Zalau


Zalau
Zalău
Zilah
Wappen von Zalău
Zalău (Rumänien)
DEC
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Kreischgebiet
Kreis: Sălaj
Koordinaten: 47° 11′ N, 23° 3′ O47.18555555555623.056111111111275Koordinaten: 47° 11′ 8″ N, 23° 3′ 22″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 275 m
Fläche: 90,09 km²
Einwohner: 63.642 (1. Juli 2007)
Bevölkerungsdichte: 706 Einwohner je km²
Postleitzahl: 450016
Telefonvorwahl: (+40) 02 60
Kfz-Kennzeichen: SJ
Struktur und Verwaltung (Stand: 2008)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: Zalău, Stâna
Bürgermeister: Radu Căpâlnaşiu (PNL)
Postanschrift: Piaţa Iuliu Maniu nr. 3
loc. Zalău, jud. Sălaj,
RO-450016
Webpräsenz:
Zalău (rotes Viereck) - Rumänien - Nachbarorte: Dej, Cluj-Napoca, Turda, Târgu Mureş, Baia Mare, Satu Mare, Carei

Zalău (ungarisch Zilah, deutsch Zillenmarkt oder auch Waltenberg) ist eine Stadt in Rumänien und liegt im Kreis Sălaj im Kreischgebiet. Die Kommune besteht aus zwei Ansiedlungen, der Stadt Zalău und Stâna. Sie liegt in einem von der Region abgeschiedenen Teil an den nordwestlichen Gebirgshängen der Mezeş-Berge.

Im Jahr 2007 hatte die Stadt ungefähr 63.600 Einwohner, 1992 zählte man noch 67.977 Einwohner. 20,1 Prozent der Einwohner waren Ungarn.

Die Bezeichnung der Stadt wechselte während der vergangenen Jahrhunderte mehrfach (1220 Ziloc, 1473 Oppidum Zilah, 1601 Zila, 19. Jahrhundert Zilahu und Zalahu).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die ersten Hinweise auf eine menschliche Besiedlung in Zalău findet man in einer anonymen Chronik zu den Dokumenten des ungarischen Königs Bela IV.. Bezüglich der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt ist die Quellenlage widersprüchlich. Einmal heißt es, sie wäre im Jahr 1220 gemacht worden [1], eine zweite Quelle spricht vom Jahr 1241, als die Mongolen Zalău zerstörten [2]. Eine Kirche wurde im Jahr 1246 gebaut. Bis zum Jahr 1538 war die Stadt Bestandteil von Zentral-Szolnok und somit Bestandteil des ungarischen Königreichs.

Am 1. August 1473 erteilte Matthias Corvinus, der König von Ungarn und Böhmen, die Stadtrechte. Das Oppidum Zilah erteilte den Einwohnern der Stadt entsprechende Privilegien und gab ihnen die wirtschaftliche Eigenständigkeit.

Von 1538 bis 1552 war Zalău dann Teil des teilweise unabhängigen Fürstentums Siebenbürgen, regiert von Johann Zápolya und Johann Sigismund Zápolya.

Von 1552 bis 1570 wurde Ungarn von den Habsburgern regiert. So kam es, das die Stadt mit einigen anderen Landesteilen nach dem Abkommen von Speyer 1570 dem Fürstentum Siebenbürgen wieder zugeschlagen wurde. Von 1806 bis 1876 bekam die Ansiedlung den Status einer so genannten Freien Königsstadt.

Im Jahr 1867 wechselte die Herrschaft erneut, diesmal wurde sie wieder Ungarn zugehörig. 14 Jahre später wurde Zalău Hauptstadt des Bezirks Zentral-Szolnok und des Komitates Szilágy (Sălaj) (1876 bis 1919). 1918 wurde die Stadt durch die rumänische Armee besetzt und nach dem Friedensvertrag von Trianon 1919/1920 Teil des rumänischen Königreichs. Gemäß dem Wiener Schiedsspruch vom 30. August 1940 gehörte sie 1940 bis 1944 wieder zu Ungarn, um nach der Pariser Friedenskonferenz 1946 abermals Rumänien zugeschlagen zu werden. Seit 1968 ist sie Hauptstadt des Bezirks Sălaj.

Sehenswürdigkeiten

Im Stadtzentrum ist das Landesmuseum mit einer guten archäologischen Abteilung erwähnenswert. Es zeigt Artefakte aus der vorgeschichtlichen Zeit sowie der Römerzeit. Im Stadtbild fällt außerdem eine große, aber relativ niedrige grün-bedachte reformierte Kirche auf. Weitere auffällige Gebäude der Stadt sind unter anderem:

  • Palast der Kulturen (postmoderner Bau mit viel Glas)
  • Palast des Präfekten
  • Das Gebäude der Firma ROMTELECOM
  • Das Kunstmuseum Ioan Sima

Wirtschaft

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich am Stadtrand einige Industriebetriebe. Zalău besitzt einen Umschlagsterminal an einer Eisenbahnlinie. Sie ist regionales Zentrum für landwirtschaftliche Produkte. Eine Möbelfabrik nutzt das Holz der umgebenden Hügel. Der französische Reifenproduzent Michelin hat sein rumänisches Hauptwerk am westlichen Stadtrand.

Literatur

  • János Kovács Kuruc, Zilah vallási életéről, In: Limes, 2000, 3, nr. 1-2, S. 138-143.
  • Éva Lakóné Hegyi; Wagner, Ernő. A zilahi kalandosok, In: EM, 2001, 63, nr. 1-2, S. 30-41.
  • Florin Mirgheşiu, Modernitatea Zalăului. In: AMPZ, 2001, 2, nr. 4, S. 11-19.
  • Moroti, Elisabeta. Scurtă privire istorică asupra dezvoltării economice a oraşului Zalău, In: AMPZ, 2001, 2, nr. 4, S. 36-39.
  • Municipiul Zalău. Prezentare. In: AMPZ, 2002, 3, nr. 7-8, S. 154-161.
  • Elena Muscă, Meşteşugari zălăuani şi locul lor în structurile administraţiei publice locale, In: AMP, 2003, 25, S. 325-332.
  • L. Nicoară; Puşcaş, Angelica. Rolul municipiului Zalău în zona de contact dintre depresiunea Transilvaniei şi Dealurile de Vest, In: Studia geogr., 1999, 44, nr. 1, S. 99-112.

Weblinks

Siehe auch


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