Zweite Wiener T√ľrkenbelagerung

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Zweite Wiener T√ľrkenbelagerung
Zweite Wiener T√ľrkenbelagerung
Teil von: Gro√üer T√ľrkenkrieg (1683‚Äď1699)
Zeitgen√∂ssisches Gem√§lde der Belagerung Wiens von 1683. Im Vordergrund das Entsatzheer von K√∂nig Johann III. Sobieski in der Schlacht gegen die T√ľrken, im Hintergrund die belagerte Stadt.
Zeitgen√∂ssisches Gem√§lde der Belagerung Wiens von 1683. Im Vordergrund das Entsatzheer von K√∂nig Johann III. Sobieski in der Schlacht gegen die T√ľrken, im Hintergrund die belagerte Stadt.
Datum 14. Juli‚Äď12. September 1683
Ort √Ėsterreich, Wien
Ausgang Die Osmanen werden vom Entsatzheer geschlagen.
Konfliktparteien
Flag of the Ottoman Empire (1453-1844).svg Osmanisches Reich und seine Vasallen (Siebenb√ľrgen, Walachei, Moldau, Khanat der Krim) Banner of the Holy Roman Emperor (after 1400).svg Heiliges R√∂misches Reich und seine Verb√ľndeten (Polen-Litauen, Kirchenstaat, Republik Venedig)
Befehlshaber
Gro√üwesir Kara Mustafa Pascha Graf Ernst R√ľdiger von Starhemberg
K√∂nig Johann  III. Sobieski (Entsatzheer)
Truppenstärke
zirka 120.000[1] 16.200[2]‚Äď30.000[1] in Wien und 60.000‚Äď70.000[1] Entsatzheer
Verluste
unbekannt 15.000

Die Zweite Wiener T√ľrkenbelagerung war eine Belagerung der Stadt Wien vom 14. Juli bis 12. September 1683 durch Truppen des Osmanischen Reiches. Verteidigt wurde Wien durch Truppen des Heiligen R√∂mischen Reiches, Polen-Litauens, der Republik Venedig und des Kirchenstaates. Nach zahlreichen fehlgeschlagenen Eroberungsversuchen, dem Eintreffen eines Entsatzheeres und der anschlie√üenden Schlacht am Kahlenberg zogen sich die Truppen des Osmanischen Reiches zur√ľck.

Der Begriff ,Zweite Wiener T√ľrkenbelagerung‚Äė schlie√üt an einen Eroberungsversuch Wiens durch Truppen des Osmanischen Reiches im Jahr 1529, genannt Erste Wiener T√ľrkenbelagerung, an.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangssituation

Die Expansionspolitik der Osmanen hatte ihren H√∂hepunkt erreicht. Der gr√∂√üte Teil des K√∂nigreichs Ungarn unterstand ab 1541 der osmanischen Kontrolle, teils direkt (Zentralungarn), teils als Vasall (F√ľrstentum Siebenb√ľrgen); die unterworfenen ungarischen Gebiete lieferten ‚Äď da vertraglich dazu verpflichtet ‚Äď Geld und teilweise auch Truppen. Der Goldene Apfel, wie die Osmanen zu dieser Zeit Wien nannten, war zum Greifen nahe.

1672 √ľberfielen die Osmanen die damals polnisch-beherrschte Ukraine und das K√∂nigreich Polen-Litauen, eroberten die Festung Kamieniec Podolski und stie√üen bis Lemberg in Galizien vor. Das durch innere Konflikte zerrissene, besonders durch die Kriege der ‚ÄěBlutigen Sintflut‚Äú zerr√ľttete und milit√§risch betr√§chtlich geschw√§chte K√∂nigreich schloss im Vertrag von Buczacz einen Vorfriedensvertrag. In diesem Abkommen verpflichteten sich die Polen Podolien mit Kamieniec Podolski, sowie die rechtsufrige Ukraine (Gebiet westlich des Dnepr) an die Kosaken unter Hetman Doroschenko als osmanische Vasallen abzutreten. Zus√§tzlich verpflichtete sich das Land, einen j√§hrlichen Tribut an die Hohe Pforte zu leisten. Die Verweigerung der Ratifikation des Buczaczer Vertrages durch den polnischen Reichstag, den Sejm, f√ľhrte zu erneuten Kriegshandlungen. Ein Jahr sp√§ter, 1673, f√ľhrten die Polen unter ihrem Feldmarschall Johann (Jan) III. Sobieski wieder ein Heer gegen die Osmanen und schlugen sie bei Chotyn vernichtend. Doch wenige Wochen sp√§ter standen tatarische und osmanische Truppen unter Gro√üwesir Kara Mustafa erneut im Land. Nach wechselvollen K√§mpfen wurde der Osmanisch-Polnische Krieg schlie√ülich 1676 im Vertrag von ŇĽurawno beendet. Die Osmanen blieben dennoch weiter eine Bedrohung f√ľr Polen.[3]

Das Heilige R√∂mische Reich, durch seine Religionskriege und den Drei√üigj√§hrigen Krieg zerr√ľttet sowie durch die Pestepidemie von 1679 geschw√§cht[4], stand gegen Frankreich unter Ludwig XIV. und die Osmanen unter Sultan Mehmet IV. in einem Zweifrontenkrieg.

In Ungarn und der Slowakei unterdr√ľckten die Habsburger den protestantischen Adel, der sich im Kuruzen-Aufstand unter der F√ľhrung von Emmerich Th√∂k√∂ly gegen Kaiser Leopold I. 1678‚Äď1682 erhob.[5]

Strategische Bedeutung Wiens

Wiens wirtschaftliche Bedeutung lag in seiner Lage am Schnittpunkt zweier wichtiger Handelswege, der Donau und der Bernsteinstra√üe, begr√ľndet. Aus milit√§rischer Sicht war Wien zum angrenzenden, durch ausgedehnte Ebenen gepr√§gten Ungarn hin nur schwer zu verteidigen und vom Heiligen R√∂mischen Reich im Norden, bedingt durch die schwer passierbare Donau, milit√§risch nur schwer zu unterst√ľtzen. Wien verf√ľgte aber √ľber eine eigene gro√üe Donauflotte, die den eigenen Nachschub und den Transport der schweren Artillerie erm√∂glichte. Strategisch gesehen galt die Stadt als christlicher Vorposten durch seine Lage zwischen den Alpen und den Karpaten. Damit hatte Wien eine gro√üe Bedeutung f√ľr die Osmanen, die Wien als ein ‚ÄöTor nach Westeuropa‚Äė ansahen.

Festung Wien

Siehe auch: Wiener Stadtmauer
Das befestigte Wien um 1609/1640, hier noch ohne den Ravelin
Radierung von Jacob Hoefnagel (1609)/Claes Jansz Visscher (1640)

Nach der ersten Wiener T√ľrkenbelagerung wurden im Jahre 1548 die Stadtmauern, die 1194 aus den L√∂segeldern des Richard L√∂wenherz gebaut worden waren, dem aktuellen milit√§rtechnischen Stand angepasst. Italienische Festungsbauer errichteten eine Festung, die damals den modernsten Standards entsprach. Nach dem Drei√üigj√§hrigen Krieg wurde die Festung aus der altitalienischen Manier in die neuitalienische Manier erweitert. An der besonders kritischen Stelle zwischen Schottenbastei und Augustinerbastei, in der der Graben nicht mit Wasser gef√ľllt war, errichtete man vier Ravelins, die bis 1672 fertig gebaut waren. Die Kontereskarpe als vorderer Rand des Grabens wurde mit einem Gedeckten Weg ausgebaut.

Die Burgbastei (der linke Fl√ľgel der Verteidiger, der rechte Fl√ľgel der Angreifer) war ein regelm√§√üiges Viereck mit je neun Kanonen, aber sie verf√ľgte √ľber keine Minenanlage. Hinter der Burgbastei befand sich der Kavalier, die Spanierbastei, eine √ľberh√∂hte Artilleriefestung. Die L√∂welbastei (der rechte Fl√ľgel der Verteidiger, der linke Fl√ľgel der Angreifer) war kleiner als die Burgbastei, und dahinter der Kavalier, genannt die ‚ÄěKatze‚Äú, nahm nochmals Platz weg.[6]

Die √ľber 200 Meter lange Stadtmauer zwischen den Basteien war zu lang f√ľr einen wirksamen Kart√§tscheneinsatz. Dazu kam, dass der Ravelin etwas zu weit in den Graben vorgeschoben und etwas zu hoch gebaut war, so dass der Artilleriebeschuss im Graben hinter dem Ravelin von den Basteien nur eingeschr√§nkt m√∂glich war. Die ersten H√§user der Vorstadt waren nur 200 Meter von der Stadtmauer entfernt, au√üerdem konnte das Glacis in den letzten Tagen vor der Belagerung nicht mehr eingeebnet werden.[6]

Querschnitt der Wiener Stadtmauern

Im Minenkrieg um Wien waren die Osmanen mit 5.000 Mineuren eindeutig im Vorteil. Sie hatten nicht nur mehr Material und Personal, sondern auch mehr Erfahrung im Minenkrieg. 1682, nach Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen Kaiser Leopold I. und den Osmanen, warb der Kaiser den Festungsbaumeister Georg Rimpler an und stellte ihn als Ingenieur und Oberstleutnant in den Dienst.[7] Georg Rimpler verst√§rkte die Kontereskarpe, baute zwischen dem Ravelin und den Basteien Kaponniere, und hinter ihnen an der Kehle zwischen Kurtine und Bastei wurde der Niederwall angelegt. Er lie√ü Palisaden vor dem Gedeckten Weg aufstellen und empfahl das Ausheben einer K√ľnette im Graben. Er erkannte richtig, dass zwischen Burg- und L√∂welbastei der Hauptangriff der Osmanen stattfinden sollte.[8] Er stellte Bergleute aus Tirol, Niederl√§nder und Lothringer zu diesem schwierigen Dienst ein, und auch Frauen wurden anfangs eingesetzt.[9]

Vorgeschichte

Kaiser Leopold I.
Papst Innozenz XI.

Politische und Milit√§rische B√ľndnisse

Am 10. August 1664 hatten Kaiser Leopold I. und der Gro√üwesir Ahmed K√∂pr√ľl√ľ in Eisenburg/Vasv√°r einen 20 Jahre w√§hrenden Friedensvertrag abgeschlossen. Eine Verl√§ngerung dieses Friedensvertrages kam 1682 nicht zustande. Am 26. J√§nner 1683 schloss Leopold I. ein Defensivb√ľndnis mit Bayern gegen Frankreich und das Osmanische Reich.[10] Am 31. M√§rz sammelte sich die Osmanische Armee bei Adrianopel (heute Edirne) mit 168.000 Mann und 300 Gesch√ľtzen. An diesem Tag gelang es Papst Innozenz XI., den polnischen K√∂nig Jan Sobieski und Kaiser Leopold I. zu einem Defensivb√ľndnis zu √ľberreden. Innozenz XI. unterst√ľtzte das B√ľndnis und den Kampf gegen die Osmanen mit 1,5 Millionen Gulden. Es wurde folgender Vertrag unterzeichnet:[11]

  1. Der Heilige R√∂mische Kaiser soll j√§hrlich w√§hrend des T√ľrkenkrieges 60.000 Mann und die Krone Polens 40.000 Mann stellen.
  2. Wenn der K√∂nig von Polen selbst am Krieg teilnimmt, √ľbernimmt er die F√ľhrung der Truppen.
  3. Gegenseitiger Beistand bei der Belagerung von Krakau oder Wien.
  4. Beide Seiten sollen christliche Verb√ľndete suchen und diese in die Allianz einladen.
  5. Der Kaiser zahlt an die polnische Krone 200.000 Reichstaler.
  6. Alle Steuern (300.000 Reichstaler) der venetianischen Kirchen in der Lombardei werden f√ľr ein Jahr als Sold der polnischen Soldaten f√ľr den T√ľrkenkrieg verwendet.
  7. Der Kaiser √ľbernimmt alle Schulden der Polen gegen√ľber Schweden aus dem letzten schwedischen Krieg und verzichtet auf alle Schulden gegen√ľber √Ėsterreich.
  8. Kein Allianzpartner macht ohne Einverst√§ndnis des anderen Waffenstillstand oder Frieden mit den T√ľrken.
  9. Seine kaiserliche Majestät, die Krone Polens und die Kardinäle Pio und Barberini schwören einen heiligen Eid auf diesen Vertrag.
  10. Von beiden Seiten sollen kriegskundige Ratgeber abgestellt werden, die der anderen Seite die Notwendigkeit zur Aufstellung eines Heeres √ľbermittelt.
  11. Eroberte Gebiete in Ungarn gehören seiner kaiserlichen Majestät, eroberte Gebiete in der Walachei und der Ukraine gehören Polen.
  12. Diese Allianz geht auch an die Erben und Nachfolger des R√∂mischen Kaisers √ľber.

Osmanischer Vormarsch

Sultan Mehmed IV.
Kara Mustafa Pascha

Am 3. Mai erreichte die osmanische Armee Belgrad. Sultan Mehmed IV. √ľbertrug den Oberbefehl seinem Gro√üwesir Kara Mustafa Pascha. Sp√§ter wurde in Stuhlwei√üenburg als Ziel des Feldzuges Wien, die Reichshauptstadt des Heiligen R√∂mischen Reiches, bekanntgegeben. Herzog Karl V. von Lothringen versuchte durch die Belagerung bei Neuh√§usel die osmanischen Truppen abzulenken, gab aber die Belagerung am 9. Juni auf und zog die √∂sterreichischen Truppen nach Raab zur√ľck. Die Osmanen √ľberschritten die strategisch wichtige Br√ľcke bei Esseg am 13. Juni, aber die Br√ľcke war f√ľr das schwere Belagerungsger√§t zu schwach. Die osmanischen Pioniere bauten eine neue Br√ľcke auf.

Gefecht bei Petronell

Am 1. Juli trafen die Osmanen bei Raab ein. Tata, Neutra, Veszpr√©m und P√°pa ergaben sich den Osmanen. In Wien ergriff Graf Ernst R√ľdiger von Starhemberg die ersten Ma√ünahmen f√ľr die Verteidigung und lie√ü die Stadtmauern instand setzen. Raab sollte die osmanischen Truppen aufhalten und zerm√ľrben, aber Herzog Karl V. lie√ü nur eine verst√§rkte Besatzung in Raab und setzte sich mit seinen Truppen Richtung Wien ab. Die Osmanen folgten ihm. Schon am 4. Juli standen die Osmanen an der √∂sterreichischen Grenze. Drei Tage darauf ritten 40.000 Krimtataren, s√§mtlichen Verteidigern im Land um Wien zahlenm√§√üig um das Doppelte √ľberlegen, in das 40 Kilometer √∂stlich gelegene Petronell. Bei Regelsbrunn stie√üen sie auf zur√ľckgehende √∂sterreichische Savoyendragoner. Nach anf√§nglicher Verwirrung konnte Karl V. von Lothringen die Truppen zum Kampf aufstellen. An der Spitze seiner Truppen griff er die Tataren an. Unterst√ľtzt wurde er von den Generalen Sachsen-Lauenburg Taaffe und Rabatta auf dem rechten Fl√ľgel und von dem Markgrafen Ludwig von Baden, dann Mercy und Palffy auf dem linken Fl√ľgel. Die Tataren wurden mit einem Verlust von 200 Mann in die Flucht getrieben. Die Kaiserlichen verloren etwa sechzig Mann, darunter einen jungen Prinzen von Aremberg und einen Bruder des Prinzen Eugen von Savoyen, den Oberst Prinz Ludwig Julius von Savoyen, der eine t√∂dliche Quetschung durch sein verwundetes Pferd erlitt und einige Tage sp√§ter in Wien starb.[12] Nach diesen Gefechten verlie√üen Kaiser Leopold I. und die Kaiserfamilie Wien √ľber Korneuburg, Melk und Linz nach Passau. Politisch war die Flucht notwendig, um das Entsatzheer zu organisieren. Mit dem Kaiser verlie√üen auch etwa 80.000 Einwohner die Stadt.

Vorbereitung auf die Belagerung

Der Feldzeugmeister Graf Ernst R√ľdiger von Starhemberg √ľbernahm die milit√§rische F√ľhrung in der Hauptstadt. Alle Truppen von Kaiser Leopold I. wurden alarmiert und nach Wien zu Herzog Karl V. an das linke Donauufer bei Wien beordert. Feldzeugmeister Graf Leslie wurde mit der Infanterie von der Insel Sch√ľtt auf dem linken Donauufer in Eilm√§rschen nach Wien beordert, um die Besatzung von Wien zu verst√§rken. Tags darauf zog Herzog Karl V. mit seinen Truppen von Schwechat kommend √ľber die Donaubr√ľcken in die Leopoldstadt und Tabor. Dort lagerte er mit seinen Truppen. Die Bewohner der Vorst√§dte wurden aufgefordert, alles in die Stadt zu schaffen (vor allem Lebensmittel). Am 12. Juli wurden die Vorst√§dte Wiens (heute 3. bis 9. Wiener Gemeindebezirk) auf Befehl von Graf Starhemberg in Brand gesetzt. Die √ľbrig gebliebenen Ruinen boten den Osmanen aber immer noch genug Schutz. Die B√ľrger und Studenten Wiens wurden f√ľr die Verteidigung eingezogen. Munition (1.000 24-pf√ľndige Kugeln) aus Steyr traf √ľber den Wasserweg in Wien ein.

Verw√ľstungen in Burgenland und Nieder√∂sterreich

Die Verbindung von Wien nach Wiener Neustadt war bereits durch die Tataren unterbrochen. Am 11. Juli eroberten die Osmanen nach drei Tagen Belagerung Hainburg und brannten es nieder. 90 Prozent der Bev√∂lkerung wurden ermordet oder verschleppt. Nicht viel anders erging es den Orten Baden, Schwechat, Inzersdorf und der Favorita bei Wien. Sie wurden in den folgenden Tagen eingenommen und zerst√∂rt. Die Bev√∂lkerung von Perchtoldsdorf wurde ebenso get√∂tet und der Ort niedergebrannt, wie in M√∂dling, wo die Bewohner, die in die St. Othmarkirche fl√ľchteten, in der Kirche umgebracht wurden. In Bruck wurde die Vorstadt von den Bewohnern selbst in Brand gesteckt. Nach vorheriger Weigerung einer √úbergabe der Stadt, kapitulierten sie ebenso, wie bereits vorher Eisenstadt und √Ėdenburg. Die Stadt musste Kontributionen leisten, unter anderem 50 Wagen Gerste und Mehl f√ľr das Lager vor Wien. Am 14. Juli pl√ľnderten und verbrannten die Osmanen das Stift Heiligenkreuz.[10]

Verlauf der Belagerung

Heereslager Karls V. von Lothringen bei Jedlesee (Norden ‚Čą Ecke rechts unten)

Gesch√ľtze der Wiener Festung, der Entsatzarmee und der Osmanen

Die Wiener Festung verf√ľgte √ľber 130 Kartaunen und Doppelkartaunen mit einem Kaliber zu 40 Kilogramm. Weiterhin geh√∂rten 11 Kolumbrinegesch√ľtze mit einem Kaliber zu 5 Kilogramm zu dem Arsenal der Festung.

Die am 7. und 8. September 1683 anr√ľckende Entsatzarmee der Kaiserlichen, der Polen, Bayern und Sachsen sowie der s√ľdwestdeutschen F√ľrstent√ľmer f√ľhrte insgesamt 152 Kartaunen mit sich.

Das osmanische Heer verf√ľgte √ľber 50 Balyemezgesch√ľtze mit einem Kaliber von 13 bis 40 Kilogramm (10 bis 30 Okka), 15 bis 20 Kolumbrinegesch√ľtze (t√ľrk. Kolomborna) mit einem Kaliber von 4 bis 11 Kilogramm, 5 M√∂rser und 120 Sahigesch√ľtze. Gr√∂√üere Gesch√ľtze wurden von Gro√üwesir Kara Mustafa nicht mitgenommen, obwohl gen√ľgend Gesch√ľtze in ungarischen Festungen f√ľr die Osmanen vorhanden waren[13][14].

Einteilung der osmanischen Truppen

Abschnitt: Links Mitte Rechts
Festungsbauwerk darin: L√∂welbastei (eigentlich ‚ÄěL√∂blbastei‚Äú) Ravelin Burgbastei
Truppen/Befehlshaber Janitscharenkorps
Ahmed Pascha
rumelinische Truppen Kara Mehmed Pascha,
Wesirs Abaza Sari H√ľseyin Pascha

Juli

Belagerungsbeginn

Festung Wien vor der Belagerung
Kupferstich von Folbert van Alten-Allen [2]

Am 14. Juli erreichten die Osmanen Wien und schlossen es von S√ľden, Westen und Norden ein. Der Gro√üwesir Kara Mustafa errichtete seine Zeltburg auf der Schmelz. Franz√∂sische Ingenieure im osmanischen Heere traten f√ľr den Angriff auf die K√§rntner Bastei ein, nahe am Wienfluss, an deren Abschnitt die Osmanen schon 1529 scheiterten. Achmed Bey war osmanischer Ingenieur und entlaufener Kapuziner im Heer von Kara Mustafa. Er hatte bereits 1682 als Mitglied einer Gesandtschaft des ungarischen Rebellen T√∂k√∂lys die Festung Wien ausgekundschaftet. Er riet Kara Mustafa zu einem Angriff gegen die von Georg Rimpler inzwischen vorbereiteten Befestigungen im S√ľdwesten zwischen Burgbastei und L√∂welbastei.[9] Der Gro√üwesir bestimmte die Position der Gesch√ľtzstellungen und den Beginn der Schanzgr√§ben. Er setzte ein Schreiben zur Kapitulation und √úbergabe der Stadt auf und lie√ü es nach Wien bringen. Graf Starhemberg lehnte die Kapitulation ab. Er hoffte mit etwa 11.000 Soldaten und 5.000 B√ľrgern und Freiwilligen bis zum Entsatz durchzuhalten.

Die Umschlie√üung der Stadt war beim Donaukanal noch nicht vollst√§ndig, so dass die Stadt √ľber Inseln in der Donau (heute 2., 20. und Teile des 21. und 22. Bezirks) weiter mit Truppen, Material und Nachrichten h√§tte versorgt werden k√∂nnen. Daher entsandte am 15. Juli Gro√üwesir Kara Mustafa Truppen unter H√ľseyin Pascha, dem Beylerbeyi von Damaskus, mit dem Auftrag, die Stadtbewohner von dieser Insel zu vertreiben. Da der Donauarm an mehreren Stellen passierbar war und die Insel niedriger lag als die Stadt (Problem f√ľr die Artillerie) zog sich Herzog Karl V. am 16. Juli mit der Kavallerie √ľber die Donau nach Jedlesee zur√ľck, r√§umte alle Inseln auf der Donau und bezog am linken Donauufer Stellung.[15] Nun umschlossen die Osmanen die Stadt vollst√§ndig. Die Leopoldstadt wurde in Brand gesteckt, die Br√ľcken abgerissen. Nach der Eroberung der Leopoldstadt bestimmte Gro√üwesir Kara Mustafa den Beylerbeyi von Bosnien, Hizir Pascha, mit seinen Truppen die Leopoldstadt zu sichern und von dort die Beschie√üung der Stadt aufzunehmen. Am n√§chsten Tag brachen die Osmanen die letzte Br√ľcke und damit die letzte Verbindung Wiens √ľber die Donau ab.

Schon am Tag des Eintreffens der Osmanen schlugen in Wien die ersten Gesch√ľtzkugeln ein. Erste ausgebrochene Br√§nde in der Stadt konnten bald wieder gel√∂scht werden. Die Bev√∂lkerung lynchte daraufhin zwei mutma√üliche Brandstifter. Graf Starhemberg gab den Befehl, zus√§tzliche Brandschutzma√ünahmen vorzunehmen und setzte eine Kompanie zur Brandbek√§mpfung ein. Das Kom√∂dienhaus zwischen Burg und Augustinerkloster wurde aufgrund seiner vielen Holzaufbauten sofort vollst√§ndig abgetragen. Wenige Tage sp√§ter, am 19. Juli, verursachte eine Bombe ein gro√ües Feuer und drohte sich auszubreiten. Die daf√ľr aufgestellte Kompanie l√∂schte den Brand sehr schnell.

Ein erster Angriff auf Klosterneuburg wurde am 17. Juli abgewehrt. Klosterneuburg hatte eine Schl√ľsselstellung f√ľr die Sicherung des osmanischen Belagerungsheeres vor Wien. Die Verteidigung leitete der 50-j√§hrige Kammerschreiber Marcelinus Ortner, ein Laienbruder des Stifts, der von Beruf Tischler war. Die untere Stadt wurde gepl√ľndert und angez√ľndet, doch konnte Klosterneuburg dank der Ma√ünahmen Ortners den Angriffen standhalten. Zwei Tage sp√§ter schlug er einen weiteren Angriff der Osmanen auf Klosterneuburg zur√ľck.[10]

Am 19. Juli kam der Hofschatzmeister des Sultans Mehmed IV., Ali Aga, ins osmanische Lager nach Wien. Er berichtete, dass Sultan Mehmed IV. best√ľrzt war √ľber die Entscheidung, Wien anzugreifen. Sein Befehl war, die ungarischen Rebellen und die Feste Neuh√§usl zu unterst√ľtzen und weitere Festungen in Ungarn zu nehmen und nicht auf Wien zu marschieren. Der Gro√üwesir versuchte, durch milit√§rische Erfolge den Hofschatzmeister zu beschwichtigen, und machte verst√§rkt Druck auf seine Truppen. Doch bis zur Abreise des Hofschatzmeisters Ali Aga nach Edirne am 30. Juli zur Berichterstattung beim Sultan konnte er diese nicht vorlegen.

Am 27. Juli wurde die v√∂llige Mobilisierung aller wehrhaften M√§nner angeordnet. Auch erste Ma√ünahmen gegen Krankheiten wurden getroffen.

Nachrichtenkrieg

Einen Boten, der sich am 18. Juli aus Wien zu den kaiserlichen Truppen in Jedlesee durchschlagen wollte, griffen die Osmanen auf. Im Verh√∂r nannte er die Truppenst√§rke Wiens. In der Nacht zum 20. Juli erreichte ein K√ľrassier die Festung und brachte Graf Starhemberg einen Brief von Herzog Karl V. Noch in derselben Nacht machte sich der Soldat auf den R√ľckweg, wurde aber mit den verschl√ľsselten Briefen von den Osmanen abgefangen.

Minenkrieg (Laufgräben durchs Glacis und erste Minen)

Beschuss der osmanischen Belagerungswerke aus der Stadt
Radierung von Romeyn de Hooghe

Mit dem Eintreffen osmanischer Truppen begann ein Wettlauf bei den Sch√ľtzengr√§ben auf den Glacis. Beide Parteien gruben Laufgr√§ben aufeinander zu. Schon am n√§chsten Tag f√ľhrten die Wiener erste Ausf√§lle durch, um die Grabungsarbeiten zu st√∂ren. Innerhalb von drei Tagen kamen die Osmanen bis auf Angriffsweite an die Wiener Schanzen heran.

Inzwischen wurden im Graben die letzten Vorbereitungen getroffen. Eine K√ľnette wurde ausgehoben, die bis zum Grundwasser heranreichte, und drei Kaponniere, ein Niederwall wurden vor der Kurtine errichtet und eine dritte Verteidigungslinie rechts und links von der L√∂welbastei gebaut. Zus√§tzlich wurden Querw√§lle und Palisaden gezogen, die verhinderten, dass die Osmanen bei der Eroberung eines Teils der Verteidigungsanlage einer Linie sofort die ganze Linie erobern konnten. Als am 18. Juli der Gro√üwesir Kara Mustafa die Schanzarbeiten besichtigte, entdeckten die Osmanen eine Wasserleitung aus den Vorst√§dten, gruben den Wienern die Leitung ab und verwendeten sie nun selbst. Die Stimmung im osmanischen Lager war sehr gut. Die Osmanen waren nun mit ihren Schanzen nur noch zwanzig Meter von der Kontereskarpe entfernt. Vor den Spitzen der Burg- und L√∂welbastei, wo auch die Kontereskarpe in das Glacis vorsprang, waren die Osmanen nur noch sechs Meter entfernt. Hier wurde bereits mit Flinten und Handgranaten gek√§mpft. Ein Bombenwurf brannte Teile der vordersten Palisaden der Belagerten nieder.

Ab dem 20. Juli begannen sich die Osmanen tiefer in die Erde einzugraben. In jedem Abschnitt wurde eine Mine gegen die Palisaden gegraben. Am 23. Juli kam es zur ersten Minensprengung der Osmanen vor dem Abschnitt des Ravelin und der Burgbastei. Ein Angriff der Osmanen auf die Palisaden wurde unter gro√üen Verlusten beiderseits gro√üteils abgewehrt. In der Stadt wurde jeder Hausbesitzer dazu verpflichtet, einen Mann abzustellen, der im Keller horchte, ob gegraben oder geklopft wird. Das Schlechtwetter tags darauf gab den Belagerten einen Tag Pause. Aber am folgenden 25. Juli ging der Minenkampf weiter. Die Osmanen lie√üen eine Mine vor der L√∂welbastei hochgehen und sprengten einen Teil der Palisaden weg. Am folgenden Tag sprengten mit geringer Wirkung die belagerten Wiener die erste Mine unter den Schanzen der Osmanen.

Am 28. Juli wurden vor dem Ravelin die n√§chsten Minen der Osmanen gesprengt. Die Palisaden, der gedeckte Weg und die Kontereskarpe wurden in einer Breite von sieben Metern gesprengt und in den Graben geworfen. Ein Ausfall der Wiener erm√∂glichte die Befestigung des eingest√ľrzten Teiles der Kontereskarpe. Es gab hohe Verluste f√ľr die Wiener.

Vor der Burgbastei sprengten die Osmanen und die Wiener am 30. Juli je eine Mine, die die Laufgr√§ben und den gedeckten Weg auf der Kontereskarpe besch√§digten. Nach einem Angriff der Osmanen und Gegenangriff der Wiener zogen sich letztere von den eigenen Laufgr√§ben auf den instandgesetzten gedeckten Weg zur√ľck. Vor dem Ravelin st√ľrmen die Osmanen bis vor die Palisaden der Wiener. Vor der L√∂welbastei wurden 30 Gesch√ľtze durch die Laufgr√§ben in Stellung gebracht. Diese zerschossen am 31. Juli den Kavalier der L√∂welbastei, die ‚ÄěKatze‚Äú. Die Gesch√ľtze darin wurden zerst√∂rt oder aus der Katze herausgeholt. In den Resten der Katze wurden Schie√üscharten gebrochen. Die Brustwehr der Bastei wurde etwas abgetragen, um ein besseres Schussfeld gegen die eingegrabenen Osmanen zu haben. Die Laufgr√§ben waren an manchen Stellen so nah, dass es zu Nahk√§mpfen kam.

Chronik in Europa

Graf Philipp von Thurn traf am 14. Juli in Warschau ein und √ľberbrachte die Nachricht von der Belagerung Wiens. K√∂nig Jan Sobieski gab Anweisungen, das Heer zu sammeln, und wollte noch vor Monatsende aufbrechen.

Kaiser Leopold I. reiste weiter und erreichte am 17. Juli Passau. Dort trafen am 23. Juli die ersten bayerischen Hilfstruppen (10.000 Mann) ein. Am 27. Juli √ľberbrachte Graf Philipp von Thurn in Passau die Botschaft, dass K√∂nig Jan Sobieski und sein √§lterer Sohn Prinz Jakob Ludwig Heinrich mit 50.000 Mann bis Ende August nach Wien komme. Der Jesuit Pater Wolff meldete Kaiser Leopold I., dass 10.000 Mann aus Sachsen noch diesen Monat aufbrechen werden. Wenige Tage sp√§ter kam die Nachricht aus Polen, dass Sobieski bis zum 20. August vor Wien sein werde. Er marschiere √ľber Schlesien und M√§hren.

August

Belagertes Wien

Versorgungslage

Am 1. August wurden in Wien die Lebensmittelpreise fixiert. Erfolgreich war man mit dieser Verordnung nicht, sie musste in den n√§chsten 7 Wochen fast t√§glich wiederholt und auf Medikamente und andere Gegenst√§nde des t√§glichen Bedarfs ausgedehnt werden. Zus√§tzlich wurde die Unterbringung der vielen Leichen geregelt. Auch diese Regelungen mussten alle paar Tage unter Androhung schwerer Strafen wiederholt werden. Je l√§nger die Belagerung dauerte, desto h√§rter musste die Stadtregierung gegen Preiswucherer durchgreifen, da der Schwarzhandel bl√ľhte.

Das osmanische Belagerungsheer hatte ebenfalls mit Versorgungsproblemen zu kämpfen. Nachschub musste aus Ofen bezogen werden, weil in der näheren Umgebung von den Tataren sehr viel zerstört worden war. Hinzu kam, das die Belagerung sich länger zog als geplant. So gingen die Vorräte aus. Bis Ende August waren alle Lebensmittel im osmanischen Lager verbraucht.

Wiener Chronik

Am 1. August beschossen die Osmanen w√§hrend der Heiligen Messe den Stephansdom und begingen damit, ohne es zu merken, einen Wortbruch (siehe Eintrag am 15. September). Tags darauf wurde die Kapuzinerkirche bombardiert, sodass das Dach einst√ľrzte.

Am 8. August wurde ein 15-j√§hriger Junge als Spion aufgegriffen. Die Stadtbev√∂lkerung war aber extrem nerv√∂s, und obwohl er alles abstritt, wurde er am 27. August gek√∂pft. Die ‚ÄěRote Ruhr‚Äú brach aus und dezimierte die Stadtbev√∂lkerung stark. Am 11. August erkrankte Graf Starhemberg daran und konnte sich erst am 20. August wieder erholen.

Ein Einberufungsbefehl erging am 26. August an alle M√§nner von Wien, die sich bisher von der Stadtverteidigung dr√ľcken konnten, weil sie nicht tauglich waren oder nicht wollten, und zwei Tage sp√§ter musste Graf Starhemberg die Todesstrafe f√ľr jene, die sich noch immer vor der Einberufung dr√ľckten, erlassen.

Am 27. August wurden in der Nacht 30 Raketen vom Stephansdom abgeschossen. In der n√§chsten Nacht waren es bereits 100 Raketen.

Die Wiener erkannten am 31. August erste Vorbereitungen der Osmanen gegen den bevorstehenden Entsatz und begannen Hoffnung zu sch√∂pfen. Graf Starhemberg setzte alle Mittel f√ľr die K√§mpfe ein, lie√ü die Stra√üen und H√§user rund um den Bereich Burgbastei und L√∂welbastei in Verteidigungszustand setzen und richtete dort eine weitere Verteidigungslinie ein.

Chronik der Osmanen

Sicht der osmanischen Gräben vom Stephansdom

Gro√üwesir Kara Mustafa lie√ü am 3. August den Alaybeyi vom rechten Fl√ľgel (Burgbastei) wegen mangelnder Erfolge absetzen. Auch der Posten des Arsenaloberst wurde nach Kritik neubesetzt.

Am 22. August traf der osmanische verb√ľndete F√ľrst von Siebenb√ľrgen mit seinen Truppen im osmanischen Lager vor Wien ein. Er kritisierte die Pl√§ne zur Eroberung Wiens stark, weshalb der ver√§rgerte Gro√üwesir Kara Mustafa ihn zur √úberwachung der Br√ľcken bei Raab in Ungarn zur√ľcksandte.

Nachrichtenkrieg

Ein berittener Bote Herzog Karls V. drang am 4. August bis zur Stadt durch und brachte Nachrichten. Die Belohnungen und Bezahlungen f√ľr Kuriere wurden immer teurer. Als Leutnant Michael Gregorowitz am 8. August von Wien zu Herzog Karl V. nach Jedlesee drei Briefe √ľberbrachte, wurde er zum Kompaniechef bef√∂rdert. Er schaffte es durch das osmanische Lager und den Wienerwald bis zum 16. August Herzog Karl V. zu erreichen. Der Orientwarenh√§ndler Georg Franz Kolschitzky wurde am 13. August als Kurier aus der Stadt zu Herzog Karl V. entsandt und kam am 15. August dort an. Am 17. August kehrte Kolschitzky als Held zur√ľck. Er war durch die osmanischen Truppen nach Wien mit Nachrichten von Herzog Karl V. gelangt. Er brachte die Nachricht, dass ein Entsatzheer mit insgesamt 70.000 Mann sich bei Wien sammle und die ungarischen Rebellen geschlagen habe. Kolschitzky erhielt die versprochene Belohnung von 200 Dukaten. Der Kurier Seradly, der Diener von Kolschitzky, wurde am 19. August aus Wien ins kaiserliche Feldlager nach Jedlesee entsandt. Die H√§lfte des Lohnes von 200 Dukaten erhielt er vor seinem Abmarsch. Am 21. August kehrte er mit einigen Briefen von Herzog Karl V. von Lothringen aus Jedlesee zur√ľck. Der Kurier Georg Michaelowitz (wird von manchen Zeitzeugen mit Kolschitzky oder Leutnant Gregorowitz verwechselt) brach am 27. August mit einigen Briefen zu Herzog Karl V. auf. Er erhielt daf√ľr die Belohnung von 100 Dukaten. Bei seiner R√ľckkehr am 1. September erhielt er weitere 100 Dukaten.

Minenkrieg (durch die Palisaden und die Kontereskarpe in den Graben)

Krieg unter der Erde

Weitere Minen der Osmanen besch√§digten am 1. August die Kontereskarpe. Tags darauf nahmen die Osmanen die Palisaden vor der L√∂welbastei ein. Am Abend lie√üen die Wiener unter den osmanischen Laufgr√§ben vor der L√∂welbastei eine Mine hochgehen. Eine weitere Mine der Wiener explodierte vor dem Ravelin am 3. August. Aber die Wirkung der Wiener Minen war um einiges schlechter als die der osmanischen. Am Abend erfolgte beim Ravelin ein Angriff der Osmanen und warf die Wiener aus den Palisaden und dem gedeckten Weg die Kontereskarpe hinunter in den Graben. Die Wiener r√§umten am folgenden Tag die Stellungen an der Palisade vollst√§ndig. Eine Mine der Wiener am 5. August bei der Burgbastei schlug nach hinten aus und zerst√∂rte einen gro√üen Teil des gedeckten Weges. Der folgende Angriff der Janitscharen wurde abgewehrt. Die Stimmung der Osmanen war noch gut.[16]

Grabenkämpfe

Die Osmanen legten vor der L√∂welbastei und dem Ravelin einen Tunnel an, der bis in den Graben f√ľhrte. Gegen Abend des 6. August drangen die ersten Osmanen vor dem Ravelin in den Graben ein. Graf Starhemberg kam mit den besten hundert Mann und vertrieb die Osmanen wieder. Alle Wolls√§cke, die die Osmanen zum Schanzen mitgebracht hatten, wurden in die Stadt gebracht. Es gab viele Tote auf beiden Seiten. Doch schon am n√§chsten Morgen drangen die Osmanen √ľber die Tunnel in den Graben vor den Bastionen ein, setzten sich fest und begannen sich in Richtung Ravelin vorzuarbeiten. Es wurde eine erste Mine im Graben zwischen L√∂welbastei und Ravelin gesprengt, deren Erdaufwurf f√ľr weitere Schanzen verwendet wurde. Durch heftigen Beschuss st√ľrzte der Tunnel vor der Burgbastei ein und begrub drei√üig Osmanen unter sich. Am 8. August erreichte bei einem Sturmangriff erstmals ein Soldat der Osmanen die Stadtmauer. Tags darauf sprengten die Osmanen eine Mine vor der L√∂welbastei, wodurch sie den Weg f√ľr den Tunnel in den Stadtgraben √∂ffneten und sich endg√ľltig festsetzen konnten.

Minenkrieg (Angriff auf die zweite Verteidigungslinie)

Die Osmanen sprengten am 9. August die erste Mine unter dem Ravelin und rissen sieben Meter Mauer mit. Die Bresche in der Mauer wurde von den Wienern sofort abgeriegelt. In den folgenden Tagen wurden auch die L√∂welbastei und die Burgbastei angegriffen. Die Kaponniere wurden vollst√§ndig versch√ľttet und mit der n√§chsten Mine zerst√∂rt. Ausf√§lle der Wiener, um die Tunnel in den Graben zu zerst√∂ren und damit den Zugang in den Graben zu blockieren, scheiterten mit hohen Verlusten. Der Druck der Osmanen lie√ü nicht nach.

Am 12. August gab es weiter heftige Gefechte um das Ravelin, und zwei Minen unter der Burgbastei wurden gesprengt. Die Wirkung war schwach und schlug teilweise nach hinten aus, der anschlie√üende Sturmangriff scheiterte unter hohen Verlusten der Osmanen. Eine weitere Mine unter der Spitze des Ravelins zeigte gute Wirkung. Das Ravelin wurde in zwei Teile geteilt. Au√üerdem wurde auf dem Ravelin und auf den Basteien Vorkehrungen getroffen, damit, wenn Teile in osmanische Hand fallen, der Festungsabschnitt trotzdem verteidigungsf√§hig bleibt. Die Stimmung der Osmanen schwankte.

Angriff der Wiener auf eine Mine unter der Burgbastei
Kupferstich von Jacobus Peeters

Mitte August wurde eine Mine der Osmanen durch Palisaden unbrauchbar gemacht, eine zweite Mine durch Kanonen zerst√∂rt und eine dritte Mine durch Gegensprengung vernichtet. Am 15. August setzten sich die Osmanen im Festungsgraben vor der L√∂welbastei fest und gruben sich bis zur K√ľnette in der Grabenmitte vor. Bei einem Ausfall der Wiener wurden alle dort verschanzten Osmanen get√∂tet, ihre Rampen, St√ľtzbalken und alles Holz angez√ľndet, und ihre Minen zerst√∂rt, danach kehrten die Wiener auf die L√∂welbastei zur√ľck. Es dauerte zw√∂lf Tage, bis die Osmanen diese Stellung wieder voll unter ihrer Kontrolle hatten. Die Stimmung der Osmanen verschlechterte sich weiter.

In den n√§chsten Tagen kam es im gesamten Graben zu schweren Gefechten ohne merklichen Fortschritt einer Seite. Die Wiener unternahmen am 18. August einen erfolglosen Ausfall bei der Burgbastei. Es handelte sich dabei um eine aus den Stadtb√ľrgern gebildete Freiwilligenkompanie, die auf eigene Faust handelte. In Wien erging drei Tage sp√§ter die Verordnung, dass niemand mehr ohne Befehl Ausf√§lle wagen darf. Die Osmanen sprengten unter der Burgbastei am 20. August zwei Minen und unter dem Ravelin eine Mine. Den gesamten Tag wurden die Basteien erfolglos von den Osmanen gest√ľrmt. Ein Angriff der Wiener gegen die Tunnel vor der Burgbastei am 22. August zeigt wenig Wirkung. Die Osmanen fl√ľchteten aus dem Graben, besetzen ihn aber einige Stunden sp√§ter wieder. In den n√§chsten Tagen gab es jede Menge kleinerer Minen, St√ľrme, Ausf√§lle und vor allem Tote auf beiden Seiten.

Trotz starken Regens der die Gr√§ben volllaufen lie√ü, wurde weiter gek√§mpft. Nach einer gesprengten Mine unter dem Ravelin griffen die Osmanen wieder erfolglos an und hatten hohe Verluste. Am osmanischen Feiertag der K√∂pfung von Johannes dem T√§ufer (29. August) z√ľndeten sie eine besonders gro√üe Mine unter dem Ravelin und sprengten das meiste in die Luft. Der letzte Rest des Ravelins wurde auf Befehl der Wiener Offiziere ger√§umt. Von der Stadtregierung ging die Aufforderung, Wasserbottiche in der Stadt verteilt aufzustellen, um Grabungst√§tigkeiten schneller zu erkennen. Auf dem Wasserspiegel der Bottiche sah man bei der kleinsten Ersch√ľtterung durch das unterirdische Graben ein verzerrtes Spiegelbild.

Bei einem Zufallstreffer der Osmanen am 31. August hinter der L√∂welbastei wurde ein Munitionslager getroffen, das auch die nebenliegenden Schwarzpulverlager entz√ľndete. Die Schwarzpulvervorr√§te wurden dadurch empfindlich reduziert.

Brennende Dörfer um Wien

Ablauf der osmanischen Belagerung in der Umgebung von Wien

Die Osmanen eroberten am 3. August Pottendorf, Ebreichsdorf und G√∂tzendorf unter T√∂tung und Verschleppung der ans√§ssigen Bev√∂lkerung. Am 24. August griffen die Janitscharen erneut Klosterneuburg an, das sie als St√ľtzpunkt gegen das Entsatzheer verwenden wollten. Der Angriff dauerte bis zum 26. August und konnte erfolgreich abgewehrt werden.[10]

Chronik in Europa

Um den 3. August gab es viele kleinere und gr√∂√üere Scharm√ľtzel zwischen polnischen Hilfstruppen und kaiserlichen Truppen gegen Tataren, ungarischen Rebellen und Osmanen. Der August war durch langes Warten des Kaisers Leopold I. in Passau auf Truppen f√ľr das Entsatzheer gekennzeichnet. Vom 9. bis 11.  August erkrankte Kaiser Leopold I. und lag mit Fieber, Durchfall und Erbrechen im Bett.

Am 8. August traf Prinz Eugen von Savoyen in Passau ein. Er berichtete, dass alle anderen franz√∂sischen Offiziere, die sich den √Ėsterreichern anschlie√üen wollten, eingesperrt wurden. Am 12. August stie√üen 1.000 Mann von dem Regiment des Prinzen Ludwig von Neuburg zum Heer und am 21. August 8.000 Franken.

Erst am 14. August und nicht wie versprochen Ende Juli marschierte K√∂nig Jan Sobieski mit seiner Armee von Krakau aus Richtung Wien. Er war am 22. August bei Gleiwitz und erreichte am folgenden Tag Troppau.

Am 24. August brach Herzog Karl V. mit seinen Truppen donauaufw√§rts auf, um zum Treffpunkt in Tulln zu kommen. Bei Bisamberg traf er auf Osmanen und ungarische Hilfstruppen und besiegte sie mit seiner Kavallerie.

Am 25. August zog das Entsatzheer unter Kaiser Leopold I. Richtung Wien. Leopold I. fuhr mit dem Schiff von Passau nach Linz, erreichte es 3 Tage sp√§ter und setzte seinen Marsch auf Wien unverz√ľglich fort. Am 31.  August traf Sobieski mit Herzog Karl V. in Hollabrunn zusammen.

September

Laufgräben der Osmanen vor dem belagerten Wien in der letzten Ausbauphase
Kupferstich des kaiserlichen Hauptmanns und Ingenieurs Daniel Suttinger

Anfang September ging in der Stadt wie auch im osmanischen Lager die Nahrung aus. Die Nahrungsmittelknappheit in der Stadt konnte etwas gemildert werden, als am 3. September bei zwei weiteren Ausf√§llen beim Schottentor 22 Ochsen, zwei Pferde und ein Wagen eingebracht wurden.

Wiener Chronik

Am 3. September wurden vom Stephansdom in der Nacht 30 Raketen abgeschossen, am 6., 7. und 8. September waren es bereits so viele, dass sie nicht gez√§hlt werden konnten. Drakonische Ma√ünahmen gegen Deserteure und Wehrdienstverweigerer wurden am 6. September in Wien beschlossen. Wer krank oder zu alt f√ľr die Arbeit war, musste ein √§rztliches Attest vorweisen. Am 9. September starb der Wiener B√ľrgermeister Johann Andreas von Liebenberg nach einer mehrw√∂chigen Krankheit. In den Stra√üen hinter der Burg- und L√∂welbastei wurde am 10. September heftig gegraben, Palisaden wurden gebaut und Laufg√§nge f√ľr eine weitere Verteidigungslinie angelegt.

Chronik der Osmanen

Am 7. September hielt Gro√üwesir Kara Mustafa eine Musterung ab. Er wollte die Stadt noch vor Eintreffen des Entsatzheeres erobern. In einer gro√üen Umgruppierung stellten sich die Osmanen in den n√§chsten Tagen f√ľr die Entsatzschlacht neu auf. Kara Mustafa hielt Kriegsrat √ľber die bevorstehende Schlacht gegen das Entsatzheer. Er nahm seine Anf√ľhrer zu einem Erkundungsritt nah den Aufmarschwegen mit, auf denen das Entsatzheer anr√ľcken k√∂nnte.

Nachrichtenkrieg

Am 1. September brachte Georg Michaelowitz unter Lebensgefahr Nachrichten von Herzog Karl V. in die Stadt: der Entsatz sei unterwegs und werde in einigen Tagen eintreffen. Bereits am n√§chsten Tag brach er wieder mit neuen Botschaften aus der Stadt auf. Er erhielt daf√ľr gegen den ausdr√ľcklichen Willen des Rechnungsbeamten, 200 Dukaten im voraus. In der Botschaft an den Kaiser wurde darauf gedr√§ngt, den Entsatz zu beschleunigen. Die Verteidiger w√§ren nahe am Ende ihrer Kr√§fte angelangt.

Stefan Seradly erhielt am 4. September 120 Dukaten f√ľr die √úberbringung von Briefen an das Entsatzheer. Er verriet aber die Wiener und lief zu Gro√üwesir Kara Mustafa √ľber. Dieser erfuhr dadurch von der geplanten Entsetzung Wiens und zog Verst√§rkung heran.

Am 8. September wurden zwei deutsche Kuriere auf dem Weg nach Wien abgefangen.

Minenkrieg (Angriff auf die Stadtmauer)

Ausfall der Wiener.
Radierung von Roman de Hooghe

Am 1. September hatten die Osmanen mehrere Minen bei der L√∂welbastei unter die Kurtine getrieben. Die Wiener machten einen Ausfall, um die Minen zuzusch√ľtten, scheitern aber am starken Widerstand der Osmanen. Am n√§chsten Tag lie√üen die Osmanen bei der Burgbastei eine Mine hochgehen. Die Wirkung war minimal. Durch die Mine war es aber den Osmanen jetzt leichter, in die Burgbastei zu kommen. An der L√∂welbastei unterw√ľhlten die Osmanen die Stadtmauer. Bei einem Ausfall der Wiener gegen die Minen der Osmanen wurden alle Angreifer get√∂tet. Am 3. September ging die n√§chste Mine an der Burgbasteispitze hoch. Es fielen etliche Quaderst√ľcke heraus. Die Wiener machten wieder einen Ausfall, um weitere Minen zu zerst√∂ren, ohne greifbare Ergebnisse. An diesem Tag war die Anzahl der Toten auf beiden Seiten sehr hoch. Graf Starhemberg gab die letzten Reste vom Ravelin, Kontereskarpe und Kaponniere auf. Die Minen der Osmanen kamen jetzt zwei bis drei Meter unter die Stadtmauer. Beim Minieren und Kontraminieren gerieten die Osmanen und Wiener aufeinander, wodurch sich ein Gemetzel entwickelte.

Am 4. September kam es zur ersten Minensprengung unter der Kurtine. Die Wirkung war sehr stark, die Mauerteile fielen aber nach au√üen, wodurch der Angriff erschwert und verz√∂gert wurde und scheiterte am Verteidigungswillen der Bev√∂lkerung, die in k√ľrzester Zeit durch Einschlagen von Palisaden den Durchgang sperrten. Bei einer weiteren Minensprengung und Sturm der Osmanen an der Burgbastei wurde eine acht Meter breite Bresche in die Burgbastei geschlagen. Von allen Seiten kamen Osmanen f√ľr den Angriff. Erste Janitscharen wurden auf der Bastei gesichtet. Aber die Steigung im Ger√∂ll auf die Burgbastei war zu stark. Durch gestaffelten Beschuss konnte der Angriff nach zwei Stunden abgewehrt werden. Mit spanischen Reitern und Sands√§cken schlossen die Wiener die Bresche. Allein dieser Sturm kostete die Wiener 200 Mann, darunter mehrere Offiziere. In der Nacht wurde die Bresche vollst√§ndig geschlossen. Holz von D√§chern und anderen Bauteilen in Wien wurde abgerissen, um es als Palisaden bei Burg- und L√∂welbastei zu verwenden. Die Stimmung der Osmanen erreichte nach diesem Tag einen Tiefpunkt. Am n√§chsten Tag versuchten es die Osmanen erneut. Sie wollten die Stadt √ľber die L√∂welbastei nehmen. Die Stadtverteidiger hatten sich neu in 64 Kampfgruppen gruppiert. Nach der Sprengung von zwei weiteren Minen an der √§u√üersten Spitze der L√∂welbastei gelang es, unter hohen Verlusten f√ľr beide Seiten, den Sturm auf die L√∂welbastei abzuwehren. Als die Sperren immer dichter wurden, nahmen die Osmanen wieder den Minenkampf auf. In Wien standen zu diesem Zeitpunkt nur noch zirka 5.000 verteidigungsf√§hige M√§nner zur Verf√ľgung.[17]

Die Osmanen eroberten am 8. September den Niederwall. Die Wiener versuchten ihn in einem Gegenangriff wieder zur√ľckzuerobern, die Osmanen schlugen dies aber zur√ľck. Gleichzeitig bereiteten sie an dieser Stelle weitere Minen an der Kurtine vor und sprengten nachmittags zwei Minen unter der L√∂welbastei. Jede Menge Mauerwerk landete im Graben. Trotzdem war die Mauer nachher eher steiler als flacher und so konnte der folgende Angriff leicht zur√ľckgeschlagen werden. Es kam zu ersten Meutereien im osmanischen Lager.

Am 12. September stellten sich die Osmanen f√ľr die Entsatzschlacht beim Kahlengebirge bis H√ľtteldorf auf und trieben gleichzeitig f√ľnf Minen bis unter die Stadtmauern. Sie waren bis zu zwei Meter tief unter der Kurtine eingedrungen und standen kurz davor, die Ladungen zu setzen und zu sprengen.

Chronik in Europa

Am 4. September war Kriegsrat zu Stetteldorf am Wagram auf Schloss Juliusburg bei Tulln unter dem Vorsitz von K√∂nig Jan Sobieski. Zusammen mit Herzog Karl V. wurde die weitere Marschroute und Taktik zum Entsatz von Wien festgelegt. Hierbei kam es zu einem diplomatischen Disput zwischen Karl V. und Sobieski um die Frage der F√ľhrung des Entsatzheeres. Kaiser Leopold I. hatte das Kommando im Vorfeld vertraglich an Sobieski abgetreten, um diesen zu einer Teilnahme am gemeinsamen Krieg gegen die Osmanen zu bewegen. Die Differenzen zwischen Herzog Karl V. und K√∂nig Sobieski wurden schlie√ülich durch diplomatische Intervention von Marco d'Aviano, p√§pstlicher Legat und Beichtvater von Leopold I., beseitigt.

Angriff der polnischen Kavallerie am Kahlenberg (Gemälde von Jan Wyk, 1698)

Am 6. September kam der Kurf√ľrst von Bayern nach Linz. Fr√§nkische, s√§chsische, bayrische und schw√§bische Kontingente √ľberquerten die Donau bei Krems und r√ľckten weiter Richtung Tulln vor. Am Tag darauf √ľberquerte die Polnische Armee die Donau bei Tulln und vereinigte sich mit den Truppen Sachsens, den Kaiserlichen, den Bayern und den fr√§nkisch-schw√§bischen Reichstruppen in dieser Stadt, 30 Kilometer stromaufw√§rts von Wien. Die Tataren, die f√ľr die Bewachung der Br√ľcke abgestellt waren, verhinderten den Br√ľckenkopf nicht. Kaiser Leopold I. fuhr von Linz Richtung Wien mit dem Schiff ab. In D√ľrnstein machte er am 9. September Station. Da er K√∂nig Sobieski die Leitung der Schlacht abgetreten hatte, konnte er nicht zu den Truppen weiterreisen. Er setzte Herzog Karl V. an seine Stelle zur Leitung der kaiserlichen Truppen ein.

Beim letzten gro√üen Kriegsrat der christlichen Allianz wurde auf Anraten Herzog Karls V. beschlossen, durch den Wienerwald unter Zur√ľcklassung des Trosses in 3 Kolonnen auf Wien vorzur√ľcken. Der Weg f√ľr das Entsatzheer durch den Wienerwald war beschwerlich, da es nur wenige schlecht befestigte Wege gab und die Artillerie nicht oder nur begrenzt mitgenommen werden konnte. Es mangelte w√§hrend des Anmarsches auch an Verpflegung. Da der Tross zur√ľckgelassen wurde, gab es keinen Lebensmittelnachschub. Die Truppen mussten ohne Verpflegung zwei Tage marschieren. Daf√ľr gab es aber keine weiteren Schwierigkeiten beim Vormarsch. Gro√üwesir Kara Mustafa hatte es vers√§umt, die Donaubr√ľcken zu sichern und Klosterneuburg zu erobern, das nun zu einem wichtigen Br√ľckenkopf der Alliierten wurde. Weiterhin gab es keine Befestigung des Kahlengebirges. Am Morgen des 12. September stiegen die Alliierten vom Kahlengebirge herunter f√ľr die Schlacht am Kahlenberg.

Schlacht am Kahlenberg

‚Üí Hauptartikel: Schlacht am Kahlenberg

Angriff des Entsatzheeres in der Schlacht am Kahlenberg

Am 11. September besetzten die alliierten christlichen Truppen das Kahlengebirge. In den Morgenstunden des 12. Septembers griff das Entsatzheer mit Truppen aus Venedig, Bayern, Sachsen, Franken, Schwaben, Baden, Oberhessen und Polen an, zirka 54.000 bis 60.000 Mann. Die osmanischen Kommandanten konnten sich √ľber die Taktik f√ľr den Zweifrontenkrieg nicht einigen. Nach zw√∂lfst√ľndigen Kampf griff die Kavallerie unter dem Oberkommando von K√∂nig Sobieski von den H√∂hen des Wienerwaldes her ein. Die gesamte christliche Streitmacht ging zum Generalangriff √ľber, denn auch die Wiener begannen mit einem Ausfall, als sie sahen, dass die Schlacht am Kahlenberg zugunsten der Christen ausging, und st√ľrmten die Laufgr√§ben der Osmanen. Das osmanische Heer fl√ľchtete √ľberst√ľrzt und sammelte sich bei GyŇĎr/Raab.

Folgen der Belagerung

Sobieski vor Wien - Historiengem√§lde des polnischen Malers Juliusz Kossak (1824-1899). Kossak zeigt die historisch nicht belegte Szene, wie zwei polnische Fl√ľgelhusaren K√∂nig Sobieski die gr√ľne Fahne Mohammeds √ľberbringen
Das Kugelkreuz in Schwechat
Ehemalige Wetterfahne auf dem S√ľdturm des Stephansdomes
(heute im Wien Museum)
Gläserner Sarg Papst Innozenz XI. im Petersdom in Rom

Am 13. September betrat K√∂nig Sobieski die Stadt. Die kaiserlichen Truppen dr√§ngten auf eine sofortige Verfolgung der Truppen, aber Sobieski wollte sein Pferd nicht weiter belasten. So begann die allgemeine Pl√ľnderung der von den Osmanen zur√ľckgelassenen Tiere, Lebensmittel, G√ľter, Materialien, Waffen, Gesch√ľtze und Munition. Das meiste, insbesondere die Zeltburg von Gro√üwesir Kara Mustafa, wurde von Sobieski einbehalten, w√§hrend die kaiserlichen Truppen fast leer ausgingen.[18]

Die Wiener Bev√∂lkerung verschoss im Freudentaumel wahllos Munition. Nach der Belagerung wurde an der Stadtmauer hinter dem zerschossenen und aufgegebenen Ravelin mehrere mit Schwarzpulver gef√ľllte Minen gefunden. Diese sechs Meter tief unter der Kurtine gelegenen Minen waren fertig zur Sprengung, wurden aber infolge der Niederlage nicht mehr gez√ľndet. Als Kaiser Leopold I. vom Sieg der Entsatztruppen erfuhr, begab er sich mit dem Schiff von D√ľrnstein nach Klosterneuburg. Am n√§chsten Tag fuhr er weiter nach Wien und zog in die befreite Stadt ein.

Gro√üwesir Kara Mustafa suchte nach der Schlacht einen Schuldigen. Er lie√ü Ibrahim Pascha, den Beylerbeyi von Ofen, hinrichten, weil er angeblich der Erste war, der sich vom Schlachtfeld zur√ľckgezogen hatte. Wahrscheinlich wollte er sich aber nur eines Zeugens entledigen, der h√§tte aussagen k√∂nnen, dass Ibrahim Pascha die Zweifronten-Taktik gegen Wien und das Entsatzheer f√ľr falsch hielt.

1683 wurden der Stern und der Halbmond am Stephansdom, der seit 1519 dort die Spitze zierte (damals allerdings nicht als osmanisches Symbol angebracht), heruntergenommen und durch ein Kreuz ersetzt.[19] Kaiser Leopold I. und K√∂nig Jan Sobieski trafen sich zu Pferde in der N√§he von Schwechat. Das Verh√§ltnis beider Herrscher zueinander war etwas gest√∂rt. Der Ruhm der gewonnenen Entsatzschlacht ging an K√∂nig Sobieski, da der Kaiser die F√ľhrung vertraglich hatte abtreten m√ľssen, um die Unterst√ľtzung der Polen zu erhalten. An der Stelle, an der sich die beiden Herrscher trafen, wurde sp√§ter das sogenannte Kugelkreuz aufgestellt. Es ist ein auf vier T√ľrkenkugeln ruhender Obelisk.[10][20] In Schwechat wurde von den alliierten Truppen eine Parade abgehalten. Die Kurf√ľrsten von Bayern und Sachsen zogen anschlie√üend mit ihren Truppen wieder ab.

Erst am 18. September begannen K√∂nig Sobieski und Herzog Karl V. mit der Verfolgung der geschlagenen osmanischen Streitkr√§fte. Da aber die Fliehenden nicht sofort verfolgt worden waren, konnten sie sich bei P√°rk√°ny wieder sammeln. Entgegen den Empfehlungen von Herzog Karl V. und ohne auf weitere kaiserliche Truppen zu warten, die einen Tagesmarsch hinter den polnisch-√∂sterreichischen Truppen zur√ľcklagen, zog K√∂nig Sobieski am 7. Oktober Richtung P√°rk√°ny. Der K√∂nig, alle Warnungen ignorierend, vertraute den Berichten osmanischer Gefangenen, dass die Garnison in P√°rk√°ny nur sehr klein sei. Er wusste aber nicht, dass sich dort bereits ein 40.000 Mann starkes osmanisches Kontingent versammelt hatte, das zu gro√üen Teilen aus Truppen bestand, die nicht an der Schlacht um Wien teilgenommen hatten.

Die Vorhut, unter dem Kommando von Stefan BidzieŇĄski, wurde sofort in ein Gefecht verwickelt und fast vollst√§ndig aufgerieben (circa 2.000 Mann). Die fliehenden Reste der Vorhut sehend, lie√ü der K√∂nig seine Infanterie und Artillerie hinter sich und stellte sich mit nur 4.000 Mann Hussaria dem zahlenm√§√üig √ľberlegenen Feind entgegen. Trotz kleinerer Erfolge war die polnische Front, aufgrund der fehlenden Infanterie und Artillerie, nicht zu halten und brach schlie√ülich zusammen. K√∂nig Sobieski wollte dennoch weiterk√§mpfen, woraufhin ihn die Offiziere, besonders der √∂sterreichische Feldmarschall von D√ľnewald, der dem polnischen K√∂nig w√§hrend der Schlacht zur Seite stand, baten, an sein Leben zu denken. Als er von einer Welle in Panik verfallener Soldateska ergriffen wurde, zog er sich zur√ľck. Aus einem Bericht des polnischen Adligen und Schriftstellers, Jan Chryzostom Pasek, ist zu entnehmen:

‚ÄěDer K√∂nig kam also mit dem Heer auf gleiche H√∂he mit jenen Leichen der Vorhut, gleich verlie√ü die unseren den Mut, und da sprangen uns die T√ľrken wie die Rasenden an. Man begann zuerst, ihnen schwachen Widerstand zu leisten. Als sie aber der Eskadron der ruthenischen Wojewoden des Kronhetmanns in den R√ľcken gekommen waren, da begann die Husareneskradon davonzulaufen, eine zweite nach, eine dritte, schlie√ülich gab das ganze Heer Fersengeld, mit dem K√∂nig und allen Hetmannen, alle zu ihrer gro√üen Schande und zum Gel√§chter f√ľr die Deutschen. Schimpflich flohen sie eine gute Meile, bis sie sich auf die Kaiserlichen st√ľtzen konnten.[21]‚Äú

Nach Aufl√∂sung der polnischen Kavallerie zogen sich die Polen fluchtartig zur√ľck. K√∂nig Sobieski entkam nur mit gro√üer M√ľhe dank der Hilfe seiner tatarischen Hilfstruppen unter Kommando des Lipka-Tataren, Oberst Samuel Mirza Krzeczowski.[22] Zwei Tage sp√§ter, am 9. Oktober, nach erfolgter Verst√§rkung der polnischen Kavallerie durch Infanterie, Artillerie und kaiserliche Truppen, wurden die Osmanen in der zweiten Schlacht von P√°rk√°ny geschlagen.

Am 21. Oktober eroberten die kaiserlichen Truppen und die Polen Gran. Am 25. Dezember wurde Gro√üwesir Kara Mustafa, auf dem R√ľckzug in Belgrad angekommen, auf Befehl des Sultans erdrosselt. Er hatte die Schlacht um Wien trotz dreifacher √úbermacht verloren. Als Dank f√ľr die Befreiung Wiens wurde in der Katholischen Kirche am 12. September das Fest Mari√§ Namen eingef√ľhrt.

Durch die sich anschlie√üenden Eroberungen im Zuge des Gro√üen T√ľrkenkrieges in S√ľd-Osteuropa stieg das Haus √Ėsterreich auf Kosten des Osmanischen Reiches zur europ√§ischen Gro√ümacht auf.

Spuren der osmanischen Belagerung

Wien

Gedenktafel am Kahlenberg
Gedenktafel zum 300jährigen Jubiläum 1983
  • Im T√ľrkenschanzpark im 18. Bezirk haben sich osmanische Einheiten (unter anderem Janitscharen) besonders heftig gegen die Angriffe des Entsatzheeres zur Wehr gesetzt. Der T√ľrkenschanzpark erinnert mit seinem Namen noch heute an dieses Gefecht, ebenso die T√ľrkenschanzstra√üe in der N√§he.
  • Auch im T√ľrkenschanzpark befindet sich ein Kosaken-Denkmal. Es erinnert an den Anteil der ukrainischen Kosaken-Armee an der Entsatzschlacht vom 12. September 1683.
  • Nahe dem T√ľrkenschanzplatz erinnert die Rimplergasse an den obersten Festungsbauer und Mineur Oberstleutnant Georg Rimpler[9].
  • Der T√ľrkenritthof an der Hernalser Hauptstra√üe im 17. Bezirk erinnert an einen alten Brauch aus der Belagerungszeit, bei dem ein verkleideter ‚ÄöT√ľrke‚Äė auf einem Esel durch die Stra√üen paradierte.[23] Der Gemeindebau aus den 1920er-Jahren ist mit einer entsprechenden Statue √ľber dem Eingang geschm√ľckt.[24]
  • Im 9. Bezirk befindet sich die T√ľrkenstra√üe.
  • Die Heidenschussgasse im 1. Bezirk beherbergt die Statue eines osmanischen Janitscharen am Palais Montenuovo. Sie erinnert an eine Legende, nach der die Osmanen versuchten, an dieser Stelle die Stadtmauern unterirdisch zu sprengen und fast Erfolg hatten. Der Legende nach wurden sie von einem B√§ckergesellen aus M√ľnster entdeckt, der die Wache alarmierte.
  • Aus der Bronze der zur√ľckgelassenen Kanonen der Osmanen wurde die Pummerin, die gr√∂√üte Glocke des Stephansdoms, gegossen.[25]
  • Weitere Gassen, Stra√üen, Pl√§tze und Geb√§ude wurden nach markanten Personen der Belagerung benannt, wie die Graf-Starhemberg-Gasse im 4. Bezirk, die Starhemberg-Kaserne im 10. Bezirk, die Sobieskigasse und der Sobieskiplatz im 9. Bezirk. Denkm√§ler sind das Liebenberg-Denkmal gegen√ľber der Universit√§t an der Ringstra√üe, das Denkmal im Stephansdom, die Gedenktafel an der Kirche am Kahlenberg usw.
  • Am Hof 11 h√§ngt eine vergoldete T√ľrkenkugel die hier eingeschlagen haben soll.
  • Sterngasse 3 ist ebenfalls eine T√ľrkenkugel eingemauert. Diese Kugel ist eine der wenigen Originalkugeln.

andere Orte

  • Das T√ľrkenkreuz in Perchtoldsdorf.
  • Die Blutgasse zum Fischertor in Hainburg erinnert an die Verschleppung und Ermordung von 90 % der Hainburger Bev√∂lkerung nach der Eroberung der Stadt am 12. Juli 1683.

Museale Rezeption

Sturmsense im HGM.

Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien ist die Zweite Wiener T√ľrkenbelagerung sowie die Entsatzschlacht vom 12. September 1683 ausf√ľhrlich dokumentiert. Unter den Ausstellungsobjekten befinden sich u. a. mehrere zeitgen√∂ssische √Ėlgem√§lde von monumentalter Gr√∂√üe, welche die Geschehnisse nachvollziehbar machen. Eine Planskizze erm√∂glicht es, sich sowohl die Belagerungssituation als auch den Schlachtenverlauf zu vergegenw√§rtigen.[26] Besondere St√ľcke sind der Degen des Verteidigers von Wien, Graf Ernst R√ľdiger von Starhemberg, nebst einem ihm zugeschriebenen K√ľrass. Ausgestellt ist auch eine gro√üe Anzahl an Beutest√ľcken des t√ľrkischen Heeres, wie mehrere Rossschweife, Reflexb√∂gen der ber√ľchtigten Sipahi sowie eine t√ľrkische Standarte (Sancak-i Ňěerif). Eine besonders kuriose Waffe ist eine Sturmsense, eine aus drei Sensenbl√§ttern zusammengeschmiedete Verteidigungswaffe der Belagerten.[27]

Siehe auch

Quellen und Literatur

Quelleneditionen

  • Balthasar Kleinschroth: Flucht und Zuflucht. Das Tagebuch des Priesters Balthasar Kleinschroth aus dem T√ľrkenjahr 1683. In: Hermann Watzl (Hrsg.): Forschungen zur Landeskunde von Nieder√∂sterreich. Band 8, B√∂hlau, Graz / K√∂ln 1983, ISBN 3-205-07205-7.
  • Kara Mustafa vor Wien. Das t√ľrkische Tagebuch der Belagerung Wiens 1683, verfasst vom Zeremonienmeister der Hohen Pforte. In: Osmanische Geschichtsschreiber. Erste Auflage. Band 1, Styria, Graz / Wien / K√∂ln 1955 (√ľbersetzt von Richard Franz Kreutel, sowie eingeleitet und erkl√§rt) (als 2. Auflage bei dtv, M√ľnchen 1976, ISBN 3-423-00450-9).
  • Karl Teply (Redaktion): Kara Mustafa vor Wien. 1683 aus der Sicht t√ľrkischer Quellen. Styria, Wien 1982 (√ľbersetzt von Richard Franz Kreutel), ISBN 3-222-11435-8.
  • Walter Sturminger (Hrsg.): Die T√ľrken vor Wien in Augenzeugenberichten. Rauch, D√ľsseldorf 1968 (als Taschenbuch bei dtv, M√ľnchen 1983, in der Reihe dtv-Augenzeugenberichte, ISBN 3-423-02717-7).

Sekundärliteratur

  • Isabella Ackerl: Von T√ľrken belagert ‚Äď von Christen entsetzt. Das belagerte Wien 1683. √Ėsterreichischer Bundesverlag, Wien 1983, ISBN 3-215-04445-5.
  • Thomas M. Barker: Doppeladler und Halbmond. Entscheidungsjahr 1683. Styria, Wien 1982, ISBN 3-222-11407-2.
  • Peter Broucek: Der Sieg bei Wien 1683. √Ėsterreichischer Bundesverlag, Wien 1983, ISBN 3-215-04573-7.
  • Gertrud Gerhartl: Belagerung und Entsatz von Wien 1683. In: Milit√§rhistorische Schriftenreihe. Band 46, √Ėsterreichischer Bundesverlag, Wien 1983, ISBN 3-215-04967-8.
  • Klaus-Peter Matschke: Das Kreuz und der Halbmond. Die Geschichte der T√ľrkenkriege. Artemis & Winkler, D√ľsseldorf 2004, ISBN 3-538-07178-0.
  • Johannes Sachslehner: Wien anno 1683. Pichler, Wien 2004, ISBN 3-85431-344-6.
  • John Stoye: Die T√ľrken vor Wien. Schicksalsjahr 1683. Ares Verlag, Graz 2010, ISBN 978-3-902475-87-9.
  • Claudia Reichl-Ham: ‚Äědie Festung zu halten oder mit ihr zu fallen.‚Äú Die Burgbastei und ihre milit√§rhistorische Bedeutung, in: Viribus Unitis, Jahresbericht 2010 des Heeresgeschichtlichen Museums. Wien 2011, ISBN 978-3-902551-19-1.

Weblinks

 Commons: Zweite Wiener T√ľrkenbelagerung ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c Bernd Rill, Ferenc Majoros: Das Osmanische Reich 1300‚Äď1922. Marix, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-25-8, S. 280‚Äď285.
  2. ‚ÜĎ Thomas Winkelbauer: St√§ndefreiheit und F√ľrstenmacht. L√§nder und Untertanen des Hauses Habsburg im konfessionellen Zeitalter, Teil 1. In: Herwig Wolfram (Hrsg.): √Ėsterreichische Geschichte 1522‚Äď1699. Wien 2004, ISBN 3-8000-3528-6, S. 164.
  3. ‚ÜĎ Klaus-Peter Matschke: Das Kreuz und der Halbmond. Die Geschichte der T√ľrkenkriege. Artemis und Winkler, D√ľsseldorf 2004, S. 360 f. (Sekund√§rliteratur)
  4. ‚ÜĎ wien-vienna.at: T√ľrkenbelagerung ‚Äď Die Heere
  5. ‚ÜĎ Slowakei in der fr√ľhen Neuzeit
  6. ‚ÜĎ a b Oberstleutnant Johann Georg von Hoffmann aus dem Jahresbericht des Realgymnasiums der Theresianischen Akademie in Wien 1937, S. 3‚Äď17, zitiert nach: Walter Sturminger: Die T√ľrken vor Wien. Karl Rauch, D√ľsseldorf 1968, S. 32.
  7. ‚ÜĎ Klaus-Peter Matschke, Das Kreuz und der Halbmond. Die Geschichte der T√ľrkenkriege, S358f. (Sekund√§rliteratur)
  8. ‚ÜĎ Klaus-J√ľrgen Bremm: Im Schatten des Desasters. Zw√∂lf Entscheidungsschlachten in der Geschichte Europas. Books on Demand, Norderstedt 2003, ISBN 3-833-40458-2, S. 160
  9. ‚ÜĎ a b c Lebensgeschichte Georg Rimpler S. 178ff.
  10. ‚ÜĎ a b c d e http://geschichte.landesmuseum.net/
  11. ‚ÜĎ Matthaeus Merian: Theatri Europaei continuati Zw√∂lffter Theil. Merian, Frankfurt am Main 1691, S. 524f. (Sekund√§rquelle)
  12. ‚ÜĎ Wien's Belagerungen durch die T√ľrken und ihre Einf√§lle in Ungarn und √Ėsterreich. Von Karl August Schimmer, 1812
  13. ‚ÜĎ Richard Franz Kreutel (√úbersetzer): Die Geschichte des Silihdar. aus: Kara Mustafa vor Wien. Das t√ľrkische Tagebuch der Belagerung Wiens 1683, verfasst vom Zeremonienmeister der Hohen Pforte. Band 1 der Reihe: Osmanische Geschichtsschreiber. Verlag Styria, Graz/Wien/K√∂ln 1955, Erste Auflage, S. 141-143.
  14. ‚ÜĎ Top√ßu
  15. ‚ÜĎ Sturminger 1968, zitiert Oberstleutnant Johann Georg von Hoffmann, S. 116
  16. ‚ÜĎ Sturminger 1968, zitiert Oberstleutnant Johann Georg von Hoffmann, S. 185
  17. ‚ÜĎ Sturminger 1968, zitiert Oberstleutnant Johann Georg von Hoffmann, S. 300
  18. ‚ÜĎ Klaus-J√ľrgen Bremm: Im Schatten des Desasters. Zw√∂lf Entscheidungsschlachten in der Geschichte Europas. Books on Demand, Norderstedt 2003, ISBN 3-833-40458-2, S. 166.
  19. ‚ÜĎ Toni Faber in: Der Dom. Mitteilungsblatt des Wiener Domerhaltungsvereines2/2006, S. 11 ([1])
  20. ‚ÜĎ Foto des Kugelkreuzes
  21. ‚ÜĎ Maximilian Lorenz von Starhemberg S8
  22. ‚ÜĎ Izabella Gawin, Dieter Schulze: KulturSchock Polen. Reise-Know-How-Verlag, Bielefeld 2004, ISBN 3-831-71295-6, S. 126
  23. ‚ÜĎ %BCrken_1683 Der Abzug der T√ľrken 1683 Stich aus einem Flugblatt von 1684
  24. ‚ÜĎ Magistrat der Stadt Wien: T√ľrkenritthof
  25. ‚ÜĎ www.sagen.at
  26. ‚ÜĎ Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal I - Von den Anf√§ngen des stehenden Heeres bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, Salzburg 1982 S. 30.
  27. ‚ÜĎ Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher (Hg.): Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Graz, Wien 2000 S. 16.

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