Bosnien-Herzegowina

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Bosnien-Herzegowina
Bosna i Hercegovina
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Bosnien und Herzegowina

Flagge von Bosnien und Herzegowina
Wappen von Bosnien und Herzegowina
Flagge Wappen
Amtssprache Bosnisch, Serbisch, Kroatisch
Hauptstadt Sarajevo
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt Haris SilajdŇĺińá, NebojŇ°a Radmanovińá1, ŇĹeljko KomŇ°ińá
Regierungschef Ministerpr√§sident Nikola ҆pirińá
Fläche 51.129 km²
Einwohnerzahl 4.552.000 (Juli 2007)
BIP nominal (2007)[1] 14.780 Mio. US$ (101.)
BIP/Einwohner 3.712 US$ (91.)
HDI 0,803 (66.)
Währung 1 Mark = 100 Feninga
1 EUR = 1,95583 BAM
(Fixer Wechselkurs, gebunden an die Deutsche Mark bis 2002)
Nationalhymne Intermeco
Nationalfeiertag in den Entit√§ten unterschiedlich, siehe Abschnitt ‚ÄěFeiertage und Feste‚Äú
Zeitzone MEZ/MESZ
Kfz-Kennzeichen BiH
Internet-TLD .ba
Telefonvorwahl +387
(1) Vorsitzender des Staatspräsidiums, d.h. amtierender Präsident Bosnien und Herzegowinas seit November 2008[2]

Bosnien und Herzegowina (in den Landessprachen Bosna i Hercegovina, kurz BiH; kyrillisch¬†–Ď–ĺ—Ā–Ĺ–į –ł –•–Ķ—Ä—Ü–Ķ–≥–ĺ–≤–ł–Ĺ–į, kurz –Ď–ł–•; deutsch auch Bosnien-Herzegowina) ist ein Staat in S√ľdosteuropa. Er grenzt im Osten an Serbien, im S√ľdosten an Montenegro, im Norden, Westen und S√ľdwesten an Kroatien sowie auf wenigen Kilometern bei Neum an das Mittelmeer. Die unabh√§ngige Republik ging 1992 aus der jugoslawischen Teilrepublik Bosnien und Herzegowina hervor und hat wie diese fast dieselben Grenzen, die das √∂sterreichisch-ungarische Okkupationsgebiet Bosnien und Herzegowina 1878 auf dem Berliner Kongress erhielt. Bosnien und Herzegowina besteht seit dem Dayton-Vertrag aus zwei weitgehend autonomen Gliedstaaten (Entit√§ten), der F√∂deration Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska, sowie dem Sonderverwaltungsgebiet Brńćko-Distrikt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bosnien und Herzegowina liegt im westlichen Teil der Balkanhalbinsel und ist in weiten Teilen durch eine bewaldete Mittelgebirgslandschaft gepr√§gt, wobei die h√∂chsten Berge H√∂hen von fast 2400 Meter √ľber dem Meeresspiegel erreichen. Ein Teil des Berglandes, insbesondere in den westlichen Landesteilen und der Herzegowina, ist verkarstet. Das hier anfallende Oberfl√§chenwasser gelangt nicht in die gro√üen Flusssysteme, sondern versickert gr√∂√ütenteils. Im S√ľden sowie in der n√∂rdlich gelegenen Save-Niederung gibt es auch flachere Regionen, die landwirtschaftlich genutzt werden. Ebenfalls im S√ľden befindet sich die 24 Kilometer lange Adria-K√ľste bei Neum.

Bosnien und Herzegowina hat eine insgesamt 1459¬†km lange Au√üengrenze zu seinen drei Nachbarstaaten. Davon entfallen 932¬†km auf Kroatien, welches das Land in einem Bogen n√∂rdlich und westlich umgibt, 302¬†km auf Serbien im Osten und 225¬†km auf Montenegro im S√ľdosten.

Siehe auch:

Geomorphologie

Der h√∂chste Punkt des Landes: Maglińá.

Die h√∂chstgelegenen Gebiete des Landes befinden sich im S√ľdosten, an der historischen Grenze zwischen Bosnien und der Herzegowina. Der Gipfel des s√ľdlich von Fońća an der montenegrinischen Grenze gelegenen Maglińá-Massivs ist mit 2.386¬†m der h√∂chste Punkt. Der Rest des Landes ist vorwiegend von Mittelgebirgslandschaft gepr√§gt.

An seiner Nordgrenze hat Bosnien und Herzegowina Anteil an der Pannonischen Tiefebene, die sich hier im Bereich der Save-Niederung erstreckt.

Klima

Bosnien und Herzegowina liegt im √úbergangsgebiet zwischen mediterranem und kontinentalem Klima. Im Winter ist es sehr kalt und ein kalter Fallwind vom Landesinneren f√ľhrt zu starken B√∂en und St√ľrmen. Im S√ľden des Landes sind die Sommer hei√ü.

Gewässer

Die Una bei Bihańá

Die wichtigsten Fl√ľsse des Landes sind Save und Drina, die Bosnien und Herzegowina im Norden und Osten begrenzen, sowie die Bosna, welche im Landesinneren entspringt und in die Save m√ľndet. Fast das gesamte Gebiet Bosniens geh√∂rt zum Einzugsgebiet der Save bzw. des Schwarzen Meeres, w√§hrend die Fl√ľsse der Herzegowina - zum Teil unterirdisch - in die Adria entw√§ssern.

Die T√§ler der gr√∂√üeren Fl√ľsse Bosniens erstrecken sich fast ausschlie√ülich in Nord-S√ľd-Richtung, was f√ľr die Siedlungs- und Verkehrsgeschichte des Landes von Bedeutung ist. Zu den gr√∂√üeren Fl√ľssen z√§hlen die Una und Sana, der Vrbas und die Neretva. Alle Fl√ľsse in Bosnien und Herzegowina sind nicht schiffbar.

Siehe auch: Liste der Fl√ľsse in Bosnien und Herzegowina

Bosnien hat wenige bedeutende Seen. Die meisten gro√üen Stillgew√§sser wurden k√ľnstlich angestaut. Gro√üe Stauseen gibt es an Drina, Neretva, Vrbas und TrebiŇ°njica.

Landnutzung

Nur ein knappes F√ľnftel der Landesfl√§che ist f√ľr den Ackerbau geeignet; diese Fl√§chen befinden sich vor allem entlang der Save, am Unterlauf der Neretva und in den Poljen der Herzegowina.

Natur

Bosnien und Herzegowinas Tier- und Pflanzenwelt ist ungewöhnlich artenreich und vielfältig. Die Flora und Fauna, Bosnien und Herzegowinas profitiert von der geringen Bevölkerungsdichte und den unbewohnten Landstrichen. Um die 60 Prozent der Fläche Bosnien und Herzegowinas ist bewaldet, besonders das Gebirge ist sehr waldreich. Durch die schwere Zugänglichkeit ist die Natur wenig bedroht. So konnte der Lebensraum vieler seltener Tiere und Pflanzen erhalten werden. Viele Tiere die in Bosnien und Herzegowina leben, sind in anderen Teilen Europas ausgestorben.

Flora

In Bosnien und Herzegowina finden viele bedrohte Pflanzenarten in den Hochgebirgen einen Lebensraum. Im Nationalpark Sutjeska befindet sich der Peruńáica-Urwald ‚Äď einer der gr√∂√üten, die noch in Europa erhalten sind. Im Bereich des Dinarischen Gebirges gilt eine H√∂he von 500 bis 1000 Metern als Niedrigzone. In diesem Bereich sind Eichen- und Buchenbewaldung typisch. In der H√∂he von 1500 Metern kommt eine Buchen-, Fichten-, Tannen- und Kieferbewaldung vor. Ein Baum, der in fast allen Gebirgen des Landes vorkommt, ist die gew√∂hnliche Kiefer. Eine Mischung aller dieser Baumarten findet man vor, wenn bewaldete Bereiche schon in niedriger H√∂he beginnen und sich nach oben fortsetzen. In diesem Falle spricht man von einem illyrischen Floragebiet.

Man kann in allen Bereichen der Hochzone Gebirgsgew√§chse wie beispielsweise Windr√∂schen, Thymian und Katzenkraut antreffen. Sie sind auf allen Bergen des Landes zu finden, sowie die klassische Alpenflora. Eine Besonderheit sind die durch H√∂hleneinbr√ľche entstandenen Dolinen. Auf den gro√üen Fl√§chen der Dolinen findet man typische Pflanzen einer k√§lteren Gebirgslandschaft, w√§hrend auf den R√§ndern mittelmeertypische Pflanzen wachsen. Ein gutes Beispiel f√ľr die Flora des Landes ist das Gebirge BjelaŇ°nica. Man trifft am Fu√üe des Berges verschiedene Laubbaumarten wie Eichen, Trauben- bzw. Wintereichen, Wei√üdorn und Schwarzbuchen an. In den h√∂heren Regionen herrscht ein Mischwald mit Buchen und Tannen.

Der Walnussbaum ist in S√ľdosteuropa heimisch und in der Niedrigzone weit verbreitet. Die Hochgebirge weisen √ľberwiegend Wacholder auf, welcher au√üerordentlich widerstandsf√§hig gegen K√§lte ist. Im Fr√ľhling kann man eine gro√üe Zahl an Blumen finden. Typische Vertreter sind Veilchen, Enziane, Narzissen, Kamille, B√§rlauch, duftende Schl√ľsselblumen, Natternk√∂pfe und Stiefm√ľtterchen. Viele bereits weitr√§umig ausgestorbene Blumen haben sich in Bosnien und Herzegowina eingeb√ľrgert, wie beispielsweise die Orchideengew√§chse am ProkoŇ°kosee. Manche kalkhaltige B√∂den bieten ideale Bedingungen f√ľr Orchideengew√§chse wie z.¬†B. f√ľr das rote Waldv√∂glein oder die Berghyazinthe. Wegen des warmen Klimas wachsen auch Liliengew√§chse in dieser Region. Zum Beispiel wachsen in Bosnien und Herzegowina einige seltene Vertreter der Gattung Tulipa, wie z.¬†B. die Tulipa biflora, die von Kroatien bis Albanien verbreitet ist oder die Tulipa orphanidea, welche eine Seltenheit ist und von der unber√ľhrten Natur profitiert.

Zudem weist das Land eine beachtliche Anzahl an Endemiten auf. Das Lilium carniolicum var. bosniacum ist im zentralen Bosnien auf kalkhaltigen B√∂den endemisch. Lange war ihre Position unklar, was dazu f√ľhrte, das sie man sie als Unterart bzw. Variet√§t zu den Pyren√§en-Lilien oder als Synonym zu den Lilium chalcedonicum z√§hlte. Erst nach molekulargenetischen Untersuchungen wurden sie schlie√ülich der Krainer Lilie zugeordnet. Eine Pflanze die auch lange ohne eindeutige Zuordnung war und in Bosnien gedeiht, ist das Lilium jankae und weist Vorkommen bis hin zu den Rhodopen auf.

Fauna

Viele Tiere, die in anderen Teilen Europas ausgestorben sind, können sich ohne menschliche Eingriffe in Bosnien und Herzegowina entwickeln. Jede Menge Tiere haben sich unabhängig von den benachbarten Gebieten entwickelt.

Am kurzen K√ľstenstreifen finden sich die √ľblichen Fischarten der Adria. Die Fischfauna in den zahlreichen Gebirgsb√§chen und Fl√ľssen ist sehr interessant; in den klaren Gebirgsseen konnte so manche Art vor dem Aussterben gerettet werden. Aale kann man z.¬†B. in Hutovo Blato antreffen. Hutovo Blato ist ein Naturpark, zu dem viele kleine Seen und S√ľmpfe geh√∂ren. Auch kann man zahlreiches anderes Wassergetier au√üer Fischen beobachten, besonders die zahlreichen Krebsarten.

Die vielen verschiedenen Schlangenarten, die man in Bosnien und Herzegowina antreffen kann, sind √∂fters giftig. Eine Untergattung der Kreuzotter sowie die Kreuzotter selbst sind giftig. Vierstreifennattern (Elaphe quatuorlineata), die nicht giftig sind, sowie die giftigen Europ√§ische Horn- oder Sandottern sind in ganz S√ľdosteuropa verbreitet. Neben Schlangen leben auch eine gro√üe Anzahl anderer Reptilien wie z.¬†B. Echsen in Bosnien und Herzegowina.

Die faszinierende Vogelwelt hat sich in den bosnischen Gebirgen gut erhalten. Der Gr√ľnspecht ist in den Laubw√§ldern und der Schwarzspecht in den Nadelw√§ldern des Landes heimisch. Aasgeier sind auf vielen Bergen wie z.¬†B. der BjelaŇ°nica beheimatet. Zu den wichtigsten Raubv√∂geln des Landes geh√∂ren die Steinadler sowie die Falkenarten. Der Steinadler ist in K√ľstenn√§he und in den vielen vorkommenden Gebirgen beheimatet. Der Turmfalke ist in ganz Bosnien und Herzegowina beheimatet. Der Lannerfalke hat in der Herzegowina seine Heimat gefunden. Auch sind unz√§hlige Insekten- und K√§fergattungen im Land vertreten.

Das größte Tier des Landes ist der vom Aussterben bedrohte Braunbär, von dem rund 2800 Exemplare in Bosnien und Herzegowina leben.

Bevölkerung

Bevölkerungsmehrheiten in Bosnien und Herzegowina im Jahre 2005

Von den etwa 4,55 Mio. Einwohnern des Landes sind etwa 48 % Bosniaken, 37,1 % Serben und 14,3 % Kroaten. Minderheiten wie Roma und Juden stellen 0,6 %[3]. Im Vergleich zu 1991 ist die Zahl der Bosniaken demnach fast gleich geblieben, die Zahl der Serben ist um 115.000 gestiegen, die der Kroaten ist um 3 % gefallen.

Die drei offiziellen Staatsvölker sprechen die eng miteinander verwandten Sprachen Bosnisch, Serbisch und Kroatisch. Je nach Sichtweise werden diese Sprachen auch zusammenfassend als Serbokroatisch bezeichnet.

Die Staatsb√ľrger der Republik Bosnien und Herzegowina werden oft als Bosnier bezeichnet. Damit sind Serben und Kroaten wie auch Bosniaken gemeint, die in Bosnien und Herzegowina beheimatet sind. Dagegen steht der Begriff Bosniaken ausschlie√ülich f√ľr die Muslime.

Religion

Die Kaisermoschee in Sarajevo

In Bosnien und Herzegowina gibt es seit Jahrhunderten ein Nebeneinander verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen. Die meisten Einwohner werden formell einer der zwei großen monotheistischen Religionsgemeinschaften (Christentum und Islam) zugerechnet: bosniakische Muslime (ca. 43,7 %), serbisch-orthodoxe Christen (ca. 31,4 %) sowie mehrheitlich kroatische römisch-katholische Christen (ca. 17,3 %). In Mostar hat sich während des Krieges eine kleine evangelische Gemeinde aus Serben, Kroaten und Bosniaken gebildet. Sie ist spirituell-charismatisch geprägt; die Gemeindearbeit ist ökumenisch ausgerichtet[4]. Die Gläubigen sonstiger Religionen stellen ca. 7,6 % der Gesamtbevölkerung des Landes. Im Jahr 2008 leben rund 1000 Juden in Bosnien und Herzegowina, etwa 900 Sephardim und 100 Aschkenasim. Die größte Gemeinde ist die von Sarajevo mit zirka 700 Mitgliedern.[5]

Die genannten Zahlen geben keine Auskunft √ľber den Anteil der Einwohner, die sich als nichtreligi√∂s oder atheistisch bezeichnen w√ľrden.

Schulwesen und Bildung

Jedes Kind aus Bosnien und Herzegowina muss laut Gesetz eine vier Jahre lang andauernde Volksschule und anschlie√üend eine Hauptschule besuchen. Mit der Schulreform 2005 wurde eine neunj√§hrige Schulzeit eingef√ľhrt. Die wichtigste √Ąnderung dabei war die Einf√ľhrung eines beschreibenden Schulnoten-Systems in den ersten drei Schuljahren. Danach funktioniert das System wie in den meisten europ√§ischen L√§ndern. Die Sch√ľler beginnen entweder eine Lehre, die √ľberwiegend in der Berufsschule ohne wirklichen Kontakt mit den Betrieben absolviert wird, oder eine H√∂here Schule (Gymnasium). Universit√§ten gibt es in Sarajevo, Ost-Sarajevo, Banja Luka, Mostar (die kroatisch dominierte SveuńćiliŇ°te Mostar und die bosniakisch dominierte Universit√§t ‚ÄěDŇĺemal Bijedińá‚Äú), Tuzla, Zenica und Bihańá.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Bosnien und Herzegowina

Die Gavrilo-Princip-Br√ľcke in Sarajevo

Bosnien und Herzegowina besteht aus zwei historischen Regionen, die aber keine Beziehung zu der heutigen Einteilung in Entit√§ten haben: Bosnien und die Herzegowina. Der Landesname Bosnien leitet sich vom Fluss Bosna ab, der nahe der Hauptstadt Sarajevo entspringt. Der Name Herzegowina geht auf den Herrschertitel Herceg = Herzog (Hercegovina=Herzogsland) zur√ľck. Der Berliner Kongress stellte 1878 die osmanischen Provinzen Bosnien, Herzegowina sowie den Sandschak von Novi Pazar unter √∂sterreichisch-ungarische Verwaltung. Die formale Annexion durch die Doppelmonarchie im Jahre 1908 l√∂ste die Bosnische Annexionskrise aus. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land Bestandteil des K√∂nigreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Das Attentat auf den √∂sterreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo wird als ein wesentlicher Ausl√∂ser des Ersten Weltkrieges angesehen.

Bosnien und Herzegowina erklärte am 15. Oktober 1991 seinen Austritt aus dem Staatsverband Jugoslawien und ist seither eine unabhängige Republik. Die internationale Anerkennung erfolgte am 17. April 1992. Es folgten drei Jahre Krieg zwischen serbischen, kroatischen und bosnisch-muslimischen Einheiten. Am Ende des Bosnienkrieges stand der 1995 in Dayton (USA) paraphierte und in Paris am 14. Dezember unterzeichnete Dayton-Vertrag, der die föderale Republik Bosnien und Herzegowina schuf, die allerdings noch unter den Folgen des Krieges und den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen leidet (siehe Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens).

Politik

Die Wahlen am 1. Oktober 2006 galten als zukunftsweisend, weil die internationale Gemeinschaft 2007 den Hohen Repr√§sentanten abziehen und Bosnien und Herzegowina in die volle Souver√§nit√§t √ľberf√ľhren wollte. Im Nachhinein wurde dieses Vorhaben um ein weiteres Jahr verschoben. In das Staatspr√§sidium wurden der Bosniake Haris SilajdŇĺińá von der Partei f√ľr Bosnien und Herzegowina (SBiH), der Serbe NebojŇ°a Radmanovińá vom Bund der Unabh√§ngigen Sozialdemokraten (SNSD) und der Kroate ŇĹeljko KomŇ°ińá von den multi-ethnischen Sozialdemokraten gew√§hlt. KomŇ°ińá schlug in einem Kopf-an-Kopf-Rennen seinen Kontrahenten von der nationalistischen Kroatischen Demokratischen Union in Bosnien und Herzegowina (HDZ BiH). Nationalistische kroatische Gruppen hatten daraufhin protestiert, KomŇ°ińá k√∂nne nicht kroatische Interessen vertreten, da auch Mitglieder anderer Volksgruppen f√ľr ihn gestimmt h√§tten. Die bosnisch-serbische Partei Bund der Unabh√§ngigen Sozialdemokraten hatte vor den Wahlen erneut ein Referendum f√ľr die Unabh√§ngigkeit der Teilrepublik Srpska gefordert, falls die Forderungen nach einer st√§rkeren Zentralisierung nicht aufh√∂rten. SilajdŇĺińá setzte sich f√ľr eine Verfassungs√§nderung ein, die ein Zusammenwachsen Bosniens in einen ‚Äěfunktionsf√§higen‚Äú Staat erm√∂glichen solle. Dies wird teilweise so interpretiert, dass er die Existenz der Entit√§ten infrage stellte. Im Januar 2008 bekr√§ftigte der Vorsitzende des SNSD, Milorad Dodik, die Zugeh√∂rigkeit der Republika Srpska zum Gesamtstaat und seinen Willen, diesen aufrecht zu erhalten. Ende Februar 2008 beschlossen EU-Vertreter gemeinsam mit Gesandten der USA und Russlands, den Hohen Repr√§sentanten auf unbestimmte Zeit im Land zu lassen. Am 16. Juni 2008 wurde das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der Europ√§ischen Union abgeschlossen, das als wichtige Vorstufe f√ľr den angestrebten Beitritt zur EU gilt.[6] Die Unterzeichnung wurde von einer Polizeireform abh√§ngig gemacht. Die Polizei beider Landesteile wurde aufgerufen intensiver miteinander zu kooperieren, insbesondere um weitere Kriegsverbrecher zu √ľberf√ľhren. seit 2003 agiert die EUPM in Bosnien und Herzegowina. Prim√§r ist sie f√ľr die Bek√§mpfung von organisiertem Verbrechen und f√ľr die Beratung hinsichtlich der Polizeireform zust√§ndig. Eine EU-Vollmitgliedschaft w√§re noch vor 2020 m√∂glich, sofern Bosnien-Herzegowina kontinuierlich die wirtschaftliche Situation verbessert, demokratische Strukturen st√§rkt und ethnische Spannungen abbaut.[7]

Vorsitzender des Ministerrats und damit Regierungschef ist seit Januar 2007 Nikola ҆pirińá (SNSD).

Siehe auch: Liste der Vorsitzenden des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Liste der politischen Parteien in Bosnien und Herzegowina


Militär

Bis Ende 2005 lag die Verteidigungspolitik bei den beiden Entit√§ten. Seit 2006 unterstehen die Streitkr√§fte der Staatspr√§sidentschaft und dem 2004 geschaffenen Verteidigungsministerium der Staatsebene. Die Truppen bestehen aus einer bosniakischen, einer serbischen und einer kroatischen Komponente. Die k√ľnftige gemeinsame Armee soll aus bis zu 10.000 aktiven Berufssoldaten und einer etwa halb so starken ‚Äěaktiven Reserve‚Äú bestehen. Die allgemeine Wehrpflicht wurde am 1. Januar 2006 aufgehoben. Angestrebt wird die Integration der Streitkr√§fte in europ√§ische und euroatlantische Strukturen und die Beteiligung an UN-Eins√§tzen. 2006 trat Bosnien und Herzegowina der NATO-‚ÄěPartnerschaft f√ľr den Frieden‚Äú bei[8].

Verwaltung

Politische Gliederung von Bosnien und Herzegowina

Die politische Gliederung des Staates ist komplex. Seit dem Dayton-Vertrag (auch bekannt als Dayton-Friedensabkommen) besteht Bosnien und Herzegowina aus zwei Entit√§ten: der F√∂deration Bosnien und Herzegowina (Federacija Bosne i Hercegovine, auch bekannt als Bosniakisch-Kroatische F√∂deration) und der Republika Srpska (Serbische Republik). Beide Entit√§ten verf√ľgen jeweils √ľber eine eigene Exekutive und Legislative. Der Distrikt um die nordbosnische Stadt Brńćko untersteht als Kondominium beider Entit√§ten direkt dem Gesamtstaat. Die F√∂deration Bosnien und Herzegowina setzt sich aus zehn Kantonen zusammen, die √ľber weitere eigene Zust√§ndigkeiten verf√ľgen.

Der gesamtstaatlichen Ebene waren zunächst nur die Außenpolitik, die Geldpolitik sowie die Außenwirtschaftsbeziehungen zugeordnet. In den vergangenen Jahren wurden die Kompetenzen des Zentralstaats um weitere Aufgaben ergänzt (Verteidigung, Zoll und indirekte Besteuerung, Verfolgung und Aburteilung von Kriegsverbrechern und Bekämpfung der Schwerkriminalität).

Präsidentenpalast in Sarajevo

Neben den Regierungen und Parlamenten der beiden Entit√§ten gibt es eine gemeinsame Regierung und ein gemeinsames Parlament (Abgeordnetenhaus mit 42 Sitzen und Kammer der V√∂lker mit 15 Sitzen) f√ľr den Gesamtstaat. Die drei Volksgruppen haben je einen Vertreter in einem dreik√∂pfigen Staatspr√§sidium. Die Bosniaken und Kroaten w√§hlen ihre beiden Vertreter in der F√∂deration, die bosnischen Serben ihren in der Republika Srpska. Der Vorsitz des Staatspr√§sidiums wechselt alle acht Monate. Faktisch √ľbt einen Teil der Staatsgewalt jedoch der Hohe Repr√§sentant als Vertreter der internationalen Gemeinschaft aus, was damit begr√ľndet wird, dass infolge des im Krieg entstandenen gegenseitigen Misstrauens unter den Verantwortlichen der Volksgruppen nach wie vor eine Blockadehaltung vorherrsche. Au√üerdem sind nach wie vor rund 2500 ausl√§ndische Soldaten im Rahmen der Operation EUFOR/Althea in Bosnien und Herzegowina stationiert.

Siehe auch:

Städte

Sarajevo
Banja Luka

Gro√üe Landesteile sind nur d√ľnn besiedelt. Vereinfacht dargestellt konzentriert sich der Gro√üteil der Bev√∂lkerung im Raum Sarajevo sowie in den T√§lern der gr√∂√üeren Fl√ľsse, v.¬†a. der Bosna.

Die größten Städte in Bosnien und Herzegowina sind:

Städte in Bosnien und Herzegowina (Einwohnerzahlen ohne Agglomeration)
Rang Name Einwohner Verwaltungseinheit
lateinisch kyrillisch Zensus 1981 Zensus 1991 Schätzung 2005
1. Sarajevo –°–į—Ä–į—ė–Ķ–≤–ĺ 319.017 416.497 297.523 Kanton Sarajevo
2. Banja Luka –Ď–į—ö–į –õ—É–ļ–į 123.937 143.079 224.647 Republika Srpska
3. Tuzla –Ę—É–∑–Ľ–į 65.091 83.770 88.521 Kanton Tuzla
4. Zenica –ó–Ķ–Ĺ–ł—Ü–į 63.569 96.027 85.649 Kanton Zenica-Doboj
5. Mostar –ú–ĺ—Ā—ā–į—Ä 63.427 75.865 64.301 Kanton Herzegowina-Neretva
6. Prijedor –ü—Ä–ł—ė–Ķ–ī–ĺ—Ä - - 57.166 Republika Srpska
7. Bihańá –Ď–ł—Ö–į—õ 29.875 45.995 39.195 Kanton Una-Sana
8. Brńćko –Ď—Ä—á–ļ–ĺ 31.437 41.405 38.479 Distrikt Brńćko
9. Bijeljina –Ď–ł—ė–Ķ—ô–ł–Ĺ–į 31.124 37.216 37.692 Republika Srpska

Siehe auch:

Wirtschaft

20-Feniga-M√ľnzen. Die M√ľnzen sind mit Marka und Feniga beschriftet.

Die Wirtschaft war nach dem Bosnienkrieg (1992‚Äď1995) zerst√∂rt und erholt sich langsam. Bosnien und Herzegowina hat seit 2004 mit j√§hrlich 6 Prozent das h√∂chste Wirtschaftswachstum S√ľdosteuropas, zugleich aber eine sehr hohe Arbeitslosigkeit von √ľber 40 Prozent, wobei es einen gro√üen informellen Sektor gibt. Zurzeit belebt sich die Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina; Beispiele sind das in VogoŇ°ńáa bei Sarajevo wieder in Betrieb genommene Volkswagenwerk Volkswagen Sarajevo d.o.o., der Bau des Bosmal City Centars und steigende Tourismuseinnahmen.

Auf dem Korruptionsindex 2007 von Transparency International lag Bosnien und Herzegowina auf Platz 84, gemeinsam mit Mazedonien und Montenegro[9].

Siehe auch: Liste der größten Unternehmen in Bosnien und Herzegowina

Währung

Die Konvertible Mark (Abk√ľrzung KM, im internationalen Zahlungsverkehr Abk√ľrzung BAM (nach ISO 4217) ist seit 22. Juni 1998 in ganz Bosnien und Herzegowina g√ľltiges Zahlungsmittel. Die KM steht im festen Verh√§ltnis 1,95583:1 zum Euro, an den sie gebunden ist und entspricht somit dem Wert der fr√ľheren D-Mark.

Häufig wird aber auch der Euro landesweit akzeptiert, in den kroatischen Kantonen auch die kroatische Kuna und in der Republika Srpska der serbische Dinar.

Tourismus, Sehensw√ľrdigkeiten

Herzegowinische Adria bei Neum

Der Tourismus konnte sich auch kriegsbedingt nur langsam entwickeln, seit einigen Jahren kommen immer mehr Touristen nach Bosnien und Herzegowina ‚Äď insbesondere nach Mostar und Sarajevo. Wichtige Ziele sind z.¬†B. die Alte Br√ľcke von Mostar, pr√§chtige historische Kirchengeb√§ude und Moscheen, die Wintersportgebiete rund um Sarajevo (Jahorina, BjelaŇ°nica) und die Raftingangebote auf den Fl√ľssen Neretva, Una und Drina. In Sarajevo verweisen die Fu√üabdr√ľcke von Gavrilo Princip, Titos Statue und die Ruinen des letzten Krieges auf die Geschichte des Landes. In der N√§he von Mostar befindet sich die Pilgerst√§tte MeńĎugorje.

Beim Verlassen befestigter Wege ist die Gefahr von Landminen zu bedenken; im Jahr 2004 wurden 16 Menschen bei Minenunfällen getötet[10].

Infrastruktur und Verkehr

Die A1 Autobahn von Visoko

Zurzeit ist mit der A1 von der Adria bis nach Budapest die erste Autobahn des Landes im Bau. Diese soll von Plońće in Kroatien √ľber Mostar, Sarajevo, Zenica und Doboj in die ungarische Hauptstadt f√ľhren und einen Teil des europ√§ischen Verkehrskorridors 5C bilden. Insgesamt wird diese Autobahn auf ca. 360¬†km durch Bosnien und Herzegowina f√ľhren und soll bis zum Jahr 2012 fertig sein. Des Weiteren wird zur Zeit auch eine Autobahn von Banja Luka √ľber Bosanska GradiŇ°ka nach Kroatien gebaut.

Eisenbahn

Die bosnisch-herzegowinische Bahn wurde durch den Krieg stark beeintr√§chtigt; seit einigen Jahren gibt es wieder eine Bahnverbindung von Zagreb nach Sarajevo. Es gibt zwei Bahngesellschaften: einerseits die Bahngesellschaft der F√∂deration Bosnien und Herzegowina (ŇĹeljeznice Federacije Bosne i Hercegovine) und andererseits die der Republika Srpska (ŇĹeljeznice Republike Srpske). Es gibt grunds√§tzlich drei Bahnstrecken: ‚ÄěUnska‚Äú, die im Unatal verlaufende Strecke zwischen Sisak und Split sowie deren Adriahafen, √ľber Bosanski Novi, Bihańá und Knin. Die zweite Strecke verbindet den Hafen in Plońće mit den Eisenbahnen in Ostkroatien, zwischen Slavonski Brod und Vinkovci, √ľber Mostar, Sarajevo und Doboj verlaufend. Die dritte Strecke verbindet die vorhergehenden zwei mit Anfang in Bosanski Novi, √ľber Banja Luka und Doboj, mit einem Ausl√§ufer, der √ľber Tuzla bis nach Brńćko und Zvornik reicht, wo die Strecken an das Netz der kroatischen bzw. serbischen Bahnen ankn√ľpfen. Daneben gibt es eine Reihe von Werks- und Minenbahnen, die zum Teil noch mit Dampf betrieben werden.

Alle der noch von der k.u.k.-Monarchie errichteten Schmalspurstrecken (‚ÄěBosnische Schmalspur‚Äú) wurden schon um 1970 aufgelassen und gr√∂√ütenteils abgebaut. Ausnahme ist die Werksbahn der Kohlenmine Banovińái ‚Äď hier standen 2006 noch Dampflokomotiven im gelegentlichen Einsatz.

Im Jahr 2005 wurde ein Erneuerungsprogramm beschlossen. Unter anderem sollen spanische Talgo-Schnellz√ľge sowie eine gr√∂√üere Anzahl von G√ľterwaggons beschafft werden.

Luftfahrt

Flughafen in Sarajevo

Zurzeit gib es vier internationale Flugh√§fen, und zwar in Sarajevo, Mostar, Banja Luka und Tuzla. Das im Juni 2006 mit der Europ√§ischen Union abgeschlossene Luftverkehrsabkommen soll zu mehr Wettbewerb f√ľhren und die derzeit noch sehr hohen Flugpreise senken.

Kultur

Die Stari Most in Mostar, 1566 erbaut, 1993 zerst√∂rt, 2002‚Äď2004 wieder aufgebaut.

Musik

Ein typisch bosnischer Musikstil ist die Sevdalinka ‚Äď bosnische Volksmusik, deren Charakter stark von osmanischen Einfl√ľssen gepr√§gt wurde. Die Volksmusik enth√§lt dar√ľber hinaus Merkmale der Musik der Sinti und Roma und anderer Volksgruppen. Bekannte Musiker aus Bosnien-Herzegowina sind neben Goran Bregovińá und seiner ehemaligen Band Bijelo dugme die S√§nger Zdravko ńĆolińá und Dino Merlin sowie der Rapper Edo Maajka. Die Rock/Pop-Gruppen Zabranjeno PuŇ°enje, Plavi orkestar, Indexi und Crvena jabuka geh√∂rten neben Bijelo dugme zu den bekanntesten und beliebtesten Jugoslawiens. Das musikalische Zentrum dieser modernen bosnischen Musik war Sarajevo.

Film

In j√ľngster Vergangenheit haben bosnisch-herzegowische Filme einige Preise bekommen. Darunter waren Nińćija Zemlja (deutsch Niemandsland, englisch No Man‚Äôs Land) aus dem Jahr 2001, der einen Golden Globe Award und einen Oscar erhielt, sowie der Film Grbavica, der auf der Berlinale 2006 einen Goldenen B√§ren bekam. Des Weiteren erntete der Film Welcome to Sarajevo mit Woody Harrelson gro√ües Kritikerlob. Der Film befasst sich mit der Belagerung Sarajevos Anfang der 1990er Jahre. Der Regisseur Emir Kusturica (Schwarze Katze, wei√üer Kater; Das Leben ist ein Wunder) stammt aus Sarajevo.

Das Sarajevo Film Festival ist jedes Jahr im August filmischer und kultureller Höhepunkt und zieht immer mehr Touristen aus dem Ausland an.

Medien

Die drei wichtigsten Tageszeitungen in Bosnien und Herzegowina sind Dnevni avaz (deutsch Tagesstimme) und OslobońĎenje (deutsch: Befreiung), die beide in bosnischer Sprache in Sarajevo erscheinen, und Nezavisne Novine (dt. Die unabh√§ngige Zeitung), die in Banja Luka in serbischer Sprache und lateinischer Schrift erscheint. Zudem gibt es eine Reihe von politischen Wochenzeitungen wie Slobodna Bosna (dt. Freies Bosnien) oder Dani (dt. Tage). Beliebt sind auch Zeitschriften, die √ľber aktuelle Aff√§ren oder Stars der Volksmusik berichten, wie Express oder Svet (dt. Die Welt; eine gleichnamige und gleichformatige Zeitung erscheint auch in Serbien).

Bosnien und Herzegowina hat ein dreigliedriges öffentliches Rundfunk- und Fernsehsystem, mit einem nationalen Fernseh- und Radiosender (BHTV 1 bzw. BH Radio 1) und je einem Entitätssender, der RTVFBiH, FTV in der Föderation und der RTRS (kyrillisch: PTPC) in der Republika Srpska. Einige private Sender wie OBN oder NTV Hayat sind im ganzen Land zu empfangen. Sehr beliebt ist Kabelfernsehen, das Sender aus den Nachbarländern und dem deutschsprachigen Raum einspeist.

Sport

In Sarajevo wurden 1984 die Olympischen Winterspiele ausgetragen. In Bosnien und Herzegowina sind Fu√üball und Basketball die beliebtesten Sportarten. Im Fu√üball hat sich das Land stetig weiterentwickelt und verbessert. F√ľr die Fu√üball-Europameisterschaft 2004 h√§tte sich das Land beinahe qualifiziert, im letzten Spiel gegen D√§nemark fehlte nur ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten, aber schlie√ülich ging das Spiel 1:1 aus, damit war D√§nemark bei der Euro 2004. Mehr Erfolg kann die Nationalmannschaft im Basketball verbuchen. Sie hat sich f√ľr die letzten vier Europameisterschaften qualifizieren k√∂nnen.

Bei den Paralympischen Spielen 2004 in Athen gewann die bosnisch-herzegowische Volleyballmannschaft die Goldmedaille.

Essen und Trinken

Bosnischer Eintopf (Lonac)
Baklava

Die bosnisch-herzegowinische K√ľche hat viele Spezialit√§ten zu bieten, z.¬†B. Bosanski Lonac, ńÜevapi, Lokum (T√ľrkischer Honig), Pita (Pide) in allen Variationen von Gem√ľsearten. Daneben gibt es Sogan Dolma, Somun, Japrak, Baklava, Halva, Burek, Sarma und vieles mehr. Bosnische-herzegowinische Gerichte sind stark von der T√ľrkischen K√ľche beeinflusst.

Feiertage und Feste

Neben religiösen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern (bei den Kroaten und Serben), und den islamischen Festen Ramazanski Bajram (am Ende des Ramadan) und Kurban Bajram (zur Zeit der Pilgerfahrt nach Mekka), gelten folgende Feiertage in Bosnien und Herzegowina:

  • Neujahr (Nova Godina): Der 1. und 2. Januar sind Nationalfeiertage, Silvester wird pr√§chtig gefeiert und der 13. Januar (Serbisches Neujahr nach dem julianischen Kalender)
  • Unabh√§ngigkeitstag (Dan Nezavisnosti): 1. M√§rz ‚Äď erinnert an den Ausruf der Unabh√§ngigkeit durch das Referendum am 29. Februar 1992.
  • Tag der Arbeit (Prvi maj): Der 1. und 2. Mai sind nationale Feiertage, der Tag der Arbeit wird als Anlass f√ľr gro√üe √∂ffentliche Feiern genutzt.
  • Nationalfeiertag (Dan Drzavnosti): 25. November ‚Äď erinnert an die Ausrufung der Volksrepublik Bosnien und Herzegowina in Mrkonjic Grad am 25. November 1943.

In der Republika Srpska werden der 1. M√§rz und der 25. November nicht gefeiert, daf√ľr der 9. Januar als Tag der Republik (Dan Republike) sowie der 21. November (Tag des Dayton-Abkommens). Es ist geplant, ein einheitliches Feiertagsgesetz f√ľr ganz Bosnien und Herzegowina zu verabschieden[11].

Daneben gibt es in den verschiedenen, haupts√§chlich von Kroaten bewohnten Gemeinden und D√∂rfern lokale Feiertage, die sich am christlichen Kalender orientieren (z.¬†B. Namenstage Heiliger, ‚Äěkleine Ostern‚Äú, etc.). Ein besonderer Feiertag ist der Namenstag des Schutzpatrons eines jeden Ortes. Neben einer sehr gut besuchten Messe und evtl. einer Prozession gibt es in den meisten H√§usern und auf Pl√§tzen Feierlichkeiten, zu denen auch die Einwohner der Nachbarorte kommen.

Literatur

  • Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0
  • Erich Rathfelder: Schnittpunkt Sarajevo. Bosnien und Herzegowina zehn Jahre nach Dayton: Muslime, Orthodoxe, Katholiken und Juden bauen einen gemeinsamen Staat. Berlin 2006. ISBN 3-89930-108-0

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  2. ‚ÜĎ Chronology of the Presidency of BiH
  3. ‚ÜĎ Es ist zu beachten, dass seit 1991 keine landesweite Volksz√§hlung mehr stattfand. Die Daten stammen aus dem CIA World Factbook f√ľr das Jahr 2007 (Daten des CIA World Factbook f√ľr Bosnien und Herzegowina)
  4. ‚ÜĎ L√§nderinformation Balkan der Ev. Kirche in Deutschland, Januar 2006
  5. ‚ÜĎ http://www.swissinfo.org/ger/news/schweiz_und_die_welt/Er_kaempft_fuer_Versoehnung_und_liebt_den_Bobsport.html?siteSect=126&sid=9961302
  6. ‚ÜĎ EU-Erweiterung: Bosnien darf in den Warteraum der Union, Die Presse, 16.Juni 2008
  7. ‚ÜĎ Bosnien-Herzegowina und Europa
  8. ‚ÜĎ Fokus Ost-S√ľdost der Deutschen Welle
  9. ‚ÜĎ www.transparency.de
  10. ‚ÜĎ BOSNIA AND HERZEGOVINA, Landmine Monitor Report 2005
  11. ‚ÜĎ U srijedu neradni dan - DogańĎaji - Nezavisne novine

Weblinks

Portal
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