Österreichische Schule

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Österreichische Schule

Als Österreichische Schule, Wiener Schule, Österreichische Grenznutzenschule[1] oder (selten) psychologische Schule wird eine Gruppe von Theoretikern bezeichnet, die eine bestimmte Lehrmeinung in der Volkswirtschaftslehre vertreten. Zentral ist die Idee der evolutorischen Schöpfung von Wissen durch den Unternehmer und die Betrachtung der dynamischen Unsicherheit wirtschaftlicher AblĂ€ufe. Die Schule betont die Bedeutung der einzelnen Menschen und deren individuellen Vorlieben fĂŒr die wirtschaftlichen Prozesse (Subjektivismus, Methodologischer Individualismus). Hinzu kommt eine Abneigung gegenĂŒber der mathematischen Darstellungsform von volkswirtschaftlichen ZusammenhĂ€ngen. Diesem Ansatz gegenĂŒber stehen die etwa gleichzeitig entstandenen Lausanner Schule und Cambridger Schule mit ihren mathematisch formulierten Gleichgewichtsmodellen (Neoklassische Theorie).

Als GrĂŒnder der Österreichischen Schule wird gemeinhin Carl Menger angesehen, der mit der Grenznutzenlehre zur marginalistischen Revolution beitrug: Er vertrat die Auffassung, dass das klassische Wertparadoxon, also die Frage nach dem VerhĂ€ltnis von Wert und Nutzen dadurch gelöst werden kann, dass der Wert eines Gutes durch den Beitrag einer weiteren Einheit eines Gutes zur Befriedigung eines menschlichen BedĂŒrfnisses bestimmt wird. Bekannt wurde dieser Ansatz im Methodenstreit der Nationalökonomie mit der Historischen Schule, in dem Menger die These vertrat, dass die Wirtschaftstheorie gegenĂŒber der Wirtschaftsgeschichte unabhĂ€ngig sei. Eugen von Böhm-Bawerk ergĂ€nzte Mengers Lehre um eine subjektivistische Kapitaltheorie, wonach der Kapitalzins in einem Marktprozess zwischen Individuen mit unterschiedlichen ZeitprĂ€ferenzen entsteht. Der EigentĂŒmer von Kapital verzichte auf Konsum in der Gegenwart, um als Gegenleistung fĂŒr seinen Verzicht den Zins zu erhalten. Ludwig von Mises baute auf dieser Basis eine Geld- und Konjunkturtheorie auf. Er erklĂ€rte Konjunkturzyklen mit der Verzerrung des Produktionsprozesses durch die Geldschöpfung der Zentralbanken, die durch zu niedrige Zinsen ĂŒberhöhte Investitionen anregen. Friedrich von Hayek prĂ€zisierte diese Theorie und stellte sich damit in scharfen Gegensatz zur Theorie John Maynard Keynes’. Von Hayek erhielt fĂŒr diese monetĂ€re Überinvestitionstheorie den Wirtschaftsnobelpreis 1974.

Hayeks Nobelpreisgewinn und Israel Kirzners Arbeiten zum Konzept des Unternehmers fĂŒhrten ab 1974 zum sogenannten Austrian revival in den USA. Kirzner argumentiert, dass Marktgleichgewichte in der RealitĂ€t die Ausnahme seien, da keine vollstĂ€ndige Information bestehe. Die Aufgabe des Unternehmers besteht nach Kirzner gerade darin, durch seine „Findigkeit“ (engl. „alertness“) Wissen zu schaffen und Gewinnmöglichkeiten aufzuspĂŒren, also Informationsvorteile zu nutzen. Die auch auf Murray Rothbard zurĂŒckgehenden Austrian Economics oder Neo-Austrians bezeichnen zum einen eine FortfĂŒhrung jener spezifischen subjektivistischen wirtschaftswissenschaftlichen Lehre in den USA, zum anderen die naturrechtlich legitimierte politische, libertĂ€re Ideologie Rothbards. Die Zuordnung dieser Ideologie zur Österreichischen Schule ist umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsinhalt

Mit Österreichischer Schule beziehungsweise Austrian School werden zum Teil sehr unterschiedliche Positionen bezeichnet. Israel Kirzner, ein SchĂŒler Ludwig von Mises’, unterscheidet fĂŒnf verschiedene Auffassungen ĂŒber den Begriffsinhalt:[2]

  1. Die vor allem in Deutschland und Österreich verbreitete Sicht der Österreichischen Schule als eine rein historische Epoche der Wirtschaftswissenschaft, deren Lehren (vor allem die Lehre vom Grenznutzen und von einer von der Wirtschaftsgeschichte unabhĂ€ngigen Wirtschaftstheorie) spĂ€testens ab 1930 von fast allen anderen Schulen anerkannt wurden.
  2. Das wiederholte Interesse an der Kapitaltheorie Böhm-Bawerks, jedoch ohne die streng subjektivistische Theorie Mengers. In diesem Sinne wird der Begriff vor allem bei John Richard Hicks (Capital and Time: A Neo-Austrian Theory (1973)), Peter Bernholz und Malte Michael Faber (Introduction to Modern Austrian Capital Theory (1979)) verwandt.
  3. Mit austrian wird seit Anfang der 1980er Jahre in den USA eine generell libertĂ€re politische Philosophie der BefĂŒrwortung freier MĂ€rkte bezeichnet. Dies geht insbesondere auf Murray Rothbard zurĂŒck.
  4. Als ein seit etwa 1970 in den USA bestehendes Interesse an der historischen Österreichischen Schule mit den Ideen und Methoden Carl Mengers und der im folgenden als erste Generation bezeichneten Wirtschaftstheoretiker unter Einschluss der spĂ€teren Konzepte von Mises’ und von Hayeks; zum Teil wird die Bezeichnung Neo-Austrians verwendet. In diesem Sinne findet sich der Begriff bei Murray N. Rothbard (Man, Economy and the State (1962)), Israel Kirzner (Competition and Entrepreneurship (1973)). Die Neo-Austrians grenzen sich vor allem durch ihre Betrachtung von MĂ€rkten als Prozess im Gegensatz zum in der Wirtschaftswissenschaft vorherrschenden Gleichgewichtsmodell ab.
  5. Die Bezeichnung einer allgemein subjektivistischen Theorie der Mikroökonomie, die die Unsicherheit aller ökonomischen Entscheidungen betont. Kirzner ordnet diesem VerstÀndnis das Werk G. L. S. Shackles und Ludwig Lachmanns (Austrian economics in the present crisis of economic thought (1977)) zu.

Lehren (Überblick)

Fritz Machlup, einer SchĂŒler von Wiesers und von Mises’, nennt 1982 sechs Hauptlehren der Österreichischen Schule, die um etwa 1930 das HerzstĂŒck der Österreichischen Neuerungen bilden:[3]

  • Methodologischer Individualismus: Wirtschaftliche Sachverhalte mĂŒssen aus dem Handeln von Individuen heraus erklĂ€rt werden (nicht zu verwechseln mit ideologischem oder politischem Individualismus, den Gegensatz stellt der methodologische Kollektivismus dar).
  • Methodologischer Subjektivismus: Wirtschaftswissenschaft basiert auf der Untersuchung der Handlungen realer Individuen, deren subjektivem Wissen (beziehungsweise Unwissen), ihrer subjektiven BedĂŒrfnisse und ihrer subjektiven Erwartungen.
  • Grenznutzenlehre: Alle ökonomischen Entscheidungen werden durch den Grenznutzen bestimmt.
  • NĂŒtzlichkeit: Subjektive Wertungen (NĂŒtzlichkeit) und abnehmender Grenznutzen bestimmen die Nachfrage und somit den Marktpreis.
  • OpportunitĂ€tskosten (auch Wiesersches Kostengesetz): Handlungen sind abhĂ€ngig von der Bewertung alternativer Handlungsmöglichkeiten.
  • Zeitstruktur von Konsum und Produktion: Die Entscheidung zu sparen oder zu konsumieren entsteht durch die subjektive ZeitprĂ€ferenz.

Als innerhalb der Schule umstritten fĂŒhrt er die folgenden Lehren auf, die insbesondere durch Ludwig von Mises ab den 1960ern in die USA ausstrahlten:[3]

  • VollstĂ€ndige SouverĂ€nitĂ€t der Konsumenten: Die Konsumenten drĂŒcken ihre BedĂŒrfnisse ĂŒber die Nachfrage aus. Nur der von Staatseingriffen unbehinderte Markt sorgt durch Wettbewerb dafĂŒr, dass permanent (ĂŒber das Preissystem als Steuermechanismus) die BedĂŒrfnisse der Konsumenten optimal befriedigt werden.
  • Politischer Individualismus: Nur vollstĂ€ndige ökonomische Freiheit sorgt dauerhaft fĂŒr politische und moralische Freiheit der BĂŒrger. Ökonomische BeschrĂ€nkungen fĂŒhren zur zunehmenden Ausbreitung und BeschrĂ€nkung politischer und moralischer Freiheit.

Da die unbestrittenen Thesen der Schule bald von allen ökonomischen Schulen anerkannt wurden, sieht Israel Kirzner die Liste als um zwei Punkte ergĂ€nzungsbedĂŒrftig im Hinblick auf das SpĂ€twerk von Mises’ und von Hayeks an:

  • MĂ€rkte und Wettbewerb als Lern- und Entdeckungsprozess
  • Individuelle Entscheidungen als Wahl zwischen individuell zu identifizierenden Alternativen in grundsĂ€tzlich unbekanntem Kontext.

Die US-amerikanischen Neo-Austrians, die im Wesentlichen durch von Mises und dessen SchĂŒler Murray Rothbard geprĂ€gt sind, definieren sich vor allem durch die Abgrenzung zu den neoklassischen und (neo-)keynesianischen, als statisch bezeichneten, Gleichgewichtsmodellen. JesĂșs Huerta de Soto, ein spanischer Vertreter der Neo-Austrians, hebt als Merkmale dieser speziellen Richtung folgende Lehren hervor:[4]

  • Ausformung einer universalen Theorie menschlichen Handelns (im Gegensatz zur rein wirtschaftswissenschaftlichen Theorie der Rationalen Entscheidung).
  • Der wissenschöpfende, kreative Unternehmer als Wirtschaftssubjekt (im Gegensatz zum neoklassischen homo oeconomicus).
  • Möglichkeit unternehmerischer Fehler (im Gegensatz zur neoklassischen Modell vollstĂ€ndiger Information).
  • Strenge Unterscheidung zwischen objektivem (wissenschaftlichem) und subjektivem (praktischem) Wissen.
  • MĂ€rkte als Entdeckungsprozess (im Gegensatz zum neoklassischen Modell der vollstĂ€ndigen Konkurrenz).
  • Subjektive Kostentheorie (im Gegensatz zur neoklassischen objektiven Kostentheorie).
  • Verbale Logik (im Gegensatz zur neoklassischen mathematischen Formalisierung).
  • Aprioristisch-deduktive Methode (im Gegensatz zum empirischen Modell).
  • Unmöglichkeit quantitativer Vorhersagen, sondern BeschrĂ€nkung auf pattern predictions.
  • Vorhersage wirtschaftlicher Geschehnisse durch die unternehmerische FĂ€higkeiten jedes Menschen (im Gegensatz zum Sozialingenieur).

Theoriegeschichte und -entwicklung

Antike und scholastische VorgÀnger

Vertreter der Schule sehen bereits in Ciceros De re publica 51 v. Chr. Argumente vorweggenommen, die spĂ€ter zentral fĂŒr von Mises' und von Hayeks Überlegungen zur Unmöglichkeit des Sozialismus sein wĂŒrde: Niemals habe eine zentrale Planstelle vergleichbares Wissen verfĂŒgbar, wie es ĂŒber das Preissystem zum Ausdruck komme. Eine zentral verwaltete Wirtschaft sei somit zwangslĂ€ufig einem Marktsystem an LeistungsfĂ€higkeit unterlegen.[5]

„(2) Is dicere solebat ob hanc causam praestare nostrae civitatis statum ceteris civitatibus, quod in illis singuli fuissent fere, qui suam quisque rem publicam constituissent legibus atque institutis suis, ut Cretum Minos, Lacedaemoniorum Lycurgus [
], nostra autem res publica non unius esset ingenio, sed multorum. [
] Nam neque ullum ingenium tantum extitisse dicebat, ut, quem res nulla fugeret, quisquam aliquando fuisset, neque cuncta ingenia conlata in unum tantum posse uno tempore providere, ut omnia complecterentur sine rerum usu ac vetustate. “

„(2) Dieser Mann pflegte zu sagen, darin liege der Grund des Vorzuges unserer Verfassung vor der der ĂŒbrigen Staaten, dass, wĂ€hrend in diesen immer nur einzelne lebten, die, jeder in seinem Vaterland, die Verfassung des Staates durch ihre Gesetze und Einrichtungen begrĂŒndet hĂ€tten; zum Beispiel bei den Kretern Minos, bei den Spartanern Lykurgos; [
] dagegen in unserem Staat nicht das Talent eines einzelnen, sondern vieler, die Verfassung begrĂŒndete. [
] Denn, sagte er, nie und nirgends gab es wohl einen Mann von so allumfassenden Geist, dem gar nichts entgangen wĂ€re; auch ist es unmöglich, dass ein Verein aller Talente in einem Zeitraum alles so auf die Dauer berechnen könnte, dass er die Erfahrung und die Probe der Zeit zu ersetzen vermöchte.“

– Marcus Tullius Cicero: De re publica II. Buch.[6]

Luis de Molina (1536–1624)

Von Hayek sieht im Gegensatz zu Max Weber die UrsprĂŒnge des Kapitalismus nicht in calvinistischer und protestantischer Ethik, sondern in der spĂ€tscholastischen Schule von Salamanca[7] und zitiert in seiner Nobelpreisrede von 1974 Luis de Molina und Juan de Lugo; Murray Rothbard bezeichnete die Schule von Salamanca als „proto-austrians“.[8] JesĂșs Huerta de Soto sieht in ihren Lehren sowie bei Richard Cantillon und Turgot bereits alle wesentlichen Ideen der Österreichischen Schule vorweggenommen:[9]

Diego de Covarrubias y Leyva (1512–1577) habe bereits in Omnia Opera (1604) eine subjektive Werttheorie entwickelt, nach der der Wert einer Sache nicht von immanenten, objektiv gegebenen Eigenschaften, sondern allein von der ihr subjektiv entgegengebrachten WertschĂ€tzung abhinge. Carl Menger zitiert sein Werk Veterum collatio numismatum in GrundsĂ€tze der Volkswirthschaftslehre (1871).[10] Das VerhĂ€ltnis von Kosten zu Preisen werde bei Luis Saravia de la Calle erörtert; in InstrucciĂłn de mercadores (1544) lehre dieser (im Gegensatz zur spĂ€teren klassischen Nationalökonomie), dass Kosten von Preisen abhingen. Der gerechte Preis werde durch die Marktknappheit bestimmt. Die Idee vom dynamischen Wettbewerb werde bereits bei Luis de Molina und JerĂłnimo Castillo de Bovadillo (PolĂ­tica para corregidores (1585)) behandelt. Über die fĂŒr die spĂ€tere klassische Nationalökonomie so charakteristischen Gleichgewichtspreise schreibe Juan de Lugo (1583–1660) 1643: „pretium iustum matematicum licet soli Deo notum“ (deutsch: „den gerechten mathematischen Preis zu kennen, ist nur Gott erlaubt“). Überlegungen zur ZeitprĂ€ferenz und zur Geldschöpfung durch Banken fĂ€nden sich 1556 bei MartĂ­n de Azpilcueta. 1605 veröffentlicht Juan de Mariana in De monetae mutatione eine Theorie ĂŒber die schĂ€dlichen Folgen der Inflation sowie 1625 den Discurso sobre las enfermedades de la companĂ­a, in dem er staatliche Intervention aufgrund des begrenzten Wissens des Staates fĂŒr schĂ€dlich erklĂ€rt. Intervention stelle eine Verletzung von Naturrechten dar und fĂŒhre langfristig zu Chaos.

Der kreative Unternehmer als SchlĂŒsselfigur des Wirtschaftsprozesses werde bei Richard Cantillon 1730 behandelt, verstreutes Wissen 1759 bei Turgot. Jaime Balmes (1810–1848) beschĂ€ftige sich in seinem Aufsatz Verdadero idea del valor (1844) mit dem klassischen Wertparadoxon und stelle Überlegungen zur Lösung durch Betrachtung des Grenznutzens an.

Erste Generation: Carl Menger (1840–1921)

GrundsÀtze der Volkswirthschaftslehre (1871)

Erste und zweite Generation werden auch als Ă€ltere Österreichische Schule zusammengefasst.[1] Als eigentlicher BegrĂŒnder der Schule gilt Carl Menger mit seinen 1871 erschienenen GrundsĂ€tzen der Volkswirthschaftslehre, die Wilhelm Roscher gewidmet sind. Die GrundsĂ€tze sind die erste Gesamtdarstellung der Ökonomie aus konsequent subjektivistischer Sicht. Menger sah sie vor allem in scharfem Gegensatz zur klassischen Nationalökonomie. Zentrum von Mengers Überlegungen ist der Mensch als kreativ Handelnder und als Protagonist aller wirtschaftlichen und sozialen Prozesse. Ausgehend vom methodologischen Subjektivismus sah Menger als „Endzweck“ allen Wirtschaftens die Befriedigung menschlicher BedĂŒrfnisse. GĂŒter teilte er deshalb in GĂŒter erster Ordnung (oder KonsumgĂŒter) und GĂŒter höherer Ordnung ein. Durch GĂŒter erster Ordnung werden direkt menschliche BedĂŒrfnisse befriedigt; GĂŒter höherer Ordnung bilden Zwischenstationen bei der Produktion GĂŒter erster Ordnung. Der Wert eines Gutes ist seine subjektive WertschĂ€tzung fĂŒr die Befriedigung menschlicher BedĂŒrfnisse, die NĂŒtzlichkeit: „die Tauglichkeit eines Dinges, der Befriedigung menschlicher BedĂŒrfnisse zu dienen.“ Huerta de Soto sieht dies als den wichtigsten Beitrag Mengers in der Volkswirtschaftslehre; Frank H. Knight wertete dies hingegen als „weniger wichtige BeitrĂ€ge“.[11]

Das sogenannte klassische Wertparadoxon wurde von Menger mithilfe der Betrachtung des Grenznutzens gelöst. Diesen Weg hatten fast gleichzeitig mit ihm und jeweils unabhĂ€ngig voneinander, bereits Hermann Heinrich Gossen, LĂ©on Walras (ElĂ©ments d’économie politique pure (1874)) und William Stanley Jevons (Theory of Political Economy (1871)) eingeschlagen; im Gegensatz zu diesen beruht Mengers ErklĂ€rung nicht auf mathematischen Überlegungen, sondern ist lediglich eine Konsequenz der angewandten subjektivistischen Betrachtung.[12]

Untersuchungen ĂŒber die Methode der Socialwissenschaften (1883)

Ein weiterer wichtiger Beitrag Mengers ist seine Theorie der Entwicklung von „Socialerscheinungen“, die er am Beispiel des Geldes bereits in den GrundsĂ€tzen erörterte. In den Untersuchungen ĂŒber die Methode der Socialwissenschaften und der Politischen Oekonomie insbesondere (1883) beschĂ€ftigte ihn spĂ€ter erneut die Frage: „Wieso vermögen dem Gemeinwohl dienende und fĂŒr dessen Entwickelung höchst bedeutsame Institutionen ohne einen auf ihre BegrĂŒndung gerichteten Gemeinwillen zu entstehen?“[13] Friedrich von Savigny, Montesquieu, Hume und Burke hatten die theoretische Tradition einer evolutiven, historischen und spontanen Entwicklung begrĂŒndet; ihnen standen die Vertreter einer rationalistischen Betrachtungsweise (Thibaut, Bentham) gegenĂŒber. Menger bekannte sich in den GrundsĂ€tzen zur historischen Betrachtungsweise. Dies verallgemeinerte er in den Untersuchungen. Alle sozialen Erscheinungen seien „unbeabsichtigte Resultante“[14] und entstĂŒnden spontan und evolutiv.[11]

Unter Berufung auf Aristoteles vertratt Menger die These, dass die Erkenntnis der gesellschaftlichen Wirklichkeit zwei komplementĂ€re, aber epistemologisch grundverschiedene Wissenschaften verlange: Theorie (Î”áŒ¶ÎŽÎżÏ‚ – eidos ‚Form‘) und Geschichte (᜕λη – hylē ‚Stoff‘). Die Theorie sei axiomatisch-deduktiv, wohingegen die Geschichte auf empirischen Daten beruhe. Die historische Schule vermische beides in unzulĂ€ssiger Weise. Die Wirtschaftstheorie könne nie auf empirischen Daten beruhen, sondern sei eine reine Geisteswissenschaft, Ă€hnlich der Mathematik. Die Wirtschaftsgeschichte sei demgegenĂŒber eine eigenstĂ€ndige, aber gleichberechtigte Wissenschaft.[11]

Der Methodenstreit der Nationalökonomie

Widerspruch in der deutschen Wirtschaftswissenschaft gegen Mengers Untersuchungen kam insbesondere von der in Preußen vorherrschenden Historischen Schule um Gustav von Schmoller, die einen relativistischen Ansatz vertrat. Menger hielt dagegen die ökonomischen Gesetze nicht fĂŒr historisch relativ, sondern fĂŒr logisch objektiv erkennbar. Die unterschiedlichen AnsĂ€tze fĂŒhrten zum sogenannten Methodenstreit der Nationalökonomie, in dem Mengers Werk vor allem von Eugen von Böhm-Bawerk und Friedrich von Wieser verteidigt wurde. Der Ausdruck Österreichische Schule (oder auch Wiener Schule) wurde dabei zunĂ€chst von Vertretern der historischen Schule gebraucht und sollte den Kreis um Menger als provinziell abwerten. Die Österreicher nahmen ihn aber bald selbst an und zitierten spĂ€ter gerne polemisch ihre Gegner, die sich selbst zunĂ€chst positiv gemeint als „intellektuelle Leibgarde des Hauses Hohenzollern“ bezeichnet hatten.[15][11]

Im Verlaufe des Methodenstreites formierte sich die Österreichische Schule als neue, international anerkannte Richtung der Volkswirtschaftslehre;[2] 1891 schrieb Eugen von Böhm-Bawerk einen Aufsatz fĂŒr die amerikanische Zeitschrift Annals of the American Academy of Political und Social Science, in dem er ihre grundsĂ€tzlichen Lehren darlegte.[16] Weitere BeitrĂ€ge aus der FrĂŒhphase der Österreichischen Schule kamen von Johann von Komorzynski (Der Wert in der isolirten Wirtschaft (1889)), Robert Zuckerkandl (Zur Theorie des Preises (1889)), Viktor Mataja (Der Unternehmergewinn (1884)), Gustav Groß (Die Lehre vom Unternehmergewinn (1884)), Emil Sax (Grundlegung der theoretischen Staatswirtschaft (1887)) und Robert Meyer (Das Wesen des Einkommens (1887)). Bekanntheit im deutschsprachigen Raum erreichte die Schule durch die positive ErwĂ€hnung im Lehrbuch Grundriß der Politischen Ökonomie (1893) von Eugen von Philippovich.[11]

Zweite Generation: Eugen von Böhm-Bawerk (1851–1914)

Eugen von Böhm-Bawerk (1851–1914)

Die zweite Generation hat ihr PrĂ€gung durch Eugen von Böhm-Bawerk erhalten. Daneben wird auch Friedrich von Wieser (1851–1926) gelegentlich der Österreichischen Schule zugerechnet. Er war nach 1903 der Lehrstuhlnachfolger Mengers und verfasste BeitrĂ€ge zu einer subjektiven Theorie der OpportunitĂ€tskosten. Er verwandte erstmals den Begriff Grenznutzen. Von Mises hielt seine Arbeiten fĂŒr wenig kreativ und ordnete ihn eher der Schule von Lausanne um Walras als der Wiener Schule zu. Von Hayek hielt sein Theorie der Gesellschaftlichen Wirtschaft (1914) eher fĂŒr ein personal achievement als ein Werk der Österreichischen Schule.[17]

Kapital und Kapitalzins (1884–1902)

Von Böhm-Bawerk trug in Kapital und Kapitalzins wesentlich zur Entwicklung einer subjektivistischen Kapital- und Zinstheorie bei. Menschliches Handeln bezeichnet fĂŒr ihn jedes willensgesteuerte Verhalten des Menschen. Die Ziele dieses Handelns werden frei gewĂ€hlt und durch frei gewĂ€hlte Mittel, die subjektiv fĂŒr das Ziel geeignet erscheinen, zu erreichen versucht. Wert und NĂŒtzlichkeit beschreiben dabei die psychische WertschĂ€tzung des Zieles und des Mittels. Ziele und Mittel sind nicht objektiv gegeben, sondern Ergebnis des unternehmerischen Handelns des Menschen. Als Resultat der WillensbetĂ€tigung des Menschen stellt dieser, oft unbewusst, PlĂ€ne auf; ein Plan ist eine geistige Vorschau ĂŒber das stufenweise Erreichen von Zielen in der Zeit. Zeit ist fĂŒr ihn nicht im physikalischen Sinne zu verstehen, sondern eine Kategorie der Wirtschaftswissenschaften fĂŒr das menschliche Handeln.[18] Menschliches Verhalten hat stets ein Ziel. Von diesem Ziel ist der Mensch durch die Zeit getrennt. Den Einsatz von Zeit wertet der Mensch weniger als das zu erreichende Ziel. Er zieht dabei, ceteris paribus, bei zwei BedĂŒrfnissen gleichen Wertes das frĂŒher zu erreichende dem spĂ€ter zu erreichenden vor (Gesetz der GegenwartsprĂ€ferenz).[18]

KapitalgĂŒter sind Zwischenetappen in jedem Handlungs- und Produktionsprozess. Was KapitalgĂŒter sind, hĂ€ngt von der subjektiven Betrachtung ab. KapitalgĂŒter dienen stets einem Ziel, das heißt, sie sind GĂŒter höherer Ordnung (auch "Produktionsmittel"). KapitalgĂŒter können die natĂŒrlichen Ressourcen, Arbeit und Zeit sein, die durch die unternehmerischen FĂ€higkeiten des Menschen genutzt werden.[18] Conditio sine qua non fĂŒr die Erzeugung von KapitalgĂŒtern ist das Sparen, das heißt der Verzicht auf unmittelbaren Konsum. Böhm-Bawerk erlĂ€utert dies am Beispiel Robinson Crusoes: Dieser sammelt zu seiner ErnĂ€hrung jeden Tag Brombeeren. Durch einen Akt kreativer unternehmerischer Wissensschöpfung stellt er fest, dass er durch Zuhilfenahme eines Stockes höhere Äste biegen kann und somit mehr Brombeeren in kĂŒrzerer Zeit ernten kann. Einen geeigneten Stock zu finden und ihn zu bearbeiten, wĂŒrde etwa fĂŒnf Tage dauern. Da er in dieser Zeit keine Brombeeren ernten kann, muss er fĂŒr diese Zeit durch Sparen und zusĂ€tzliche Ernte vorsorgen, was etwa zehn Tage dauern wĂŒrde. Die Akkumulation von KapitalgĂŒtern entstehe somit durch AbwĂ€gung der bestmöglichen Ausnutzung von Gegenwart und Zukunft. Begeht der Kapitalist einen unternehmerischen Fehler, so erweist sich der Konsumverzicht als nutzlos.[18] In modernen Volkswirtschaften habe sich die Aufgabe des Kapitalisten in keiner Weise demgegenĂŒber geĂ€ndert: Wenn die WirtschaftsablĂ€ufe auch komplexer und der Zeithorizont wesentlich lĂ€nger sei, so liege das wesentliche Merkmal des Kapitalisten im Sparen. Der Unterschied zwischen reichen und armen Nationen liege in der Höhe des in der Zeit angesparten Kapitalstockes.[18] Unter Kapital versteht Böhm-Bawerk den Wert der KapitalgĂŒter in Marktpreisen. Da in sozialistischen Wirtschaftsordnungen keine MĂ€rkte und somit auch keine Preise vorhanden seien, sei keine Wirtschaftsrechnung möglich und es existiere folglich auch kein Kapital.[18]

Die WertschĂ€tzung von GĂŒtern ist von Mensch zu Mensch und auch beim selben Menschen in der Zeit unterschiedlich. Folglich komme es durch GĂŒtertausch zu einem Markt. Der Zins erklĂ€re sich aus dem Zusammenspiel von KapitalgĂŒtern und der ZeitprĂ€ferenz: Wenn manche Menschen KapitalgĂŒter in der Gegenwart höher einschĂ€tzen als KapitalgĂŒter in der Zukunft, so komme es auch hier zu einem Markt. Menschen, die KapitalgĂŒter in der Gegenwart niedrig bewerten, verzichten auf diese und geben sie an Menschen, die diese in der Gegenwart hoch einschĂ€tzen. So verzichte der Kapitalist auf einen Teil seines Konsums, um Arbeitern, aber auch EigentĂŒmern der Produktionsmittel Kapital zur VerfĂŒgung zu stellen. Die unternehmerische Bewertung des Werts der ZeitprĂ€ferenz drĂŒcke sich in Marktpreisen aus: dem Zins. Der Zins sei zentral fĂŒr die Produktionsstruktur einer Gesellschaft, wobei der Kreditmarkt nur ein geringer Teil dieses Marktes sei.[18] Die Kapitaltheorie Böhm-Bawerks stellt fĂŒr einige Beobachter den bleibenden Kern der Österreichischen Lehre dar;[19] andere hingegen sehen Inkonsistenzen mit Mengers subjektivistischem Ansatz.[20][21]

Kritik an Marshall, Marx und Clark

Parallel zum Methodenstreit fĂŒhrte Böhm-Bawerk einen Streit mit Alfred Marshall. Dieser sah den Preis als durch die historisch gegebenen Kosten determiniert, also als objektiv gegeben an. Böhm-Bawerk sah hingegen die Kosten als Ergebnis des Preises an (subjektive Kostentheorie).[18]

Die Österreichische Schule begann bereits frĂŒh, sich mit dem Marxismus auseinanderzusetzen; ihre Vertreter lehnen dabei jede Art von Sozialismus und Zentralverwaltungswirtschaft ab. Dies geht vor allem auf Böhm-Bawerk zurĂŒck, der in seinem Werk Kapital und Kapitalzins (1884–1902) Mengers Werk erweiterte und dabei die Arbeitswerttheorie von Karl Marx – die fĂŒr den Marxismus als grundlegend gilt – systematisch zu widerlegen versuchte, wĂ€hrend viele andere Ökonomen sich erst nach der Oktoberrevolution 1918 mit dem Marxismus zu beschĂ€ftigen begannen. Böhm-Bawerk behauptete als erster die Inkonsistenz der Arbeitswerttheorie im ersten und dritten Band von Marx' Das Kapital.[22] Der Streit fand bei von Mises und von Hayek seine FortfĂŒhrung im Streit um die Wirtschaftsrechnung im Sozialismus.[18]

Böhm-Bawerk wandte sich vor allem gegen Marx’ Theorie von der „Ausbeutung“ der Arbeiter. TatsĂ€chlich wĂŒrden die EigentĂŒmer der Produktionsmittel den Arbeitern helfen, da sie diesen den Lohn bereits im Voraus zahlen wĂŒrden. Marx ignoriere den Faktor Zeit und die ZeitprĂ€ferenz. Er ĂŒberschĂ€tze zudem den Faktor Arbeit. Die Arbeitswerttheorie Marx' sei zirkulĂ€r. Der technische Fortschritt ersetze nicht die menschliche Arbeit, er mache sie nur produktiver und sorge somit fĂŒr die Erhöhung des Kapitalstocks und des Wohlstandes. Er wandte sich gegen Marx' Krisentheorie des Kapitalismus: Warum solle der Kapitalist weiterproduzieren trotz sinkender Profitrate?[18]

Auch durch seine Kritik an Marx wurde er bald zum bekanntesten Vertreter der Österreichischen Schule. Von marxistischer Seite betrachtete man diese bald als den Inbegriff bĂŒrgerlicher Marx-Kritik. Nikolai Bucharin versuchte diese Kritik von marxistischer Seite zu widerlegen.[23] Rudolf Hilferding nahm 1906 an einem von Böhm-Bawerks Seminaren teil.[18]

Böhm-Bawerk wandte sich auch gegen die Kapitaltheorie John Bates Clarks und Walras’, die er als „mystisch“ und „statisch“ bezeichnete. Kapital fĂŒhre nicht als solches zu einem Zins („value jelly“). Es mĂŒsse dazu unternehmerisch sinnvoll eingesetzt werden.[18]

Dritte Generation: Ludwig von Mises (1881–1973)

Ludwig von Mises (1881–1973)

Dritte und vierte Generation werden auch als jĂŒngere Österreichische Schule zusammengefasst.[1] Wichtigster Vertreter der dritten Generation war Ludwig von Mises. Weitere Vertreter dieser Entwicklungsphase sind Hans Mayer (der Lehrstuhlnachfolger Wiesers), Richard von Strigl, Ewald Schams, Leo Schonfeld-Illy und Alexander Mahr (Volkswirtschaftslehre (1948)). Von Mises war bis zur LektĂŒre von Mengers GrundsĂ€tzen im Winter 1903 ein AnhĂ€nger der historischen Schule Schmollers und nahm danach bis 1914 an Böhm-Bawerks Privatseminar teil, dem auch Joseph Schumpeter angehörte. Er erweiterte die Lehren Mengers und Böhm-Bawerks um eine Geld- und Kredittheorie, legte die Grundlagen fĂŒr die Österreichische Theorie der Konjunkturzyklen. Er fasste die Lehren der Österreichischen Schule in der bisher systematischsten Form in Human Action zusammen.[24]

Theorie des Geldes und der Umlaufmittel (1912)

Von Mises löste das Problem der zirkulĂ€ren Argumentation bei der Anwendung des Grenznutzens auf die Theorie des Geldes durch sein Regressions-Theorem. Die Kaufkraft des Geldes entsteht durch Angebot und Nachfrage. Bis zu von Mises’ Theorie des Geldes und der Umlaufmittel stellte sich nun das Problem, dass die Nachfrage an Geld gerade durch seine Kaufkraft entsteht. Von Mises löste dies, indem er die Nachfrage an Geld heute auf seine Kaufkraft in der Vergangenheit zurĂŒckfĂŒhrte bis zu dem Tag, an dem zum ersten Mal Geld geprĂ€gt wurde. Dort sei der Wert des Geldes durch seinen Warenwert (beispielsweise den Goldwert) bestimmt worden. Die Theorie steht in Einklang mit Mengers evolutiver Theorie der sozialen Institutionen.[24]

Von Mises’ Theorie des Geldes und der Umlaufmittel wurde bald das Standardwerk in diesem Bereich in ganz Kontinentaleuropa. Im angelsĂ€chsischen Raum wurde das Werk auch nach seiner Übersetzung ins Englische in den 30er Jahren kaum rezipiert. Keynes bedauerte spĂ€ter, nicht vor seinen Arbeiten von Mises’ Geldtheorie gekannt zu haben.[24]

Von Mises’ Konjunkturtheorie entstand durch die Kombination von Böhm-Bawerks Kapitaltheorie und den Arbeiten der Currency School. Verantwortlich fĂŒr Konjunkturzyklen sei die Geldschöpfung durch Banken und die Zentralbank. Durch zyklisches und unkontrolliertes Geldwachstum entstĂŒnden Kredite ex nihilo mit kĂŒnstlich niedrigen Zinsraten. Durch Inflation und Kreditexpansion wĂŒrde das gesamte Preissystem verzerrt, der Preis verliere seine Funktion der Information ĂŒber Knappheit, unproduktive Produktionsweisen wĂŒrden dadurch kĂŒnstlich am Leben gehalten. Krisen und Rezessionen seien das unvermeidbare Resultat, um die dadurch induzierten Fehlinvestitionen an die RealitĂ€t anzugleichen. Die Weltwirtschaftskrise sah von Mises als das Resultat monetĂ€rer Fehlentscheidungen in den 20er Jahren an. Die einzige Lösung seien Banken mit 100%iger Reserve. Von Mises’ ErklĂ€rung stellt die erste mikroökonomische ErklĂ€rung von Konjunkturzyklen dar.[24]

Die Gemeinwirtschaft (1922)

Nach dem Methodenstreit und dem Streit um Böhm-Bawerks Kapitaltheorie stellt der Streit um die Unmöglichkeit des Sozialismus den dritten großen Streit in der Geschichte der Volkswirtschaftstheorie dar, in den die Österreichische Schule verwickelt war. FĂŒr von Mises war die Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im Sozialismus das Zentrum seiner Argumentation. In einer freien Wirtschaft entstehe der Preis aus der Verbindung von subjektiver WertschĂ€tzung (Ordinalzahlen) und freiwilligem Tausch auf dem Markt; die subjektive WertschĂ€tzung drĂŒcke sich dort in Marktpreisen (Kardinalzahlen) aus, die Information ĂŒber die Knappheit eines Gutes gĂ€ben. Sozialismus und Interventionismus basierten fĂŒr von Mises letztlich auf Zwang und verhinderten dadurch freiwilligen Austausch. Die fĂŒr die Wirtschaftsrechnung notwendige Umwandlung von subjektiver WertschĂ€tzung in Kardinalzahlen werde unterbunden. Die zentrale Verwaltungsstelle habe keine ausreichende Information.[24]

Die FehlschlĂŒsse einer sozialistischen Wirtschaftstheorie sah von Mises in der klassischen objektiven Werttheorie begrĂŒndet. In deren Gleichgewichtsmodellen seien alle wesentlichen Informationen objektiv gegeben; das Modell sei statisch. Frank Knight sah 1938 im Sozialismus tatsĂ€chlich kein wirtschaftliches, sondern ein politisches Problem.[24]

Die Gemeinwirtschaft brachte Friedrich von Hayek, bis dahin fabianischer Sozialist, und Wilhelm Röpke zur Auseinandersetzung mit der österreichischen Schule und der Entfernung von sozialistischen Vorstellungen. Oskar Lange, Wlodzimierz Brus und Harold Laski beschĂ€ftigen sich daraufhin mit dem fĂŒr Marx noch unbedeutenden Problem der Wirtschaftsrechnung. Lionel Robbins wurde ebenfalls stark von Die Gemeinwirtschaft beeinflusst; er verfasste The Nature and Significance of Economic Science (1932), das enormen Einfluss auf die Rezeption der Österreichischen Schule im anglo-amerikanischen Raum hatte. Durch seine Vermittlung erlangte von Hayek 1931 eine Stellung an der London School of Economics.[2] Von Mises’ Privatseminar wurde auch von Felix Kaufmann, Alfred Schutz und Eric Voegelin besucht.[24]

Human Action (1949)

Human Action – A Treatise on Economics ist die systematischste und konsequenteste Zusammenfassung der Lehren der Österreichischen Schule, wie sie sich bis zu von Mises entwickelt hatte. In ihm entwickelt von Mises die Theorien Mengers und Böhm-Bawerks von einer Wirtschaftstheorie zu einer umfassenden Theorie des menschlichen Handelns, der Praxeologie weiter. FĂŒr von Mises war sie eine wertfreie Wissenschaft, die fĂŒr jede Handlung die Frage beantwortete: Hat eine Handlung die gewĂŒnschten Konsequenzen? Jedes Handeln hat fĂŒr von Mises einen unternehmerischen Kern, das in der kreativen Schöpfung von Information ĂŒber die Zukunft besteht. Unternehmertum besteht fĂŒr von Mises nicht im Entscheiden nach nutzenmaximierender Berechnung. Den homo oeconomicus hielt er fĂŒr ein untaugliches Modell. Der Gewinn eines Unternehmers entstehe nicht durch die Übernahme mathematischer Risiken, sondern durch die bestmögliche Voraussicht der zukĂŒnftigen BedĂŒrfnisse der Verbraucher, der Suche und Schöpfung von Information. Unternehmerische FĂ€higkeit sei nicht erlernbar, es sei von Grund auf unakademisch und beruhe stattdessen auf immanenten FĂ€higkeiten des Menschen.[24]

Zu den Axiomen von von Mises’ Praxeologie gehören, dass jedes menschliche Handeln ein Ziel hat und zwischen diesen Zielen eine Wahl stattfindet. Wahl sei ein der Erkenntnis der Ă€ußeren Welt vorgeschaltetes Konzept der inneren Welt und eine Kategorie des menschlichen Handelns; empirisch sei es nicht zu ĂŒberprĂŒfen oder zu widerlegen, da Empirie nur Tatsachen der Ă€ußeren Welt erfasse. Auch die gewĂ€hlten Ziele seien den ökonomischen Gesetzen nicht zugĂ€nglich, einzig die Zweckdienlichkeit der eingesetzten Mittel könne ĂŒberprĂŒft werden. Die zur VerfĂŒgung stehenden Mittel werden zunĂ€chst fĂŒr wichtige Ziele genutzt (Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen). Das frĂŒhere Erreichen desselben Ziels ist besser als dessen spĂ€teres Erreichen (Gesetz von der ZeitprĂ€ferenz). Alles menschliche Handeln vollzieht sich in der Zeit. Von einem Zustand zum nĂ€chsten wird der Mensch durch die Befriedigung von BedĂŒrfnissen angetrieben. Die Geschichte sei demgegenĂŒber die Theorie vom Inhalt des menschlichen Handelns in der Vergangenheit.[24]

Vierte Generation: Friedrich August von Hayek (1899–1992)

Zentral fĂŒr die vierte Generation der Österreichischen Schule war Friedrich August von Hayek. Weitere bedeutende Vertreter der vierten Entwicklungsphase sind Gottfried Haberler, Fritz Machlup, Oskar Morgenstern, Paul Rosenstein-Rodan und Ludwig Lachmann.

Preise und Produktion (1931)

Von Hayek baute die Konjunkturtheorie von Mises’ weiter aus. Preise und Produktion ist die AusfĂŒhrung von Gedanken, die von Hayek bereits 1928 in seinem Aufsatz The intertemporal price equilibrium and movements in the value of money veröffentlicht hatte. 1974 erhielt von Hayek fĂŒr Preise und Produktion den Nobelpreis.[25] Seine Analyse basiert dabei grundsĂ€tzlich auf der traditionellen Gleichgewichtstheorie. Einfluss ĂŒbte auch die Theorie Knut Wicksells aus; demnach beruhen Ungleichgewichtsprozesse auf dem Auseinanderklaffen von natĂŒrlicher Zinsrate und dem von den Banken festgelegten Zins. Grundlegend fĂŒr von Hayeks Konjunkturtheorie sind folgende Überlegungen: Durch freiwilliges Sparen verringert sich die Nachfrage nach KonsumgĂŒtern. Der relative Preis der KonsumgĂŒter sinkt. Die Kapitalbildungsquote steigt, wodurch der Geldzins sinkt. Sinken die Kapitalkosten, so wird die Investition in ergiebigere Produktionsmittel lohnender (Ricardo-Effekt)[26]. Solange dies auf freiwilligem Sparen basiert, strebt die Wirtschaft einem Gleichgewicht entgegen.[25]

Sinkt durch Kreditexpansion der Geldzins unter die natĂŒrliche Zinsrate, steigen die Investitionen in Produktionsmittel. Der verringerten KonsumgĂŒterproduktion steht eine gleichbleibende Nachfrage entgegen. Der KonsumgĂŒterverzicht fĂŒhrt zu „erzwungenem Sparen“, das den von den Investoren beanspruchten Ressourcen entspricht. Mit der dadurch verursachten Preissteigerung erreicht das Wirtschaftshoch einen kritischen Punkt: Die KonsumgĂŒterpreise steigen bei nunmehr steigendem Zins. Die einzigen Lösungen waren fĂŒr von Hayek die weitere Kreditexpansion, um die Abnahme der KapitalgĂŒternachfrage zu vermeiden, oder der schmerzhafte, aber dauerhaft unvermeidbare Prozess der Rezession. In der Rezession gleicht sich das intersektorale Ungleichgewicht der tatsĂ€chlichen Nachfragestruktur wieder an (monetĂ€re Überinvestitionstheorie[1]). Im Unterschied zum Monetarismus war fĂŒr von Hayek die Entstehung von Rezessionen durch das Zusammenspiel von monetĂ€ren PhĂ€nomenen und der realen Produktionsstruktur bedingt. Durch die Weltwirtschaftskrise sah von Hayek seine Arbeiten bestĂ€tigt.[25]

Nachdem fast alle Vertreter der Österreichischen Schule (bis auf Hans Mayer) zu Beginn der 1930er Jahre Wien meist aus politischen GrĂŒnden verlassen hatten und in verschiedenen angelsĂ€chsischen LĂ€ndern weiterarbeiteten, erreichten die Schule mit von Hayeks Konjunkturtheorie den Höhepunkt ihres Einflusses auf die Wirtschaftswissenschaft. Die streng historische Auffassung sieht ihre Lehren damit grĂ¶ĂŸtenteils als in die gĂ€ngige Volkswirtschaftslehre integriert an; mit dem Erlöschen Wiens als Zentrum sei auch die Wiener Schule erloschen und zu einer Episode der Wirtschaftsgeschichte geworden.[2] Nachdem die Lehren der Historische Schule kaum noch vertreten wurden, konnten die Vertreter der Österreichischen Schule davon ausgehen, dass sich ihre Lehren letztlich durchgesetzt hĂ€tten.[27]

Streit mit der Schule von Chicago und Keynes

Von Hayek sah in den Arbeiten der Chicagoer Schule um Frank Knight und dessen „mystischer“ Kapitaltheorie die Grundlagen fĂŒr den Keynesianismus.[28] Keynes bezeichnete in der auf das Erscheinen des Buches folgenden Diskussion von Hayeks Theorie als „one of the most frightful muddles I have ever read, with scarcely a sound proposition in it“. Von Hayek warf Keynes vor, seine Theorien basierten auf keiner systematischen Kapitaltheorie, seine makroökonomischen Betrachtungen seien nutzlos. Die Theorie der Unterkonsumption sei ein Mythos.[25] Von Seiten der Chicago School, namentlich von Milton Friedman, wurde Hayeks Konjunkturtheorie abgelehnt, die rigide Ablehnung von Staatsintervention wĂ€hrend Wirtschaftskrisen fĂŒr gefĂ€hrlich und schĂ€dlich gehalten:

“The Hayek-Mises explanation of the business cycle is contradicted by the evidence. It is, I believe, false. ”

„Die Hayek-Mises-Konjunkturtheorie ist durch Tatsachen widerlegt. Sie ist, wie ich glaube, falsch.“

– Milton Friedman : The ‚Plucking Model‘ of Business Fluctuations Revisited, 1993[29]

The Counter-Revolution of Science (1955)

Nach von Hayeks Übersiedlung nach Chicago 1949 beschĂ€ftigte er sich weniger mit rein ökonomischen Themen. Seine Arbeiten konzentrierten sich nun auf sozialphilosophische Überlegungen um den Sozialismus, „StĂŒckwerk-Technologie“ und „Sozialingenieure“.[25] In WeiterfĂŒhrung der Gedanken Mengers vertritt von Hayek, dass eine Gesellschaft nicht rational organisierbar ist, da Wissen in Gesellschaften nur verstreut vorhanden ist. Stattdessen entwickele sich eine „spontane Ordnung“, in der Menschen ihre frei gewĂ€hlten Ziele mit frei gewĂ€hlten Mitteln verfolgen können. Das Wesen des Staates sei aber Zwang und Gewalt. Durch die gewaltsame Störung dieser spontanen Ordnung werde der Anreiz zur Wissensschaffung verringert.[25] Alle sozialen Institutionen, wie Sprache, Recht, Moral, seien nicht zentral steuerbar, sondern ein verstreut stattfindender, evolutiver Prozess, in dem die Erfahrungen und WĂŒnsche von Millionen einzelner Menschen relevant seien.[25]

Sozialistische Vorstellungen basierten auf der Übertragung atavistischer Vorstellungen, die fĂŒr Kleingruppen und StĂ€mme aus der FrĂŒhzeit der Menschheit geeignet waren. Die fĂŒr den Sozialismus typische Beibehaltung dieser Vorstellungen fĂŒhre auf Dauer zu primitiver Subsistenzwirtschaft in StĂ€mmen. FĂŒr die Erhöhung des Lebensstandards in einer modernen arbeitsteiligen Gesellschaft, die durch friedlichen und freiwilligen GĂŒteraustausch charakterisiert sei, taugten sie nicht.[25] Von Hayek verallgemeinerte so die Theorie von Mises’ fĂŒr jede kartesisch-rationalistisch konstruierte Gesellschaft. In The Counter-Revolution of Science (deutsch: Missbrauch und Verfall der Vernunft) nennt er diese auf Comte, Saint-Simon und Bentham zurĂŒckgehenden Ideen „Szientismus“: Die Methoden der Naturwissenschaften (insbesondere der Physik) seien nicht auf die Sozialwissenschaften ĂŒbertragbar.[25] Damit richtete er sich auch gegen Milton Friedmans Positivismus. Obwohl er Friedman und viele seiner Ideen bewunderte, hielt er dessen in den Essays in Positive Economics (1953) dargelegte Methodik fĂŒr gefĂ€hrlich. Der Monetarismus und der Keynesianismus seien sich letztlich sehr Ă€hnlich.[25]

Recht, Gesetz und Freiheit (1973–1979)

Charakteristisch fĂŒr den Sozialismus war fĂŒr von Hayek institutionalisierter und systematischer Zwang. In Sozialismus wandle sich das abstrakte und allgemein geltende Gesetz zu bĂŒrokratischen Anweisungen fĂŒr das individuelle Verhalten. Frei gewĂ€hlte Verhaltensnormen wĂŒrden durch staatliche Anweisungen ersetzt.[25] Auch die Gerechtigkeit werde im Sozialismus grundlegend anders definiert. WĂ€hrend iustitia traditionell blind und ohne RĂŒcksicht auf Reichtum und Armut nach abstrakten Normen entscheide, sei soziale Gerechtigkeit das Ergebnis der willkĂŒrlichen Entscheidung eines Zentralorgans im Hinblick auf Ergebnisgleichheit. Dies widerspreche jedoch grundlegend dem Gedanken der Gleichheit vor dem Gesetz; Rechtssicherheit werde nicht mehr beachtet. Der freiwillige Vertrag durch die Hegemonie der Mehrheit ersetzt.[25]

Austrian Economics und Neo-Austrians in den USA

Die frĂŒhe Rezeption der Österreichischen Schule in den USA geht zunĂ€chst auf Benjamin Anderson (The Value of Money (1917)), Philip Wicksteed und Frank Fetter, ab Mises Emigration in die Vereinigten Staaten auf Henry Hazlitt, William Harold Hutt, Kurt RichebĂ€cher, Frederick Nymeyer und Hans Sennholz zurĂŒck. Zu der beeinflussten politischen Prominenz gehört der US-Kongress-Abgeordnete Ron Paul, der selbst ĂŒber die Lehren publiziert [30][31] und der tschechische PrĂ€sident Vaclav Klaus[32] [33] [34] [35].

Murray Rothbard (1926–1995)

Murray Rothbard (1926–1995)
America’s Great Depression (1963)

Murray Rothbard kam in den 1950er Jahren in Kontakt zu Ludwig von Mises; dessen Werk Human Action ĂŒbte großen Einfluss auf ihn aus. In America’s Great Depression wandte er von Mises’ Konjunkturtheorie auf die Weltwirtschaftskrise von 1929 an. Er kam zu dem Ergebnis, dass diese durch vorherige inflationĂ€re Geldpolitik in den 1920er Jahren verursacht und durch die sich anschließende interventionistische Wirtschaftspolitik Herbert C. Hoovers unnötig verlĂ€ngert worden sei. Dies steht in diametralem Gegensatz zu Milton Friedmans zeitgleich erscheinender Analyse in A Monetary History of the United States (1857–1960). Diese Unterschiede erklĂ€ren sich freilich darin, dass Friedman der herkömmlichen Definition von Inflation folgte, wonach diese im Anstieg des Preisniveaus zu sehen ist. Rothbard dagegen folgte von Mises’ Verwendung des Begriffs, wonach Inflation bereits bei Geldmengenwachstum vorliegt. Ebenso bezog er in die Geldmenge auch alle zum Nennwert einlösbaren Geldersatzmittel ein, unter anderem RĂŒckkaufsrechte an Lebensversicherungen.[36]

Man, Economy and the State (1962)

Rothbards ökonomische Methode sieht ihre Grundlage in von Mises’ Praxeologie: Auch fĂŒr Rothbard ist die Wirtschaftswissenschaft nur Teil einer Theorie des menschlichen Handelns, die deduktiv aus praxeologischen Axiomen zu entwickeln ist. Er prĂ€zisierte und systematisierte Mises’ Werk, brachte aber in ökonomischer Hinsicht kaum Neuerungen gegenĂŒber von Mises.[37] Er ergĂ€nzte die Grundlagen der Praxeologie jedoch um zwei subsidiĂ€re Annahmen:

“The present work deduces the entire corpus of economics from a few simple and apodictically true axioms: the Fundamental Axiom of action—that men employ means to achieve ends, and two subsidiary postulates: that there is a variety of human and natural resources, and that leisure is a consumer’s good. ”

„Das vorliegende Werk leitet das gesamte TheoriegebĂ€ude der Wirtschaftswissenschaft von wenigen einfachen und apodiktisch wahren Axiomen ab: Das Grundaxiom des Handelns – dass Menschen Mittel verwenden um Ziele zu erreichen – und zwei subsidiĂ€ren Voraussetzungen: Dass es eine Vielzahl menschlicher und natĂŒrlicher Ressourcen gibt und dass Freizeit ein Konsumgut ist.“

– Murray Rothbard: Man, Economy and the State (1962), S. xi

Von Mises lehnte jegliche naturrechtliche Argumentationen noch strikt ab und war Verfechter einer utilitaristischen Methode. Rothbard dagegen versuchte, von Mises’ aprioristische Methode mit dem naturrechlichen Nichtaggressionsprinzip zu verbinden: Ethik und Naturrecht seien objektiv erkennbar. Ferner ersetzte er den Grundsatz der KonsumentensouverĂ€nitĂ€t durch individuelle SouverĂ€nitĂ€t. In diesen weiteren weltanschaulichen, ethischen und politischen Kontext eingebettet kam Rothbard zu weitaus radikaleren und politischeren Folgerungen als von Mises: der Forderung nach einem radikalen kapitalistischen Libertarismus, dem Anarchokapitalismus.[37] Rothbard wandte sich ab Ende der 1960er Jahre weniger ökonomischen Fragen zu als seiner politischen Ideologie, als deren umfassendste Darstellung Power and Market (1970) gelten kann.[36] Rothbard steht mit seiner naturrechtlichen Argumentation auch in Kontrast zu Friedrich von Hayek. FĂŒr von Hayek war die Deduktion aus naturrechtlichen PrĂ€missen methodisch einem gefĂ€hrlichen konstruktivistischen Rationalismus zuzuordnen. Rothbard dagegen hielt jede andere Methode als seine naturrechliche fĂŒr irrational: Der Mensch sei kraft seiner Vernunft in der Lage das Naturrecht zu erkennen. Dies zu verkennen sei Ablehnung der Vernunft. Von Hayeks The Constitution of Liberty kritisierte er heftig: „[It is] surprisingly and distressingly, an extremely bad, and I would even say evil, book.“[38]

Ludwig von Mises Institute

1982 grĂŒndete Lew Rockwell das libertĂ€r-akademische[39] Ludwig von Mises Institute in Auburn (Alabama). Auf dessen Einfluss zurĂŒckgehend bezeichnet Austrian economics in den USA meist einen naturrechtlichen, konservativen Anarchokapitalismus. Diese Entwicklung in den USA findet ihren Ursprung in der Interpretation des Werks Ludwig von Mises’ durch Murray Rothbard. Dem Institut gehören unter anderem Hans-Hermann Hoppe (University of Nevada, Las Vegas), Jörg Guido HĂŒlsmann (UniversitĂ€t Angers), Pascal Salin (Emeritus der UniversitĂ€t Paris-Dauphine) und JesĂșs Huerta de Soto (UniversitĂ€t Rey Juan Carlos) an.

Diese Interpretation unterscheidet sich zum Teil erheblich von den Ansichten Mengers bis von Hayeks: Böhm-Bawerk, von Mises und von Hayek lehnten Anarchie und naturrechtliche BegrĂŒndungen strikt ab. Markt konnte fĂŒr sie nur innerhalb einer staatlichen Ordnung existieren. Trotz ihrer anti-marxistischen Haltung verblieb die Österreichische Schule von Menger bis von Hayek eher apolitisch. Wieser schloss staatliche Intervention nicht aus. Von Hayek und von Mises legten großen Wert auf die Wertfreiheit ihrer ökonomischen Methode. Rothbard und das in seiner Tradition stehende Ludwig von Mises Institute befĂŒrworten dagegen einen naturrechtlich legitimierten Anarchokapitalismus. In kultureller und ethischer Hinsicht ordnen sich seine Mitglieder als konservativ ein. Beobachter zweifeln deshalb deren Identifikation mit der Tradition der Österreichischen Schule an.[2] The Review of Austrian Economics (ISSN 0889-3047) bzw. das Quarterly Journal of Austrian Economics (ISSN 1098-3708) gelten als die wichtigsten wissenschaftlichen Zeitschriften ĂŒber Austrian economics.

Israel Kirzner (* 1930): Competition and Entrepreneurship (1973)

Israel Kirzner (* 1930)

Ein weiterer US-amerikanischer Von-Mises-SchĂŒler ist Israel Kirzner (New York University). Im Gegensatz zu Rothbard bemĂŒhte sich Kirzner um den Dialog mit der mainstream-Wirtschaftswissenschaft und betonte Gemeinsamkeiten. So stellt Market Theory and the Price System (1963) einen Versuch dar, die von Mises’sche Preistheorie in die konventionelle Preistheorie zu integrieren. An Essay on Capital (1966) war eine moderne Fassung der österreichischen Kapitaltheorie.[40]

Kirzners Competition and Entrepreneurship gilt als der erste wichtige amerikanische Beitrag zur konventionellen Wirtschaftswissenschaft mit spezifisch österreichischem Einschlag. Statt, wie Rothbard, in fundamentaler Opposition gegen das neoklassische Modell zu argumentieren, sieht der Beitrag sich zur ErgĂ€nzung einer weithin anerkannten LĂŒcke des neoklassischen mikroökonomischen Modells: Gleichgewichtsmodelle waren dort zwar unumstritten anerkannt, doch herrschte keine Einigkeit, wie Gleichgewichtspreise tatsĂ€chlich entstanden. Kirzner schlug vor, diese LĂŒcke mit dem österreichischen Modell von MĂ€rkten als unternehmerischen Entdeckungsprozessen zu fĂŒllen.[40]

Die Aufgabe des Unternehmers (entrepreneur) besteht fĂŒr Kirzner darin, jederzeit fĂŒr die Anpassung der Preise an das Marktgleichgewicht zu sorgen. Zu jeder Zeit und an jedem Ort bestehen unzĂ€hlige ungenutzte Gelegenheiten, aus denen sich Gewinn machen ließe. Im neoklassischen Modell vollstĂ€ndiger Information mĂŒssten dagegen bereits alle Gewinnmöglichkeiten entdeckt sein. TatsĂ€chlich ist fĂŒr Kirzner gerade unvollstĂ€ndige Information die Ursache fĂŒr Gewinn. Der Unternehmer unterscheidet sich von anderen dadurch, dass er durch seine „Findigkeit“ (engl. „alertness“) solche Gelegenheiten aufspĂŒrt und daraus seinen Gewinn schöpft. Unternehmer kann danach grundsĂ€tzlich jeder sein. Wettbewerb besteht fĂŒr ihn nur solange, wie Unternehmer miteinander durch Produktinnovationen und Preissenkungen konkurrieren und konkurrieren dĂŒrfen.

“For me the changes the entrepreneur initiates are always toward the hypothetical state of equilibrium; they are changes brought about in response to existing patterns of mistaken decisions, a pattern characterised by missed opportunities. The entrepreneur, in my view, brings into mutual adjustment those discordnat elements which resulted from prior market ignorance. ”

„FĂŒr mich sind die durch den Unternehmer eingeleiteten VerĂ€nderungen immer auf den hypothetischen Gleichgewichtszustand ausgerichtet; es sind VerĂ€nderungen, die als Reaktion auf die vorhandenen Fehlentscheidungen, die durch verpaßte Gelegenheiten gekennzeichnet sind, hervorgebracht werden. In meiner Betrachtungsweise bringt der Unternehmer nicht-ĂŒbereinstimmende Elemente, die aus frĂŒherer Marktunwissenheit entstanden waren, zu gegenseitier Anpassung.“

– Israel Kirzner: Competition and Entrepreneurship[41]

Letztlich stellt Kirzner Werk eine Verschmelzung des von Mises’schen Unternehmerbegriffs, bereichert um das Konzept der Findigkeit (alertness), mit von Hayeks Wissenstheorie dar. Das herkömmliche neoklassische Modell betont nach seiner Ansicht den Gleichgewichtspreis in unbotmĂ€ĂŸiger Weise, da er tatsĂ€chlich nur ein Übergangsstadium sei. Die evolutiven Übergangsprozesse zu studieren sei ein nicht minder wichtiger Teil der Wirtschaftswissenschaft.[40]

Folglich sieht Kirzner auch Monopole im herkömmlichen Sinne als lediglich kurzzeitige Folge von Produktinnovationen und unternehmerischem Geschicks: Bietet ein Unternehmer als einziger ein bestimmtes Produkt an, so ist dies solange unproblematisch als fĂŒr andere die Möglichkeit besteht ebenfalls ihr innovatives Produkt auf dem Markt anzubieten. Echte, schĂ€dliche Monopole sind fĂŒr ihn nur solche, die durch staatliches Privileg entstehen und durch rechtliche Schranken fĂŒr Mitbewerber verursacht sind.[40]

Kirzner verschuf sich mit dem Werk beachtliches Gehör innerhalb der mainstream-Wirtschaftswissenschaft und sorgte so auch fĂŒr eine breitere Rezeption der Österreichischen Schule insgesamt, jenseits der Fundamentalopposition Rothbards. Er veranlasste neben von Hayeks Nobelpreis das sogenannte austrian revival in den USA.[40]

Literatur

PrimÀrliteratur

Erste Generation
Zweite Generation
Dritte Generation
Vierte Generation
  • Friedrich von Hayek: Prices and Production. Routledge & Kegan, London 1931.
  • Friedrich von Hayek: The Road to Serfdom. Routledge, London 1944, ISBN 978-0226320557.
  • Friedrich von Hayek: The Counter-Revolution of Science – Studies in the Abuse of Reason. Collier-Macmillan Limited, London 1955 (online).
  • Friedrich von Hayek: Recht, Gesetz und Freiheit – Eine Neufassung der liberalen GrundsĂ€tze der Gerechtigkeit und der politischen Ökonomie. 3 BĂ€nde, 1973/1976/1979 (Originaltitel: Law, Legislation and Liberty—A New Statement of the Liberal Principles of Justice and Political Economy), ISBN 978-3-16-147878-9.
Neo-Austrians
Rezeption
  • Nikolai Bucharin: Die politische Ökonomie des Rentners. Die Wert- und Profittheorie der österreichischen Schule. Verlag fĂŒr Literatur und Politik, Wien/Berlin 1926.
  • Frank H. Knight: Professor Mises and the Theory of Capital. In: Economica. Vol. 8, Nr. 32, November 1941, S. 409–427.
  • Robert Nozick: On Austrian Methodology. In: Synthese – An International Journal for Epistemology, Methodology and Philosophy of Science. Vol. 36, 977, S. 353–392.

SekundÀrliteratur

  • Karsten von Blumenthal: Die Steuertheorien der Austrian Economics: Von Menger zu Mises. Metropolis-Verlag, Marbug 2007, ISBN 978-3-89518-618-9 (Zugl. Dissertation UniversitĂ€t Hamburg, 2007).
  • Peter Boettke (Hg.): The Elgar companion to Austrian Economics.. Edward Elgar Publishing, Cheltenham 1998, ISBN 9781858987767.
  • Malte Michael Faber: Introduction to Modern Austrian Capital Theory. Springer, Berlin 1979.
  • Sandye Gloria-Palermo: The Evolution of Austrian Economics: From Menger to Lachmann. Routledge, London/New York 1999, ISBN 978-0415195003.
  • Wolfgang Grassl und Barry Smith (Hrsg.): Austrian Economics. Historical and Philosophical Background. New York University Press, New York 1986, ISBN 978-0814730072.
  • Friedrich von Hayek: Economic Thought VI: The Austrian School. In: David L. Sills (Hrsg.): International Encyclopedia of the Social Sciences. Vol. 4, The Macmillan Company & The Free Press, New York 1968, S. 458–462.
  • Friedrich A. v. Hayek Institut (Hrsg.): Von Menger bis Mises. Friedrich A. v. Hayek Institut, Wien 2000, ISBN 3-933180-58-9.
  • Friedrich A. v. Hayek Institut (Hrsg.): Von Hayek bis White. Friedrich A. v. Hayek Institut, Wien 2000, ISBN 3-933180-59-7.
  • John Richard Hicks und Wilhelm Weber (Hrsg.): Carl Menger and the Austrian School of Economics. Oxford University Press, Oxford 1973, ISBN 978-0198281818.
  • Randall G. Holcombe (Hrsg.): 15 Great Austrian Economists. Ludwig von Mises Institute, Auburn (Alabama) 1999, ISBN 978-0945466048.
  • JesĂșs Huerta de Soto: Die österreichische Schule – Markt und KreativitĂ€t. Friedrich A. v. Hayek Institut, Wien 2007 (Originaltitel: La Escuela AustrĂ­aca – Mercado y Creatividad, ĂŒbersetzt von Ingolf GĂŒnter Krumm), ISBN 978-3-902466-03-7.
  • Israel Kirzner: Austrian Economics. In: Steven N. Durlauf und Lawrence E. Blume (Hrsg.): The New Palgrave – Dictionary of Economics. 2. Auflage. Vol. 1, Palgrave Macmillan, New York 2008, S. 313–320.
  • Norbert Leser: Die Wiener Schule der Nationalökonomie. Boehlau Verlag, Wien 1986, ISBN 978-3205063537.
  • Fritz Machlup: Austrian Economics. In: D. Greenwald (Hrsg.): Encyclopedia of Economics. MacGraw-hill, New York 1982.
  • Reinhard Neck (Hrsg.): Die Österreichische Schule der Nationalökonomie. Band 4 von Schriftenreihe der Karl Popper Foundation Series, Karl Popper Foundation, Verlag Peter Lang, 2008, ISBN 3631546688
  • Mario J. Rizzo: Austrian economics: recent work. In: Steven N. Durlauf und Lawrence E. Blume (Hrsg.): The New Palgrave Dictionary of Economics. Online Edition.. Palgrave Macmillan, 2009, doi:10.1057/9780230226203.1915.
  • Eugen-Maria Schulak und Herbert Unterköfler: Die Wiener Schule der Nationalökonomie - Eine Geschichte ihrer Ideen, Vertreter und Institutionen. Bibliothek der Provinz, Weitra 2009, ISBN 978-3902416179.
  • Mark Skousen: Vienna & Chicago, friends or foes?: a tale of two schools of free-market economics. Capital Press, Washington 2005, ISBN 978-0895260291 (Eine Abhandlung ĂŒber das zwiespĂ€ltige VerhĂ€ltnis zur Chicago School).
  • Karen Iversen Vaughn: Austrian Economics in America: The Migration of a Tradition. Cambridge Univ Press, 1998, ISBN 978-0521637657.

Weblinks

 Commons: Austrian School â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c d Österreichische Grenznutzenschule. In: Gabler Wirtschaftslexikon. 16. Auflage. K–R.
  2. ↑ a b c d e Israel Kirzner: Austrian Economics. In: Steven N. Durlauf und Lawrence E. Blume (Hrsg.): The New Palgrave - Dictionary of Economics. 2. Auflage. Vol. 1, Palgrave Macmillan, New York 2008, S. 313–320.
  3. ↑ a b Fritz Machlup: Austrian Economics. In: D. Greenwald (Hrsg.): Encyclopedia of Economics. MacGraw-hill, New York 1982.
  4. ↑ JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387753, S. 14–16.
  5. ↑ JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 200, ISBN 8477387753, S. 14–16.
  6. ↑ Deutsche Übersetzung nach Georg Heinrich Moser: Ciceros Werke. Metzler, Stuttgart 1828 (online).
  7. ↑ Friedrich Hayek: Recht, Gesetz und Freiheit. Band II.
  8. ↑ Murray Rothbard: Economic Thought Before Adam Smith.
  9. ↑ JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 200, ISBN 8477387753, S. 51–64.
  10. ↑ Carl Menger: GrundsĂ€tze der Volkswirtschaftslehre. Wilhelm BraumĂŒller, Wien 1871, ISBN 978-3-86550-523-1, S. 257 (online).
  11. ↑ a b c d e JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387753, S. 51–70.
  12. ↑ William JaffĂ©: Menger, Jevons and Walras de-homogenized. In: Economic Inquiry. 14, S. 511–524.
  13. ↑ Carl Menger: Untersuchungen ĂŒber die Methode der Socialwissenschaften. 1883, S. 163.
  14. ↑ Carl Menger: Untersuchungen ĂŒber die Methode der Socialwissenschaften. 1883, S. 182.
  15. ↑ Die Formulierung stammt aus einer von Emil du Bois-Reymond am 3. August 1870 in der Aula der Friedrich-Wilhelm-UniversitĂ€t zu Berlin gehaltenen Rede Über den deutschen Krieg. Estelle Du Bois-Reymond (Hrsg.): Reden von Emil Du Bois-Reymond. Band I, Leipzig 1912, S. 393–420.
  16. ↑ Eugen von Böhm-Bawerk: The Austrian economists. In: Annals of the American Academy of Political und Social Science. Vol. 1, 1891 (online).
  17. ↑ Friedrich von Hayek: Economic Thought VI: The Austrian School. In: David L. Sills (Hrsg.): International Encyclopedia of the Social Sciences. Vol. 4, The Macmillan Company & The Free Press, New York 1968, S. 458–462.
  18. ↑ a b c d e f g h i j k l JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387753, S. 75–97.
  19. ↑ Malte Michael Faber: Introduction to Modern Austrian Capital Theory. Springer, Berlin 1979.
  20. ↑ Joseph Schumpeter: History of Economic Analysis. Oxford University Press, New York 1954, S. 847.
  21. ↑ Lachmann: Austrian economics in the present crisis of economic thought. In: Capital, Expectations, and the Market Process. Sheed, Andrews & McMeel, Kansas 1977.
  22. ↑ Eugen von Böhm-Bawerk: Zum Abschluss des Marxschen Systems. In: Horst Meixner und Manfred Turban (Hrsg.): Etappen BĂŒrgerlicher Marx-Kritik. Band 1, Andreas Achenbach, Gießen, S. 65 (online).
  23. ↑ Nikolai Bucharin: Die politische Ökonomie des Rentners. Die Wert- und Profittheorie der österreichischen Schule. Verlag fĂŒr Literatur und Politik, Wien/Berlin 1926.
  24. ↑ a b c d e f g h i JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387753, S. 101–118.
  25. ↑ a b c d e f g h i j k l JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387753, S. 119–139.
  26. ↑ „[
] daß ein Steigen der Löhne die Kapitalisten ermuntern wird, Arbeit durch Maschinen zu ersetzen“ (F. A. von Hayek: Der Ricardo-Effekt. In: F. A. von Hayek: Individualismus und wirtschaftliche Ordnung. Eugen Rentsch Verlag Erlenbach-ZĂŒrich 1952. S. 281 (1942))
  27. ↑ Von Mises schrieb 1933: „Innerhalb der modernen subjektivistischen Nationalökonomie unterscheiden wir mehrere Richtungen. Wir sprechen gewöhnlich von der österreichischen, von der Lausanner und von der angloamerikanischen Schule. DarĂŒber, daß es sich hier nur um eine andere Darstellungsweise desselben Grundgedankens handelt und daß die drei Typen mehr durch ihre Terminologie und durch Eigenheiten der Darstellung als durch den Inhalt ihrer Lehre geschieden sind, hat die Arbeit von MORGENSTERN 1), die Ihnen vorliegt, das Notwendigste gesagt.“ (Ludwig von Mises: Grundprobleme der Nationalökonomie. Gustav Fischer, Jena 1933, S. 199 (online).)
  28. ↑ JesĂșs Huerta de Soto: La Escuela AustrĂ­aca. Editorial Sintesis, Madrid 2000, ISBN 8477387753, S. 119–139.. Siehe auch Avi Jonathan Cohen: The Hayek/Knight Capital Controversy: The Irrelevance of Roundaboutness, or Purging Processes in Time?. In: History of Political Economy. Vol. 35, Nr. 3, 2003, ISSN 0018-2702, S. 469–490.
  29. ↑ Milton Friedman: The ‚Plucking Model‘ of Business Fluctuations Revisited. In: Economic Inquiry. April 1993, S. 171–177. besprochen in Mark Skousen: Vienna & Chicago, friends or foes?: a tale of two schools of free-market economics. Capital Press/Regnery Pub, 2005, ISBN 9780895260291.
  30. ↑ The Economics of a Free Society - Ron Paul - Mises Institute
  31. ↑ Ron Paul: The Revolution: A Manifesto. Grand Central Publishing 2008, ISBN 978-0-446-53751-3
  32. ↑ Siehe im Vorwort zu Václav Klaus. Renaissance: the rebirth of liberty in the heart of Europe. Cato Institute, 1997, S. xii.
  33. ↑ Paul Dragoș Aligică, Anthony John Evans. The neoliberal revolution in eastern Europe: economic ideas in the transition from communism. Edward Elgar Publishing, 2009. S. 147.
  34. ↑ Seán Hanley. The new right in the new Europe: Czech transformation and right-wing politics, 1989-2006. Band 35 von BASEES/Routledge series on Russian and East European studies. Routledge, 2008. S. 58.
  35. ↑ Mark Skousen. Vienna & Chicago, friends or foes?: a tale of two schools of free-market economics. Capital Press/Regnery Pub., 2005. S. 50.
  36. ↑ a b Karen Iversen Vaughn: Austrian Economics in America: The Migration of a Tradition. Cambridge Univ Press, Cambridge 1998, ISBN 978-0521637657, S. 93–100.
  37. ↑ a b Sandye Gloria-Palermo: The Evolution of Austrian Economics: From Menger to Lachmann. Routledge, London/New York 1999, ISBN 978-0415195003, 7. The limits of Austrian praxeology. Rothbard’s line of thought, S. 97–103.
  38. ↑ David Gordon: The Essential Rothbard. Ludwig von Mises Institute, Auburn (Alabama) 2007, ISBN 978-1933550107, S. 68–69.. Zu Rothbard Hayek-Kritik vergleiche auch Murray N. Rothbard: The Ethics of Liberty. Humanities Press, Atlantic Highlands, N.J. 1981, Kapitel 28.
  39. ↑ Jacob H. Huebert. Libertarianism Today. ABC-CLIO, 2010. S. 18.
  40. ↑ a b c d e Karen Iversen Vaughn: Austrian Economics in America: The Migration of a Tradition. Cambridge Univ Press, Cambridge 1998, ISBN 978-0521637657, S. 101–103.
  41. ↑ Israel Kirzner: Competition and Entrepreneurship. University of Chicago Press, Chicago 1973, ISBN 978-0226437767, S. 73.. Deutsche Übersetzung: Israel Kirzner: Wettbewerb und Unternehmertum. Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 1978 (ĂŒbersetzt von Erich Hoppmann), ISBN 978-3163408517, S. 59.
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