Wyoming

ÔĽŅ
Wyoming
Wyoming
Flag of Wyoming.svg Seal of Wyoming.svg
(Details) (Details)
Karte der USA, Wyoming hervorgehoben
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Cheyenne
Staatsmotto: Equal rights
Fläche: 253.336 km²
Einwohner: 563.626 (Zensus 2010) (2,22 E/km²)
Mitglied seit: 10. Juli 1890
Zeitzone: Mountain: UTC-7/-6
Höchster Punkt: 4207 m (Gannett Peak)
Durchsch. Höhe: 2040 m
Tiefster Punkt: 945 m Belle Fourche River
Gouverneur: Matt Mead (R)
Post/Amt/ISO WY/Wyo./US-WY
Karte von Wyoming
Karte von Wyoming
Geographische Karte Wyomings
Geographische Karte Wyomings

Wyoming (engl. Aussprache Zum Anh√∂ren bitte klicken! [wa…™ňąo äm…™Ňč]) ist mit gut 500.000 Einwohnern der bev√∂lkerungs√§rmste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika und nach Alaska der Bundesstaat mit der zweitgeringsten Bev√∂lkerungsdichte.[1][2] Er liegt im Westen der Vereinigten Staaten und steigt von den Great Plains Ost-Wyomings zu den Rocky Mountains hin an.

Der Name stammt aus der Sprache der Algonkin-Indianer und bedeutet ‚ÄěGro√üe Ebenen‚Äú. Er wurde der poetischen Erz√§hlung Gertrude of Wyoming entnommen, die Thomas Campbell 1809 geschrieben hatte.

Der gr√∂√üte Ort ist die Hauptstadt Cheyenne. Der Spitzname ist ‚ÄěEquality State‚Äú nach dem Motto des Staates: ‚ÄěEqual Rights‚Äú (deutsch: gleiche Rechte).

Inhaltsverzeichnis

Geographie, Flora und Fauna

Allgemeines

Mit seinen 253.336 km¬≤ ist Wyoming fl√§chenm√§√üig der zehntgr√∂√üte Bundesstaat der USA. Nach Colorado ist es mit 2044 m auch der durchschnittlich am zweith√∂chsten gelegene Staat der USA. Er befindet sich im westlichen Zentrum des US-Staatsgebiets und z√§hlt somit durch seine Lage (wie auch seine Kultur) zum sogenannten, legend√§ren (Wilden) Westen (daher auch der Kosename Cowboy State).

Wyoming erstreckt sich auf einer Breite von 450km zwischen 41¬į N bis 45¬į N und einer L√§nge von 580 km zwischen 104¬į3' W bis 111¬į3' W und geh√∂rt gemeinsam mit seinen s√ľdlichen und westlichen Nachbarstaaten Colorado und Utah zu den Bundesstaaten, deren Grenzen ausschlie√ülich nach geographischen L√§ngen- und Breitengraden definiert wurden. Die Grenzziehung beschreibt ein beinahe quadratisches Rechteck.

Im Prinzip ist das Gebiet von Wyoming ein weites, gebrochenes Plateau, aus dem verschiedene Bergk√§mme der Rocky Mountains aufragen. Aus einer Querschnittsperspektive gesehen, befindet sich dieses Plateau in einer Schr√§glage, die von einem h√∂her gelegenen Westen in einen tieferen Osten √ľbergeht. Diese Neigung beschreibt auch den √úbergang von den weiten √∂stlichen Ebenen der Pr√§rien √ľber zentrale Beckenlandschaften zum westlich gelegenen Felsengebirge. Wyoming ist also ein Staat, der die gro√üen Kulturlandschaften der Great Plains und der Rocky Mountains verbindet ‚Äď eine Position, die er nur mit drei der 50 weiteren Bundesstaaten teilt: Montana im Norden sowie Colorado und New Mexico im S√ľden.

Eine weitere geographische Bedeutsamkeit ist Wyomings Lage an der Great Continental Divide, der gro√üen kontinentalen Wasserscheide des nordamerikanischen Kontinents, die die Bundesstaatsfl√§che in nordwestlich-s√ľd√∂stlicher Richtung durchzieht. Sie verl√§uft entlang der Absaroka Range und Wind River Ranges und setzt sich im Great Divide Basin, und sp√§ter der Park Range (gro√üteils in Colorado), fort. Alle Fl√ľsse, die √∂stlich dieser Linie entspringen, entw√§ssern Richtung Osten und m√ľnden irgendwann alle in den Missouri River, der in den Mississippi River und schlie√ülich in den Atlantischen Ozean (Golf von Mexico) flie√üt. Jene Fl√ľsse, die westlich der Wasserscheide ihren Lauf beginnen, enden im Pazifik (entweder im offenen Ozean, wenn sie dem Columbia River westw√§rts folgen, oder im Golf von Kalifornien, wenn sie nach S√ľden in den Green River und sp√§ter den Colorado River entw√§ssern).

Wyoming kann in drei große geographische Räume gegliedert werden, die alle grob ein Drittel des Staatsgebiets umfassen: die Great Plains, die Intermountain Basins (Gebirgsbecken) und die Rocky Mountains.

Great Plains

Der √∂stliche Teil Wyomings wird von den Great Plains (gro√üen Ebenen) eingenommen, weitl√§ufigen Pr√§rien, die sich vom S√ľden Kanadas durch das Zentrum der USA bis hinunter an die mexikanische Grenze ziehen und eine wesentliche, weltweit bekannte Kulturlandschaft bilden. Sie gaben dem Staat auch seinen Namen, der der Cheyenne-Sprache entnommen ist und gro√üe Ebenen bedeutet.

Die Pr√§rien Wyomings sind einerseits durch g√§nzlich flache Landstriche gekennzeichnet, andererseits jedoch durch die vorherrschenden, sanft rollenden H√ľgel. Der Gro√üteil dieser Gegend ist von Kurzgras bewachsenen, weitgehend baumlosen Steppenlandschaften gepr√§gt, die nur an den Fl√ľssen z. T. von Pappeln und Geb√ľsch durchsetzt sind. Ackerbau (am ehesten Weizen) ist in diesen windigen, trockenen Weiten kaum m√∂glich, stattdessen wird extensive Weidewirtschaft betrieben.

In der Pr√§rie im Nordosten von Wyoming befindet sich am Belle Fourche River mit 945 m der tiefste Punkt des gesamten Bundesstaates. Dies schlie√üt jedoch gr√∂√üere Erhebungen in der selben Region nicht aus: die Pr√§rien Wyomings haben zu etwa einem Drittel Anteil an den Black Hills, den heiligen Bergen der Sioux und Cheyenne-V√∂lker, die sie Pah√° Sap√° (Lakota) oder Mo‚ÄôŇćhta-vo‚Äôhon√°aeva (Cheyenne/Algonkin) nennen. Das teils dicht mit Ponderosa-Kiefern bedeckte Inselgebirge erreicht in Wyoming H√∂hen von knapp √ľber 2000 m und beherbergt ein bekanntes Naturdenkmal: das Devils Tower National Monument, ein monumentaler vulkanischer Monolith, der 386 m √ľber dem Belle Fourche River emporragt und eine H√∂he von 1558 m erreicht. Den Sioux und Cheyenne und auch anderen First Nations ist dieser Berg heilig und tr√§gt in Lakota den Namen Mato Tipila (H√ľtte des B√§ren).

Rocky Mountains

Vornehmlich im Nordwesten des Bundesstaates und teilweise auch im S√ľdosten erheben sich gewaltige Gebirgsketten, die allesamt Teil der Rocky Mountains sind. Das Felsengebirge splittert sich in Wyoming in verschiedene Bergk√§mme auf, die sich gew√∂hnlich in nord-s√ľdlicher oder nordwestlich-s√ľd√∂stlicher Richtung erstrecken. Die Bighorn und Laramie Mountains begrenzen hierbei die Pr√§rien und markieren den √úbergang in ausgedehnte Beckenlandschaften, die von den Gebirgsz√ľgen eingerahmt werden.

Die beeindruckendsten Auffaltungen der Rocky Mountains in Wyoming sind die Absaroka, Tenton, Wind River und Wyoming Ranges, sowie die Bighorn Mountains im Nordwesten, denen die niedrigeren und weniger spektakul√§ren Laramie und Medicine Bow Mountains im S√ľdosten gegen√ľber stehen. Besonders hoch und wild zerkl√ľftet pr√§sentiert sich die Wind River Range, in der neun Viertausender in den Himmel ragen. Hier befindet sich auch die h√∂chste Erhebung Wyomings: der Gannett Peak, der je nach Messung 4202 m, 4207 m oder 4210 m erreicht.

Ein sehr gesch√§tztes Fotomotiv und Sinnbild m√§chtiger, unber√ľhrter Natur ist die Teton Range mit ihrem 4196 m hohen Grand Teton Peak, dem zweith√∂chsten Berg des Bundesstaates, am Rande des gleichnamigen Nationalparks s√ľdlich des Yellowstone-Nationalpark.

Grand Teton und Snake River

Aufgrund ihrer relativ ergiebigen Niederschl√§ge sind die Bergketten der Rocky Mountains dicht bewaldet. Wegen der H√∂he und der Rauheit des Klimas herrschen Nadelb√§ume vor, mit denen die Holzwirtschaft ein eintr√§gliches Gesch√§ft erzielt. Daneben liegen unter dem Fels wertvolle Rohstoffe wie √Ėlschiefer, Steinkohle, Eisenerz und Uran. Weiterhin ist der Berg-Tourismus (Wandern, Klettern, Canoeing und Rafting im Sommer, Skifahren in der Wintersaison) von Bedeutung.

Intermountain Basins (Gebirgsbecken)

Den dritten gro√üen geographischen Raum stellen ausgedehnte Becken dar, die vorwiegend im Zentrum und S√ľdwesten liegen und von den Gebirgsz√ľgen eingefasst werden, z. B. die Bighorn, Great Divide, Green River und Wind River Basins. Diese Becken sind relativ hoch gelegen (1000-2000 m), aber eben und gro√üteils mit Kurzgras oder niedrigem Buschwerk bedeckt. B√§ume gibt es kaum. Da sie sich direkt im Windschatten der gro√üen Bergketten befinden, sind diese Beckenlandschaften sehr niederschlagsarm und haben deshalb gelegentlich Halbw√ľstencharakter. Dennoch sind sie gemeinsam mit den Great Plains das Kerngebiet der Bev√∂lkerung und der Landwirtschaft. Ohne Bew√§sserung ist Ackerbau (vor allem Weizen und Zuckerr√ľben) hier jedoch kaum m√∂glich.

Eine Besonderheit stellt das Great Divide Basin dar, das eine zu- und abflusslose Halbw√ľste direkt an der kontinentalen Wasserscheide ist. Hier befindet sich die sogenannte Red Desert (rote W√ľste), eine rund 24.000 km¬≤ umfassende Halbw√ľsten- und W√ľstengegend, die f√ľr ihre Sandd√ľnen bekannt ist, die zu den m√§chtigsten der USA geh√∂ren. S√ľdwestlich davon schlie√üen sich bizarre Schluchten an, wie etwa die farbenpr√§chtige Flaming Gorge, die bereits an die weiter s√ľdwestlich liegenden Canyonlands in Utah und Arizona erinnern.

Fl√ľsse und Seen

Als ziemlich trockener Flecken der USA besitzt Wyoming naturgem√§√ü keine gr√∂√üeren Feuchtgebiete oder Seenlandschaften. Nur 0,7 % der Staatsfl√§che sind von Wasser bedeckt. Damit liegt Wyoming an zehntletzter Stelle unter den amerikanischen Bundesstaaten, gemeinsam mit anderen Staaten des Mittleren Westens und S√ľdwestens (Arizona, Colorado, Kansas, Nebraska, etc.).

Fast ein Viertel der gesamten Wasserfl√§che Wyomings wird vom Yellowstone Lake im gleichnamigen Nationalpark eingenommen, der sich √ľber 352 km¬≤ innerhalb der Parkgrenzen erstreckt. Er liegt auf 2376 m H√∂he, hat 177 km Uferl√§nge und misst bei einer mittleren Wassertiefe von 42 m an seiner tiefsten Stelle immerhin 118 m. Herausragend ist seine Stellung als gr√∂√üter S√ľ√üwassersee √ľber 2000 m in ganz Nordamerika. Eine fl√ľssige Oberfl√§che besitzt der Yellowstone Lake jedoch nur etwa die H√§lfte des Jahres (und selten w√§rmer als 15 ¬įC), da er in normalen Wintern von Anfang Dezember bis Ende Mai oder Anfang Juni zufriert. Die Eisschicht ist an vielen Stellen bis zu einem Meter dick, allerdings gibt es Bereiche, in denen flaches, ufernahes Wasser √ľber warmen Quellen liegt, die Eisbildung an diesen Stellen verhindern.

Der zweitgr√∂√üte See liegt unweit s√ľdlich und gleichfalls √ľber 2000 m Seeh√∂he. Es ist der 103 km¬≤ gro√üe Jackson Lake im Grand Teton National Park, der mit 134 m sogar tiefer als der Yellowstone Lake ist. Urspr√ľnglich kleiner, wurde die Wasserfl√§che durch einen Staudamm erweitert. Auch der Jackson Lake ist das halbe Jahr zugefroren und misst selten √ľber 15 ¬įC, auch in hei√üen Sommern.

Abgesehen von diesen beiden gro√üen Seen gibt es noch ein paar kleinere, die aber beinahe alle auf Flussaufstauungen zur√ľckgehen, so beispielsweise die Stauseen Bighorn, Boysen, Buffalo Bill, Flaming Gorge, Fontenelle, Glendo, Keyhole, Pathfinder und Seminoe Reservoirs, die allesamt von tragender Bedeutung f√ľr die Landwirtschaft und die Wasserversorgung der St√§dte sind. Die Flussl√§ufe Wyomings haben ihren Ursprung an den H√§ngen der Gebirgsketten, die die kontinentale Wasserscheide darstellen. Der l√§ngste Fluss auf Wyomings Staatsbiet ist der North Platte River im S√ľdosten mit einer L√§nge von √ľber 500 km. Er ist insofern auch von besonderem Rang, als an ihm drei der wasserreichsten Reservoirs liegen. Der Green River, mit fast 400 km drittl√§ngster Fluss, wird zu zwei gro√üen Stauseen aufgestaut, dem Fontenelle Reservoir und dem Flaming Gorge Reservoir, das sich bis ins benachbarte Utah zieht. Am Wind/Bighorn River, dem zweitl√§ngsten in Wyoming (rund 500 km) befinden sich die Bighorn und Boysen Reservoirs, an denen der Ertrag der Landwirtschaft des Bighorn Basins h√§ngt. Weitere Flussl√§ufe von Bedeutung sind der Snake River, der Belle Fourche und der Powder River, der die Pr√§rie im Nordosten durchzieht, die Fl√ľsse Sweetwater und Laramie River im S√ľdosten, die beide den North Platte speisen, die s√ľdwestlich gelegenen Black Fork, Hams Fork und Sandy Rivers, die in den Green River m√ľnden, sowie die kleineren Zubringerfl√ľsse des Wind oder Bighorn River im Bighorn Basin: Greybull, Gooseberry, Nowood und Shoshone.

Fauna

Die hochgelegenen Plains in Wyoming sind die Heimat von Hasen, Pr√§riehunden, Kojoten, Gabelb√∂cken, Klapperschlangen, Habichten, Moorh√ľhnern und Fasanen. Bisons wie auch Gabelb√∂cke waren Ende des 19. Jahrhunderts in den Plains aufgrund √ľberm√§√üigen Jagens beinahe ausgerottet, ihr Bestand konnte sich aber dank weitreichender Schutzma√ünahmen stabilisieren. Nachdem die Gabelb√∂cke unter Schutz gestellt worden waren, vermehrten sie sich wieder von etwa 5000 Tieren im Jahre 1903 auf heute mehr als eine halbe Million. Damit leben in Wyoming mindestens so viele Gabelb√∂cke wie Menschen. Wyoming hat dar√ľber hinaus die h√∂chste Gabelbock-Population in den USA und besitzt in der Red Desert mit 40.000-50.000 Exemplaren auch die gr√∂√üte zusammenh√§ngende Herde dieser Tiere in den USA. Die Bisons, von denen zu Kolumbus' Zeiten Sch√§tzungen zufolge zwischen 30 und 70 Millionen in gewaltigen Herden den nordamerikanischen Kontinent durchzogen, waren Ende des 19. Jahrhunderts auf unter 1000 Exemplare dezimiert worden. Einerseits verloren die massigen Tiere gro√üe Teile ihres Habitats und wurden durch die zunehmende Besiedelung an ihren Migrationsz√ľgen gehindert, andererseits wurden sie in weit √ľberzogenem Ma√üe bejagt, vor allem nachdem offensichtlich geworden war, dass mit dem Bison auch viele Indianerv√∂lker untergehen w√ľrden. Eine der letzten kleinen Bisonherden erhielt mit dem Yellowstone-Nationalpark ein gesichertes R√ľckzugsgebiet. Ihr Bestand konnte sich dort stabilisieren und lag im Jahr 2007 bei 4700 Tieren. Dies ist die gr√∂√üte frei lebende Herde in den gesamten USA. Zudem gibt es in Wyoming, ebenso wie in etlichen anderen Bundesstaaten, bl√ľhende Bison-Ranches, in denen allein in Wyoming tausende Tiere gez√ľchtet werden. Die Nachfrage nach Bisonfleisch und -leder ist erheblich.

Im Gegensatz zu den Plains sind die Rocky Mountains in Wyoming teilweise bewaldet. In den niederen Bereichen der Rockies leben Pumas, Rotluchse und Maultierhirsche, in den h√∂her gelegenen Bereichen Dickhornschafe und Schneeziegen. Des Weiteren finden sich in den Bergen S√§ugetiere wie Grauh√∂rnchen, Streifenh√∂rnchen, Waschb√§ren, Baumstachler und Skunks, in der Yellowstone-Region auch Wapitis, Elche, W√∂lfe, Schwarz- und Grizzlyb√§ren. Bis in die fr√ľhen Jahre des 19. Jahrhunderts waren Biber in den Bergen Wyomings weit verbreitet. Sie wurden ihrer Pelze wegen beinahe ausgerottet. Heute sind sie gesch√ľtzt, ihr Bestand erholt sich langsam.

Unter den Hirscharten sind Wapitis (dieser Name entstammt der Sprache der Blackfoot-Indianer und bedeutet wei√ües Hinterteil, im Englischen werden sie als elk (nicht zu verwechseln mit Elch (=moose) bezeichnet) und Maultierhirsche (mule deer) die bekanntestes Vertreter. In Wyoming gibt es ca. 106.000 Wapitis (Stand 2001) und die gr√∂√üte W√ľsten-Wapiti-Herde (desert elk herd) der Welt in der Red Desert. Die Zahl der Maultierhirsche d√ľrfte in die Hunderttausende gehen, wobei in der Red Desert alleine 40.000-50.0000 Exemplare anzutreffen sind.

Die nach wie vor gef√§hrdeten Grizzlyb√§ren findet man vorwiegend im Gr√∂√üeren Yellowstone-√Ėkosystem, wo mit 500-600 Tieren die gr√∂√üte Population in den USA lebt (insgesamt rund 1400 in Montana, Idaho, Washington und Wyoming im Gegensatz zu 50.000-100.000 vor der Entdeckung Nordamerikas bzw. dessen Besiedelung durch Europ√§er).

Die Zahl der Dickhornschafe liegt bei rund 6000 (Stand 2004) und die der Schneeziegen bei 100 bis 200 Exemplaren. Die Schneeziegen, die vorwiegend in und um den Yellowstone-Nationalpark leben, stellen insofern ein Problem dar, als sie urspr√ľnglich nicht in Wyoming heimisch waren. Laut der Yellowstone-Parkverwaltung haben sie sich hier aber gut eingelebt und bedrohen die Authentizit√§t der Fauna in der Region.

Ausdehnung des Staatsgebietes

Wyoming erstreckt sich auf einer Breite von 450 km zwischen 41¬į N bis 45¬į N und einer L√§nge von 580 km zwischen 104¬į3' W bis 111¬į3' W.

Gliederung der 23 Countys Wyomings

Nachbarstaaten

Wyoming grenzt im Norden an Montana, im Osten an South Dakota und Nebraska, im S√ľden an Colorado und im Westen an Utah und Idaho. Neben Colorado ist Wyoming einer von nur zwei US-Bundesstaaten, der ausschlie√ülich von zwei Breiten- und zwei L√§ngengraden begrenzt wird.

Countys

Klima

Wyoming besitzt ein semi-arides, kontinentales Klima, das mit allerlei Extremen aufwarten kann. Es wird durch mehrere geographische Faktoren geprägt, die sich auf verschiedene Art und Weise in den klimatischen Bedingungen widerspiegeln.

√úberblick

Die Lage des Bundesstaates im Herzen des nordamerikanischen Kontinents, fernab jeglicher gr√∂√üerer Wasserfl√§chen die sich ausgleichend auf das Klima auswirken k√∂nnten, sorgt f√ľr ein streng kontinentales Klima, das sich durch hei√üe Sommer, kalte Winter und geringe Niederschl√§ge auszeichnet. Die relativ hohe Lage weiter Teile des Landes (es gibt kaum Gegenden, die unter 1000 m Seeh√∂he liegen) gepaart mit s√ľdlicher Lage (grob zwischen dem 41. und 45. Breitengrad, was in Europa etwa der H√∂he Mittelitaliens, S√ľdfrankreichs und Nordspaniens entspricht) und trockener Luft, sorgt f√ľr starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Zudem wirken sich die Rocky Mountains entscheidend aus: Sie stellen einerseits eine regelrechte Barriere dar, die feuchte und regenreiche Luftmassen vom Pazifik abschirmt und so f√ľr semi-aride Verh√§ltnisse in ihrem Regenschatten sorgen. Andererseits erm√∂glicht ihre Auffaltung in nord-s√ľdlicher Richtung einen mehr oder weniger ungehinderten Austausch der Luftmassen parallel dazu. Das hei√üt es kann das ganze Jahr √ľber zu pl√∂tzlichen polaren Kaltlufteinbr√ľchen kommen. Drittens erm√∂glicht das Gebirge aber auch genau den gegenteiligen Effekt: warme Fallwinde - bekannt als Chinook (vergleichbar dem Alpenf√∂hn) - k√∂nnen vor allem im Winter f√ľr ungew√∂hnlich milde Temperaturen sorgen. Schlie√ülich bedingen die Lage nahe dem Jet-Stream, sowie weite, h√ľgelige Pr√§rielandschaften und Hochebenen ziemlich windige Gegebenheiten.

Detail

Im Detail lassen sich zwei lokale Klimatypen erkennen: Einerseits weisen die ausgedehnten Pr√§rien, Hochebenen und Becken im Zentrum, Osten und S√ľdwesten Wyomings ein kontinentales Steppenklima auf ‚Äď etwa das Powder River Basin, Bighorn Basin, Great Divide Basin und Green River Basin, die mit den gr√∂√üten Orten (Casper, Cheyenne, Gillette, Green River, Rawlins, Rock Springs und Sheridan) auch ein Gros der Bev√∂lkerung vereinen. Andererseits herrscht in den Gebirgsketten und Hocht√§lern √ľber 1900 m ein Gebirgsklima vor ‚Äď das betrifft z. B. die Absaroka Range, die Bighorn Mountains, Laramie Mountains, Wind River Range und Wyoming Range, die sich in nord-s√ľdlicher Richtung durch den Bundesstaat ziehen und mehrere Gipfel √ľber 4000 m besitzen; in diesen Klimabereich f√§llt auch der gesamte weltbekannte Yellowstone-Nationalpark, der durchg√§ngig √ľber 2000 m liegt, und das s√ľdlich anschlie√üende Gebiet von Jackson Hole, das f√ľr seine Wintersportm√∂glichkeiten ber√ľhmt ist.

Steppenklima

Das Steppenklima der Pr√§rien zeichnet sich durch ausgesprochen kalte, aber sehr trockene Winter aus. Die Monate Dezember, Januar und Februar sind die trockensten des ganzen Jahres; die Temperaturen fallen des Nachts im Durchschnitt auf -13 bis -8 ¬įC. w√§hrend die Tagesh√∂chstwerte trotz klirrenden Morgenfrosts meist um den Gefrierpunkt oder im zarten Plusbereich angesiedelt sind (typischerweise -1 bis +4 ¬įC). K√§ltewellen, die ungehindert aus dem Norden einfallen k√∂nnen sorgen gelegentlich f√ľr erhebliche Temperaturst√ľtze und strengen Frost: dann kann es nachts auf unter -30 ¬įC abk√ľhlen, und oft steigen auch tags√ľber die Temperaturen nicht √ľber -15 ¬įC. Blizzards k√∂nnen auch pl√∂tzliche, starke Schneef√§lle einleiten, die das √∂ffentliche Leben lahm legen k√∂nnen. Wenn hingegen der warme Fallwind Chinook in den Becken und Ebenen durchgreift, kann es gut und gerne +15 ¬įC geben (sogar in der Nacht); an Spitzentagen sind bis zu +20 ¬įC m√∂glich.

Im Fr√ľhling und Fr√ľhsommer steigt mit den Temperaturen auch die Feuchtigkeit. Es kann an bis zu zehn Tagen im Monat Niederschlag fallen (das ergibt zwischen 30 und 65 mm Niederschlag, was in weiten Teilen Mitteleuropas selbst in den trockensten Monaten selten erreicht wird!). Im Sommer f√§llt der Regen h√§ufig in Form heftiger Gewitter, die sich √ľber den aufgeheizten Pr√§rien entladen und oft verheerenden Hagel, Sturm oder Blitzschlag bringen. Im Hochsommer wird es wieder trockener, und die Temperaturen steigen auf ein Durchschnittsmaximum von 27-33 ¬įC tags√ľber. Nachts k√ľhlt es in den meisten Gegenden allerdings durch H√∂henlage, Trockenheit und Hochdruckzonen empfindlich ab (9-14 ¬įC); au√üer im Juli und August kann es √ľberall Morgenfrost geben. Andererseits sind Hitzewellen von √ľber 35 ¬įC nicht selten, vielerorts wurden bereits mehr als 40 ¬įC gemessen; damit gehen h√§ufig Trockenperioden einher, in denen jeglicher Niederschlag wochenlang ausbleiben kann. Im Herbst gibt es wieder einen geringf√ľgigen Feuchtigkeitsanstieg, bevor mit dem Frost im Winter erneut sehr trockene Verh√§ltnisse vorherrschen.

Manche T√§ler bekommen im Regenschatten der Rockies so wenig Niederschlag ab, dass sie als Halbw√ľsten bezeichnet werden k√∂nnen, so z. B. das Bighorn Basin, in dem im Jahr nur 130-200 mm Niederschlag fallen.

Gebirgsklima

Im Gebirge ist es generell k√ľhler und feuchter. In den Bergketten und Hocht√§lern, vor allem im gebirgigen und hochgelegenen Nordwesten des Bundesstaates (mit Yellowstone und Jackson Hole), herrscht von Anfang Dezember bis Ende Februar Dauerfrost (z. B. Jackson: Nacht -18, Tag -4 ¬įC; bis unter -40 ¬įC m√∂glich). Dort kommt es im Gegensatz zu den Ebenen in der Winterjahresh√§lfte zum Niederschlagsmaximum, das ergiebig und meist in Form von Schnee f√§llt. Davon profitieren schneesichere Skigebiete in Jackson Hole und Umgebung, die bis zu 8 m Schnee pro Jahr ausfassen. Dies liegt an einem h√§ufigen Wolkenstau, bedingt durch die Westwinddrift, die vom Pazifik feuchte Luftmassen Richtung Rocky Mountains schaufelt, wo sie ihre nasse Fracht abladen.

Bis sp√§t in den Mai hinein k√§mpfen Winter und Fr√ľhling in den Gebirgsregionen, jagen sich Regenschauer, Sonne und Schneest√ľrme. Erst im Hochsommer setzt sich trockeneres und w√§rmeres Wetter durch.

Prinzipiell kann es in Lagen √ľber 2000 m jedoch zu jeder Jahreszeit schneien, auch im Juli. Die Sommer fallen generell sehr unterschiedlich aus: manchmal werden die Bergt√§ler unabl√§ssig von heftigen Gewittern heimgesucht, Hagel, Sturm, Blitzschlag und Starkregen inklusive, dann wieder ist es sehr trocken und sonnig; in manchen Jahren zeigt sich der Sommer sehr k√ľhl (im Ort Jackson gibt es Sommer, in denen nie √ľber 25 ¬įC gemessen wurden), in anderen beinahe hei√ü (in Jackson wurden beispielsweise bis zu 36 ¬įC gemessen). Morgenfrost gibt es praktisch jeden Sommer.

Wetterextreme

Die stark kontinentale Pr√§gung des Klimas von Wyoming, gepaart mit lokalen Gegebenheiten, f√ľhrt zu h√§ufigen Wetterextremen. Im Winterhalbjahr sind dies vor allem Blizzards, die von Norden her einfallen und durch Eisregen und heftige Schneef√§lle das √∂ffentliche Leben lahm legen k√∂nnen. Au√üer im Hochsommer besteht immer Blizzardgefahr. Den Blizzards gegen√ľber stehen die Extreme des Sommers: Wochen flirrender Hitze und ohne jeglichen Niederschlag setzen der Landwirtschaft regelm√§√üig stark zu, ebenso wie die heftigen (Hagel-)Gewitter, die zahlreich niedergehen. Der S√ľdosten des Bundesstaates liegt zudem im Einzugsbereich von Tornados, die zwar bedeutend weniger h√§ufig und zerst√∂rerisch auftreten wie in den weiter s√ľdlich gelegenen Pr√§rien, aber dennoch immer wieder √ľbers Land fegen. Ein Wetterph√§nomen, das saisonunabh√§ngig auftritt, sind beachtliche Temperaturst√ľrze. W√§hrend die Tages- und Nachtschwankungen bereits erheblich sein k√∂nnen (bis zu 30 ¬įC), lassen Luftmassenwechsel oder andere Windph√§nomene (Blizzards, Chinook) immer wieder die Temperaturen innerhalb weniger Stunden enorm steigen oder fallen. Temperaturschwankungen von bis zu 40 ¬įC innerhalb von 24 Stunden wurden bereits beobachtet.

Die k√§lteste je in Wyoming gemessene Temperatur betr√§gt -54,4 ¬įC (= ‚Äď66 ¬įF). Dieser Rekord stammt aus gleich zwei Ortschaften, Riverside (2177 m) im S√ľden des Bundesstaates und Moran (2057 m) im Nordwesten nahe dem Yellowstone-Park, dem k√§ltesten st√§ndig bewohnten Ort Wyomings, und wurde am 9. Februar 1933 gemessen. √Ąhnlich niedrige Werte wurden seither nur im Yellowstone-Gebiet erreicht (-54 ¬įC). Die h√∂chste Temperatur wurde im Ort Basin im generell als hei√ü und trocken bekannten, halbw√ľstenhaften Bighorn Basin im n√∂rdlichen Zentrum registriert: sie betrug am 8. August 1983 46,7 ¬įC (=116 ¬įF).

Bevölkerung

Historische Einwohnerzahlen
Census Einwohner ¬Ī in %
1870 9118 ‚ÄĒ
1880 20.789 100 %
1890 62.555 200 %
1900 92.531 50 %
1910 145.965 60 %
1920 194.402 30 %
1930 225.565 20 %
1940 250.742 10 %
1950 290.529 20 %
1960 330.066 10 %
1970 332.416 0,7 %
1980 469.557 40 %
1990 453.588 -3 %
2000 493.782 9 %
2010 563.626 10 %
Vor 1900[3]

1900‚Äď1990[4] 2000[5]

2005 wurde die Bevölkerungszahl Wyomings auf 509.294 geschätzt. Damit hätte die Zahl innerhalb eines Jahres um 3.407 Personen zugenommen, was einem Bevölkerungswachstum von 0,7 Prozent entspricht. Seit der Volkszählung von 2000 stieg die Bevölkerung aufgrund einer höheren Geburts- als Sterberate um 12.165 und aufgrund einer höheren Zu- als Abwanderung um 4035 Personen. 2004 lag der Ausländeranteil bei 11.000 Personen (2,2 Prozent).

Im Jahre 2000 waren 88,9 Prozent der Bevölkerung Weiße, 6,4 Prozent Hispanics, 2,3 Prozent Indianer, 0,8 Prozent Schwarze, 0,6 Prozent Asiaten und 2,5 Prozent andere. 1,8 Prozent gehörten mehreren Rassen an. Über ein Viertel der Bevölkerung (25,9 Prozent) hatten deutsche Vorfahren, 15,9 Prozent englische, 13,3 Prozent irische, 6,5 Prozent amerikanische und 4,3 Prozent norwegische.

Die Gegend war bereits vor den Wei√üen Einwanderern sehr d√ľnn besiedelt, was vor allem auf ung√ľnstige geographische und klimatische Faktoren zur√ľckzuf√ľhren ist. Die derzeit rund 12.000 Native Americans in Wyoming geh√∂ren vorwiegend den beiden St√§mmen der Cheyenne und Arapaho an. Beinahe die gesamte Urbev√∂lkerung lebt im einzigen Reservat des Bundesstaates im westlichen Zentrum: der Wind River Indian Reservation, die mit 9148 km¬≤ als fl√§chenm√§√üig siebtgr√∂√üte Reservation in den USA gereiht ist.

Religionen

Die Katholische Kirche ist mit 80.421 Mitgliedern die mitgliederstärkste Religionsgemeinschaft in Wyoming. Es folgt die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) mit 47.129 Anhängern. Die größte protestantische Gruppierung ist die Southern Baptist Convention mit 17.101 Anhängern.[6]

Verbreitung der Religionen
   Religion  Prozent
1. Protestantisch 53 %
2. R√∂misch-Katholisch 18 %
3. Mormonen 7 %
4. Andere Religionen 1 %
5. Keiner offiziellen Religion zugeh√∂rig 21 %

Bildung

Wyoming zählt insgesamt acht Colleges: Casper College, Central Wyoming College, Eastern Wyoming College, Laramie County Community College, Northwest College, Sheridan College, Western Wyoming Community College, Wyoming Technical Institute.

Die University of Wyoming in Laramie ist die einzige Universität des Bundesstaates.

Größte Städte

Die Kleinstadt Cody liegt ungef√§hr 40 km √∂stlich des Yellowstone-Nationalparks. Sie beherbergt ein Buffalo-Bill-Museum, das dem Andenken an William Frederick ‚ÄöBuffalo Bill‚Äė Cody (1846‚Äď1917) dient. Buffalo Bill war Ende des 19. Jahrhunderts Mitbegr√ľnder der Stadt Cody.

Geschichte

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Wyoming zu einem gro√üen Teil von Indianern folgender St√§mme bewohnt: Absarokee, Arapaho, Bannock, Cheyenne, Lakota, Pawnee, n√∂rdliche und √∂stliche Shoshone sowie Ute. Als die Wei√üen von Osten weiter und weiter nach Westen vordrangen, gerieten die Indianerst√§mme Wyomings immer st√§rker unter Druck.

Seit Ende des 17. Jahrhunderts geh√∂rte Wyoming mit Ausnahme des S√ľdwestens zur franz√∂sischen Kolonie Louisiana. 1762 ging das Territorium an Spanien, 1800 wiederum an Frankreich. Drei Jahre sp√§ter erwarben die USA mit dem Louisiana Purchase das Gebiet der Louisiana-Kolonie f√ľr 15 Millionen US-Dollar. Der s√ľdwestliche Teil geh√∂rte erst zu Utah.

South Pass im S√ľdwesten Wyomings

Ende des 18. Jahrhunderts stie√üen im Norden m√∂glicherweise franz√∂sische Fallensteller als erste Wei√üe in das Gebiet von Wyoming vor, gesichert sind aber erst die Reisen von John Colter im Jahre 1807 in die Yellowstone-Gegend. Seinen Berichten von Geysiren und anderen hei√üen Quellen schenkte kaum jemand Glauben. Zwanzig Jahre sp√§ter erkundete Jim Bridger den S√ľdpass √ľber die Rockies. Diese Route wurde ab 1841 Teil des Oregon Trails, √ľber den viele Pioniere nach Westen vorstie√üen. Entlang des Trails schossen in kurzer Zeit viele Forts aus dem Boden, in Wyoming zum Beispiel Fort Laramie (1834) und Fort Bridger (1843). 1850 entdeckte Bridger auch den Bridger-Pass, den ab 1868 die Union Pacific Railroad f√ľr ihre Eisenbahnlinie verwendete. Nachdem Wyoming mit der Eisenbahn erschlossen worden war, entstanden bald die ersten St√§dte wie Cheyenne, Laramie, Rawlins, Rock Springs und Evanston. Im 20. Jahrhundert wurde ein Highway √ľber den Bridger-Pass gebaut, der Interstate 80.

Belle Fourche River im Nordosten Wyomings

Nachdem die Union Pacific Railroad 1867 die Stadt Cheyenne mit dem Osten verbunden hatte, stieg die Zahl der Wei√üen in Wyoming kontinuierlich an. Am 25. Juli 1868 gr√ľndeten sie das Wyoming Territory. Im Gegensatz zu den benachbarten Bundesstaaten Montana, South Dakota und Colorado gab es in Wyoming nie einen pl√∂tzlichen Bev√∂lkerungszuwachs aufgrund von gr√∂√üeren Edelmetall-Funden wie Gold und Silber. Einzig Kupfer wurde in verschiedenen Teilen Wyomings gefunden.

Das Wyoming-Territorium (aus dem der Bundesstaat sp√§ter entstand) f√ľhrte 1869 als erstes Gebiet der USA das Frauenwahlrecht ein. Wyoming w√§hlte sp√§ter auch die erste weibliche Abgeordnete ins US-Parlament, hatte die erste weibliche Friedensrichterin und 1925 mit Nellie Tayloe Ross die erste Gouverneurin (Ministerpr√§sidentin) eines Bundesstaats der USA.

Im Jahre 1872 gr√ľndete die US-Regierung den ersten Nationalpark der Welt, den Yellowstone-Nationalpark, der zu 96 Prozent in Wyoming liegt.

Im 19. Jahrhundert f√ľhrten viele Indianer-St√§mme Wyomings einen verzweifelten Verteidigungskrieg gegen die einstr√∂menden Wei√üen. Die verb√ľndeten Lakota, Arapaho und Cheyenne siegten zwar in einigen Scharm√ľtzeln und Schlachten √ľber Truppen der US-Armee ‚Äď den bekanntesten Sieg trugen sie von der Schlacht am Little Bighorn (1876) davon ‚Äď gegen Ende des 19. Jahrhunderts mussten sie aber vor der wei√üen √úbermacht kapitulieren. Ein wesentlicher Faktor dabei war, dass die Wei√üen die Bisons systematisch abschossen und damit den Indianern die Lebensgrundlage entzogen. Einer, der sich bei der Bisonjagd besonders hervortat, war William Frederick Cody, besser bekannt als Buffalo Bill. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten alle Indianer Wyomings in Indianerreservaten, meist au√üerhalb Wyomings. In Wyoming wurde einzig das Wind-River-Reservat gegr√ľndet, das von den √∂stlichen Shoshone und den n√∂rdlichen Arapaho bewohnt wird.

Am 10. Juli 1890 wurde der Bundesstaat als 44. den USA angeschlossen. Im Jahre 1892 kam es nach Landstreitigkeiten zwischen Weißen zum Johnson-County-Krieg.

Politik

Capitol State Building in Cheyenne

Die erste Verfassung Wyomings aus dem Jahre 1890 ist noch immer in Kraft. An der Spitze der Exekutive steht der Gouverneur, der f√ľr vier Jahre direkt gew√§hlt wird. Die Legislative Wyomings (Wyoming Legislature) besteht aus einem Senat mit 30 und einem Repr√§sentantenhaus mit 60 Mitgliedern. Der Bundesstaat schickt einen Abgeordneten in das Repr√§sentantenhaus und (wie alle Staaten) zwei Senatoren in den Senat. Bei Pr√§sidentschaftswahlen stellt er drei Wahlm√§nner.

Wyoming gilt als einer der konservativsten und auf nationaler Ebene gesehen einer der am zuverl√§ssigsten republikanisch w√§hlenden Staaten der USA. Seit 1964 hat Wyoming nicht mehr f√ľr einen demokratischen Pr√§sidentschaftskandidaten gestimmt. In der Pr√§sidentschaftswahl 2004 hat George W. Bush mit 69 % der Stimmen den drittgr√∂√üten Wahlerfolg verbuchen k√∂nnen. Bushs Vizepr√§sident Dick Cheney stammt aus Wyoming und hat den Staat von 1979 bis 1989 im Kongress vertreten.

Allerdings wird seit 1975 das Gouverneursamt √ľberwiegend von Demokraten besetzt. Der langj√§hrige Gouverneur Dave Freudenthal wurde 2002 und 2006 wiedergew√§hlt und hatte eine der h√∂chsten Zustimmungsraten des ganzen Landes. Als er nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte, wurde er im Januar 2011 durch den Republikaner Matt Mead abgel√∂st.

Im Kongress wird Wyoming durch die Senatoren Mike Enzi und John Barrasso sowie die Abgeordnete Cynthia Lummis vertreten; alle gehören den Republikanern an.

Kongress

Gouverneure

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Nationalparks

Nationalpark Lage Ansicht
Grand-Teton-Nationalpark
  • Wyoming
  • 2.606.492 Besucher (2004)
  • gegr√ľndet 26. Februar 1929
Grand-Teton-Nationalpark
Karte der Vereinigten Staaten
Barns grand tetons.jpg
Yellowstone-Nationalpark
  • Wyoming, Montana , Idaho
  • 2.835.651 Besucher (2005)
  • gegr√ľndet 1. M√§rz 1872
Yellowstone-Nationalpark
Karte der Vereinigten Staaten
Yellowstone Nationalpark3.jpg

Naturdenkmäler

Naturdenkmal Lage Ansicht
Devils Tower National Monument
  • Wyoming
  • 386.558 Besucher (2004)
  • gegr√ľndet 24. September 1906
Devils Tower National Monument
Karte der Vereinigten Staaten
Devto.jpg
Fossil Butte National Monument
  • Wyoming
  • 17.779 Besucher (2005)
  • gegr√ľndet 23. Oktober 1972
Fossil Butte National Monument
Karte der Vereinigten Staaten
Priscacara liops Green River Formation.jpg

State Parks

Wirtschaft und Infrastruktur

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag im Jahre 2006 bei USD 39.130 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.717; nationaler Rangplatz: 15).[7]

Historisch gesehen waren Rinder- und Schafzucht die wichtigsten Erwerbszweige in Wyoming und sind immer noch ein wichtiger Bestandteil der Kultur und Lebensart. Wichtigster Wirtschaftszweig ist aber heute der Bergbau (v. a. Erd√∂l, Erdgas, Kohle, Salz, Uran-, Eisenerz sowie in den letzten zehn Jahren auch Methangasgewinnung). Dank k√ľnstlicher Bew√§sserung werden etwas Weizen, Bohnen und Zuckerr√ľben angebaut. Der Tourismus spielt vor allem in den Rocky Mountains, den beiden Nationalparks und den National Monuments eine bedeutende Rolle.

Militär

Bei Cheyenne befindet sich die Francis E. Warren Air Force Base mit dem Hauptquartier der 90th Missile Wing der US Air Force. Ihr unterstehen 150 in st√§ndiger Einsatzbereitschaft gehaltene nukleare Interkontinentalraketen des Typs Minuteman III, deren Stationierungsraum sich √ľber den S√ľdosten von Wyoming, den Westen von Nebraska und den Norden von Colorado erstreckt.

Literatur

  • John Gottberg: Hidden Wyoming, Ulysses Press, Berkeley, California, 1999, ISBN 1-56975-175-7

Weblinks

 Commons: Wyoming ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Wyoming ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ CIA World Factbook
  2. ‚ÜĎ US Census Estimates
  3. ‚ÜĎ U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011
  4. ‚ÜĎ Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  5. ‚ÜĎ Auszug aus factfinder.census.gov Abgerufen am 28. Februar 2011
  6. ‚ÜĎ http://www.thearda.com/mapsReports/reports/state/56_2000.asp
  7. ‚ÜĎ U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • WYOMING ‚ÄĒ WYOMING, a central Rocky Mountain state in the western United States. Its total population in 2000 was 493,782, ranking it the least populated state in the nation. Its Jewish population was approximately 400. The 140 year history of the Jews of… ‚Ķ   Encyclopedia of Judaism

  • Wyoming ‚ÄĒ Wyoming, DE U.S. town in Delaware Population (2000): 1141 Housing Units (2000): 485 Land area (2000): 0.675159 sq. miles (1.748653 sq. km) Water area (2000): 0.015293 sq. miles (0.039609 sq. km) Total area (2000): 0.690452 sq. miles (1.788262 sq ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Wyoming ‚ÄĒ ‚ÄĘ Forty fourth state, derives its name from the Delaware Indian word Maughwauwama , signifying mountains with large plains between Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006. Wyoming ¬†¬†¬†¬†Wyoming ‚Ķ   Catholic encyclopedia

  • Wyoming ‚ÄĒ es uno de los estados que conforma los Estados Unidos de Am√©rica. La ciudad capital y m√°s grande de Wyoming es Cheyenne. Se trata del estado con menos habitantes dentro de EEUU. * * * ‚Ėļ Estado del centro NO de E.U.A.; 253 326 km2 y 453 588 h. Cap ‚Ķ   Enciclopedia Universal

  • Wyoming ‚ÄĒ region in Luzerne County, Pennsylvania, from Munsee Delaware (Algonquian) chwewamink at the big river flat, from /xw / big + / e:wam / river flat + / enk/ place. Popularized by 1809 poem Gertrude of Wyoming, set amid wars between Indians and… ‚Ķ   Etymology dictionary

  • Wyoming ‚ÄĒ √©tat de l O. des √ą. U., √† l E. du Grand Lac Sal√©; 253 596 km¬≤; 454 000 hab.; cap. Cheyenne. Le Wyoming comprend, √† l O., un massif bois√© des montagnes Rocheuses; √† l E., sur les hautes plaines arides, on pratique l √©levage extensif des bovins et… ‚Ķ   Encyclop√©die Universelle

  • Wyoming, DE ‚ÄĒ U.S. town in Delaware Population (2000): 1141 Housing Units (2000): 485 Land area (2000): 0.675159 sq. miles (1.748653 sq. km) Water area (2000): 0.015293 sq. miles (0.039609 sq. km) Total area (2000): 0.690452 sq. miles (1.788262 sq. km) FIPS… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Wyoming, IA ‚ÄĒ U.S. city in Iowa Population (2000): 626 Housing Units (2000): 298 Land area (2000): 0.508782 sq. miles (1.317740 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 0.508782 sq. miles (1.317740 sq. km) FIPS code:… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Wyoming, IL ‚ÄĒ U.S. city in Illinois Population (2000): 1424 Housing Units (2000): 669 Land area (2000): 0.742382 sq. miles (1.922761 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 0.742382 sq. miles (1.922761 sq. km) FIPS… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Wyoming, MI ‚ÄĒ U.S. city in Michigan Population (2000): 69368 Housing Units (2000): 27506 Land area (2000): 24.424482 sq. miles (63.259116 sq. km) Water area (2000): 0.087171 sq. miles (0.225772 sq. km) Total area (2000): 24.511653 sq. miles (63.484888 sq. km)… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.