Zentralbank

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Zentralbank

Eine Zentralbank (auch Notenbank, Zentralnotenbank oder zentrale Notenbank) ist eine f√ľr die Geld- und W√§hrungspolitik eines W√§hrungsraums oder Staates zust√§ndige Institution. In vielen Staaten wurden die Zentralbanken auf das Hauptziel festgelegt, die Preisniveau- und Geldwertstabilit√§t zu wahren. Eine Zentralbank h√§lt die W√§hrungsreserve eines W√§hrungsraumes, refinanziert Gesch√§ftsbanken und den Staat. Zentralbanken emittieren Banknoten und bringen diese in Umlauf. Zur Erf√ľllung ihrer Ziele und Aufgaben steht der Notenbank eine Reihe von Instrumentarien (i.W.: Steuerung der Zinsh√∂he und der Geldmengen) zur Verf√ľgung, die die verschiedenen Zentralbanken (siehe auch: Liste der Zentralbanken) in unterschiedlichen Intensit√§ten einsetzen. Der Abh√§ngigkeitsgrad der Notenbanken von anderen staatlichen Institutionen richtet sich nach den wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen des jeweiligen Landes. Da es nationale und supranationale W√§hrungsr√§ume gibt, sind Zentralbanken entsprechend auf nationaler Ebene (Federal Reserve System, Schweizerische Nationalbank, Bank of England, etc.) und supranational (z. B. Europ√§ische Zentralbank) vorzufinden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

17. bis 18. Jahrhundert

Die Geschichte der Zentralbanken beginnt im 17. Jahrhundert. Verteilt √ľber den gesamten europ√§ischen Kontinent existierten kleine Bankh√§user, welche ihre eigenen M√ľnzen pr√§gten. Das Recht dazu wurde ihnen von staatlichen Stellen verpachtet. Einige Banken begannen damals Banknoten herauszugeben, sie wurden dadurch zu Privatnotenbanken. Die Banknoten waren Quittungen f√ľr M√ľnzgeld, das die Notenbanken in Verwahrung nahmen. Die Quittungen wurden als Zahlungsmittel verwendet. Sie gaben ihren Inhabern das Recht, von einer dazu verpflichteten Bank jederzeit die Herausgabe der entsprechenden Menge M√ľnzgeld zu verlangen.

Im Jahr 1609 wurde mit der Amsterdamer Wechselbank die erste zentralbank√§hnliche Institution gegr√ľndet. Sie war die erste √∂ffentliche Bank, die Forderungen zwischen Konten bargeldlos ausglich und so das Buchgeld einf√ľhrte. Die Schwedische Reichsbank gilt als die √§lteste heute noch existierende Zentralbank. 1656 wurde die Stockholms Banco von der schwedischen Regierung als private Einrichtung zugelassen; trotzdem unterlag sie einer starken staatlichen Lenkung.[1] Die Regierung platzierte den gr√∂√üten Teil ihres Verm√∂gens in der Bank. Gleichzeitig forderte sie, dass entstehende Gewinne mit der Stadt Stockholm und dem Staat geteilt werden. Beinahe drei Jahrzehnte sp√§ter (1694) wurde die Bank of England gegr√ľndet.[2] Wie die Schwedische Reichsbank wurde auch die Bank of England als Aktiengesellschaft gegr√ľndet und hatte als wichtigste Aufgabe, der Regierung Geld zu leihen. Daf√ľr erhielt sie Privilegien wie z.B. begrenzte Haftung und ihren Konkurrenten wurden Beschr√§nkungen auferlegt. (Z.B. durften sie nicht mehr als sechs Kapitalgeber haben). Sp√§ter entstanden in Europa weitere Zentralbanken, vorrangig mit der Aufgabe, Staatsschulden zu finanzieren.[3]

Auch wenn die haupts√§chliche Aufgabe der fr√ľhen Zentralbanken in der Finanzierung der Staatsschulden zu sehen war, nahmen sie als private Instanzen weitere Bankgesch√§fte wahr. Aufgrund ihrer Privilegien nahmen sie bald eine dominierende Stellung ein. Andere Banken ersetzten ihre M√ľnzreserven durch Noten der Zentralbanken. Die Zentralbanken verwalteten im Rahmen ihrer Aufgabe als Bank der Banken Konten f√ľr andere Gesch√§ftsbanken und wickelten Transaktionen zwischen den Banken ab (Clearing). Durch die damit verbundene Funktion als Aufbewahrungsort (f√ľr andere Banken), verf√ľgten die Zentralbanken √ľber gro√üe Gold- bzw. Silberreserven, aber auch √ľber ein gut ausgebautes Netzwerk von Banken. Diese Faktoren f√ľhrten dazu, dass die Zentralbanken zur letzten Refinanzierungsstelle (lender of last resort) in finanziellen Krisensituationen wurden, d.h. sie stellten ihren Kunden in Zeiten finanzieller N√∂te Bargeld bereit.[3]

19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Bankwesen stetig weiter. Ein treibender Faktor, auch die Regulierungen weiterzuentwickeln, waren Finanzkrisen. Nach Finanzkrisen wurde oft der Bedarf gesehen das Bankgesch√§ft restriktiver zu handhaben. In den meisten F√§llen f√ľhrte das dazu, dass die Zentralbanken das alleinige Recht hatten Banknoten herauszugeben. Um die Umwandlung der von den Banken ausgegebenen Banknoten in M√ľnzgeld bzw. Gold zu gew√§hrleisten, entwickelte sich das Erfordernis, die Banknoten durch Best√§nde zun√§chst an M√ľnzen, sp√§ter an Edelmetallen (Gold, Silber) abzusichern (Deckungspflicht). Mit der Einf√ľhrung der Peelschen Bankakte im Jahre 1844 wurde in England erstmals gesetzlich festgelegt, dass alle Banknoten von der Bank of England voll durch Gold gedeckt werden m√ľssen. Dieser so genannte Goldstandard, wurde 1873 in Gro√übritannien eingef√ľhrt und in den meisten europ√§ischen L√§ndern √ľbernommen. Die Einf√ľhrung des Goldstandards f√ľhrte dazu, dass die Zentralbanken gro√üe Goldreserven zur Deckung ihrer Geldbest√§nde hielten. Das Hauptziel, welches die Zentralbanken damit anstrebten, war die Sicherstellung der Preisstabilit√§t.[3] Mit der Zeit √ľberstieg die Menge an Papiergeld die Menge an M√ľnzen und Edelmetallen deutlich (s. Geldsch√∂pfung). 1914 wurde im Zusammenhang mit dem 1. Weltkrieg die Golddeckungspflicht in vielen L√§ndern aufgehoben.

20. Jahrhundert bis heute

Nach dem Ersten Weltkrieg, als Arbeitslosigkeit und Preisinstabilit√§t eine gro√üe Rolle spielten, begannen die Zentralbanken mehr Wert auf die Erhaltung des wirtschaftlichen Gleichgewichts zu legen. Dies wurde vor allem w√§hrend der Wirtschaftskrise von 1929‚Äď1933 deutlich. Aufgrund der beiden Weltkriege in der ersten H√§lfte des 20. Jahrhunderts bestand die Hauptaufgabe der Zentralbanken in dieser Zeit in der Bereitstellung finanzieller Ressourcen zur Deckung der Kriegsausgaben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Einfluss des Staates auf die Zentralbanken gr√∂√üer. Die Ziele der Zentralbanken wurden auf die F√∂rderung von Besch√§ftigung und Einkommenszuwachs erweitert. Die Notenbanken wurden damit zu einem Hauptinstrument zur Unterst√ľtzung staatlicher Ziele, was mitunter auch als Verlust von deren Autonomie bezeichnet wird.[4] Einige Banken, wie die Reserve Bank of India wurden verstaatlicht. Andere, wie das Federal Reserve System gelten zwar als institutionell unabh√§ngig, m√ľssen aber trotzdem der Regierung √ľber die Gesch√§fte berichten.

Bis zum Ende der 1980er Jahre hat faktisch keine Zentralbank ein numerisches Inflationsziel zur Unterst√ľtzung der Preisstabilit√§t vorgegeben. In den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts setzten sich jedoch immer mehr Zentralbanken ein explizites Inflationsziel. Einigen Zentralbanken wird eine solche Zielinflationsrate auch durch die jeweilige Regierung vorgeschrieben (z.B. Bank of England). Gegenw√§rtig gibt es keine einheitliche Handhabe der Zentralbanken hinsichtlich der numerischen Bezifferung der Preisniveaustabilit√§t.[5]

Heute konzentrieren sich die Zentralbanken auf drei Hauptziele, die sich im Laufe der Geschichte entwickelt haben: Preisstabilität, wirtschaftliches Gleichgewicht und finanzielle Stabilität. Im Moment gestaltet sich die Erreichung dieser Ziele im Hinblick auf die Finanzkrise seit 2007 recht schwierig.

Währungen

Mit der Errichtung von Zentralbanken war oft auch eine Zentralisierung des Geldwesens und die Schaffung einer einheitlichen W√§hrung verbunden. Bis dahin hatten die einzelnen Notenbanken vielfach ihre eigenen W√§hrungen ausgegeben. Dazu zwei Beispiele: 1907 wurde die Schweizerische Nationalbank errichtet und der Franken als neue W√§hrung eingef√ľhrt anstelle von mehreren kantonalen Notenbanken mit eigenen regionalen W√§hrungen. Und 1998 wurde die Errichtung der Europ√§ischen Zentralbank und die Schaffung des Euro als neue europ√§ische W√§hrung vollzogen anstelle der Zentralbanken der einzelnen L√§nder und der Landesw√§hrungen.

Ziele der Zentralbank

Die Ziele der Zentralbank werden meist gesetzlich vorgegeben. In den entwickelten Staaten gilt als Hauptziel die Bewahrung der Geldwert- und Preisniveaustabilität. Oftmals werden in den jeweiligen Notenbankstatuten weitere gesamtwirtschaftliche Ziele der Geldpolitik, wie beispielsweise Wirtschaftswachstum, Konjunktur- oder Wechselkursstabilität, umschrieben[6][7]. In Staaten mit gebundener Währung sind die Zentralbanken dazu verpflichtet, den Kurs zum Währungsmedium durch Käufe und Verkäufe desselben stabil zu halten[8].

Die nachfolgende Tabelle soll die gesetzlich festgelegten Ziele einiger großer Zentralbanken beispielhaft zeigen.[9]

Europäische Zentralbank Bank of England Federal Reserve System (USA) Bank of Japan
Ziele
  • Preisstabilit√§t
  • Unterst√ľtzung allgemeiner Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft ohne Beeintr√§chtigung der Preisstabilit√§t
  • Preisstabilit√§t (quantifiziert durch das Schatzamt)
  • Unterst√ľtzung der Wirtschaftspolitik der Regierung einschlie√ülich Wachstums- und Besch√§ftigungsziele(vorbehaltlich der Preisstabilit√§t)
  • stabile Preise
  • H√∂chstgrad an Besch√§ftigung
  • moderate Langfristzinsen
  • Preisstabilit√§t und damit der Beitrag zur gesunden Entwicklung der Gesamtwirtschaft
Vorrangiges Ziel
  • Gew√§hrleistung der Preisstabilit√§t
  • Gew√§hrleistung der Preisstabilit√§t
  • keine Priorit√§tensetzung
  • Gew√§hrleistung der Preisstabilit√§t

Debatte um die Ziele der Zentralbank

Welche Ziele eine Zentralbank verfolgen soll war lange Zeit ein Streitpunkt innerhalb der √∂konomischen Debatte. Im Zentrum stand dabei die Frage ob es eine Austauschbeziehung zwischen Besch√§ftigung und Inflation geben kann, wie er in der Phillips-Kurve dargestellt wird. Keynesianer vertraten die Ansicht, dass die Geldpolitik auch langfristig Wachstum und Besch√§ftigung beeinflussen kann, w√§hrend Monetaristen annehmen, dass die Geldpolitik keine solchen Effekte haben kann und sich daher darauf beschr√§nken sollte, die Preisstabilit√§t zu gew√§hrleisten. Durch die Erfahrungen mit Stagflation in den 1970er Jahren hat sich die monetaristische Sichtweise weitestgehend durchgesetzt, auch wenn keynesianische Stimmen nie ganz verstummt sind. Unstrittig ist hingegen, dass eine expansive Geldpolitik kurzfristig zu h√∂herem Output und gr√∂√üerer Besch√§ftigung f√ľhrt.

Funktionen und Aufgaben der Zentralbank

Die rechtlichen Regelungen √ľber das Notenbankwesen unterscheiden sich erheblich von Land zu Land. Dennoch ist es m√∂glich, anhand der Zentralbankbilanz, vier grunds√§tzliche Notenbankfunktionen zu identifizieren.

Aktiva Passiva

Halten der Währungsreserve

Zu den W√§hrungsreserven (Position (1) der Zentralbankbilanz) z√§hlen der Bestand an Gold und die Goldforderungen, sowie die konvertiblen Devisen (umtauschbare W√§hrungen). Die konvertiblen Devisen umfassen die Forderungen in Fremdw√§hrungen in Form von Bargeld, Bankguthaben, Wertpapieren und Auslandskrediten abz√ľglich der Auslandsverbindlichkeiten in Fremdw√§hrung (Nettoauslandsforderung).[10]

Bank der Banken

Die Zentralbank steht an der Spitze des Bankensystems eines Landes und bietet den Gesch√§ftsbanken die M√∂glichkeit, sich bei ihr Zentralbankgeld zu verschaffen um den normalen Zahlungsverkehr reibungslos abzuwickeln. In diesem Fall spricht man seitens der Gesch√§ftsbanken von Refinanzierung. Die Position (2) der Zentralbankbilanz zeigt ebendiese Versorgung der Gesch√§ftsbanken mit Zentralbankgeld. Den gegenl√§ufigen Posten zu den Refinanzierungsgesch√§ften auf der Aktivseite bildet auf der Passivseite die Position (6) der Zentralbankbilanz, welche die Verbindlichkeiten gegen√ľber den Gesch√§ftsbanken darstellt. Dahinter verbergen sich Einlagen der Gesch√§ftsbanken auf Girokonten der Zentralbank, die in erster Linie Mindestreserveguthaben sind und Guthaben der Gesch√§ftsbanken aus Einlagefazilit√§ten, d.h. Gesch√§ftsbanken legen ihre √ľbersch√ľssigen Liquidit√§tsreserven bei der Zentralbank an.[11] Die Zentralbank soll au√üerdem als letzte Refinanzierungsstelle (lender of last resort) in wirtschaftlichen Krisensituationen Liquidit√§t zur Verf√ľgung stellen, um einen Vertrauensverlust in das Kreditwesen und das Bankensystem abzuwehren. Diese Aufgabe kann allerdings ein Sinken der privaten Eigenverantwortlichkeit der Gesch√§ftsbanken zur Folge haben. Daher erfolgt die Zurverf√ľgungstellung von Zahlungsmitteln zur Deckung des notwendigen Bedarfs nur zu hohen Zinss√§tzen. Die Zentralbank soll jedoch nur als letzte Refinanzierungsstelle fungieren, wenn die Gesch√§ftsbanken ohne eigenes Fehlverhalten in Mitleidenschaft einer Bankkrise geraten sind.[12]

Bank der öffentlichen Hand

Neben den Gesch√§ftsbanken kommt als Kreditnehmer bei der Zentralbank weiterhin der Staat in Frage. In vielen F√§llen unterst√ľtzt die Zentralbank den √∂ffentlichen Sektor bei der Finanzierung seiner Aufgaben durch Kreditgew√§hrung. Dies spiegelt sich in Position (3) der Zentralbankbilanz wider. In der Europ√§ischen Union ist eine direkte Finanzierung der Staatsverschuldung durch das ESZB verboten (Art. 123 AEUV). Dadurch soll eine √ľberm√§√üige Verschuldung verhindert und die Geldwertstabilit√§t gewahrt werden. Des Weiteren ist die Zentralbank an der Kassenhaltung des √∂ffentlichen Sektors beteiligt und fungiert in diesem Sinne als Hausbank des Staates, d.h. der Staat f√ľhrt seine Guthaben √ľberwiegend bei der Zentralbank. Diese Einlagen werden unter der Position (7) der Zentralbankbilanz gelistet. Dar√ľber hinaus kauft die Zentralbank im Rahmen von Offenmarktgesch√§ften Wertpapiere, um die Geldmenge zu steuern. Diese Wertpapierbest√§nde werden unter der Position (4) der Zentralbankbilanz aufgef√ľhrt.[11]

Notenemission

Die Position (5) der Zentralbankbilanz ist ein besonderes Merkmal der Zentralbank und weist auf ihr Notenmonopol hin. Die Zentralbank hat die alleinige Befugnis, die Banknoten zu emittieren und in Umlauf zu bringen. Daher erhielt die "Noten"bank auch ihren Namen. Der Banknotenumlauf steht auf der Passivseite der Zentralbankbilanz und verdeutlicht, dass Banknoten Forderungen an das Zentralbanksystem darstellen.[13] Aus dem Notenmonopol leitet sich auch die Aufgabe ab, die Qualit√§t des Bargeldes aufrechtzuerhalten. Das hei√üt Falschgeld auszusondern und besch√§digte M√ľnzen und Geldscheine zu ersetzen.

Aufgrund ihres Banknotenausgabemonopols kann die Zentralbank binnenwirtschaftlich (auf die eigene W√§hrung bezogen) niemals illiquide werden, da sie das Zahlungsmittel selbst schaffen kann.[14] Nur in der Fremdw√§hrung besteht das Risiko einer m√∂glichen Insolvenz, da die Zentralbank nicht √ľber die Herstellungsgewalt fremder W√§hrung verf√ľgt.

Aus historischen Gr√ľnden liegt in vielen Staaten das M√ľnzrecht nicht bei den Zentralbanken, sondern bei den Regierungen. So etwa im Eurosystem. Hier ist die geldpolitische Unabh√§ngigkeit der EZB dadurch gewahrt, dass die Ausgabe von M√ľnzen durch die EZB genehmigt werden muss[15].

Zentralbankgewinn

Bei der Versorgung der Banken mit Zentralbankgeld entsteht der Zentralbank im Normalfall ein Gewinn. Dieser kommt dadurch zustande, dass das zur Refinanzierung der Gesch√§ftsbanken ausgegebene Zentralbankgeld auf der Passivseite der Zentralbankbilanz regelm√§√üig minderverzinst oder unverzinst ist (z. B. Bargeld), w√§hrend die auf der Aktivseite stehenden Forderungen in der Regel verzinst werden. Der abz√ľglich der sonstigen Kosten entstehende Gewinn ist eine Form von Seigniorage. Der Zentralbankgewinn flie√üt in der Regel dem Fiskus zu, in manchen F√§llen werden auch weitere Gruppen beteiligt. In entwickelten Staaten spielt er nur eine geringe Rolle f√ľr die Staatsfinanzen. In solchen, deren M√∂glichkeit Steuern zu erheben eingeschr√§nkt ist, ist der Anteil der Seigniorage an der Finanzierung des Staates h√∂her.[16] Es gibt weitere Definitionen der Seigniorage, etwa die monet√§re Seigniorage. Diese nimmt mit der Rate, mit der der Bargeldumlauf erh√∂ht wird, zu. Da diese Rate von der Notenbank festgelegt werden kann, k√∂nnen im Kriegsfall durch diese Art Seigniorage erhebliche finanzielle Mittel mobilisiert werden. Daf√ľr muss jedoch eine hohe Inflation in Kauf genommen werden, die das Vertrauen in die jeweilige W√§hrung untergraben kann. Die unterschiedlichen Definitionen der Seigniorage sind nicht deckungsgleich.

Finanzmarktaufsicht

Inwiefern eine Zentralbank die Aufgabe der Finanzmarktaufsicht wahrnimmt, h√§ngt vom jeweiligen monet√§ren System ab. Grunds√§tzlich sind Zentralbanken f√ľr die Aus√ľbung dieser Funktion nicht zwingend erforderlich, sodass auch selbstst√§ndige Institutionen die Finanzmarktaufsicht aus√ľben k√∂nnen.[17] Aufgrund der Finanzkrise seit 2007 wird sich die Finanzmarktaufsicht k√ľnftig restriktiver gestalten und auch institutionell ver√§ndern. Die gro√üen Zentralbanken reorganisieren im Rahmen dessen ihre Aufgaben- und Verantwortlichkeitsbereiche.[18] Die m√∂gliche Funktion der Finanzmarktaufsicht leitet sich im Gegensatz zu den vier erstgenannten Funktionen nicht aus der Zentralbankbilanz ab.

Zentralbanken in Zentralverwaltungswirtschaften

In Zentralverwaltungswirtschaften √ľbernahm √ľblicherweise das Monobankensystem die Funktionen einer Zentralbank. Gem√§√ü sozialistischen Programmen wurde das Geld- und Kreditwesen weitgehend monopolisiert. Ein Monobankensystem besteht aus einer Zentralbank, die in der Regel dem Finanzministerium und den obersten Planungsbeh√∂rden direkt unterstellt sind und einigen wenigen ihr direkt untergeordneten Gesch√§ftsbanken. Durch das Monobanksystem wurden die Staatsunternehmen mit Verrechnungsgeld und die Haushalte mit Bargeld versorgt. Das Monopolbankensystem √ľbernahm auch Aufgaben, die √ľber die einer Zentralbank hinausgehen. Es war daf√ľr zust√§ndig die durch den Zentralplan vorgesehenen Kreditmittel an die Unternehmen zu verteilen, den Internationen Zahlungsverkehr samt Au√üenhandelsfinanzierung und Devisengesch√§ften abzuwickeln und die Ersparnisse der Bev√∂lkerung zu sammeln und an das Finanzministerium weiterzuleiten.

Instrumente der Zentralbanken

Zur Erf√ľllung ihrer Aufgaben stehen der Zentralbank eine Reihe von Instrumenten zur Verf√ľgung, mit Hilfe derer Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb und au√üerhalb des W√§hrungsraums genommen werden kann. Einen √úberblick √ľber die verschiedenen Instrumente geben die Artikel zu Geldpolitik und W√§hrungspolitik. Die monet√§re Ordnungspolitik teilt sich in w√§hrungspolitische und geldpolitische Instrumente auf.

Währungspolitik

Gegenstand der Währungspolitik ist die Regelung der Beziehungen zwischen der eigenen Währung der Volkswirtschaft und den Währungen anderer Währungsgebiete.[19] Die Wahl der Währungspolitik hängt mit dem Wechselkurssystem zusammen in das die Währung eingebunden ist. In einem System fester Wechselkurse sind regelmäßige Interventionen erforderlich. Wenn ein Currency Board installiert wurde, hat die Zentralbank keine Freiheiten in ihrer Geldpolitik mehr.

Instrumente der Währungspolitik

Bei Devisenmarktintervention tritt die Zentralbank als Nachfrager oder Anbieter von Devisen auf, um den von ihr angestrebten Kurs zu erreichen. Die Fähigkeit zu Devisenmarktinterventionen hängt von der Existenz hinreichender Währungsreserven ab. In einem Währungssystem mit vereinbarungsgemäß festen Wechselkursen hat die Notenbank eine Interventionspflicht. Das bedeutet, dass sie, sobald der Wechselkurs an der Devisenbörse einen bestimmten Interventionspunkt erreicht hat, eingreifen muss. Dieses System ist bei festen Wechselkursen zwingend vorgesehen, bei freien Wechselkursen jedoch nicht.[20]

  • Zinspolitik

Der Wechselkurs kann auch √ľber die Zinspolitik beeinflusst werden. Durch einen h√∂heren Zins wird die W√§hrung auf den internationalen Kapitalm√§rkten attraktiver und f√ľhrt zu einer Aufwertung. Niedrigere Zinsen entsprechend zu Abwertungen.

  • Verbale Markteingriffe

Da Zentralbanken meistens in der Lage sind, fundamentalen Einfluss auf die Wechselkurse zu nehmen, reicht oft eine √∂ffentliche Erkl√§rung aus, um die Kurse in die gew√ľnschte Richtung zu bewegen. Am Markt wird dann die Wahrscheinlichkeit f√ľr den Einsatz anderer Instrumente h√∂her eingesch√§tzt und entsprechend eingepreist.

Geldpolitik

Unter Geldpolitik wird eine Politik verstanden, die die allgemeine Wirtschaftspolitik unterst√ľtzt indem sie das Geldangebot und indirekt die Geldnachfrage sowie die Kreditnachfrage steuert. Das Geldangebot kann gesteuert werden indem gegen Sicherheiten Geld verliehen wird. Dazu stehen verschiedene Instrumente, etwa Diskontpolitik, Pensionsgesch√§fte, Lombardpolitik oder Spitzenrefinanzierung, zur Verf√ľgung. Dar√ľber hinaus gibt es noch weitere Instrumente, wie die Mindestreserve- oder Offenmarktpolitik, die Einfluss auf das Geldangebot nehmen. Die Geld- und Kreditnachfrage wird in erster Linie durch die Zinspolitik gesteuert.

Instrumente der Geldpolitik

Die Zinspolitik beinhaltet alle Ma√ünahmen der Zentralbank, mit denen das allgemeine Zinsniveau beeinflusst werden soll. Zinsen stellen f√ľr Kreditnehmer Kosten dar und √ľber die Ver√§nderung von Zinss√§tzen, die zwischen Zentralbank und Gesch√§ftsbanken berechnet werden, will die Zentralbank deshalb die Nachfrage nach Investitionskrediten der Unternehmen oder Konsumkrediten der Haushalte sowie die Kreditnachfrage des Staates beeinflussen. Erh√∂ht die Zentralbank nun z.B. ihre Zinsen, um im konjunkturellen Hoch Preissteigerungen zu verringern, werden die Gesch√§ftsbanken die Zinsen, die sie ihren Kunden in Rechnung stellen, ebenfalls erh√∂hen. H√∂here Zinsen bewirken dabei eine geringere Nachfrage nach Krediten z.B. f√ľr Investitionen, da die Gewinnaussichten der Unternehmen sinken. Die Folge ist eine verringerte Geldnachfrage und das Preisniveau stabilisiert sich. Eine √§hnliche Wirkung haben Zinserh√∂hungen auch auf die Konsumg√ľternachfrage der privaten Haushalte. Sinkende Zinsen haben dann die gegenteilige Wirkung.[21]

Mit diesem Instrument √ľbt die Zentralbank Einfluss auf die Kreditvergabe der Gesch√§ftsbanken aus. Wenn von der Zentralbank hereingenommene Wechsel bestimmte (von der Zentralbank festgelegte) Bedingungen (Bonit√§tskriterien) erf√ľllen, k√∂nnen die Gesch√§ftsbanken diese Wechsel zum Zwecke der Refinanzierung an die Zentralbank verkaufen. Mittels dieser Rediskontierung von Wechseln erlangen die Gesch√§ftsbanken Gutschriften auf ihrem Zentralbankkonto und somit eine Geldsch√∂pfungs- und Kreditvergabem√∂glichkeit. Der Preis f√ľr diese Refinanzierungsm√∂glichkeit gestaltet sich nach H√∂he des von der Zentralbank ‚Äď je nach geldpolitischer Absicht ‚Äď festgesetzten Diskontsatzes.[22]

Hier gewährt die Zentralbank einen Lombardkredit gegen Verpfändung von notenbankfähigen Sicherheiten (Wechsel, Staatsanleihen und andere börsenfähige Wertpapiere) seitens der Kreditinstitute und gegen Zahlung eines Darlehenszinses (des Lombardsatzes).[23]

Die st√§ndigen Fazilit√§ten dienen dazu, √úbernachtliquidit√§t herzustellen (Spitzenrefinanzierungsfazilit√§t) oder diese abzuziehen (Einlagefazilit√§t). Sie werden in unbegrenzter H√∂he angeboten und setzen Signale hinsichtlich des allgemeinen Kurses der Geldpolitik einer Zentralbank. Da sie den Banken immer offen stehen, stecken sie die Grenzen der Geldmarkts√§tze f√ľr Tagesgelder ab. Die Spitzenrefinanzierungsfazilit√§t dient dar√ľber hinaus dazu die Liquidit√§t der Gesch√§ftsbanken sicherzustellen.[24]

Offenmarktgesch√§fte sind geldpolitische Instrumente der Zentralbanken und erm√∂glichen diesen sowohl eine expansive als auch eine restriktive Geldpolitik zu betreiben. Bei der restriktiven Geldpolitik entzieht die Zentralbank den M√§rkten Zentralbankgeld, indem sie Wertpapiere am offenen Markt verkauft. Die Expansive Geldpolitik ist das Gegenteil. Hierbei f√ľhrt die Zentralbank durch den Kauf von Wertpapieren Zentralbankgeld an den Markt zur√ľck. Die Offenmarktgesch√§fte geh√∂ren zu den Refinanzierungsinstrumenten der Zentralbanken. Offenmarktgesch√§fte werden oft als Wertpapierpensionsgesch√§ft get√§tigt.[25]

Die Mindestreservepolitik ist, im Gegensatz zu z.B. Offenmarktgesch√§ften, kein Refinanzierungsinstrument. Ihre Aufgabe ist das genaue Gegenteil. Mindestreserve bedeutet, dass die Gesch√§ftsbanken ein Zwangsguthaben bei der Zentralbank anzulegen haben. Die H√∂he der zu entrichtenden Mindestreserve richtet sich nach den Einlagen. Wenn jemand ‚Äď ob nun eine private Person oder eine Firma ‚Äď Geld auf die Bank bringt, um dieses Geld sparwirksam anzulegen, ist die Bank verpflichtet, einen Teil dieses Geldes bei der Zentralbank zu hinterlegen. Das bedeutet, dass die Bank nicht den vollst√§ndigen Betrag der Einlage wieder als Kredit an andere Gesch√§ftspartner herausgeben darf. In diesem Zusammenhang ist noch der Mindestreservesatz zu nennen. Dies ist ein von der Zentralbank vorgegebener Prozentsatz, welcher sich selten √§ndert und der das Verh√§ltnis zwischen Einlagen und Mindestreserven bestimmt.[26]

Einfluss des Staates

Die Abh√§ngigkeit einer Zentralbank wird h√§ufig von den vielf√§ltigen wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen eines Wirtschaftssystem beeintr√§chtigt. Eine Zentralbank kann von den Weisungen der Regierung unabh√§ngig sein (bspw. Deutsche Bundesbank oder amerikanische Federal Reserve System), sie kann aber auch von der Staatsregierung weisungsgebunden sein (Banca d‚ÄôItalia, People‚Äôs Bank of China). Ist eine Zentralbank von Weisungen der Regierung abh√§ngig, so ist der Staat der eigentlich Verantwortliche f√ľr die Geld- und W√§hrungspolitik.
Die Unabhängigkeit der Zentralbank dient dazu, zu vermeiden, dass die Regierung eine zu expansive Geldpolitik betreibt. Regierungen neigen zu expansiver Geldpolitik, weil sie so kurzfristig bessere Wirtschaftsdaten erzielen und so mehr Zustimmung erhalten können. Die negativen Folgen einer expansiven Geldpolitik werden in der Regel nicht der Regierung angelastet. Einige monetäre Effekte unterschiedlicher institutioneller Ausgestaltungen der Zentralbanken, insbesondere im Bezug auf die Inflation, sind empirisch nachvollziehbar.[27] Soll der Zentralbankgewinn im nennenswerten Umfang zur Finanzierung des Staates beitragen, ist es hilfreich die Zentralbank unmittelbar der Regierung zu unterstellen.[28]
Hinsichtlich des Grads der (Un-)Abh√§ngigkeit einer Zentralbank gegen√ľber der Regierung ist international ein breites Gestaltungsspektrum zu beobachten. Gr√ľnde hierf√ľr sind zum einen die unterschiedlichen Definitionen von Unabh√§ngigkeit, zum anderen aber auch die geschichtlichen Erfahrungen der jeweiligen L√§nder mit ihren Zentralbanken.[6] Preisniveaustabilit√§t ist das vorrangige Ziel der supranationalen EZB. Da ihr diese Aufgabe durch den Vertrag von Maastricht vorgeschrieben ist, befindet sich die EZB in einer Zielabh√§ngigkeit. In Bezug auf die Realisierung dieses Ziels durch den Einsatz verschiedener geldpolitischer Instrumentarien ist sie jedoch weisungsunabh√§ngig, d.h. sie besitzt Instrumentenunabh√§ngigkeit.[29]

Zielabhängigkeit

Unter Zielabhängigkeit (goal dependence) versteht man, dass die Regierung die Ziele der Zentralbank beeinflussen kann. Ist bspw. die Preisstabilität als oberes Ziel der Zentralbank gesetzlich vorgegeben, liegt eine Zielabhängigkeit vor. Kann die Zentralbank hingegen ihre Aufgaben selbst festlegen, handelt die Zentralbank zielunabhängig.[29]

Instrumentenabhängigkeit

Unter Instrumentenabhängigkeit (instrument dependence) versteht man, in welchem Maße die Regierung die Zentralbank bei der Zielerreichung beeinflusst. Ist die Zentralbank bei der Wahl ihres geldpolitischen Instrumentariums weisungsabhängig, d.h. entscheidet die Regierung welche Instrumente bei der Erreichung der Geldwertstabilität eingesetzt werden, spricht man von Instrumentenabhängigkeit. Kann die Zentralbank ihre geldpolitischen Instrumente frei wählen, handelt sie instrumentenunabhängig.[29]

Kritik am Zentralbankkonzept

Kritiker meinen, das geltende Mischgeld-Bankensystem, an dem Gesch√§ftsbanken und eine Zentralbank beteiligt sind, f√ľhre zu schlechteren Ergebnissen hinsichtlich Geldwertstabilit√§t und Inflationsrate als ein Modell marktf√∂rmiger Geldsch√∂pfung. Nach dem marktwirtschaftlichen Modell des Mehrbankensystems ohne Zentralbank finde hingegen eine systembedingte Kontrolle der Geldsch√∂pfung statt. Die gegenw√§rtigen Beschr√§nkungen durch

  • Barreserven der Gesch√§ftsbank, die mit einer Auszahlung der gew√§hrten Kredite rechnen muss und diese Auszahlung in Form des gesetzlichen Zahlungsmittels vornehmen muss, da andere W√§hrungen nach dem Greshamschen Gesetz vom Markt verdr√§ngt werden, und
  • Mindestreserve, also die Menge an Zentralbankgeld, die die Zentralbank den Gesch√§ftsbanken abh√§ngig von deren Kreditvergabe vorschreibt.

f√ľhrten zu geldmengeninduzierten Finanzkrisen, da die Zentralbank durch planwirtschaftliche Geldmengensteuerung in den Wettbewerb eingreife.[30]

Der Wirtschaftswissenschaftler Kevin Dowd vertritt die Ansicht, dass das Finanzsystem ohne staatliche Eingriffe stabiler sei, als es in seiner jetzigen Form ist. Es sei entgegen verbreiteter Annahmen in sich stabil und ben√∂tige weder einen Lender of last resort noch ein staatliches Einlagensicherungssystem[31]. Eine Quelle der Instabilit√§t im gegenw√§rtigen System sei, dass die Zentralbanken nicht gen√ľgend Signale erhalten, um eine funktionierende Politik etablieren zu k√∂nnen und somit die Politik die tats√§chlich umgesetzt wird sch√§dliche Auswirkungen nach sich zieht. Als Beispiel nennt er das Federal Reserve System, das in den 1930er Jahren seiner Rolle als Lender of Last Resort nicht nachkam.[32]

In seinem Werk Human Action vertritt Ludwig von Mises die Auffassung, dass die zyklischen Auf- und Abschw√ľnge der Wirtschaft, und damit auch die Entstehung von Depressionen, das Ergebnis der Senkung des Zinssatzes durch die Expansion von Krediten seitens der Banken ist.[33] Dies wird als √úberinvestitionstheorie bezeichnet. Durch die damit zus√§tzlich zur Verf√ľgung stehenden Darlehen w√ľrde versucht, die Konjunktur k√ľnstlich zu beleben. Allerdings sieht von Mises die Gefahr, dass dadurch Kredite in Wirtschaftszweige und Gesch√§fte flie√üen, die vor der Senkung des Zinssatzes als unrentabel erschienen. Er vertritt die Ansicht, dass die somit angekurbelte Wirtschaft fr√ľher oder sp√§ter zusammenbrechen m√ľsse. Die Krediterweiterungspolitik von Banken sei somit eine Fehlleitung der Unternehmenst√§tigkeit. Von Mises kommt zu dem Ergebnis, dass periodisch wiederkehrende Wirtschaftskrisen nur zu verhindern seien, wenn man auf die Ankurbelung der Wirtschaft durch die Bankpolitik verzichten w√ľrde. Vielmehr sollte der Zinsfu√ü durch den Marktmechanismus geregelt werden.[34]

Auch Friedrich August von Hayek, wie Mises ein Vertreter der √Ėsterreichischen Schule, sieht den Grund f√ľr die Instabilit√§t der Wirtschaft darin, dass eine expansive Geldpolitik zu Investitionen in an sich unrentable Projekte f√ľhrt, die fr√ľher oder sp√§ter bereinigt werden m√ľssen. In einer sp√§teren Schaffensperiode machte er als Ursache f√ľr die expansive Geldpolitik aus, dass die Verf√ľgbarkeit des Geldes nicht durch den Marktprozess bestimmt, sondern durch die Zentralbanken reguliert wird[35]. Hayek fordert, die Aufgaben der Zentralbanken in private H√§nde zu geben und zu dezentralisieren[36]. Ein solches System wird als Free Banking bezeichnet. Der Zinssatz w√ľrde dann wie jeder andere Preis durch die Nachfrage und das Angebot nach Geld auf dem Markt bestimmt werden.[37] 1974 bekam Hayek f√ľr seine Erkenntnisse, wie sich die Eingriffe der Zentralbanken auf die Wirtschaft auswirken, den Wirtschaftsnobelpreis[38].

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Horst Fischer: Geld und Banken. 2002, S. 73.
  2. ‚ÜĎ Deane, Pringle (1995).
  3. ‚ÜĎ a b c Michael D. Bordo: A Brief History of Central Banks. 12. Januar 2007. Abgerufen am 8. Dezember 2009.
  4. ‚ÜĎ Arun Ghosh: Dilemmas of the Reserve Bank of India. In: Economic and Political Weekly, Vol. 31, No. 26. 29. Juni 1996. S. 1643. Abgerufen am 8. Dezember 2009.
  5. ‚ÜĎ Michael Heine, Hansj√∂rg Herr: Die Europ√§ische Zentralbank. 2004, S. 58 f.
  6. ‚ÜĎ a b Wolfgang Gerke (Hrsg.): Handw√∂rterbuch des Bank und Finanzwesens. 1995, S. 1466.
  7. ‚ÜĎ Lothar Wildmann: Makro√∂konomie, Geld und W√§hrung. 2007, S. 125.
  8. ‚ÜĎ Manfred Borchert: Geld und Kredit: Einf√ľhrung in die Geldtheorie und Geldpolitik. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, M√ľnchen 2003, S. 3
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Literatur

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  • Manfred Pohl: Die Geschichte der Nationalbank f√ľr Deutschland. In: Bankhistorisches Archiv. 7, 1981, S. 16‚Äď49.
  • Christopher J. Waller, Carl E. Walsh: Central-Bank Independence, Economic Behavior, and Optimal Term Lengths. In: The American Economic Review. Bd. 86, Nr. 5, Dez. 1996, ISSN 0002-8282, S. 1139‚Äď1153.

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