Zugangsberechtigungssystem

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Zugangsberechtigungssystem
Verschiedene mögliche Realisierungen

Der Begriff Zugangsberechtigungssysteme (ZBS) (auch Verschl√ľsselungsstandards oder Verschl√ľsselungssysteme) bzw. englisch Conditional access system (CAS) bezeichnet die beim Bezahlfernsehen eingesetzten Systeme zur Ver- und Entschl√ľsselung der Programminhalte.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Das im Digitalfernsehen eingesetzte Verfahren zum Ver- und Entschl√ľsseln der Inhalte nennt sich Common-Scrambling-Algorithmus (kurz CSA). Damit ein Empf√§nger in der Lage ist, das Signal mittels CSA zu entschl√ľsseln, ben√∂tigt er ein sich st√§ndig √§nderndes acht Byte breites sogenanntes Kontrollwort. Dieses Kontrollwort dem Empf√§nger zukommen zu lassen und dabei nur bestimmte Empf√§nger zu adressieren, ist die Aufgabe der CA-Systeme.

Technisches Verfahren und Details

CA-Systeme bilden hierbei die Schnittstelle zwischen dem verschl√ľsselten DVB-Datenstrom und der Smartcard des Benutzers (oder Abonnenten). Der Anbieter sendet so parallel zu den Nutzdaten noch gesonderte Datenpakete namens ECMs (ECM = Entitlement Control Message). Mittels dieser ECM kann ein entsprechend autorisierter Empf√§nger das zu dieser Zeit g√ľltige Kontrollwort errechnen und an den CSA-Dekoder √ľbermitteln. Dieser nimmt dann das endg√ľltige Entschl√ľsseln des Datenstroms vor. Auf Empf√§ngerseite wird ein CA-System √ľblicherweise durch eine an den Kunden gebundene Smartcard und ein kundenanonymes Conditional Access Module abgebildet. Das Modul filtert dabei die ECM-Pakete aus dem Datenstrom und errechnet mittels der gegebenen Information in Verbindung mit der Smartcard das entsprechende Kontrollwort. Die Logik des CA-Systems verteilt sich hier zum einen auf das Modul und zum anderen auf die Smartcard. √úblich ist es hierbei kundenspezifische Daten auf der Smartcard vorzuhalten und diese nicht auslesbar durch Dritte zu machen.

Da sich unabh√§ngig vom verwendeten CA-System immer ein eindeutiges Kontrollwort zum Entschl√ľsseln ergeben muss, k√∂nnen hierbei auch mehrere CA-Systeme parallel f√ľr einen einzelnen Datenstrom eingesetzt werden (Simulcrypt). Der Anbieter muss hierbei f√ľr jedes eingesetzte CA-System entsprechend eigene ECMs mitschicken.

Zus√§tzlich zur Information, die sich schon auf der Karte des Kunden befindet, und den ECMs senden all diese Verfahren noch Steuercodes √ľber den eingehenden Datenstrom. Diese sogenannten Entitlement Management Messages (kurz EMMs) dienen dem gezielten Aktivieren oder Deaktivieren der Kundenkarten. Es besteht hierbei auch die M√∂glichkeit, dem Kunden mehr oder weniger Rechte bez√ľglich einzelner Angebotspakete einzur√§umen, ohne dass der Kunde die Smartcard tauschen muss.

Liste der verbreiteten CA-Systeme

BetaCrypt, BetaCrypt-2

(CA-ID Sat 0x170n Kabel 0x172n) BetaCrypt wurde von BetaResearch, einer Tochterfirma der KirchMedia, f√ľr die d-box verwendet. Es ist eine von Irdeto Access B.V. lizenzierte Software mit ver√§nderter CA-ID, ansonsten ist es zu Irdeto identisch. Urspr√ľnglich nutzten die Kirch-Sender DF1 (der erste digitale Bezahlfernsehsender in Deutschland), Premiere World (Zusammenschluss von DF1 und Premiere Digital) und sp√§ter dessen Rechtsnachfolger Premiere dieses Verschl√ľsselungssystem.

Im Laufe der Zeit wurde Betacrypt weiterentwickelt. So wurde mit der Markteinf√ľhrung der D-Box 2 auch eine neue Smartcard-Generation eingef√ľhrt, deren Seriennummern alle mit einem Z endeten. Diese Smartcards implementierten das sogenannte CAM-Crypt. Dabei handeln die Smartcard und das CA-Modul in der Initialisierungsphase einen Schl√ľssel - den sogenannten CAM-Key - aus, mit dessen Hilfe die Smartcard s√§mtliche an das CA-Modul gerichteten Controlw√∂rter verschl√ľsselt und mit dem das CA-Modul die Controlw√∂rter wieder entschl√ľsselt.

Nach der Insolvenz der Kirch-Gruppe und dem Verkauf von Premiere wurde die einem anderen Konzernzweig zugeh√∂rige Tochter BetaResearch verkauft und weitgehend liquidiert. Sie hat Lizenzrechte f√ľr BetaCrypt 1 vergeben und wurde in TecLic umfirmiert. Das kurz vor der Fertigstellung befindliche BetaCrypt 2 kam, auch aus firmenpolitischen Gr√ľnden, nicht mehr zum Einsatz und wurde durch ein gekapseltes Nagravision der Kudelski-Gruppe ersetzt. Die CAMs in den Receivern konnten so beibehalten werden und die Karten kommunizieren immer noch wie klassisches Irdeto, √ľbertragen den Nagrapayload allerdings innerhalb der Irdeto ECMs. Zuletzt wurde das Verfahren beim ORF Digital-Programm des √∂sterreichischen Rundfunks parallel zu Cryptoworks eingesetzt. Wegen der auslaufenden Lizenz und der seit √ľber f√ľnf Jahren nicht mehr m√∂glichen Wartung stellte man die Verbreitung zum 20. Mai 2008 ein.[1]

BETACRYPT2

(CA-ID 0x171n) wird von der comvenient GmbH & Co. KG[2] weiterentwickelt und international vertrieben, (hitron,artelecom,Nossa-tv Antina) verschl√ľsseln im Betacrypt2 System.

VIDEOGUARD

(CA-ID 0x0900) VideoGuard von NDS wird u. a. seit 2009 von Kabel Deutschland im Simulcrypt-Verfahren mit Nagravision, seit 2008 von Kabel BW, von Tele Columbus im Simulcrypt-Verfahren mit Conax und von Sky Deutschland im Simulcrypt-Verfahren mit Nagravision eingesetzt. Au√üerdem nutzen es British Sky Broadcasting, DirecTV, D-Smart (T√ľrkei 42¬į East) und Sky Italia. Weit verbreitet ist das System auch auf den Sirius-Satelliten, insbesondere f√ľr skandinavische Sender, zum Beispiel Viasat. Es ist damit das weltweit vorherrschende CA-System. Es konnte noch nicht umgangen werden.

Als sein analoger Vorg√§nger kann VideoCrypt gelten. Weitere Varianten von Videoguard sind mVideoguard f√ľr mobile Anwendungen und Synamedia/Videoguard f√ľr Breitband TV (IPTV) wie es zum Beispiel bei A1 Telekom Austria f√ľr A1 Kabel TV zum Einsatz kommt.

Irdeto

(CA-ID 0x06nn) Irdeto war ein fr√ľhes digitales Codiersystem, das seinen ersten Einsatz im niederl√§ndischen Pay-TV (MultiChoice NL) fand. Es wird nur noch von wenigen Anbietern verwendet, da die meisten auf Irdeto-2 wechselten oder zu Hybridl√∂sungen wie zum Beispiel getunneltem Nagra (aktuelles sky Deutschland Verfahren Stand 2009) √ľbergingen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung wurde Irdeto nie geknackt: es waren immer nur die Karten, die Schw√§chen aufzeigten und so das System immer wieder kompromittierbar machten.

Der Name Irdeto ist von der niederl√§ndischen Herstellerfirma Irdeto Access abgeleitet; er stellt eine Kontraktion von Ir. Den Toonder ‚Äď nach dem Firmengr√ľnder Pieter den Toonder ‚Äď dar, wobei Ir. die niederl√§ndische Abk√ľrzung f√ľr einen Ingenieur mit Universit√§tsausbildung ist.

Beispiele der Angreifbarkeit der Karten waren unter Anderem:

  • R√ľckgabe korrekter Signaturen (zum ‚ÄěUnterschreiben‚Äú eines g√ľltigen ECMs)
  • Timing der Signatur

Irdeto-2

Irdeto-2 unterscheidet sich grundlegend von Irdeto-1. Werden bei Irdeto-1 lediglich die zur Berechnung der Controlw√∂rter notwendigen Schl√ľssel verschl√ľsselt √ľbertragen, erfolgt bei Irdeto-2 die gesamte Kommunikation vom Programmanbieter zur Smartcard verschl√ľsselt. Lediglich die Kopfdaten, die sogenannten Header, und die Pr√ľfsumme am Ende eines jeden Datenblockes sind mit denen von Irdeto-1 weitestgehend identisch. Dadurch funktionieren Irdeto-2 Smartcards auch in alten einst f√ľr Irdeto-1 gebauten CA-Modulen. Die von einer Irdeto-2 Smartcard zur√ľck gegebenen Controlw√∂rter sind ebenfalls verschl√ľsselt. Diese Form der Verschl√ľsselung der Controlw√∂rter ist identisch mit dem von Betacrypt-1 bekannten sogenannten CAM-Crypt.

Cryptoworks

(CA-ID 0x0dnn) Cryptoworks wird √ľberwiegend auf Astra und Hotbird eingesetzt und beispielsweise von MTV Networks genutzt. Cryptoworks wurde ebenfalls vom Premiere Konkurrenten "Easy TV" als Verschl√ľsselung genutzt.

Cryptoworks-ORF: Auch der ORF bietet bereits seit April 2003 seinen Kunden die M√∂glichkeit, die ORF-Programme mit Cryptoworks zu entschl√ľsseln. Die alten BetaCrypt Smartcards wurden bis Ende April 2008 unterst√ľtzt.

Einige ORF Cryptoworks Receiver (Decoder) hatten/haben Probleme bei einem senderseitigen Codewechsel. Eine mit dem Sendebetrieb beauftragte ORF-Tochter ORS hat dazu in Kooperation mit dem √Ėsterreichischen Fachhandel einen Austauschservice f√ľr betroffene Hardware organisiert.[3]

Cryptoworks-Arena: Der ehemalige Bundesliga-Sender Arena nutzte f√ľr die Verbreitung √ľber Astra eine versch√§rfte Version von Cryptoworks, dies ist wegen des Jugendschutzes in Deutschland notwendig. Mit arena gab es eine Spaltung der Smartcard-Technologien, einerseits die Gr√∂√üe (SIM-Format), andererseits der SIM-Leser. Dieser brachte Kompatibilit√§tsprobleme mit anderen Smartcards mit sich, wie etwa bei ORF-Karten.

Negativliste:

  • Humax CR-FOX+ (zum Beispiel ORF)

Weitere in Cryptoworks codierte Sender: Digit√ľrk, UPC Direct, CNN, MTV Networks, XTRA Music, CzechLink, Wizja TV, Fox Kids Russia, Fox Kids Romania, VH1 Germany, BFBS TV, JSTV.


Cryptoworks wurde von Philips Electronic entwickelt. Philips hat inzwischen die Cryptoworks-Sparte an das niederländische Unternehmen Irdeto verkauft.[4]

Nagravision

(CA-ID 0x1800) Nagravision wurde vom Schweizer Unternehmen Kudelski SA entwickelt. Es wurde lange Zeit vor allem bei Cyfrowy Polsat eingesetzt. Da fast alle Smartcardserien dieses Systems Schwachstellen aufwiesen, wurde bei vielen Pay-TV-Anbietern weltweit ein Wechsel auf das neuere Nagravision-Aladin-System durchgef√ľhrt. Nur noch sehr wenige Anbieter verwenden dieses System. Allerdings ist es in der Schweiz im Kabelnetz noch sehr verbreitet. Teleclub und Cablecom setzen es weiterhin ein.

Nagravision Aladin

(CA-ID 0x1801 & 0x1810/ 0x17nn [Betacrypt]) Nagravision Aladin wurde vom Schweizer Unternehmen Kudelski SA entwickelt und ist eine Weiterentwicklung des √§lteren Nagravision-Systems. Von einigen Smartcardserien von Nagravision Aladin sind Sicherheitsl√ľcken bekannt, die es m√∂glich machen, das System ohne g√ľltiges Abonnement zu umgehen.

Die deutschen Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland und Kabel Deutschland verwenden diese und eine speziell von Kudelski modifizierte Version von Aladin im Simulcrypt-Verfahren. Die Modifikation bezieht sich auf die Daten√ľbertragung in EMMs (Entitlement Management Message) und ECMs (Entitlement Control Message). Die Datenbereiche werden hierbei im Betacrypt-Protokoll √ľbertragen (CAID 0x17nn), sind jedoch mit dem Nagravision-Aladin-Algorithmus verschl√ľsselt. Damit ist es m√∂glich, √§ltere Receiver mit eingebauten Betacrypt-CAMs (zum Beispiel d-box 1 und d-box 2) weiterhin einzusetzen. Vor dem Abschluss des Vertrages zwischen dem Sky-Deutschland-Vorg√§nger PREMIERE und Kudelski SA war die f√ľr PREMIERE vorgesehene Karten-ROM-Softwareversion 120 bereits fertig gestellt. Der fr√ľhere PREMIERE-Chef Georg Kofler bestand allerdings darauf, die alten Receiver mit eingebautem Betacrypt nicht gegen neue Aladin-Receiver auszutauschen. Die neuen Aladin-Karten mussten also auch in alten Betacrypt-CAMs lauff√§hig sein. Da die Betacrypt-CAMs jedoch nur ECMs auf den CAIDs 0x1702 (Sat), 0x1722 (Kabel) oder 0x1762 (√Ėsterreich) aus dem Datenstrom filtern und zur Karte senden, mussten die neuen Karten in der √úbergangsphase, in der die alten Betacrypt-Karten gegen neue Aladin-Karten ausgetauscht wurden, Betacrypt vollst√§ndig unterst√ľtzen. Dadurch musste Kudelski nochmals Eingriffe in der ROM-120-Firmware vornehmen, um den Betacrypt-Kern einzuarbeiten. Wegen des Zeitdrucks soll die Software fehlerhaft sein, so dass die M√∂glichkeit bestand, das System noch bevor der Kartentausch abgeschlossen und Betacrypt abgeschaltet wurde, zu umgehen. Bekannt ist bislang jedoch nur ein kommerzieller Crack der ROM120-Karten, der bereits mit Nagravision Aladin arbeitet. Kudelski verteilt bereits seit August 2005 Karten mit dem ROM122, die wiederum mehr Sicherheitsupdates beinhalten. Sky Deutschland (PREMIERE) und Kabel Deutschland setzen Aladin in beiden Formen seit November 2003 ein. Kabel Deutschland verwendet f√ľr die zwar verschl√ľsselten, aber kostenlos empfangbaren Kan√§le die neue Betacrypt-CAID 0x1751 im Simulcrypt-Verfahren zusammen mit der Aladin-CAID 0x1801. Aladin wird zum Beispiel auch vom spanischen Anbieter DIGITAL+ (zusammen mit Cardmagedon), beim kanadischen Anbieter Dish und vom polnischen Anbieter Cyfrowy Polsat eingesetzt.

Nicht modifiziertes bzw. nicht getunneltes (oder auch ‚Äěreines‚Äú) Nagravision Aladin wird f√§lschlicherweise oft als Nagravision 2 bezeichnet, da man Aladin irrt√ľmlich mit der bei Sky Deutschland und Kabel Deutschland verwendeten Tunnelung mit Betacrypt in Verbindung bringt. Der offizielle Marken-Name von Kudelski SA f√ľr dieses System lautet allerdings "Aladin".

Nagravision Cardmagedon

(CA-ID 0x01nn [Mediaguard]) Nagravision Cardmagedon ist eine Weiterentwicklung des Aladin-Systems. Nagravision Cardmagedon wurde speziell f√ľr den spanischen PayTV-Anbieter DIGITAL+[5] entwickelt und wird f√ľr die Zugangskontrolle auf dem Satelliten Astra 19,2¬įE im Simulcrypt-Verfahren neben ‚Äěreinem‚Äú Nagravision Aladin (0x1801) verwendet. √Ąhnlich wie beim modifizierten Nagravision Aladin von sky Deutschland und Kabel Deutschland werden die Daten im SECA-Mediaguard-Protokoll (bei sky und Kabel Deutschland im Betacrypt-Protokoll) √ľbertragen, um √§ltere DIGITAL+-Receiver mit eingebauten SECA-Mediaguard-CAMs weiterhin benutzen zu k√∂nnen. Jedoch wird im Gegensatz zum modifizierten Aladin nicht nur ein Mediaguard-Wrapper (Verpackung) verwendet, sondern der komplette Daten-Payload wird zus√§tzlich zur Nagravision-Aladin-Verschl√ľsselung nochmals in Mediaguard verschl√ľsselt (Pseudocrypt). Diese doppelte Verschl√ľsselung macht es erheblich schwieriger, das System anzugreifen bzw. eine Emulation zu schreiben.

Nagravision Cardmagedon wird f√§lschlicherweise oft auch als SECA Mediaguard 3 bezeichnet und gilt bislang als sicher.

Allerdings kann Nagravision Aladin (CAID 0x1801), das neben Cardmagedon bei DIGITAL+ zum Einsatz kommt, wegen Sicherheitsl√ľcken in den ROM110-Karten umgangen werden, wodurch die Sicherheit von Cardmagedon keinen Effekt hat (da man mit Hilfe von Aladin an die aktuellen Steuerdaten gelangen kann).

CONAX

Das Conax-Logo

(CA-ID 0x0bnn) Conax wird haupts√§chlich von skandinavischen Sendern eingesetzt. Mittlerweile wird Conax auch f√ľr die Kabelkiosk-Plattform von Eutelsat verwendet, die deutsche Kabelbetreiber wie EWT, Kabel & Medien Service (Kabelfernsehen M√ľnchen), WTC, Marienfeld MultiMedia, Deutsche Telekabel (Versatel) und weitere kleineren Netzbetreiber nutzen. Auch Tele Columbus verschl√ľsselt noch bis auf weiteres mit Conax, neben Videoguard im Simulcrypt-Verfahren. Das TechniSat-Radiobouquet auf dem Satelliten Astra 19,2¬į Ost war mit Conax verschl√ľsselt. Vom 1. Quartal 2008 bis zum 1. April 2009 wurde auch das Paket Premiere-Familie (Vormals Thema) √ľber Satellit, zus√§tzlich zu Nagravision Aladin, in Conax verschl√ľsselt. Der √∂sterreichische Kabelbetreiber LIWEST und der schweizerische Kabelbetreiber Digital Cable Group setzen ebenfalls Conax ein, ebenso die Angebote "intertainment-tv" von "breitband.ch" in der Nordwestschweiz. Entwickelt wurde es von der norwegischen Firma Telenor. Conax kommt auch in Pixx- und Rex-Receivern zum Einsatz. F√ľr die Receiver-Hersteller besteht der Vorteil, dass keine Lizenzgeb√ľhren pro Ger√§t anfallen, weshalb Conax heute in vielen Receivern vorzufinden ist. Insbesondere der in Deutschland marktf√ľhrende Hersteller Technisat stattet praktisch alle Modelle f√ľr den Satellitenempfang standardm√§√üig mit diesem Verschl√ľsselungssystem aus.

SECA Mediaguard 1

(CA-ID 0x01nn) Mitte der 1990er Jahre Entwickelte die Firma Societe Europeenne de Controle D‚ÄôAcces (SECA), das MEDIAGUARD Conditional Access System. Es war ein weit verbreitetes Codiersystem in den fr√ľhen Digital-TV-Zeiten und es wurde unter anderem in Frankreich, Spanien und Italien eingesetzt. Die SECA-1-Verschl√ľsselung wurde von SECA 2 abgel√∂st, da alle Smartcards dieser Generation Bugs aufzeigten und somit die Verschl√ľsselung umgangen werden konnte.

SECA Mediaguard 2

(CA-ID 0x01nn) SECA-2 ist der Nachfolger von SECA und wird derzeit in Frankreich, Belgien, Niederlande und Spanien verwendet. SECA-2 ging denselben Weg wie Irdeto zu Irdeto-2 und etablierte einen CAM-Key in der Kommunikation zwischen Smartcard und CAM.

SECA 2 (Spanien und vormals Italien) konnte anhand eines Bugs (Fehlers) auf der Smartcard SUN V7 erfolgreich umgangen werden. Mittlerweile hat Italiens Pay-TV seine Verschl√ľsselung auf NDS gewechselt und Spaniens auf Nagravision "Cardmagedon", da die √§lteren SECA 2 Karten keinen zuverl√§ssigen Schutz vor Schwarzsehern mehr boten. Auf den Karten der SECA 2 Pakete CA ID 0064 0067 0065 also die Karten Spaniens (DIGITAL+) und Italiens (Sky Italia) konnten die Bugs, die die Umgehung der Verschl√ľsselung erm√∂glicht haben, gefunden werden, auf allen anderen Karten, wie zum Beispiel jene von CANAL+ (Frankreich), TV Vlaanderen (Belgien) oder Canal Digitaal (Niederlande) konnten (bisher) noch keine schwerwiegenden Bugs gefunden werden.

PowerVu, PowerVu+

(CA-ID 0x0e00) Diese Verschl√ľsselung wird von der US Army und von Bundeswehr TV f√ľr die Versorgung mit Fernsehprogrammen auf ihren internationalen St√ľtzpunkten verwendet. PowerVu wird ebenfalls verwendet, um Fernsehprogramme zur Beschickung von Kabelanbietern per Satellit zu √ľbertragen oder DVB-C-Multiplexe zu tunneln. Um PowerVU-Sender zu entschl√ľsseln werden spezielle PowerVu-Receiver ben√∂tigt, wie sie bislang ausschlie√ülich vom US-amerikanischen Hersteller Scientific Atlanta produziert werden. Alle PowerVU-Receiver haben den Chip einer Smartcard in Form eines integrierten Schaltkreises bereits fest eingebaut. Dadurch besitzt jeder PowerVU-Receiver eine einzigartige Seriennummer und kann somit vom Programmanbieter individuell freigeschaltet, aber auch wieder gesperrt werden. Die meisten Receiver-Modelle besitzen au√üerdem einen Slot zur Aufnahme einer weiteren PowerVU-Smartcard.

Verimatrix, VCAS

VCAS (Verimatrix Content Authority System) ist ein software-basiertes System zum Schutz von digitalen Video- und Audio-Inhalten (Content Protection & Digital Rights Management System), das von Unternehmen im Bereich von IP Netzen (IPTV, FTTH, VoD) und DVB (DVB-S, DVB-T, DVB-C, DVB-H) Einsatz findet.

Weitere CA-Systeme

ACCESSGATE
CA-ID (0x4800) von Telemann wird bei AsiaSat4 benutzt. Es kommen Smartcards und embedded CAS zum Einsatz.
BISS (Basic Interoperable Scrambling System)
CA-ID (0x2600) Das CA-Verschl√ľsselungssystem besteht aus einem Keywort, aus dem danach die CWs generiert werden. Es kommen folglich auch keine Karten zum Einsatz. F√ľr einige Kan√§le sind in der letzten Zeit die Keywords ins Internet gelangt, sodass die Verschl√ľsselung einiger Sender umgangen werden kann.
ChinaCrypt
CA-ID (0x49xx), Dieses CAS wurde von DTVIA und Philips Electronic f√ľr den chinesischen Markt entwickelt, es ist identisch zu Cryptoworks.
CodiCrypt
(CA-ID 0x22nn) von Scopus Network Technologies konnte noch nicht umgangen werden.
Digicipher 2
(CA-ID 0x0700) Verschl√ľsselungssystem des Motorola 4DTV, in Nordamerika verbreitet. Nicht DVB kompatibel.
DMV
keine Info
DreamCrypt
(CA-ID 0x4a70) Dieses CA-Verschl√ľsselungssystem von Dream Multimedia wurde von X-Dream TV eingesetzt und jetzt codieren INXTC TV und XPlus TV ihr Programm damit.
Griffin
(CA-ID 0x5501) von Nucleus Systems, Ltd. Bulsatcom und Athina Sat TV verwenden dieses Verschl√ľsselungssystem, bei dem Smartcards zum Einsatz kommen.
Icecrypt
(CA-ID 0x4a61) keine Info
KeyFly
(CA-ID 0x4aax) Sender auf Hispasat, Hotbird, Nilesat verwenden dieses Verschl√ľsselungssytem.
MediaCipher
Verschl√ľsselungssystem von Motorola, in UPC-Kabelnetzen eingesetzt.
Neotion SHL (vormals SkyCrypt bzw. SkyPilot, basieren auf dem EuroCrypt Standard)
(CA-ID 0x4a60) wird vom Provider FreeX TV verwendet.
NOVEL_TONGFANG
Kommt bei Chinasat zum Einsatz (zum Beispiel hdcctv).
OmniKrypt
(CA-ID 0x4ad4) von Widevine Technologies, Inc. wird von einigen Erotiksendern verwendet.
Panaccess
(CA-ID 0x4AFC) deutsches Verschl√ľsselungssystem
RAS (Remote Authorisation System)
(CA-ID 0x1000) Professionelles System, nicht f√ľr Endverbraucher gedacht. Es kommen √§hnlich wie bei BISS keine Karten zum Einsatz, sondern nur Keywords.
RusCrypto (–†—É—Ā–ö—Ä–ł–Ņ—ā–ĺ)
(CA-ID 0xa101) russisches Verschl√ľsselungssystem
Safeview
(CA-ID 0x4B00) Spanien CA
ThalesCrypt
modifiziertes Viaccess 1
TROhyaccess
Ein neues russisches Verschl√ľsselungssystem, welches auf diversen Satelliten eingesetzt wird. Verwendet werden neben Smartcards und CAMs auch Receiver mit eingebautem Entschl√ľsselungsteil.
Viaccess "1" (Version 2.3), Viaccess "2" (Version 2.4 und 2.5) und Viaccess "3" (Version 2.6)
(CA-ID 0x05nn) TPS Crypt wird von TPS France verwendet, Viaccess 2.6 wird seit März 2008 vom Schweizer Fernsehen (SF) verwendet.
Wegener Compel
HiFi System
Xcrypt
(CA-IDs 0x4ad1 & 0x4ad0)
Wird von einigen Anbietern auf Hotbird eingesetzt.
Z-Crypt
(CA-IDs 0x5500)
Russisches Verschl√ľsselungsystem
T-crypt
DRE-Crypt (Digi Raum Electronics)
wird bei tricolor-tv eingesetzt
Bulcrypt
Wird bei Bulsatcom eingesetzt,ex.griffin
CoreCrypt
Streamguard
Latenz
CTI (Beijing Compunicate Technology Inc.)
(CA-ID 0x4abf)
Wellfly

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ heise.de
  2. ‚ÜĎ comvenient GmbH & Co. KG
  3. ‚ÜĎ kundendienst.orf.at
  4. ‚ÜĎ irdeto.com
  5. ‚ÜĎ DIGITAL+

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