Biotop

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Biotop
Feuchtwiese in Nordwestdeutschland mit Wiesenschaumkraut und Sumpfdotterblume (Calthion)

Der oder das Biotop (gr. ő≤√≠őŅŌā b√≠os ‚ÄěLeben‚Äú und ŌĄŌĆŌÄőŅŌā t√≥pos ‚ÄěOrt‚Äú) ist ein bestimmter Lebensraum einer in diesem Gebiet vorkommenden Lebensgemeinschaft (Bioz√∂nose). Biotope sind die kleinsten Einheiten der Biosph√§re. Im Bereich des Naturschutz und der Landschaftspflege werden Biotope aus pragmatischen Gesichtspunkten zu Biotoptypen zugeordnet.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsbestimmung

Der Begriff Biotop ist wertfrei. Als Biotope bezeichnet man sowohl nat√ľrlich entstandene Landschaftsbestandteile wie B√§che, Bergwald, Nadelwald, Mischwald etc. als auch ‚Äď entgegen dem umgangssprachlichen Gebrauch ‚Äď vom Menschen erschaffene Landschaftsbestandteile wie ‚ÄěBetonw√ľsten‚Äú (beispielsweise Stadtlandschaften). Weitere g√§ngige Beispiele von Biotopen sind etwa Flussauen, W√ľsten, Wattlandschaften oder Streuobstwiesen. Die Definition eines Biotops setzt streng genommen den Bezug auf eine Art von Pflanzen, Pilzen und Tieren oder eine Gemeinschaft von solchen (eine Bioz√∂nose) voraus. Viele Biotopbezeichnungen und -abgrenzungen orientieren sich allerdings in der Praxis nicht an den oft verborgenen oder mobilen bewohnenden Organismen, sondern eher an den leichter fassbaren abiotischen Bedingungen (wie Stadtlandschaft, K√ľste, W√ľste, Watt, Fluss usw.). Ein Biotop ist in den Biowissenschaften ein Lebensraum von Organismen, ein "Biotop an sich" ist sinnlos, ein "unbelebtes Biotop" ist keines. Dieser Zusammenhang kann bei der weithin verwendeten Einteilung von "Biotoptypen" allerdings verloren gehen.

Halbtrockenrasen (Mesobromion erecti) auf Muschelkalkhang in der Rhön, mit Gewöhnlicher Kuhschelle

Ein Biotop kann sowohl Raum verschiedener Habitate (faunistische oder floristische ‚ÄěWohnr√§ume‚Äú) als auch selbst Bestandteil eines oder mehrerer Habitate sein. Es kann sowohl die vorhandene Bioz√∂nose (Lebensgemeinschaft) pr√§gen als auch von ihr gepr√§gt werden, weshalb man immer von einer Wechselwirkung zwischen Leben und Lebensraum ausgehen darf.

Biotope k√∂nnen als Kleinform bestimmten Biomen bzw. √Ėkozonen (√∂kologischen Gro√üregionen) zugerechnet werden. Abgrenzung und Anzahl der Biome sind Ansichtssache, verbreitet (z.B. bei Begon et al.[1]) ist die Unterscheidung von acht terrestrischen Biomen (Arktische Tundra, N√∂rdlicher Nadelwald, Wald der gem√§√üigten Zonen, Tropischer Regenwald, Regengr√ľne W√§lder, Steppen, Tropische Savannen, Mediterrane Vegetation, W√ľste, Gebirge).

Durch die Auspr√§gung der Bioz√∂nose k√∂nnen abiotische und menschliche (hemerobe) Einfl√ľsse eines Ortes erfasst werden. Dennoch sind auch (vermeintlich) unbelebte Orte, wie W√ľsten oder nackte Felsen Biotope, die aber durch einen Satz von abiotischen Merkmalen unterschieden werden k√∂nnen. Diese Definition geht davon aus, dass jeder Ort der Erde besiedelbar (und auch tats√§chlich besiedelt) ist, ‚ÄěOrt des Lebens‚Äú ist. Unter welchen Umst√§nden sich welche Bioz√∂nose etablieren kann, ist Gegenstand von Diskussionen in der √Ėkologie und im Naturschutz. Man hat aber auf der Erde √ľberall, wo danach gesucht worden ist, Leben gefunden (zumindest Mikroorganismen), einschlie√ülich Gesteinsspalten in mehreren Hundert Meter Tiefe.

Umgangssprachlich wird der Begriff seit der Naturschutzdebatte der 1970er Jahre auch wertend f√ľr einen, meist neu geschaffenen, kleinen Landschaftsbereich verwendet, der bedrohten Tier- oder Pflanzenarten (meist Amphibien) als Lebensraum dienen soll. Sehr oft handelt es sich um ein St√ľckchen Feuchtbrache mit einem selbst gegrabenen T√ľmpel darin ("Wir legen ein Biotop an"). Diese Verwendung des Begriffs entspricht nicht seiner Bedeutung in der Wissenschaft, schwingt aber auch bei fachlicher Verwendung manchmal mit, indem "Biotop" eben nicht wertfrei, sondern positiv besetzt verwendet wird (wie in "Biotopvernetzung"). Gemeint ist dann eigentlich "Biotop einer sch√ľtzenswerten Art/Lebensgemeinschaft".

Begriffsabgrenzung zum Habitat

Zu unterscheiden ist der Begriff Biotop vom Habitat (‚ÄěLebensraum‚Äú). W√§hrend der Begriff Biotop eine funktionale Komponente hat, ist ein Habitat der (r√§umlich verstandene) Lebensraum, die Lebensst√§tte einer Art oder Artengemeinschaft, m√∂glicherweise auch nur ein Teil davon (z.B. Sommer- und Winterhabitat). Habitate und Biotope m√ľssen nicht deckungsgleich sein. Das Biotop einer Lebensgemeinschaft (z.B. ein Wald) kann f√ľr unterschiedliche Arten unterschiedliche Habitate bereitstellen (ein Wald hat Strukturen wie Astl√∂cher, Kronen- und Krautschicht, Boden ‚Ķ), z. B. f√ľr Insekten. Ein Habitat kann mehrere Biotope umfassen, z. B. komplement√§re Habitate, wie bei wandernden V√∂geln oder vielen S√§ugetieren, die beispielsweise Winter- und Sommerquartiere aufsuchen.

Im englischen Sprachraum wird der Begriff Habitat ("habitat") in der Regel in der Bedeutung des deutschen "Biotop" verwendet. In englischsprachigen Fachb√ľchern, teilweise auch in solchen, die aus dem Englischen √ľbersetzt worden sind, sind die Begriffe dann synonym. Sp√§ter wurde auch der Ausdruck Biotop ("biotope") aus dem Deutschen in den englischen Sprachraum importiert - allerdings weniger in seiner urspr√ľnglichen, fachlichen Bedeutung, sondern mehr im zweiten umgangssprachlich-wertenden Sinn.

Systematik

Ein Biotop (hier aufgefasst als r√§umliche Erstreckung eines bestimmten Biotoptyps) ist die kleinste r√§umliche Einheit in der Landschafts√∂kologie - diese Verwendung des Begriffs deckt sich nicht ganz mit derjenigen in der √Ėkologie. Ein sehr kleines Biotop kann z. B. ein Kirchturm oder ein absterbender Baum sein (Teil-Habitat f√ľr z. B. Fledermaus und Insekten). Trotzdem k√∂nnen manche Biotope je nach Systematik der Erfassung (Biotoptypenkartierung) eine sehr gro√üe Fl√§che einnehmen (z. B. Seen, Watt). Je nach Problem- und Fragestellung innerhalb der √Ėkologie k√∂nnen Biotope manchmal einengend als Phytotope (Pflanzenstandort) und Zootope (Tierwohnort) bezeichnet werden. Diese Bezeichnungen sind aber nicht allgemein gebr√§uchlich.

Ein Biotop (oder mehrere) mitsamt den darin lebenden Tieren und Pflanzen und den Interaktionen zwischen ihnen bilden ein √Ėkosystem. In der Landschafts√∂kologie ist daneben der (veraltete) Ausdruck "Biogeoz√∂nose" anzutreffen. Weitere Artikel √ľber Biotope befinden sich in der Kategorie:Biotop

Bewertung und Gefährdung

Biotope und Biotoptypen werden h√§ufig nach ihrer Seltenheit (bzw. Fl√§chenentwicklung und funktionaler Stellung im √Ėkosystem), nach ihrer Eignung als Lebensraum f√ľr bedrohte Arten oder nach dem Grad ihrer Beeinflussung durch den Menschen (Hemerobie) bewertet.

Habitate (Lebensr√§ume) mobiler Tierarten setzen sich oft aus mehreren Biotoptypen (als Teilhabitaten) zusammen. Dabei entstehen bei r√§umlicher Nachbarschaft von verschiedenen nat√ľrlichen Biotopen artenreiche Biotopkomplexe. Mosaikartig zusammengesetzte Kulturlandschaften aus extensiven Wirtschaftsformen ersetzen teilweise Biotope, die sich ohne Beeinflussung des Menschen im Verlauf der Sukzession (√Ėkosystementwicklung) von selbst entwickeln konnten (Naturlandschaften). Strukturreiche Landschaften dieser Art sind vor allem durch wirtschaftliche Interessen der Gesellschaft bedroht (Landnahme durch Verkehr, Siedlung und Rohstoffabbau, Intensivierung von Agrar- und Forstwirtschaft). Einzelne Biotope bzw. √Ėkosysteme leiden zudem unter dem Eintrag von Schadstoffen aus der Luft oder durch direkte Einleitungen.

Viele mobile Tierarten haben dar√ľber hinaus einen Minimalbedarf an Fl√§chengr√∂√üe. Vor allem Tierarten, die sich am Boden fortbewegen oder sehr scheu sind, ben√∂tigen gr√∂√üere, zusammenh√§ngende Lebensr√§ume. Verkehrstrassen, land- oder forstwirtschaftliche Monokulturen und Siedlungen oder Einzelbauwerke (z. B. Wasserkraftwerke) stellen nicht nur einen Verlust von Biotopfl√§che dar, was zu einem Aussterben von relativ unempfindlichen Arten (die meisten massenhaft auftretenden Insekten, Spinnen, Kleinstlebewesen) in Teilr√§umen f√ľhren kann. Durch Zerschneidungen und negative Randzoneneinfl√ľsse mindern sie die Qualit√§t und Erreichbarkeit der verbleibenden Biotope (Isolation), so dass viele empfindliche und mobile Arten (beispielsweise Luchs, Wolf, Seeadler, viele Fischarten) ausgestorben oder gef√§hrdet sind und trotz intensiver Bem√ľhungen die Biotope nicht wieder besiedeln k√∂nnen.

Biotopschutz und der Biotopverbund

Der Biotopschutz ist eine Strategie innerhalb des Naturschutzes. Sein Ziel ist in der Regel die Erhaltung von Populationen gef√§hrdeter und schutzw√ľrdiger Tier- und Pflanzenarten durch besonderen Schutz und Erhalt ihrer Lebensr√§ume. Gegensatz (bzw.: komplement√§r dazu) ist der (direkte) Artenschutz. Typisches Instrument des Biotopschutzes ist die Ausweisung von Schutzgebieten. Es sollen Gebiete definiert und erhalten werden, in denen der Schutz der Natur Vorrang gegen√ľber Landnutzungen besitzt, oder in denen zumindest bei der Nutzung die Naturschutzbelange ber√ľcksichtigt werden m√ľssen. Typische Artenschutzma√ünahmen k√∂nnen innerhalb dieser Gebiete erfolgen, um gezielt einzelne Arten oder Artengruppen zu f√∂rdern, z.B. Anlage eines Teichs f√ľr Amphibien oder Erhalt abgestorbener B√§ume in einem Wald zum Schutz der Totholzfauna. Sie k√∂nnen aber auch in Gebieten ansetzen, in denen der Naturschutz nachrangig ist, z.B. Aufh√§ngen von Nistk√§sten in Hausg√§rten zur F√∂rderung der Singv√∂gel. Normalerweise ist der Schutz der Biotope nicht selbst Zweck des Biotopschutzes, sondern der Erhalt der auf sie angewiesenen Tier- und Pflanzenarten. Innerhalb des Biotopschutzes werden unterschiedliche Strategien verfolgt. Der konservierende Naturschutz versucht, aktuell besonders artenreiche Lebensr√§ume m√∂glichst unver√§ndert (oder sogar noch optimiert) zu erhalten. Dazu dient insbesondere die Erhaltung besonders artenreicher sog. Halbkulturformationen. Dies sind Lebensr√§ume, die ihre Entstehung fr√ľher √ľblichen, extensiven Landnutzungsformen verdanken, z.B. Heiden, Magerrasen, Feuchtwiesen, Streuobstwiesen u.v.a. Dazu sind in der Regel Pflegema√ünahmen erforderlich, die in die nat√ľrliche Entwicklung eingreifen. Eine Spielart davon ist der Vertragsnaturschutz, der dasselbe Ziel durch (mit Nutzungsauflagen verkn√ľpfte) Vertr√§ge mit Landnurtzern (in der Regel Landwirten) anstrebt. Im Gegensatz dazu versucht der Prozessschutz, Gebiete zu schaffen, in denen die nat√ľrlichen Kr√§fte unbeeinflusst und ungehindert wirken k√∂nnen. Man hofft dann darauf, dass dadurch die Lebensr√§ume f√ľr die bedrohten Arten von selbst entstehen. Manche Natursch√ľtzer halten bereits das Wirken dieser nat√ľrlichen Kr√§fte selbst in einem Gebiet f√ľr schutzw√ľrdig, ohne dass dadurch besondere Zielarten gef√∂rdert werden m√ľssten. Diese Position ist innerhalb des Naturschutzes aber nicht sehr verbreitet.

Wichtigste Strategie des Biotopschutzes im amtlichen Naturschutz ist die Ausweisung von Naturschutzgebieten. Andere Schutzgebietskategorien nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind im Verh√§ltnis dazu weniger bedeutsam. Manchmal k√∂nnen fl√§chenhafte Naturdenkmale (FNDs) √§hnliche Funktionen erf√ľllen. Die wenigen gro√üfl√§chigen Nationalparks besitzen (neben ihrer Bedeutung f√ľr Naturerholung und Tourismus) eher erg√§nzende Funktion. Nationalparke entsprechen im Wesentlichen besonders gro√üfl√§chigen Naturschutzgebieten. In ihnen ist dar√ľber hinaus der Ansatz des Prozessschutzes besonders bedeutsam. Das Bundesnaturschutzgesetz sowie die Naturschutzgesetze der Bundesl√§nder definieren dar√ľber hinaus noch besonders wertvolle Biotoptypen, die ohne weitere Schutzgebietsausweisung gesch√ľtzt sind. Dies sind vor allem Typen, die selten sind und eine sehr lange Regenerationszeit (Zeit zur Wiederentstehung) ben√∂tigen, wie z. B. Moore.
Gesetzlich gesch√ľtzte Biotope des ¬ß 30 BNatSchG sind [2]:

  1. nat√ľrliche oder naturnahe Bereiche flie√üender und stehender Binnengew√§sser einschlie√ülich ihrer Ufer und der dazugeh√∂rigen uferbegleitenden nat√ľrlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer nat√ľrlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelm√§√üig √ľberschwemmten Bereiche,
  2. Moore, S√ľmpfe, R√∂hrichte, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,
  3. offene Binnend√ľnen, offene nat√ľrliche Block-, Schutt- und Ger√∂llhalden, Lehm- und L√∂ssw√§nde, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, W√§lder und Geb√ľsche trockenwarmer Standorte,
  4. Bruch-, Sumpf- und Auwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder,
  5. offene Felsbildungen, alpine Rasen sowie Schneet√§lchen und Krummholzgeb√ľsche,
  6. Fels- und Steilk√ľsten, K√ľstend√ľnen und Strandw√§lle, Strandseen, Boddengew√§sser mit Verlandungsbereichen, Salzwiesen und Wattfl√§chen im K√ľstenbereich, Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbest√§nde, Riffe, sublitorale Sandb√§nke der Ostsee sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillbereiche im Meeres- und K√ľstenbereich.

Beeintr√§chtigungen dieser gesetzlich gesch√ľtzten Biotope sind grunds√§tzlich verboten. Sofern ein ‚Äě√ľberwiegendes √∂ffentliches Interesse‚Äú eine Zuwiderhandlung erforderlich macht, k√∂nnen Ausnahmen zugelassen werden; in diesen F√§llen m√ľssen die Beeintr√§chtigungen in geeigneter Weise kompensiert werden.

Der Erfolg anf√§nglicher Bem√ľhungen des Biotopschutzes, der sich auf den Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Biotope beschr√§nkte, war durch die Isolation der Biotope durch Verkehr und Siedlungen stark eingeschr√§nkt. Wegen des zunehmenden Drucks wirtschaftlicher Landnutzungen lassen sich Minimalanspr√ľche an Habitatsgr√∂√üen oder die kritische Verbunddistanzen mancher Arten nicht befriedigen. Manche Tiere k√∂nnen ihre komplement√§ren Habitate (z. B. Laichpl√§tze) nicht mehr erreichen oder sind von anderen Populationen isoliert (genetische Verarmung). Daher ist der Biotopverbund seit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes 2001 ein weiteres wesentliches Ziel des Naturschutzes geworden [3].

Der Biotopverbund soll die Barrieren f√ľr Tierarten abbauen. Ein Verbund besteht aus sogenannten Trittsteinen (f√ľr mobile Arten, wie z. B. V√∂gel), aus linearen Elementen (z. B. Hecken, Fl√ľsse, B√§che, Ackerrandstreifen etc.), Verbundfl√§chen (z. B. strukturreiche Gebiete f√ľr Wild), und aus den eigentlich zu sch√ľtzenden Biotopen oder Kernfl√§chen eines Naturschutzgebietes. Der Biotopverbund beansprucht dabei insbesondere Fl√§chen innerhalb der Siedlungen oder an Verkehrsanlagen, um deren negative Barrierewirkung abzubauen. Einzelma√ünahmen sind z. B. Gr√ľnbr√ľcken oder Kr√∂tentunnel, die Tiere in die Lage versetzen sollen, trotz der intensiven Landnutzung ihre Lebensraumanspr√ľche ansatzweise zu erhalten.

Seit 1988 wird in Hessen das Biotop des Jahres ausgerufen, um die √Ėffentlichkeit auf gef√§hrdete oder besonders wertvolle Biotope aufmerksam zu machen.

Kritik und Widerstände

Der Biotopschutz ist als gesellschaftliches und politisches Ziel demokratisch legitimiert und gesetzlich definiert. Andererseits machen Erhalt und Pflege von wertvollen Biotopen einen finanziell und energetisch hohen Aufwand notwendig, der externe, also meist von der Allgemeinheit zu tragende, Kosten bedeutet. Die wertvolle, k√ľnstliche Kulturlandschaft ist unter dem Druck der wirtschaftlichen Interessen fl√§chenintensiver Nutzungen (Land- und Forstwirtschaft, Siedlungsaktivit√§ten, Rohstoffabbau) nur durch politische Instrumente zu erhalten. Die Wirksamkeit von Schutz- und Pflegema√ünahmen erschlie√üt sich dem fachfremden Beobachter nicht immer, und so werden Ma√ünahmen h√§ufig als ‚Äěunsinnige Verschwendung‚Äú oder als ‚ÄěZumutung‚Äú empfunden.

Ein wesentlicher gesellschaftlicher Widerstand gegen den Biotopschutz, neben dem Druck durch Landnahme, ist, dass die entstehenden externen Kosten nicht in die Produktionskosten oder die Preise f√ľr die Verbraucher internalisiert werden. Die aufw√§ndige Pflege von Biotopen w√§re in einem wesentlich geringerem Ma√üe notwendig, wenn ihre Nutzung bzw. Bewirtschaftung durch h√∂here Preise bezahlt (und gef√∂rdert) w√ľrde. Durch gesteigerte Effizienz, die mit einer Verschlechterung des Zustandes von Natur und Landschaft einherging, wurden in der Vergangenheit Ressourcen freigestellt. Diese Ressourcen werden aber bisher nicht in ausreichendem Ma√üe zum Erhalt des Zustandes von Natur und Landschaft als Lebensgrundlage des Menschen genutzt.

Eine sinnvolle Strategie besteht in der Einrichtung von Gro√üschutzgebieten, in denen sich bestimmte Biotope von selbst einstellen k√∂nnen. Gleichzeitig nimmt jedoch der Bebauungs- und Siedlungsdruck stetig zu. Die fl√§chige Zersiedelung und der Erholungsbedarf der Bev√∂lkerung machen wirksame Gro√üschutzgebiete, in denen die Natur sich in letzter Konsequenz sich selbst √ľberlassen bleiben w√ľrde, in vielen Regionen scheinbar unm√∂glich.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Begon,M., Harper,J.L., Townsend,C.R. (1991): √Ėkologie. Individuen-Populationen-Lebensgemeinschaften. Basel (Birkh√§user)
  2. ‚ÜĎ http://bundesrecht.juris.de/bnatschg_2002/__30.html
  3. ‚ÜĎ http://bundesrecht.juris.de/bnatschg_2002/__3.html

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Synonyme:

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