Bratislava

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Bratislava
Bratislava
Wappen Karte
Wappen von Bratislava
Bratislava (Slowakei)
Bratislava
Bratislava
Basisdaten
Kraj: Bratislavsk√Ĺ kraj
Okres: Bratislava
Region: Bratislava
Fläche: 367,661 km²
Einwohner: 432.801 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 1.177,17 Einwohner je km²
H√∂he: 140 m n.m.
Postleitzahl: 800 00‚Äď899 00
Telefonvorwahl: 0 2
Geographische Lage: 48¬į 9‚Ä≤ N, 17¬į 9‚Ä≤ O48.15472222222217.145555555556140Koordinaten: 48¬į 9‚Ä≤ 17‚Ä≥ N, 17¬į 8‚Ä≤ 44‚Ä≥ O
Kfz-Kennzeichen: BA, BL
Gemeindekennziffer: 582000
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 5 Bezirke mit 17 Stadtteilen
Verwaltung (Stand: November 2010)
Oberb√ľrgermeister: Milan Ft√°ńćnik
Adresse: Magistrát hlavného mesta SR Bratislavy
Primaci√°lne n√°mestie 1
81499 Bratislava
Webpräsenz: www.bratislava.sk
Gemeindeinformation
auf portal.gov.sk
Statistikinformation
auf statistics.sk

Bratislava ( slowakische Aussprache?/i: [ňąbrac…™slava]; deutsch: Pressburg, bis 1996 Pre√üburg, ungarisch: Pozsony) ist die Hauptstadt der Slowakei und mit rund 433.000 Einwohnern die gr√∂√üte Stadt des Landes. Sie liegt im √§u√üersten S√ľdwesten des Landes am Dreil√§ndereck mit √Ėsterreich und Ungarn und ist die einzige Hauptstadt der Welt, die unmittelbar an zwei Staaten grenzt.

Als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes ist Bratislava Regierungssitz der Slowakei sowie Standort mehrerer Universitäten, Museen, Theater und weiterer wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Institutionen.

Die Geschichte der Stadt wurde von zahlreichen Ethnien gepr√§gt, wie Kelten, R√∂mern, Awaren, Deutschen, Magyaren, Juden und Slowaken. Bratislava war im Laufe seiner Geschichte eines der wichtigsten wirtschaftlichen und administrativen Zentren Gro√üm√§hrens, des K√∂nigreichs Ungarn (auch im Rahmen der √∂sterreichischen Monarchie beziehungsweise √Ėsterreich-Ungarns) und, unter dem neuen Namen Bratislava, der Tschechoslowakei. Die Stadt war von 1536 bis 1783 und 1848 Hauptstadt des K√∂nigreichs Ungarn sowie von 1939 bis 1945 Hauptstadt der (ersten) Slowakischen Republik. 1968 wurde Bratislava Hauptstadt des Teilstaates Slowakische Sozialistische Republik (slow.: SSR) in der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (ńĆSSR) und kurz (1990‚Äď1992) in der Tschechischen und Slowakischen F√∂deralen Republik (ńĆSFR). Seit 1993 ist sie Hauptstadt des selbstst√§ndigen Staates Slowakei.

Das auch im offiziellen Logo dargestellte Wahrzeichen der Stadt ist die viert√ľrmige Burg Bratislava.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Bratislava auf einem Satellitenfoto von 2003

Die Stadt liegt im S√ľdwesten des Landes im Landkreis Bratislava, beim Dreil√§ndereck Slowakei-√Ėsterreich-Ungarn. Die jeweiligen Grenzen sind vom Zentrum 5 km nach Westen, bzw. 20 km nach S√ľden entfernt. Die Grenze zu Tschechien liegt 62 km n√∂rdlich. Wien, die Hauptstadt √Ėsterreichs, befindet sich 65 km westlich von Bratislava. Beide St√§dte werden neuerdings auch als Twin City, Zwillingsstadt, bezeichnet und bilden den Mittelpunkt der Europaregion Centrope. Die Hauptstadt von Tschechien, Prag, liegt etwa 290 km nach Nordwesten und die Hauptstadt von Ungarn, Budapest, liegt 165 km nach S√ľdosten (alle Angaben beziehen sich auf die Luftlinie).

Bratislava befindet sich beiderseits der Donau (slow. Dunaj), welche das Stadtgebiet von West nach S√ľdost durchflie√üt. Im Westen des Stadtgebiets liegt die Thebener Pforte (Dev√≠nska br√°na), das Durchbruchstal zwischen dem Braunsberg am s√ľdlichen, dort √∂sterreichischen und dem Thebener Kogel am n√∂rdlichen, slowakischen Ufer. An dieser Stelle m√ľndet der Grenzfluss March (Morava) von Norden kommend in die Donau; der M√ľndungsbereich der March umfasst einen kleinen Anteil der Landschaft Z√°horie. Die Pressburg in der Mitte der Stadt markiert den Beginn der zumeist nord- oder linksufrigen slowakischen Donautiefebene (Podunajsk√° n√≠Ňĺina), auf der sich der √∂stliche und s√ľdliche Teil des Stadtgebiets erstreckt. An der √∂stlichen Stadtgrenze zweigt die Kleine Donau (Mal√Ĺ Dunaj) ab, ein linker Seitenarm der Donau in der Donautiefebene und bildet mit der Donau die Gro√üe Sch√ľttinsel (ŇĹitn√Ĺ ostrov). Drei Viertel des Stadtgebiets z√§hlen zum Tiefland.

Das restliche Viertel ist von bergiger Landschaft gepr√§gt: der Gebirgszug der Karpaten beginnt im Stadtgebiet von Bratislava mit den Thebener Karpaten, dem s√ľdwestlichsten Abschnitt der Kleinen Karpaten (Mal√© Karpaty). Der s√ľdliche Abschnitt des Gebirges sind die B√∂singer Karpaten, zu denen mit dem Berg Kamz√≠k (439 m n.m.) auch eines der Wahrzeichen der Stadt geh√∂rt. Im Gebirge entspringen mehrere B√§che, von denen die Vydrica der gr√∂√üte und wasserreichste ist. Die Stadt bedeckt eine Fl√§che von 367,66 km¬≤, womit sie auch die fl√§chenm√§√üig gr√∂√üte Gemeinde der Slowakei ist. Der tiefste Punkt des Stadtgebiets liegt auf 126 m n.m. an der Donau bei ńĆunovo, die h√∂chstgelegene Stelle ist der Gipfel des Thebener Kogels (Dev√≠nska Kobyla) auf 514 m n.m.

Auf dem Stadtgebiet befinden sich mehrere Schutzgebiete, davon zwei Landschaftsschutzgebiete (Chr√°nen√© krajinn√© oblasti) in den Kleinen Karpaten (Mal√© Karpaty) westlich und n√∂rdlich der Stadt und in den Donauauen (Dunajsk√© luhy) am s√ľdlichen Rand der Stadt plus neun kleinere Schutzgebiete wie zum Beispiel Thebener Kogel.

Bratislava grenzt an folgende Gemeinden: Stupava, Borinka und Sv√§t√Ĺ Jur im Norden, Ivanka pri Dunaji und Most pri Bratislave im Osten, Rovinka, Dunajsk√° LuŇĺn√° und ҆amor√≠n im S√ľdosten, das ungarische Rajka im S√ľden sowie im Westen die √∂sterreichischen Gemeinden Deutsch Jahrndorf, Pama, Kittsee, Wolfsthal und Hainburg s√ľdlich sowie Engelhartstetten und Marchegg n√∂rdlich der Donau.

Panorama von der Burg Bratislava aus mit der Altstadt (links) und dem Stadtteil PetrŇĺalka (rechts)

Klima

Bratislava liegt in der gem√§√üigten Zone und im Bereich des Kontinentalklimas mit vier ausgepr√§gten Jahreszeiten. Die Sommer sind in der Regel warm und trocken, die Winter kalt und feucht. Insgesamt weist Bratislava mit j√§hrlich 667 mm nur geringe Niederschlagsmengen auf. Es verzeichnet zudem l√§ngere Trockenperioden und liegt in einer der w√§rmsten und trockensten Gegenden des Landes, die sich sehr gut zum Weinbau eignet.[1] Die mittlere Lufttemperatur betr√§gt im Stadtzentrum durchschnittlich 10,7 ¬įC. Die √úbergangszeit im Fr√ľhling und Herbst ist meist nur kurz. Dev√≠n und Dev√≠nska Nov√° Ves sind regelm√§√üig durch √úberschwemmungen von Donau und March gef√§hrdet.

Bratislava
Klimadiagramm (Erklärung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
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6
 
 
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8
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48
 
4
-2
Temperatur in ¬įC,  Niederschlag in mm
Quelle: Slowakisches Hydrometeorologisches Institut (SHM√ö)
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl√§ge f√ľr Bratislava
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (¬įC) 2,4 5 10,6 16 21,6 24,5 26,9 26,7 21,7 15,4 7,6 3,6 √ė 15,2
Min. Temperatur (¬įC) -3,5 -2,2 1,3 4,9 9,6 12,9 14,7 14,5 10,7 5,6 1,4 -1,5 √ė 5,7
Niederschlag (mm) 42 37 36 38 54 61 52 52 50 37 50 48 ő£ 557
Sonnenstunden (h/d) 2,2 3,2 5,0 7,1 8,5 9,5 9,6 8,9 7,1 4,7 2,1 1,7 √ė 5,8
Regentage (d) 14 12 13 11 11 12 11 11 10 10 14 15 ő£ 144
Wassertemperatur (¬įC) 1 2 5 9 13 16 18 18 15 11 6 3 √ė 9,8
T
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2,4
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10,6
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12,9
26,9
14,7
26,7
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-1,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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  Jan Feb M√§r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Geschichte

‚Üí Hauptartikel: Geschichte Bratislavas

Urzeit, Römerzeit bis Großmähren

Eine keltische M√ľnze und deren Nachbildung in Form einer modernen 5-Kronen-M√ľnze

Die erste nachgewiesene dauerhafte Besiedlung der Gegend erfolgte in der Jungsteinzeit um 5700 v. Chr. durch Angeh√∂rige der Kultur der Linearbandkeramiker. Nach vielen weiteren arch√§ologischen Kulturen besiedelten im 5. Jh. die Kelten das Stadtgebiet. Der keltische Stamm der Boier gr√ľndete in der heutigen Stadtmitte um etwa 115 v. Chr. eine befestigte Siedlung (Oppidum), wobei auch eine M√ľnzpr√§gest√§tte nachgewiesen werden konnte. Vom 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. stand die Gegend unter der Herrschaft der R√∂mer (im S√ľden) und der Germanen (im Norden). Der Donaulimes verlief durch das heutige Stadtgebiet, bei Rusovce befand sich das Milit√§rlager Gerulata.

Die Slawen erreichten das Gebiet um das Jahr 500, gegen Ende der V√∂lkerwanderung. Als Reaktion auf die Vorherrschaft der benachbarten Awaren rebellierten die lokalen slawischen St√§mme und gr√ľndeten im Jahr 623 das Reich des Samo; dieses erste bekannte slawische Staatengebilde hatte bis 658 Bestand. Vom Ende des 8. Jahrhundert bis 833 waren die Burgen von Pressburg und Dev√≠n wichtige Zentren des Neutraer F√ľrstentums und nach 833 Gro√üm√§hrens. Die erste bekannte urkundliche Erw√§hnung der Stadt (abgesehen von der neuzeitlichen auf etwa 805 bezogenen Erw√§hnung durch Johannes Aventinus) erfolgte im Jahr 907 im Zusammenhang mit den Schlachten von Pressburg zwischen Bajuwaren und den Magyaren, aus denen letztere als Sieger hervorgingen.

Königreich Ungarn bis zum Ende des Mittelalters

Die Wappenurkunde aus dem Jahr 1436

Die politische Entwicklung im 10. Jahrhundert ist unklar, es wird aber meistens davon ausgegangen, dass die Stadt seit etwa 907 (sp√§testens seit etwa 925) unter magyarischer (ungarischer) Oberherrschaft stand. Das Komitat Pressburg wurde wahrscheinlich entweder Ende des 10. Jahrhunderts oder erst im 11. Jahrhundert gegr√ľndet. Nach manchen Autoren gelangte die Stadt um 990 zu Bayern, kam aber kurz danach als Mitgift von Gisela von Bayern bei ihrer Heirat mit dem ungarischen K√∂nig Stephan I. zum ungarischen Staat. Um 1001 wurde die Stadt zusammen mit der gesamten Slowakei wiederum von Polen erobert, bis sie 1030 endg√ľltig an das K√∂nigreich Ungarn fiel.

In der Folge entwickelte sich unterhalb der Burg eine Marktsiedlung, die aufgrund ihrer strategischen Lage an der Westgrenze Ungarns wiederholt Angriffen anderer M√§chte ausgesetzt war. Es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Ungarn und √∂sterreichischen, b√∂hmischen und r√∂misch-deutschen F√ľrsten, bzw. K√∂nigen, wie bei Angriffen 1042/1052 vom r√∂misch-deutschen K√∂nig Heinrich III. oder vom b√∂hmischen K√∂nig Ottokar II. PŇôemysl in den 1270er Jahren im Rahmen der ungarisch-b√∂hmischen Kriege.[2] Nach der Verw√ľstung des Umlands durch die Mongolen (‚ÄěTataren‚Äú) im Jahr 1241 wurden zahlreiche deutsche Kolonisten angesiedelt, die sp√§testens seit der Neuzeit die Bev√∂lkerungsmehrheit der Stadt bildeten. Am 2. Dezember 1291 verlieh der ungarische K√∂nig Andreas III. das Stadtrecht, das zuerst aber nur √∂stlich des Martinsdoms galt; die Burg mit dem zuk√ľnftigen Schlossgrund blieb weiterhin im k√∂niglichen Besitz.[3] 1405 erkl√§rte Kaiser Sigismund von Luxemburg Pressburg zur k√∂niglichen Freistadt. 1465 wurde die Universitas Istropolitana gegr√ľndet.

16. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg

Pressburg im Jahr 1787

Nach der Schlacht bei Moh√°cs im Jahr 1526 mussten weite Teile des K√∂nigreichs Ungarn an die Osmanen abgetreten werden, weshalb Pressburg 1536 zur Hauptstadt des als K√∂nigliches Ungarn bezeichneten Restterritoriums erkl√§rt wurde, das nunmehr von den Habsburgern regiert wurde. Das K√∂nigliche Ungarn umfasste ungef√§hr die heutige Slowakei, einen Teil des heutigen nordwestlichen Ungarns, das Burgenland und das westliche Kroatien. Pressburg wurde 1536 zum Sitz aller wichtigen Beh√∂rden und Institutionen und ab 1543 auch Sitz des Erzbischofs von Gran (das nunmehr vom Osmanischen Reich besetzt war). Zwischen 1563 und 1830 fanden zudem im Martinsdom die Kr√∂nungen von elf K√∂nigen und acht K√∂niginnen aus dem Hause Habsburg zu Monarchen des K√∂nigreichs Ungarn statt. Das 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts waren au√üerdem gekennzeichnet durch eine Reihe von Pestepidemien, Hochwasserkatastrophen, weitere K√§mpfe mit den T√ľrken, Widerstand gegen die Ausbreitung der Reformation sowie mehrere anti-habsburgische Aufst√§nde.

Im 18. Jahrhundert, insbesondere w√§hrend der Herrschaft der Kaiserin Maria Theresia, erlebte die Stadt eine wirtschaftliche und kulturelle Bl√ľtezeit. Pressburg wurde zur gr√∂√üten Stadt und einer der wichtigsten St√§dte des gesamten K√∂nigreichs Ungarn. Die Bev√∂lkerungszahl verdreifachte sich. Es entstanden zahlreiche neue Pal√§ste, Kl√∂ster und Landg√ľter. Auch das kulturelle und √∂ffentliche Leben gewann stark an Dynamik. Unter Maria Theresias Sohn Joseph II. setzte jedoch ein Bedeutungsverlust ein, insbesondere nach der √úberf√ľhrung der Kronjuwelen nach Wien im Jahr 1783 und der Verlegung der Verwaltung nach Ofen (heute ein Teil von Budapest). Pressburg entwickelte sich in der Folge zum Zentrum der slowakischen Nationalbewegung.

Stadtplan von 1895 (ungarisch)

1805 unterzeichneten im Primatialpalais Diplomaten √Ėsterreichs und Frankreichs nach Napol√©ons Sieg in der Schlacht von Austerlitz den Frieden von Pressburg. Nachdem sich aber 1809 das Kaisertum √Ėsterreich zusammen mit dem Vereinigten K√∂nigreich von Gro√übritannien und Irland wieder gegen das Kaiserreich Frankreich stellte, belagerten und bombardierten franz√∂sische Truppen die Stadt, wobei sie u. a. die Burg Dev√≠n sprengten. Zwei Jahre sp√§ter wurde bei einem Brand auch die Pressburger Burg zerst√∂rt. Als Reaktion auf die Revolution von 1848/49 verabschiedete der ungarische Landtag in Pressburg die M√§rzgesetze, mit denen unter anderem die Leibeigenschaft abgeschafft wurde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Pressburg hinter Budapest die am zweitst√§rksten industrialisierte Stadt des K√∂nigreichs Ungarn. Die erste Eisenbahn im K√∂nigreich Ungarn war die im Jahr 1840 er√∂ffnete (anfangs nur Pferde-)Bahn von Pressburg nach Sv√§t√Ĺ Jur. Die Bahnverbindungen nach Wien und Pest kamen 1848 und 1850 hinzu. Ende 19. Jahrhunderts wurde die Stadt umfassend modernisiert und es entstanden neue Institutionen, wie das ehemalige Stadttheater, heute Slowakisches Nationaltheater im Jahr 1886. 1891 wurde die seit dem Mittelalter erste permanente Br√ľcke, die Franz-Josephs-Br√ľcke er√∂ffnet, ebenso wie die 1895 fertiggestellte Stra√üenbahn. 1914 wurde die ungarische Elisabeth-Universit√§t gegr√ľndet.

Tschechoslowakei, Zweiter Weltkrieg

Am Ende des Ersten Weltkriegs beschlossen die Alliierten, die Stadt der am 28. Oktober 1918 neu gegr√ľndeten Tschechoslowakei zuzuteilen, entgegen der Versuchen der Bev√∂lkerung, Pressburg als Bestandteil Ungarns zu w√§hren oder noch es in eine ‚ÄěFreie Stadt‚Äú umzuwandeln.[4] Im Januar 1919 eroberten die Truppen der Tschechoslowakischen Legionen und der Alliierten die Stadt, im August desselben Jahres auch das auf der S√ľdseite der Donau gelegene PetrŇĺalka (siehe Bratislavaer Br√ľckenkopf). Dies geschah nicht ohne Widerstand; am 12. Februar 1919 wurden w√§hrend einer Demonstration acht Menschen get√∂tet und 11 verletzt.[5] Pressburg, das slowakisch bisher unter PreŇ°porok bekannt war, wurde in Bratislava umbenannt und zur faktischen Hauptstadt des slowakischen Teils der Tschechoslowakei, anstatt z. B. Martin oder Nitra, nicht zuletzt wegen der wirtschaftlichen Bedeutung, Gr√∂√üe und Lage in Bezug auf B√∂hmen. Viele ungarische Einwohner verlie√üen die Stadt, da sie hier als Beamte oder Lehrer nicht mehr ben√∂tigt wurden und auch den tschechoslowakischen Staat ablehnten. 1919 wurde auch die Comenius-Universit√§t gegr√ľndet, anstatt der nun eingestellten Elisabeth-Universit√§t.

In der ersten Tschechoslowakischen Republik investierte man viel in die Stadt, die nun von Zuzug der Slowaken und Tschechen gezeichnet wurde (näheres dazu siehe Bevölkerung). 1926 wurde in der Stadt die erste Rundfunksendung der Slowakei ausgestrahlt. 1928 wurde sie zur Hauptstadt des Slowakischen Landes innerhalb der Tschechoslowakei erklärt.

Zerstörte Apollo-Raffinerie nach Luftangriffen der Alliierten, September 1944

Nach dem Anschluss √Ėsterreichs wurde das benachbarte √Ėsterreich am 13. M√§rz 1938 Teil des von den Nationalsozialisten beherrschten Deutschen Reichs. Infolge des M√ľnchner Abkommens vom 30. September 1938 annektierte das Deutsche Reich auch die damals noch eigenst√§ndigen Gemeinden PetrŇĺalka und Dev√≠n. Ab Oktober 1938 war Bratislava Sitz der Regierung der autonomen Slowakei, ab 14. M√§rz 1939 Hauptstadt der ersten slowakischen Republik. Die slowakische Regierung wies die meisten der in Bratislava lebenden Juden aus der Slowakei aus und √ľberlie√ü sie dem nationalsozialistischen Regime im Deutschen Reich. Von Ende November 1944 bis Ende M√§rz 1945 bestand im damals dem Deutschen Reich angeh√∂renden Engerau (PetrŇĺalka) ein Lager f√ľr j√ľdische Zwangsarbeiter. W√§hrend des Zweiten Weltkriegs wurde in Bratislava die Comenius-Universit√§t und die 1939 hierher umgesiedelte Slowakische Technische Universit√§t um zahlreiche Fakult√§ten erweitert, 1940 wurde die Wirtschaftsuniversit√§t und 1942 die ‚ÄěSlowakische Akademie der Wissenschaften und K√ľnste‚Äú gegr√ľndet. Au√üerdem nahm man zahlreiche Bauvorhaben in Angriff. Obwohl sich die Stadt lange nach der Erkl√§rung des Zweiten Weltkriegs den Angriffen entzog, wurde sie doch am 16. Juni 1944 von amerikanischen Luftstreitkr√§ften bombardiert; 157 Tote waren die Folge.[6] Trotz des sp√§ten Versuchs des NS-Regimes, die Stadt als ‚ÄěFestung Pressburg‚Äú im Fr√ľhjahr 1945 gegen sowjetischen Angriffen zu befestigen, wurde sie am 4. April 1945 von der Roten Armee erobert.[7] Viele deutschsprachige Einwohner wurden noch vor Kriegsende von den deutschen Beh√∂rden aus der Stadt evakuiert, die verbliebenen Deutschen sp√§ter aufgrund der BeneŇ°-Dekrete aus ihrer Heimat vertrieben.

Neue Br√ľcke (Nov√Ĺ most) und PetrŇĺalka

1945 bis heute

1944 und 1946 vergr√∂√üerte sich das nun fast nur noch von Slowaken bewohnte Bratislava durch mehrere Eingemeindungen. Unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei, die im Februar 1948 an die Macht gelangte, entstanden ausgedehnte Plattenbausiedlungen, insbesondere in PetrŇĺalka. Nach Kriegsende wurde die Stadt architektonisch sowie wirtschaftlich betr√§chtlich modernisiert, manchmal auf Kosten der historisch gewachsenen Bausubstanz. Am 1. Januar 1968 wurde Bratislava formell zur Hauptstadt der Slowakei erkl√§rt, die ab 1969 als Slowakische Sozialistische Republik bezeichnet wurde und eine der beiden Teilstaaten innerhalb des f√∂derativen tschechoslowakischen Staates war. 1972 erfolgten weitere Eingemeindungen auf beiden Seiten der Donau.

Ende 1989 war Bratislava eines der Zentren der Samtenen Revolution, die zum Sturz des kommunistischen Regimes f√ľhrte. Seit dem 1. Januar 1993 ist Bratislava Hauptstadt der unabh√§ngigen Slowakei. Seit der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts erf√§hrt die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung, der seit den 1990ern durch ausl√§ndische Investitionen gef√∂rdert wird.

Namen

Altstadt mit Martinsdom

Johannes Aventinus schrieb im 16. Jahrhundert, dass die Stadt Anfang des 9. Jahrhunderts vom slawischen F√ľrsten Vratislav (Uratislaus) aus einer r√∂mischen Festung wieder erbaut wurde und entsprechend nach diesem F√ľrsten Uratislaburgium/Vratissolaoburgium/Wratisslaburgium benannt wurde. Er nennt auch den lateinischen Namen Pisonium. Die Verl√§sslichkeit dieser Angabe ist umstritten.

Die erste direkt erhaltene urkundliche Erw√§hnung der Stadt als Brezalauspurc erfolgte in den Salzburger Annalen (Annales Juvavenses maximi), im Zusammenhang mit den Schlachten von Pressburg zwischen Bayern und Magyaren unweit der Burg Bratislava im Jahr 907. Aventinus gibt f√ľr dieses Ereignis (mit Verweis auf die Annales Juvavenses antiqui) den Namen Braslavespurch an, andere Quellen geben auch Pressalauspruch an. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde √ľberwiegend die Ansicht vertreten, dass der Name Pressburg vom Namen Predslav (vermutlich mit ‚ÄěPredeslaus‚Äú, dem gleichnamigen Sohn von Sventopluk identisch) abgeleitet ist. Im 20. Jahrhundert leitete jedoch der bedeutendste slowakische Slawist des 20. Jh. J√°n Stanislav in seinen Werken sprachwissenschaftlich ausf√ľhrlich her, dass der Name nicht vom Namen Predslav, sondern nur vom Namen eines slawischen F√ľrsten namens Braslav abstammen kann, der in der Stadt im 9. Jh. regierte (*Braslav—Ć).[8] Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden jedoch M√ľnzen aus der Zeit um 1000 mit der Inschrift Preslav(v)a Civitas[9] gefunden, was dann doch eher f√ľr die Predslav-Variante spricht (andererseits hat J√°n Stanislav auch diese Variante dank der von 1052 erhalteten Namenserw√§hnung Preslawaspurch in seinen √úberlegungen ber√ľcksichtigt).

√úber verschiedene Zwischenstufen entwickelten sich in den folgenden Jahrhunderten der deutsche Name Pre√üburg (bzw. Pressburg) und davon abgeleitet die slowakische Bezeichnung PreŇ°porok/PreŇ°purek u. √Ą. Bis 1919 verwendeten die meisten englischsprachigen Autoren ebenfalls die Bezeichnung Pressburg,[10] w√§hrend im franz√∂sischen Sprachraum Pres(s)bourg √ľblich war. Der ungarische Name Pozsony (in dieser Form erstmals 1773 nachgewiesen) stammt wahrscheinlich von BoŇĺan ab, einem Herrscher auf Burg Bratislava im 11. Jahrhundert (*BoŇĺ√§nj—Ć);[11] andere Theorie leitet den Namen vom ungarischen Namen Poson ab. Daher kommt die seltene slowakische Form PoŇĺ√ļŇą her. Daneben waren auch das lateinische Posonium und das altgriechische Istropolis (‚ÄěDonaustadt‚Äú) √ľblich, insbesondere w√§hrend der Renaissance. Die Form Istropolis stammt aus der Christianisierungszeit (9. Jahrhundert).

Einige slowakische Autoren verwendeten in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts in Anlehnung an Aventinus die Form (Tatransk√°) Vratislava (z. B. Jan Koll√°r, 1830). Bratislava, der heutige Stadtname, hat wohl seinen Ursprung im Jahr 1837, als der Wissenschaftler Pavel Jozef ҆af√°rik (in: Slovansk√© staroŇĺitnosti, 1837) in der Form Brecisburg (1042) die slowakische Form *Bracislaw / *Brecislaw sah und irrt√ľmlich annahm, dass die Stadt vom b√∂hmischen K√∂nig BŇôetislav gegr√ľndet worden sei. Danach verwendeten Anh√§nger der slowakischen Nationalbewegung die Formen BŇôetislav (Jan Koll√°r, 1838), BŇôetislava (Jan Koll√°r, ńĹudov√≠t ҆t√ļr, 1838), BreŇ•islava (Martin Hamuljak, 1838) u. √Ą. und nach der Einf√ľhrung der neuen Sprachnorm tauchte 1843 die Variante BraŇ•islava (nad Dunajom) (Janko Francisci) auf,[12] wobei in der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts auch wieder die Formen BŇôetislav und andere Varianten verwendet wurden. In der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts wurde im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch √ľberwiegend die Form PreŇ°porok und entsprechende Varianten verwendet.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde f√ľr kurze Zeit die Bezeichnung ‚ÄěWilsonovo mesto‚Äú (Wilson-Stadt) verwendet, nach dem amerikanischen Pr√§sidenten Woodrow Wilson (nach manchen Quellen wurde jedoch dieser Name ausschlie√ülich von tschechoslowakischen Legionen in Italien Anfang 1919 auf milit√§rischen Karten verwendet). Am 22. Februar 1919 legte die tschechoslowakische Regierung Bratislav als offiziellen Namen fest, √§nderte dies jedoch am 16. M√§rz 1919 in Bratislava, da die Endung -av tschechisch ist.[13]

Die Bezeichnung der Stadt in anderen Sprachen ist generell kein gro√ües Thema in der Slowakei. Dennoch gibt es einige Stimmen, die die Meinung vertreten, dass Bratislava ein neuer Name ist, der zuvor in keiner anderen Sprache existierte, und daher kein entsprechendes √Ąquivalent in anderen Sprachen hat. W√§hrend in der √∂sterreichischen Presse die Bezeichnung Pressburg zunehmend und in den deutschen Medien fast v√∂llig in den Hintergrund ger√§t, verwendet Ungarn auch in offiziellen Dokumenten weiterhin Pozsony.[14]

Ein gebr√§uchlicher (aber leicht abwertender) Name der slowakischen Umgangssprache f√ľr die Stadt ist Blava, eine Verk√ľrzung von Bratislava und dementsprechende mehr abwertende Bezeichnung f√ľr die Einwohner Blav√°ci.[15]

Stadtbild und Architektur

Das Palais Grassalkovich, die Residenz des Präsidenten
Das Alte Rathaus am Hauptplatz

Zentrum

Die meisten historischen Geb√§ude konzentrieren sich in der Altstadt (Star√© Mesto). Das von drei Geb√§uden gebildete Alte Rathaus (Star√° radnica) aus dem 14./15. Jahrhundert ist eines der √§ltesten erhaltenen H√§user der Stadt. Das Michaelertor (Michalsk√° br√°na) ist heute das einzige erhaltene Tor von den vier Toren der mittelalterlichen Stadtbefestigung, unmittelbar daneben steht das schmalste Haus Europas mit einer Breite von 130 cm.[16] Im 1756 erbauten Geb√§ude der Universit√§tsbibliothek war von 1802 bis 1848 der Landtag des K√∂nigreichs Ungarn untergebracht.

Charakteristisch f√ľr das Stadtzentrum sind die zahlreichen Palais im barocken Stil. Das um 1760 erbaute Palais Grassalkovich (Grasalkovińćov pal√°c) ist die Residenz des Pr√§sidenten der Slowakei, w√§hrend das benachbarte, wenige Jahre sp√§ter entstandene Erzbisch√∂fliche Sommerpalais (Letn√Ĺ arcibiskupsk√Ĺ pal√°c) der Sitz der Regierung ist. Im 1781 erbauten Primatialpalais (Primaci√°lny pal√°c), dem heutigen Sitz des B√ľrgermeisters, wurde 1805 der vierte Frieden von Pressburg unterzeichnet.

Zu den bekanntesten Sakralbauten geh√∂rt der gotische Martinsdom (Katedr√°la sv√§t√©ho Martina) aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, in dem von 1563 bis 1830 K√∂nige des K√∂nigreichs Ungarn aus dem Hause Habsburg gekr√∂nt wurden. In der Franziskanerkirche (FrantiŇ°k√°nsky kostol) aus dem sp√§ten 13. Jahrhundert wurden im Rahmen der Kr√∂nungsfeierlichkeiten ausgew√§hlte Personen zum Ritter geschlagen. Die Sankt-Elisabeth-Kirche (Kostol sv√§tej AlŇĺbety), aufgrund der Farbgebung der Au√üenfassade auch als ‚ÄěBlaue Kirche‚Äú bekannt, wurde 1907/08 g√§nzlich im Jugendstil erbaut. Weitere Sakralbauten im Zentrum sind die gotische Klarissenkirche (Kostol klarisiek) aus dem 14. Jahrhundert mit einem f√ľnfseitigen Turm und die heute als Konzert- und Theatersaal dient, die barocke Trinitarierkirche (Kostol trinit√°rov) aus dem 18. Jahrhundert mit der Rokokodekoration innen und eine Synagoge im Moderne-Stil aus den Jahren 1923‚Äď26, die als einzige von den drei ehemaligen Synagogen erhalten geblieben ist.

Ein Kuriosum ist der restaurierte Teil des unterirdischen (urspr√ľnglich ebenerdigen) j√ľdischen Friedhofs. Dieser befindet sich am Fu√üe des Burgh√ľgels nahe dem Portal des Stra√üenbahntunnels;[17] heute befindet sich darin das Mausoleum des Moses Sofer, ein Wallfahrtsort f√ľr Juden aus der ganzen Welt. Einziger Milit√§rfriedhof ist der westlich der Altstadt auf einem H√ľgel gelegene Slav√≠n, der 1960 zu Ehren der Soldaten der Roten Armee eingeweiht wurde und √ľber einen 39,5 m hohen Obelisken verf√ľgt. Dieser Friedhof ist auch ein beliebter Aussichtspunkt.[18]

Weitere bedeutende Bauwerke aus dem 20. Jahrhundert sind die Neue Br√ľcke (Nov√Ĺ Most) mit einem scheibenf√∂rmigen Restaurant auf dem Pylon in 85 Metern H√∂he, der einer umgest√ľlpten Pyramide √§hnelnde Hauptsitz des slowakischen Rundfunks und der 200 m hohe Kamz√≠k-Fernsehturm mit einer Aussichtsplattform und einem Drehrestaurant. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben Bauwerke wie die Apollo-Br√ľcke und das neue Geb√§ude des Slowakischen Nationaltheaters das Stadtbild ver√§ndert. Als bemerkenswerte Beispiele der modernen Entwicklung im weiteren Zentrum gelten der als Eurovea bezeichnete ‚ÄěStadtviertel‚Äú an der Stelle des alten Industrieviertels am Donauufer zwischen der Alten und der Apollo-Br√ľcke, und als River Park bezeichnete Mehrzweckzentrum, ebenfalls am Donauufer, westlich der Altstadt. Auch in einigen anderen Stadtteilen haben (B√ľro-)Hochh√§user das Stadtbild ver√§ndert.

Burg Bratislava

Burg von Bratislava bei Nacht

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Burg Bratislava (Bratislavsk√Ĺ hrad) westlich der Altstadt auf einem Felsen 85 Meter √ľber der Donau. Der Burgh√ľgel war bereits w√§hrend der Kupfersteinzeit von Angeh√∂rigen der Badener Kultur besiedelt. Nachher diente er als Standort eines Oppidum der keltischen Boier, als Teil des r√∂mischen Donaulimes. Er war Standort einer befestigten Siedlung der Slawen sowie sp√§ter ein bedeutendes Zentrum des Gro√üm√§hrischen Reiches. Eine erste steinerne Burg wurde im 10. Jahrhundert errichtet. Kaiser Sigismund von Luxemburg lie√ü die Burg um 1430 zu einer Festung im gotischen Stil ausbauen. Kaiser Ferdinand I. ordnete den Umbau im Renaissance-Stil an; um 1650 erhielt die Burg ihr heutiges barockes Aussehen. Kaiserin Maria Theresia erhob die Burg 1740 zur Residenz in der ungarischen Reichsh√§lfte. Im Mai 1811 brannte die Burg bis auf die Grundmauern nieder. W√§hrend mehr als 140 Jahre erhoben sich lediglich Ruinen √ľber der Stadt. Von 1953 bis 1968 wurde die Burg originalgetreu wiederaufgebaut, heute dient sie als Museum und f√ľr repr√§sentative Zwecke.

Burg Devín

Burg Devín

Die Ruine der Burg Dev√≠n (Dev√≠nsky hrad) befindet sich im Stadtteil Dev√≠n auf einem Felsen oberhalb der M√ľndung der March in die Donau an der slowakisch-√∂sterreichischen Grenze. Aufgrund ihrer strategischen Lage war Dev√≠n eine bedeutende Grenzbefestigung des Gro√üm√§hrischen Reiches und des fr√ľhen ungarischen Staates. Die Burg wurde 1809 durch napoleonische Truppen gesprengt und entwickelte sich in der Folge zu einem bedeutenden Symbol des slowakischen Nationalbewusstseins. Heute ist die Burg eine der bedeutendsten arch√§ologischen St√§tten des Landes und Bestandteil eines Freilichtmuseums.

Rusovce

Das (seit einigen Jahren geschlossene) Schloss Karlburg (Rusovsk√Ĺ kaŇ°tieńĺ) mit seinem englischen Landschaftspark befindet sich im s√ľdlich des Zentrums gelegenen Stadtteil Rusovce. Das Geb√§ude war urspr√ľnglich im 16. Jahrhundert entstanden und wurde zwischen 1841 und 1844 zu einem neugotischen Landsitz im englischen Stil umgebaut. Rusovce ist auch bekannt als Standort der Ruinen des r√∂mischen Milit√§rlagers Gerulata, das vom 1. bis 4. Jahrhundert besetzt war und einen Teil des Donaulimes bildete.

Parkanlagen und Seen

Park Janko Kr√°ńĺ in PetrŇĺalka, eine der √§ltesten √∂ffentlichen Parkanlagen Europas

Aufgrund der Lage am Fu√üe der Kleinen Karpaten und der N√§he zur Auenlandschaft an der Donau besitzt Bratislava W√§lder, die fast bis ins Stadtzentrum reichen. Die Gesamtfl√§che der √∂ffentlich zug√§nglichen Gr√ľnfl√§chen betr√§gt 46,8 km¬≤ oder 110 m¬≤ je Einwohner.[19] Gr√∂√üter Stadtpark ist der Horsk√Ĺ park (w√∂rtlich: Bergpark) in der Altstadt. Der Bratislavsk√Ĺ lesn√Ĺ park (Waldpark Bratislava) ist ein beliebtes Ausflugsziel in den Kleinen Karpaten. Er bedeckt eine Fl√§che von 27,3 km¬≤ (davon 96 % bewaldet) und besitzt viel urspr√ľngliche Fauna und Flora wie z. B. Dachse, Rotf√ľchse und Europ√§ische Mufflons. Am rechten Ufer der Donau, in PetrŇĺalka, befindet sich der 1774‚Äď76 angelegte Park Janko Kr√°ńĺ (Sad Janka Kr√°ńĺa), einer der √§ltesten √∂ffentlich zug√§nglichen Parks in Europa. Ein neuer Stadtpark ist in PetrŇĺalka zwischen den Seen Mal√Ĺ DraŇĺdiak und Veńĺk√Ĺ DraŇĺdiak geplant.[20]

Der Zoologische Garten (Bratislavsk√° zoologick√° z√°hrada) befindet sich in Mlynsk√° dolina (M√ľhltal), in der N√§he des Hauptsitzes des Slowakischen Fernsehens. Der 1960 gegr√ľndete Zoo zeigt mehr als 150 Tierarten. Der von der Comenius-Universit√§t betriebene Botanische Garten am Ufer der Donau besitzt mehr als 120 einheimische und exotische Pflanzensorten.

Im Stadtgebiet befinden sich zahlreiche nat√ľrliche und k√ľnstlich angelegte Seen, von denen die meisten √∂ffentlich zug√§ngliche Naherholungsgebiete sind. Beispiele sind der ҆trkovec (Stierau) in RuŇĺinov, der Kuchajda (Kuhheide) in Nov√© Mesto, Zlat√© Piesky und Vajnory-Seen im Nordosten sowie mehrere Seen in Rusovce im S√ľden.

Ein Kuriosum ist der Sandberg in Devínska Nová Ves; er ist von den Gesteinsresten des Tertiärmeers gebildet und ist eine Fundstelle verschiedener Versteinerungen von Meereslebewesen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung[21]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1450 (5.000) 1921 93.200
1720 (11.000) 1930 123.800
1786 31.700 1939 138.500
1802 29.600 1950 184.400
1820 34.400 1961 241.800
1846 40.200 1970 291.100
1869 46.500 1980 380.300
1890 52.400 1991 442.197
1900 61.500 1996 452.288
1910 78.200 2001 428.672

Laut der Volksz√§hlung 2001 hatte die Stadt 428.672 Einwohner (f√ľr das Jahr 2007 lautet die Sch√§tzung auf 426.927).[22] Die durchschnittliche Bev√∂lkerungsdichte betrug 1.166 Einw./km¬≤. Der bev√∂lkerungsreichste der f√ľnf Bezirke ist Bratislava V mit 121.259 Einwohnern, gefolgt von Bratislava II mit 108.139, Bratislava IV mit 93.058, Bratislava III mit 61.418 und Bratislava I mit 44.798.

Ethnien

Die gr√∂√üte Ethnie sind die Slowaken mit 391.767 Einwohnern (91,37 %), gefolgt von Magyaren mit 16.541 (3,84 %), Tschechen mit 7.972 (1,86 %) und Deutschen mit 1.200 (0,28 %). Weitere ethnische Gruppen sind M√§hrer (635 Einw.), Kroaten (614 Einw.), Russinen (461 Einw.), Ukrainer (452 Einw.), Roma (417 Einw.) und Polen (339 Einw.).[23][24]

Religion

Laut der Volksz√§hlung 2001 waren 243.048 Einwohner (56,7 %) R√∂misch-Katholiken, 24.810 (5,8 %) Lutheraner, 3.163 (0,7 %) Griechisch-Katholiken, 1.918 Calvinisten, 1.827 Zeugen Jehovas, 1.616 Orthodoxe, 748 Juden, 737 Methodisten und 613 Baptisten. 125.729 Einwohner (29,3 %) bezeichneten sich als Atheisten oder machten keine Angaben.[25]

Die Stadt ist Sitz des r√∂misch-katholischen Erzbistums Bratislava (bis 2008 Bratislava-Trnava), davon drei von denen zehn Dekanate liegen auf der Fl√§che der Stadt. Als Kathedrale dient der Martinsdom und der aktuelle Erzbischof ist Stanislav Zvolensk√Ĺ. Zudem besteht noch ein Milit√§rordinariat, mit dem Sitz in der Trinitarierkirche. Insgesamt 42 Kirchen bestehen den r√∂misch-katholischen Gl√§ubigern zur Verf√ľgung.[26]

Die Evangelische Kirche A. B. ist die zweite am meisten vertretene Kirche in der Stadt. F√ľnf Kirchen sind f√ľr die 25.000 Gl√§ubigern bestimmt.[26]

Die griechisch-katholische Kirche ist mit der Eparchie Bratislava vertreten, obwohl die geschätzte Anzahl von Gläubigen in der West- und Mittelslowakei (die Fläche der Eparchie) wird nur auf 25.000 geschätzt. Die Kathedrale ist die Kirche der Kreuzerhöhung in der Altstadt.

Das Judentum ist in den letzten 70 Jahren stark zur√ľckgegangen, insbesondere durch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg. Von den fast 15.000 Angeh√∂rigen im Jahr 1938 sind heute nur ungef√§hr 750 verblieben.[27] Die einzige verbleibende Synagoge ist eine Synagoge im Moderne-Stil (1926) an der Heydukova-Stra√üe; die orthodoxen und neologen Synagogen wurden 1961, bzw. 1969 abgerissen.[28][29]

Im Gegensatz zu den westeurop√§ischen Hauptst√§dten hat der Islam noch wenig erkennbare Vertretung. Wie im √ľbrigen Staatsgebiet der Slowakei gibt es auch in Bratislava keine Moschee.[30]

Geschichte

Im Fr√ľhmittelalter war an der Stelle des heutigen Bratislava ein von Slawen besiedeltes Dorf. Ab dem 10. Jahrhundert kamen magyarische Bewohner und vor allem eine magyarische adelige Oberschicht hinzu und der Ort entwickelte sich zu einer Stadt. Nach der Zerst√∂rung durch den Mongolensturm musste die Stadt neu besiedelt werden. Dazu wurden aus √Ėsterreich, B√∂hmen und S√ľddeutschland deutschsprachige Kolonisten angesiedelt, wodurch die Deutschen in der Stadt die dominierende ethnische Gruppe der Stadt wurden und in der gesamten Neuzeit, bis weit ins 19. Jahrhundert hinein, blieben.[31] Nach der Schlacht von Moh√°cs 1526 kamen weitere magyarische Bewohner hinzu, die vor den T√ľrken in den sicheren Nordwesten Ungarns fl√ľchteten. Gleichzeitig wurden den Juden der Aufenthalt in der Stadt verboten, weshalb sich diese in umliegenden D√∂rfern niederlie√üen oder weiter in den Osten zogen.

Gesicherte Daten √ľber die ethnische Zusammensetzung der Stadtb√ľrger stammen jedoch erst aus dem 19. Jahrhundert, als weniger der soziale Stand oder die Konfession, sondern nationale Gef√ľhle wichtig wurden. Gem√§√ü der Volksz√§hlung von 1850/51 hatte Bratislava 42.238 Einwohner. Davon waren 31.509 (74,59 %) Deutsche, 7.586 (17,9 %) Slowaken und 3.154 (7,4 %) Magyaren. Nach dem √Ėsterreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 setzte eine intensive, von der ungarischen Regierung gef√∂rderte Magyarisierung ein. 1890 wurden 52.441 Einwohner gez√§hlt, davon 31.404 (59,9 %) Deutsche, 10.433 (19,9 %) Magyaren und 8.709 (16,6 %) Slowaken. Unmittelbar nach der Gr√ľndung der Tschechoslowakei wurden im August 1919 36 % Deutsche, 33 % Slowaken, 29 % Magyaren und 1,7 % andere gez√§hlt. 1930 wurden bereits 25 % Deutsche, 33 % Slowaken, 23 % Tschechen, 16 % Magyaren und 3,833 % Juden gez√§hlt, d. h. die Bev√∂lkerungsstruktur wurde vor allem durch Zuzug von Tschechen und separate Erfassung von Juden ver√§ndert, die sich zuvor aufgrund der Sprache entweder als Deutsche oder als Magyaren deklarierten. Die Gr√ľndung der ersten slowakischen Republik im Jahr 1939 hatte die Ausweisung vieler Tschechen und Juden zur Folge. Vor dem Kriegsende wurden zudem die meisten deutschen Einwohner von den deutschen Beh√∂rden evakuiert und die wenigen verbliebenen deutschen, teilweise auch ungarischen Einwohner wurden sp√§ter auf Grundlage der BeneŇ°-Dekrete vertrieben. Dadurch verlor die Stadt ihren multikulturellen Charakter. Seit den 1950er Jahren bilden die Slowaken die dominierende ethnische Gruppe mit einem Anteil von √ľber 90 %.[31] Nach der Samtenen Revolution 1989/90 und dem Fall des eisernen Vorhangs gewann die deutsche Sprache aufgrund der Lage der Stadt an der Sprachgrenze sowie auch aus wirtschaftlichen und touristischen Gr√ľnden wieder an Bedeutung. Die √Ėffnung nach Westen f√ľhrte auch zu einem Einzug des Englischen in alle Lebensbereiche.

Politik und Verwaltung

Sitz des Nationalrats der Slowakischen Republik bei Burg Bratislava

Die Stadt ist Sitz des Nationalrats der Slowakischen Republik (N√°rodn√° rada Slovenskej republiky), des Pr√§sidenten, der Ministerien, des Obersten Gerichts (NajvyŇ°Ň°√≠ s√ļd) und der Nationalbank der Slowakei (N√°rodn√° banka Slovenska). Bratislava ist Hauptstadt des Landschaftsverbandes Bratislavsk√Ĺ kraj mit rund 560 000 Einwohnern sowie Sitz zahlreicher diplomatischer Vertretungen.

Die gegenw√§rtige Struktur der Stadtverwaltung existiert seit 1990. Sie besteht aus dem Oberb√ľrgermeister (prim√°tor), dem Stadtrat (Mestsk√° rada), der Stadtvertretung (Mestsk√© zastupiteńĺstvo), den Kommissionen der Stadtvertretung (Komisie mestsk√©ho zastupiteńĺstva) und dem Magistrat (Magistr√°t).

Der Oberb√ľrgermeister ist das oberste Organ der Exekutive, residiert im Primatialpalais und wird f√ľr eine vierj√§hrige Amtszeit gew√§hlt. Amtierender Oberb√ľrgermeister ist Milan Ft√°ńćnik, der im November 2010 als unabh√§ngiger Kandidat mit der Unterst√ľtzung der Linkspartei SMER zum ersten Mal gew√§hlt wurde.[32]

Die Stadtvertretung ist die Legislative der Stadt. Er tritt √ľblicherweise einmal im Monat zusammen und besteht aus 45 Abgeordneten, die f√ľr vier Jahre gew√§hlt werden. Zahlreiche Aufgaben der Legislative werden in ihrem Auftrag von den Kommissionen der Stadtvertretung wahrgenommen. Der 28-k√∂pfige Stadtrat besteht aus dem Oberb√ľrgermeister und seinen Stellvertretern, den B√ľrgermeistern der einzelnen Stadtteile und bis zu zehn Mitgliedern der Stadtvertretung. Der Stadtrat ist einerseits Aufsichtsorgan der Stadtvertretung, andererseits Beratungsorgan des Oberb√ľrgermeisters.

Sitzverteilung in der Stadtvertretung

Das Primatialpalais, Sitz des Oberb√ľrgermeisters
Gebäude des Magistrats (Neues Rathaus)

Die letzt Kommunalwahl fand am 27. November 2010 statt, mit 45 Sitzen zu vergeben. Die konservativ-liberale Koalition KDH-Most‚ÄďH√≠d-OKS-SaS-SDK√ö‚ÄďDS hat eine Zweidrittelmehrheit erhalten.

Ergebnisse der letzten zwei Wahlen (2010: 45 Abgeordnete, 2006: 80 Abgeordnete):[33][34]

Partei / Koalition 2010 Partei / Koalition 2006
KDH-Most-H√≠d-OKS‚ÄďSaS-SDK√ö‚ÄďDS 30 KDH-SDK√ö‚ÄďDS 57
HZD-SF-SNS-SF-SMER-SZS 8 ńĹS‚ÄďHZDS-SF-SMER-SMK‚ÄďMKP-SZ 9
Unabhängige 3 NF 6
SZ (Die Gr√ľnen) 2 Unabh√§ngige 3
DS-D√öS 1 SNS 2
NF 1 DSS-N√ĀDEJ-OKS-OL 2
‚ÄĒ ‚ÄĒ D√öS 1

Stadtgliederung

Administrativ wird Bratislava in f√ľnf Bezirke (okresy) unterteilt: Bratislava I im Stadtzentrum, Bratislava II im Osten, Bratislava III im Nordosten, Bratislava IV im Westen und Norden sowie das von Plattenbauten dominierte Bratislava V im S√ľden auf der rechten Seite der Donau. Die Selbstverwaltung ist in 17 Stadtteile (mestsk√© ńćasti) unterteilt, die alle √ľber einen eigenen B√ľrgermeister und eine eigene Lokalvertretung (miestne zastupiteńĺstvo) verf√ľgen. Die Gr√∂√üe der Lokalvertretung h√§ngt jeweils von der Gr√∂√üe und der Bev√∂lkerungszahl des Stadtteils ab. Jedes der Stadtteile entspricht einer der 20 Katastralgemeinden (katastr√°lne √ļzemie), es gibt allerdings zwei Ausnahmen: Nov√© Mesto ist weiter unterteilt in die Katastralgemeinden Nov√© Mesto und Vinohrady, w√§hrend RuŇĺinov weiter in RuŇĺinov, Nivy und Trn√°vka unterteilt ist.

Nachfolgend eine Aufstellung der f√ľnf Bezirke und 17 Stadtteile. Deutsche Bezeichnung in Klammern, soweit vorhanden bzw. bekannt:

Karte mit den Bezirken und Stadtteilen Bratislavas
Stadtteile von Bratislava
Okres Stadtteil weitere Unterteilung
Bratislava I Star√© Mesto (Altstadt) -
Bratislava II RuŇĺinov (Rosenheim) Nivy (M√ľhlau), Ostredky, PoŇ°eŇą (Poschen), Prievoz (Oberufer), Tr√°vniky, ҆trkovec (Stierau), Vlńćie hrdlo (Wolfsdr√ľssel), Trn√°vka (Dornkappeln)
VrakuŇąa (Fragendorf) Doln√© hony
Podunajské Biskupice (Bischdorf) Dolné hony, Ketelec, Lieskovec, Medzi jarkami
Bratislava III Nov√© Mesto (Neustadt) Ahoj (R√∂ssler), Jurajov dvor (Georgshof), Koliba (Strohh√ľtte), Kram√°re (Kramer Berg), Mierov√° kol√≥nia, Pasienky/Kuchajda (Kuhweiden, Kuhhaide), Vinohrady (Weinberge)
Rańća (Ratzersdorf) KrasŇąany, Rańća (Ratzersdorf), V√Ĺchodn√©
Vajnory (Weinern) -
Bratislava IV Karlova Ves (Karlsdorf) Dlh√© diely (Langetheile), K√ļtiky, Mlynsk√° dolina (M√ľhltal), Rovnice
D√ļbravka (Kaltenbrunn, Kaltend√∂rfl) Podvornice, Z√°luhy, Krńćace
Lamańć (Blumenau, Lamatsch) Podh√°j (Hay, Raagers Hauffen), R√°zsochy
Devín (Theben) -
Devínska Nová Ves (Theben-Neudorf) Devínske Jazero (Thebensee), Kostolné, Podhorské, Paulinské, Sídlisko Stred, Vápenka
Z√°horsk√° Bystrica (Bisternitz) -
Bratislava V PetrŇĺalka (Engerau) Dvory, H√°je, Jan√≠kov dvor (Antonienhof), L√ļky, OvsiŇ°te (Habern), Kopńćany (Kittsee), Zrkadlov√Ĺ h√°j (Spiegelhagen), Star√Ĺ h√°j (Alte Au)
Jarovce (Kroatisch-Jahrndorf, Horv√°t-J√°rfalu) -
Rusovce (Karlburg, Oroszv√°r) -
ńĆunovo (Sarndorf, Dunacs√ļn) -

Symbole

Die Flagge Bratislavas
Eine der Varianten des Logos

Die Symbole Bratislavas sind das Wappen, die Flagge und das Siegel. Das Wappen ist seit 1436 in Gebrauch, als Kaiser Sigismund von Luxemburg der Stadt das Recht gew√§hrte, ein eigenes Wappen zu f√ľhren. Es zeigt in Silber auf rotem Hintergrund eine dreit√ľrmige Festung mit einem Tor in der Mitte. Auf jedem der drei T√ľrme sind je zwei goldene Kuppeln abgebildet, das Tor weist ein halb hochgezogenes Fallgitter auf. Das Wappen zeigt entgegen einer weitverbreiteten Meinung weder die Burg Bratislava noch eines der ehemals vier mittelalterlichen Stadttore. Vielmehr ist es einfach eine symbolische Abbildung einer mittelalterlichen Stadt.[35]

Die Flagge besteht aus zwei gleich breiten, waagerechten Streifen, die obere ist wei√ü, die untere ist rot. Das Verh√§ltnis der H√∂he zur L√§nge ist 2 : 3 und die Flagge wird mit einem Einschritt beendet, der bis zum Drittel der L√§nge greift.

Das Siegel wird vom Wappen mit der Zirkelschrift ‚ÄěpeńćaŇ• mesta Bratislavy‚Äú (Siegel der Stadt Bratislava) auf slowakisch und lateinisch gebildet.[36]

Daneben wird f√ľr Marketingzwecke auch das 2004 eingef√ľhrte Logo benutzt, das in vereinfachender Weise die Burg Bratislava und die Donau darstellt.

Partnerstädte

Bratislava unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:[37]

  • DeutschlandDeutschland Bremen, Deutschland (seit 1989, derzeit ruhend)
  • Zypern RepublikRepublik Zypern Larnaka, Zypern (seit 1989)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cleveland, Ohio, Vereinigte Staaten (seit 1990)
  • UkraineUkraine Kiew, Ukraine (seit 1969)
  • PolenPolen Krakau, Polen (seit 1987, erneuert 2003)
  • SlowenienSlowenien Ljubljana, Slowenien (seit 1967, erneuert 2002)
  • ItalienItalien Perugia, Italien (seit 1962)
  • NiederlandeNiederlande Rotterdam, Niederlande (seit 1991)
  • FinnlandFinnland Turku, Finnland (seit 1976)
  • DeutschlandDeutschland Ulm, Deutschland (Donau-Partnerschaft, seit 1998)
  • Osterreich√Ėsterreich Wien, √Ėsterreich (seit 1993, erneuert 2003) siehe: Twin City

Nach dem EU-Beitritt der Slowakei im Jahr 2004 sind auch z. T. nichtformale bilaterale Beziehungen gegr√ľndet worden. Hierzu geh√∂ren Br√ľnn (Tschechien), Budapest (Ungarn), Dublin (Irland), Prag (Tschechien), Riga (Lettland), Stra√üburg (Frankreich), Tallinn (Estland), Vilnius (Litauen) und Zagreb (Kroatien).[38]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Hochhäuser im Stadtviertel Nivy

Der Bratislavsk√Ĺ kraj ist die wohlhabendste und wirtschaftlich prosperierendste Region der Slowakei. Obschon sie die kleinste aller acht Regionen ist und am zweitwenigsten Einwohner hat, erwirtschaftet sie fast 25 % des slowakischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).[39] Das BIP pro Kopf (Kaufkraftparit√§t) lag 2007 bei 39.900 ‚ā¨ und betrug damit 160,3 % des EU-27-Durchschnitts. Nach Prag ist Bratislava somit die zweitreichste Region derjenigen L√§nder, die der EU 2004 und 2007 beitraten.[40]

Im Mai 2010 betrug die erfasste Arbeitslosenquote in Bratislava 3,62 %,[41] und der durchschnittliche Bruttolohn lag 2009 bei 969,92 ‚ā¨ (slowakischer Durchschnitt: 744,50 ‚ā¨).[42] Viele Regierungsinstitutionen und Privatunternehmen haben ihren Hauptsitz in Bratislava. Mehr als 75 % der Erwerbst√§tigen sind im Dienstleistungssektor besch√§ftigt, der sich haupts√§chlich aus Handel, Banken, Informationstechnik, Telekommunikation und Tourismus zusammensetzt; der ganze Terti√§rsektor macht fast vier F√ľnftel der regionalen Wirtschaft aus. Der Sekund√§rsektor bildet rund 20 %; wichtigste Zweige sind die Automobil- und Chemie-, dann die Maschinenbau-, Lebensmittel- und elektrotechnische Industrie. Die Landwirtschaft hat nur einen Anteil von 1 %.[43]

Der Automobilhersteller Volkswagen betreibt seit 1991 in Bratislava eine Fabrik, die Volkswagen Bratislava. Das Gel√§nde liegt nord√∂stlich von Dev√≠nska Nov√° Ves unweit der Autobahn Richtung Prag. Zurzeit konzentriert sich die Produktion auf die Herstellung von Sport Utility Vehicles und Getrieben. In Bratislava wird der VW Touareg und der Audi Q7 hergestellt, teilweise auch der Porsche Cayenne (Karosserie). Im Jahr 2009 wurden etwa 106.000 Fahrzeuge hergestellt; das ist 43 % weniger als im Vorjahr, da der Bedarf von der aktuellen Finanzkrise negativ beeinflusst wurde.[44]

In den letzten Jahren erleben insbesondere Dienstleistungs- und Hightech-Unternehmen einen Aufschwung. Zahlreiche Weltkonzerne, darunter HP, IBM, Dell, Lenovo, AT&T, SAP und Accenture haben in Bratislava Servicezentren er√∂ffnet oder planen dies in naher Zukunft. Gr√ľnde f√ľr den vermehrten Zuzug multinationaler Unternehmen sind unter Anderem die N√§he zu den westeurop√§ischen M√§rkten, gut ausgebildete Mitarbeiter und die hohe Dichte an Universit√§ten und Forschungseinrichtungen. Beispiele weiterer Gro√üunternehmen mit Sitz in Bratislava sind Slovak Telekom, Orange Slovensko, Telef√≥nica O2 Slovakia, Slovensk√° sporiteńĺŇąa, Tatra Banka, Doprastav, Hewlett-Packard Slovakia, Slovnaft, Henkel Slovensko, Slovensk√Ĺ plyn√°rensk√Ĺ priemysel, Kraft Foods Slovakia, Whirlpool Slovakia, ŇĹeleznice Slovenskej republiky und Tesco Slovakia.

Seit den 1980ern wurden in Bratislava zahlreiche bedeutende Bauprojekte verwirklicht oder sind in Planung.[45] Zu den Gebieten mit reger Baut√§tigkeit geh√∂ren um das Jahr 2007 das Donauufer, die Umgebung des Hauptbahnhofs, das ehemalige Industriegebiet bei der Altstadt sowie die Stadtteile PetrŇĺalka, Nov√© Mesto und RuŇĺinov.

Verkehr

Eingang zum Hauptbahnhof
Straßenbahn der DPB

Bratislava entstand an jener Stelle, wo sich einst die Bernsteinstra√üe und die Donau, zwei der wichtigsten Verkehrswege Mitteleuropas, kreuzten sowie in einem Gebiet, das einen Durchgang zwischen den h√∂heren Bereichen der Alpen und der Karpaten erm√∂glicht. Heute ist die Stadt ein bedeutender Knotenpunkt f√ľr den Stra√üen-, Eisenbahn- und Luftverkehr sowie f√ľr die Schifffahrt.

Die Stadt ist Ausgangspunkt mehrerer Autobahnen. Die Autobahn D1 f√ľhrt ostw√§rts nach ŇĹilina (Verl√§ngerung nach KoŇ°ice geplant), w√§hrend die Autobahn D2 Bratislava mit Prag, Brno und Budapest verbindet. Die Ringautobahn D4 ist bis jetzt nur zu einem kleinen Teil verwirklicht, die daran anschlie√üende √∂sterreichische Nordost Autobahn in Richtung Wien wurde am 19. November 2007 er√∂ffnet.[46]

F√ľnf Stra√üenbr√ľcken √ľberqueren die Donau im Stadtgebiet. Es sind dies (flussabw√§rts gesehen) die Lafranconi-Br√ľcke (Most Lafranconi), die Neue Br√ľcke (Nov√Ĺ most), die (gesperrte) Alte Br√ľcke (Star√Ĺ most), die Apollo-Br√ľcke (Most Apollo) und die Hafenbr√ľcke (Pr√≠stavn√Ĺ most). Letztere dient auch dem Eisenbahnverkehr. Eine weitere Br√ľcke, die Rusovce-Br√ľcke (Rusovsk√Ĺ most) ist in Planung.

Bratislava ist Knotenpunkt von f√ľnf Eisenbahnhauptlinien. Vom Hauptbahnhof (Bratislava hlavn√° stanica) n√∂rdlich der Altstadt aus verkehren Z√ľge in Richtung KoŇ°ice, Prag, Budapest und Wien. Auch vom Bahnhof Bratislava-PetrŇĺalka s√ľdlich der Donau besteht eine Verbindung nach Wien. Die direkte Bahnverbindung in die √∂sterreichische Hauptstadt, die Pressburger Bahn, ist seit 1945 unterbrochen.

F√ľr den G√ľterverkehr stellt der Flusshafen von Bratislava zus√§tzliche Verbindungen her, √ľber die Donau zum Schwarzen Meer und √ľber den Main-Donau-Kanal zur Nordsee. Dar√ľber hinaus verkehren zahlreiche Kreuzfahrtschiffe und der Schnellkatamaran Twin City Liner nach Wien auf dem Fluss. Der Flughafen Bratislava M. R. ҆tef√°nik, der gr√∂√üte Flughafen der Slowakei, befindet sich neun Kilometer nord√∂stlich des Stadtzentrums. Im Jahr 2010 wurden 1 665 000 Passagiere abgefertigt.[47] F√ľr Langstreckenfl√ľge oder bei fehlenden Zielen wird der 50 km westlich liegende Flughafen Wien-Schwechat benutzt. Der in seinen letzten Jahren der Allgemeinen Luftfahrt dienende Flugplatz Vajnory ist seit 2007 geschlossen.

Der seit 1895 existierende √∂ffentliche Personennahverkehr wird durch die st√§dtische Verkehrsgesellschaft Dopravn√Ĺ podnik Bratislava (DPB) betrieben. Das Liniennetz besteht aus 66 Buslinien, 12 Obuslinien und 13 Stra√üenbahnlinien (Spurweite 1000 mm, 39,6 km langes Netz). Den Nachtverkehr √ľbernehmen 20 Buslinien.[48] Seit 1983 ist ein 792 m langer Stra√üenbahntunnel (ehemaliger Stra√üentunnel) unter dem Burgh√ľgel in Betrieb. Am Ende der 1980er wurde mit dem Bau einer U-Bahnlinie begonnen, die vom Hauptbahnhof nach PetrŇĺalka s√ľdlich der Donau h√§tte f√ľhren sollen. Nach der Wende 1989 wurde das Projekt jedoch aus finanziellen Gr√ľnden aufgegeben, allerdings soll demn√§chst gr√∂√ütenteils auf der gleichen Strecke das Stra√üenbahnnetz vom linken Donauufer nach PetrŇĺalka in Form einer ‚ÄěSchnellstra√üenbahn‚Äú verl√§ngert werden.

Au√üerdem es gibt eine Sesselbahn im Bratislavaer Waldpark im Stadtteil Nov√© Mesto; sie ist fast 1 km lang und wurde urspr√ľnglich 1972 er√∂ffnet, dann 1989 stillgelegt und ist nach einem Umbau seit 2005 wieder im Betrieb.

Tourismus

Anlegestelle des Twin City Liners an der Donau

Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Im Jahr 2010 verf√ľgte Bratislava √ľber 100 kommerzielle √úbernachtungsm√∂glichkeiten mit einer Kapazit√§t von 12.000 Betten, darunter sind auch die ersten zwei F√ľnf-Sterne-Hotels in der Stadt. Die Stadt verzeichnete √úbernachtungen von 702.000 Besuchern; insgesamt waren mehr als 1,34 Mio. Logiern√§chte zu verzeichnen im Jahr 2009. Das ist etwa 8 % weniger als im Rekordjahr 2008 (760.000 Besuchern), aber der R√ľckgang war geringer als in der gesamten Slowakei (26 %).[49] Ein bedeutender, nicht n√§her bezifferbarer Anteil der Besucher sind jedoch Tagestouristen, meist in Zusammenhang mit einer Bus- oder Schiffsreise nach Wien und/oder Budapest. Den gr√∂√üten Anteil ausl√§ndischer Besucher stellen nacheinander Tschechien, Deutschland, Gro√übritannien, Italien, Polen, √Ėsterreich, Frankreich, die USA, Japan und Ungarn.[50][51]

Neben anderen Faktoren tr√§gt vor allem die Tatsache, dass Bratislava zunehmend ein Ziel von Billigfluggesellschaften (allen voran Ryanair) ist, dazu bei, dass haupts√§chlich Besucher aus Gro√übritannien hier immer √∂fter Stag Partys abhalten. Diese machen einen sp√ľrbaren Anteil der Tourismusbranche aus, doch sto√üen kulturelle Differenzen und im Alkoholrausch ver√ľbter Vandalismus bisweilen auf wenig Verst√§ndnis.[52]

Bildung und Wissenschaft

Hauptgebäude der Comenius-Universität

Die erste Universit√§t in Bratislava und die erste auf dem Gebiet der heutigen Slowakei war die 1465 von Papst Paul II. auf Anfrage des ungarischen K√∂nigs Matthias Corvinus gegr√ľndete Universitas Istropolitana. Sie wurde etwa 1490 nach Corvinus‚Äô Tod wieder geschlossen.

Bratislava ist heute Sitz mehrerer Universit√§ten und Hochschulen. Dazu geh√∂ren die 1919 gegr√ľndete Comenius-Universit√§t (die gr√∂√üte Universit√§t der Slowakei), die 1937 gegr√ľndete Slowakische Technische Universit√§t (die gr√∂√üte technische Universit√§t des Landes) sowie die beiden √§ltesten Kunsthochschulen des Landes, die Hochschule f√ľr Musische K√ľnste und die Hochschule f√ľr Bildende K√ľnste (beide 1949 gegr√ľndet). Weitere Einrichtungen f√ľr Hochschulbildung sind die zum Beispiel die Wirtschaftsuniversit√§t Bratislava (1940), die Slowakische Medizinische Universit√§t (2002), die private Paneurop√§ische Hochschule (2004) und eine Wirtschaftsfakult√§t der City University of Seattle (1993). Insgesamt gibt es in Bratislava rund 65.500 Studenten (Stand 2008).[53]

Es gibt 64 √∂ffentliche, zehn private und neun konfessionelle Grundschulen mit insgesamt 24.401 Sch√ľlern. Das System der weiterf√ľhrenden Schulen in der Stadt umfasst 37 Gymnasien mit 14.277 Studenten, 57 spezialisierenden weiterf√ľhrenden Schulen und Berufsschulen mit 16.483 Studenten, vier Konservatorien mit 944 Studenten und zehn Sonderschulen mit 1.099 Studenten (Stand 2009).[54]

Die Slowakische Akademie der Wissenschaften hat ihren Sitz ebenfalls in Bratislava. Im Stadtteil Vajnory entsteht der Wissenschafts- und Technologiepark CEPIT mit √∂ffentlichen und privaten Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Obwohl die Bauarbeiten im Jahr 2009 beginnen sollten,[55] wartet das Projekt noch f√ľr die Baugenehmigung.[56]

Medien

Hauptsitz der Rundfunkgesellschaft Slovensk√Ĺ rozhlas

Als Hauptstadt ist Bratislava auch Zentrum der slowakischen Medien. Bedeutende Fernsehstationen mit Sitz in der Stadt sind die √∂ffentlich-rechtliche Slovensk√° telev√≠zia sowie die Privatsender TV Mark√≠za, TV JOJ und TA3. Die √∂ffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft Slovensk√Ĺ rozhlas hat ihren Sitz ebenfalls in Bratislava. Die wichtigsten Zeitungen sind SME, Pravda, Nov√Ĺ ńćas, Hospod√°rske noviny (Wirtschaftszeitung) und Slovak Spectator (englischsprachige Zeitung). Ferner sind hier zwei Nachrichtenagenturen vertreten, die staatliche Tlańćov√° agent√ļra Slovenskej republiky (TASR) und die private Slovensk√° tlańćov√° agent√ļra (SITA).

Kultur

Theater, Musik und Film

Altes Gebäude des Slowakischen Nationaltheaters am Hviezdoslav-Platz

Bratislava ist Sitz des Slowakischen Nationaltheaters (Slovensk√© n√°rodn√© divadlo), das auf zwei Geb√§ude verteilt ist. Das erste entstand 1885/86 im Neorenaissance-Stil am Hviezdoslav-Platz in der Altstadt. Das neue Geb√§ude am Donauufer wurde 2007 er√∂ffnet. Das Nationaltheater vereint die drei gro√üen B√ľhnenk√ľnste Schauspiel, Oper und Ballett. Kleinere Theater sind unter Anderem das Bratislavaer Puppentheater (Bratislavsk√© b√°bkov√© divadlo), das Astorka Korzo '90, das Arena-Theater (Divadlo Ar√©na), das L+S Studio und das Naive Theater RadoŇ°ina (RadoŇ°insk√© naivn√© divadlo).

Das 18. Jahrhundert war in Bratislava die Bl√ľtezeit der Musik. Das Geschehen war eng mit jenem im nahen Wien verbunden. Wolfgang Amadeus Mozart besuchte die Stadt erstmals im Alter von sechs Jahren. Weitere bekannte Komponisten, die in Bratislava gastierten, waren Joseph Haydn, Franz Liszt, B√©la Bart√≥k und Ludwig van Beethoven. Geboren wurden hier die Komponisten Johann Nepomuk Hummel und Franz Schmidt. Die Stadt ist Sitz der Slowakischen Philharmonie. Jedes Jahr finden mehrere Musikfestivals statt. Zu diesen geh√∂ren das Bratislavaer Musikfestival (Bratislavsk√© hudobn√© sl√°vnosti; klassische Musik), die Bratislavaer Jazz-Tage (Bratislavsk√© jazzov√© dni; Jazz) und das Wilsonic Festival (Hiphop, Indie-Rock, Alternativmusik und Popmusik).

Das erste Kino in der Stadt wurde 1905 er√∂ffnet und die ersten Kurzfilme wurden auch damals produziert, noch in der Habsburgermonarchie. Heute ist Bratislava das Zentrum der slowakischen Filmindustrie, Sitz des Filmstudios Koliba und des Slowakischen Filminstituts. Mehrere Filmfestivals finden in der Stadt statt, darunter das seit 1999 stattfindende International Film Festival[57] oder spezialisierte Festivals wie Ekotopfilm (√Ėkologie) und Febiofest (Alternative). In der Stadt befinden sich zwei Multiplex-Kinos und etwa 20 traditionelle Kinos und Filmclubs.

Neben den oben benannten Festivals finden j√§hrlich auch weitere Veranstaltungen statt: um Wende Januar/Februar wird der Bratislavaer Ball seit 2001 durchgef√ľhrt; um 24. April findet seit 2004 ein ‚ÄěWochenende der offenen T√ľr‚Äú namens Bratislava pre vŇ°etk√Ĺch (Bratislava f√ľr Alle) statt. Des Weiteren wird seit 2003 in der ersten Septemberwoche zur Erinnerung der gekr√∂nten Monarchen im Zeitraum 1563‚Äď1830 in Pressburg die Kr√∂nungsfeier (Korunovańćn√© sl√°vnosti) veranstalt. Zu Ende des Jahres finden auch der Weihnachtsmarkt (seit 1993) und die Silvesterfeier (seit 1999; aktuell unter der Bezeichnung Partyslava) statt.

Museen und Galerien

Haus zum Guten Hirten mit Uhrenmuseum

Das 1961 gegr√ľndete Slowakische Nationalmuseum (Slovensk√© n√°rodn√© m√ļzeum) befindet sich in der Altstadt am Ufer der Donau. Das Nationalmuseum ist die bedeutendste kulturelle Institution des Landes. Es betreibt 16 weitere spezialisierte Museen in der gesamten Slowakei; in Bratislava sind dies neben sechs weiteren Museen zum Beispiel das Naturhistorische Museum (Pr√≠rodovedn√© m√ļzeum) und das Arch√§ologische Museum (Archeologick√© m√ļzeum). Das St√§dtische Museum (M√ļzeum mesta Bratislavy) befasst sich mit der Geschichte der Stadt. Es wurde 1868 gegr√ľndet und ist das √§lteste existierende Museum des Landes. Neben der Hauptausstellung im Alten Rathaus umfasst das Museum sieben Au√üenstandorte, darunter das Waffenmuseum im Turm des Michaelertors und das Uhrenmuseum im Haus zum Guten Hirten (Dom U dobr√©ho pastiera).

Die 1948 gegr√ľndete Slowakische Nationalgalerie (Slovensk√° n√°rodn√° gal√©ria) ist ein Verbund verschiedener Kunstmuseen in der Slowakei. In der Bratislavaer Altstadt befinden sich zwei Ausstellungen, im Palais Esterh√°zy (Esterh√°ziho pal√°c) und in der angrenzenden Wasserkaserne (Vodn√© kas√°rne) am Ufer der Donau. Die St√§dtische Galerie (Gal√©ria mesta Bratislava), gegr√ľndet 1961, ist der zweitgr√∂√üte Museenverbund, mit Ausstellungen im P√°lffypalais (P√°lfiho pal√°c) und im Mirbachpalais (Mirbachov pal√°c). Auf moderne Kunst spezialisiert ist das Danubiana Meulensteen Art Museum im s√ľdlich der Donau gelegenen Stadtteil ńĆunovo.

Weitere Museen sind das Verkehrsmuseum, welches sich mit den Wagen und Z√ľgen in der Slowakei bis zu den 1970er Jahren befasst, das pharmazeutische Museum, das J√ľdische Museum, eine Exposition des Schiffsmuseums und andere.

Sport

Stadion Tehelné pole in Nové Mesto

In der h√∂chsten slowakischen Fu√üball-Liga, der CorgoŇą liga, ist gegenw√§rtig ein Verein aus Bratislava vertreten. Der 1919 gegr√ľndete ҆K Slovan Bratislava spielt im Pasienky-Stadion und ist der erfolgreichste slowakische Verein √ľberhaupt; gr√∂√üter Erfolg war der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger im Jahr 1969. Vorher spielte der Verein im Stadion Teheln√© pole, das einmal 30.000 Zuschauer fassen konnte, ist aber seit 2009 verlassen und weitgehend in Mitleidenschaft gezogen. Dort ist der Bau eines ‚ÄěNationalstadions‚Äú geplant, der Baubeginn ist aber noch ungewiss. Der FC PetrŇĺalka 1898 (gegr√ľndet 1898) ist der √§lteste Verein der Stadt und tr√§gt seine Heimspiele ebenfalls im Pasienky-Stadion (bis 2008 PetrŇĺalka-Stadion, heute unbenutzt) aus und spielt zurzeit in der slowakischen 1. Liga; sein gr√∂√üter Erfolg war Teilnahme an der UEFA Champions League 2005/06. Ein weiterer bekannter Verein ist der heute in der 4. Liga spielende FK Inter Bratislava, der 1940 gegr√ľndet wurde und ebenfalls im Pasienky-Stadion spielte.

Bratislava besitzt drei Hallen f√ľr Wintersportarten. Der HC Slovan Bratislava vertritt die Stadt in der h√∂chsten Eishockey-Liga des Landes, der Extraliga, und ist mehrfacher slowakischer Meister. Er tr√§gt seine Heimspiele im Zimn√Ĺ Ň°tadi√≥n Ondreja Nepelu (Stadtteil Nov√© Mesto) aus, das eine Kapazit√§t von 10.110 Zuschauer aufweist. Die anderen Eishallen befinden sich in RuŇĺinov (Zimn√Ĺ Ň°tadi√≥n Vladim√≠ra Dzurillu) und D√ļbravka. Die Eishockey-Weltmeisterschaften 1959 und 1992 fanden gemeinsam mit Prag in Bratislava statt. Gemeinsam mit Kosice war Bratislava einer der Austragungsorte der Weltmeisterschaft 2011.

ńĆunovo in der N√§he des Kraftwerks Gabńć√≠kovo ist ein bedeutendes Zentrum f√ľr Wassersportarten wie Rafting und Kanuslalom. Im dortigen Wassersportzentrum werden jedes Jahr zahlreiche nationale und internationale Kanu- und Kajak-Wettbewerbe ausgetragen. Das nationale Tenniszentrum mit der Sibamac Arena ist Austragungsort zahlreicher kultureller und sportlicher Veranstaltungen, unter anderem fand dort 2005 das Finale des Davis Cup statt. Die Stadt ist in den obersten slowakischen Ligen f√ľr Basketball, Handball, Volleyball und Wasserball vertreten. Der seit 1921 j√§hrlich stattfindende Nationallauf Dev√≠n‚ÄďBratislava (N√°rodn√Ĺ beh Dev√≠n-Bratislava) √ľber 11,6 km ist die √§lteste Leichtathletik-Veranstaltung der Slowakei,[58] der Bratislava-Marathon findet seit 2006 statt.[59] PetrŇĺalka ist Standort einer Rennstrecke f√ľr Pferde- und Windhundrennen.

Persönlichkeiten

Bratislava ist Geburtsort zahlreicher Persönlichkeiten. Aufgrund der ethnischen Vielfalt der Stadt insbesondere vor Ende des 19. Jahrhunderts sind in der Liste von Persönlichkeiten aus Bratislava neben Slowaken auch zahlreiche Personen deutscher, österreichischer und ungarischer Nationalität vertreten.

Ehrenb√ľrger (Auswahl)

Literatur

  • V. Horv√°th, D. Lehotsk√°, J. Pleva et al.: Dejiny Bratislavy. Obzor, Bratislava 1979.
  • Igor Janota: Bratislavsk√© rarity. Vydavateńĺstvo PT, Bratislava 2006, ISBN 80-89218-19-9.
  • DuŇ°an Kov√°ńć: Bratislava 1939‚Äď1945 ‚Äď Mier a vojna v meste. Vydavateńĺstvo PT, Bratislava 2006, ISBN 80-89218-29-6.
  • DuŇ°an Kov√°ńć et al.: Kronika Slovenska 2. Fortuna Print, Bratislava 1998, ISBN 80-7153-174-X.
  • DuŇ°an Kov√°ńć et al.: Kronika Slovenska 2. Fortuna Print, Bratislava 1999, ISBN 80-88980-08-9.
  • J√°n Lacika: Bratislava. DAJAMA, Bratislava 2000, ISBN 80-88975-16-6.
  • Anton ҆piesz: Bratislava v stredoveku. Perfekt, Bratislava 2001, ISBN 80-8046-145-7.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Lacika, ‚ÄěBratislava‚Äú, S. 10
  2. ‚ÜĎ Ň†piesz, Anton, ‚ÄěBratislava v stredoveku‚Äú, S. 27‚Äď31, 38‚Äď39
  3. ‚ÜĎ Ň†piesz, Anton, ‚ÄěBratislava v stredoveku‚Äú, S. 48‚Äď49
  4. ‚ÜĎ Duin, Pieter van: Central European crossroads: social democracy and national revolution in Bratislava (Pressburg), Berghahn Books, 2009, S. 176
  5. ‚ÜĎ Kov√°ńć et al., ‚ÄěKronika Slovenska 2‚Äú, S. 100
  6. ‚ÜĎ Kov√°ńć et al., ‚ÄěKronika Slovenska 2‚Äú, S. 283
  7. ‚ÜĎ Volali ho major Zorińć, Pravda am 4. April 2010, abgerufen am 13. Juli 2010
  8. ‚ÜĎ z. B. in: Stanislav, J√°n: Slovensk√Ĺ juh v stredoveku, 2. Aufl. 1999; Es ist auch hierbei vor allem zu beachten, dass ‚ÄöB‚Äė und ‚ÄöP‚Äė im Bairischen denselben Laut bezeichnen.
  9. ‚ÜĎ Historical melting pot of cultures, The Slovak Spectator, 2001
  10. ‚ÜĎ Pressburg, Encyclop√¶dia Britannica Eleventh Edition, 1911
  11. ‚ÜĎ Stanislav, J√°n: Slovensk√Ĺ juh v stredoveku, 2. Aufl. 1999
  12. ‚ÜĎ Stanislav, J√°n: Slovensk√Ĺ juh v stredoveku, 2. Aufl. 1999, Nachwort
  13. ‚ÜĎ Horv√°th, Vladim√≠r / R√°koŇ°, Elem√≠r / Watzka, Josef (Hg.): Bratislava, hlavn√© mesto Slovenska. Pripojenie Bratislavy k ńĆeskoslovenskej republike roku 1918-1919. Dokumenty. 1977 (doc.151, 166)
  14. ‚ÜĎ Names of Bratislava, Pressburg, Pozsony, Istropolis, University of Pittsburgh, abgerufen am 5. Juli 2010 (englisch)
  15. ‚ÜĎ Kr√°savica na Dunaji? Blava, ne!, Hospod√°rske noviny, 28. August 2009, abgerufen am 28. Juli 2010]
  16. ‚ÜĎ Das engste Haus Europas ‚Äď Kultur- und Informationszentrum Bratislava
  17. ‚ÜĎ Lacika, ‚ÄěBratislava‚Äú, S. 179
  18. ‚ÜĎ Lacika, ‚ÄěBratislava‚Äú, S. 135
  19. ‚ÜĎ Umwelt ‚Äď Stadtverwaltung Bratislava
  20. ‚ÜĎ Bratislava‚Äôs mayors lay out real estate plans ‚Äď The Slovak Spectator, 29. Januar 2007
  21. ‚ÜĎ Historische demografische Daten ‚Äď populstat.info
  22. ‚ÜĎ Statistisches Amt der Slowakei - Okresy (Stand 31. Dezember 2007)
  23. ‚ÜĎ Zusammenfassung Volksz√§hlung 2001 ‚Äď Statistisches Amt der Slowakischen Republik
  24. ‚ÜĎ Volksz√§hlung 2001: St√§ndige Wohnbev√∂lkerung nach Ethnie ‚Äď Statistisches Amt der Slowakischen Republik
  25. ‚ÜĎ St√§ndige Wohnbev√∂lkerung nach Religion ‚Äď Statistisches Amt der Slowakischen Republik
  26. ‚ÜĎ a b BohosluŇĺby v Bratislave, Bratislavsk√© noviny, abgerufen am 15. Juli 2010
  27. ‚ÜĎ Lacika, ‚ÄěBratislava‚Äú, S. 43
  28. ‚ÜĎ Bratislava ‚Äď Synagogue, Slovak Jewish Heritage, abgerufen am 14. Juli 2010
  29. ‚ÜĎ Juraj Bonńćo, J√°n ńĆomaj; PT (Hrsg.): B√ļranie Podhradia - Stavba mosta SNP. 1. Auflage. Bratislava 2010, ISBN 978-80-8114-054-9.
  30. ‚ÜĎ Moslimovia na Slovensku by chceli maŇ• meŇ°itu, hnonline.sk am 11. August 2010, abgerufen am 12. August 2010
  31. ‚ÜĎ a b Peter Salner: Ethnic polarisation in an ethnically homogeneous town, Czech Sociological Review 9 (2): S. 235‚Äď246 (2001)
  32. ‚ÜĎ VOTE: Bratislava changes its political orientation after two decades, official results confirm ‚Äď The Slovak Spectator, 28. November 2010
  33. ‚ÜĎ Statistisches Amt der Slowakei - Ergebnisse der Kommunalwahlen 2010 in Bratislava und KoŇ°ice (englisch)
  34. ‚ÜĎ Statistisches Amt der Slowakei - Ergebnisse der Kommunalwahlen 2006 in Bratislava und KoŇ°ice (englisch)
  35. ‚ÜĎ Beschreibung des Wappens ‚Äď Stadtverwaltung Bratislava
  36. ‚ÜĎ Statut der Hauptstadt der Slowakischen Republik Bratislava, Art. 92‚ąí95 (PDF, slowakisch) ‚Äď Stadtverwaltung Bratislava
  37. ‚ÜĎ u. a. Partnersk√© mest√° ‚Äď Stadtverwaltung Bratislava
  38. ‚ÜĎ The City of Bratislava: International Relations (PDF, englisch)
  39. ‚ÜĎ Regionaler BIP 2007 - Statistisches Amt der Slowakei
  40. ‚ÜĎ Regionaler BIP je Einwohner in der EU27 ‚Äď Eurostat
  41. ‚ÜĎ Aktuelle Arbeitslosenstatistik - Zentralb√ľro f√ľr Arbeit, Soziales und Familien, Mai 2010
  42. ‚ÜĎ Priemern√° hrub√° mzda vlani mierne st√ļpla. Na 744,5 eura Pravda, 4. M√§rz 2010, abgerufen am 30. Juni 2010
  43. ‚ÜĎ Bratislavsky kraj economy ‚Äď Eurostat, Februar 2004
  44. ‚ÜĎ Bratislavsk√Ĺ Volkswagen rozŇ°√≠ril lakovŇąu za 100 mili√≥nov eur, Pravda am 7. Juli 2010, abgerufen am 14. Juli 2010
  45. ‚ÜĎ Lage des Immobilienmarkts ‚Äď Stadtverwaltung Bratislava, 2007
  46. ‚ÜĎ Projektbeschreibung Nordost Autobahn ‚Äď ASFiNAG
  47. ‚ÜĎ Statistik Flughafen Bratislava
  48. ‚ÜĎ MHD Bratislava ‚Äď (siehe unter ‚ÄěMapy a trasy‚Äú > ‚ÄěTrasy liniek‚Äú)
  49. ‚ÜĎ O Bratislavu mali turisti menŇ°√≠ z√°ujem SME vom 26. Mai 2010, abgerufen am 9. Juni 2010 (englisch)
  50. ‚ÜĎ Tourismusstatistik ‚Äď Stadtverwaltung Bratislava, 23. Mai 2007
  51. ‚ÜĎ Annual Report City of Bratislava 2007 - Stadtverwaltung Bratislava, 3. November 2008
  52. ‚ÜĎ Bratislava wearies of stag tourism ‚Äď The Slovak Spectator, 29. Mai 2006
  53. ‚ÜĎ Fakten und Daten 2008 auf der offiziellen Webseite (PDF, englisch)
  54. ‚ÜĎ [1], [2], [3], [4], [5] Daten von √östav inform√°cii a progn√≥z Ň°kolstva (Institut der Informationen und Prognosen des Schulwesens), abgerufen am 5. Juli 2010
  55. ‚ÜĎ Vajnorsk√Ĺ Cepit rieŇ°i sieŇ•ov√© Ň•aŇĺkosti, E-TREND, 18. Dezember 2008 (slowakisch)
  56. ‚ÜĎ Projekt CEPIT uŇĺ ńćak√° na platn√© stavebn√© povolenie, SME.sk vom 28. September 2009, abgerufen am 6. Januar 2010
  57. ‚ÜĎ Homepage des International Film Festival Bratislava
  58. ‚ÜĎ N√°rodn√Ĺ beh Dev√≠n-Bratislava
  59. ‚ÜĎ Bratislava-Marathon

Weblinks

 Commons: Bratislava ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Pressburg ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

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