Island Air (MW) und Tropic Air (PM) fliegen t√§glich von Belize City nach San Pedro (Ambergris Caye) sowie zus√§tzlich Caribee Air Service und Javier‚Äôs Flying Service und zu allen gr√∂√üeren Orten. Kleinflugzeuge k√∂nnen gemietet werden. Verschiedene Charterdienste fliegen von Belize City in die abgelegeneren Regionen. Der wichtigste internationale Flughafen ist der Philip S. W. Goldson International Airport in Ladyville au√üerhalb von Belize City.

  • Wasserwege

Es gibt 825 km befahrbare Wasserwege, die allerdings nur von kleinen Schiffen befahren werden k√∂nnen. Die Zuckerfabriken betreiben einen Motorbootservice an der K√ľste, Fahrpl√§ne gibt es nicht. Kleinere Motorboote verbinden die Cayes an der K√ľste mit Belize City. Auf den Fl√ľssen Belize, Hondo und New River waren Boote einst das einzige Verkehrsmittel ins Landesinnere. Seit dem Bau der befestigten Stra√üen sind sie jedoch fast verschwunden.

Die kosteng√ľnstigste Art in Belize zu reisen ist Busfahren. Busse verkehren im Linienverkehr und sind im Vergleich zu anderen mittelamerikanischen Standards sauber, ger√§umig und effizient.

Medien

Telekommunikation und Internet

In Belize werden etwa 34.800 Telefonanschl√ľsse betrieben, die nationale Telefongesellschaft hei√üt ‚ÄěBelize Telemedia Limited‚Äú. Telefonkarten sind an zahlreichen Orten erh√§ltlich.

Es gibt im Land etwa 110.000 Mobiltelefone. In allen sechs Bezirken bestehen Empfangs-/Sendem√∂glichkeiten f√ľr Mobilfunk. Das Unternehmen ‚ÄěBelize Telecommunications Ltd‚Äú (BTL) bietet hier ein PCS-1900-Netz an. Mobiltelefone k√∂nnen ebenfalls bei BTL u. a. am Phillip Goldson International Airport (PGIA) gemietet werden. Um in Belize mit dem eigenen Telefon mobil telefonieren zu k√∂nnen, ist ein offenes PCS 1900  Mobiltelefon notwendig. Mobiltelefone k√∂nnen in einer Niederlassung von BTL oder ‚ÄěDigicell‚Äú aktiviert werden. Prepaid-Karten k√∂nnen in vielen Gesch√§ften im ganzen Land gekauft werden.

Etwa 30.000 Menschen nutzen das Internet. Internetanbieter umfassen BTL und ‚ÄěBelize Web‚Äú. Es gibt ein ‚ÄěE-Mail Service Centre‚Äú im B√ľro von BTL in Belize City und Internetcaf√©s in Stadtzentren und Touristenregionen.

Die Nutzung von Internet-Telefonie (z.B. mit Skype) wird durch BTL landesweit verhindert.

Rundfunk

Nach Auflösung der staatlichen Broadcasting Corporation of Belize (1998) existieren mehrere Radiostationen sowie zwei Fernsehsender, Channel 5 und Channel 7. Auf den Internetseiten können täglich die Nachrichten per Videostream abgerufen werden.

Zeitungen

In Belize existieren keine Tageszeitungen, sondern nur vier Wochenblätter mit kleiner Auflage:

Belize Times (PUP-Blatt), Reporter (unabh√§ngig), Guardian (zuvor ‚ÄěPeople‚Äôs Pulse‚Äú, UDP-Blatt), Amandala (unabh√§ngig, aber pro PUP). Die San Pedro Sun wird in San Pedro auf Ambergris Caye herausgegeben, ist aber im ganzen Land erh√§ltlich.

Kultur

Abgesehen von der durch die modernen Massenmedien (Satelliten-TV) bewirkten Ausrichtung der Alltagskultur insbesondere der kreolischen Bevölkerung auf die USA, wird das kulturelle Leben in Belize weitgehend von den Eigenheiten seiner Geschichte, den Eigenheiten der einzelnen dort ansaessigen Gruppen (Maya, Mennoniten, Garifuna), sowie den spanischsprechenden Nachbarn bestimmt. Spanisch ist die einzige Pflichtfremdsprache.

Der bekannteste Musiker Belizes war der im Januar 2008 verstorbene Andy Palacio, der gleichzeitig der bekannteste Vertreter der Garifuna-Kultur war.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

  • Pen Cayetano ‚Äď K√ľnstler und Musiker aus Belize
  • Jamal ‚ÄěShyne‚Äú Barrow ‚Äď Rapper aus Belize
  • Baron Bliss ‚Äď Philanthrop
  • Zee Edgell ‚Äď Schriftsteller
  • Arlen Escarpeta ‚Äď Schauspieler
  • Manuel Esquivel ‚Äď Premierminister
  • Thomas Gann ‚Äď Entdecker
  • Marion Jones ‚Äď Sportlerin, Olympiasiegerin
  • Chito Martinez ‚Äď Baseballspieler
  • Said Musa ‚Äď ehem. Premierminister
  • Andy Palacio ‚Äď Musiker
  • George Cadle Price ‚Äď ehem. Premierminister
  • Sir Colville Young ‚Äď Governor-General

Feiertage

  • 1. Januar Neujahr
  • 9. M√§rz Baron-Bliss-Tag National Heroes and Benefactors Day
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • 1. Mai Tag der Arbeit
  • 21. Mai Commonwealth-Tag
  • 10. September St.-George‚Äôs-Caye-Tag
  • 21. September Unabh√§ngigkeitstag
  • 10. Oktober Kolumbus-Tag Panamerican Day
  • 19. November Garifuna-Tag Garifuna Settlement Day
  • 25./26. Dezember Weihnachten Christmas Day, Boxing Day

Quellen

  1. ‚ÜĎ CIA World Factbook: Belize abgerufen am 3. Mai 2010 (englisch)
  2. ‚ÜĎ International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  3. ‚ÜĎ Human Development Index
  4. ‚ÜĎ Altkolonier-Mennoniten in Belize
  5. ‚ÜĎ a b c The World Factbook
  6. ‚ÜĎ U.S. Department of State
  7. ‚ÜĎ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4

Weblinks

 Commons: Belize ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Belize ‚Äď geographische und historische Karten
Wiktionary Wiktionary: Belize ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
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