Brecht

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Brecht
Bertolt Brecht (1948)
Das Brecht-Denkmal von Fritz Cremer vor dem Berliner Ensemble

Bertolt Brecht (auch Bert Brecht; gebĂŒrtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; * 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Berlin) gilt als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden auf der ganzen Welt aufgefĂŒhrt. Brecht hat das epische Theater bzw. „dialektische Theater“ begrĂŒndet und umgesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Geburtshaus des Dichters in Augsburg, heute „Brechthaus“ (GedenkstĂ€tte)
Hinweistafel am Brechthaus

Eugen Berthold Friedrich Brecht kam am 10. Februar 1898 in Augsburg zur Welt und wurde in der BarfĂŒĂŸerkirche in Augsburg getauft, dort wurde er auch konfirmiert. Die ersten Jahre verbrachte die Familie in einem handwerklichen Umfeld, so war im Erdgeschoss des Wohnhauses eine FeilenschlĂ€gerei untergebracht. Sein Vater war der aus Achern stammende Berthold Friedrich Brecht, leitender Angestellter und ab 1914 Direktor der Haindlschen Papierfabrik, dessen Stellung dann einen Umzug in eines der StiftungshĂ€user der Papierfabrik erlaubte und somit als Sohn besserer Leute galt. Seine Mutter Sophie Brecht, geb. Brezing, war im Königreich WĂŒrttemberg geboren worden und stammte aus einer pietistischen Familie, sein Vater war Katholik. Der junge Brecht wurde von den Eltern Aigin genannt. Den Namen Berthold bzw. Bertolt wĂ€hlte er als Rufnamen erst spĂ€ter. Er war ein eher schĂŒchterner, immer etwas krĂ€nkelnder Junge, der stets liebevoll von seiner Mutter umsorgt wurde. Nach der Volksschule besuchte er von 1908 bis 1917 das heute noch bestehende, damalig evangelische Peutinger-Realgymnasium in Augsburg, welches er mit dem Notabitur abschloss. Der dortige Religionsunterricht beeindruckte ihn tief, bereits 1913 legte er als 15-jĂ€hriger ein Drama mit dem Titel: Die Bibel vor.

Brecht hatte einen Bruder namens Walter, der Professor fĂŒr die Technologie des Papiers an der UniversitĂ€t Darmstadt wurde. Sein Großvater hatte eine Lithografenanstalt in Achern.

AnfĂ€nglich noch von der allgemeinen Kriegseuphorie angesteckt, kritisierte er schon in seiner Schulzeit in einem Aufsatz ĂŒber Horaz’ Dulce et decorum est pro patria mori deutlich den Krieg („SĂŒĂŸ und ehrenvoll ist es, fĂŒr das Vaterland zu sterben“; eine „Zweckpropaganda“, auf die nur „Hohlköpfe“ hereinfallen), wofĂŒr er mit einem Schulverweis bestraft werden sollte. Nur die angesehene Stellung seines Vaters und die Intervention eines Religionslehrers, der sich fĂŒr ihn einsetzte, bewahrten ihn vor der Vollstreckung dieser Strafe.[1]

Im Juli 1916 signierte er erstmals seine Arbeiten in der MĂŒnchen-Augsburger Abendzeitung mit Bert Brecht.

Studium

Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings im Jahr 1918 unterbrechen. Trotz eines Ă€rztlich attestierten Herzfehlers, der ihm, im Gegensatz zu seinen Schulfreunden, eine Einberufung ersparte, wurde er in einem Augsburger Lazarett als SanitĂ€tssoldat eingesetzt. Brecht erhielt 1919 auf Antrag eine Befreiung vom Vorlesungsbesuch und besuchte danach nur noch selten universitĂ€re Veranstaltungen. Am 29. November 1921 wurde er exmatrikuliert. 1921/22 war Brecht dann noch kurze Zeit an der Philosophischen FakultĂ€t in Berlin eingeschrieben, nahm das Studium aber nicht auf.

1916 lernte Brecht Paula Banholzer als seine große Jugendliebe kennen. Aus der Beziehung ging der gemeinsame Sohn Frank Banholzer (* 3. April 1919 in Kimratshofen, OberallgĂ€u; † 13. November 1943 in Porchow, Russland) hervor, der nach dem von Brecht verehrten Dichter Frank Wedekind seinen Namen erhielt. Der kleine Frank blieb die ersten drei Lebensjahre in Kimratshofen in Pflege. Danach kĂŒmmerten sich abwechselnd die Großeltern sowie Brechts neue Freundinnen Marianne Zoff und Helene Weigel um ihn. Im Zweiten Weltkrieg unter anderem an der Ostfront eingesetzt, kam Frank Banholzer 1943 bei einem Sprengstoffanschlag auf ein Wehrmachtskino an der Ostfront ums Leben.[2]

Schaffenszeit vor dem Exil

1920 starb Brechts Mutter. Im selben Jahr schloss er Freundschaft mit dem bekannten Kabarettisten Karl Valentin, den er sehr schĂ€tzte. Die gemeinsame Arbeit hat das spĂ€tere Schaffen Brechts deutlich beeinflusst. Ab 1920 reiste Brecht oft nach Berlin, um Beziehungen zu Personen aus dem Theater und zur literarischen Szene aufzubauen. Er lernte dort unter anderem 1921 den Schriftsteller Arnolt Bronnen kennen und teilte sich mit ihm zeitweise eine Wohnung. Brecht Ă€nderte seinen Vornamen in Bertolt um. 1924 zog er ganz nach Berlin. Hier arbeitete er zunĂ€chst zusammen mit Carl Zuckmayer als Dramaturg an Max Reinhardts Deutschem Theater, an den MĂŒnchner Kammerspielen inszenierte er in diesen Jahren selbst. Im Jahr 1922 erhielt er den Kleist-Preis und heiratete die Schauspielerin und OpernsĂ€ngerin Marianne Zoff. Ein Jahr spĂ€ter bekamen sie am 12. MĂ€rz die Tochter Hanne. Kurz danach lernte er seine spĂ€tere Frau Helene Weigel kennen, die 1924 seinen zweiten Sohn Stefan gebar. Drei Jahre spĂ€ter ließ er sich von Marianne Zoff scheiden. Nach der Heirat mit Helene Weigel 1929 kam Tochter Barbara zur Welt.

Brecht entwickelte sich in der zweiten HĂ€lfte der 1920er Jahre zum ĂŒberzeugten Kommunisten und verfolgte fortan mit seinem Werk politische Ziele. Er trat aber nie in die KPD ein. Parallel zur Entwicklung seines politischen Denkens verlief ab 1926 die Entwicklung des epischen Theaters. Ein wichtiger theatertheoretischer Aufsatz sind die Anmerkungen zur Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, die Brecht 1930 zusammen mit Peter Suhrkamp verfasste. Die Zusammenarbeit mit Kurt Weill in mehreren musikdramatischen Werken war fĂŒr die Entwicklung des epischen Theaters wesentlich.

Mit seinen Werken wollte Brecht gesellschaftliche Strukturen durchschaubar machen, vor allem in Hinsicht auf ihre VerĂ€nderbarkeit. Literarische Texte mussten fĂŒr ihn einen Gebrauchswert, einen Nutzen haben.

Die Marxismusrezeption Brechts wurde dabei sowohl von undogmatischen und parteilosen Marxisten wie Karl Korsch, Fritz Sternberg und Ernst Bloch als auch von der offiziellen KPD-Linie beeinflusst. Es entstand eine Reihe marxistischer LehrstĂŒcke. Die Werke aus dieser Zeit sind von den Schriften von Hegel und Marx beeinflusst. Die 1927 veröffentlichte Gedichtsammlung Bertolt Brechts Hauspostille besteht jedoch weitestgehend aus frĂŒher verfassten Texten. 1928 feierte Brecht mit seiner von Kurt Weill vertonten Dreigroschenoper (UrauffĂŒhrung: 31. August) einen der grĂ¶ĂŸten Theatererfolge der Weimarer Republik.

Nach einer verbreiteten Vorstellung beruhe der Welterfolg des StĂŒcks auf einem MissverstĂ€ndnis. Geschrieben als Gesellschaftskritik, wĂŒrde es von jenen umjubelt, die Brecht kritisieren wollte. Von anderen Forschern werden die unscharfen Konturen der Gesellschaftskritik insbesondere in der Fassung von 1928 hervorgehoben und die These eines MissverstĂ€ndnisses abgewiesen. In spĂ€teren Überarbeitungen – vor allem in seinem von den Produzenten abgelehnten Drehbuch fĂŒr die Verfilmung der Dreigroschenoper und in seinem „Dreigroschenroman“ (1934) – verschĂ€rfte Brecht die kritische Tendenz des Stoffes erheblich.

Im Jahre 1928 lernte Brecht Hanns Eisler kennen, der nun zum wichtigsten Komponisten seiner StĂŒcke und Lieder wurde. Aus der Bekanntschaft erwuchs eine Freundschaft und eine der wichtigsten Dichter-Musiker-Partnerschaften des 20. Jahrhunderts.

Leben im Exil

Zu Beginn des Jahres 1933 wurde eine AuffĂŒhrung von Die Maßnahme durch die Polizei unterbrochen. Die Veranstalter wurden wegen Hochverrats angeklagt. Am 28. Februar – einen Tag nach dem Reichstagsbrand – verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flĂŒchtete ĂŒber Prag, Wien und ZĂŒrich schließlich auf Einladung der Schriftstellerin Karin Michaelis nach Skovsbostrand auf FĂŒnen in DĂ€nemark, wo er sich die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre aufhielt. Im Mai 1933 wurden seine Werke von den Nationalsozialisten verbrannt. Die Machthaber erkannten ihm 1935 die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft ab.

1938 entstand das Leben des Galilei. Außer Dramen schrieb Brecht auch BeitrĂ€ge fĂŒr mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. Im Jahre 1939 verließ er DĂ€nemark, lebte ein Jahr in einem Bauernhaus in Lidingö bei Stockholm und im April 1940 in Helsinki. Brecht Ă€ußerte sich im Exil nie explizit kritisch gegenĂŒber Obrigkeit, Staat und Gesellschaft, sondern immer nur unterschwellig; gerade so kritisch, dass er sich nicht selbst zum MĂ€rtyrer seiner Ideen machte. WĂ€hrend eines Sommeraufenthalts in MarlebĂ€ck, wohin die Familie von der finnischen Schriftstellerin Hella Wuolijoki eingeladen worden war, schrieb Brecht nach einem Text Wuolijokis das StĂŒck Herr Puntila und sein Knecht Matti. In dieser Zeit begann er auch gemeinsam mit Wuolijoki die Bearbeitung des unvollendet gebliebenen StĂŒckes Die Judith von Shimoda nach einer Vorlage von Yuzo Yamamoto.

Im Sommer 1941 fuhr er via Moskau im Transsibirienexpress nach Wladiwostok. Vom Osten der UdSSR fuhr er mit dem Schiff nach Kalifornien, wo er in Santa Monica in der NĂ€he von Hollywood lebte. Er stellte sich vor, im FilmgeschĂ€ft eine Rolle als Drehbuchautor spielen zu können; doch dazu kam es nicht. Er hatte kaum Möglichkeit zur politischen Arbeit und bezeichnete sich selbst angesichts des Desinteresses der US-Amerikaner als „Lehrer ohne SchĂŒler“. Mit Charles Laughton, der spĂ€ter in Brechts einziger Theaterarbeit im amerikanischen Exil die Hauptrolle spielte, ĂŒbersetzte er sein StĂŒck Leben des Galilei, dessen ursprĂŒngliche Fassung am 9. September 1943 im Schauspielhaus ZĂŒrich uraufgefĂŒhrt wurde.

In den USA geriet er in den Verdacht, Mitglied einer kommunistischen Partei zu sein, weshalb er am 30. Oktober 1947 vom Komitee fĂŒr unamerikanische AktivitĂ€ten vorgeladen und verhört wurde.[3][4] Die Frage, ob er jemals Mitglied der Kommunistischen Partei gewesen wĂ€re oder noch sei, beantwortete Brecht mit nein und ergĂ€nzte, er sei auch nicht Mitglied einer kommunistischen Partei in Deutschland. Einen Tag spĂ€ter reiste er – wĂ€hrend der Premiere von Das Leben des Galilei in New York – ĂŒber Paris nach ZĂŒrich. Dort hielt er sich ein Jahr auf, da die Schweiz das einzige Land war, in das er noch einreisen durfte; die Einreise nach Westdeutschland wurde ihm untersagt. Im Februar 1948 wurde „Die Antigone des Sophokles“ im Stadttheater Chur uraufgefĂŒhrt. Am 12. Oktober 1950 erhielten Brecht und Weigel die österreichische StaatsbĂŒrgerschaft, im gleichen Monat verstarb Brechts langjĂ€hriger Partner Kurt Weill in New York.

RĂŒckkehr nach Berlin

Sondierung der Lage

Bert Brecht (zweiter von links) auf der Friedenskundgebung des Kulturbundes 1948

Bereits kurz nach dem Krieg wurde Brecht von Freunden gedrĂ€ngt, nach Deutschland zurĂŒckzukommen und seine StĂŒcke selbst zu inszenieren. Er wartete jedoch noch ab und sondierte die Lage. Als 1948 in der sowjetischen Besatzungszone dann mehrere Theater wiedereröffnet wurden und auch in Berlin der Wiederaufbau der VolksbĂŒhne beschlossene Sache war, reiste er im Oktober 1948 auf Einladung des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands (spĂ€ter: Kulturbund der DDR) von ZĂŒrich ĂŒber Salzburg und Prag nach Berlin. Die Einreise in die westlichen Besatzungsgebiete Deutschlands blieb ihm nach wie vor untersagt. In Berlin angekommen fand er schnell Kontakt zu maßgeblichen KĂŒnstlern und FunktionĂ€ren und dass mit Alexander Dymschitz ein Verehrer der Brechtschen Werke in der sowjetischen MilitĂ€radministration saß, sollte sich fĂŒr ihn auch als positiv erweisen. Das Wiedersehen mit Jacob Walcher, dessen politischer UrteilsfĂ€higkeit Brecht immer in besonderem Maße vertraute, war fĂŒr Brecht eine besondere Freude, hatte er doch nun den Experten gefunden, mit dem er die politischen Konstellationen diskutieren konnte. Brecht enthielt sich zunĂ€chst politischer Äußerungen in der Öffentlichkeit, wartete ab und beobachtete. Hierbei stellte er fest, dass die entscheidenden Impulse zur Umgestaltung nicht aus der Arbeiterklasse heraus, sondern gewissermaßen „von oben“ kamen, es wird verschoben und es wird verdrĂ€ngt. Alles fĂŒrchtet das Einreißen, ohne das das Aufbauen unmöglich ist notierte er in seinen Journalen. Obwohl Brecht bei seinem Berlinaufenthalt durchaus keine weitreichenden Privilegien eingerĂ€umt wurden, kam es doch zu Verhandlungen mit Verlegern. Nach einigem Zögern ordnete er seine Verlagsangelegenheiten: bei Peter Suhrkamp sollten die Versuche und die Gesammelten Werke erscheinen, der DDR-Aufbau Verlag sollte hierfĂŒr eine Lizenz erhalten und die Rechte fĂŒr die BĂŒhnenwerke blieben beim Reiss-Verlag in Basel. Auch fĂŒr Brechts Lyrik interessierte sich der Aufbau-Verlag frĂŒhzeitig[5].

Als wichtige Aufgabe empfand es Brecht, wieder im Theaterbetrieb Fuß zu fassen. Ein Angebot Wolfgang Langhoffs, am Deutschen Theater eigene StĂŒcke zu inszenieren, nahm er sofort an. Damit war zugleich ein wichtiges Ziel seiner Berliner Freunde erreicht, nĂ€mlich den KĂŒnstler an ein Berliner Theater zu binden. Als Erich Engel 1949 nach Berlin kam, begann Brecht sofort damit, das StĂŒck Mutter Courage und ihre Kinder zu inszenieren. Die Premiere wurde ein außerordentlicher Erfolg fĂŒr Brecht, Engel und die Hauptdarstellerin Weigel. In der Presse wurde die Inszenierung einerseits gelobt, andererseits zeichneten sich bereits spĂ€tere Konflikte mit den KulturfunktionĂ€ren ab. Begriffe wie „volksfremde Dekadenz“, noch mit Fragezeichen versehen, tauchten in der Öffentlichkeit auf, offenbar in Erwartung dessen, dass die Formalismusdebatte Shdanows von 1948 in der UdSSR unweigerlich auch den Kunst- und Kulturbetrieb der DDR erreichen wĂŒrde[6].

Kurzzeitig nach ZĂŒrich zurĂŒckgegehrt, um letzte Angelegenheiten zu regeln, auch um Schauspieler fĂŒr seine bevorstehende Arbeit in Berlin zu bekommen, betrieb er gleichzeitig umfangreiche Studien zur Geschichte der Pariser Kommune. Der Text des StĂŒckes Die Tage der Commune (eine Neubearbeitung von Nordahl Griegs Die Niederlage) lag im April 1949 fertig vor, allerdings war Brecht mit dem Erreichten unzufrieden und er verschob die Inszenierung zunĂ€chst. Als er ZĂŒrich am 24. Mai 1949 endgĂŒltig verließ hatte er VertrĂ€ge neben anderen mit Therese Giehse, Benno Besson und Teo Otto geschlossen.

Ein eigenes Ensemble

Theater Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm

WĂ€hrend Brecht sich in der Schweiz aufhielt, hatte Helene Weigel alles Notwendige in die Wege geleitet, um fĂŒr Brecht ein eigenes Ensemble grĂŒnden zu können. Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl und auf Seiten der SMAD Alexander Dymschitz, hatten das Vorhaben nach KrĂ€ften unterstĂŒtzt. Vom Beschluss des PolitbĂŒros der SED, ein „Helene-Weigel-Ensemble“ zu grĂŒnden, mit der Maßgabe, am 1.September 1949 den Spielbetrieb aufzunehmen, wurde am 29. April 1949 die zustĂ€ndige staatliche Stelle informiert[7]. Die Einsetzung Helene Weigels als Ensembleleiterin hatte fĂŒr Brecht nur Vorteile. Er musste sich einerseits nicht mit der BĂŒrokratie des Theaterbetriebes abgeben, konnte andererseits aber auch sicher sein, dass Weigel ihn nicht durch eigenen Ehrgeiz zu Kompromissen zwingen wĂŒrde. In den ersten Jahren schien das Konzept der gemeinsamen Arbeit begabter Schauspieler und Regisseure aus der Exilszene und junger Talente aus dem Inland aufzugehen, doch zeigte der Kalte Krieg auch in diesem Bereich bald Wirkung. Absprachen konnten nicht eingehalten werden, von Brecht erwartete KĂŒnstler wie Peter Lorre kamen nicht nach Berlin. Andere, mit FormalismusvorwĂŒrfen konfrontierte KĂŒnstler wie Teo Otto, beendeten die Zusammenarbeit.

Theaterarbeit in der DDR

Berliner Ensemble, Probe Mutter Courage unter der Intendanz Manfred Wekwerths, 1978

Als mit der GrĂŒndung der DDR 1949 auch eine neue Akademie der KĂŒnste ins Leben gerufen werden sollte, versuchte Brecht, hier seine Vorstellungen einzubringen: Auf jeden Fall aber sollte unsere Akademie produktiv und nicht nur reprĂ€sentativ sein. Er brachte auch das Thema „MeisterschĂŒler“ ins GesprĂ€ch. Im inzwischen umbenannten Berliner Ensemble umgab sich Brecht oft und gern mit SchĂŒlern wie Benno Besson, Peter Palitzsch und Egon Monk. Anfang 1950 wandte sich Brecht dem StĂŒck Der Hofmeister des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz zu, fĂŒr den er Zeit seines Lebens eine große Sympathie empfand. Die Premiere seiner Bearbeitung fand am 15. April 1950 statt, es war der grĂ¶ĂŸte Erfolg des Ensembles zu Lebzeiten Brechts, auch wurde er hier zum ersten Mal von der Öffentlichkeit als Regisseur wahrgenommen[8]. Anfang der 1950er Jahre wurden von der SED wichtige Grundsatzentscheidungen getroffen, so sei der Aufbau des Sozialismus zur grundlegenden Aufgabe [,,] geworden[9]. Gleichzeitig gewann die Debatte um Formalismus in der Kunst an SchĂ€rfe. Brecht agierte hier vorsichtig und ließ sich nicht auf eine theoretische Auseinandersetzung ein. Er ging eher den Weg kleiner Schritte und bereitete mit der Neuinszenierung von Die Mutter 1950/51 sein Publikum auf das von ihm gewollte „didaktische Theater“ vor. In der zu dieser Inszenierung einsetzenden eher mahnend-wohlwollenden Kritik wurde einmal mehr die Sonderrolle Brechts deutlich, die er im DDR-Kunstbetrieb genoss. Andere KĂŒnstler wie Paul Dessau bekamen die FormalismusvorwĂŒrfe der FunktionĂ€re weitaus deutlicher zu spĂŒren. Direkt in die Auseinandersetzungen geriet die Oper Das Verhör des Lukullus, deren Premiere am 17. MĂ€rz 1951 stattfand. Durch gezielte Kartenvergabe seitens des Ministeriums fĂŒr Volksbildung sollte offenbar ein Misserfolg organisiert werden. Der Plan schlug grĂŒndlich fehl. Auch in den folgenden Diskussionen zum StĂŒck, an denen sich höchste StaatsfunktionĂ€re beteiligten, agierte Brecht geschickt, immer den Kompromiss suchend. 1952 ließ er eine Inszenierung des Urfaust mit jungen Schauspielern zunĂ€chst in Potsdam auffĂŒhren, eine Praxis, die er noch öfter ĂŒbte, nĂ€mlich StĂŒcke zunĂ€chst außerhalb Berlins zu erproben. Am 2. Juli 1952 bezog Brecht gemeinsam mit Helene Weigel ein Haus in Buckow. Nicht ohne Stolz erklĂ€rte er: Ich gehöre jetzt zu einer neuen Klasse - den PĂ€chtern[10].

Brechts Reaktionen auf den 17. Juni 1953

Brecht-Haus Berlin-Weißensee

Als es am 17. Juni 1953 in Berlin zu Massenprotesten der Arbeiter in der DDR kam, drĂŒckte Brecht noch am selben Tag in einem knapp gehaltenen Brief an Walter Ulbricht seine „Verbundenheit mit der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ aus, formulierte aber gleichzeitig die Erwartung einer „Aussprache mit den Massen ĂŒber das Tempo des sozialistischen Aufbaus“[11]. Weitere kurze SolidaritĂ€tsadressen schickte Brecht am gleichen Tag an Wladimir Semjonowitsch Semjonow („unverbrĂŒchliche Freundschaft zur Sowjetunion“[12]) und an Otto Grotewohl sowie Gustav Just mit dem Angebot, BeitrĂ€ge zum aktuellen Radioprogramm zu liefern[13]

Brecht analysierte die Situation zur gleichen Zeit in einem unveröffentlichten Typoskript[14] so:

„Die Demonstrationen des 17. Juni zeigten die Unzufriedenheit eines betrĂ€chtlichen Teils der Berliner Arbeiterschaft mit einer Reihe verfehlter wirtschaftlicher Maßnahmen.

Organisierte faschistische Elemente versuchten, diese Unzufriedenheit fĂŒr ihre blutigen Zwecke zu mißbrauchen.

Mehrere Stunden lang stand Berlin am Rande eines dritten Weltkrieges.

Nur dem schnellen und sicheren Eingreifen sowjetischer Truppen ist es zu verdanken, daß diese Versuche vereitelt wurden.

Es war offensichtlich, daß das Eingreifen der sowjetischen Truppen sich keineswegs gegen die Demonstrationen der Arbeiter richtete. Es richtete sich augenscheinlich ausschließlich gegen die Versuche, einen neuen Weltbrand zu entfachen.

Es liegt jetzt an jedem einzelnen, der Regierung beim Ausmerzen der Fehler zu helfen, welche die Unzufriedenheit hervorgerufen haben und unsere unzweifelhaft großen sozialen Errungenschaften gefĂ€hrden.“[15]

Brecht sah die Ursache der Streiks in dem Versuch der Regierung, durch Erhöhung der Arbeitsnormen ohne adĂ€quate Gegenleistung „die Produktion zu steigern“. Die KĂŒnstler habe man als Propagandisten dieses Projekts funktionalisiert: „Man gewĂ€hrte den KĂŒnstlern einen hohen Lebensstandard und versprach ihn den Arbeitern“.[16] Eine wirkliche VerĂ€nderung der ProduktionssphĂ€re sah Brecht als Alternative.

Brecht hatte seinen Brief an Ulbricht mit einer SolidaritĂ€tsadresse an die Partei geschlossen, fĂŒr einige Biographen eine bloße Höflichkeitsfloskel.[17] Die Regierung veröffentlichte im Neuen Deutschland vom 21. Juni 1953 aber ausschließlich diese SolidaritĂ€tsadresse, was Brecht nachhaltig diskreditierte.[18] Brecht versuchte, den Eindruck zu korrigieren, der durch den veröffentlichten Teil des Briefes entstanden war. Unter der Überschrift „FĂŒr Faschisten darf es keine Gnade geben“ bezog Brecht neben anderen Autoren im Neuen Deutschland vom 23. Juni 1954 Stellung.[19] Neben einer legitimatorischen Einleitung, die den Missbrauch der Demonstrationen „zu kriegerischen Zwecken“ anfĂŒhrte, forderte er nochmals eine „große Aussprache“ mit den Arbeitern, „die in berechtigter Unzufriedenheit demonstriert haben“.[20] Noch im Oktober 1953 versucht Brecht, den kompletten Brief an Ulbricht ĂŒber Journalisten zu verbreiten.[21]

„Damals brach eine Welt fĂŒr Brecht zusammen. Er war erschĂŒttert und entsetzt. Augenzeugen berichten, sie hĂ€tten ihn damals geradezu hilflos gesehen; lange Zeit trug er eine Abschrift des verhĂ€ngnisvollen Briefes bei sich und zeigte sie Freunden und Bekannten, um sich zu rechtfertigen. Aber es war zu spĂ€t. Schlagartig setzten die westdeutschen BĂŒhnen, die treuesten, die er neben seiner eigenen hatte, seine StĂŒcke von den SpielplĂ€nen ab, und es dauerte lange, bis sich dieser Boykott wieder lockerte.“[22]

Ronald Gray fand in Brechts Verhalten die Figur des Galileo Galilei wieder, die Brecht selbst literarisch gestaltet hatte: Die chamÀleonhafte verbale Anpassung an das Regime habe ihm ermöglich, seine wirklichen Interessen zu verfolgen.[23] Walter Muschg reflektierte das unklare Verhalten Brechts unter Bezug auf das Doppelleben der Brecht-Figur Shen-Te aus Der gute Mensch von Sezuan:

„Der von der Feigheit und Dummheit der Zeit frei Gebliebene fĂŒhrte das Doppelleben, das „Der gute Mensch von Sezuan" darstellt, und befleckte sich mit ZugestĂ€ndnissen, um sich halten zu können. Es half ihm nichts, daß seine fĂŒr offizielle AnlĂ€sse gelieferten Verse, absichtlich oder nicht, erstaunlich schlecht waren, Schweyks SchlĂ€ue im Umgang mit der Diktatur konnte ihn innerlich nicht beruhigen. Er mußte sich als Gespenst seiner selbst vorkommen, weil er, zur Flucht zu stolz, unter der ihm lĂ€ngst fragwĂŒrdig gewordenen Fahne ausharrte. Nur ein besseres Ende des Krieges hĂ€tte ihn vor dieser Zwangslage bewahren können. Er war kein VerrĂ€ter, aber ein Gefangener. Er wurde wieder zum Außenseiter, sein Gesicht bekam einen leichenhaften Zug. Der schlimmste Mißbrauch seiner Person war die Unterschlagung seiner kritischen Stellungnahme zur UnterdrĂŒckung des Berliner Juniaufstandes von 1953, von der die Öffentlichkeit nur die verbindliche Schlußformel zu sehen bekam. Nach seinem frĂŒhen Tod, der wohl mit dem Gram darĂŒber zusammenhĂ€ngt, kamen Gedichte ans Licht, die zeigen was er litt.“[24]

Anders analysiert John Fuegi in seiner Brecht-Biographie „Brecht & Co.“[25] die Reaktionen Brechts. Brecht selbst habe in dieser Zeit unter Druck gestanden und um die Übernahme des Theaters am Schiffbauerdamm gekĂ€mpft. Seine Bezugnahme auf CIA-Provokateure zeige seine grundlegende Missdeutung der Situation. „Die DDR-Regierung hatte den Kontakt zur Arbeiterschaft verloren, und das galt auch fĂŒr Brecht.“[26] Zudem habe Brecht außer dem oben zitierten Brief weitere SolidaritĂ€tsadressen an Wladimir Semjonow und Otto Grotewohl versandt.[27] Auch auf Proteste eines Arbeiters im Berliner Ensemble gegen die niedrigen GehĂ€lter von etwa 350 Mark netto habe Brecht nicht reagiert, obwohl er allein am Theater ein Gehalt von 3.000 Mark erhalten habe.[28]

In der poetischen Reflexion der Ereignisse nahm Brecht Juli/August 1953 eine deutlicher distanzierte Haltung der DDR-Regierung gegenĂŒber ein, die er in den Buckower Elegien u.a. im Gedicht Die Lösung artikulierte. Eine Aussprache, wie Brecht sie sich gewĂŒnscht hatte, kam nicht zustande; er zog sich aus den dann folgenden fruchtlosen Debatten zurĂŒck. Von Juli bis September 1953 arbeitete Brecht ĂŒberwiegend in Buckow an den Gedichten der Buckower Elegien und an dem StĂŒck Turandot oder der Kongress der WeißwĂ€scher. In dieser Zeit erlebte Brecht auch mehrere persönliche Krisen im Zusammenhang mit seinen stĂ€ndig wechselnden Liebschaften. Helene Weigel zog vorĂŒbergehend allein in die Reinhardstraße 1, Brecht in ein HinterhofgebĂ€ude Chausseestraße 125. Auch seine langjĂ€hrige treue GefĂ€hrtin Ruth Berlau erwies sich fĂŒr Brecht nun zunehmend als Belastung, zumal sie auch ihre Arbeiten im Ensemble nur noch sporadisch ausfĂŒhrte.

Die letzten Jahre

Im Januar 1954 wurde das Ministerium fĂŒr Kultur der DDR gegrĂŒndet, Johannes R. Becher wurde zum Minister berufen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst. Damit sollte die allgegenwĂ€rtige Spannung zwischen den KĂŒnstlern und den StaatsfunktionĂ€ren endlich beseitigt werden. Die Formalismuskonzeption verschwand aus den Debatten. Brecht begrĂŒĂŸte die Änderungen und rief seine KĂŒnstlerkollegen dazu auf, die neuen Chancen zu nutzen [29]. Im MĂ€rz 1954 bezog Brecht mit seinen Mitarbeitern das Theater am Schiffbauerdamm. Vor dem Hintergrund der sich immer mehr verschĂ€rfenden Ost-West-Konfrontation beteiligte sich Brecht 1955 an Diskussionsabenden in West-Berlin und betrieb die Herausgabe seiner Kriegsfibel, parallel dazu gab es Ideen und PlĂ€ne zu neuen StĂŒcken, die Brecht auch zunehmend an seinen Mitarbeiterstab delegierte. Brecht leistete in seinen letzten Lebensjahren ein gewaltiges Pensum: Zwei Inszenierungen pro Jahr als Regisseur, Mitarbeit an fast allen Inszenierungen anderer Regisseure des Berliner Ensembles, schriftstellerische Arbeiten aller Art. Mit zwei Gastspielen, 1954 und 1955 in Paris, schaffte Brechts Ensemble nun auch den internationalen Durchbruch. Der triumphale Erfolg signalisierte jedem TheaterfunktionĂ€r: Brecht kann man inszenieren, ohne ein Wagnis einzugehen.

Tod

GrabstÀtte Brecht und Weigel

Im Mai des Jahres 1956 wurde Brecht mit einer Grippe in das Berliner CharitĂ©-Krankenhaus eingeliefert. Zu seiner Erholung verbrachte er die Sommerfrische im Landhaus am Buckower SchermĂŒtzelsee in der MĂ€rkischen Schweiz. Am 12. August 1956 erlitt er einen Herzinfarkt. Er starb am 14. August 1956 um 23:30 Uhr in der Berliner Chausseestraße 125[30], dem heutigen Brecht-Haus. Am 17. August wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Kultur beigesetzt. Bei der Beerdigung wurde nicht gesprochen [31]. Zusammen mit seiner 1971 verstorbenen Frau Helene Weigel liegt er auf dem DorotheenstĂ€dtischen Friedhof in Berlin begraben. Die EhrengrabstĂ€tte befindet sich in der Abteilung CAM.

Episches Theater

Brecht wollte ein analytisches Theater, das den Zuschauer eher zum distanzierten Nachdenken und Hinterfragen anregt als zum MitfĂŒhlen. Zu diesem Zweck „verfremdete“ und desillusionierte er das Spiel absichtlich, um es als Schauspiel gegenĂŒber dem wirklichen Leben erkennbar zu machen (Brecht nannte dies den „Verfremdungseffekt“). Schauspieler sollten analysieren und synthetisieren, das heißt, von außen an eine Rolle herangehen, um dann ganz bewusst so zu handeln, wie es die Figur getan hĂ€tte. Das epische Theater Brechts steht im Gegensatz zur Lehre Stanislawskis als auch zu der des method acting (methodische Schauspielkunst) von Lee Strasberg, die grĂ¶ĂŸtmögliche RealitĂ€tsnĂ€he anstrebten und vom Schauspieler verlangten, sich in die Rolle hineinzuversetzen. Brecht vertrat die Auffassung der Dialektik vom Menschen als Produkt der VerhĂ€ltnisse und seiner FĂ€higkeit, diese zu verĂ€ndern. Der Begriff der Misuk, den Brecht prĂ€gte, stellt den Versuch dar, diese Ideen auf das Feld der Musik zu ĂŒbertragen.

Brecht nannte seine Neukonzeption des Theaters ursprĂŒnglich „episches Theater“, ging aber spĂ€ter dazu ĂŒber, den Begriff „Dialektisches Theater“ dafĂŒr zu benutzen, da in Brechts Theater ein Widerspruch zwischen Unterhaltung und Lernen entstehen soll, der die Illusion des „Emotionalen Hineingezogenwerdens“ beim Publikum zerstören will und damit einen von Brechts „Verfremdungseffekten“ hervorruft.

Dialektische AnsÀtze sind in dieser Epoche durchaus verbreitet und finden sich z. B. auch in den Filmen des Japaners Akira Kurosawa, wie die Beschreibung seines Films Zwischen Himmel und Hölle verdeutlicht.

Das Werk

StĂŒcke

Brecht formte seine StĂŒcke zumeist in direkter Wechselwirkung mit den AuffĂŒhrungen. So folgten, zumindest in der Zeit vor seinem Exil, die Druckfassungen oft den Inszenierungen nach. Erfahrungen, die hier gemacht wurden, konnten dort mit einfließen. Brecht experimentierte in der Zeit von 1918 bis 1933 intensiv mit den verschiedenen kĂŒnstlerischen Möglichkeiten, die die TheaterbĂŒhne bot. Das Ă€nderte sich, nachdem Brecht Deutschland verlassen musste. Von Ausnahmen abgesehen, konnte er nun nur noch „auf Halde“ produzieren. In dieser sogenannten „zweiten Periode“ prĂ€gte sich Brechts Stil, sein episches Theater. Umarbeitungen an den StĂŒcken waren an der Tagesordnung. Sich Ă€ndernde politische UmstĂ€nde flossen, durch den Autor reflektiert, in die StĂŒcke ein. Als Beispiel mag hier die amerikanische Fassung des Leben des Galilei gelten, in der sich sowohl die Sprach- und BĂŒhnenkompetenz des Hauptdarstellers Charles Laughton wiederfand, als auch die amerikanischen AtombombenabwĂŒrfe im zweiten Weltkrieg zu einer Verschiebung des Aussageschwerpunktes hin zur Frage der persönlichen Verantwortung des Wissenschaftlers vor der Gesellschaft fĂŒhrte. Als Brecht nach dem Krieg nach Europa zurĂŒckgekehrt war, bildete die direkte Theaterarbeit, auch die Bearbeitung von StĂŒcken anderer Autoren den Schwerpunkt seiner TĂ€tigkeit.

Brecht verfasste 48 Dramen und etwa 50 Dramenfragmente, von den Fragmenten gelten sieben als spielbar. Abgesehen von kleineren Arbeiten, war Baal Brechts erstes StĂŒck, dem 1919 mit Trommeln in der Nacht ein deutlich gesellschaftskritischeres Drama folgte. Sein grĂ¶ĂŸter Erfolg, die Dreigroschenoper, fĂ€llt in das Jahr 1928, er wĂ€re ohne die Musik Kurt Weills nicht möglich gewesen. 1930 verursachte das StĂŒck Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny einen der grĂ¶ĂŸten deutschen Theaterskandale, als es in Leipzig zu tumultartigen Szenen, wohl provoziert von politischen Gegnern unter den Zuschauern kam. Brechts Opern und seine LehrstĂŒcke gelten als avantgardistisch, wĂ€hrend seine Exildramen den klassischen Rahmen des „Theater[s] als Institution“[32] nicht verlassen.

Brecht brauchte fĂŒr das StĂŒckeschreiben nach Auskunft von Elisabeth Hauptmann ein „lebendiges GegenĂŒber, einen intellektuellen Mitspieler“[33]. Auch Brechts SchĂŒler Manfred Wekwerth wusste, dass der Dichter dort besonders produktiv war, wo er bereits etwas vorfand, das er Ă€ndern, berichtigen, umgestalten konnte. Nicht allein aufs Machen, aufs Andersmachen kam es ihm an [34]. Kooperative Arbeitsweise und die enge Zusammenarbeit mit SchĂŒlern waren bei Brecht ĂŒblich, wobei er die dominierende Person war. Um diesen Arbeitsstil Brechts rankten sich nach seinem Tod etliche Legenden. Zum anderen bedachte Brecht alle Möglichkeiten, die das moderne Theater bot, und bezog sie in die Ausgestaltung seiner StĂŒcke ein. Auch hierbei war er auf die Mithilfe der entsprechenden Spezialisten angewiesen.

Gedichte

In seinem vielzitierten Aufsatz Kurzer Bericht ĂŒber 400 (vierhundert) junge Lyriker aus dem Jahr 1927 erlĂ€uterte Brecht seine Auffassung vom „Gebrauchswert“, den ein Gedicht haben mĂŒsse. „[..] werden solche ‚rein‘ lyrischen Produkte ĂŒberschĂ€tzt. Sie entfernen sich einfach zu weit von der ursprĂŒnglichen Geste der Mitteilung eines Gedankens oder einer auch fĂŒr Fremde vorteilhaften Empfindung“ [35]. Dies und der dokumentarische Wert, den er einem Gedicht zubilligte, lĂ€sst sich durch sein gesamtes lyrisches Schaffen verfolgen. Dieses war außerordentlich umfangreich, in der Großen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe finden sich etwa 2300 Gedichte, einige davon in verschiedenen Versionen. Es war fĂŒr Brecht offenbar tiefes BedĂŒrfnis, jeden Eindruck, jedes wesentliche Ereignis, ja jeden Gedanken in Gedichtform zu reflektieren. Noch kurz vor seinem Tode entstanden etwa zwanzig neue Gedichte [36]. Auch die Form ist außerordentlich vielgestaltig, sie reicht von ungereimtem Text ĂŒber Paarreime zu klassischen Hexametern.

Da viele Gedichte Brechts als Reaktion auf Ereignisse in der Außenwelt, also im Zusammenhang mit konkreten Gelegenheiten entstanden, erschließen sie sich dem Leser oft dann, wenn er sie auch so auffasst, als Gelegenheitsgedichte im Wortsinn [37]. Die „Gelegenheitsbezogenheit“ lĂ€sst sich sowohl in Brechts Liebeslyrik, als auch in seinen politischen Dichtungen nachweisen. Letztere entstanden hĂ€ufig aus konkreten Anfragen oder auf Bitte aus antifaschistischen Kreisen (siehe auch Einheitsfrontlied) hin.

Wenn auch die moderne Forschung davon ausgeht, dass Brecht beim grĂ¶ĂŸten Teil seiner Gedichte die alleinige Autorenschaft zukommt, gab es dennoch Zusammenarbeit mit anderen KĂŒnstlern, insbesondere mit Komponisten, die ihren Niederschlag in den Werken fand. Brecht hat der Vertonung seiner Gedichte immer einen hohen Stellenwert beigemessen, viele sind direkt als Lieder entstanden. Man geht davon aus, dass es zu etwa 1000 Texten eine Musik gibt, oder gegeben hat [38]. Brecht arbeitete dabei unter anderen mit Franz Bruinier, Hanns Eisler, Kurt Weill und Paul Dessau zusammen.

Seine ersten Gedichte veröffentlichte Brecht 1913 in der SchĂŒlerzeitschrift Die Ernte. Als erste bedeutende Publikationen gelten Bertolt Brechts Hauspostille (1927 beim PropylĂ€en-Verlag erschienen) und Die Songs der Dreigroschenoper (1928). Im Exil wurden die Sammlungen Lieder Gedichte Chöre (1934 in Paris mit Notenanhang nach Hans Eisler) und Svendborger Gedichte (1939 in London als Vorabdruck, Herausgeberin Ruth Berlau) verlegt. Nach dem Krieg gab es neben anderen 1951 die Anthologie Hundert Gedichte und 1955 wurde die Kriegsfibel verlegt. Die Buckower Elegien wurden dagegen nur einzeln, z.B. in Versuche 12/54, veröffentlicht.

Es gilt als wahrscheinlich, dass immer noch unbekannte Gedichte Brechts aufgefunden werden können, da von einigen lediglich die Titel bekannt sind [39]. 2002 wurde in Berlin auf einer Internationalen Messe fĂŒr Autografen, BĂŒcher und Grafik ein bisher unveröffentlichtes handschriftliches Gedicht mit dem Titel Der Totenpflug zum Kauf angeboten [40]

Brechts Gedichte wurden in fast alle Sprachen der Welt ĂŒbersetzt. Bekannte Übersetzer im englischsprachigen Raum sind beispielsweise Eric Bentley, John Willett und Ralph Manheim.

LehrstĂŒcke

Der Begriff LehrstĂŒck wird heute synonym fĂŒr Lehrbeispiel benutzt, seine Herkunft aus dem Gebiet der Gebrauchskunst ist weitgehend unbekannt. Er taucht bei Brecht sporadisch und an nicht exponierten Stellen etwa ab 1926 auf.

Es wird davon ausgegangen, dass er den Begriff nicht von Anfang an als Klassifikationsbegriff benutzte. Als Typus entwickelten sich die LehrstĂŒcke etwa ab 1929 im Zusammenhang mit dem Musikfest in Baden-Baden, Brecht selbst rechnete sechs seiner Werke dazu[41]. Wichtige erste Beispiele sind die Radiokantate Der Lindberghflug und LehrstĂŒck als „Gemeinschaftsmusik“. Bei der „Gemeinschaftsmusik“ bekam das Publikum die Funktion eines Chores und sollte an bestimmten Stellen des StĂŒcks mitsingen. Ab 1930 benutzte Brecht dann „LehrstĂŒck“ auch im Sinne einer Genrebezeichnung. Das neue Genre wurde kontrovers diskutiert, so endete die UrauffĂŒhrung von LehrstĂŒck in Baden-Baden mit einem Skandal, allerdings wurde der Ansatz, Kunst in Gemeinschaft und im Zusammenwirken vieler Menschen aktiv auszuĂŒben, als avantgardistisch bewertet. Brechts Intentionen gingen weit darĂŒber hinaus. So sollte sich aus Gemeinschafts- und Gebrauchskunst heraus eine politisch ausgerichtete KollektivitĂ€t entwickeln.

Etwa ab 1930 erlebte das Genre einen kurzen Aufschwung, als auch Schulprojekte einbezogen wurden, wobei immer das kollektive Üben, nicht die eventuelle AuffĂŒhrung im Mittelpunkt stand. Die ÜbergĂ€nge zu anderen Genres wie Schuloper waren dabei nicht klar abgegrenzt. 1930 wurde mit Der Jasager erstmals im 20. Jahrhundert eine Schuloper unter Beteiligung vieler Berliner SchĂŒler uraufgefĂŒhrt. Sie war sehr erfolgreich und Brecht griff sofort Hinweise der SchĂŒler auf, um das Werk zu ĂŒberarbeiten. Hieraus entstand spĂ€ter Der Neinsager.

Brecht hat sein Interesse an den LehrstĂŒcken weder im Exil noch spĂ€ter in der DDR verloren. Da sie sich aber weder dazu eigneten, auf Halde produziert zu werden, noch in der Nachkriegs-DDR die Voraussetzungen gegeben waren, sie wieder zu etablieren, rĂ€umte er anderen Aufgaben PrioritĂ€t ein. Es gab 1953 noch einen Projektentwurf Die neue Sonne als LehrstĂŒck, das mit den Ereignissen des 17. Juni im Zusammenhang stand, aber nicht realisiert wurde [42].

Filme und DrehbĂŒcher

In Brechts Nachlass finden sich Ideen, Skizzen, DrehbĂŒcher zu Filmen in großer Anzahl, umgesetzt wurden davon nur sehr wenige.

Etwa ab 1920 begann Brecht, sich fĂŒr Filmprojekte zu interessieren. Es waren dies zunĂ€chst EntwĂŒrfe fĂŒr Werbefilmchen, DrehbĂŒcher fĂŒr Detektivgeschichten, eine Art verfremdete Robinsonade. 1923 entstand der Kurzfilm (ca. 30 Minuten) Mysterien eines Frisiersalons, eine Aneinanderreihung skurriler Szenen, zu dem Brecht das Drehbuch geschrieben haben soll (der Film galt lange als verschollen und wurde erst 1974 wiederaufgefunden und aufwĂ€ndig rekonstruiert). Ein Vertrag, den Brecht 1930 mit der Nero-Film AG ĂŒber die Verfilmung der Dreigroschenoper geschlossen hatte, wurde durch diese gekĂŒndigt und der Film wurde ohne die Mitarbeit Brechts fertiggestellt. Der erste Film, in dem er weitgehend seine Ideen umsetzen konnte, war der 1931 entstandene Film Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt. Das Drehbuch hierzu schrieb er gemeinsam mit Slatan Dudow und Ernst Ottwalt. Um den Film gab es mehrere Zensurverfahren, ab 1933 durfte er nicht mehr gezeigt werden. Im US-amerikanischen Exil schrieb Brecht zunĂ€chst erfolglos zahlreiche Filmtexte. In seinem Journal notierte er 1942: "Zum erstenmal seit zehn Jahren arbeite ich nichts Ordentliches". Dies Ă€nderte sich, als er 1942 gemeinsam mit Fritz Lang das Konzept zu dem Film, der spĂ€ter unter dem Titel Hangmen Also Die in die Kinos kam, entwickelte. (Der große Anteil Brechts an dem Filmwerk wurde erst nach 1998 richtig bewertet, als seine VertrĂ€ge mit Lang aufgefunden wurden.) Nach der RĂŒckkehr aus dem Exil konzentrierte sich Brecht auf die Verfilmung vorhandener Werke. 1955 scheiterte nach vielen Querelen der Plan, das StĂŒck Mutter Courage bei der DEFA zu verfilmen. Auch weitere Versuche Brechts, seine Vorstellungen bei der DEFA durchzusetzen, waren nicht erfolgreich. Sein StĂŒck, Herr Puntila und sein Knecht Matti wurde dann bei der Wien-Film in Österreich gedreht, ein in Brechts Augen missratener Film.[43].

Filmisch konnte Brecht an seine Erfolge als BĂŒhnenautor nicht anknĂŒpfen. Als Grund mag gelten, dass er zu sehr darauf bedacht war, die Akzente nach seinen Vorstellungen zu setzen, die teilweise auch die Aussagen der zugrundeliegenden StĂŒcke verfremdeten. Daneben dĂŒrfte auch ein gewisser Konservatismus der kommerziellen Filmproduktion eine Rolle gespielt haben, nĂ€mlich die Tendenz, sich experimentellen AnsĂ€tzen eher zu verschließen.

Rezeption

Diverse StĂŒcke von Brecht wurden bereits zur Zeit der Weimarer Republik abgelehnt, wie etwa Die heilige Johanna der Schlachthöfe, der Film Kuhle Wampe trotz regen Zuschauerinteresses von der Zensur verboten. Brechts eindeutige politische Positionierung ĂŒberlagerte die Bewertung seines kĂŒnstlerischen Schaffens, und dies auch ĂŒber seinen Tod hinaus. WĂ€hrend er bei den Nationalsozialisten schon 1923[44] auf eine schwarze Liste kam, wurde er in der DDR als bĂŒrgerlicher Intellektueller, der den Weg zum Kommunisten gefunden habe, kanonisiert. Dabei ordnete sich Brecht keinesfalls den offiziellen Kunst- und Kultur-Leitlinien der SED unter; in den Auseinandersetzungen mit den FunktionĂ€ren suchte er allerdings auch immer nach Kompromissen. 1954 erhielt Brecht den Internationalen Stalin-Friedenspreis, den er persönlich in Moskau entgegennahm.

Friedrich Torberg setzte zusammen mit Hans Weigel in Österreich einen Boykott gegen die AuffĂŒhrung der Werke von Bertolt Brecht an den Wiener BĂŒhnen durch, der bis 1963 anhielt (Wiener Brecht-Boykott).

In der Bundesrepublik Deutschland hingegen versuchte man lange Zeit das linkspolitische Engagement Brechts auszublenden und konnte so seine StĂŒcke, ĂŒberwiegend die aus dem Exil, weitgehend unaufgeregt nach zeitlosen Fragestellungen durchforsten. Seine Lyrik blieb hier wenig bekannt. Brechts Äußerungen zu aktuellen politischen Ereignissen fĂŒhrten zu mehreren Boykotts seiner StĂŒcke in der BRD. Erst in den 1980er Jahren begann die Forschung das Avantgardistische in Brechts Schaffen, seinen Opern und LehrstĂŒcken aber auch in seinen theoretischen Schriften, herauszuarbeiten. Nach der Deutschen Wiedervereinigung etablierte sich auch ein eher sachbezogener Umgang mit seinem Oeuvre.

Im Zuge der UmbrĂŒche der 1960er Jahre wurde Brecht auch von unorthodoxen Linken kritisiert: GĂŒnter Grass wirft in seinem StĂŒck Die Plebejer proben den Aufstand Brecht, der als „der Chef“ in dem StĂŒck unschwer zu erkennen ist, vor, am Gelingen der Revolte der Plebejer auf der BĂŒhne mehr interessiert gewesen zu sein als am realen Aufstand der Arbeiter am 17. Juni. Zugleich zeigt das StĂŒck die Manipulierbarkeit der Massen auf (bei Grass: durch Brecht selbst, der entgegen seiner offiziellen Programmatik stĂ€ndig mit Suggestionen arbeite, die Menschen also nicht zum Selbstdenken in der Tradition der AufklĂ€rung bringe).

Friedrich DĂŒrrenmatt kritisiert Brechts Dramaturgie mit den Worten: „Brecht denkt unerbittlich, weil er an vieles unerbittlich nicht denkt.“[45][46]

Brecht heute

Bertolt Brechts Nachlass

Von herausragender Bedeutung fĂŒr die Brecht-Forschung ist sein Nachlass. Der gesamte heute existierende Nachlass ist einer der umfangreichsten literarischen NachlĂ€sse in deutscher Sprache. Er beinhaltet mehr als 500.000 Brecht-Dokumente, darunter 200.000 Handschriften und Manuskripte und gehört als Dauerleihgabe zum Archiv der Akademie der KĂŒnste in Berlin. Die Brecht-BestĂ€nde werden im Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie im Brecht-Haus Chausseestraße 125 (10115 Berlin) aufbewahrt. Der Brecht-Nachlass setzt sich aus dem von seiner Frau Helene Weigel am 1. Dezember 1956 als Privat-Archiv gegrĂŒndeten Bertolt-Brecht-Archiv sowie verschiedenen Sammlungsteilen der Brecht Sammlung Renata Mertens-Bertozzi und der Brecht-Sammlung Victor N. Cohen und der Brecht-Sammlung der damaligen Ost-Berliner Akademie der KĂŒnste zusammen: Zwei Jahre nach dem Tod von Helene Weigel hatte die Ost-Berliner Akademie der KĂŒnste das Berliner Privat-Archiv 1973 mit den bereits in der Akademie existierenden Brecht-Sammlungen zusammengefĂŒhrt. 1992 sind diese Originale der Akademie der KĂŒnste als Dauerleihgabe ĂŒbertragen worden. Die Brecht-Sammlung Renata Mertens-Bertozzi und die Brecht-Sammlung Victor N. Cohen wurden erst 2004 bzw. 2006 erworben.

Brecht-GedenkstÀtten

Teil der Skulptur „Der moderne Buchdruck“ beim Berliner Walk of Ideas zur Erinnerung an Gutenbergs Erfindung: Bertolt Brecht gehört in den Kanon mit den bedeutendsten deutschen Schriftstellern.

Die zu Brechts 80. Geburtstag am 10. Februar 1978 eröffnete und heute zur Akademie der KĂŒnste gehörende Brecht-Weigel-GedenkstĂ€tte befindet sich im Hof des Brecht-Hauses Chausseestraße 125 (10115 Berlin), direkt neben dem DorotheenstĂ€dtischen Friedhof gelegen, auf dem Bertolt Brecht und seine Frau Helene Weigel bestattet liegen. In der Chausseestraße 125 (Hinterhaus, 1. Etage) lebte Bertolt Brecht von Oktober 1953 bis zu seinem Tod am 14. August 1956. Helene Weigel wohnte wĂ€hrend dieser Zeit in der zweiten Etage und zog 1957 ins Erdgeschoss, wo sie bis zu ihrem Tod am 6. Mai 1971 wohnte. Die Wohnungen sind grĂ¶ĂŸtenteils im Originalzustand erhalten geblieben. Neben Brechts Nachlass befindet sich dort auch das Helene-Weigel-Archiv.

In Brechts Geburtshaus in Augsburg befindet sich seit 1990 ebenfalls eine GedenkstĂ€tte, das sogenannte „Brechthaus“.

Das Haus in Svendborg, in dem sich Brecht auf seiner Flucht in DĂ€nemark aufhielt, wird vom dortigen Brechtverein unter dem Namen „Brechts hus“ als KĂŒnstler- und Forscherwohnung zur VerfĂŒgung gestellt.

Erben

Als Helene Weigel 1971 starb, traten Brechts Kinder Stefan Brecht, Hanne Hiob und Barbara Brecht-Schall in die Wahrnehmung der Rechte an Brechts Werk ein. Nach dem deutschen Urheberrecht laufen diese im Jahr 2026 aus. Stefan Brecht ist der ErbenbevollmĂ€chtigte, der sich gleichzeitig um die Rechtevergabe im englischsprachigen Raum kĂŒmmert. Barbara Brecht-Schall ĂŒbernimmt die gleichen Aufgaben fĂŒr den deutschsprachigen Raum, Hanne Hiob wurde ein Beratungsrecht eingerĂ€umt. Nach eigenem Bekunden liegt den Erben besonders an "werktreue" und Einhaltung der "Tendenz" der StĂŒcke, direkten Einfluss auf die kĂŒnstlerische Ausgestaltung der Inszenierungen wollten sie dagegen nicht nehmen. Konfrontationen zwischen den Rechteinhabern und den Theaterverantwortlichen sind allerdings die Ausnahme. 1981 wurde die AuffĂŒhrung einer Inszenierung des StĂŒcks Der gute Mensch von Sezuan des Regisseurs HansgĂŒnther Heyme untersagt. Daneben achten die Erben auch auf Publikationen ĂŒber den Vater, dessen TĂ€tigkeit und die Familie. Als J.Fuegi seine Biografie Das Leben und die LĂŒgen des Bertolt Brecht veröffentlichte, gab es zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen dem Autor und den Brecht-Erben [47].

Umfrage zum Bekanntheitsgrad

„Der grĂ¶ĂŸte Dramatiker des 20. Jahrhunderts“, so Marcel Reich-Ranicki ĂŒber ihn, sei (inzwischen) in Deutschland, statistisch gesehen, wenig bekannt, entsprechend der Interpretation einer reprĂ€sentativen Studie (vom Literaturmagazin „bĂŒcher“ beim Gewis-Institut) zum 50. Todestag. 55 Prozent hatten nur in der Schulzeit Kontakt mit Brechts Werk, in diesem oder im vorigen Jahr haben nur zwei Prozent etwas davon gelesen. 42 Prozent der BundesbĂŒrger haben das noch nie oder erinnern sich nicht daran. Auch Brechts Biographie ist den meisten hierzulande unbekannt. Dass er das Berliner Ensemble grĂŒndete, wissen acht Prozent. Drei Prozent denken irrtĂŒmlich an die Berliner SchaubĂŒhne, die ĂŒbrigen 89 Prozent haben keine Ahnung, welches Theater Brecht gegrĂŒndet haben könnte. (1084 Frauen und MĂ€nner zwischen 16 und 65 Jahren wurden befragt). [48]

Der Suhrkamp-Verlag erwiderte: „Welcher deutsche Autor wird heute noch 300.000-mal im Jahr verkauft? [
] (Zur Umfrage und ihrer Interpretation) [
] ist doch zumindest anzumerken, daß die angeblichen Umfragewerte [
] auch genau umgekehrt interpretiert und kommentiert werden können: Immerhin haben nĂ€mlich 55 Prozent der Befragten Werke von Brecht in der Schulzeit gelesen. Von welchem Autor, von welcher Autorin kann dies wohl behauptet werden? Über 16,5 Millionen BĂŒcher von Bertolt Brecht hat der Suhrkamp Verlag bislang verkauft, jĂ€hrlich kommen durchschnittlich 300.000 Exemplare dazu. Sein Werk ist ĂŒbersetzt in ĂŒber 50 Sprachen. Und Brecht ist nach wie vor fĂŒhrend auf den SpielplĂ€nen deutscher Theater.“ [49]

Werke

StĂŒcke

StĂŒck Entstehung Erstveröffentlichung in Druckform UrauffĂŒhrung der ersten Fassung
Die Bibel. Drama in 3 Scenen 1913 1914 in Die Ernte
Baal 1918 1922 8. Dezember 1923 Leipzig[Herk. 1]
Trommeln in der Nacht 1919 1922 Kiepenheuer 29. September 1922 MĂŒnchen[Herk. 2]
Die Hochzeit, auch Die KleinbĂŒrgerhochzeit (Einakter) 1919 11. Dezember 1926 Frankfurt/M[Herk. 2]
Er treibt einen Teufel aus (Einakter) 1919 1966 Suhrkamp[Herk. 2] 3. Oktober 1975 Basel[Herk. 2]
Lux in Tenebris (Einakter) 1919
Der Bettler oder Der tote Hund (Einakter) 1919
Der Fischzug (Einakter) 1919
PrÀrie (Opernlibretto) 1919 1989 Suhrkamp, GBA[Herk. 2] 1994 Rostock
Im Dickicht der StĂ€dte auch Im Dickicht 1921 1927 PropylĂ€en[Herk. 2] 9. Mai 1923 MĂŒnchen[Herk. 2]
Leben Eduards des Zweiten von England 1923 1924 Kiepenheuer 18. MĂ€rz 1924 MĂŒnchen
Hannibal (Fragment) 1922
Mann ist Mann [1918]–1926 1927 PropylĂ€en[Herk. 1] 25. September 1926 Darmstadt und DĂŒsseldorf[Herk. 1]
Fatzer (Fragment), auch Untergang des Egoisten Johann Fatzer 1926–1930 1978 Hamburg
Jae Fleischhacker in Chicago (Fragment) 1924–1929
Mahagonny (Songspiel) 1927[Herk. 2] 1927[Herk. 2] 17. Juli 1927 Baden-Baden[Herk. 2]
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Opernlibretto) 1927−1929 1929 9. MĂ€rz 1930 Leipzig[Herk. 1]
Die Dreigroschenoper 1928 1928 31. August 1928 Berlin[Herk. 1]
Der Ozeanflug, auch Der Lindberghflug, auch Der Flug der Lindberghs 1928 1929 in Uhu[Herk. 1] 17. Juli 1929 Baden-Baden als Rundfunk-Kantate[Herk. 1]
Das Badener LehrstĂŒck vom EinverstĂ€ndnis, auch LehrstĂŒck 1929 1929 Baden-Baden
Der Jasager. Der Neinsager (Opernlibretti/LehrstĂŒcke [Schuloper]) 1929–1930 1930 23. Juli 1930 Berlin[Herk. 3]
Die Maßnahme (LehrstĂŒck) 1930 1930 13./14. Dezember 1930 Berlin[Herk. 1]
Die heilige Johanna der Schlachthöfe 1929 1931 30. April 1959 Hamburg[Herk. 3]
Der Brotladen (Fragment) 1929–1930 1967 Berlin
Die Ausnahme und die Regel (LehrstĂŒck) 1931 1937 Moskau[Herk. 4] 1. Mai 1938 Givath Chajim[Herk. 4]
Die Mutter 1931 1933 17. Januar 1932 Berlin[Herk. 2]
Die Rundköpfe und die Spitzköpfe 1932–1936 1932 4. November 1936 Kopenhagen[Herk. 2]
Die sieben TodsĂŒnden, auch Die sieben TodsĂŒnden der KleinbĂŒrger (Ballettlibretto) 1933 7. Juni 1933 Paris[Herk. 2]
Das wirkliche Leben des Jakob Gehherda (Fragment) 1935?
Die Horatier und die Kuriatier (LehrstĂŒck) 1935 1936 Moskau 26. April 1958 Halle/S[Herk. 4]
Die Gewehre der Frau Carrar 1936–1937 1937 London 16. Oktober 1937 Paris[Herk. 2]
Goliath (Fragment – Opernlibretto) 1937
Furcht und Elend des Dritten Reiches 1937–1938 1938 Moskau[Herk. 1] 21. Mai 1938 Paris[Herk. 2]
Leben des Galilei 1938–1939 1948 Suhrkamp[Herk. 1] 9. September 1943 ZĂŒrich[Herk. 2]
Dansen (Einakter) 1939?
Was kostet das Eisen? (Einakter) 1939 14. August 1939 Tollare bei Stokholm[Herk. 5]
Mutter Courage und ihre Kinder 1939 1941 19. April 1941 ZĂŒrich[Herk. 2]
Das Verhör des Lukullus, auch Die Verurteilung des Lukullus (Hörspiel, spĂ€ter Opernlibretto) 1939 1940 Moskau 1940 Sender BeromĂŒnster (Oper 19.3/12. Oktober 1951 Berlin)[Herk. 2]
Der gute Mensch von Sezuan 1939 1953 4. Februar 1943 ZĂŒrich[Herk. 2]
Herr Puntila und sein Knecht Matti 1940 1948? 1950 in Versuche[Herk. 4] 5. Juni 1948 ZĂŒrich[Herk. 4]
Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui 1941 1957 10. November 1958 Stuttgart[Herk. 1]
Die Gesichte der Simone Machard auch Die Stimmen (siehe Lion Feuchtwanger Simone) 1941 1956 Sinn und Form 8. MĂ€rz 1957 Frankfurt/M[Herk. 4]
Schweyk im Zweiten Weltkrieg 1943 1947 in Uhlemspiegel[Herk. 1] 17. Januar 1957 Warschau[Herk. 1]
The Duchess of Malfi (Nach John Webster) 1943 15. Oktober 1946 New York[Herk. 5]
Der kaukasische Kreidekreis 1944 1949 Sinn und Form [Mai 1948 USA n.a.] 23. Mai 1951 Göteborg[Herk. 4]
Bearbeitung Sophokles – Antigone 1947 15. Februar 1948 Chur[Herk. 2]
Die Tage der Commune 1949 1957 1956 Karl-Marx-Stadt
Bearbeitung Jakob Michael Reinhold Lenz – Der Hofmeister 1949 1951 15. April 1950 Berlin[Herk. 1]
Bearbeitung Gerhart Hauptmann – Biberpelz und roter Hahn 1950 24. MĂ€rz 1951 Berlin[Herk. 5]
Bearbeitung William Shakespeare – Coriolanus 1951–1955 1959 Suhrkamp[Herk. 1] 22. September 1962 Frankfurt/M[Herk. 4]
Bearbeitung Anna Seghers – Der Prozess der Jeanne d'Arc in Rouen 1431 1952 1952 Berlin
Turandot oder Der Kongreß der WeißwĂ€scher 1953 1967 5. Februar 1969 ZĂŒrich[Herk. 1]
Bearbeitung Moliùre – Don Juan 1952 1952 Rostock
Pauken und Trompeten (nach George Farquhar) 1954? 1959 Suhrkamp[Herk. 4] 19. September 1955[Herk. 4]

Herkunft der Daten:

  • Soweit nicht anders angegeben, ist Jan Knopfs Brecht-Handbuch 2001 Quelle fĂŒr die Daten.
  1. ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p Werner Hecht (Hrsg): Alles was Brecht ist 
 Fakten - Kommentare - Meinungen - Bilder. Frankfurt/M 1997
  2. ↑ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Bertolt Brecht: Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Suhrkamp 1988-1999
  3. ↑ a b Bertolt Brecht: AusgewĂ€hlte Werke in 6 BĂ€nden. Suhrkamp, Frankfurt/M 1997
  4. ↑ a b c d e f g h i j Ana Kugli, Michael Opitz (Hrsg): Brecht Lexikon. Stuttgart und Weimar 2006
  5. ↑ a b c Werner Hecht: Brecht Chronik 1998-1956. Suhrkamp, Frankfurt/M 1998

Die Jahreszahl der Entstehung ist nur als Anhaltspunkt zu verstehen, da Brecht die meisten seiner StĂŒcke mehrfach umgearbeitet hat. In der Forschung umstrittene Daten sind mit Fragezeichen gekennzeichnet.

Lyrik

Gedichtsammlungen

Lfd.Nr Gedichtsammlung Anzahl der Gedichte Entstehung Erstdruck Neuordnung
1. Lieder zur Klampfe von Bert Brecht und seinen Freunden 7 (8) 1918 1988 GBA
2. Psalmen 19 (23) 1920 1960 1922
3. Bertolt Brechts Hauspostille 48 (52) 1916–1925 1926 Kiepenheuer PD 1937, 1956
4. Die Augsburger Sonette 13 1925–1927 1982
5. Die Songs der Dreigroschenoper 17 (20) 1924–1928 1928 Kiepenheuer 1937, 1946-48
6. Aus dem Lesebuch fĂŒr StĂ€dtebewohner 10 (21) 1926–1927 1930 in Versuche 1938
7. Geschichten aus der Revolution 2 1929–1931 1933 in Versuche
8. Sonette 12 (13) 1932–1934 1951, 1960, 1982
9. Englische Sonette 3 1934
10. Lieder Gedichte Chöre 34 (38) 1918–1933 1934 Editions du Carrefour
11. Hitler-ChorÀle 4 1933 (in Lieder Gedichte Chöre enthalten)
12. Chinesische Gedichte 15 1938–1949
13. Studien 8 1934–1940 1951 in Versuche
14. Svendborger Gedichte 93 (108) 1934–1938 1939
15. Steffinsche Sammlung 23 (29) 1939–1940 1948 Aufbau 1942, 1948
16. Hollywoodelegien 9 1942 1988 GBA
17. Gedichte im Exil 17 1936–1944 1988 GBA 1949, 1951
18. Kriegsfibel 69 (86) 1940–1945 1955 Eulenspiegel 1944, 1954
19. Deutsche Satiren 3 1945 1988 GBA
20. Kinderlieder/neue Kinderlieder 9/8 1950 1953 Aufbau 1952
21. Buckower Elegien 23 1953 1964
22. Gedichte aus dem Messingkauf 7 1935–1952 1953 in Versuche

Herkunft der Daten: Bertolt Brecht: Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Suhrkamp 1988-1999.

Die Klammerangabe bei der Anzahl der Gedichte summiert auch die Gedichte, die durch Umordnung oder ErgĂ€nzung hinzugekommen oder weggefallen sind. Die Jahreszahlen geben an, in welchem Zeitraum die wesentlichen Gedichte der Sammlung geschrieben wurden, es gab teilweise sowohl spĂ€tere Änderungen/ErgĂ€nzungen als auch Neuzusammenstellungen unter Verwendung Ă€lterer Gedichte durch den Autor.

AusgewÀhlte Gedichte und Lieder

Illustration zu einem Gedicht von Brecht an einer Giebelwand in Berlin-Weißensee

AusgewÀhlte Prosa

Fragmente und StĂŒckprojekte

Neben den bereits unter StĂŒcke aufgefĂŒhrten Fragmenten existieren zahlreiche weitere unterschiedlichster Genres, die nachfolgende Auswahl ist alphabetisch:

Alexander und seine Soldaten, Aus nichts wird nichts, BĂŒsching [Garbe], Chinesischer Vatermord, Dan Drew, Dante-Revue, David, Der böse Baal der asoziale, Der BrĂŒckenbauer, Der grĂŒne Garraga, Der Impotente, Der Wagen des Ares, Die BĂ€lge, Die Judith von Shimoda, Die Neandertaler, Eisbrecher Krassin, Galgei, Goliat, Gösta Berling, Hans im GlĂŒck, Herr Makrok, Leben des Konfutse, Leben des Menschenfreundes Henri Dunant, Leben Einsteins, Mann aus Manhattan, Oratorium, Park Gogh, PĂ€pstin Johanna, Pluto, Revue, Rosa Luxemburg, Reisen des GlĂŒcksgotts, Ruza Forest, Salzburger Totentanz, Sintflut, ÜbungsstĂŒcke fĂŒr Schauspieler.

Werkausgaben

  • SĂ€mtliche StĂŒcke in einem Band. Komet, 2002, ISBN 3-89836-302-3
  • Die Gedichte in einem Band. Frankfurt am Main, Suhrkamp, 2002, ISBN 3-518-02269-5
  • Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Aufbau, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-518-41480-1
  • Gesammelte Werke in 20 BĂ€nden, Schriften zur Politik und Gesellschaft, Werkausgabe Edition Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1967
  • Geschichten vom Herrn Keuner. ZĂŒrcher Fassung. Herausgegeben von Erdmut Wizisla. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-41660-X (EnthĂ€lt erstmals veröffentlichte Geschichten aus einem ZĂŒrcher Fund im Jahr 2000.)

Siehe auch

Literatur

  • Werner Hecht: Brecht-Chronik; Frankfurt am Main, 1997; ISBN 3-518-40910-7
  • Jan Knopf (Hrsg.): Brecht-Handbuch in fĂŒnf BĂ€nden. Metzler, 2001–2003.
    • Band 1: StĂŒcke. 2001, ISBN 3-476-01829-6
    • Band 2: Gedichte. 2001, ISBN 3-476-01830-X
    • Band 3: Prosa, Filme, DrehbĂŒcher. 2002, ISBN 3-476-01831-8
    • Band 4: Schriften, Journale, Briefe. 2003, ISBN 3-476-01832-6
    • Band 5: Register, Chronik, Materialien. 2003, ISBN 3-476-01833-4
  • Hannah Arendt Bertolt Brecht. in: Menschen in finsteren Zeiten. Piper, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-492-23355-4, S. 237–283 (auch in: dies.: Walter Benjamin – B. B.- Zwei Essays. ebd. 1971, S. 63–107
  • GĂŒnter Grass: Die Plebejer proben den Aufstand. Ein deutsches Trauerspiel. Steidl, Göttingen 2003 (Erstveröffentlichung 1966), ISBN 3-88243-934-3
  • Reinhold Jaretzky: Bertolt Brecht. Rowohlt, Reinbek 2006 (rororo Monographien, Bd. 50692), ISBN 3-499-50692-0
  • Marianne Kesting: Bertolt Brecht mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-499-50037-X
  • Dieter Lattmann: Kennen Sie Brecht? Reclam, Stuttgart 1988, ISBN 3-15-008465-2 (gute EinfĂŒhrung)
  • Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder Der Umgang mit den WeltrĂ€tseln. Suhrkamp, Frankfurt 2002, ISBN 3-518-02671-2 (umfassende Biografie)
  • Ralf Schenk: Die gescheiterte Courage – Notizen zur Werkgeschichte eines großen Filmprojekts von Bertolt Brecht und Wolfgang Staudte, in: film-dienst, 03/1998
  • Ernst Schumacher: Mein Brecht – Erinnerungen. Henschel, Berlin 2006, ISBN 3-89487-534-8 [50]
  • Frank Thomsen, Hans-Harald MĂŒller, Tom Kindt: Ungeheuer Brecht. Eine Biographie seines Werks. Göttingen 2006, ISBN 3-525-20846-4
  • Bertolt Brecht. Essays von Hermann Beil und GĂŒnter Erbe; Jan Knopf; Marc Silbermann; Sabine Kebir, in: APuZ, Aus Politik und Zeitgeschichte, 23–24/2006, 6. Juni 2006, Beilage zu Das Parlament, auch online lesbar: [2]
  • Wendula Dahle (Hrsg.), Die GeschĂ€fte mit dem armen B. B. Vom geschmĂ€hten Kommunisten zum Dichter deutscher Spitzenklasse. Hamburg 2006, ISBN 3-89965-209-6
  • RĂŒdiger Sareika (Hrsg.): Anmut sparet nicht noch MĂŒhe. Zur Wiederentdeckung Bertolt Brechts. Iserlohn 2005, ISBN 3-931845-92-3
  • Fritz Hennenberg (Hrsg. u. Kommentar): Brecht-Liederbuch. suhrkamp taschenbuch 1216. Frankfurt/Main 1985 (1. A.); ISBN 3-518-37716-7; 539 S. (Auswahl von 121 Liedern mit Noten)
  • Arnim, Ditte von: Brechts letzte Liebe. Das Leben der Isot Kilian. Transit Buchverlag, Berlin 2006, 180 S., ca. 50 Abb., ISBN 3-88747-215-2
  • Klaus Völker: Bertolt Brecht, Eine Biografie, Rowohlt 1988, ISBN 3-499-12377-0

Videographie

Unter Mitwirkung Brechts

Fernsehaufzeichnungen und Verfilmungen (Auswahl)

Über Brecht (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ JĂŒrgen Hillesheim: Bertolt Brechts Augsburger Geschichten. Augsburg 2004, S. 66
  2. ↑ Zu Frank Banholzer: Erich Unglaub: Brechts Landkarten. In: Augias 63 (2003), S. 19–31 (PDF).
  3. ↑ University of Southern California – Feuchtwanger Memorial Library: Bertolt Brecht’s Appearance Before the HUAC [1]
  4. ↑ Hearing Bertolt Brecht: House Un-American Activities Committee hearings, 1947, Audio, 24 min, archive.org
  5. ↑ Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder der Umgang mit den WeltrĂ€tseln. Suhrkamp, Frankfurt/M 1989 II S.279ff
  6. ↑ Mittenzwei II S.329
  7. ↑ Werner Hecht: Brecht Chronik 1998-1956. Suhrkamp, Frankfurt/M 1998 S.866
  8. ↑ Mittenzwei II S.412
  9. ↑ Beschluss der II. Parteikonferenz der SED
  10. ↑ Hecht Chronik S.1021
  11. ↑ Bertolt Brecht, Werke, Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, hrsg. von Werner Hecht, Jan Knopf, Werner Mittenzwei, Klaus Detlev MĂŒller, Bd. 30, Briefe 1950−1956, Berlin, Weimar, Frankfurt am Main 1998, S. 178
  12. ↑ Semjonow ist zu diesem Zeitpunkt Botschafter der Sowjetunion in der DDR; Bertolt Brecht, Werke, Bd. 30, Briefe 1950−1956, S. 178 und Anm. S. 549
  13. ↑ „Lieder und Rezitationen von Ernst Busch und anderen KĂŒnstlern“, das Angebot wird nicht angenommen; Bertolt Brecht, Werke, Bd. 30, Briefe 1950−1956, S. 178f.;
  14. ↑ Bertolt Brecht, Werke, Bd. 23, S. 249 f., Anmerkungen S. 546
  15. ↑ Bertolt Brecht, Werke, Bd. 23, S. 249 f.
  16. ↑ Bertolt Brecht, Gesammelte Werke Bd. 20, Frankfurt/M. 1967, S. 327
  17. ↑ etwa: Kurt Fassmann, Bert Brecht. Eine Bildbiographie. MĂŒnchen 1958, S. 116
  18. ↑ Brecht hat sich in einem GesprĂ€ch mit Gustav Just am 5. Juli in Buckow ĂŒber dieses Verfahren beschwert, was Just an Ulbricht weiterleitete („SED-Hausmitteilung“ vom 7. Juli, Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv, Berlin). Ulbricht reagierte am 8. Juli mit einem GesprĂ€chsangebot; es ist nicht bekannt, ob ein GesprĂ€ch stattfand; vgl.: Bertolt Brecht, Werke, Bd. 30, Briefe 1950−1956, S. 549 und Bd. 23, S.548f
  19. ↑ vgl. Bertolt Brecht, Werke, Bd. 23, S. 547f.
  20. ↑ Bertolt Brecht, Werke, Bd. 23, S. 250, Anmerkungen S. 547f
  21. ↑ Bertolt Brecht, Werke, Bd. 23, S. 548
  22. ↑ Kurt Fassmann, Bert Brecht. Eine Bildbiographie. MĂŒnchen 1958, S. 116
  23. ↑ Ronald Gray, Bertolt Brecht. Grove Press, New York 1961 („the self-perserving chamelon-attitude which enabled him, like his own Galileo, to pay lip-service to authority while quietly getting on with his own serious interests, remained predominat“, S. 18)
  24. ↑ Walter Muschg, Von Trakl zu Brecht. Dichter des Expressionismus. Piper, MĂŒnchen 1961, S. 361
  25. ↑ John Fuegi, Brecht & Co., Biographie, autorisierte erweiterte und berichtigte deutsche Fassung von Sebastian Wohlfeil, Hamburg EVA 19979, ISBN 3-434-50067-7
  26. ↑ John Fuegi, Brecht & Co., S. 785
  27. ↑ vgl. John Fuegi, Brecht & Co., S. 784
  28. ↑ vgl. John Fuegi, Brecht & Co., S. 787f.
  29. ↑ Mittenzwei II S.563
  30. ↑ Jan Knopf (Hrsg): Brecht-Handbuch. J.B.Metzler, Stuttgart 2003, Bd. 5 S.130
  31. ↑ Werner Hecht: "Brecht Chronik 1998-1956. Suhrkamp, Frankfurt/M 1998 S.1253
  32. ↑ Knopf Bd.1 S.4
  33. ↑ Sabine Kebir: Ich fragte nicht nach meinem Anteil. Berlin 1997, S.26
  34. ↑ Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder der Umgang mit den WeltrĂ€tseln. Suhrkamp, Frankfurt/M 1989 II S.384
  35. ↑ Bertolt Brecht: AusgewĂ€hlte Werke in 6 BĂ€nden. Suhrkamp 1997, Bd.6, S.49
  36. ↑ Jan Knopf (Hrsg): Brecht-Handbuch. J.B.Metzler Stuttgart 2001, Bd. 2 S.3 f
  37. ↑ G.Berg, W.Jeske: Bertolt Brecht. Stuttgart 1998, S.141f
  38. ↑ Knopf Bd.2 S.4
  39. ↑ Bertolt Brecht: Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Suhrkamp 1988-1999, Bd.Reg S.787f
  40. ↑ Zeit online - Brechtgedicht auf Messe im Angebot
  41. ↑ Ana Kugli, Michael Opitz (Hrsg): Brecht-Lexikon. Stuttgart und Weimar 2006, S.174
  42. ↑ Jan Knopf (Hrsg): Brecht-Handbuch. J.B.Metzler, Stuttgart 2001, Bd. 1 S.28ff
  43. ↑ Jan Knopf (Hsg): Brecht-Handbuch. J.B.Metzler Stuttgart 2002, Bd. 4 S.417 ff
  44. ↑ Bertolt Brecht: AusgewĂ€hlte Werke in 6 BĂ€nden. Suhrkamp, Frankfurt/M 1997, Bd.3, S.446
  45. ↑ Friedrich DĂŒrrenmatt. Theaterprobleme. 1955
  46. ↑ Brecht spielen. Hermann Beil im GesprĂ€ch mit GĂŒnter Erbe. in: Aus Politik und Zeitgeschichte. 23-24/2006. http://www.bpb.de/publikationen/NS0957,0,Brecht_spielen.html
  47. ↑ Ana Kugli, Michael Opitz (Hrsg): Brecht Lexikon. Stuttgart und Weimar 2006 S.104
  48. ↑ Konrad Lischka und Marcus Römer: „Große BĂŒcher-Umfrage zum 50. Todestag von Bertolt Brecht ergibt: Die Deutschen lesen kaum noch Brecht!“, bĂŒcher. Das Magazin zum Lesen, August 2006
  49. ↑ Philip Roeder (Suhrkamp Verlag): Ist das Glas halb voll oder halb leer? JĂ€hrlich werden 300.000 (!) Brecht-BĂŒcher verkauft, buchmarkt.de, 9. August 2006
  50. ↑ Ernst Schumachers Erinnerungen an seine Jahre mit Bertolt Brecht, Holger Teschke in der Berliner Zeitung vom 2.3. 2006, S. 29
  51. ↑ Abschied. Brechts letzter Sommer; Film-Website (archiviert)
  52. ↑ (Inhaltsangabe)
  53. ↑ GesprĂ€ch mit dem Filmemacher Joachim Lang
  54. ↑ Besprechung in der FAZ
  55. ↑ Besprechung im Tagesspiegel
  56. ↑ Inhaltsangabe des SWR, PDF-Datei 1700 kB
  57. ↑ AnkĂŒndigung
  58. ↑ Besprechung in der FAZ

Weblinks

GedenkstÀtten
BĂŒhne
Texte von Brecht
Texte ĂŒber Brecht
Film

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  • BRECHT (B.) — Musil a pu Ă©crire que, depuis le classicisme, le thĂ©Ăątre n’avait plus jouĂ© aucun rĂŽle dans l’évolution de l’esprit europĂ©en, parce que le drame ne laissait pas Ă  notre pensĂ©e une libertĂ© de mouvement suffisante. L’esthĂ©tique de la distanciation,… 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Brecht|i|an — «BREHK tee uhn», adjective. of or characteristic of the German playwright Bertolt Brecht, 1898 1956, or his writings: »In play after play
the Brechtian moment is man selling man (Time) 
   Useful english dictionary

  • Brecht — Brecht, Flecken im Arrondissement u. der Provinz Antwerpen in Belgien; Hutfabrikation, Tuchweberei, Eisenwerke, Handel mit Vieh u. Getreide; 2700 Ew 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Brecht — Brecht, Bertolt 
   Enciclopedia Universal

  • Brecht — (Bertolt) (1898 1956) poĂšte, essayiste et dramaturge allemand. D abord expressionniste, il devint cĂ©lĂšbre avec l OpĂ©ra de quat sous (1928, mus. de Kurt Weill) et fonda son thĂ©Ăątre sur l analyse marxiste et la distanciation (Verfremdung effekt).… 
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   Dictionary of contemporary English

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   Hrvatski jezični portal

  • brecht — brecht·ian; 
   English syllables

  • Brecht — [breHt; ] E [ brekt] Bertolt [berâ€Čtō̂lt] 1898 1956; Ger. playwright Brechtian adj 
   English World dictionary

  • Brecht — BreÌŁcht,   1) Arnold, amerikanischer Politikwissenschaftler deutscher Herkunft, * LĂŒbeck 26. 1. 1884, ✝ Eutin 11. 9. 1977; ursprĂŒnglich Beamter im Dienst des Deutschen Reichs und Preußens, zuletzt (1927 33) im preußischen Staats und… 
   Universal-Lexikon


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