Bondorf

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Bondorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bondorf
Bondorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bondorf hervorgehoben
48.5166666666678.8333333333333460
Basisdaten
Bundesland: Baden-W√ľrttemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
H√∂he: 460 m √ľ. NN
Fl√§che: 17,55 km¬≤
Einwohner:

5.861 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 334 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71149
Vorwahl: 07457
Kfz-Kennzeichen: BB
Gemeindeschl√ľssel: 08 1 15 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hindenburgstraße 33
71149 Bondorf
Webpräsenz: www.bondorf.de
B√ľrgermeister: Bernd D√ľrr
Lage der Gemeinde Bondorf im Landkreis Böblingen
Landkreis Esslingen Landkreis T√ľbingen Landkreis Reutlingen Landkreis Ludwigsburg Stuttgart Landkreis Calw Enzkreis Pforzheim M√∂tzingen Jettingen Holzgerlingen Deckenpfronn Aidlingen Ehningen G√§rtringen Hildrizhausen Nufringen Bondorf G√§ufelden Herrenberg Waldenbuch Weil im Sch√∂nbuch Weil im Sch√∂nbuch Altdorf (Landkreis B√∂blingen) Holzgerlingen B√∂blingen Sch√∂naich Steinenbronn Magstadt Sindelfingen Grafenau (W√ľrttemberg) Weil der Stadt Renningen Rutesheim Rutesheim Weissach LeonbergKarte
√úber dieses Bild
Evangelische Kirche in Bondorf (Juli 2007)

Bondorf ist eine Gemeinde im Landkreis B√∂blingen in Baden-W√ľrttemberg. Es ist der s√ľdlichste Ort des Regierungsbezirks Stuttgart und der Region Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bondorf liegt im Korng√§u bzw. oberen G√§u, 10 km s√ľdlich von Herrenberg, 16 km nord√∂stlich von Horb am Neckar und 10 km nordwestlich von Rottenburg am Neckar. Au√üerdem liegt Bondorf 45 km s√ľdwestlich von Stuttgart entfernt.

Gemeindegliederung

Zu Bondorf gehören das Dorf Bondorf, die Orte Haitinger Höfe, Herdweghöfe, Hohenreutin, Niederreutin, Weildorf und Wurmfeld sowie die abgegangenen Ortschaften Schorre und Uffhofen.[2]

Geschichte

Bondorf wurde um 1150 erstmals in Urkunden des Klosters Reichenbach erw√§hnt. In diesem Text wurde √ľber ein sch√∂nes Dorf namens Baumdorf geredet, das als Ursprung des heutigen Namens Bondorf gilt. Das Gebiet der Gemeinde war bereits zu r√∂mischer Zeit besiedelt, worauf die 1975 ausgegrabene Villa Rustica hinweist (siehe unten). 1559 ist Bondorf mitsamt Kirche und Turm bis auf vier H√§user vollst√§ndig abgebrannt. Im Jahre 1685 sind in Folge eines Blitzes 41 Wohnungen nebst Scheunen abgebrannt. Als w√§re das jedoch nicht genug, brannten am 23. Oktober 1815 in der Zeit von nur zwei Stunden abermals 40 Geb√§ude ab. Jedes Mal jedoch bauten die Bewohner alles wieder auf, was im Jahre 1879 mit einer Bahnlinie in Richtung Stuttgart und Horb belohnt wurde. 1905 schlie√ülich wurde die G√§uwasserversorgung gegr√ľndet mit dem Sitz Bondorf.

W√§hrend der Zeit des NS-Regimes lag in der N√§he von Bondorf ein Nachtj√§gerflugplatz, an den heute nur noch ein langer Kiesweg erinnert, der damals die Start- und Landebahn darstellte. Der Flugplatz wurde vor allem von H√§ftlingen aus dem KZ Hailfingen-Tailfingen in Zwangsarbeit erbaut; das KZ war ein Nebenlager des KZ Natzweiler. Dabei starben viele H√§ftlinge durch die Strapazen und durch Erschie√üungen. 72 Opfer wurden in einem Massengrab am √∂stlichen Ende der Landebahn verscharrt. Am 1. Juni 1945 wurde den franz√∂sischen Soldaten von drei √úberlebenden das Massengrab gezeigt, das am folgenden Tag ge√∂ffnet wurde. Die m√§nnliche Bev√∂lkerung von Oberndorf, Hailfingen und alle B√ľrger aus Bondorf und Tailfingen mussten zu Fu√ü zum Flugplatz und dort die Leichen ausgraben, die Tailfinger M√§nner mussten das Massengrab aufdecken; dabei kam es zu Misshandlungen durch franz√∂sische Soldaten an deren Folgen zwei Bondorfer B√ľrger starben.[3] An die Opfer von Krieg und KZ-Terror erinnern ein Mahnmal in der romanischen Turmstube und ein Kirchenfenster des K√ľnstlers Emil Jo Homolka in der evangelischen Kirche.[4]

1972 wurde das neu gebaute Rathaus in der Hindenburgstra√üe in Betrieb genommen. Zwei Jahre sp√§ter wurde auch die Ortskanalisation vervollst√§ndigt und die Kl√§ranlage Bondorf-Hailfingen fertiggestellt (Abfluss des Wassers √ľber den Kochhart-Graben). Ein Jahr sp√§ter wiederum wurde die neu erbaute G√§uhalle fertiggestellt, die 1999 komplett modernisiert wurde. Jedoch wurde auch die 1966 erbaute Hauptschule um eine Grundschule im Jahre 1985 erweitert und schlie√ülich zwei weitere Male aufgestockt (1995, 2005).

Einwohnerentwicklung

  • 1850: 1.441 Einwohner
  • 1900: 1.620 Einwohner
  • 1950: 2.359 Einwohner
  • 1970: 2.550 Einwohner
  • 1985: 3.300 Einwohner
  • 1998: 4.750 Einwohner
  • 1999: 5.030 Einwohner
  • 2000: 5.100 Einwohner
  • 2005: 5.719 Einwohner
  • 2010: 5.861 Einwohner

Politik

Kommunalwahl in Bondorf 2009
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
60,3%
25,2%
14,5%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,0%
-2,0%
+4,9%
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Wappen

Blasonierung: ‚ÄěIn Silber auf rotem Dreiberg drei gr√ľne √Ąhren (Dinkel).‚Äú

Die √§lteste bekannte Darstellung des Ortswappens findet sich auf einem von Feldmesser Christian Maier von Bondorf im Jahre 1818 gezeichneten Plan im Gemeindearchiv. Es zeigt 3 gr√ľne √Ąhren (Dinkel) nebeneinander in silbernem Feld. Das Wappen scheint in der Folgezeit in Vergessenheit geraten zu sein, denn aus dem 19. und dem 1. Drittel des 20. Jahrhunderts sind nur Gemeindesiegel mit den w√ľrttembergischen Hirschstangen bekannt. Erst 1930 griff die Gemeinde auf das alte Wappen zur√ľck und f√ľhrt es seitdem in der oben beschriebenen Weise.

Villa Rustica

Die seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannte r√∂mische Ansiedlung (Villa rustica) auf der Gemarkung Bondorf wurde 1975 gro√üfl√§chig ausgegraben. Dieses Gebiet war seit der Vorgeschichte ein beliebter Ansiedlungspunkt. Mit einer Ausdehnung von 2,5 ha und 12 Geb√§uden geh√∂rte diese Ansiedlung aus der Mitte des 2. Jahrhunderts zu den gr√∂√üten Gutsh√∂fen im s√ľdwestdeutschen Raum. Neben dem Haupt- und dem Badegeb√§ude, sind ein Tempel, ein Wirtschaftsgeb√§ude, ein Stall und weitere Nebengeb√§ude Teil der Anlage.

Die Anlage diente haupts√§chlich landwirtschaftlichen Zwecken. Die erwirtschafteten G√ľter waren sowohl f√ľr den Eigenbedarf, als auch f√ľr den Verkauf in der naheliegenden stadtartigen Siedlung Rottenburg (Sumelocenna) gedacht. Qualitativ hochwertige Steinskulpturen belegen den Wohlstand der im Gutshof lebenden Menschen. Nach etwa 100 Jahren wurde die ‚ÄěVilla Rustica‚Äú etwa 240 n. Chr. von ihren Bewohnern aufgegeben.

Die Reste der ‚ÄěVilla Rustica‚Äú von Bondorf liegen heute genau unter der Autobahnausfahrt Rottenburg/Bondorf der Bodenseeautobahn A 81.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bondorf ist durch die Bundesstra√üe 28a (Rottenburg‚ÄďHorb) an das √ľberregionale Stra√üennetz angebunden. Die Ausfahrt ‚ÄěRottenburg‚Äú der Bundesautobahn 81 befindet sich auf Bondorfer Gemarkung.

Die G√§ubahn verbindet Bondorf √ľber das Schienennetz mit Stuttgart, Singen, Freudenstadt und den √∂ffentlichen Verkehrsmittel des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart.

Bildungseinrichtungen

Bondorf besitzt eine eigene Grund- und Hauptschule, sowie f√ľnf (seit Sommer 2010 vier) Kinderg√§rten.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Hans Beerstecher (* 1938), Politiker (SPD), von 1972 bis 1992 Landtagsabgeordneter

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Bev√∂lkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-W√ľrttembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. ‚ÜĎ Das Land Baden-W√ľrttemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 93‚Äď94.
  3. ‚ÜĎ Beschreibung der Vorg√§nge der √Ėffnung des Massengrabes am 2. Juni 1945
  4. ‚ÜĎ Ulrike Puvogel und Martin Stankowski: Gedenkst√§tten f√ľr die Opfer des Nationalsozialismus, Band I, Bonn 1996, ISBN 3-89331-208-0, S. 27 und 36 (PDF-Download bpb.de).

Weblinks

 Commons: Bondorf ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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