Zerstörer

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Zerstörer
Zerstörer USS Arleigh Burke, Typschiff seiner Klasse
Der 1994 in Dienst gestellte Zerst√∂rer Harbin (DD 112), Type 052, (NATO Code: Volksbefreiungsarmee, bei einem Besuch des US-Marinest√ľtzpunktes Pearl Harbor, Hawaii

Der Zerst√∂rer war urspr√ľnglich ein kleines und schnelles Kriegsschiff zur Abwehr von Torpedobooten, weshalb die anf√§ngliche Bezeichnung auch Torpedobootzerst√∂rer hie√ü. Inzwischen geh√∂rt dieser Schiffstyp, durch den Wegfall der Schlachtschiffe, zu den gr√∂√üeren Einheiten. Au√üerdem ist der Zerst√∂rer der kleinste Kriegsschiffstyp, der einer Allzweckrolle gerecht wird und daher auch ohne weitere Unterst√ľtzung im Alleingang operative Auftr√§ge im Rahmen der Seekriegsf√ľhrung erf√ľllen kann.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Begriff ‚ÄěZerst√∂rer‚Äú ist eine w√∂rtliche √úbersetzung des englischen Wortes ‚Äědestroyer‚Äú, da der Typ in Gro√übritannien als Reaktion auf die Entwicklung des Torpedos und des Torpedobootes entworfen wurde. Die damals f√ľhrende britische Marine st√ľtzte sich auf gro√üe Linienschiffe, die mit ihren gro√üen und schwerf√§lligen Gesch√ľtzbatterien schnell herannahende Torpedoboote schlecht abwehren konnten. Zu deren Schutz wurden daher etwas gr√∂√üere und schnellere Torpedoboote gebaut, die mit ihrer st√§rkeren Bewaffnung mit Kanonen angreifende Torpedoboote bek√§mpfen sollten. Dieser Typ wurde Torpedobootsj√§ger oder Torpedobootszerst√∂rer (bzw. in Frankreich: Contretorpilleur) genannt. Die umst√§ndliche Bezeichnung Torpedobootszerst√∂rer wurde schon bald zu Zerst√∂rer verk√ľrzt. F√ľr einen Gegenangriff trugen sie ebenfalls eine Torpedobewaffnung. Deshalb ist die Grenze zwischen Torpedoboot und Zerst√∂rer vor allem bei den fr√ľhen Schiffen dieser Art flie√üend.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Zerst√∂rer sehr universell eingesetzt und entsprechend in gro√üen St√ľckzahlen gebaut, allein in den USA √ľber 600 Einheiten. Sie waren zu dieser Zeit 2.000 bis 4.000 t schwer und 120 m lang. Sie erreichten etwa 35 Knoten und waren mit vier bis zehn Torpedorohren, sowie etwa f√ľnf Gesch√ľtzen mit 12,7 cm Kaliber bewaffnet. Dazu kamen eine noch gr√∂√üere Zahl an kleineren Geleitzerst√∂rern, die vor allem der U-Boot-Abwehr dienten und die Geleitz√ľge begleiteten. Aus diesen Geleitzerst√∂rern ist die moderne Fregatte entstanden.

Sonderentwicklungen stellten die Gro√üzerst√∂rer und Flottillenf√ľhrer dar, die aber tonnagem√§√üig im Zweiten Weltkrieg von den Standardzerst√∂rern eingeholt wurden.

Heute sind Zerst√∂rer bis √ľber 8.000 t gro√ü und mit Flugk√∂rpern, Rohr- und U-Jagdwaffen sowie Bordhubschraubern ausger√ľstet. Abgesehen von den Flugzeugtr√§gern z√§hlen sie heute neben den Kreuzern zu den gro√üen Schiffen der Marinen.

Moderne Zerst√∂rer werden heute √ľberwiegend in Stealth-Bauweise gebaut, was ihnen ein glattes, fl√§chiges Aussehen verleiht. Durch die schr√§ge Anordnung aller (√úberwasser-)fl√§chen wird die Radarr√ľckstrahlung vermindert. Die Folge ist eine kleinere Radarsignatur: Das Schiff ist vom gegnerischen Radar schwieriger und sp√§ter zu erkennen. Die USA sind heute f√ľhrend im Zerst√∂rerbau. Sie bauen die Zerst√∂rer der Arleigh Burke-Klasse, welche der Flugabwehr ihrer Flugzeugtr√§ger dienen. Die meisten Nationen setzen heute auf die kosteng√ľnstigeren, weil spezialisierteren und daher kleineren Fregatten.

Geschichtliche Entwicklung

Die Anfänge

Torpedokreuzer, die als erste Torpedoboot-Abwehrfahrzeuge entwickelt wurden. Sie waren mit mehreren Torpedorohren und Gesch√ľtzen bis Kaliber 12 cm bewaffnet und hatten noch eine leichte Panzerung. Sie sollten die Linienschiffe der Hochseekampfflotte begleiten und vor Angriffen feindlicher Torpedoboote sch√ľtzen. Wegen ihrer Wasserverdr√§ngung bis 1.500 Tonnen wurden sie zum Teil auch als Flottenkreuzer oder Kreuzer 3. Klasse klassifiziert (im letzteren Fall fehlte die Torpedobewaffnung oft ganz, daf√ľr waren sie f√ľr ihre Gr√∂√üe relativ stark gepanzert). Auf Grund des zunehmenden Einsatzes der schnelleren und spezialisierteren Torpedobootszerst√∂rer, eine Entwicklung der britischen Royal Navy, ging die Bedeutung der Torpedokreuzer st√§ndig zur√ľck, so dass nach 1900 ihr Bau aufgegeben wurde. Vor allem in den Flotten von √Ėsterreich-Ungarn, Russland, Gro√übritannien, Frankreich, Italien und Japan waren Torpedokreuzer im Einsatz. Die Bezeichnung Torpedokreuzer wird manchmal (wenn auch nicht ganz treffend) auch f√ľr die Gro√üzerst√∂rer gebraucht, die im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen.

Die ersten Torpedobootszerstörer

1892 wurden die ersten ‚Äětorpedo-boat destroyer‚Äú (Torpedobootszerst√∂rer)[1] als Abwehrwaffe gegen Torpedoboote in Dienst genommen. Erste so bezeichnete Klasse waren die Yarrow gebauten [2], die 1894 bei der Royal Navy in Dienst kamen. Bis zum Russisch-Japanischen Krieg 1904, gab es in fast allen Marinen gro√üe, schnelle, stark bewaffnete Torpedoboote, f√ľr die sich die verk√ľrzte Bezeichnung Zerst√∂rer durchsetzte[3].

Die Franz√∂sische Marine als intensiver Nutzer von Torpedobooten, baute 1899 ihre ersten Torpedobootszerst√∂rer als Durandal-Klasse unter der Bezeichnung ‚Äětorpilleur d'escadre‚Äú. Nach 55 Zerst√∂rern von etwa 300 t erfolgte ab 1909 auch hier eine Vergr√∂√üerung des Typs.
Die Vereinigten Staaten stellten 1902 mit der USS Bainbridge, Destroyer No. 1, ihren ersten Zerstörer in Dienst und hatten 1906 16 Zerstörer im Dienst der US Navy [4].

Bis zum Ersten Weltkrieg wuchsen die Zerst√∂rer von etwa 300 t auf √ľber 1.000 t. Der modernste Zerst√∂rertyp der Royal Navy bei Kriegsausbruch war die Laforey-Klasse mit knapp unter 1.000 t, die speziell f√ľr die Verh√§ltnisse der Nordsee konstruiert war. Die modernsten Zerst√∂rer der franz√∂sischen Marine waren die der russische Marine mit den aus der Nowik mit starker deutscher Beteiligung entwickelten Klassen von √ľber 1.250 t.
Nur Deutschland bezeichnete seine Zerst√∂rer weiterhin als Torpedoboote und gab ihnen nur Herstellerkennzeichen und Nummern, aber keine Namen. Die letzten vor Kriegsausbruch fertiggestellten Boote geh√∂rten zum Typ Gro√ües Torpedoboot 1911 (V 1 - V 6, G 7 - G 12, S 13 - S 24) und verdr√§ngten 700 bis 750 t. Im Krieg wurden noch ein Boot des Typs Gro√ües Torpedoboot 1916, die V 116, von 2.400 t fertiggestellt, die an Italien als [5] ausgeliefert wurde. F√ľr Frankreich wurde noch die S 113 als Amiral S√©n√®s[6] zu Ende gebaut und ausgeliefert.

Entwicklung der Kriegsschiffstypen vor 1945

Z4 Richard Beitzen, deutsche Kriegsmarine, 1937

Vor 1945 waren die gro√üen √úberwasserkriegsschiffe aller Seem√§chte im Grunde genommen zun√§chst in Zerst√∂rer, leichte und schwere Kreuzer, Schlachtkreuzer und Schlachtschiffe eingeteilt. Diese klare Einteilung hatte ihren Ursprung in den Flottenvertr√§gen von Washington von 1922 und London 1930. Laut diesem System war der ‚Äěklassische‚Äú Flottenzerst√∂rer des Zweiten Weltkrieges entstanden. Sonderentwicklungen stellten die Gro√üzerst√∂rer und Flottillenf√ľhrer dar, die aber tonnagem√§√üig im Zweiten Weltkrieg von den Standardzerst√∂rern eingeholt wurden. Durch die Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg setzte ein radikales Umdenken hinsichtlich des Zweckes von Zerst√∂rern ein. Die klassische Aufgabe der Zerst√∂rer war der offensive und defensive Flottendienst, also der Angriff mit Torpedos auf gegnerische Verb√§nde von Schlachtschiffen oder Kreuzern oder die Abwehr gegnerischer Zerst√∂rer.

Kriegserfahrungen

Im Zweiten Weltkrieg war diese Aufgabe gegen√ľber rein defensiven Aufgaben wie U-Boot-Jagd und Abwehr von Luftangriffen immer mehr ins Hintertreffen geraten. Zwar gab es vor allem zwischen Zerst√∂rern noch √úberwassergefechte Kriegsschiff gegen Kriegsschiff, doch blieben diese eher die Ausnahme. Schon w√§hrend des Krieges zeigte sich diese Tendenz daran, dass die meisten Zerst√∂rerklassen behelfsm√§√üig auf die neuen Aufgaben und Bedrohungen umgebaut wurden.

Die Flak- und U-Bootjagdbewaffnung wie z. B. Wasserbomben oder Hedgehogs wurde bei fast allen Vorkriegsmustern erheblich verst√§rkt. Um dieses Zusatzgewicht auszugleichen mussten Waffensysteme f√ľr den √úberwasserkampf wie Artillerie und Torpedorohrs√§tze entfernt werden.

Im Jahre 1945 hatten die meisten amerikanischen Zerst√∂rer keine Torpedorohre mehr, die Flakbewaffnung dagegen war wegen der Bedrohung durch Kamikazeflugzeuge teilweise vervierfacht worden. Ein zus√§tzlicher Gewichtsfaktor waren neue Sensoren wie Radar, die immer mehr Platz beanspruchten. W√§hrend des Zweiten Weltkrieges wurde dies nur als Notbehelf angesehen und neue, w√§hrend des Krieges entworfene Zerst√∂rerklassen wie die britische Battle-Klasse oder die amerikanische Gearing-Klasse hatten nach wie vor Torpedorohre, allerdings war die Hauptartillerie nun immer sowohl gegen Flugzeuge wie √úberwasser- und Landziele einsetzbar. Nach dem Krieg setzte ein radikales Umdenken ein: Der Zerst√∂rer wurde nun prim√§r zum Sicherungsschiff f√ľr den Flugzeugtr√§ger, der die Rolle des Schlachtschiffes als Kern der Flotte √ľbernommen hatte. Tr√§gerverb√§nde waren prim√§r durch gegnerische Flugzeuge und U-Boote bedroht.

1950er Jahre

Zerstörer der sowjetischen Kashin-Klasse

Die Zerst√∂rer der 1950er Jahre trugen dieser neuen Rolle Rechnung und die Torpedorohre verschwanden nun v√∂llig. Bei neuen Entw√ľrfen spielte die U-Bootjagd immer mehr die Hauptrolle, was zu einer Reduzierung der Artillerie f√ľhrte, beispielsweise von 6 √ó 12,7 cm bei der Flugabwehrrakete eine immer gr√∂√üere Rolle. Diese anf√§nglich sehr gro√üen Waffen konnten zuerst nur auf Kreuzern eingesetzt werden. Mitte der 50er Jahre wurde der Lenkwaffenzerst√∂rer entwickelt, dessen Hauptaufgabe der Schutz von anderen Schiffen mittels Lenkwaffen ist. Hier teilt sich nun der Entwicklungsstrang aller Seem√§chte und es gibt folgende Unterschiede:

USA
  • Konventionelle Zerst√∂rer zur U-Bootjagd mit Bezeichnung DD
  • Lenkwaffenzerst√∂rer mit Bezeichnung DDG
  • Besonders gro√üe Zerst√∂rer mit Bezeichnung DLG, die beide Aufgaben durchf√ľhren konnten
Großbritannien
  • Zerst√∂rer zur Flugabwehr mit gelenkten Raketen
  • Schnelle, gro√üe Fregatten zur U-Bootjagd, teilweise gr√∂√üer als Zerst√∂rer
Frankreich
  • sowohl als Lenkwaffenschiff wie als U-Bootj√§ger
UdSSR
  • die traditionelle Bezeichnung ‚ÄěZerst√∂rer‚Äú wurde komplett aufgegeben und die Schiffe nach ihrer Funktion als ‚Äěgro√ües Raketenschiff‚Äú oder ‚Äěgro√ües U-Bootjagdschiff‚Äú bezeichnet.

Zerstörer der Bundesmarine

Die ersten sechs Zerst√∂rer Zerst√∂rer 1 bis Zerst√∂rer 6 (Klasse 119) der neu aufgestellten Bundesmarine wurden Ende der 1950er Jahre als Leihgabe von den USA √ľbernommen. Sie waren dort w√§hrend des Zweiten Weltkriegs als Einheiten der Fletcher-Klasse gebaut worden. Sie wurden in den 1980er Jahren durch Fregatten der Bremen-Klasse (F122) ersetzt.

Die Schiffe der Klasse 101/101A (Hamburg-Klasse), vier in den 1960er Jahren in Dienst gestellte Zerst√∂rer-Neubauten der Hamburger Werft H. C. St√ľlcken Sohn, (Hamburg (D 181), Schleswig-Holstein (D 182), Bayern (D 183) und Hessen (D 184) wurden Anfang der 1990er Jahre durch vier Fregatten der Brandenburg-Klasse (F123) ersetzt.

Die drei in den USA gebauten Einheiten der Klasse 103 (L√ľtjens-Klasse): D185 L√ľtjens, D186 M√∂lders und D187 Rommel) wurden 1969/70 in Dienst gestellt und waren modifizierte Schiffe der amerikanischen Charles F. Adams-Klasse. Im Jahr 1999 (Rommel) bzw. 2003 (M√∂lders und L√ľtjens) wurden sie au√üer Dienst gestellt. Ausschlaggebend waren hohe altersbedingte Wartungs- und Betriebskosten, die zum Teil aus den nicht mehr zeitgem√§√üen Dampfkesselantriebsanlagen und den hohen Kosten f√ľr Ersatzteilbeschaffungen resultierten.

Die drei Fregatten der 2004-2006 in Dienst gestellten Sachsen-Klasse F124 ersetzten diese letzten als Zerstörer bezeichneten Schiffe der Deutschen Marine.

Siehe auch: Liste der Schiffe der Bundeswehr

Moderne Zerstörertypen

USS Mustin in achterlicher Ansicht)
DDG991 Sejong the Great (Korea)

Der klassische Zerstörertyp, der sich aus dem Torpedoboot entwickelt hatte, hielt sich noch bis in die 70er Jahre. Auch wenn amerikanische und russische Lenkwaffenzerstörer damals eine andere Rolle hatten, waren sie konstruktionsmäßig immer noch eine Fortentwicklung des alten Typs, erkennbar am Dampfturbinen-Antrieb und einem sehr schlanken Rumpf.

Allm√§hlich setzte sich die Erkenntnis durch, dass eine Geschwindigkeit um 30 Knoten f√ľr heutige Aufgaben ausreichend ist. Diese Geschwindigkeit konnte auch mit Gasturbinen, Diesel oder gemischtem Antrieb (CODOG oder CODAG) erreicht werden. Der Verzicht auf hohe Geschwindigkeit wiederum erm√∂glichte einen weniger schlanken Rumpf und damit eine endg√ľltige Abkehr von der schlanken Zerst√∂rerlinie.

Ein erster Entwurf dieser Art war die amerikanische Spruance-Klasse, ein Entwurf, der von vielen Traditionalisten als ungeheuer h√§sslich und zudem viel zu gro√ü eingestuft wurde: Diese Schiffe verdr√§ngten √ľber 8.000 Tonnen und kamen damit schon in den Bereich eines Kreuzers, besa√üen Gasturbinenantrieb und eine f√ľr ihre Gr√∂√üe relativ leichte Bewaffnung. Aus Traditionsgr√ľnden gab man diesem neuen U-Jagdschiff die Bezeichnung Destroyer, obwohl es im Prinzip einen v√∂llig neuen Typ darstellte. Aber die Grundideen wurden in neuen Schiffen aufgenommen, so dass s√§mtliche neueren amerikanischen Schiffe (und viele Entw√ľrfe amerikanischer Verb√ľndeter) auf ihr basieren. Diese werden entweder ‚Äěguided missile destroyer‚Äú (z. B. die Arleigh Burke-Klasse) oder ‚Äěguided missile cruiser‚Äú (Ticonderoga-Klasse) genannt, aber sind letztlich Varianten desselben Typs mit unterschiedlichen Rollen, was sie allerdings auch in den Grenzbereich zwischen Zerst√∂rern und Fregatten schiebt. Der letzte ‚Äěklassische‚Äú Zerst√∂rertyp der US-Navy war die Charles F. Adams-Klasse. Letztlich sind die Bezeichnungen Kreuzer, Zerst√∂rer und Fregatte heute nur noch Traditionsnamen, die nur noch √ľber z. B. NATO-Einsatzdefinitionen eine Auskunft √ľber Rolle und Gr√∂√üe geben, obwohl die Grenzen zwischen den Bezeichnungen immer mehr verschwimmen und die √úberg√§nge sehr flie√üend sind. Die Aufgaben der modernen Zerst√∂rer sind meistens recht spezialisiert. Bei den meisten modernen Zerst√∂rern liegt der Schwerpunkt auf weitr√§umiger Luftabwehr (AAW), wie z. B. F124 oder Arleigh Burke-Klasse. Daneben werden die klassischen Seekriegsszenarien aus dem Kalten Krieg, wie ASW (U-Boot-Jagd) und ASuW (Schiffsbek√§mpfung), nicht ganz √ľbergangen. Die Spruance-Klasse ist zum Beispiel noch ein solcher Bau des Kalten Kriegs. Inzwischen ist auch wieder ein Trend zur Ausr√ľstung mit Waffen zur Landzielbek√§mpfung zu beobachten (Arleigh Burke-Klasse). Mit der Ausmusterung der Schlachtschiffe, die mit ihren riesigen Gesch√ľtzen hervorragende Feuerunterst√ľtzung geben konnten, ist diese F√§higkeit weitgehend verloren gegangen. Mit Cruise Missiles versucht man jetzt diese F√§higkeit wieder zu erlangen.

Moderne Zerstörer-Klassen

DD111 Onami(Japan)
DDG-178 Ashigara (Japan)

Zuk√ľnftige Zerst√∂rer

Stealth-Technologie

D554 Caio Duilio (Italien) Horizon-Klasse

Die meisten aktuell in Beschaffung oder in Planung befindlichen Zerst√∂rer werden nach dem Stealth-Prinzip gebaut. Das hei√üt, die Schiffe werden so gebaut, dass sie schwer ortbar sind. Das wichtigste dabei ist, die Radarr√ľckstrahlung zu reduzieren. Daf√ľr m√ľssen alle Au√üenw√§nde schr√§g gestellt und speziell beschichtet sein. Auch Raketenstarter, Gesch√ľtze, Beiboote etc. m√ľssen entsprechend verkleidet werden. Ein zweiter Punkt ist das Reduzieren der W√§rmeabstrahlung, da diese von IR-Sensoren geortet werden kann. Das Hauptproblem sind hierbei die Abgase, die deshalb in einem komplizierten Verfahren mit Luft durchmischt und abgek√ľhlt werden, bevor sie ausgesto√üen werden. Teilweise werden sogar ganze Au√üenw√§nde des Schiffes mit kaltem Wasser gek√ľhlt. Der Vorteil dieser vielen teuren Techniken besteht darin, dass die Schiffe schwerer und somit erst sp√§ter vom Gegner geortet werden k√∂nnen. Nach der Ortung soll das Schiff f√ľr den Gegner nur als sehr kleines Objekt erkennbar sein, deutlich unterhalb der realen Gr√∂√üe. Ein Nachteil besteht darin, dass die Schiffe aufgrund ihrer Technologie verh√§ltnism√§√üig teuer sind und viele Marinen daher aus Kostengr√ľnden eine geringere Anzahl an Schiffen ordern als von der Vorg√§ngerklasse, was durch die gesteigerte Leistungsf√§higkeit der neuen Zerst√∂rer kompensiert werden soll.

Bewaffnung

Die meisten dieser modernen Zerst√∂rer haben den Bewaffnungsschwerpunkt auf weitreichender Luftabwehr, so genannte AAW-Zerst√∂rer[7] (Zumwalt-Klasse, Darin-Klasse, Horizon-Klasse, F124). Daneben verf√ľgen sie teilweise auch √ľber ASW-[8] (U-Boot-Jagd) und ASuW-[9] (Schiffbek√§mpfung) F√§higkeiten (Horizon, F124). Die US-Zerst√∂rer der Zumwalt-Klasse besitzen zus√§tzlich zu ihrer AAW-Ausstattung weitreichende Landangriffsf√§higkeiten (Tomahawk-Marschflugk√∂rper und zwei 15,5-cm-Gesch√ľtze). Zur U-Boot-Jagd f√ľhren nahezu alle modernen Zerst√∂rer ein oder zwei Helikopter mit. Die US Navy plant, ihre Schiffe zudem langfristig mit Drohnen auszustatten.

Zuk√ľnftige Zerst√∂rer-Klassen

  • Projekt 21956, Russland, geplanter Entwurf auf Basis der Udaloj-Klasse mit Stealth-Eigenschaften zur Abl√∂sung der Udaloj- und Sowremennij-Klasse
  • Daring-Klasse, Gro√übritannien, 6 Schiffe in Bau, AAW
  • Zumwalt-Klasse, USA, 2 Schiffe bestellt, AAW und Landangriff
  • Horizon-Klasse, Frankreich/Italien, 4 Schiffe gebaut, AAW (auch ASW und ASuW)
  • 5000-t-Klasse, Japan, 4 Schiffe geplant, ASW und ASuW
  • Australien, 3 Schiffe geplant
  • KDX-II-Klasse, S√ľdkorea, 6 Schiffe gebaut
  • KDX-III-Klasse, S√ľdkorea, 1 Schiff gebaut, das 2. von 3 bestellten Schiffen im Bau und 1 bis 3 weitere geplant

Siehe auch

Literatur

  • Harald Fock: Z-vor. 2 B√§nde. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1998, ISBN 3-7822-0762-9.
  • Rolf G√ľth: Zerst√∂rer Z 34. Ein Kriegstagebuch vom Alltag des Seekrieges 1943 bis 1945. 2. √ľberarbeitete Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1992, ISBN 3-7822-0567-7, (M√§nner, Schiffe, Schicksale 5).
  • Wolfgang Harnack: Die Zerst√∂rerflottille der Deutschen Marine von 1958 bis heute. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2001, ISBN 3-7822-0816-1.
  • Robert Jackson: Zerst√∂rer, Fregatten und Korvetten. Gondrom Verlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1873-5.
  • Alexander Kent: Die Zerst√∂rer.. Ullstein Buchverlage GmbH Co. KG / Ullstein Tas, ISBN 3-548-24301-0.
  • Gerhard Koop, Klaus-Peter Schmolke: Die deutschen Zerst√∂rer 1935-1945. Bernard & Graefe, Bonn 1995, ISBN 3-7637-5940-9, (Schiffsklassen und Schiffstypen der deutschen Marine 6).
  • David Lyon: The First Destroyers, Chatham Publishing, London (1996), ISBN 1-55750-271-4.
  • Hans Mehl: Torpedoboote und Zerst√∂rer. Verlag f√ľr Verkehrswesen, Berlin 1983.
  • Richard V. Simpson : Building The Mosquito Fleet, The US Navy's First Torpedo Boats, Arcadia Publishing, Charleston (2001), ISBN 0-7385-0508-0.
  • Stefan Terzibaschitsch: Zerst√∂rer der U.S. Navy von der Farragut-Klasse bis zur Forrest-Sherman-Klasse. Bechterm√ľnz Verlag, Augsburg 1997, ISBN 3-86047-587-8.
  • Mike J. Whitley: Zerst√∂rer im Zweiten Weltkrieg. Technik - Klassen - Typen. 2. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-01426-2.

Weblinks

 Commons: Zerst√∂rer ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Zerst√∂rer ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Lyon,S.8
  2. ‚ÜĎ Lyon,S.53
  3. ‚ÜĎ Lyon,S.8f.
  4. ‚ÜĎ Simpson,S.151
  5. ‚ÜĎ Bild und Daten der Premuda
  6. ‚ÜĎ Daten der Amiral S√©n√®s
  7. ‚ÜĎ Anti Air Warfare
  8. ‚ÜĎ Anti Submarine Warfare
  9. ‚ÜĎ Anti Surface Warfare

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