Braunschweig

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Braunschweig
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Braunschweig
Braunschweig
Deutschlandkarte, Position der Stadt Braunschweig hervorgehoben
52.26916666666710.52111111111175
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Höhe: 75 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 192,13 kmÂČ
Einwohner:

248.867 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 1295 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 38100–38126
Vorwahlen: 0531, 05307
Kfz-Kennzeichen: BS
GemeindeschlĂŒssel: 03 1 01 000
Stadtgliederung: 20 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Platz der Deutschen Einheit 1
38100 Braunschweig
WebprÀsenz: www.braunschweig.de
OberbĂŒrgermeister: Gert Hoffmann (CDU)
Lage der Stadt Braunschweig in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis WolfenbĂŒttel Braunschweig Landkreis WolfenbĂŒttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen ThĂŒringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt OsnabrĂŒck Landkreis OsnabrĂŒck Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Landkreis Wesermarsch Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis LĂŒneburg Landkreis LĂŒchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (WĂŒmme)Karte
Über dieses Bild
Der Braunschweiger Löwe,
Wahrzeichen der Stadt seit dem Mittelalter
Stadtzentrum 2011: Zu erkennen sind u. a. PetritorbrĂŒcke mit Kreuzung Radeklint (Mitte unten), Petrikirche (rechts vom Radeklint), BrĂŒdernkirche, Andreaskirche, Katharinenkirche, Schloss, Dom, Rathaus, Magnikirche, Staatstheater (links, mittig am Bildrand), Herzog Anton Ulrich-Museum, Aegidienkirche, Braunschweig Hauptbahnhof (rechts oben im Hintergrund).
Luftbild vom April 2007 aus Westen: Es zeigt u. a. den bewaldeten Okerring.

Braunschweig (niedersĂ€chsisch: Brunswiek) ist eine Großstadt im SĂŒdosten des Landes Niedersachsen. Mit circa 250.000 Einwohnern ist sie nach Hannover die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Niedersachsens. Die kreisfreie Stadt bildet mit den StĂ€dten Salzgitter und Wolfsburg eines der neun Oberzentren des Landes. Sie ist Teil der 2005 gegrĂŒndeten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Braunschweigs UrsprĂŒnge gehen bis in das frĂŒhe 9. Jahrhundert zurĂŒck.[2] Insbesondere durch Heinrich den Löwen entwickelte sich die Stadt schnell zu einer mĂ€chtigen und einflussreichen Handelsmetropole, die ab Mitte des 13. Jahrhunderts der Hanse angehörte. Braunschweig war Hauptstadt des gleichnamigen Landes, bis dieses 1946 im neu geschaffenen Land Niedersachsen aufging.

Heute ist die Region Braunschweig ein bedeutender europĂ€ischer Standort fĂŒr Wissenschaft und Forschung. Innerhalb der EuropĂ€ischen Union ist Braunschweig seit 2007 die intensivste Region in Bezug auf Forschung und Entwicklung (F&E).[3] So liegen die 15 fĂŒhrenden EU-Regionen bezĂŒglich der F&E-Ausgaben als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ĂŒber dem durch die Lissabon-Strategie vorgegebenen Zielwert von drei Prozent, aber lediglich drei dieser 15 Regionen ĂŒbertreffen fĂŒnf Prozent, allen voran Braunschweig mit 5,83 %, gefolgt von Westschweden mit 5,40 % und Stuttgart mit 5,37 %.[4] Der Stifterverband fĂŒr die Deutsche Wissenschaft verlieh Braunschweig fĂŒr das Jahr 2007 den Titel „Stadt der Wissenschaft“.[5]

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Braunschweig liegt im Übergangsbereich zwischen dem nördlichen Harzvorland und dem Norddeutschen Tiefland am Nordrand der deutschen Mittelgebirge mit ihren schwach hĂŒgeligen AuslĂ€ufern in einem Alluvialtal auf zum Teil brĂŒchigen, ehemals sumpfigen Böden zu beiden Seiten des Flusses Oker. Im SĂŒden wird die Oker durch ein Wehr gestaut und umfließt den Stadtkern westlich und östlich in zwei UmflutgrĂ€ben, die zur besseren Verteidigung im Mittelalter angelegt wurden und sich im Nordwesten der Stadt wieder vereinigen. Durch zwei weitere Wehre wird der Wasserstand im Stadtgebiet reguliert. Weitere GewĂ€sser sind die Wabe und Mittelriede, die in Braunschweig in die Schunter mĂŒnden.

Das Stadtgebiet erstreckt sich ĂŒber eine FlĂ€che von 192 kmÂČ, umschlossen von einer Stadtgrenze mit einer LĂ€nge von 98 km. Die Nord-SĂŒd-Ausdehnung betrĂ€gt 19,1 km und die West-Ost-Ausdehnung 15,7 km. Das innere Stadtgebiet befindet sich auf einer mittleren Höhe von 70 m ĂŒber Normalnull. Die höchste Erhebung bildet der Geitelder Berg mit einer Höhe von 111 m ĂŒber Normalnull, die tiefste Stelle ist eine alte Okerschleife mit 62 m ĂŒber NN im Nordwesten.[6]

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, grenzen folgende Gemeinden an Braunschweig: Lehre (Landkreis Helmstedt), Cremlingen, Sickte (Samtgemeinde Sickte) und WolfenbĂŒttel (alle Landkreis WolfenbĂŒttel), Salzgitter (Kreisfreie Stadt), Vechelde und Wendeburg (Landkreis Peine) sowie SchwĂŒlper, Vordorf und Meine (alle Samtgemeinde Papenteich, Landkreis Gifhorn).

NĂ€chstgelegene GroßstĂ€dte sind Wolfsburg, 35 km nordöstlich, Hannover, 65 km west-nordwestlich, Hildesheim, 45 km westlich, Magdeburg, 90 km östlich sowie die zwei sĂŒdwestlich gelegenen StĂ€dte Salzgitter (23 km) und Göttingen (110 km).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet wurde am 1. November 1981 gemĂ€ĂŸ § 55 der NiedersĂ€chsischen Gemeindeordnung (NGO) in 22 Stadtbezirke eingeteilt. Jeder Bezirk verfĂŒgt ĂŒber einen von der Bevölkerung gewĂ€hlten Stadtbezirksrat mit einem BezirksbĂŒrgermeister als Vorsitzenden. Die StadtbezirksrĂ€te haben je nach Einwohnerzahl ihres Bezirks zwischen 7 und 19 Mitglieder. Sie sind zu allen wichtigen den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die Zahl von ursprĂŒnglich 22 Stadtbezirken reduzierte sich nach zehn Jahren auf 21 (durch Verschmelzung von Lehndorf-Lamme-Kanzlerfeld und WatenbĂŒttel-Ölper-Völkenrode zu Lehndorf-WatenbĂŒttel) und nach weiteren zehn Jahren auf 20 (durch Verschmelzung von SĂŒdstadt-Rautheim und Mascherode zu SĂŒdstadt-Rautheim-Mascherode). Im Zuge einer Neuordnung des stĂ€dtischen Wahlgebietes erfolgte außerdem eine Umnummerierung der amtlichen Stadtbezirksnummern.

Die 20 Stadtbezirke mit ihren amtlichen (neuen/alten) Nummern[7][8]:

Bezirke (Braunschweig).png

FĂŒr statistische Zwecke ist das Stadtgebiet Braunschweig in insgesamt 74 statistische Bezirke eingeteilt, die fortlaufend nummeriert sind und meist historische Namen tragen:

  • 01 Stadtkern
  • 02 Hagen
  • 03 Altewiek
  • 04 Hohetor
  • 05 Neustadt
  • 06 Altes Hochschulviertel
  • 07 Am Hagenring
  • 08 Prinzenpark
  • 09 Viewegs Garten
  • 10 BĂŒrgerpark
  • 11 Wilhelmitor-SĂŒd
  • 12 Wilhelmitor-Nord
  • 13 Petritor-Ost
  • 14 Petritor-West
  • 15 Petritor-Nord

Eingemeindungen

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden 1931 Veltenhof und drei Jahre spĂ€ter Gliesmarode, Lehndorf, Melverode, Ölper, Querum, Riddagshausen und RĂŒhme eingemeindet.

Die Gemeindereform vergrĂ¶ĂŸerte Braunschweig am 1. MĂ€rz 1974 um insgesamt 22 Gemeinden. Aus dem Landkreis Braunschweig wurden die Gemeinden Bevenrode, Bienrode, Broitzem, Dibbesdorf, Hondelage, Lamme, Mascherode, Rautheim, RĂŒningen, Schapen, Klein Stöckheim, Thune, Timmerlah, Völkenrode, Volkmarode, Waggum, WatenbĂŒttel und Wenden eingemeindet; die restlichen Gemeinden des Landkreises wurden in die Nachbarlandkreise eingegliedert. Aus dem Landkreis Gifhorn stießen HarxbĂŒttel sowie aus dem Landkreis WolfenbĂŒttel die Gemeinden Geitelde, Leiferde und Stiddien hinzu.

FĂŒr die 22 Ortschaften wurden zu diesem Zeitpunkt 12 Ortschaften mit je einem Ortsrat gebildet. Diese OrtsrĂ€te blieben bis 1981 bestehen und gingen dann in den Stadtbezirken auf.

Klimadiagramm von Braunschweig

Klima

Braunschweig liegt innerhalb der gemĂ€ĂŸigten Breiten im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprĂ€gten Gebieten. Die Jahresmitteltemperatur betrĂ€gt 8,8 Â°C, die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit 79 %. Es gibt im Jahr wesentlich mehr Frosttage (Tiefsttemperatur unter 0 Â°C, 74 Tage) als Sommertage (Höchsttemperatur ĂŒber 25 Â°C, 25 Tage). In durchschnittlich 189 Tagen im Jahr fallen insgesamt 618 mm Niederschlag.[9]

Einwohnerentwicklung

→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Braunschweig

1867 hatte Braunschweig mehr als 50.000 Einwohner. 1890 ĂŒberschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Oktober 1944 lebten in der bereits stark zerstörten Stadt noch knapp 150.000 Menschen.[10] In der Nachkriegszeit erreichte sie 245.551 (1961) und fiel u.a. durch Abwanderungen in Umlandgemeinden bis auf 218.233 (1973). Die Bevölkerungszahl stieg dann durch die Gebietsreform 1974 mit 271.213 auf ihren bisherigen Höchststand. Danach sank die Einwohnerzahl durch weitere Abwanderungen und die allgemeine demografische Komponente bis Ende 2004 auf 240.000. Seit 2005 ist u.a. durch familienfreundliche Siedlungsangebote eine Umkehr eingetreten. Am 31. Dezember 2009 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ fĂŒr Braunschweig nach Fortschreibung des NiedersĂ€chsischen Landesamtes fĂŒr Statistik 247.411 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern). Somit ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 1.288 Menschen pro Quadratkilometer.

Sprache

Zum Teil wird von der Bevölkerung noch das Brunswieker Platt gesprochen, das eine regionale Variante des offiziell als OstfĂ€lisch benannten Dialektes des NiedersĂ€chsischen ist. Das mundartlich gefĂ€rbte Hochdeutsch der Braunschweiger Region wird Braunschweigisch genannt und zeichnet sich besonders durch das „Klare A“ (langgezogene Aussprache des Buchstabens A, klingt aber etwas in Richtung offenes O ) aus. Allgemein gilt das in der Region Braunschweig-Celle-Hannover gesprochene Hochdeutsch als bundesweit am Â»reinsten«.

Die irrefĂŒhrende hochdeutsche Form Braunschweig des Stadtnamens Brunswiek (wahrscheinlich von Bruns Wik mit Wik fĂŒr „Handelsort“; von auswĂ€rtigen Kanzlisten nicht im ursprĂŒnglichen Wortsinn dem oberdeutschen Lautstand angepasst) ist erstmals 1573 belegt[11] und hat sich im 19./20. Jahrhundert auch umgangssprachlich verbreitet. International hat sich weiterhin auch die historische Form Brunswick in Schreibung mit mittelniederdeutschen Dehnungs-c erhalten.

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Braunschweig

Der Kohlmarkt mit den Umrissen der St.-Ulrici-Kirche aus dem 9. Jahrhundert.[2]
Die Burg Dankwarderode und Dom (rechts) im Mittelalter, Rekonstruktion des mutmaßlichen Zustands von 1200
Siegel der Stadt von 1231 mit dem Standbild des Löwen
Braunschweig und der Braunschweiger Löwe auf der Ebstorfer Weltkarte (um 1300).[12]

Vorgeschichte und SĂ€chsische Besiedlung

Die Ă€ltesten Funde im Braunschweiger Land, die sogenannten Schöninger Speere, haben ein Alter von bis zu 270.000 Jahren. Aber auch im Stadtgebiet selbst, insbesondere in der Umgebung des heutigen Stadtteils Wenden, wurden Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit gemacht, die auf eine sehr frĂŒhe erste Besiedlung hindeuten.

In germanischer Zeit war das heutige Braunschweiger Land wahrscheinlich Siedlungsgebiet der Cherusker und der Angrivarier, evtl. auch der Elbgermanen. Diese wurden jedoch alle nach und nach unterworfen, vertrieben oder schlossen sich dem Sachsenbund an. Die Sachsen waren ab etwa 500 n. Chr. die dominierende Macht in der Region. Seit dieser Zeit sind zudem sÀchsische Siedlungen nachweisbar. Unklar ist, ob damals bereits ein Dorf an der Stelle des heutigen Braunschweigs bestand, welches dann im Laufe der Sachsenkriege zerstört wurde.

StadtgrĂŒndung und Mittelalter

Großen Einfluss auf die StadtgrĂŒndung und Entwicklung hatte die die Stadt durchfließende Oker. Diese stellte seit etwa 800 n. Chr. die Grenze zwischen den BistĂŒmern Halberstadt und Hildesheim dar und begĂŒnstigte durch eine fĂŒr den Handel wichtige Furt die Entwicklung der Stadt. Auf beiden Seiten der Oker entstanden wahrscheinlich schon im 9. Jahrhundert[2] die Siedlungen Brunswik und Dankwarderode. Der Legende der Braunschweigischen Reimchronik zufolge soll die erste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Braunschweig im Jahre 861 gegrĂŒndet worden sein. Die SeriositĂ€t dieser Quelle wird heute jedoch von Experten bezweifelt, weshalb das Jahr 1031 als erster urkundlicher Nachweis der Existenz einer Siedlung gilt. Die Grundlage dafĂŒr ist die Weiheurkunde der Magnikirche.

Herrscher Braunschweigs waren seit dem 10. Jahrhundert die Brunonen, Nachfahren des Brun(o) (der Sage nach der StadtgrĂŒnder). Über Richenza von Northeim, Nichte des Brunonen Ekbert II., und deren Enkelin Gertrud von SĂŒpplingenburg ging die Stadt Braunschweig und das gesamte Herzogtum Sachsen 1142 an Heinrich den Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern

Unter dem Einfluss Heinrichs entwickelte sich Braunschweig zu einer mĂ€chtigen Stadt, die er zu seiner Residenz ausbaute.[13] So ließ er die Burg Dankwarderode erweitern und den Braunschweiger Dom errichten. Heinrich wĂ€hlte den Löwen zu seinem Wappentier und ließ dessen bronzenes Abbild um 1166 vor dem Dom auf dem Burgplatz aufstellen. Seitdem ist der Braunschweiger Löwe das Wahrzeichen und Wappentier der Stadt.

Auch das Herzogtum Braunschweig-LĂŒneburg geht auf Heinrich den Löwen zurĂŒck und war Teil des Landes der Welfen. Namensgebend waren die beiden grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Braunschweig und LĂŒneburg. Bereits 1267/69 kam es zur Teilung des Herzogtums in die FĂŒrstentĂŒmer LĂŒneburg und Braunschweig. Die Stadt Braunschweig blieb gemeinsames Herrschaftsgebiet, aber auch Residenz der Braunschweigischen Linie der Welfen. Die sich im frĂŒhen 14. Jahrhundert entwickelnde JĂŒdische Gemeinde umfasste 1350 etwa 150 Personen.[14]

1432 erhielt Braunschweig seine stĂ€dtische UnabhĂ€ngigkeit, nachdem die Landesherren ihre Residenz aufgrund zunehmender Spannungen mit der Braunschweiger Stadtbevölkerung in das nahe WolfenbĂŒttel verlegten. Braunschweig galt neben Paris und Gent als eine der unruhigsten StĂ€dte des spĂ€tmittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen Europa, da immer wieder Verfassungskonflikte durch revolutionĂ€re BĂŒrgerunruhen, die Braunschweiger Schichten, ausbrachen.

Wirtschaftlich entwickelte sich Braunschweig durch seine gĂŒnstige Lage an der Oker, die ab Braunschweig schiffbar war. Hierdurch entwickelte sich Braunschweig zu einer wichtigen Handelsstadt, was ab Mitte des 13. Jahrhunderts zur Mitgliedschaft in der Hanse fĂŒhrte. Nach dem Beschluss des Hansetages 1494 teilte sich die Hanse statt in drei (Dritteln) nun in vier (Quartiere) Machtblöcke. Braunschweig entwickelte sich neben Magdeburg zum Vorort des sĂ€chsischen StĂ€dtebundes und fĂŒhrte somit das sogenannte „SĂ€chsische Quartier“ und damit die HansestĂ€dte zwischen Weser und Elbe an. 1669 gehörte Braunschweig zu den letzten neun in der Hanse verbliebenen StĂ€dten.

An der Spitze der Stadt Braunschweig stand ursprĂŒnglich ein herzoglicher Vogt, doch wurde das Amt bereits im 12. Jahrhundert an BĂŒrger verliehen. Einen Rat gab es in den drei Weichbilden Altstadt, Hagen und Neustadt in der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts. Die drei RĂ€te schlossen sich 1269 zu einem einzigen Rat zusammen. Die Zusammensetzung des Rates variierte im Laufe der Geschichte mehrfach, 1386 hatte er 105 Mitglieder, ab 1614 nur noch 56. Die laufende Verwaltung oblag einem Ausschuss des Rates, dem „Engen Rat“, der ab 1386 25, ab 1614 15 Mitglieder hatte.

FrĂŒhe Neuzeit

Brunopolis vulgo Brunsvicum, Braunschwich. Urbs maxima, universae Saxoniae metropolis. Ansicht von Westen am Ende des 16. Jhs.[15]
Brunopolis vulgo Brunsvicum, Braunschwich. Urbs maxima, universae Saxoniae metropolis. Ansicht von Westen am Ende des 16. Jhs.[15]

1671 eroberte eine Streitmacht der Welfen-FĂŒrsten die Stadt und stellte sie wieder unter die Herrschaft des FĂŒrstentum Braunschweig-WolfenbĂŒttel. Damit war die Epoche der unabhĂ€ngigen, nahezu reichsunmittelbaren Stadt Braunschweig beendet. 1753 wurde auch der Residenzsitz zurĂŒck nach Braunschweig in das neu gebaute Braunschweiger Schloss verlegt. Über 4000 Personen folgten der herzoglichen Familie und siedelten ebenfalls nach Braunschweig ĂŒber, was gleichzeitig den Niedergang WolfenbĂŒttels zur Folge hatte.

Nachdem die Stadt 1671 ihre UnabhĂ€ngigkeit verloren hatte, gab es nur noch einen aus 16 Senatoren bestehenden Rat, der vom Herzog zu bestĂ€tigen war. Dem Rat stand ein BĂŒrgermeister vor.

19. Jahrhundert

Das erste Braunschweiger Residenzschloss vor 1830.
Die Braunschweiger Quadriga mit Brunonia (um 1899).

Nach dem Frieden von Tilsit (1807) und der Schaffung des Königreiches Westphalen durch Napoleon Bonaparte wurden Stadt und Herzogtum Braunschweig von den Franzosen besetzt und Braunschweig Hauptstadt des neu gestalteten Departements der Oker. Es galt nunmehr die „Maire-Verfassung“, mit einem „Maire“ (BĂŒrgermeister) an der Spitze der Stadt.

WĂ€hrend der Befreiungskriege zogen 1813 Braunschweigische Truppen unter FĂŒhrung Johann Elias Olfermanns in der Stadt ein und stellten das alte Herzogtum Braunschweig fĂŒr Herzog Friedrich Wilhelm wieder her. Durch den Wiener Kongress im folgenden Jahr wurde dies bestĂ€tigt und die Stadt zunĂ€chst der Kreisdirektion WolfenbĂŒttel zugeteilt.

Die alte Verfassung mit dem Rat, der sich nunmehr „Stadtgericht“ nannte, wurde wieder eingefĂŒhrt. Nach Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahre 1825 fĂŒhrte der Rat die Bezeichnung Magistrat. Bereits ab 1813 trug das Stadtoberhaupt den Titel „Stadtdirektor“, seit 1848 hat Braunschweig einen OberbĂŒrgermeister.

1825 erhielt die Stadt den Status einer landesunmittelbaren Stadt. 1833 wurde sie Sitz einer eigenen Kreisdirektion (aus der spĂ€ter der Landkreis Braunschweig hervorging), bevor sie 1850 erneut landesunmittelbar wurde. Ab 1870 gehörte die Stadt endgĂŒltig zur Kreisdirektion Braunschweig. 1871 wurde das Herzogtum ein Bundesstaat des Deutschen Reiches.

Da Welfenherzog Wilhelm 1884 ohne legitimen Erben verstorben war, ĂŒbernahm zunĂ€chst ein „Regentschaftsrat“ bis zur Aussöhnung zwischen den Hohenzollern und dem Haus Hannover im Jahre 1913 die RegierungsgeschĂ€fte in Braunschweig.

Durch Braunschweig verlief im 18. und 19. Jahrhundert die Postroute Braunschweig–Calvörde.

Weimarer Republik

Ebenso wie im Rest des Deutschen Kaiserreiches kam es gegen Ende des Ersten Weltkrieges in Braunschweig zu einer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise, die zur Novemberrevolution in Braunschweig fĂŒhrte. Nachdem der Arbeiter- und Soldatenrat unter August Merges am 8. November 1918 die Abdankung des letzten Herzogs, Ernst August von Braunschweig-LĂŒneburg erzwungen hatte, ĂŒbernahm der Rat die politische FĂŒhrung und rief die „Sozialistische Republik Braunschweig“ unter FĂŒhrung des PrĂ€sidenten Merges aus.

Die Lage in der Stadt Braunschweig spitzte sich zu, als die Spartakisten am 9. April 1919 einen Generalstreik ausriefen. Der Streik fĂŒhrte dazu, dass die ZĂŒge nicht mehr abgefertigt wurden und damit der wichtige Ost-West-Verkehr blockiert wurde. Die Folge war ein RĂŒckstau, der in ganz Deutschland ein Verkehrschaos auslöste. Ab dem 11. April kam das öffentliche Leben in der Stadt zum Erliegen. Um Recht und Ordnung wieder herzustellen, verhĂ€ngte die Reichsregierung den Belagerungszustand ĂŒber die Stadt und den Freistaat Braunschweig. Am 17. April rĂŒckten 10.000 Mann der Freikorps-Truppen in der Stadt ein und ĂŒbernahmen sie friedlich. Nach der Bildung einer neuen Regierung unter MinisterprĂ€sident Heinrich Jasper verließen die Truppen Braunschweig bereits im Mai wieder. In Folge der Hyperinflation von 1922 kam es europa- und weltweit zu Arbeitslosigkeit, Armut, Unruhen und politischen Krisen; so waren auch in Braunschweig Unruhen zu verzeichnen.

Zeit des Nationalsozialismus

April 1932: Aufmarsch der SA in Braunschweig
Die brennende Braunschweiger Innenstadt in den frĂŒhen Morgenstunden des 15. Oktober 1944

Seit 1923 gewann die NSDAP immer mehr an Einfluss und zog bereits 1924 mit einem Abgeordneten in den Braunschweigischen Landtag ein. 1931 kam es in Anwesenheit Adolf Hitlers zu einem Aufmarsch von etwa 100.000 SA-Leuten vor dem Braunschweiger Schloss. Obwohl die Bevölkerung der Stadt Braunschweig eher proletarisch geprĂ€gt war, gelang der NSDAP bereits 1930 eine Regierungsbeteiligung im Freistaat Braunschweig, die fĂŒr die EinbĂŒrgerung Adolf Hitlers verantwortlich war. WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Stadtoberhaupt von der NSDAP eingesetzt.

Unter dem Kabinett Klagges kam es bereits kurz nach der sogenannten „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 zu zahlreichen Gewaltaktionen im Zusammenhang mit UnterdrĂŒckung und Verfolgung von politischen Gegnern, Juden und anderen missliebigen Personengruppen. Als frĂŒhes Beispiel der organisierten Repression gegenĂŒber Juden ist der „Warenhaussturm“ vom 11. MĂ€rz 1933 anzusehen. Als weiterhin besonders bedeutsam sind der sogenannte „Stahlhelm-Putsch“ vom 27. MĂ€rz und die Rieseberg-Morde vom 4. Juli 1933 zu nennen. Klagges’ Ziel war der Aufbau eines nationalsozialistischen Musterstaates und damit die Festigung seiner eigenen Position. Hierzu errichtete er Mustersiedlungen wie Lehndorf, holte wichtige nationalsozialistische Institutionen wie die Deutsche Versuchsanstalt fĂŒr Luftfahrt oder eine SS-Junkerschule in die Stadt und baute Braunschweig zu einem RĂŒstungszentrum des Dritten Reiches aus.

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges war Braunschweig Ziel zahlreicher alliierter Bombenangriffe, wobei etwa 90 % der Innenstadt zerstört wurden. Der Gesamtzerstörungsgrad der Stadt betrug 42 %.[16] Der verheerendste war der Bombenangriff auf Braunschweig am 15. Oktober 1944, bei dem 233 Lancaster-Bomber der No. 5 Bomber Group Royal Air Force (RAF) durch den Abwurf von etwa 200.000 Phosphor-, Brand- und Sprengbomben einen 2Âœ Tage wĂŒtenden Feuersturm entfachten. Über 1.000 Menschen kamen bei diesem Angriff ums Leben. WĂ€hrend des gesamten Krieges fanden etwa 3.500 Menschen durch Bombenangriffe den Tod, wobei fast die HĂ€lfte der Toten Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-HĂ€ftlinge waren.

Am 10. April 1945 verhandelte der Braunschweiger Kriegskommandant Generalleutnant Karl Veith mit Leland S. Hobbs, Generalmajor der 30. US-Infanteriedivision, ĂŒber die Übergabe der Stadt. Veith sagte zu, die verbliebenen deutschen Truppen aus der Stadt abzuziehen, lehnte eine förmliche Kapitulation jedoch ab. Daraufhin setzten die US-Truppen den Artilleriebeschuss der Stadt, begleitet von Tieffliegerangriffen, bis in die Abendstunden des 11. April fort. An diesem Tage nahm sich der bis dahin amtierende NSDAP-OberbĂŒrgermeister Hans-Joachim Mertens das Leben.[17] NSDAP-MinisterprĂ€sident Dietrich Klagges ernannte Rechtsanwalt Erich Bockler zum Nachfolger Mertens’. NSDAP-Kreisleiter Berthold Heilig und andere Nazi-GrĂ¶ĂŸen flĂŒchteten in den Abend- und Nachtstunden vor den heranrĂŒckenden Truppen.[18] Die KapitulationserklĂ€rung der Stadt Braunschweig wurde am Donnerstag, dem 12. April 1945 um 2:59 Uhr unterzeichnet, woraufhin amerikanische Truppen kampflos die schwer zerstörte Stadt besetzten. Klagges wurde am 13. April verhaftet, die alliierte MilitĂ€rregierung bezog das Veltheimsche Haus auf dem Burgplatz. Am 5. Juni 1945 wurde die amerikanische Besatzung durch britische Truppen abgelöst.

Nachkriegsjahre und Wiederaufbau

Das jĂŒdische Gemeindehaus in der Steinstraße. In seinem Innenhof befindet sich seit Dezember 2006 die neue Braunschweiger Synagoge.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte Braunschweig 202.284 Einwohner; bei Kriegsende hatte sich diese Zahl um 26,03 % auf 149.641 verringert. Die Stadt gehört zu den am schwersten zerstörten deutschen StĂ€dten. Der Zerstörungsgrad der Innenstadt (innerhalb des Okerringes) lag bei 90 %, der Gesamtzerstörungsgrad der Stadt bei 42 %. Die GesamttrĂŒmmermenge belief sich auf 3.670.500 mÂł.[19] Die TrĂŒmmerrĂ€umung dauerte 17 Jahre, bis sie 1963 offiziell fĂŒr beendet erklĂ€rt wurde. TatsĂ€chlich wurde sie aber noch Jahrzehnte danach in geringem Umfang fortgesetzt.

1946 fĂŒhrte die MilitĂ€rregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von der Bevölkerung gewĂ€hlten Rat. Dieser wĂ€hlte aus seiner Mitte den OberbĂŒrgermeister als Vorsitzenden und ReprĂ€sentanten der Stadt, der ehrenamtlich tĂ€tig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewĂ€hlten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Eine jĂŒdische Gemeinde existiert wieder seit 1945. Anfangs stand sie unter dem Schutz der MilitĂ€rregierung.

Durch den akuten Bedarf an Wohnraum schritt der Wiederaufbau in den 1950/60er-Jahren schnell voran. Da die Innenstadt nahezu vollstĂ€ndig zerstört war, bauten Stadtplaner und Architekten eine neue, moderne und vor allem „autogerechte Stadt“, wobei sie unter anderem die Maxime der sogenannten Braunschweiger Schule umzusetzen versuchten. Hierzu wurde erheblich in den Restbestand der ĂŒber Jahrhunderte gewachsenen Stadtlandschaft eingegriffen, was wiederum an vielen Stellen zu weiteren Zerstörungen fĂŒhrte (beispielsweise durch neu angelegte Straßenschneisen). So wurden intakte GebĂ€ude abgerissen und ein neuer Hauptbahnhof weit ab vom Stadtzentrum angelegt. Allein fĂŒr die Verlegung des Hauptbahnhofes wurden ĂŒber 100 GebĂ€ude abgerissen. Diese nachtrĂ€gliche Zerstörung historischen Bau- und Kulturgutes in Friedenszeiten fĂŒhrte zu einem weiteren IdentitĂ€tsverlust der örtlichen Bevölkerung und war jahrzehntelang Anlass fĂŒr kontrovers gefĂŒhrte Diskussionen.

Seit 1968 gibt es Kontakte zwischen Braunschweig und der israelischen Stadt Kiryat Tivon, denen seit 1985/86 eine StÀdtepartnerschaft folgte.

Rechtsnachfolge des ehemaligen Landkreises Braunschweig seit 1974

1974 wurde der Hauptteil des frĂŒheren Landkreises Braunschweig, der die kreisfreie Stadt umgab, eingemeindet. Die hierdurch vergrĂ¶ĂŸerte Stadt Braunschweig wurde Rechtsnachfolgerin des bis dahin existierenden Landkreises. Einzelne Gemeinden des frĂŒheren Landkreises wurden den Nachbarkreisen Helmstedt, Peine und WolfenbĂŒttel zugeschlagen. Bereits 1972 gelangten die ebenfalls zum Kreisgebiet gehörenden Gemeinden Thedinghausen und Emtinghausen an den Landkreis Verden.

Politik

Stadtoberhaupt und Rat

2001 wurde in Braunschweig die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen OberbĂŒrgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und oberster ReprĂ€sentant der Stadt. Er wird seit 2001 direkt von der Bevölkerung gewĂ€hlt. Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewĂ€hlt wird.

Bei der Direktwahl des OberbĂŒrgermeisters bei den Kommunalwahlen am 10. September 2006 wurde folgendes Ergebnis erzielt (Wahlbeteiligung 49,3 %).[20]

Kandidat und Partei WĂ€hlerstimmen Stimmanteil
Gert Hoffmann (CDU) 55.301 58,0 %
Friedhelm Possemeyer (SPD) 25.126 26,3 %
Gisela Witte (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen) 6.555 6,9 %
Uwe Meier (BĂŒrgerinitiative Braunschweig) 5.241 5,5 %
Udo Sommerfeld (DIE LINKE.) 3.146 3,3 %

Somit wurde Gert Hoffmann im Amt des OberbĂŒrgermeisters bestĂ€tigt. Die FDP kandidierte bei der OberbĂŒrgermeisterwahl nicht.

Die Wahlbeteiligung bei der Wahl des Rates am 11. September 2011 lag bei 49,5 %, dies waren 0,2 Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Wahl. Dem Rat der Stadt gehören mit Beginn der neuen Wahlperiode am 1. November 2011 neben dem OberbĂŒrgermeister (CDU) 54 Ratsfrauen und Ratsherren an, die sich wie folgt auf die Fraktionen bzw. Einzelmitglieder verteilen.[21]

Fraktionen WĂ€hlerstimmen Stimmanteil Sitze im Rat ab 11/2011 Sitzverteilung 11/2006 bis 10/2011
CDU 108.529 38,2 % 21 23
SPD 83.965 29,5 % 16 15
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 49.357 17,4 % 9 7
BĂŒrgerinitiative Braunschweig 13.649 4,8 % 3 2
FDP 5.959 2,1 % 1 3
DIE LINKE. 10.044 3,5 % 2 2
PIRATEN 11.209 3,9 % 2 –

→ Liste der StadtoberhĂ€upter von Braunschweig, Ergebnisse der Kommunalwahlen in Braunschweig

Wappen

Offizielle Version des Wappens
Der „Eidenbenzlöwe“ – Signet Braunschweigs
Briefmarke von 1990

GemĂ€ĂŸ der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 11. Dezember 2001[22] gilt bzgl. des Wappens Folgendes:

„Die Stadt fĂŒhrt als Wappen im silbernen Schilde einen steigenden links (heraldisch rechts) gewendeten roten Löwen mit weißen ZĂ€hnen, roter Zunge und schwarzen Krallen. Die Schildbreite verhĂ€lt sich zur Schildhöhe wie 6:7. FĂŒr die heraldische Gestaltung des Wappens ist der Wappenbrief vom 15. Oktober 1438 maßgebend.“

Dieses Stadtwappen ist seit mindestens 1366/67 bekannt und seither â€“ lediglich mit einigen stilistischen VerĂ€nderungen â€“ in Gebrauch. Es wurde von König Albrecht II. im o. g. Wappenbrief von 1438 bestĂ€tigt. Neben der Gesamtstadt fĂŒhren auch die fĂŒnf Weichbilde Altewiek, Altstadt, Hagen, Neustadt und Sack eigene Wappen, die sĂ€mtliche Variationen des Löwenmotivs zeigen.[23]

Farben

Weiter fĂŒhrt die Hauptsatzung bzgl. der Farben der Stadt aus:

„Die Farben der Stadt sind Rot und Weiß. Die Stadtflagge zeigt in gleichbreiten Querstreifen oben die Farbe Rot und unten die Farbe Weiß.“

Neben dem im Wappenbrief enthaltenen Wappen zeigt dieser auch die Farben der Stadt. Neben dieser offiziellen Stadtflagge fĂŒhren allerdings die fĂŒnf Weichbilde, die BĂŒrgergarde und die Stadtverwaltung eine Vielzahl weiterer (eigener) Flaggen, die, gleich dem Wappen, wiederum Variationen des Löwenmotivs aufweisen.[23]

Wahrzeichen

Der Braunschweiger Löwe ist das Wahrzeichen Heinrichs des Löwen, der die Stadt im Mittelalter zu einem bedeutenden Gemeinwesen ausbaute. So wurde der Löwe auch zum Wahrzeichen Braunschweigs. Auf der wahrscheinlich um 1300 entstandenen Ebstorfer Weltkarte ist Braunschweig mit dem Löwenstandbild eingezeichnet â€“ so bekannt war der Braunschweiger Löwe bereits im ausgehenden Mittelalter. Die heutige offizielle Festlegung als Wahrzeichen der Stadt erfolgte erst 1953 in der Hauptsatzung der Stadt.

Als „inoffizielles“, aber ebenfalls sehr altes Wahrzeichen der Stadt, gelten die TĂŒrme der Andreaskirche, die von alters her schon von weitem den Weg nach Braunschweig wiesen.

Interkommunale Zusammenarbeit

Die Stadt Braunschweig war von 1973 bis 1978 eines der zunĂ€chst acht (spĂ€ter sieben) Verbandsglieder des Großraumverbandes Braunschweig und ist seit 1991 neben zwei weiteren kreisfreien StĂ€dten und fĂŒnf Landkreisen Verbandsglied des Zweckverbandes Großraum Braunschweig (ZGB). Daneben bestehen interkommunale Kooperationen als öffentlich-rechtliche Zusammenarbeit mit benachbarten Landkreisen (z.B. bei der Integrierten Regionalleitstelle – IRLS) und in Formen privatrechtlicher Zusammenarbeit durch direkte oder indirekte Beteiligungen bzw. Mitgliedschaften der Stadt bei verschiedenen Gesellschaften und Vereinen (z.B. bei der Projekt Region Braunschweig, bei der Verbundgesellschaft Region Braunschweig, beim Landschaftsverband Braunschweigische Landschaft).

StÀdtepartnerschaften und -freundschaften

Nümes-Straße

Braunschweig unterhÀlt mit folgenden StÀdten eine StÀdtepartnerschaft bzw. -freundschaft:

Flag of Indonesia.svg Bandung, Jawa Barat, Indonesien, seit 1960
Flag of France.svg NĂźmes, Languedoc-Roussillon, Frankreich, seit 1962
Flag of the United Kingdom.svg Bath, England, Vereinigtes Königreich, seit 1971
Flag of Tunisia.svg Sousse, Sahel, Tunesien, seit 1980
Flag of Israel.svg Kiryat Tivon, GalilÀa, Israel, seit 1985/86
Flag of Germany.svg Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, seit 1987
Flag of Russia.svg Kasan, Tatarstan, Russland, seit 1988 (StÀdtefreundschaft)
Flag of the United States.svg Omaha, Nebraska, USA, seit 1992 (StÀdtefreundschaft)
Flag of the People's Republic of China.svg Zhuhai, China, seit 2011 (StÀdtepartnerschaft)

Wirtschaft und Infrastruktur

→ Hauptartikel: Wirtschaftsgeschichte der Stadt Braunschweig

Stadt und Region Braunschweig haben in ihrer Geschichte mehrere Strukturwandel erlebt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Braunschweig ein Zentrum der Konservenindustrie mit vielen verarbeitenden Betrieben sowie einer spezialisierten Maschinenbau-Industrie, unter anderem Schmalbach-Lubeca.

Mit dem Niedergang der Konservenindustrie und der Abwanderung der Industrie in andere LÀnder verschob sich der Schwerpunkt in Richtung auf die Automobilindustrie. Ebenfalls Geschichte ist die Fotoindustrie mit den traditionsreichen Firmen VoigtlÀnder und Rollei.

Industrie und Handwerk

Braunschweig war Sitz der BĂŒssing Automobilwerke, die 1972 in der Firma MAN aufgegangen sind. Die Fahrzeuge der MAN tragen noch heute das Logo der Firma BĂŒssing, einen stilisierten Braunschweiger Löwen, auf dem KĂŒhlergrill, werden aber heute in Salzgitter, 20 km sĂŒdlich von Braunschweig, produziert.

In Braunschweig wurde 1938 das erste Volkswagen-Werk, das sogenannte „Vorwerk“ in Betrieb genommen. Die Automobilindustrie ist nach wie vor einer der wichtigsten Industriezweige der Stadt. Noch heute befinden sich ein großes VW-Werk (Teilefertigung) sowie zahlreiche mittelstĂ€ndische Zulieferfirmen in der Stadt. DarĂŒber hinaus hat die Volkswagen Financial Service AG (unter anderem Volkswagen Bank) ihren Unternehmenssitz in Braunschweig.

Bis zu ihrem Niedergang Anfang der 1990er-Jahre unterhielt die in den 1980er-Jahren sehr erfolgreiche Computerfirma Commodore International in Braunschweig ein Werk (nur Endfertigung) mit eigener Entwicklungsabteilung und ein Auslieferungslager. Hier liefen diverse Computermodelle vom Band, darunter der legendÀre C64.

Die Stadt ist Sitz eines traditionsreichen Werkes der Siemens AG, das gleichfalls auf Heinrich BĂŒssing zurĂŒckgeht und weltweit fĂŒhrend in der Bahnautomation ist (siehe Siemens-Werk Braunschweig) und unter anderem die Bahnbetriebstechnik fĂŒr den Transrapid in Shanghai entwickelt hat. Der Unternehmensbereich Siemens Transportation Systems schĂ€tzt Braunschweig unter anderem wegen der Technische UniversitĂ€t Braunschweig und der Niederlassung des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR), das als Kompetenzzentrum fĂŒr Verkehrstechnik auch aerodynamische Forschung fĂŒr die Bahnindustrie durchfĂŒhrt. Außerdem ist Braunschweig Sitz von Intels grĂ¶ĂŸtem Chip-Entwicklungszentrum in Europa mit rund hundert Mitarbeitern. Seit 2000 wurden in Braunschweig bereits sechs Chips entwickelt, die heute im Einsatz sind. An der TU Braunschweig finanziert Intel den Hauptstudiengang „Advanced VLSI-Design“ (Very Large Scale Integrated Circuits), der sich intensiv mit der Entwicklung hochkomplexer Mikrochips befasst, um die Ausbildung hochqualifizierter ArbeitskrĂ€fte am Standort Braunschweig zu fördern. DarĂŒber hinaus ist Braunschweig Sitz des international tĂ€tigen Textilunternehmens New Yorker.

Ein interessantes Experiment ist die „Kooperationsinitiative im Maschinenbau“, ein Zusammenschluss mittelstĂ€ndischer Maschinenbau-Unternehmen aus der Region Braunschweig, die gemeinsam einkaufen, die Qualifikation der Mitarbeiter erhöhen und auch auf anderen Gebieten zusammenarbeiten.

Traditionell ist Braunschweig eines der Zentren der deutschen Zuckerindustrie, schon aufgrund des intensiven Anbaus von ZuckerrĂŒben im Braunschweiger Raum seit etwa 1850. Die durch einen Zusammenschluss aus mehreren Zuckerfabriken hervorgegangene Nordzucker AG hat nach der Fusion Braunschweig als Unternehmenssitz gewĂ€hlt. Sie ist jetzt der zweitgrĂ¶ĂŸte deutsche Hersteller von Zuckererzeugnissen. Die Technische UniversitĂ€t Braunschweig verfĂŒgt bereits seit Jahrzehnten ĂŒber ein eigenes Forschungsinstitut fĂŒr Zuckerherstellung und -verarbeitung.

Weitere bekannte Unternehmen und Institutionen sind der 1880 gegrĂŒndete Kaffeeröster Heimbs, die Öffentliche Versicherung Braunschweig, das Herrentextilunternehmen Dittmar (Signum-Hemden) und die Westermann Druck- und Verlagsgruppe.

GegenwĂ€rtig wird vermehrt versucht, Braunschweig als Messe- und Kongressstandort zu stĂ€rken. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem umfangreiche Modernisierungsarbeiten an der Stadthalle durchgefĂŒhrt. Der Bau eines modernen Kongresshotels ist geplant.

DarĂŒber hinaus ist die Stadt einer der Verwaltungssitze der Handwerkskammer Braunschweig-LĂŒneburg-Stade, deren Kammerbezirk unter anderem die kreisfreien StĂ€dte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie die Landkreise Helmstedt, Goslar, Peine und WolfenbĂŒttel umfasst.

Musikinstrumentenbau

Braunschweig war und ist eines der Zentren der deutschen Musikinstrumentenindustrie. Hier haben unter anderem die Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik GmbH als der grĂ¶ĂŸte deutsche Hersteller von Klavieren und FlĂŒgeln und mit der Grotrian-Steinweg GmbH ein weiterer namhafter Hersteller ihren Sitz. Streichinstrumente werden seit 1844 in Braunschweig von der Geigenbauer-Familie Rautmann, mittlerweile in der fĂŒnften Generation, hergestellt. Die Firma Sandberg Guitars fertigt hochwertige E-Gitarren und E-BĂ€sse.

Medien

Braunschweig ist Sitz eines Studios des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Auch zwei private Radiounternehmen, Hit-Radio Antenne und Radio ffn, besitzen hier jeweils Regionalstudios.

Regionale Tageszeitung ist die Braunschweiger Zeitung (BZ), die auch in der Region unter verschiedenen Titeln mit unterschiedlichen Lokalteilen vorherrscht. Im Jahr 2007 wurde die Braunschweiger Zeitung von der WAZ-Mediengruppe ĂŒbernommen. Als kostenlose Wochenzeitungen werden die im BZ-Verlag erscheinenden Neue Braunschweiger und Neue Braunschweiger am Sonntag in die Haushalte verteilt. Zudem existiert ein selbststĂ€ndiges Verlagsunternehmen, welches Wochenzeitungen fĂŒr Braunschweig und den Braunschweiger Raum herausgibt. Produkte sind der Braunschweig Report, das Wochenblatt zu Sonntag sowie Ambiente. Eine weitere Wochenzeitung in Braunschweig ist die Anzeigenzeitung Extra am Sonntag fĂŒr Braunschweig. Zum kostenlosen Mitnehmen liegen die monatlichen Stadtmagazine Da Capo und Subway, das monatliche Party- und Lifestyle-Magazin BackStage, das zehnmal jĂ€hrlich erscheinende Familienmagazin Clicclac sowie die vierteljĂ€hrlichen Stadtteil-Magazine Nordlicht, Tangente und Westblick an verschiedenen Verteilstellen im Stadtgebiet aus.

In Braunschweig und der nĂ€heren Umgebung sendet das nichtkommerzielle, lokale BĂŒrgerradio „Radio Okerwelle“ auf der Frequenz 104,6 FM. Außerdem unterhĂ€lt „TV38“, ein nichtkommerzielles Community-TV, ein Studio in der Stadt (neben weiteren Studiostandorten in Wolfsburg und Salzgitter). Radio Okerwelle und TV38 sind zwei von 15 niedersĂ€chsischen Veranstaltern von BĂŒrgerrundfunk. DarĂŒber hinaus betreibt die Braunschweiger Ideeal Werbeagentur auf der Frequenz 90,5 ein Veranstaltungsradio mit dem Schwerpunkt Eintracht Braunschweig.

In Cremlingen betreibt die Deutsche Telekom AG einen Mittelwellensender im Auftrag des Deutschlandfunks (DLF). Dieser Sender wird oft, obwohl er sich nicht im Stadtgebiet von Braunschweig befindet, als „Sender Braunschweig“ bezeichnet (siehe Rundfunksendestelle Cremlingen-Abbenrode).

Wissenschaft

TU Braunschweig, AltgebÀude

Im gesamten EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum (EWR) verfĂŒgt die Region Braunschweig ĂŒber die höchste IntensitĂ€t auf dem Gebiet der Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung (F&E). So wurden 2010 in Braunschweig 5,83 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) dafĂŒr aufgewendet.[4]

Die Stadt beheimatet drei Hochschulen und eine Vielzahl von Bundesanstalten und Forschungseinrichtungen. Die Technische UniversitĂ€t Carolo-Wilhelmina wurde 1745 als „Collegium Carolinum“ gegrĂŒndet. 1862 wurde dieses zur „Herzoglichen Polytechnischen Schule“ umgewandelt und 1877 zur „Technischen Hochschule“ erhoben. Seit der Erweiterung um eine Philosophische und eine staatswissenschaftliche FakultĂ€t 1968 ist sie „Technische UniversitĂ€t“. Die Ostfalia – Hochschule fĂŒr angewandte Wissenschaften wurde 1971 durch Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschule WolfenbĂŒttel mit der Höheren Fachschule fĂŒr Sozialarbeit des Landes Niedersachsen gegrĂŒndet. Weitere Fachbereiche kamen hinzu. Die Hochschule fĂŒr Bildende KĂŒnste Braunschweig (HBK) wurde 1963 aus der frĂŒheren Werkkunstschule Braunschweig gegrĂŒndet. 1972 wurde sie eine wissenschaftliche Hochschule und seit 1978 hat sie den Status einer kĂŒnstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule. Sie ist die einzige Kunsthochschule Niedersachsens.

In Braunschweig sind weiterhin das Luftfahrt-Bundesamt und die Bundesstelle fĂŒr Flugunfalluntersuchung ansĂ€ssig. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt hat aufgrund des Zeitgesetzes seit 1978 den Auftrag, mit ihren Atomuhren die Zeit in Deutschland festzulegen. Auch der Impuls fĂŒr die Steuerung von Funkuhren kommt von der PTB, ausgestrahlt wird der Takt jedoch ĂŒber den Langwellensender DCF77 sĂŒdöstlich von Frankfurt am Main.

Am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg befindet sich ein Standort des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR), das 1969 (zunĂ€chst als „DFVLR“) aus der 1936 gegrĂŒndeten Deutschen Forschungsanstalt fĂŒr Luftfahrt (DFL) hervorging. Hauptarbeitsgebiete sind Flugmechanik, FlugfĂŒhrung und Flugsicherung, Aerodynamik und die Entwicklung leistungsfĂ€higer Werkzeuge fĂŒr Berechnungen, sowie Struktursysteme (Adaptronik und extremer Leichtbau). Der Standort arbeitet eng mit dem benachbarten Luftfahrtbundesamt, der Technischen UniversitĂ€t und anderen ansĂ€ssigen Forschungseinrichtungen zusammen.

Das Helmholtz-Zentrum fĂŒr Infektionsforschung (HZI), frĂŒher Gesellschaft fĂŒr Biotechnologische Forschung (GBF), ist ein Zentrum fĂŒr Infektionsforschung und gehört der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren an, der grĂ¶ĂŸten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf Erregern, die medizinisch relevant sind oder als Modell fĂŒr die Untersuchung von Infektionsmechanismen genutzt werden. TrĂ€ger des HZI sind die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen (90:10).

Weitere Bundesanstalten und Forschungseinrichtungen in Braunschweig sind oder waren:

Diese Dichte des in Braunschweig vorhandenen wissenschaftlichen Potenzials erfuhr spĂ€testens 2006/2007 besondere Aufmerksamkeit: Der Stifterverband fĂŒr die Deutsche Wissenschaft verlieh der Stadt den Titel „Stadt der Wissenschaft 2007“. Mit der Auszeichnung gewĂŒrdigt wurde auch das Engagement, mit dem sich verschiedene Akteure fĂŒr Vernetzungen der Wissenschaft insbesondere mit Wirtschaft und Kultur sowie fĂŒr eine Öffnung der Wissenschaft fĂŒr die BĂŒrger der Stadt einsetzen. Der Bewerbung Braunschweigs unter dem Motto „IdeenkĂŒche Braunschweig“ mit einem experimentell angelegten Konzept bescheinigte die Jury dabei „OriginalitĂ€t und VerstĂ€ndlichkeit“.[24]

Verkehr

Straßenbahn auf dem Bohlweg vor Katharinenkirche

→ Hauptartikel: Verkehr in Braunschweig

Braunschweig befand sich seit dem Mittelalter am Kreuzungspunkt mehrerer Fernhandelsstraßen. Die die Stadt durch- und umfließende Oker war bis in die Neuzeit schiffbar.

Heute fĂŒhren mehrere Bundesautobahnen (z. B. die A 2 und die A 39) sowie Bundesstraßen nach Braunschweig bzw. direkt durch die Stadt (z. B. die B 1 und die B 248). Braunschweig hat einen Hafen mit Anbindung an den Mittellandkanal und seit 1935 einen eigenen Flughafen in Waggum, den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg.

Der Braunschweiger Hauptbahnhof wurde 1960 eröffnet und ersetzte den innerstĂ€dtischen Braunschweiger Bahnhof, einen Kopfbahnhof von 1845, dessen denkmalgeschĂŒtztes HauptgebĂ€ude heute als Hauptsitz der Braunschweigischen Landessparkasse dient. Bereits 1838 nahm hier die erste deutsche Staatseisenbahn von Braunschweig nach WolfenbĂŒttel ihren Betrieb auf. Heutzutage ist er Systemhalt fĂŒr das IC- und ICE-Netz sowie den regionalen Nahverkehr. DarĂŒber hinaus betreibt die Deutsche Bahn einen Bahnhof in Braunschweig-Gliesmarode.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) der Stadt wird unter anderem mit Straßenbahnen und Omnibussen der Braunschweiger Verkehrs-AG innerhalb des Verbundtarifs Region Braunschweig (VRB) durchgefĂŒhrt. Die Umgebung ist durch mehrere Regionalverkehrsgesellschaften vorwiegend mit Buslinien erschlossen. Geplant war zudem ein regionaler Schienenverkehrsverbund von Goslar ĂŒber Braunschweig bis Uelzen, die auch innenstĂ€dtisch fahrende RegioStadtBahn Braunschweig. Die Planung dieser Stadtbahn wurde wegen fehlender Finanzierung 2010 gestoppt.

Bereits im April 1904 hatte Heinrich BĂŒssing auf der Strecke Wendeburg – Braunschweig die Kraftomnibus-Linie der „Automobil-Omnibus-Betriebs-Gesellschaft Braunschweig“ (AOBG) eröffnet. Sie diente dem Praxistest fĂŒr die Busse, die er in seinem Werk bauen ließ. Sie ist zugleich die Ă€lteste Omnibuslinie der Welt, die bis heute noch befahren wird.

SehenswĂŒrdigkeiten

Durch die weitgehende Zerstörung der Braunschweiger Innenstadt durch zahlreiche Luftangriffe wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges, insbesondere den Luftangriff vom 15. Oktober 1944, sind in der ehemals grĂ¶ĂŸten Fachwerkstadt Deutschlands nur noch wenige alte GebĂ€ude und StraßenzĂŒge in ihrer ursprĂŒnglichen Form erhalten geblieben. Vor allem seit den 1990er Jahren gibt es verstĂ€rkte Bestrebungen, stadtgeschichtlich wichtige GebĂ€ude wieder aufzubauen. So ist dies beispielsweise mit der Alten Waage geschehen oder in beschrĂ€nkterem Umfang mit dem Braunschweiger Schloss, dessen Fassadenfront seit 2007 den Eingang zu einem Einkaufszentrum bildet. Auf dem Schloss ist die grĂ¶ĂŸte Quadriga Europas platziert.

Liegende Skulptur vor dem Gewandhaus

Traditionsinseln

Unzerstörtes, Restauriertes oder Wiederaufgebautes findet sich heute vor allem innerhalb der fĂŒnf „Traditionsinseln“ der Innenstadt: Rund um den Dom, die Aegidienkirche, Magnikirche (Magniviertel), Martinikirche und um die Michaeliskirche. Die „Traditionsinseln“ wurden schon kurz nach dem Krieg vom damaligen Landeskonservator Kurt Seeleke ins Leben gerufen und genießen seit 1963 gesetzlichen Schutz.

Die „Traditionsinsel“ um den Dom umfasst vor allem den Burgplatz mit Braunschweigs Wahrzeichen, dem Braunschweiger Löwen, dessen Original sich seit 1989 zum Schutz vor schĂ€dlichen UmwelteinflĂŒssen in der Burg Dankwarderode befindet. Um das Standbild gruppieren sich nach Burg und Dom das Braunschweigische Landesmuseum (ursprĂŒnglich das Stammhaus des Vieweg Verlages), das Huneborstelsche Haus und das Veltheimsche Haus. SĂŒdwestlich hinter dem Dom liegen die StiftsherrenhĂ€user aus dem 15. Jahrhundert. Ähnliche „Inseln“ bilden der Altstadtmarkt mit dem Altstadtrathaus, Altstadtmarktbrunnen, Gewandhaus und Stechinelli-Haus und der in seiner NĂ€he befindliche Kohlmarkt mit ebenfalls zahlreichen bedeutenden GebĂ€uden aus verschiedenen Jahrhunderten.

Sakralbauten

2006/2007 wurden KriegsschĂ€den an den TĂŒrmen der Andreaskirche beseitigt

Zu den Ă€ltesten Kirchenbauten zĂ€hlen unter anderem die Jakobskirche aus dem 9. Jahrhundert und die Magnikirche aus dem 11. Jahrhundert, in deren Weiheurkunde aus dem Jahre 1031 Braunschweig erstmals als brunesguik urkundlich erwĂ€hnt wird.[25] Weitere bedeutende Kirchen des Mittelalters sind der Dom St. Blasii, die BartholomĂ€uskirche, die Michaeliskirche, die Petrikirche und die Pfarrkirchen St. Martini, St. Katharinen und die 91 Meter hohe Andreaskirche, die ĂŒber Jahrhunderte das höchste Bauwerk der Stadt war.

Beachtenswerte Kirchenbauten aus der neueren Zeit sind die zwischen 1899 und 1906 geschaffenen Kirchen St. Jakobi sowie die neugotischen St. Johannis und St. Pauli. Ebenfalls interessant sind die in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts errichteten Kirchen: So die 1952 erbaute Heilig-Geist-Kirche mit Werken der KĂŒnstler Toni Zenz und Dominikus Böhm oder die 1958 erbaute Dominikanerkirche St. Albertus Magnus, deren kĂŒnstlerische Ausstattung von Gerd Winner stammt.

Die Aegidienkirche, die BrĂŒdernkirche und das Kloster Riddagshausen sind die bedeutendsten Klosterbauten der Stadt.

Profanbauten

Aus den letzten fast 900 Jahren stammen die Burg Dankwarderode, das Gewandhaus, die Liberei, das Achtermannsche Haus, Schloss Richmond, die zwischen 1991 und 1994 rekonstruierte Alte Waage und der Ritter St. Georg, das Ă€lteste erhaltene Fachwerkhaus der Stadt aus dem Jahre 1489. Weitere bemerkenswerte GebĂ€ude sind das Neustadtrathaus, das „Haus Salve Hospes“, das Haus zum goldenen Stern, der Alte Bahnhof, das Haus Anker, der Wasserturm auf dem Giersberg u.v.m.

Akzente moderner Architektur wurden 1960 mit dem EmpfangsgebĂ€ude des Braunschweiger Hauptbahnhofes sowie dem im Jahr 2000 davor errichteten Nahverkehrsterminal gesetzt. Das 1999 an Rande des Magniviertels gebaute Happy RIZZI House entfachte kontroverse Diskussionen. Ein weiteres Beispiel moderner Architektur ist das glĂ€serne BibliotheksgebĂ€ude der Hochschule fĂŒr Bildende KĂŒnste aus dem Jahr 2002, ursprĂŒnglich auf dem GelĂ€nde der EXPO 2000 in Hannover als mexikanischer Pavillon errichtet.

Zwischen 2005 und 2007 errichtete die Firma ECE Projektmanagement am Ort des 1960 abgerissenen Braunschweiger Schlosses und des 2005 beseitigten Schlossparks die Schloss-Arkaden, ein Einkaufszentrum, dessen Fassaden hauptsÀchlich in einer modernen Stahl-Glas-Konstruktion gestaltet worden sind. Nur der Kopfbau zum Bohlweg hin, der in der Kubatur des historischen Schlosses errichtet wurde, erhielt an den drei Hauptfassaden eine Rekonstruktion der ehemaligen Schlossfassade.

Das höchste WohngebĂ€ude der Stadt ist das 22-geschössige Hochhaus am Schwarzen Berge mit 66 m, der Fernmeldeturm im Stadtteil Broitzem erreicht die Höhe von 155 m. Überragt wird die Stadt seit 1983 vom höchsten Bauwerk, dem Schornstein des Heizkraftwerks Mitte mit einer Gesamthöhe von 198 m.

DenkmÀler

→ Hauptartikel: Liste der Denkmale und Standbilder der Stadt Braunschweig

Über die Stadt verstreut finden sich zahlreiche Denkmale, Standbilder, Reliefs, Gedenksteine, und -tafeln, die im Laufe der Jahrhunderte zu unterschiedlichen AnlĂ€ssen geschaffen wurden. Einige dieser Werke sind allerdings mittlerweile aus verschiedenen GrĂŒnden (meist aufgrund von Kriegseinwirkung) nicht mehr vorhanden. Die zweifellos kunsthistorisch und stadtgeschichtlich wichtigsten Werke sind auch gleichzeitig die Ă€ltesten:

Das nach seinem Erschaffer benannte „Imervard-Kreuz“ im Braunschweiger Dom gilt als eine der bedeutendsten romanischen Skulpturen auf deutschem Boden. Bei der Holzskulptur handelt es sich um ein Viernagelkreuz aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Wenige Meter weiter in der Burg Dankwarderode befindet sich der Braunschweiger Löwe. Er ist die Ă€lteste erhaltene Großplastik des Mittelalters nördlich der Alpen und erster grĂ¶ĂŸerer figĂŒrlicher Hohlguss seit der Antike.

Das Grabmal Heinrichs des Löwen und seiner zweiten Gemahlin Mathilde von England gehört zu den ersten GrabmÀlern, bei denen ein naturalistischer Stil Einzug hielt. Es wurde um 1230 errichtet und befindet sich im Braunschweiger Dom.

Das 2,60 m hohe Lessing-Denkmal des Braunschweiger Erzgießers Georg Howaldt aus dem Jahre 1853, ist das erste Standbild in der Stadt, das einen Menschen darstellt. An Till Eulenspiegel, der (wahrscheinlich) nicht weit von Braunschweig geboren wurde, erinnert der Eulenspiegel-Brunnen. Er steht an der Stelle, wo sich der Überlieferung nach jene BĂ€ckerei befunden haben soll, in der Till den BĂŒrgern Eulen und Meerkatzen buk, die sich heute als Figuren um den Brunnen herum befinden.

GrĂŒnflĂ€chen und Naherholung

Blick ĂŒber das östliche Ringgebiet. Im Zentrum Stadtpark und Prinzenpark mit dem Nußberg. In Hintergrund Riddagshausen mit Kreuzteich, Mittelteich und Schapenbruchteich.

Die Stadt hat – vor allem nach der Erweiterung der Gebietsreform von 1974 – einen besonders hohen Anteil an GrĂŒn- und naturnahen FlĂ€chen. Die grĂ¶ĂŸte GrĂŒnflĂ€che Braunschweigs stellt das Naturschutzgebiet Riddagshausen dar. Das seit 1962 ausgewiesene Europareservat beheimatet viele seltene Vogelarten, zum Beispiel die Krickente oder den Zwergtaucher. Die ausgedehnte Teichlandschaft des heutigen Riddagshausen ist auf die TĂ€tigkeit der Zisterziensermönche zurĂŒckzufĂŒhren, die die damals sehr sumpfige Gegend entwĂ€sserten und Fischteiche anlegten.[26]

In der Weststadt wird seit 1980 in mehreren Bauabschnitten der Westpark gebaut. Das 240 Hektar große Gebiet vereint dabei an angrenzenden landwirtschaftlichen NutzflĂ€chen Erholungsgebiete, Kleingartenanlagen sowie Sport- und SpielflĂ€chen.[26]

Der Prinz-Albrecht-Park im östlichen Ringgebiet entstand 1895 aus einem Exerzierplatz und ist als Landschaftsschutzgebiet mit wertvollem Baumbestand ausgewiesen. Der Park ist knapp 47 Hektar groß.[26]

Der BĂŒrgerpark ist eine der Ă€ltesten und mit rund 42 Hektar viertgrĂ¶ĂŸte Parkanlage der Stadt. Er befindet sich auf der ehemaligen sĂŒdöstlichen Okeraue, sĂŒdlich des Stadtzentrums. In nördlicher Richtung geht er fließend in den Kiryat-Tivon-Park (dem frĂŒheren Park des Braunschweiger Bahnhofs) ĂŒber.

Der an der nordwestlichen Biegung und dem Zusammenfluss der UmflutgrĂ€ben liegende Inselwall bildet zusammen mit dem kĂŒnstlichen Gaußberg eine ca. 15 Hektar große Parkanlage.

Die sĂŒdlichen Naherholungsgebiete Kennel und SĂŒdsee erstrecken sich auf rund 2,5 Kilometer LĂ€nge am westlichen Ufer der Oker. Hier kann unter anderem gesegelt und gesurft werden.

Die Stadt verfĂŒgt mit dem Arche Noah Zoo in Stöckheim ĂŒber einen kleinen Zoo. In der 1964 eröffneten parkartigen Anlage werden 300 Tiere aus 50 Arten in naturnahen Gehegen und zum Teil frei umherlaufend gehalten. Der Zoo ist im Familienbesitz und hat einen Schwesterzoo nur etwa 15 km entfernt, den Tierpark Essehof in Lehre.

Kultur

Religionsgemeinschaften

Evangelisch-lutherische Kirche

Die Braunschweiger Kirchenordnung von 1528:
Der Erbarn Stadt Brunswig Christlike ordeninge / to denste dem hilgen Evangelio / 
 von Johannes Bugenhagen

Ab 1521 hielt die Reformation Einzug und fand zunĂ€chst durch den Reformator Gottschalk Kruse Verbreitung.[27] Die erste Messe in deutscher Sprache wurde an Ostern 1526 im Dom gefeiert.[28] Ab 1528 wurde die Reformation nach lutherischem Bekenntnis durch Luthers Mitstreiter Johann Bugenhagen weiter voran getrieben: Die Stadt bekam eine ĂŒber die ihre Grenzen hinaus berĂŒhmte Kirchenordnung.[29] Am 6. September 1528 wurde die offiziell besiegelte EinfĂŒhrung der Reformation in Braunschweig von allen Kanzeln der Stadt verkĂŒndet; fortan war die Stadt ĂŒber viele Jahrhunderte ĂŒberwiegend protestantisch. Sie regelte ihre kirchlichen Angelegenheiten weitgehend autonom. HauptpredigtstĂ€tte des Landesbischofs ist seit 1923 der Braunschweiger Dom.

Erst 1671 wurde die Kirchenverwaltung in die Braunschweigische Evangelisch-lutherische Landeskirche des Herzogtums Braunschweig eingegliedert. Hier wurde die Stadt alsbald Sitz einer Superintendentur, heute bezeichnet man diese Verwaltungsebene als Propstei. Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt gehören heute zur Propstei Braunschweig der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. In deren 414 Gemeinden sind 2007 ca. 405.000 Mitglieder organisiert.

Katholische Kirche

Im Mittelalter gehörte die Stadt Braunschweig zum Bistum Hildesheim und Bistum Halberstadt, wobei die Oker deren Grenze bildete. Das Hildesheimer Gebiet gehörte zum Archidiakonat Stöckheim, das HalberstĂ€dter zum Archidiakonat Atzum. 1391 wurde von beiden Bischöfen in Braunschweig ein Offizialat eingerichtet, das die kirchlichen Angelegenheiten der Stadt im Auftrag beider BistĂŒmer erledigte. In der Reformation wurden die Kirchen evangelisch-lutherisch, katholische Gottesdienste fanden nicht mehr statt.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde den Katholiken in Braunschweig wieder erlaubt, Gottesdienste abzuhalten, so dass sich bald eine katholische Gemeinde grĂŒnden konnte. Diese gehörte ab 1824 zum neu festgelegten Bistum Hildesheim, welches bis 1930 zur Kirchenprovinz Köln (Erzbistum Köln), dann zur Kirchenprovinz Paderborn (Erzbistum Paderborn) und seit 1995 zur neu gegrĂŒndeten Kirchenprovinz Hamburg (Erzbistum Hamburg) gehört. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Braunschweig, dessen Gebiet auch Gemeinden außerhalb der Stadt Braunschweig umfasst. Katholische Hauptkirche in Braunschweig ist das LiebfrauenmĂŒnster St. Aegidien, die Kirche eines ehemaligen Benediktinerklosters. Die katholische Kirche in Braunschweig besteht aus fĂŒnf Gemeinden mit 17 Kirchen und hat etwa 40.000 Mitglieder.

Seit 1958 gibt es in der Stadt wieder ein Dominikanerkloster. Die Dominikaner, die im Zuge der Reformation ihr 1310 am Bohlweg gegrĂŒndetes Kloster im Jahr 1528 auf Weisung des Rates der Stadt aufgeben und die Stadt verlassen mussten, kehrten nach mehr als 400 Jahren zurĂŒck und errichteten eine moderne Klosteranlage, zu der auch die Kirche St. Albertus Magnus mit der gleichnamigen Pfarrei gehört.[30]

Andere Kirchen und Glaubensgemeinschaften

Im 18. Jahrhundert grĂŒndeten sich in Braunschweig deutsch-reformierte und französisch-reformierte Gemeinden, die sich 1811 zu einer reformierten Gemeinde vereinigten. Bis heute ist die Kirchengemeinde selbststĂ€ndig. Sie wurde 1928 GrĂŒndungsmitglied des Bundes Evangelisch-reformierter Kirchen Deutschlands, der eine kleine Anzahl reformierter Gemeinden umfasst, die nicht Mitglied in einer Landeskirche sind und in Braunschweig seinen Sitz hat.

Zu den Freikirchen gehören u. a. die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die SelbstĂ€ndige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), die Evangelisch-methodistische Kirche, die Evangelische Freikirche Querum, das Christuszentrum Braunschweig, die Ecclesia-Gemeinde Braunschweig e. V. und die Gemeinschaft Christi.

Die Stadt Braunschweig verfĂŒgt ĂŒber zwei Neuapostolische Kirchen: Die Gemeinden Braunschweig-West und Ost. Die Gemeinde Braunschweig-West bildet die Hauptkirche des Ältestenbezirkes Braunschweig.

DarĂŒber hinaus sind auch die Mormonen, die Apostolische Sendungskirche, die (anthroposophische) Christengemeinschaft, die Christian Science und die Zeugen Jehovas in der Stadt vertreten. Es gibt auch einige islamische Gemeinden.

JĂŒdische Gemeinde

Die Braunschweiger Neustadt um 1400 (gelb dargestellt). Die Jodenstrate befindet sich am unteren rechten Bildrand.

→ Hauptartikel: Geschichte der Juden in Braunschweig

Seit dem Mittelalter gab es in Braunschweig ein vielgestaltiges jĂŒdisches Leben. Erstmals wird im Jahre 1282 eine jĂŒdische Gemeinde mit Synagoge, Schule, Gericht und Vorsteher erwĂ€hnt. HauptsĂ€chlich wurde im nördlichen Teil der Altstadt und in der Neustadt gesiedelt. Der erste jĂŒdische Friedhof ist fĂŒr 1584 belegt; noch heute besteht ein 1797 an der Hamburger Straße eingerichteter Friedhof, der wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus geschĂ€ndet worden war, aber spĂ€ter wieder instand gesetzt wurde. Die 1873–1875 von Constantin Uhde entworfene „Neue Synagoge“ wurde in der, von den Nationalsozialisten lancierten, sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938 schwer beschĂ€digt und 1940 wegen BaufĂ€lligkeit abgerissen. Aufgrund der Verfolgung wĂ€hrend des Dritten Reiches reduzierte sich die jĂŒdische Bevölkerung Braunschweigs von ehemals 682 im Jahre 1933 dramatisch (siehe Judenverfolgung). Nachweislich wurden 196 Braunschweiger Juden ermordet.[31] Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer erheblich höher liegt.

Nach dem Kriegsende bildete sich bereits ab 1945 wieder eine neue jĂŒdische Gemeinde in der Stadt. Sie bestand aus ĂŒberlebenden Braunschweiger Juden und Hinzugezogenen. 1995 wurde die erste in Deutschland nach dem Holocaust eingestellte Rabbinerin zur Leitung der jĂŒdischen Gemeinde bestellt, die 2008 wieder etwa 600 Mitglieder umfasst.[32] Am 6. Dezember 2006 wurde die neue Braunschweiger Synagoge feierlich eingeweiht.

Museen

Das wohl bedeutendste Museum Braunschweigs ist das Herzog Anton Ulrich-Museum, das auf das Jahr 1754 zurĂŒckgeht und kunsthistorisch internationale Bedeutung hat. Es ist nicht nur das Ă€lteste Museum Deutschlands, sondern auch das drittĂ€lteste öffentlich zugĂ€ngliche Museum der Welt.

Im Vieweg-Haus am Burgplatz befindet sich das Braunschweigische Landesmuseum, kurz BLM. Es wurde 1891 als „VaterlĂ€ndisches Museum fĂŒr Braunschweigische Landesgeschichte“ in der Straße Hagenscharrn gegrĂŒndet und ist das einzige Geschichtsmuseum in der TrĂ€gerschaft des Landes Niedersachsen. Auch die Ausstellung in der gegenĂŒber liegenden Burg Dankwarderode gehört zu diesem Museum. Die Außenstelle des BLM im Chor des ehemaligen Paulinerklosters aus der Mitte des 14. Jahrhunderts beherbergt das Ă€lteste jĂŒdische Museum der Welt.

Das 1865 eröffnete StÀdtische Museum am Magnitor zeigt die Geschichte der Stadt Braunschweig; zu ihm gehören auch die Formsammlung und die Friedrich-GerstÀcker-GedÀchtnisstÀtte.

Haus Salve Hospes des Kunstvereins Braunschweig

Das Naturhistorische Museum wurde 1754 als Herzogliches Kunst- und Naturalienkabinett eröffnet. Als Museum der Geschichte der Zoologie umfasst es eine wissenschaftliche Sammlung von mehreren zehntausend Exemplaren. Neben Dauerausstellungen zu verschiedenen Themen gibt es einen Lichtsaal, in dem die bedeutendsten StĂŒcke zu sehen sind.

In der „GedenkstĂ€tte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße“ erinnert ein „Offenes Archiv“ an die Opfer des KZ-Außenlagers. Die seit Mai 2000 von der KĂŒnstlerin Sigrid Sigurdsson konzipierte GedenkstĂ€tte umfasst Dokumente, Erlebnisberichte, Erinnerungen und Forschungen zur Geschichte des Lagers. Texte aus dem offenen Archiv sind auf Tafeln an Mauern auf dem GelĂ€nde angebracht.

Das Raabe-Haus, Wilhelm Raabes letztes Wohnhaus, wurde 1948 als GedenkstĂ€tte zu Ehren des KĂŒnstlers gegrĂŒndet. Der Verein Friedrich-GerstĂ€cker-Gesellschaft betreibt seit 1982 im sogenannten „Cavaliershaus“ von Schloss Richmond eine Ausstellung ĂŒber den Schriftsteller Friedrich GerstĂ€cker, der in Braunschweig seine Jugend und letzten Lebensjahre verbrachte. Die Ausstellung beinhaltet unter anderem eine umfangreiche Sammlung mit Originalen und Repliken von „Feuerwaffen des Wilden Westens“.

Weitere Museen Braunschweigs sind das Grammophon-Museum „Harmonie“, das Landtechnik-Museum auf dem Gut Steinhof sowie das Museum fĂŒr Photographie. Weiterhin gibt es im Haus Salve Hospes des Kunstvereins Braunschweig, im Mineralien-Kabinett der Technischen UniversitĂ€t Braunschweig sowie im Zisterziensermuseum Riddagshausen weitere Ausstellungen.

Das bislang jĂŒngste Museum der Stadt wurde am 13. April 2008 eröffnet. Es handelt sich dabei um die Braunschweiger ZeitSchiene, ein 5,5 km langes Freilichtmuseum, in dem Braunschweigische und Deutsche Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte anhand eines Ringgleises dargestellt wird, das ca. 100 Jahre lang ĂŒber 50 Industrieunternehmen der Stadt mit dem öffentlichen Schienennetz verband.

Bibliotheken

Die grĂ¶ĂŸte Bibliothek der Region Braunschweig ist die UniversitĂ€tsbibliothek der Technischen UniversitĂ€t Braunschweig. Sie wurde 1748 als Bibliothek des Collegium Carolinum gegrĂŒndet und ist damit die Ă€lteste Bibliothek einer Technischen Hochschule in Deutschland. Der Bestand umfasst etwa 1,6 Mio. Medien. Neben ihrer eigentlichen Arbeit betreibt die UniversitĂ€tsbibliothek Braunschweig auch das Datenbanksystem allegro und betreut die grĂ¶ĂŸte Sammlung pharmazeutischer Literatur in Deutschland bzw. Mitteleuropa.

Die Stadtbibliothek Braunschweig ist seit dem 23. Juni 2007 in einem Teil der neu erbauten Schloss-Arkaden untergebracht.[33] In ihnen sind jetzt die ehemalige Öffentliche BĂŒcherei, die Musikbibliothek, sowie die BestĂ€nde der ehemaligen Stadtbibliothek aus dem Magniviertel, die ihren Schwerpunkt in Geistes- und Sozialwissenschaften hatte, zusammengefasst. Die Stadtbibliothek wurde 1861 gegrĂŒndet und 1865 mit einer 3.584-bĂ€ndigen Ministerialbibliothek im Neustadtrathaus eröffnet. Über Jahrzehnte hinweg wuchs der Bestand an Werken, sodass die Stadtbibliothek heute ĂŒber 400.000 BĂŒcher, 1.366 mittelalterliche Handschriften, 2.500 Karten und PlĂ€ne aus der Zeit vor 1850 sowie die Bibliothek des Geistlichen Ministeriums mit 8.675 Titeln verfĂŒgt. Der Freihandbestand umfasst rund 170.000 aktuelle Medien. Neben der Kinder- und Jugendbibliothek, einer Artothek, sowie einer Musikbibliothek existieren drei externe Zweigstellen.

Mit der Wilhelm-Raabe-Forschungsstelle der Stadtbibliothek soll der Nachlass des Schriftstellers Wilhelm Raabe erschlossen und erarbeitet werden. Werke Raabes befinden sich im Museum des Raabe-Hauses und im Stadtarchiv Braunschweig.

Weitere Bibliotheken befinden sich im Georg-Eckert-Institut fĂŒr Internationale Schulbuchforschung, im Herzog Anton Ulrich-Museum und in der Hochschule fĂŒr Bildende KĂŒnste Braunschweig.

Die Stadt ist Mitglied der Braunschweigischen Landschaft, einem Verein zur Pflege kultureller Einrichtungen in der Region.

Braunschweig beherbergt eine Vielzahl von Stiftungen, die Ă€lteste, noch heute existierende, die Stiftung St. Thomaehof wurde 1290 gegrĂŒndet, der Vereinigte Kloster- und Studienfonds 1569, Braunschweigs Stiftung, stammt aus dem Jahre 1794 und ist ebenfalls noch heute tĂ€tig. StiftungsgrĂŒndungen der jĂŒngsten Vergangenheit sind die BĂŒrgerstiftung Braunschweig aus dem Jahre 2003 und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz von 2005.

Theater

Das Staatstheater Braunschweig ist ein staatliches Vierspartentheater. Es zeigt jĂ€hrlich etwa 30 Premieren in Schauspiel, Musiktheater (Oper, Operette, Musical) und Ballett sowie in der Kinder- und Jugendtheatersparte Junges Staatstheater. Die UrsprĂŒnge des Staatstheaters gehen auf ein VorgĂ€ngerhaus zurĂŒck, das 1690 von Herzog Anton Ulrich begrĂŒndet wurde. Das Herzogliche Opernhaus stand bis 1864 am Hagenmarkt, hier fanden bedeutende UrauffĂŒhrungen, wie Lessings Emilia Galotti im Jahr 1772 und Goethes Faust im Jahr 1829, statt.

Das zweitĂ€lteste Theater Braunschweigs ist das Niederdeutsche Theater. Der Braunschweiger Allgemeine Anzeiger berichtete am 18. Juni 1925 von der GrĂŒndung „einer niederdeutschen LiebhaberbĂŒhne“. Rechtlich ist die BĂŒhne als eingetragener Verein organisiert und vom Finanzamt als gemeinnĂŒtzig anerkannt. In drei Inszenierungen pro Spielzeit mit je acht AuffĂŒhrungen werden Komödien, Lustspiele und auch Schauspiele im Roten Saal im Braunschweiger Schloss gezeigt.

Weitere Theater sind: Figurentheater fadenschein, Komödie am Altstadtmarkt, LOT Theater, Theater FanferlĂŒsch, Premiere Amateurtheater Braunschweig, Studio BĂŒhne Braunschweig und das Theater Zeitraum.

Sport

Logo der NewYorker Lions

Aus sportlicher Sicht kann Braunschweig auf eine lange Tradition zurĂŒckblicken, so war es z. B. der Gymnasiallehrer Konrad Koch, der den Fußball 1874 nach Deutschland brachte und Braunschweig zur Geburtsstadt des deutschen Fußballs machte.

Der bekannteste Sportverein ist Eintracht Braunschweig. Die Eintracht war 1967 Deutscher Fußballmeister, doch ist dies der einzige namhafte Titel der Fußballer, die im Jahr 2007 in die Regionalliga Nord abstiegen. Am Ende der Spielsaison 2007/2008 gelang der Eintracht die Qualifikation fĂŒr die neugegrĂŒndete 3. Liga. In der Saison 2010/2011 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit Trainer Torsten Lieberknecht. Andere Abteilungen des Vereins waren erfolgreicher: Im Damenhockey wurde man 1965, 1969 und 1973 deutscher Meister. In der Leichtathletik konnten ebenfalls einige Titel errungen werden.

Die NewYorker Lions sind ein bundesweit erfolgreicher American Football Verein. Von 1997 bis 2009 standen die Lions in jedem Finale des German Bowl und konnten diesen deutschen Meistertitel insgesamt siebenmal erringen, zuletzt 2005, 2006, 2007 und 2008 viermal in Folge. Mit sieben Titeln sind sie Rekordmeister. DarĂŒber hinaus gewannen sie 1999 und 2003 den europĂ€ischen Titel des Eurobowls.

Weitere Vereine sind die in der 1. Basketball-Bundesliga spielenden New Yorker Phantoms Braunschweig, die in der 2. Baseball-Bundesliga Nord spielenden Braunschweig SUBWAY89ers, der Handball-Verbandsligist MTV Braunschweig, sowie der national und international erfolgreichste Tanzsportverein im Standard-Formationstanzen, der Braunschweiger Tanz-Sport-Club (BTSC). Mehrere deutsche Meistertitel – vor allem im Langstreckenlauf – errang die Leichtathletik-Startgemeinschaft LG Braunschweig.

Ebenfalls erfolgreich zeigt sich Braunschweig im Karate: Der ansĂ€ssige Verein Shotokan Braunschweig stellt seit mehreren Jahren regelmĂ€ĂŸig die landes- und auch die bundesweiten Meister in dieser Sportart. Der braunschweiger Boxclub, BC72, stellt zusammen mit dem BAC WolfenbĂŒttel und den Salzgitter Heros das Löwenboxteam, das in der 2. Bundesliga antritt.

Seit 1994 finden im Juni auf dem GelĂ€nde des „Braunschweiger Tennis- und Hockey-Clubs“ (BTHC) im BĂŒrgerpark die Nord/LB open statt, ein jĂ€hrliches ATP-Challenger Tennisturnier fĂŒr junge und aufstrebende Welttennis-Spieler.

Jedes Jahr im FrĂŒhling werden seit 2002 in der Volkswagen Halle die Löwen Classics, ein internationales Weltranglisten-Reitsportturnier, ausgetragen.

An einem Freitag im Juni findet seit 1987 der Braunschweiger Nachtlauf statt, der Schulklassen, Mannschaften und EinzellĂ€ufern auf einem Rundkurs durch die Innenstadt verschieden Streckendistanzen anbietet. FĂŒr dieses Sportereignis mit circa 8.500 aktiven Teilnehmern und 40.000 Zuschauern werden Teile der Innenstadt fĂŒr den Verkehr gesperrt, und an der Strecke findet ein großes Sommerfest statt. Ein in den vergangenen Jahren stattfindender Elite-Lauf mit ProfilĂ€ufern wurde 2006 zugunsten weiterer StartplĂ€tze fĂŒr Laufbegeisterte gestrichen.

Der Braunschweig-WolfenbĂŒttel Marathon ist eine weitere Laufsportveranstaltung, die neben dem klassischen Marathonlauf auch weitere kĂŒrzere Strecken auf einer leicht hĂŒgeligen Strecke zwischen Braunschweig und WolfenbĂŒttel anbietet. Die seit dem Jahr 2000 angebotene Veranstaltung findet im Oktober statt, beim Marathon 2006 kamen 189 LĂ€ufer (161 MĂ€nner, 28 Frauen) ins Ziel.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Stadthalle

Überregional bekannt ist der Braunschweiger Weihnachtsmarkt, der eine ĂŒber 300-jĂ€hrige Tradition hat. Aufgrund des baulichen Umfeldes, der sogenannten „Traditionsinsel“ rund um den Burgplatz, die Burg Dankwarderode und den Braunschweiger Dom, wurde der Markt bereits mehrfach zum schönsten Weihnachtsmarkt Norddeutschlands gekĂŒrt.

In der Stadthalle und in der Volkswagen Halle finden regelmĂ€ĂŸig Konzerte, Messen oder sportliche Veranstaltungen statt.

Der am Sonntag vor Rosenmontag stattfindende Braunschweiger Karnevalsumzug – „Schoduvel“ – genannt, gilt mit mehr als 6 km LĂ€nge als der grĂ¶ĂŸte in Norddeutschland[34] und nach denen in Köln und Mainz der drittgrĂ¶ĂŸte Umzug in Deutschland.[35] Jedes Jahr zieht der Braunschweiger Schoduvel um die 250.000 Besucher an. Das mittelniederdeutsche Wort „Schoduvel“ (aus duvel = Teufel und Scho- fĂŒr scheuchen), bezeichnet einen alten Brauch, nĂ€mlich durch LĂ€rm, Verkleidung und schreckhaftes Gebaren die bösen Geister der KĂ€lte, des Todes und der Gefahr zu verscheuchen. Es handelt sich dabei um eine mittelalterliche Form des Karnevals, die erstmals 1293 im Braunschweiger Stadtbuch ErwĂ€hnung fand.

Seit 1987 findet das Internationale Filmfest Braunschweig statt. Außerdem wird das internationale Finale des Breakdance Turniers Battle of the Year in Braunschweig ausgerichtet.

Musikalisches

CityJazzNight 2006

Jedes Jahr im Mai/Juni findet in Braunschweig und der Region das Braunschweig Classix Festival statt. Hierbei treten international bekannte KĂŒnstler bei zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen auf. Auch nach dem Festival werden mit dem Kammermusikpodium regelmĂ€ĂŸige Konzerte und Veranstaltungen angeboten. Das Programm reicht von Kammermusik, ĂŒber Sinfonie-Konzerte und Lesungen berĂŒhmter Autoren (z. B. Donna Leon), bis hin zu Jazz- und Percussion-Veranstaltungen.

Weiterhin wird seit 2004 das Jazz-Festival CityJazzNight veranstaltet, das von Mitgliedern der Jazzkantine ins Leben gerufen wurde. Das ĂŒber die Innenstadt verteilte Festival zeigt an mehreren Stellen KĂŒnstler aus verschiedenen Jazz-Genres.

Veranstaltungen im Sommer

An Pfingsten findet traditionell der Mittelalterliche Markt auf dem Burgplatz statt, der vom Verein Kramer, Zunft & Kurtzweyl organisiert wird.

Im Juli findet mit dem Sommerlochfestival | CSD Braunschweig seit 1996 das mittlerweile grĂ¶ĂŸte Event lesbischer, schwuler, bi- und transsexueller Kultur und Politik in Niedersachsen statt. Ebenfalls im Juli wird das Wolters Hoffest ausgetragen, das sich ĂŒber ein ganzes Wochenende erstreckt und Bier und Live-Bands bietet.

1999 fand erstmals das Internationale Sommerspektakel Braunschweig statt, zu dem Straßentheatergruppen aus Europa in Braunschweig gastieren. Die Braunschweiger Kulturnacht wurde 1994 ins Leben gerufen und bietet seitdem alle zwei Jahre kulturelle Veranstaltungen in der gesamten Innenstadt.

RegelmĂ€ĂŸig zur Sommerferienzeit wird fĂŒr Kinder und Jugendliche das Programm Ferien in Braunschweig (FiBS) mit etwa 150 AktivitĂ€ten in und um Braunschweig angeboten.

Seit 1974 findet alljÀhrlich am ersten Wochenende im September das Magnifest im Magniviertel statt.

Kulinarisches

Wurst aus Braunschweig war schon im Mittelalter literarisch nachweisbar geschĂ€tzt. Insbesondere die nach der Stadt benannte „Braunschweiger“, die international bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine grobe Mettwurst, weicher Konsistenz, die mit oder ohne Knoblauch angeboten wird. Selbst in den USA ist die „Braunschweiger“ zu bekommen â€“ dort bezeichnet sie allerdings eine Art Teewurst, die deutlich feiner als das Original ist. Doch auch in Deutschland wird der Name hin und wieder fĂ€lschlich fĂŒr Teewurst verwendet. Etwas fester und haltbarer ist die Schlackwurst, die traditionell in einem Fettdarm gerĂ€uchert wird. Jenseits der Region weniger bekannt sein dĂŒrfte die Knackwurst, eine hellgraue, oft mit Thymian gewĂŒrzte Streichwurst, die es gerĂ€uchert wie ungerĂ€uchert gibt und die ebenso schmackhaft ist wie ihr Inhalt undokumentiert. Eine weitere Delikatesse ist die Heidewurst, die als Konserve mit gekochter Mettwurst vergleichbar ist.

Mumme-Werbung aus den USA (um 1900)

Von den einst zahlreichen Brauereien produzieren heute nur noch drei in der Stadt. Es handelt sich dabei um die zwei großen: Das Hofbrauhaus Wolters und die FeldschlĂ¶ĂŸchen-Brauerei sowie die kleine Privatbrauerei Schadt (auch ein Brauereigasthaus). Eine Besonderheit ist die Braunschweiger Mumme, die ihren Ursprung im Mittelalter hat (vor 1390) und noch heute erhĂ€ltlich ist: zum einen in nicht-alkoholischer Form in Dosen abgefĂŒllt und zum anderen seit Herbst 2008 wieder als dunkles Bier in Flaschen.

„Ulen un Apen“ wird ein typisch braunschweigisches Backwerk genannt. Sein Ursprung geht auf Till Eulenspiegel zurĂŒck, der aus dem Dorf Kneitlingen, wenige Kilometer östlich von Braunschweig, stammte und in der Stadt viele derbe, aber auch weise Scherze getrieben haben soll. Von seiner Zeit als BĂ€ckergeselle zeugen die aus Teig hergestellten und auf Braunschweigisch „Ulen un Apen“ genannten Eulen und Meerkatzen, die auch heute noch in einigen BĂ€ckereien der Stadt angeboten werden.

Weißer Spargel ist eine regionale SpezialitĂ€t, der vor allem im Norden der Stadt auf den sandigen Böden der SĂŒdheide angebaut und von Mai bis Juni auf den MĂ€rkten und in vielen GaststĂ€tten und Restaurants traditionell mit Schnitzel oder Schinken oder modern mit RĂ€ucherlachs angeboten wird.

Braunschweiger Honigkuchen, Anzeige von 1884

Ein traditionelles Braunschweiger Wintergericht ist GrĂŒnkohl, der in Braunschweig allerdings „Braunkohl“ genannt[36] wird. Diese Bezeichnung erklĂ€rt sich „historisch“, denn beim Braunschweigischen Braunkohl handelt es sich um eine besondere Kohlsorte, die zu frĂŒheren Zeiten (Überlieferungen und Rezepte aus dem 19. Jahrhundert bestĂ€tigen das) rund um die Stadt angebaut wurde. Im Gegensatz zum heute weit ĂŒberwiegend angebauten GrĂŒnkohl, ist beim Braunkohl „das stark geĂ€derte Blatt 
 an sich glatt und nur am Rand kraus, seine Farbe 
 dunkel-violett bis braun, das Blatt fĂŒhlt sich dicker an als das vom GrĂŒnkohl“[37] und ist der Traditionskohl „eine Nuance krĂ€ftiger im Geschmack, vielleicht sogar fruchtiger“[37] als der moderne Kohl mit seiner „bekannt mild-herben“[37] Anmutung. Warum die alte Sorte heute so gut wie nicht mehr angebaut wird, ist unbekannt. Seit 1986 kann man im Freilichtmuseum Diesdorf in der Altmark bei Salzwedel allerdings wieder den alten „Braunkohl“ ernten; das gelang auch mit dem von einem HobbygĂ€rtner in Eitzum im Landkreis WolfenbĂŒttel gezogenen, der im Januar 2008 einen Geschmacksvergleich von Slow-Food-Mitgliedern zwischen beiden Kohlsorten mit 1:0 klar fĂŒr sich entschied.[37] Typischerweise wird Braunkohl nach dem ersten Frost (denn der zerstört die im Kohl enthaltenen Bitterstoffe) mit Bregenwurst und Salzkartoffeln gegessen. Dazu wird traditionellerweise Bier getrunken.

FĂŒr seine Honigkuchen war Braunschweig bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg berĂŒhmt. Heute jedoch gibt es keine Unternehmen mehr in der Stadt, die dieses Backwerk herstellen.

Der Braunschweiger Pomologe, Medizinalrat und Professor Theodor Engelbrecht veröffentlichte 1889 im Verlag Friedrich Vieweg, Braunschweig, das Werk „Deutschlands Apfelsorten“, in dem er insgesamt 688 Sorten beschrieb. Darunter sind mindestens zwei spezielle Braunschweiger Apfelsorten, der Braunschweiger Milchapfel[38] und der Braunschweiger Tafel-Rambour.[39]

Personen und Persönlichkeiten

→ Liste bekannter in Braunschweig geborener Personen

In der Stadt Braunschweig geborene Personen sind neben anderen die Naturwissenschaftler Carl Friedrich Gauß, der FĂŒrst der Mathematiker wie er bereits zu seinen Lebzeiten genannt wurde, und Richard Dedekind, ebenso der spĂ€tmittelalterliche Chronist Hermann Bote, Schriftsteller wie Ernst August Klingemann und Ricarda Huch, die Schauspieler Willy Maertens, Gustav Knuth und Edda Seippel, die Politiker GĂŒnter Gaus, Wilhelm Bracke (MitbegrĂŒnder der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei) und der MinisterprĂ€sident des Freistaates Braunschweig sowie spĂ€ter des Landes Niedersachsen Alfred Kubel und der WiderstandskĂ€mpfer des 20. Juli 1944 Axel von dem Bussche, darĂŒber hinaus der Architekt des Braunschweiger Schlosses Carl Theodor Ottmer, die erste deutsche Ballonfahrerin Wilhelmine Reichard und die Musiker Louis Spohr und Norbert Schultze.

→ Liste der mit Braunschweig verbundenen Personen

Personen, die zwar nicht in der Stadt geboren, aber durch ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Wirken eng mit Braunschweig verbunden sind, sind Heinrich der Löwe, der Braunschweig im 12. Jahrhundert zu seiner Residenz erkor, der Schalksnarr Till Eulenspiegel, der Barock-Baumeister Hermann Korb, der Industrielle Heinrich BĂŒssing, die Dichter Hoffmann von Fallersleben (Verfasser des Deutschlandliedes), Joachim Heinrich Campe und Wilhelm Raabe. Weiterhin zu nennen sind der Erfinder der ersten schreibenden Rechenmaschine Franz Trinks, der Fotopionier Peter Wilhelm Friedrich von VoigtlĂ€nder, die Verleger Friedrich Vieweg und George Westermann sowie die Schriftstellerin Bianka Minte-König (MitbegrĂŒnderin des Eulenspiegel-Bilderbuchpreises).

→ Liste der EhrenbĂŒrger von Braunschweig

Die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde der Stadt wurde erstmals im Jahr 1838 verliehen. Die Intention hinter der Auszeichnung war ursprĂŒnglich, Kaufleute und Fabrikanten (die fĂŒr diesen Titel nicht unbedingt BĂŒrger Braunschweigs sein mussten) fĂŒr ihre Verdienste zu ehren. HierfĂŒr mussten sie ihre Waren mindestens einhundert Mal auf einer der verschiedenen Braunschweiger Messen angeboten haben. Im Laufe der Jahrzehnte Ă€nderten sich diese Voraussetzungen mehr zu allgemeineren Verdiensten um die Stadt.

Seit 1988 werden mit der BĂŒrgermedaille der Stadt Braunschweig Einzelpersonen und Personenvereinigungen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße um die Belange der Stadt Braunschweig verdient gemacht haben.

Sonstiges

Ein Teil der Handlung der Kinderoper Wittkopp des Komponisten Hans-Joachim Marx nach einem Libretto von Margret Rettich spielt in den Gassen sowie im Rathaussaal Braunschweigs. 1983 wurde diese Oper auf dem Domplatz zu Braunschweig uraufgefĂŒhrt.

Literatur und andere Medien

→ Hauptartikel: Literaturliste Braunschweig

  • Camerer, Garzmann, Schuegraf, Pingel: Braunschweiger Stadtlexikon. Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5.
  • Garzmann, Schuegraf, Pingel: Braunschweiger Stadtlexikon – ErgĂ€nzungsband. Braunschweig 1996, ISBN 3-926701-30-7.
  • Horst-RĂŒdiger Jarck, Gerhard Schildt (Hrsg.): Braunschweigische Landesgeschichte. JahrtausendrĂŒckblick einer Region. Braunschweig 2000, ISBN 3-930292-28-9.
  • Horst-RĂŒdiger Jarck (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 8. bis 18. Jahrhundert. Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7.
  • Horst-RĂŒdiger Jarck, GĂŒnter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8.
  • Jörg Leuschner, Karl Heinrich Kaufhold, Claudia MĂ€rtl (Hrsg.): Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Braunschweigischen Landes vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Band 1: Mittelalter, Band 2: FrĂŒhneuzeit, Band 3: Neuzeit. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2008, ISBN 978-3-487-13599-1.
  • Richard Moderhack (Hrsg.): Braunschweigische Landesgeschichte im Überblick. Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Geschichte. Band 23, 3. Aufl., Braunschweig 1979.
  • Rudolf Prescher: Der Rote Hahn ĂŒber Braunschweig. Braunschweig 1955.
  • Ernst-August Roloff: Braunschweig und der Staat von Weimar. Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1964.
  • Ernst-August Roloff: Wie braun war Braunschweig? Hitler und der Freistaat Braunschweig. Braunschweiger Zeitung (Hrsg.), Braunschweig 2003.
  • Gerd Spies (Hrsg.): Braunschweig – Das Bild der Stadt in 900 Jahren. Geschichte und Ansichten. 2 BĂ€nde, Braunschweig 1985.
  • Gerd Spies (Hrsg.): Brunswiek 1031 – Braunschweig 1981. Die Stadt Heinrichs des Löwen von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. 2 BĂ€nde, Braunschweig 1982.
  • Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit 1491–1671. 2 BĂ€nde, Braunschweig 1966.
  • DVD: Braunschweig 1945 – Bombardierung, Befreiung, Leben in TrĂŒmmern. Erinnert und kommentiert von Eckhard Schimpf (Braunschweiger Zeitung und Archiv Verlag, Braunschweig 2005)
  • Video: Eike Besuden: Braunschweig in: Bilderbuch Deutschland (NDR 2004), Website mit Inhaltsbeschreibung

Siehe auch

 Portal:Braunschweig – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Braunschweig

Einzelnachweise

  1. ↑ Landesbetrieb fĂŒr Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. ↑ a b c Wolfgang Kimpflinger: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen, Band 1.1.: Stadt Braunschweig, Teil 1, S. 94.
  3. ↑ Eurostat Jahrbuch der Regionen 2010, ISBN 978-92-7914564-3, S. 136
  4. ↑ a b Eurostat Science, technology and innovation in Europe. 2010 Edition, ISBN 978-92-79-14618-3, S. 55.
  5. ↑ Stifterverband fĂŒr die Deutsche Wissenschaft: Braunschweig: Stadt der Wissenschaft 2007
  6. ↑ Stadt Braunschweig, Fachbereich Stadtentwicklung und Statistik Statistische Angaben ĂŒber Braunschweig
  7. ↑ Karte der Stadtbezirke der Stadt Braunschweig; gĂŒltig ab 1. November 2006 (PDF)
  8. ↑ Karte der Stadtbezirke der Stadt Braunschweig; gĂŒltig ab 1. November 2006 (PDF)
  9. ↑ Stadt Braunschweig – Lokales Klima, Stadtklima
  10. ↑ Braunschweiger Zeitung (Hrsg.): Die Bomben-Nacht. Der Luftkrieg vor 60 Jahren. Braunschweig 2004, S. 43.
  11. ↑ Richard Moderhack (Hrsg.): Braunschweigische Landesgeschichte im Überblick. Quellen und Forschungen zur Braunschweigischen Geschichte. Band 23, 3 Aufl., Braunschweig 1979, S. 157.
  12. ↑ Gerd Spies (Hrsg.): Braunschweig – Das Bild der Stadt in 900 Jahren. Geschichte und Ansichten. Band 2: Braunschweigs Stadtbild. Braunschweig 1985, S. 17.
  13. ↑ Heinrich Gottfried Philipp Gerber: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen StĂ€dte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 285–308.
  14. ↑ Arno Herzig: JĂŒdische Geschichte in Deutschland: von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-406-39296-2, S. 35.
  15. ↑ Georg Braun und Frans Hogenberg: Civitates Orbis Terrarum. 1572
  16. ↑ Rudolf Prescher: Der rote Hahn ĂŒber Braunschweig. Luftschutzmaßnahmen und Luftkriegsereignisse in der Stadt Braunschweig 1927 bis 1945. Braunschweig 1955, S. 112ff.
  17. ↑ Horst-RĂŒdiger Jarck, Gerhard Schildt (Hrsg.): Braunschweigische Landesgeschichte. JahrtausendrĂŒckblick einer Region. Braunschweig 2000, S. 1121.
  18. ↑ StadtportrĂ€t Braunschweig: Zeit des Nationalsozialismus
  19. ↑ Rudolf Prescher: Der rote Hahn ĂŒber Braunschweig. Luftschutzmaßnahmen und Luftkriegsereignisse in der Stadt Braunschweig 1927 bis 1945. Braunschweig 1955, S. 112.
  20. ↑ Stadt Braunschweig, Referat Stadtentwicklung und Statistik – Kommunalwahl 2006 – Wahl des OberbĂŒrgermeisters
  21. ↑ Stadt Braunschweig, Referat Stadtentwicklung und Statistik – Kommunalwahl 2011 – Wahl des Rates – Gesamtergebnis
  22. ↑ Auszug aus der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig
  23. ↑ a b Camerer, Garzmann, Schuegraf, Pingel: Braunschweiger Stadtlexikon. Braunschweig 1992. S. 217 f.
  24. ↑ Siegerstadt 2007 im Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“ auf stadt-der-wissenschaft.de
  25. ↑ Horst-RĂŒdiger Jarck, Gerhard Schildt (Hrsg.): Braunschweigische Landesgeschichte. JahrtausendrĂŒckblick einer Region. Braunschweig 2000, S. 50.
  26. ↑ a b c Stadt Braunschweig, Fachbereich StadtgrĂŒn: Übersicht Braunschweiger Park- und GrĂŒnanlagen
  27. ↑ Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit 1491–1671. Braunschweig 1966, Band 1, S. 48.
  28. ↑ Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit 1491–1671. Braunschweig 1966, Band 1, S. 52.
  29. ↑ Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit 1491–1671. Braunschweig 1966, Band 1, S. 59.
  30. ↑ Dominikanerkloster in Braunschweig
  31. ↑ Horst-RĂŒdiger Jarck, Gerhard Schildt (Hrsg.): Braunschweigische Landesgeschichte. JahrtausendrĂŒckblick einer Region. Braunschweig 2000, S. 1004–1007.
  32. ↑ Irina Leytus: Klein, aber fein: die jĂŒdische Gemeinde Braunschweig setzt auf KontinuitĂ€t
  33. ↑ Stadtbibliothek Braunschweig
  34. ↑ „
 Der Braunschweiger Umzug ist mit mehr als sechs Kilometern LĂ€nge der grĂ¶ĂŸte Karnevalsumzug Norddeutschlands. 
“
  35. ↑ Braunschweiger Zeitung: Braunschweiger Zeitung: 100.000 Narren trotzen der KĂ€lte
  36. ↑ Artikel Braunkohl – Braunschweigische Sprach-Insel im GrĂŒnkohl-Meer von Thomas Parr am 20. Oktober 2007 auf newsclick.de
  37. ↑ a b c d Thomas Parr: Welcher Kohl schmeckt besser?; Artikel auf newsclick.de vom 14. Januar 2008.
  38. ↑ Engelbrecht (1889), Nr. 140, S. 160.
  39. ↑ Engelbrecht (1889), Nr. 162, S. 183.

Weblinks

 Commons: Braunschweig â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Braunschweig â€“ Zitate
 Wikisource: Braunschweig â€“ Quellen und Volltexte
Wiktionary Wiktionary: Braunschweig â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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  • Braunschweig [2] — Braunschweig (Geschichte). I. Von der Ă€ltesten Zeit bis zur Theilung des Landes in das Ă€ltere LĂŒneburgische u. WolfenbĂŒttelsche Haus (1267). Das Land, welches das jetzige Herzogthum B. bildet, wurde vormals von sĂ€chsischen StĂ€mmen bewohnt, u.… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Braunschweig [1] — Braunschweig (Geogr.), Herzogtum in Norddeutschland, besteht aus drei grĂ¶ĂŸeren u. vier kleineren getrennten Theilen; der grĂ¶ĂŸte ist der nördlichste (mit B., WolfenbĂŒttel u. HelmstĂ€dt) zwischen dem preußischen Regierungsbezirk Magdeburg u. den… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Braunschweig [1] — Braunschweig (hierzu Karte »Braunschweig, Lippe und Waldeck«), zum Deutschen Reiche gehöriges Herzogtum im nördlichen Deutschland, zwischen 8°55 –11°27 östl. L. und 51°33 –53° nördl. Br. gelegen, wird fast ganz von Preußen, und zwar im N. und S.… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Braunschweig [2] — Braunschweig (hierzu der Stadtplan), Haupt und Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig, an der Oker, 63 m ĂŒ. M., Knotenpunkt der preuß. Staatsbahnlinien Eilsleben Helmstedt B., B. Jerxheim und andrer Linien, ist eine interessante, ihr… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Braunschweig [3] — Braunschweig (Genealogie). Der Vater des jetzigen Herzogs war Herzog Wilhelm (s.d.) Friedrich, geb. 9. Oct. 1771, vermĂ€hlt mit Marie geb. Prinzessin von Baden, Wittwer seit 1808, fiel 16. Juni 1815 bei Quatrebras; er hatte 2 Söhne, welche beide… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Braunschweig [4] — Braunschweig, Prinzen von B., s.u. den Vornamen bes. Anton Ulrich, Ludwig Ernst, Ferdinend, [246] Albrecht Heinrich August, Albrecht, Friedrich Franz, Maximilian Julius Leopold 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Braunschweig [5] — Braunschweig (Stadt), 1) Hauptstadt des Herzogthums an der Ocker; öffentliche PlĂ€tze: der Burgplatz, auf welchem der eherne Löwe Heinrichs des Löwen seit 1172 (n. And. 1166) steht, der Schloßplatz mit dem Schlosse, der Altstadtmarkt mit… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Braunschweig [6] — Braunschweig, Hieron., so v.w. Brunschweig 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Braunschweig — Braunschweig, ein zum Deutschen Reich gehöriges Herzogtum [Karte: Mittleres Westdeutschland, beim Artikel Rheinprovinz], 3672 qkm, 464.333 meist luth. E. (24.120 Katholiken, 1824 Israeliten), zerfĂ€llt in 3 Teile (Kr. B., WolfenbĂŒttel, Helmstedt;… 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Braunschweig — Braunschweig, das Herzogthum, liegt fast ganz zwischen hannöverschem und preußischem Gebiet, hat 73 Quadrat M. FlĂ€cheninhalt mit 252,000 Einwohnern. Der Boden ist abwechselnd bergig und eben. Die Hauptprodukte sind Getreide, Flachs, RĂŒbsamen,… 
   Damen Conversations Lexikon

  • Braunschweig [1] — Braunschweig, das Herzogthum, der 12. Staat im deutschen Bunde besteht aus nicht weniger als 9 von einander getrennten Theilen bei einem FlĂ€cheninhalt von wenig ĂŒber 67 QM. Das grĂ¶ĂŸte StĂŒck liegt zwischen hannöv. und preuß. Gebiete, das… 
   Herders Conversations-Lexikon


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