Bischof

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Bischof

Ein Bischof (von altgriechisch áŒÏ€ÎŻÏƒÎșÎżÏ€ÎżÏ‚ epĂ­skopos ‚Aufseher, HĂŒter, SchĂŒtzer‘; zurĂŒckzufĂŒhren auf ጐπÎčσÎșÎ­Ï€Ï„ÎżÎŒÎ±Îč episkĂ©ptomai ‚auf etwas sehen, besuchen, besichtigen, mustern‘; Lehnwort aus dem 2. oder 3. Jahrhundert)[1][2]) ist in vielen christlichen Kirchen ein geistlicher WĂŒrdentrĂ€ger, der die geistliche und administrative Leitung eines bestimmten Gebietes hat, das ĂŒblicherweise zahlreiche lokale Gemeinden umfasst. Das Bischofsamt und auch die Gesamtheit der Bischöfe werden als Episkopat bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Alte Kirche

Im Neuen Testament bezeichnet Bischof (episkopos) ebenso wie Ältester (griechisch Ï€ÏÎ”σÎČÏÏ„Î”ÏÎżÏ‚ presbyteros) und Diakon (griechisch ÎŽÎčÎŹÎșÎżÎœÎżÏ‚ diakonos, „Diener“) eine informelle FĂŒhrungsfunktion in der lokalen Gemeinde, wobei es noch keine durchgehenden Rangunterschiede zwischen Bischof und Ältester gibt und die AusdrĂŒcke oft austauschbar verwendet werden.

Daraus entwickelte sich dann im Verlauf des 2. Jahrhunderts das Amt des Bischofs neben dem des Ältesten (Presbyter, die Wurzel des Wortes "Priester") und dem des Diakons mit je eigenen Amtsfunktionen. Erst in dieser Zeit entstand also schrittweise und in regional sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit das monarchische Episkopat, in dem der Bischof alleine die Gemeinde fĂŒhrte und Diakon und Presbyter ĂŒbergeordnet war. In den Ă€ltesten Berichten war der Bischof der Leiter der lokalen Gemeinde, predigte und leitete die Feier der Eucharistie. UnterstĂŒtzt wurde er von einem Gremium von Ältesten und von Diakonen. Diese Amtsfunktionen sind, mit unterschiedlichen Bezeichnungen, bis heute in den meisten christlichen Kirchen vorhanden.

Nach dem Apostolischen Zeitalter kam es ab dem spĂ€ten zweiten Jahrhundert neben den weiterhin vorhandenen örtlichen Bischöfen mehr und mehr auch zu Bischöfen, die ĂŒber mehrere Gemeinden die Aufsicht fĂŒhrten. In solchen FĂ€llen leiteten dann Presbyter als Vertreter des Bischofs die Eucharistiefeier in den lokalen Gemeinden, die Diakone waren die Mitarbeiter des Bischofs auf gemeindeĂŒbergreifender Ebene. Der Bereich eines solchen Bischofs wurde Bistum oder Diözese (von griech. oikos „Haus“, vgl. Ökonomie, Ökologie; Diözese heißt ungefĂ€hr „Verwaltungsbezirk“) genannt und umfasste meist eine Stadt und die umliegenden Dörfer; die Stadt war der Bischofssitz. Die Kirche ĂŒbernahm hier die administrative Struktur des spĂ€tantiken Römischen Reiches, in dem es ebenfalls Diözesen gab: Die kirchliche Hierarchie (Bistum, Diözese und Patriarchat) entsprach teils sogar in der Grenzziehung der Sprengel genau der weltlichen von Provinz, Diözese und PrĂ€torianerprĂ€fektur). Sie bewahrte sie ĂŒber das Ende der römischen Herrschaft hinaus. (Als Nord- und Mitteldeutschland sowie andere nord- und osteuropĂ€ischen Gebiete christianisiert wurden, gab es dort noch keine StĂ€dte, daher wurden die neuen Diözesen dort ziemlich große lĂ€ndliche Bezirke. Noch heute sind die Diözesen hier viel grĂ¶ĂŸer als im einstigen Gebiet des Imperium Romanum, wo es schon in der Antike StĂ€dte gab.)

In der Auseinandersetzung mit hÀretischen Strömungen entwickelten sich drei Normen, um den "wahren" christlichen Glauben von abweichenden Lehren zu unterscheiden:

  • der Kanon der Schrift,
  • die allgemein akzeptierten Glaubensbekenntnisse und
  • das Episkopat als Amt der Lehre und der Liturgie, die in der Tradition der Kirche steht.

In der Folge kam es bei den Bischöfen zu unterschiedlichen Verantwortungsbereichen, wobei manche Bischöfe, gewöhnlich diejenigen einer Provinzhauptstadt, eine Aufsichtsfunktion ĂŒber die ĂŒbrigen Bischöfe der Gegend bekamen, woraus sich dann eine Rangordnung von Patriarch, Metropolit oder Erzbischof und Bischof entwickelte (Kirchenprovinz).

Orthodoxe Kirche

Die Ostkirche schließt sich in ihrem VerstĂ€ndnis des Bischofsamts eng an das der Alten Kirche an. Die orthodoxen Bischöfe stehen wie die katholischen (römisch-katholisch, alt-katholisch, anglikanisch) in der apostolischen Sukzession.

Zur liturgischen Kleidung orthodoxer Bischöfe gehört der Sakkos, das dem römisch-katholischen Pallium entsprechende Omophorion, die mit einem Kreuz versehene Mitra oder Stephanos und das auf der rechten Seite getragene Epigonation.[3]

Es gibt das dreifache AmtsverstÀndnis, und beim Bischofsamt verschiedene Rangstufen vom Bischof bis zum Patriarchen.

Die orthodoxe Kirche kennt jedoch keine geistliche Hierarchie der Bischöfe: Patriarch und Metropolit sind nur primus inter pares im Bischofskollegium, nicht hierarchische Vorgesetzte, und ein Bischof ist innerhalb seiner eigenen Diözese nicht an Weisungen eines ĂŒbergeordneten Bischofs gebunden. Andererseits kann eine lokale Synode Entscheidungen treffen, an die der lokale Bischof gebunden ist, und die Entscheidungen ökumenischer oder panorthodoxer Konzile sind auch fĂŒr Patriarchen bindend.

Da Bischöfe in der orthodoxen Kirche im Zölibat leben, Priester und Diakone aber gewöhnlich verheiratet sind, kommen die meisten orthodoxen Bischöfe aus dem Mönchtum - ein verwitweter Priester kann aber ebenfalls Bischof werden.

Die Wahl der Bischöfe ist in den einzelnen orthodoxen Kirchen verschieden geregelt, jedoch wird die kollektive Zustimmung der Bevölkerung durch den Ruf Axios! (griechisch fĂŒr „er ist wĂŒrdig“) als wichtiger Teil der Weihe gesehen. Die Abdankung von Bischöfen aufgrund von Druck aus der Bevölkerung ist ebenfalls hĂ€ufiger als in der katholischen Kirche.

Die GrĂ¶ĂŸen der Diözesen unterscheiden sich sehr stark zwischen den einzelnen orthodoxen Kirchen; beispielsweise hat das kleine Griechenland 77 BistĂŒmer, mehr als das große Russland, wo es 68 BistĂŒmer gibt.

Im Unterschied zur römisch-katholischen Kirche ist das Sakrament der Firmung nicht dem Bischof vorbehalten, sondern wird direkt nach der Taufe durch den Priester gespendet. Das Wesen der altkirchlichen Tradition der Herabbittung des Heiligen Geistes auf den Getauften durch den Bischof wird dennoch beibehalten, indem das zur Firmung verwendete Öl nur von bestimmten Bischöfen geweiht werden darf (meist durch den Vorsteher der jeweiligen autokephalen Kirche oder sogar nur durch den Ökumenischen Patriarchen).

Römisch-katholische Kirche

Wappen eines römisch-katholischen Bischofs, erkennbar am grĂŒnen Bischofshut (galero) mit zwölf seitlich herabhĂ€ngenden Quasten (fiocchi) sowie am hinter dem Wappenschild aufgerichteten bischöflichen Kreuz

Beim Bischofsamt handelt es sich um die höchste Stufe des Weihesakramentes. Ein römisch-katholischer Bischof ist immer mÀnnlich und muss zuerst zum Diakon und dann zum Priester geweiht worden sein. Die Weihe zum Bischof erfolgt durch einen anderen Bischof, meist mit zwei assistierenden weiteren Bischöfen. Ein geweihter Bischof ist als Weihbischof zunÀchst hierarchisch einem Ordinarius, z. B. einem Ortsbischof, unterstellt. Eine Weihe ist nur erlaubt, wenn sie der Papst vorher bestimmt hat.

Ortsbischöfe (Diözesanbischöfe) werden je nach Bistum direkt vom Papst ernannt oder von verschiedenen Wahlgremien (in der Regel Domkapitel) in verschiedenen ortstypischen Verfahren gewĂ€hlt. Die Wahl gilt als rechtmĂ€ĂŸig, wenn sie vom Papst bestĂ€tigt wird.[4] Voraussetzung fĂŒr den Amtsantritt ist die Bischofsweihe, die dem Ernannten - so er noch nicht Bischof ist - in der Regel in einem Pontifikalamt gespendet wird.

Die Bischöfe sind dem Jurisdiktionsprimat des Papstes unterworfen. Dazu gehören:

  • die Ernennung zum (Weih-)Bischof,
  • die Einsetzung und Absetzung eines Ortsbischofs einer Diözese,
  • die Entscheidung in Strafsachen (Kirchenrecht).

Dem Papst stehen in seinen Aufgaben die Römischen Kurie und die Rota Romana als geistlicher Gerichtsstand der Bischöfe unterstĂŒtzend zur VerfĂŒgung.

FĂŒr den Papst als Bischof von Rom gilt: Zwar kann jeder mĂ€nnliche römisch-katholische Christ, der zur AmtsĂŒbernahme fĂ€hig (sowohl physisch als auch psychisch) und willens ist, zum Bischof von Rom gewĂ€hlt werden; ist der GewĂ€hlte aber noch kein Bischof oder gar Laie, werden ihm noch im Konklave die nötigen Weihen erteilt. Praktisch hat das keine Bedeutung, da seit der Wahl Urbans VI. 1378 alle PĂ€pste dem Kardinalskollegium entstammen. Als letzter Papst, der bei seiner Wahl kein Bischof war, wurde Gregor XVI. 1831 in dieses Amt gewĂ€hlt.

Nach katholischer Auffassung setzt sich in den Bischöfen die Lehr- und Leitungsvollmacht fort, die Jesus den zwölf Aposteln ĂŒbertrug. In einer ununterbrochenen „Reihe der Handauflegungen“ (Apostolische Sukzession) seien alle heutigen Bischöfe mit den Aposteln verbunden. Somit gehört das Bischofsamt zum so genannten „göttlichen Recht“. Den obersten Dienst der Einheit hat nach katholischem Glauben der Bischof von Rom als Amtsnachfolger des Apostels Petrus (siehe Papst).

Hierarchie

Ein Bischof ist entweder Diözesanbischof (auch „Residierender Bischof“ oder „Ortsbischof“ genannt) oder Titularbischof. Weihbischöfe sind einem Diözesanbischof als Helfer bei den bischöflichen Funktionen zugeordnet.

Der Diözesanbischof ist Vorsteher seiner Diözese (Bistum) und hat ĂŒber sie die volle Leitungsgewalt (oberste Lehr- und Rechtsvollmacht) inne. Er ist allein dem Papst verantwortlich. Zur Verwaltung der Diözese stehen dem Bischof mehrere Kleriker zur Seite, die mit ihm die bischöfliche Kurie bilden; unter anderen der Generalvikar (der allgemeine und stĂ€ndige Vertreter des Bischofs), der Offizial (Inhaber der ordentlichen Gerichtsgewalt) und der Kanzler (Vorsteher der bischöflichen Registratur). Priester- und Laiengremien haben beratende Funktionen. Bischöfe beraten sich ĂŒber Bistumsgrenzen hinaus in der meist nationalen Bischofskonferenz. Bei Bedarf kann ein Bischof fĂŒr seine Diözese auch eine Diözesansynode einberufen.

Der Diözesanbischof kann durch Weihbischöfe unterstĂŒtzt werden, die meist jeweils einen Teil des Bistums im Auftrag des Diözesanbischofs betreuen. Weitere Weihbischöfe haben besondere seelsorgerische Aufgaben oder sind Teil der bischöflichen Kurie. Im deutschen Sprachraum haben, auch aus geschichtlichen GrĂŒnden, fast alle Bischöfe meist mehrere Weihbischöfe an ihrer Seite, was andernorts nicht so ist.

Ein Metropolit („Erzbischof“, siehe dazu unten) ist der Vorsteher einer Kirchenprovinz, die aus mehreren BistĂŒmern (den Suffraganen) besteht. Er ist gleichzeitig auch ein Diözesanbischof innerhalb der Kirchenprovinz. Der Metropolit hat gegenĂŒber den anderen Diözesanbischöfen der Kirchenprovinz einige zusĂ€tzliche Aufgaben, er hat zum Beispiel dafĂŒr zu sorgen, dass „der Glaube und die kirchliche Disziplin genau gewahrt werden“, und soll „MissbrĂ€uche dem Papst mitteilen“. Eine Leitungsgewalt in den SuffraganbistĂŒmern hat er aber nicht.

Der Begriff „Erzbischof“ war ursprĂŒnglich mit dem des Metropoliten gleichbedeutend. Als Erzbischof werden allerdings auch die Titularbischöfe ehemaliger ErzbistĂŒmer bezeichnet, die keinerlei Jurisdiktion besitzen (ein „TitularsuffraganverhĂ€ltnis“ gibt es nicht). Von da ausgehend hat sich Erzbischof heute auch als eine Art Rang etabliert; sĂ€mtliche kirchenrechtlichen Funktionen des „Metropoliten“ werden nur noch unter dem letzteren Titel im Kirchenrecht aufgefĂŒhrt. Ranghohe Kurienbischöfe und alle Nuntii werden zu Titularerzbischöfen ernannt, einzelne exempte und Suffragandiözesen haben den Ehrenrang „Erzdiözese“ erhalten (z. B. Straßburg), und auch einzelne Bischöfe anderer Diözesen erhalten den Ehrentitel Erzbischof (z. B. Josef Stimpfle). Dabei sind als gĂ€ngige Praxis vor allem zwei Dinge zu beobachten: Kurienerzbischöfe, die auf einen einfachen Bischofssitz versetzt werden, behalten den Titel stets (z. B. Johannes Dyba). Und bei ZirkumskriptionsverĂ€nderungen werden zwar Metropolitansitze aufgehoben oder verschoben, die so degradierten BistĂŒmer aber ausnahmslos dadurch entschĂ€digt, dass sie weiterhin im Range einer Erzdiözese verbleiben (z. B. Aix et Arles). Dennoch werden die Begriffe „Erzbischof“ und „Metropolit“, wenigstens in Deutschland, weiterhin landlĂ€ufig als Synonyme verwendet. Vor diesem Hintergrund ist es als Kuriosum zu werten, dass die Erzbischöfe von Udine und Izmir als „Metropoliten ohne Suffragane“ gefĂŒhrt werden. Ein Merkspruch fĂŒr die Situation könnte lauten: Jeder Metropolit ist ein Erzbischof, aber nicht jeder Erzbischof ist ein Metropolit. Dennoch sind Erzbischöfe ohne Metropolitansitz weiterhin sowohl grundsĂ€tzlich wie zahlenmĂ€ĂŸig die Ausnahme.

Manche römisch-katholischen Bischöfe tragen den Ehrentitel eines Patriarchen (Venedig, Lissabon, Ostindien), andere sind Patriarchen im Sinne einer eigenen Jurisdiktion ĂŒber ihr Patriarchat (Unierte Ostkirchen und Jerusalem), verbunden mit besonderen Vorrechten. Bis 2005 gehörte „Patriarch des Abendlandes“ (auch: „Patriarch der Westkirche“, „Patriarch des Westens“) zur offiziellen Papsttitulatur und kennzeichnete den Papst als Patriarchen mit der Jurisdiktion ĂŒber die Westkirche.

Die KardinĂ€le werden vom Papst ernannt, und wĂ€hlen beim Tod des Papstes den Nachfolger. In der Regel ist ein Kardinal vor seiner Ernennung bereits zum Bischof geweiht, ansonsten hat dies gemĂ€ĂŸ Kirchenrecht nach der Ernennung zu geschehen. Davon abgesehen, hat der Kardinal erst einmal nichts mit dem bischöflichen Weihegrad zu tun. Lediglich die Kardinalbischöfe sind historisch aus bischöflichen Ämtern hervorgegangen, nĂ€mlich aus den Suffraganen des Papstes. Die Kardinalpriester und -diakone fĂŒhren sich dagegen nicht auf BischofsĂ€mter, sondern auf die der römischen Stadtpfarrer und -diakone zurĂŒck; bei der ursprĂŒnglich den Kardinalbischöfen zustehenden Papstwahl hatten diese Klassen zunĂ€chst ein Beratungsrecht und erhielten 1059 dann ein Stimmrecht.

Der Papst leitet als Bischof von Rom die Weltkirche und hat die oberste Jurisdiktion ĂŒber alle Bischöfe inne (Jurisdiktionsprimat). Zur Verwaltung der Weltkirche steht dem Papst die römische Kurie zur Seite. Seine wichtigsten Mitarbeiter stehen im Rang einen Kardinals (Kurienkardinal) oder Titularbischofs (Erzbischof oder Bischof).

Aufgaben

Der Bischof hat fĂŒr seine Diözese, unbeschadet der Pflichten gegen den Papst, die FĂŒlle der Leitungs-, Lehr- und Heiligungsgewalt inne und ist damit auch der erste Spender der Sakramente. Vorbehalten sind ihm die Spendung des Weihesakramentes (Bischofsweihe, Priesterweihe und Diakonenweihe) und die Firmung (diese ist im Ausnahmefall an Priester delegierbar). Auch die Spendung bestimmter Sakramentalien – wie etwa die Jungfrauenweihe, die Weihe der Heiligen Öle und die Kirch- und Altarweihe – bleiben dem Bischof vorbehalten.

Das Bischofsamt ist ein Amt auf Lebenszeit. Mit Vollendung des 75. Lebensjahres sind jedoch alle Diözesanbischöfe gemĂ€ĂŸ Kirchenrecht Can. 401 §1 CIC angehalten, dem Papst den Amtsverzicht anzubieten (siehe: Altdiözesanbischof). Ein solcher Amtsverzicht wird allerdings nicht immer angenommen.[5]

Insignien

Die sogenannten Pontifikalien eines Bischofs sind Mitra, Stab (Verdeutlichung der Hirtenfunktion), Bischofsring (bzw. Fischerring des Bischofs von Rom) und Brustkreuz. Des Weiteren kommen hierzu die nur noch selten verwendeten Pontifikalschuhe und Pontifikalhandschuhe sowie die unter dem Messgewand getragene Dalmatik (beim Bischof spricht man von Pontifikaldalmatik), die eigentliche Kleidung des Diakons, welche die sakramentale Vollmacht des Bischofs symbolisieren soll. Ein Diözesanbischof ist berechtigt, in allen Kirchen seines Bistums mit der sogenannten Cappa magna einzuziehen.

Einige dieser Insignien finden sich auch bei nichtbischöflichen AmtstrĂ€gern mit besonderer Jurisdiktion, wie zum Beispiel Äbten. Diese sind jedoch nicht berechtigt, Pontifikalschuhe, -handschuhe, oder -dalmatiken zu verwenden.

Metropoliten tragen zusÀtzlich zu den beschriebenen Insignien das Pallium, das ihnen vom Papst verliehen wird.

Außerdem sind die Erzbischöfe von Paderborn und Krakau sowie die Bischöfe von EichstĂ€tt und Toul-Nancy berechtigt, zusĂ€tzlich das Rationale zu tragen.

Anrede

Die standesgemĂ€ĂŸe Anrede eines Bischofs ist „Exzellenz“ oder „HochwĂŒrdigster Herr“. Bis in die erste HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts war darĂŒber hinaus die Anrede „Euer Bischöfliche Gnaden“, die im Schriftverkehr mit „Ew. Bischöfliche Gnaden“ abgekĂŒrzt werden konnte, verbreitet. Seit den 1960er Jahren wird ein Bischof auch mit „Herr Bischof“ angeredet, ein Erzbischof entsprechend mit „Herr Erzbischof“. Die protokollarische Anrede eines Kardinals lautet dagegen „Eure Eminenz“ oder „Herr Kardinal“.

Siehe Hauptartikel: Anrede

Besoldung

Die Höhe der BischofsgehĂ€lter orientiert sich an der Beamtenbesoldung fĂŒr leitende Positionen des höheren Verwaltungsdienstes, der Besoldungsordnung B. Es gibt hierbei Unterschiede zwischen den Diözesen. Erzbischöfe werden maximal nach Besoldungsgruppe B 11 bezahlt, dies entspricht einem Brutto-Monatseinkommen von etwa 12.000 Euro.[6] Die Diözesanbischöfe von Freiburg (Erzbischof) und von Rottenburg-Stuttgart werden nach B 8 besoldet, die Weihbischöfe des Erzbistums Freiburg werden nach B 4 bzw. B 6 besoldet,[7] die Weihbischöfe des Bistums Rottenburg-Stuttgart nur nach B 2/B 3.[8] Der Diözesanbischof von Speyer ist in B 7 eingewiesen, sein Weihbischof in B 4.[9] Die beiden bayerischen Erzbischöfe werden ungefĂ€hr nach B 11 bezahlt, die ĂŒbrigen fĂŒnf bayerischen Diözesanbischöfe nach B 6.

Die Bezahlung der katholischen Bischöfe in Bayern erfolgt nicht aus Kirchensteuermitteln sondern durch das Bundesland. Grundlage dieser Zahlungen sind VertrĂ€ge aus dem 19. Jahrhundert als im Zuge der SĂ€kularisierung KirchengĂŒter enteignet wurden. Nach Artikel 10, § 1 Buchstabe a des Konkordats aus dem Jahre 1924 sollen diese Zahlungen ersetzt werden: „Der Staat wird die erzbischöflichen und bischöflichen StĂŒhle, [
] mit einer Dotation in GĂŒtern und stĂ€ndigen Fonds ausstatten, deren jĂ€hrliche ReineinkĂŒnfte sich bemessen auf der Grundlage jener, die im erwĂ€hnten Konkordate festgesetzt sind, wobei dem Geldwerte vom Jahre 1817 Rechnung zu tragen ist.“[10] Bis zu dieser endgĂŒltigen Auseinandersetzung zahlt der bayerische Staat die ReineinkĂŒnfte unmittelbar an die BistĂŒmer.[11] Die Zahlungen sind Teil der sog. Staatsleistungen an die Religionsgemeinschaften. In anderen BundeslĂ€ndern erfolgt keine unmittelbare Bezahlung der GehĂ€lter der leitenden Geistlichen, sondern es wurden in den StaatskirchenvertrĂ€gen GesamtbetrĂ€ge fĂŒr die jĂ€hrlichen Zahlungen vereinbart.[12]

Altkatholische Kirche

Nach altkatholischem VerstĂ€ndnis ist das Bischofsamt das höchste Amt der Kirche und an eine tatsĂ€chlich existierende Diözese gebunden. Hierin kommt der altkirchliche Grundsatz zum Ausdruck, der von Urs KĂŒry um den zweiten Halbsatz erweitert wurde: nulla ecclesia sine episcopo, nullus episcopus sine ecclesia (keine Kirche ohne Bischof, kein Bischof ohne Kirche). Daher gibt es in den altkatholischen Kirchen Weihbischöfe nur noch in seltenen FĂ€llen (z. B. schwere Krankheit oder hohes Alter des amtierenden Bischofs).

Voraussetzung fĂŒr die Bischofsweihe ist, dass der Kandidat fĂŒr das Bischofsamt vor der Bischofsweihe bereits zum Diakon und zum Priester geweiht wurde (Ordinationen, die in anderen katholischen Kirchen erfolgten, werden anerkannt und dĂŒrfen daher nicht wiederholt werden). Folgende Schritte sind einzuhalten:

  1. Der Kandidat muss vom dazu berufenen Gremium einer Diözese oder Landeskirche (Domkapitel oder Synode) zum Bischof gewĂ€hlt werden. Dies ist die heutige Form der altkirchlichen Bischofswahl „durch Klerus und Volk“.
  2. Die Bischofsweihe erfolgt durch das Weihegebet unter vorausgehender Handauflegung durch einen in apostolischer Sukzession stehenden Bischof und gewöhnlich unter Assistenz wenigstens zweier weiterer Bischöfe.

Merkmal eines altkatholischen Bischofs ist folglich, dass dieser sowohl gewĂ€hlt als auch geweiht wurde. Fehlt der erste Schritt (wie dies bei Vagantenbischöfen der Fall ist), stellt das die GĂŒltigkeit der Weihe in Frage. Ist dagegen der Konsekrand gĂŒltig gewĂ€hlt, die Weihe jedoch noch nicht vollzogen, kann dieser als „Bischof electus“ – wenn die Ordnung seiner Ortskirche dies zulĂ€sst – bereits bischöfliche Funktionen ausĂŒben, die nicht die Bischofsweihe voraussetzen.

Die altkatholischen Kirchen sind autonome Ortskirchen. So kommt dem Erzbischof von Utrecht, der zugleich PrĂ€sident der Internationalen Bischofskonferenz der Utrechter Union ist, als Inhaber des Ă€ltesten Bischofssitzes der Ehrenvorrang zu, er hat aber keine jurisdiktionellen Befugnisse, die ĂŒber seinen Sprengel hinausgehen.

Der Eintritt in den Ruhestand und das Höchstalter des Bischofs sind auf ortskirchlicher, d. h. nationaler Ebene geregelt. In Deutschland und der Schweiz etwa gilt 70 als Altersgrenze, nach der ein Bischof in den Ruhestand treten muss. Auch danach kann er in der Liturgie noch bischöfliche Funktionen ausĂŒben, wĂ€hrend die Leitung des Bistums allein seinem Nachfolger zukommt.

Die Insignien eines altkatholischen Bischofs entsprechen denen eines römisch-katholischen Bischofs: Mitra, Stab, Ring und Brustkreuz. Aufgrund der Trennung von Rom tragen die Erzbischöfe von Utrecht seit 1723 kein Pallium. Sie nehmen jedoch fĂŒr sich beim feierlichen Einzug das Privileg in Anspruch, dass ihnen ein Vortragekreuz vorangetragen wird, welches mit dem Korpus zu ihnen gewendet ist. Dieses Privileg war ursprĂŒnglich mit der Verleihung des Palliums verbunden.[13]

Entsprechend der altkirchlichen Überlieferung bleiben die Weihen der Heiligen Öle, die Kirch- und Altarweihe sowie die Sakramente der Firmung und der Ordination dem geweihten Bischof vorbehalten.[14] Ist er in einem Gottesdienst anwesend, so kommt ihm in der Regel die Leitung der Eucharistiefeier und die etwaige Spendung anderer Sakramente zu, auch wenn sie ihm nicht ausdrĂŒcklich vorbehalten sind. Ein altkatholischer Bischof kann in allen Gemeinden seines Bistums aus seelsorgerlichen GrĂŒnden gottesdienstliche Handlungen vornehmen (z. B. Taufen, Trauungen, Krankensalbungen, Requiem).

In einigen altkatholischen Kirchen kann, seit der Ausschluss von Frauen vom dreifachen ordinierten Amt durch SynodenbeschlĂŒsse aufgehoben wurde, Frauen die Bischofsweihe gespendet werden. Altkatholische Bischöfe sind nicht zum Zölibat verpflichtet.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche kennt ebenfalls die sakramentale Bischofsweihe und eine bischöfliche Hierarchie mit Primas, Erzbischof, Bischof, und Assistenzbischof. Der Erzbischof von Canterbury, der gleichzeitig Oberhirte der Kirche von England ist, wird auch als primus inter pares der Weltkirche angesehen. Allerdings ist der Erzbischof von Canterbury gegenĂŒber andern Nationalkirchen nicht weisungsberechtigt. Anglikanische Bischöfe stehen nach vorherrschender Meinung ebenfalls in der apostolischen Sukzession (wobei dies jedoch von der römisch-katholischen Kirche bestritten wird).

FĂŒr Anglikaner ist die Diözese die wesentliche Einheit der Kirche. Diözesen sind zu Provinzkirche zusammengeschlossen, die entweder mit dem Territorium eines Teil eines Nationalstaates, dem Territorium eines einzigen Nationalstaat, oder mit den Territorien mehrerer Nationalstaaten ĂŒberlappen. Die Bischöfe einer Provinzkirche sind zu einer Bischofssynode zusammengeschlossen, die je nach Provinzkirche unterschiedliche Befugnisse und Aufgaben hat.

Ein anglikanischer Bischof darf seine Funktionen in einer anderen Diözese nur mit Zustimmung des Orstbischofs ausĂŒben.

Anglikanische Bischöfe sind oft verheiratet, in einigen anglikanischen Kirchen kann auch eine Frau zum Bischof geweiht werden. Die Bischofswahl erfolgt nach den Statuten der betreffenden Kirche, gewöhnlich durch ein Gremium von Priestern und Laien.

Evangelisch-methodistische Kirche

Der Beginn der methodistischen Bewegung liegt innerhalb der Anglikanischen Kirche, deren Bischöfe in der apostolischen Sukzession stehen. Die ersten Methodisten nahmen daher die Sakramente der Anglikanischen Kirche in Anspruch.

Mit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung der Vereinigten Staaten kam fĂŒr die Methodisten in den USA eine Zeit, in der es keine anglikanischen Bischöfe in erreichbarer NĂ€he gab. ZurĂŒckgehend auf die orthodoxe Tradition, beispielsweise im Patriarchat von Alexandria im dritten Jahrhundert, als die Presbyter einen der ihren zum Bischof wĂ€hlten, definierte John Wesley das methodistische VerstĂ€ndnis vom Bischofsamt: zwischen einem Bischof und einem Ältesten (Presbyter, Pfarrer) gibt es keinen Unterschied im Weihegrad, sondern nur einen Unterschied in der Funktion: ein Bischof ist ein Presbyter, der eine leitende Funktion gegenĂŒber den Presbytern seiner Region hat. Daher kann das Bischofsamt in einer methodistischen Kirche zeitlich begrenzt sein, und der Bischof ist nach Ablauf seiner Amtszeit wieder ein Presbyter wie jeder andere, leitet beispielsweise eine Gemeinde. Es gibt allerdings auch lokale Kirchenordnungen, in denen die Wahl eines Bischofs auf Lebenszeit möglich ist. Die ersten Bischöfe der methodistischen Kirche wurden von John Wesley und einigen anderen ordinierten Geistlichen der anglikanischen Kirche gewĂ€hlt. In der methodistischen Tradition gibt es also keine apostolische Sukzession des Bischofsamts.

Das Bischofsamt in der evangelisch-methodistischen Kirche in Europa ist in vielen FĂ€llen lĂ€nderĂŒbergreifend: der nordeuropĂ€ische Sprengel umfasst beispielsweise die skandinavischen und baltischen LĂ€nder, der sĂŒdosteuropĂ€ische Frankreich, Mitteleuropa ohne Deutschland, den Balkan und Nordafrika. Deutschland musste aus politischen GrĂŒnden in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts ein separater Sprengel werden und ist bis heute ein eigener Sprengel geblieben.

Lutherische Kirchen

In den lutherischen Landeskirchen sowohl in Deutschland (VELKD) als auch in Nordeuropa gibt es in der Regel das Amt des Bischofs der fĂŒr eine Region oder eine Landeskirche zustĂ€ndig ist und gegenĂŒber den Pfarrern der Ortsgemeinden eine Leitungsfunktion hat. Dieses Amt wird meist als Bischof bezeichnet, daneben ist die Bezeichnung Landesbischof verbreitet. Die SelbstĂ€ndige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), eine altkonfessionelle lutherische Kirche in Deutschland, wird von einem Bischof geleitet. Er ist Bischof seiner Kirche fĂŒr die gesamte Bundesrepublik Deutschland.

Unter den lutherischen Kirchen in den USA werden manche von einem Bischof geleitet (z. B. ELCA), bei anderen (z. B. Evangelisch-Lutherische Missouri-Synode) wird der leitende Geistliche als PrĂ€ses bezeichnet.

Es gibt keine separate Ordination fĂŒr Bischöfe, diese werden in ihr Amt eingefĂŒhrt. Die Funktion wird nicht als höherer geistlicher Rang, sondern als eine Art Pfarrer im kirchenleitenden Dienst gesehen. Es gibt keine dem Bischof vorbehaltenen Sakramente und in Deutschland keine apostolische Sukzession (diese ist aber z. B. in den skandinavischen LĂ€ndern und im Baltikum noch erhalten).

Evangelisch-Lutherische Amtsinhaber werden in der Regel von der Synode (Kirchenparlament) fĂŒr eine bestimmte Zeit oder auf Lebenszeit (meist bis zum 65. oder 68. Lebensjahr) gewĂ€hlt.

In den meisten evangelischen Kirchen kann das Amt sowohl von MĂ€nnern als auch von Frauen ausgeĂŒbt werden. In der SELK ist es wie auch die Ordination zum Pfarrer MĂ€nnern vorbehalten.

Reformierte Kirchen

Die meisten reformierten Kirchen haben eine presbyterianische Struktur, in der die Leitung der Kirche nicht bei einem Bischof sondern bei einem Gremium von Ältesten ist, das als Presbyterium, Synode, oder Generalversammlung bezeichnet werden kann. Diese Ältesten sind in der Regel Laien, ihr Amt wird jedoch als geistliches Amt gesehen und oft gibt es eine spezielle Ordination fĂŒr Älteste.

Die Ältesten beschrĂ€nken sich jedoch in der Regel im Gegensatz zu Bischöfen auf leitende Funktionen, die Sakramente werden von ordinierten Pfarrern verwaltet - bei den Ältesten liegt jedoch die Verantwortung die Kirche gemĂ€ĂŸ der Tradition zu fĂŒhren, die in episkopalen Konfessionen beim Bischof liegt.

Ausnahmen von dieser Regel finden sich heute in der Reformierten Kirche in Ungarn und den weiteren ungarischen Reformierten Kirchen Osteuropas (RumĂ€nien, Serbien, Slowakei, Ukraine), die die Funktion des Bischofs, Ă€hnlich wie in den Lutherischen Kirchen, kennen. Auch die im 16. Jahrhundert aus der Reformierten Kirche heraus entstandene Unitarische Kirche (existiert heute in Ungarn und RumĂ€nien) kennt das Bischofsamt, da sie die Kirchenorganisation der Reformierten Kirche ĂŒbernommen hat.

In den Reformierten Landeskirchen in Deutschland heißt die oberste kirchenleitende Person General- oder Landessuperintendent (Lippische Landeskirche), KirchenprĂ€sident (Evangelisch-reformierte Kirche (Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland)) oder PrĂ€sident beziehungsweise SchriftfĂŒhrer (Bremische Evangelische Kirche), in unierten Landeskirchen PrĂ€ses (Rheinland, Westfalen) oder KirchenprĂ€sident (Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)). Die reformierten Kirchen der Schweiz sind presbyterianisch organisiert und kennen keine Bischöfe.

Kongregationalistische Konfessionen

Pēteris Sproģis, lettischer Baptisten-Bischof

Kongregationalistisch strukturierte Konfessionen, beispielsweise die Baptisten und Pfingstgemeinden, verfĂŒgen nur in seltenen FĂ€llen ĂŒber ein ĂŒbergemeindliches Bischofsamt. Ausnahmen sind zum Beispiel die Baptisten in Lettland, Georgien und in der Demokratischen Republik Kongo. Kongregationalistische Kirchengemeinschaften betonen die Autonomie der Ortsgemeinden und halten die Begriffe Bischof und Ältester fĂŒr synonym. Die meisten dieser Gemeinden kennen jedoch unter verschiedenen Bezeichnungen die Funktionen des dreifachen Amtes auf Gemeindeebene: es gibt einen Gemeindeleiter (episkopos), ein Gremium von Ältesten (presbyteroi) und diakonische Funktionen. Sie begrĂŒnden das unter anderem mit Hinweis auf Apostelgeschichte 20,17-35 ELB (Abschiedsrede des Paulus vor den Ältesten der Gemeinde Ephesus; siehe besonders die Verse 17 und 28). Dass das Bischofsamt ursprĂŒnglich eine Funktion der Ortsgemeinde war, wird ihres Erachtens auch an der alten katholischen Praxis deutlich, den Bischofstitel mit einem Ortsnamen zu verbinden.

Neuapostolische Kirche

Die Neuapostolische Kirche (NAK) kennt drei Amtsklassen: Diakone, Priester und Apostel. Die Apostel, im Apostolat zusammengefasst mit dem Stammapostel als Haupt, bilden die höchste Ämterhierarchie.

Unter den priesterlichen Ämtern ist die Amtsstufe des Bischofs die höchste. Bischöfe werden in der Regel, wie auch die Apostel, direkt durch den Stammapostel ordiniert. Sie unterstĂŒtzen ihren Apostel teils in ehrenamtlicher TĂ€tigkeit, teils auch im festen Dienst der Kirche. Die priesterlichen Ämter in der NAK fĂŒhren Gottesdienste durch, spenden das Sakrament der Heiligen Wassertaufe und das Sakrament des Heiligen Abendmahls, nehmen neue Mitglieder in die Kirche auf, segnen die Kirchenmitglieder zu Konfirmationen, Verlobungen, Trauungen, HochzeitsjubilĂ€en und fĂŒhren Trauerfeiern durch.

Das Bischofsamt wird im neuapostolischen Katechismus auch so beschrieben:[15]

„Der Bischof ist die wesentliche StĂŒtze seines Apostels in der Pflege der priesterlichen Ämter. Als Vorbild fĂŒr die Gottesknechte und Gotteskinder verkörpert er das „mĂŒtterliche" Element“ in der Gottesfamilie, der Gemeinde Christi auf Erden.“

Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Die Mormonen kennen einen Bischof als den Leiter einer Gemeinde. Das Amt eines Bischofs ist eine eigene Stufe in der hierarchisch gegliederten Struktur des Priestertums bei den Mormonen. Er arbeitet grundsĂ€tzlich ehrenamtlich und leitet alle Belange seiner Gemeinde. Er wird der Gemeinde vom sogenannten PfahlprĂ€sidenten (dieser beaufsichtigt mehrere Gemeinden und ist diesbezĂŒglich ungefĂ€hr einem Bischof in den großen Kirchen vergleichbar) vorgeschlagen und in allgemeiner Zustimmung durch die Gemeindemitglieder bestĂ€tigt. Eine Ablehnung ist ausschließlich dann möglich, wenn der vorgeschlagene Bischof Verfehlungen begangen hat, nicht jedoch auf Grund persönlicher Abneigungen. Die Einsetzung erfolgt durch Handauflegung. Zwingende Bedingung fĂŒr das Bischofsamt ist die Ehe. Wie alle Priester bei den Mormonen ist ein Bischof immer mĂ€nnlich. Üblicherweise wird ein Bischof nach ca. fĂŒnf bis sieben Jahren wieder aus dem Amt entlassen und ein Nachfolger aus den Reihen der Gemeinde berufen. Diese Entlassung wird keinesfalls als Herabstufung angesehen, sondern gehört zum normalen Werdegang.

Die Bibel

Von den Bischöfen - 1 Tim 3,1-7 EU:

„Das Wort ist glaubwĂŒrdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nĂŒchtern, besonnen, von wĂŒrdiger Haltung, gastfreundlich, fĂ€hig zu lehren; er sei kein Trinker und kein gewalttĂ€tiger Mensch, sondern rĂŒcksichtsvoll; er sei nicht streitsĂŒchtig und nicht geldgierig. Er soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder zu Gehorsam und allem Anstand erziehen. Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der fĂŒr die Kirche Gottes sorgen? Er darf kein Neubekehrter sein, sonst könnte er hochmĂŒtig werden und dem Gericht des Teufels verfallen. Er muss auch bei den Außenstehenden einen guten Ruf haben, damit er nicht in ĂŒble Nachrede kommt und in die Falle des Teufels gerĂ€t.“

Von den Ältesten und Bischöfen - Tit 1,5-9 EU

„Ich habe dich in Kreta deswegen zurĂŒckgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende fĂŒhrst und in den einzelnen StĂ€dten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe. Ein Ältester soll unbescholten und nur einmal verheiratet sein. Seine Kinder sollen glĂ€ubig sein; man soll ihnen nicht nachsagen können, sie seien liederlich und ungehorsam. Denn ein Bischof muss unbescholten sein, weil er das Haus Gottes verwaltet; er darf nicht ĂŒberheblich und jĂ€hzornig sein, kein Trinker, nicht gewalttĂ€tig oder habgierig. Er soll vielmehr das Gute lieben, er soll gastfreundlich sein, besonnen, gerecht, fromm und beherrscht. Er muss ein Mann sein, der sich an das wahre Wort der Lehre hĂ€lt; dann kann er mit der gesunden Lehre die Gemeinde ermahnen und die Gegner widerlegen.“

Literatur

  • Johannes Neumann, GĂŒnther Gaßmann, Gerhard Tröger: Bischof I. Das katholische Bischofsamt II. Das historische Bischofsamt III. Das evangelische Bischofsamt IV. Das synodale Bischofsamt. In: Theologische RealenzyklopĂ€die. 6 (1980), S. 653-697.
  • Erwin Gatz, Clemens Brodkorb: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448 bis 1648. Ein biographisches Lexikon. Duncker & Humblot, Berlin 1996, ISBN 3-428-08422-5.
  • Adalbert Erler: Juristische KurzlehrbĂŒcher. Kirchenrecht. Ein Studienbuch. 4. Auflage. C. H. Beck, MĂŒnchen 1975.
  • Martin Leitgöb: Vom Seelenhirten zum WegfĂŒhrer. Sondierungen zum bischöflichen SelbstverstĂ€ndnis im 19. und 20. Jahrhundert. Die Germanikerbischöfe 1837-1962. Herder, Rom 2004, ISBN 3-451-26458-7.
  • Johannes Preiser-Kapeller: Der Episkopat im spĂ€ten Byzanz. Ein Verzeichnis der Metropoliten und Bischöfe des Patriarchats von Konstantinopel in der Zeit von 1204 bis 1453. Verlag Dr. MĂŒller, SaarbrĂŒcken, ISBN 3-8364-8786-1
  • Thomas Schumacher: Bischof – Presbyter – Diakon. Geschichte und Theologie des Amtes im Überblick. Pneuma-Verlag, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-942013-01-7.

Siehe auch

Quellenangaben

  1. ↑ Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag/Hölder-Pichler-Tempsky, MĂŒnchen/Wien 1965.
  2. ↑ Vgl. Joachim Grzega, "Ae. bisc(e)op und seine germanischen Verwandten", Anglia 120 (2002): 372-383.
  3. ↑ St Vladimir's Orthodox Theological Seminary
  4. ↑ Codex des Kanonischen Rechtes, Can. 377 §1
  5. ↑ Hirtenduell in Himmelspforten Spiegel Online
  6. ↑ GehĂ€lter von Klerikern. In: GehĂ€lter von Klerikern Evangelische und katholische Kirche 8/2004. Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland, 12. August 2005, abgerufen am 10. Mai 2010 (PDF).
  7. ↑ Einzelplan 0 des Haushalts 2010/11 des Erzbistums Freiburg. 12. Dezember 2009, abgerufen am 8. August 2010 (PDF).
  8. ↑ Priesterbesoldungs- und Versorgungsordnung der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 29. September 2003, abgerufen am 8. August 2010 (PDF).
  9. ↑ Oberhirtliches Verordnungsblatt. Amtsblatt fĂŒr das Bistum Speyer. 25. MĂ€rz 2010, abgerufen am 8. August 2010 (PDF).
  10. ↑ Text des Konkordats von 1924. gesetze-bayern.de, abgerufen am 4. Februar 2011.
  11. ↑ Gesetz ĂŒber die BezĂŒge der Erzbischöfe, Bischöfe und Mitglieder der Domkapitel sowie ĂŒber die ZuschĂŒsse zum Personalaufwand des Landeskirchenrats. 8. Dezember 2009, abgerufen am 8. August 2010.
  12. ↑ Vgl. exemplarisch Art. 18 des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und Sachsen-Anhalt vom 15. Januar 1998 und Art. 14 Wittenberger Vertrag.
  13. ↑ Wijding van Dick Schoon tot Bisschop van Haarlem
  14. ↑ In AusnahmefĂ€llen, z. B. Firmung im Rahmen einer Erwachsenentaufe, kann Firmvollmacht an einen Priester erteilt werden. Ebenso kann bei Verhinderung des Bischofs die Spendung der Firmung durch einen beauftragten Priester erfolgen. Dies ist in der Regel der Generalvikar. In Todesgefahr kann und muss jeder Priester nichtgefirmten Getauften das Sakrament ohne spezielle Vollmacht spenden.
  15. ↑ Fragen und Antworten ĂŒber den neuapostolischen Glauben - S.85

Weblinks

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