Briefmarke

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Briefmarke
One Penny Black – Die erste Briefmarke der Welt (1840)

Eine Briefmarke (lange Zeit offiziell Postwertzeichen) ist die BestĂ€tigung eines postalischen Beförderungsunternehmens ĂŒber die Zahlung des aufgedruckten Betrages. Sie wird meist auf Papier gedruckt, ist ĂŒblicherweise rechteckig, rĂŒckseitig mit einer Gummierung und zur besseren Abtrennung regelmĂ€ĂŸig mit einer ZĂ€hnung an den RĂ€ndern versehen. Bei der Inanspruchnahme der Beförderungsleistung oder einer anderen Leistung des Unternehmens, fĂŒr die keine andere Zahlungsart zwingend vorgeschrieben ist, wird die Zahlung des Entgeltes/der GebĂŒhr durch das Aufkleben der Briefmarke an der hierfĂŒr vorgesehenen Stelle nachgewiesen. Um eine erneute Benutzung zu verhindern, wird die Briefmarke regelmĂ€ĂŸig mit einem Poststempel entwertet, wobei auch andere Entwertungsmethoden (etwa per Kugelschreiber) bis heute ĂŒblich sind.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

VorlÀufer

Bevor die erste offizielle Briefmarke der Welt 1840 ausgegeben wurde, gab es zahlreiche VorlĂ€ufer. So schuf der PĂ€chter der Pariser Stadtpost, Jean-Jacques Renouard de Villayer, bereits 1653 das Billet de port payĂ©, einen briefmarkenĂ€hnlichen GebĂŒhrenstreifen aus Papier. Dieser Streifen musste in Ermangelung einer KlebeflĂ€che mit Klammer oder Faden am Brief befestigt werden. Erhalten gebliebene Exemplare dieser Billets sind gegenwĂ€rtig nicht bekannt.

Auch in Großbritannien gab es vergleichbare VorlĂ€ufer. Das ab 1680 von der London Penny Post der Kaufleute William Dockwra und Robert Murray entwickelte System eines Einheitspreises fĂŒr Lokalpost mit Freimachung durch Marken war so erfolgreich, dass der Duke of York sein Postmonopol in Gefahr sah. Auf seine Beschwerde hin musste die London Penny Post nach nur zwei Jahren ihr GeschĂ€ft aufgeben; sie wurde in die General Post Office eingegliedert. Einige der dreieckigen Briefmarken (englisch triangular postmarks) der London Penny Post sind in Archiven erhalten, vier Exemplare sollen sich in privatem Besitz befinden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in manchen StĂ€dten so genannte Stadtkuverts, die als VorlĂ€ufer gedruckter Briefmarken auf UmschlĂ€gen angesehen werden können. Auf Sardinien gab es beispielsweise 1818 ein mit einem Stempel versehenes Postpapier (Carta postale bollata), britischen Zeitungen beigelegte RĂŒckantwortkarten waren um 1821 ebenfalls bereits frankiert. Als erste Ganzsachen gelten die 1838 im australischen Sydney ausgegebenen letter sheets.

Entstehung der ersten Briefmarken

Die Grundidee der Erfindung der Briefmarke war, das Briefporto nicht mehr vom EmpfĂ€nger einziehen zu lassen, sondern vom Absender. Damit war das erste „Prepaid-System“ (Vorauszahlung und anschließende Nutzung) geschaffen. Außerdem wurde damit eine Vereinfachung und Senkung des Briefportos verbunden, so dass ein Briefwechsel nicht mehr nur reichen Personen vorbehalten war.

Bereits 1836 machte der Slowene Laurenz Koschier aus Laibach der österreichischen Regierung den Vorschlag der EinfĂŒhrung von Briefmarken zur Vereinfachung des Postwesens. Der schottische BuchhĂ€ndler James Chalmers reichte 1838 einen Ă€hnlichen Vorschlag ein. Diesen Vorschlag hat Sir Rowland Hill, der von der britischen Regierung 1835 mit der Reformierung des Postwesens betraut wurde, wahrscheinlich aufgegriffen und in seine Postreform miteinbezogen. Er gilt damit als Urheber der Briefmarke.

Die erste aufklebbare Briefmarke wurde ab dem 1. Mai 1840 nach den VorschlĂ€gen von Rowland Hill im Vereinigten Königreich herausgegeben und ab dem 6. Mai 1840 frankaturgĂŒltig (die erste Verwendung fand ein Exemplar allerdings schon am 2. Mai). Der Wert zu einem Penny wird in Sammlerkreisen als One Penny Black bezeichnet. Sie gilt als erste Briefmarke der Welt.

Rowland Hill war auch fĂŒr das Motiv der ersten beiden Briefmarken verantwortlich. FĂŒr die Gestaltung wurden mehrere 1000 EntwĂŒrfe eingereicht, die ausnahmslos von ihm abgelehnt wurden. Die Zeichnung schaute sich Rowland Hill deshalb von einer GedenkmĂŒnze aus dem Jahr 1837 ab, die ihm besonders gefiel. Der Wert zu einem Penny trĂ€gt das PortrĂ€t der Königin Victoria auf schwarzem Grund, der Wert zu zwei Pence auf blauem Grund. Der Stecher der ersten Briefmarken war Henry Corbald. Mit dem Druck wurde die Druckerei Perkins, Bacon Petch betraut.

Die Verbreitung der Briefmarke

Schwarzer Einser

Bereits kurz nach der Ausgabe der ersten beiden Briefmarken der Welt folgten andere LĂ€nder nach. 1841 und 1842 erschienen in den USA einige Lokalmarken. 1843 erschienen weitere Briefmarken in Brasilien (Ochsenaugen) und in den beiden Schweizer Kantonen ZĂŒrich (ZĂŒrich 4 und ZĂŒrich 6) und Genf (Doppelgenf). Die erste deutsche Briefmarke war der Schwarze Einser, der am 1. November 1849 vom Königreich Bayern herausgegeben wurde. 1850 folgten die deutschen Staaten Hannover, Preußen, Sachsen und Schleswig-Holstein und 1851 Baden. Die erste österreichische Briefmarke wurde am 1. Juni 1850 herausgegeben. Sie hatte auch fĂŒr Liechtenstein GĂŒltigkeit.

Bald entstanden neue Briefmarkenarten, wie beispielsweise in Österreich 1851 die ersten Zeitungsmarken der Welt. Als die erste Sondermarke der Welt wird meist eine im April 1871 anlĂ€sslich der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie in Peru verausgabte Briefmarke angesehen. Aber nicht alle Historiker unterstĂŒtzen diese Ansicht.[1] Dennoch wurde immer mehr die Werbewirksamkeit von Briefmarken erkannt.

Siehe auch: Liste der Briefmarkenerstausgaben

Die erste nennenswerte VerĂ€nderung erfuhren Briefmarken in den 1870er-Jahren, als man dazu ĂŒberging, die Briefmarken auf den Bögen durch Perforierungen voneinander zu trennen um damit das Abtrennen wesentlich zu vereinfachen. Dadurch entsteht der typische Zahnrand von Briefmarken. Zuvor musste zum Trennen eine Schere benutzt werden.

Rechtliche Funktion

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen LĂ€ndern zu schildern.

FrĂŒher

Die Briefmarke hieß frĂŒher offiziell Postwertzeichen. Dieses Wort entstammt dem „hoheitlichen“ Wortschatz und lĂ€sst den geschichtlichen Hintergrund der Briefmarke in rechtlicher Sicht gut erkennen. Da sich alle Postverwaltungen in staatlicher Hand befanden oder auf einem staatlich verliehenen Monopol (teilweise mit anderen Namen, etwa bei Thurn und Taxis) beruhten, war man im öffentlichen Recht tĂ€tig. So regelte bei der Deutschen Bundespost bis zur Privatisierung die Postordnung als Rechtsverordnung das VerhĂ€ltnis zwischen der Post und dem Postbenutzer („PostbenutzungsverhĂ€ltnis“). Aus diesem Umstand resultiert auch die – noch – bestehende Besonderheit, dass die fĂŒr die Beförderung verlangten mittlerweile privatrechtlichen Entgelte von der Umsatzsteuer (besser bekannt als Mehrwertsteuer) befreit sind.

Das Entgelt fĂŒr die Briefbeförderung war zuvor eine öffentlich-rechtliche GebĂŒhr. Der Erwerb der Briefmarke am Schalter war ein Verwaltungsakt. Mit der Benutzung der Briefmarke wies man durch Aufkleben nach, dass die vorgeschriebene VerwaltungsgebĂŒhr fĂŒr die staatliche Beförderung bezahlt worden war. Als hoheitliche GebĂŒhrenmarken fielen die Briefmarken nicht unter das privatrechtliche Wertzeichenrecht gem. § 807 BGB.

Strafrechtlich wurde die Briefmarke von 1871 an im Reichs-Straf-Gesetzbuch als Urkunde verstanden und ihre FĂ€lschung als UrkundenfĂ€lschung bestraft (§ 275 RStGB). In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Briefmarke durch die Große Strafrechtsreform 1975 anders als geldĂ€hnliches „amtliches Wertzeichen“ eingestuft. Ihre FĂ€lschung wurde deshalb neu unter „Geld- und WertzeichenfĂ€lschung“ geregelt (§§ 148, 149 StGB).

Heute

Nach GrĂŒndung der Bundesrepublik Deutschland waren Briefmarken eindeutig hoheitliche Wertzeichen. Da sie grundsĂ€tzlich auch als Geldersatz genutzt werden können, bestand die Deutsche Bundesbank zunĂ€chst darauf, dass Briefmarken nur eine begrenzte GĂŒltigkeit haben dĂŒrfen, um den Geldumlauf kontrollieren zu können. Erst langsam wurde dieser Vorbehalt gelockert, und die erste Briefmarkenserie mit unbegrenzter GĂŒltigkeit erschien 1964, wĂ€hrend erst ab 1969 alle Briefmarken grundsĂ€tzlich unbefristet gĂŒltig blieben. Auch in der DDR waren Briefmarken zunĂ€chst mit einer befristeten Geltungsdauer versehen. Diese Befristung wurde im Jahr 1965 rĂŒckwirkend zum 1. Januar 1964 aufgehoben, so dass alle ab 1964 erschienenen Marken unbefristet gĂŒltig blieben. Der Charakter der Briefmarken in der DDR war dem in der Bundesrepublik vergleichbar.

Zum 1. Januar 1995 wurde die staatliche Deutsche Bundespost privatisiert, das heißt sie wurde als Staatsinstitution aufgelöst und als „Deutsche Post Aktiengesellschaft“ neu aufgestellt. Als privatwirtschaftliches Unternehmen ist sie nicht mehr im öffentlichen Recht tĂ€tig. Sie erbringt privatrechtliche „Dienstleistungen“ gegen „Leistungsentgelt“. Die frĂŒheren Post-„Benutzer“ sind nun rechtlich Post-„Kunden“. Sie schließen mit der Deutschen Post AG seitdem bĂŒrgerlich-rechtliche, etwa Kauf-, Werk- und andere VertrĂ€ge ab. Auch der Erwerb einer Briefmarke ist nun ein normaler privatrechtlicher Kaufvertrag.

Der neuen Deutschen Post AG wurde das Recht zur Ausgabe eigener Briefmarken nicht mehr eingerĂ€umt. Stattdessen wurde sie gesetzlich verpflichtet, die von ihr benötigten Briefmarken vom Staat, das heißt vom Bund, zu beziehen. Die heutigen Briefmarken werden nach Weisung des Bundesministeriums der Finanzen hergestellt und an die Deutsche Post AG ausgeliefert.

Der Rechtscharakter der deutschen Briefmarken war lange Zeit unklar, die Rechtsliteratur in Deutschland zum zivilrechtlichen Rechtscharakter von Briefmarken ist uneinheitlich. Erst das grundlegende Urteil des BGH vom 11. Oktober 2005 hat fĂŒr Klarheit gesorgt. Demzufolge sind Briefmarken „kleine Inhaberpapiere“ im Sinne des § 807 BGB.[2] Um „kleine Inhaberpapiere“ handelt es sich immer dann, wenn der Aussteller des Papiers sich durch Leistung an den Inhaber befreien kann, der Inhaber die versprochene Leistung zu fordern berechtigt ist und der Besitz der Urkunde zur Geltendmachung des Rechts erforderlich ist.[3] Danach ergebe sich aus der allgemeinen Verkehrssitte bei Inhaberzeichen[4], dass die Briefmarke einen Anspruch auf Beförderung einer Postsendung in dem Umfang verkörpert, der dem aufgedruckten Wert entspricht. Die Post will die Beförderungsleistung gegenĂŒber jedermann mit schuldbefreiender Wirkung erbringen, der gĂŒltige Briefmarken in Höhe des vorgesehenen Leistungsentgelts auf die jeweilige Postsendung klebt.[5] In diesem Zeitpunkt dient die Briefmarke nur noch der Kontrolle, ob das fĂŒr die konkrete Postsendung vereinbarte Leistungsentgelt im Voraus geleistet worden ist.[6] Der Besitz der Briefmarke ist zur Geltendmachung des Beförderungsanspruchs erforderlich, sodass bei Verlust der Briefmarke keine Leistung von der Post verlangt werden kann. Die Schutzfunktion des § 797 BGB (Herausgabe des Inhaberpapiers an den Aussteller) wird durch die Entwertung der Briefmarke mittels Stempel erreicht[7].

Strafrechtlich fĂ€llt ihre FĂ€lschung danach nicht mehr unter die „Geld- und WertzeichenfĂ€lschung“ nach §§ 146 ff. StGB, sondern ist einfache UrkundenfĂ€lschung gemĂ€ĂŸ § 267 StGB. Briefmarken sind damit strafrechtlich mit den Privatmarken der anderen Postunternehmen gleichgestellt. Weitere Privatmarken werden mit dem Ende des so genannten „Briefmonopols“ der deutschen Post AG am 1. Januar 2008 vermehrt herausgegeben.

Briefmarken sind in Deutschland umsatzsteuerfrei, sofern es sich derzeit noch um Briefmarken der Deutschen Post AG handelt. Dies wurde in der Vergangenheit damit begrĂŒndet, dass die Post eine bis 31. Dezember 2007 befristete Exklusivlizenz fĂŒr Briefe unter 50 Gramm besaß und somit als einziges Unternehmen einen flĂ€chendeckenden Universaldienst anbieten musste. Nach dem Auslaufen der Exklusivlizenz und dem damit verbundenen Fall des Briefmonopols in Deutschland sind diese Voraussetzungen nicht mehr gegeben, trotzdem wurde das Steuerprivileg der Post bis 31. Dezember 2009 beibehalten. Am 1. Januar 2010 fĂ€llt dieses im GeschĂ€ftsbereich, wĂ€hrend gleichzeitig die Post-Konkurrenten im Privatkundenbereich von der Umsatzsteuer befreit werden, wenn sie ihre Dienste flĂ€chendeckend anbieten.

Seit September 2008 kann das Briefporto bei der Deutschen Post AG auch ĂŒber neue Vertriebswege erworben und beglichen werden. Beim sogenannten Handyporto wird nach Auftrag ĂŒber das Mobiltelefon per SMS ein Zahlencode ĂŒbermittelt, der anstelle der Briefmarke von Hand auf der Sendung einzutragen ist. Hingegen wird die sogenannte Internetmarke vom Kunden ĂŒber das WWW erworben, elektronisch bezahlt, als maschinenlesbarer Barcode vom Kunden ausgedruckt und auf die Sendung geklebt bzw. direkt auf den Briefumschlag gedruckt. Das Verfahren Ă€hnelt dem Stampit-Dienst. WĂ€hrend bei der Internetmarke nur der ĂŒbliche Portobetrag zu begleichen ist, kostet das Handyporto einen Aufpreis.[8] Es muss angemerkt werden, dass beide keine Briefmarke im eigentlichen Sinn mehr sind, weil ihnen der Charakter der GleichmĂ€ĂŸigkeit – identische StĂŒcke werden in grĂ¶ĂŸerer Auflage hergestellt – fehlt.

Briefmarken werden Sammelobjekte

Deckblatt des ersten Scott-Kataloges von 1868
→ Hauptartikel: Philatelie

Durch die rasend schnelle Ausbreitung der Briefmarke breitete sich auch die Philatelie immer mehr aus. Der Begriff Philatelist wurde im Jahre 1864 von dem französischen Sammler Georges Herpin geprĂ€gt. Er bedeutet ĂŒbersetzt aus dem Griechischen „Freund dessen, was frei von Abgaben ist“. Obwohl dieses Wort die Sammelleidenschaft der Philatelisten nur denkbar schlecht beschreibt, setzte es sich in fast allen Sprachen durch.

Briefmarken sind heutzutage als Sammelobjekte weit verbreitet. ZunĂ€chst sammelte man nur aus Spaß die kleinen Postwertzeichen aus der Tagespost und verwendete sie beispielsweise zum Bekleben von Lampenschirmen, was die Sammelobjekte fast immer zerstörte. Erst langsam begannen sich einige Leute mit den Briefmarken genauer zu befassen. FĂŒr den damaligen Sammler war es selbstverstĂ€ndlich und auch möglich, so genannte Generalsammlungen anzulegen. Dies bedeutet, dass der Philatelist alle Briefmarken der Welt in seine Sammlung aufnahm. Dies wĂ€re heutzutage bei der Masse der verschiedenen Briefmarkenausgaben undenkbar.

Mit der Zeit entstanden zahlreiche Hilfsmittel fĂŒr den Philatelisten. Im Jahre 1860 erschienen die ersten Briefmarkenalben. Bereits ein Jahr spĂ€ter, 1861, entstanden die ersten VorlĂ€ufer der heutigen Briefmarkenkataloge. Im Jahr 1862 kam es zur Ausgabe der ersten philatelistischen Fachzeitschriften. Es handelt sich dabei um The Monthly Advertiser, der im Geburtsland der Briefmarke erstmals am 15. Dezember 1862 erschien. Die Briefmarkenzeitschriften förderten vor allem den Tausch von Briefmarken zwischen den Philatelisten. Außerdem berichteten sie ĂŒber die Neuausgaben der ganzen Welt und informierten die Sammler ĂŒber alles Wissenswerte der Philatelie.

Neben den neuen Hilfsmitteln fĂŒr den Philatelisten entstanden immer mehr Briefmarkenvereine und Veranstaltungen speziell fĂŒr den Philatelisten. Bereits aus dem Jahre 1856 sind Treffen von Philatelisten in den USA bekannt. Im Jahre 1866 kam es dort zur GrĂŒndung der Excelsior Stamp Association, des ersten Briefmarkenvereins der Welt.

Die steigende Zahl philatelistischer Vereine fĂŒhrte zu zahlreichen ZusammenschlĂŒssen. In Deutschland ist dies heute der Bund Deutscher Philatelisten, in Österreich der Verband Österreichischer Philatelistenvereine.

Die ersten PostfÀlschungen

→ Hauptartikel: PostfĂ€lschung

Die rasche Ausbreitung der Briefmarke hatte nicht nur positive Begleiterscheinungen. Immer mehr FÀlscher erkannten das lukrative GeschÀft von BriefmarkenfÀlschungen, den so genannten PostfÀlschungen.

Bereits kurz nach der EinfĂŒhrung der ersten Briefmarke am 6. Mai 1840 in Großbritannien tauchten die ersten GanzfĂ€lschungen von Briefmarken auf. Neben diesen GanzfĂ€lschungen gab es jedoch auch zahlreiche TeilfĂ€lschungen von postgĂŒltigen Briefmarken. Dies bedeutet, dass nur Teile einer echten Briefmarke verĂ€ndert wurden, um deren Postwert zu erhöhen. Zu ihnen gehören beispielsweise die FarbĂ€nderung durch chemische Mittel sowie die Manipulation der Wertziffern, um Briefmarken mit höheren Nominalwerten zu imitieren.

Auch bereits gebrauchte Briefmarken wurden oft nochmals verwendet, indem aus zwei (oder mehreren) gebrauchten StĂŒcken in mĂŒhevoller Handarbeit eine ungebrauchte Briefmarke zusammengebastelt wurde. Den Federzug oder den Poststempel versuchte man durch chemische Mittel zu entfernen. Außerdem konnten Briefmarken, von denen nur ein kleiner Teil mit einem Poststempel versehen war, gemeinsam mit einer Originalmarke verwendet werden, die genau diesen Teil verdeckt.

Freimarke zu 50 Heller mit und ohne Lackstreifen

Schon frĂŒh trafen Postverwaltungen verschiedene Schutzvorkehrungen, um ihre Briefmarken vor FĂ€lschungen zu schĂŒtzen. Die Ă€lteste Schutzmaßnahme gegen PostfĂ€lschungen ist das Wasserzeichen. Es kam bereits auf Anraten Rowland Hills bei den ersten Briefmarken der Welt zur Anwendung.

Manche LĂ€nder verwendeten ein Faserpapier fĂŒr ihre Briefmarken. Bei dieser besonderen Papierart wurden dem Papierbrei (oft verschiedenfarbige) Seidenfadenflocken hinzugefĂŒgt, die spĂ€ter im Papier sichtbar wurden. Bei manchen Briefmarkenausgaben wurde in die noch nasse Papiermasse ein farbiger Seidenfaden eingebettet. Diese Schutzmaßnahmen findet man beispielsweise bei den Briefmarkenausgaben der deutschen Staaten Bayern und WĂŒrttemberg sowie in der Schweiz. Farbiges Papier sollte ebenfalls das FĂ€lschen erschweren. Ist das Papier nur vorderseitig gefĂ€rbt, spricht man von gefĂ€rbtem Papier. Diese Schutzmaßnahme ist beispielsweise bei den ersten Briefmarken Bayerns zu finden.

In Österreich wurde das Briefmarkenpapier mit glĂ€nzenden Lackstreifen versehen. Dies sollte das Entfernen von Poststempeln, um die Briefmarken erneut verwenden zu können, stark erschweren. Die Lackstreifen lösten sich teilweise mit dem Markenbild im Wasser (oder anderen FlĂŒssigkeiten) auf.

Auflagenstarke 10-Heller-Marke

Höhepunkt der Briefmarke

Zur Zeit der Jahrhundertwende um 1900, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, erreichte die Verbreitung der Briefmarke ihren Höhepunkt. Der Brief war dank des stetigen Ausbaus der Eisenbahn zum wichtigsten Kommunikationsmittel geworden. Die Auflagenzahlen schossen in die Höhe. Die wichtigsten österreichischen Briefmarkenwerte zu fĂŒnf und zehn Heller aus dem Jahre 1908 hatten beispielsweise eine Auflagezahl von je ĂŒber drei Milliarden (3.000.000.000) StĂŒck. Diese Briefmarken konnten allerdings nur im österreichischen Teil des Kaiserreichs Österreich-Ungarn verwendet werden, da Ungarn seit dem Ausgleich 1867 eigene Briefmarken ausgab.

Mit der Zeit entwickelte sich eine eigene Briefmarkensprache. Durch die Stellung der Briefmarke(n) auf dem Brief, beispielsweise verkehrt herum aufgeklebt und nach rechts geneigt, konnte man dem BriefempfĂ€nger geheime Botschaften, wie „Auf ewig dein“, ĂŒberbringen. Mit der Zeit verschwand diese Form der geheimen Kommunikation jedoch wieder.

Briefmarken als Propagandamittel

Briefmarke DDR 1971
Unbesiegbares Vietnam

WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges entdeckte man die Briefmarke als Propagandamittel. Man unterscheidet zwei verschiedene Arten der BriefmarkenfĂ€lschungen kriegfĂŒhrender Staaten, die zur SchĂ€digung des Feindes hergestellt werden. Bei SpionagefĂ€lschungen handelt es sich um möglichst genaue Imitation der gegnerischen Freimarken, die dazu verwendet werden, Propagandamaterial ĂŒber MittelsmĂ€nner durch die feindliche Post zustellen zu lassen. Sie werden deswegen KriegspostfĂ€lschungen (siehe PostfĂ€lschung) genannt. Ein Kauf von einer großen Menge von Briefmarken von Privatpersonen wĂ€re, vor allem wĂ€hrend eines Krieges, dem Feind sofort aufgefallen. Bei PropagandafĂ€lschungen handelt es sich um die FĂ€lschung der gegnerischen Briefmarken, wobei der Bildinhalt zu Propagandazwecken verĂ€ndert wird (z. B. Inschrift „Deutsches Reich“ → „Futsches Reich“).

Vor allem wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges fand diese Art der BriefmarkenfĂ€lschung eine große Verbreitung. WĂ€hrend des Kalten Krieges wurden ebenfalls noch Propaganda- und KriegspostfĂ€lschungen hergestellt.

Dass Briefmarken ein ideales Propagandamittel sind, wurde nicht nur von den jeweiligen Feinden eines Landes erkannt. Vor allem diktatorische Staaten wie das nationalsozialistische Deutsche Reich nutzten Briefmarkenmotive fĂŒr ihre eigene Propaganda. Der Personenkult um Adolf Hitler wurde durch hohe Auflagen entsprechender Marken unterstĂŒtzt. Vergleichbares findet man in Nordkorea um Kim Il-sung, in der ehemaligen Sowjetunion um Josef Stalin oder in RumĂ€nien um Nicolae Ceaușescu. Personen mit Symbolfunktionen kommen aber auch außerhalb eines ausgeprĂ€gten Personenkults auf Briefmarken vor, wie z. B. Königin Elisabeth II. von Großbritannien, der GrĂŒndervater George Washington der USA oder der Philosoph Karl Marx, der eine wichtige Rolle unter anderem fĂŒr das politische SelbstverstĂ€ndnis der DDR hatte. Die Sowjetunion rĂ€umte Motiven aus der Raumfahrt breiten Raum ein, da diese Briefmarken die technologische Überlegenheit und den damit verbundenen FĂŒhrungsanspruch des Landes propagieren sollten. Im sogenannten Postkrieg waren Briefmarken mit ausgeprĂ€gt propagandistisch empfundenen Inhalt mehrfach Beanstandungen durch andere LĂ€nder ausgesetzt.

Briefmarken heute

Seit zu Beginn des 20. Jahrhunderts Frankiermaschinen aufkamen, wurde den Briefmarken immer wieder ein rasches Ende vorausgesagt. Dennoch bleiben Briefmarken auch heute noch mindestens fĂŒr Privatpersonen die bequemste Art, Postsendungen freizumachen. JĂ€hrlich werden weltweit mehrere Milliarden Marken verbraucht. Der Verbrauch hĂ€ngt stark von den Zahlungsgewohnheiten der Leute ab: In LĂ€ndern wie den USA, in welchen es ĂŒblich ist, die monatlichen Rechnungen durch das Versenden von Schecks zu bezahlen, ist der Verbrauch ungleich höher als in LĂ€ndern, in denen die Bezahlung der Rechnungen durch Überweisung ĂŒblich ist.

Da der Verkauf von Briefmarken an Sammler fĂŒr die Postverwaltungen ein gutes GeschĂ€ft ist, werden viele Sondermarken hauptsĂ€chlich fĂŒr Sammler produziert und man bemĂŒht sich um populĂ€re Themen wie Fußball-WM oder Oldtimer. Einige Kleinststaaten gar produzieren Briefmarken praktisch nicht zur eigentlichen Verwendung, sondern um mit ihrem Verkauf an Sammler einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Staatshaushalt zu erwirtschaften (z. B. der Vatikanstaat, Liechtenstein, San Marino oder einige sehr arme Staaten der 3. Welt).

In vielen LĂ€ndern gibt es seit einigen Jahren Briefmarken, bei denen statt eines konkreten Wertes ein Buchstabe als Wertangabe aufgedruckt wird. Dabei gibt es zwei Systeme: Meist kennzeichnet der Buchstabe eine bestimmte Versendungsart, z.B. Inlandsbrief. Die Marken bleiben dann bei Preissteigerungen unabhĂ€ngig vom ehemaligen Kaufpreis fĂŒr diese Aufgabe gĂŒltig. Dieses PhĂ€nomen gibt es auch in Staaten mit einer hohen Inflationsrate, um bei steigender Geldentwertung nicht immer neue Marken drucken zu mĂŒssen. Gerade bei den ersten Marken mit Buchstaben in den USA kennzeichnet der Buchstabe lediglich einen bestimmten Wert, bei einer Preissteigerung musste also die Differenz ergĂ€nzt werden (z.B. 1991 bei der Steigerung von 25c=E auf 29c=F mit einer speziellen ErgĂ€nzungsmarke[9]).

Moderne Vermarktung

Stampit-2-D-Code

Von 2001 bis 2011 war es in Deutschland möglich, Postwertzeichen mit der Frankiersoftware Stampit aus dem Internet auszudrucken. Durch die Postreform mit der einhergehenden Aufweichung des Briefmonopols ist es auch fĂŒr private Unternehmen möglich, Briefmarken herauszugeben.

Im Jahre 2003 fĂŒhrten die niederlĂ€ndische und die finnische Post (letztere zunĂ€chst nur fĂŒr Firmenkunden) erstmals Briefmarken ein, die von den Kunden selbst gestaltet werden können. Dabei wird ein Foto, eine Grafik oder ein Logo in einen vorgegebenen Rahmen gedruckt. In Österreich kann man ebenfalls seit 2003 mit einer Mindestauflage von zunĂ€chst 200, seit 2005 von nur noch 100 StĂŒck seine eigenen Briefmarken drucken lassen. Mittlerweile ist in den USA ein vergleichbares Programm verfĂŒgbar, hier betrĂ€gt die Mindestauflage sogar nur 20 StĂŒck.

In Deutschland bietet die Deutsche Post seit dem 1. Februar 2008 ihren Kunden die Möglichkeit, ihre Privat- oder GeschĂ€ftspost mit einer eigenen Briefmarke zu frankieren, ab einer MindeststĂŒckzahl von 20 StĂŒck fĂŒr z. Zt. 32,33 Euro. Über das Internetportal kann man ein eigenes Motiv hochladen und die fertigen Kuverts werden einem nach Hause geschickt.

Ein weiterer, neuer Online-Service zum Kauf von Brief- und Paketmarken ist die Internetmarke. Hier gibt es keine MindeststĂŒckzahl, Briefmarken können mit vielen Motiven aus einer Bildergalerie persönlich gestaltet und sofort ausgedruckt werden.

Die Schweiz gab am 6. September 2005 weltweit erstmalig vier Briefmarken heraus, die Fotos zeigen, die mit Mobiltelefonen aufgenommen wurden. Diese Fotos konnten von der gesamten Bevölkerung per MMS eingereicht werden.[10]

Österreich fĂŒhrte 1988 erstmals Briefmarken mit aufgedruckter Hologrammfolie ein. Diese Gestaltungsform ist aufgrund des technischen Herstellungsaufwandes eine Randerscheinung, die fĂŒr hohe Nominale und besondere AnlĂ€sse verwendet wird. Weltweit sind seit 1988 etwa 120 verschiedene Ausgaben erschienen, die ein eigenes Sammelgebiet darstellen.

Ebenfalls in Österreich wurde zur UEFA EURO 2008 erstmals eine neue Art Briefmarke mit Wackelbild herausgebracht. Sie zeigt den 6-sekĂŒndigen Torschuss von Andreas Herzog im Jahr 1997. Das Bild auf der Marke wird somit zum Kurzfilm. Der Preis liegt aufgrund der hohen Herstellungskosten bei 5,45 â‚Ź.

Am 2. Januar 2010 hat die Deutsche Post mit den Wohlfahrtsmarken „Obst“ erstmals in Deutschland sogenannte Duftmarken ausgegeben, die beim Reiben ĂŒber die Briefmarke den Geruch der abgebildeten Frucht freisetzen.[11] Bereits 1973 hatte das Königreich Bhutan einen Sondermarkensatz herausgegeben, der mit duftenden Farben bedruckt war[12] und anlĂ€sslich der 400-Jahre-Feier der Schokoladenhersteller in Bayonne erschienen in Frankreich am 23. Mai 2009 Briefmarken mit Schokoladenduft, was durch in der Druckerfarbe inkorporierte Mikrokapseln erreicht wurde.[13]

Charakteristische Merkmale und Gestaltung

Form

Die ursprĂŒngliche Form der Briefmarke war rechteckig, wobei stehende Rechtecke hĂ€ufiger als liegende waren. Rechteckige Briefmarken ergeben eine ideale Anordnung auf dem Bogen. Quadratische Briefmarken als Sonderform des Rechtecks sind eher selten zu finden. Von der ungarischen Post wurden hĂ€ufig auf der Spitze stehende quadratische Briefmarken herausgegeben. Neben den klassischen Vierecken tauchen schon frĂŒh Briefmarken in Dreiecksform auf; die bekanntesten Vertreter dieser Gattung stammen vom Kap der Guten Hoffnung.

Von zahlreichen LĂ€ndern wurden in den letzten Jahrzehnten Briefmarken in verschiedensten Formen ausgegeben, wobei runde Marken – etwa bei Marken mit Fußballmotiven – vergleichsweise hĂ€ufig vertreten sind. Sie sind jedoch schwieriger zu zĂ€hnen und aus dem Bogen zu trennen als Rechtecke oder Dreiecke und werden daher meist im Rahmen eines Briefmarkenblocks ausgegeben. Sierra Leone ist unter Sammlern bekannt fĂŒr seine speziellen Briefmarkenformen, die unter anderem die Form von Wappen, Obst, Vögeln, Landkarten, Pergamentrollen oder KokosnĂŒssen haben. La Poste in Frankreich gab bereits mehrere Marken in Herzform heraus.

Beliebt sind auch Zusammenstellungen von Marken in Blockform.

ZĂ€hnung

→ Hauptartikel: Briefmarkentrennung

Die ZĂ€hnung ist heute die modernste Art der Perforation von Briefmarken. In den ersten Jahren ihrer Geschichte wurde sie manchmal noch schlecht ausgefĂŒhrt. Heute ist sie jedoch in der ganzen Welt verbreitet und zu einer charakteristischen Eigenschaft der Briefmarke geworden. Die ersten Briefmarken der Welt hatten noch gar keine ZĂ€hnung. Der Postbeamte musste sie noch mit einer Schere aus dem Bogen schneiden.

Der Brite Henry Archer dachte jedoch ĂŒber eine bessere Trennungsmöglichkeit als die Schere nach. ZunĂ€chst konstruierte er eine Durchstichmaschine. Diese funktionierte durch die Verwendung von kleinen Messern, die eng nebeneinander angeordnet waren und in das Briefmarkenpapier zwischen den Marken in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden kleine Schnitte ritzte. Die ersten durchstochenen Briefmarken der Welt erschienen 1848 versuchsweise an den Postschaltern.

Henry Archer war jedoch noch nicht vollends mit seiner Maschine zufrieden. Er verbesserte sie immer mehr und ersetzte die feinen Messer bald durch Lochstifte. Dieses neue System der Briefmarkentrennung fand bald auch bei den Postbeamten großen Anklang. Nachdem die ersten gezĂ€hnten Briefmarken in Großbritannien ausgegeben wurden, folgten zahlreiche andere Postverwaltungen mit dieser Innovation nach.

Viele LĂ€nder gehen immer mehr von der herkömmlichen Anordnung der Briefmarken im Bogen zu Rollenmarken ĂŒber. Bei ihnen muss eine seitliche ZĂ€hnung nicht zwingend vorhanden sein.

Gummierung

→ Hauptartikel: Gummierung bei Briefmarken

Die Gummierung wird rĂŒckseitig auf die Briefmarken aufgetragen, damit die Marke durch Anfeuchten der Schicht auf einen Brief geklebt werden kann. Aus technischen GrĂŒnden wird die Gummierung heute im Allgemeinen vor dem Druck der Briefmarken auf den leeren Bogen aufgetragen; dies erfolgt im Normalfall maschinell. In der Anfangszeit wurden die Briefmarken dagegen oftmals erst nach dem Druck gummiert. Solange dafĂŒr keine Maschinen eingesetzt wurden, geschah dies per Hand mit einem Pinsel.

Hauptbestandteile der Gummierung sind heutzutage vor allem Kunststoffe. In den meisten FÀllen handelt es sich dabei um Polyvinylalkohol (PVA), ein synthetisches Polymer auf Kohlenstoffbasis. ZunÀchst wurden vor allem tierische Leime verwendet, etwas spÀter auch pflanzliche Stoffe, wie Dextrin oder Gummi arabicum.

Markenset mit selbstklebenden Marken

Manche Postverwaltungen experimentieren mit Briefmarken auf selbstklebender Kunststofffolie. In den USA z. B. werden heute bereits ausschließlich selbstklebende Marken ausgegeben. In den meisten anderen LĂ€ndern wird jedoch die Gummierung verwendet. Es gab auch zahlreiche BemĂŒhungen, den Geschmack der Gummierung zu verbessern. Die Deutsche Bundespost experimentierte mehrfach, beispielsweise in den Jahren 1955 und 1956 sowie Anfang der 1980er mit einer Gummierung mit Pfefferminzgeschmack, spĂ€ter wurde auch die Geschmacksrichtung Waldmeister erprobt. Mittlerweile erfolgt die Gummierung regelmĂ€ĂŸig mit einer Mischung, die weniger feuchtigkeitssaugend ist und damit das Verkleben und Welligwerden des Papiers vermindert.

Material

Zwei deutlich verschiedene Papierarten
Briefmarke mit Hologramm
→ Hauptartikel: Briefmarkenpapier

Das hĂ€ufigste Material, auf welches Briefmarken gedruckt werden, ist ein speziell fĂŒr den Druck von Briefmarken hergestelltes Papier. Dieses Briefmarkenpapier muss qualitativ sehr hochwertig sein, da es den drucktechnischen Anforderungen entsprechen muss, sicher gegenĂŒber FĂ€lschungen sein muss, sowie bei den einzelnen Auflagen nicht voneinander unterscheidbar sein soll. Dies ist vor allem in Krisenzeiten nicht immer möglich.

Heutzutage wird meistens Briefmarkenpapier mit Lumineszenzkörper verwendet. Man unterscheidet fluoreszierende, phosphoreszierende sowie Briefmarkenpapiere mit optischem Aufheller. Die Lumineszenzkörper dienen als Schutz vor FĂ€lschungen sowie zur Aufhellung des Briefmarkenpapiers und werden von automatischen Stempelmaschinen als Erkennungszeichen fĂŒr die Position der zu stempelnden Briefmarke verwendet, gleichzeitig ist so die richtige Lage der Briefe fĂŒr maschinelle oder manuelle Anschriftenlesung und Codierung gewĂ€hrleistet. Phosphoreszenz (Nachleuchten bei Dunkelheit) ist relativ selten, aber zum Beispiel bei finnischen Briefmarken die Regel. Der derzeitige Briefmarkenpapierbedarf liegt in Deutschland bei etwa 25 Tonnen pro Tag.

Von einigen Postverwaltungen werden jedoch manchmal andere Materialien wie Holz oder Stoff verwendet. Diese beiden Beispiele wurden von der Schweizer Post verausgabt und dienen ausschließlich dem Verkauf an Sammler. Bhutan, das seit 1955 eigene Briefmarken herausgibt, prĂ€sentierte gar Briefmarken in Form von echten, 68 bis 100 mm großen, einseitig bespielbaren Schallplatten. Die DDR emittierte 1963 einen Block auf Dederongewebe. Das Königreich Burundi gab zum dritten Jahrestag seiner UnabhĂ€ngigkeit verschiedene Briefmarken auf Goldfolie aus. Die deutsche Bundespost gab in ihrer Reihe der Wohlfahrtsmarken, 1999 zwei Briefmarken mit aufgeklebter Hologrammfolie heraus. 2003 kam in Italien eine Briefmarke auf Jeansstoff gedruckt heraus, 2004 brachte die Schweizer Post eine Briefmarke auf Holz heraus. Auch gestickte Briefmarken wurden seit den frĂŒhen 2000er Jahren von der Italienischen, der Schweizer und der Österreichischen Post produziert. Österreich gab 2008 zwei Briefmarken mit besonderen Materialien heraus, zur Fußball-Europameisterschaft 2008 eine runde Briefmarke aus dem Kunstleder, aus dem auch die FußbĂ€lle hergestellt wurden und eine große Marke aus Kunststoff mit 3-D-Abbildung der Venus von Willendorf. In der Sowjetunion wurden zwei Briefmarken mit Raumfahrtmotiven aus dem Jahr 1965 auf Aluminium gedruckt. Das Briefmarkenpapier blieb jedoch bis heute das einzig sinnvolle Material fĂŒr Briefmarken.

Gestaltung und Druck

Die Motive von Briefmarken sind eine willkommene Möglichkeit zur Selbstdarstellung der LĂ€nder, die diese ausgeben. Deshalb trĂ€gt die Briefmarke neben dem Wert und der Herkunftsbezeichnung zumeist auch ein kĂŒnstlerisches Motiv. Die in frĂŒhen Jahren hĂ€ufig verwandten Bildnisse von Monarchen werden zunehmend durch interessante Darstellungen aus den Bereichen Kultur, Flora und Fauna, Technik, Sport, Bauwerke, Kunst sowie wichtiger Persönlichkeiten und aktueller Ereignisse abgelöst.

Korrekte Abbildung einer postgĂŒltigen deutschen Briefmarke (siehe auch: Amtliche Briefmarke (Deutschland)

In Deutschland werden Postwertzeichen durch das Bundesministerium der Finanzen unter Mitwirkung eines Kunst- und eines Programmbeirates fĂŒr die Deutsche Post AG herausgegeben. Der vom KĂŒnstler eingereichte Entwurf muss in sechsfacher VergrĂ¶ĂŸerung erstellt sein, damit Details genauer erkennbar sind.

Da es sich bei Briefmarken nicht um amtliche Werke handelt, unterliegen sie dem Urheberrechtsschutz. Ihr Urheberrecht liegt bei der jeweiligen Postverwaltung. Eine Abbildung der betroffenen Briefmarken ist meist trotzdem möglich. Handelt es sich dabei allerdings nicht um die Abbildung der ganzen Briefmarke als solcher, sondern vordergrĂŒndig um die Abbildung des Motivs oder bestimmter Teile des Motivs, so könnte in diesem Falle das Urheberrecht des Entwerfers des Briefmarkenmotivs tangiert sein.

Das Abbilden von Briefmarken in BĂŒchern oder auf Internetseiten tolerieren die einzelnen Postverwaltungen der Welt in unterschiedlichem Maß. WĂ€hrend die Postverwaltung der FĂ€röer beispielsweise eine unverĂ€nderte Abbildung ihrer Briefmarken erlaubt, ist eine Abbildung bei deutschen Briefmarken nur unter bestimmten EinschrĂ€nkungen zulĂ€ssig. So muss die abgebildete Briefmarke entweder mindestens 25% grĂ¶ĂŸer oder 10% kleiner als das Original sein oder einen Abdruck eines schrĂ€gen schwarzen Balkens ĂŒber eine ihrer Ecken tragen. Die zuletzt genannte Methode wird von den meisten Postverwaltungen der Welt anerkannt.

Beim Druck der Briefmarke wird vor allem auf eine qualitativ hochwertige Umsetzung der EntwĂŒrfe geachtet. Heutzutage kommen dabei zahlreiche verschiedene Drucktechniken zur Verwendung. Oft werden kombinierte Druckverfahren verwendet.

Der Druck erfolgte frĂŒher mit Druckerpressen unter hohem Druck, dabei konnte es zu BrĂŒchen des Papiers um das Druckbild kommen. Der Philatelist spricht dann vom sogenannten Bayernbruch.

Am 9. September 2004 gab die deutsche Post eine Sondermarke zum 50-jĂ€hrigen JubilĂ€um des Bundessozialgerichtes heraus, die in aufwĂ€ndigem PrĂ€gedruck hergestellt wurde. Am 2. MĂ€rz 2006 folgte eine Marke, die erstmals einen fĂŒr Blinde geprĂ€gten tastbaren Schriftzug („Mit HĂ€nden sehen“) und die Wertangabe (55 Cent) in Brailleschrift enthielt.

Vor der endgĂŒltigen Druckanordnung werden meist einige Probedrucke angefertigt. Trotz der zahlreichen Kontrollen und Probedrucken kommt es immer wieder zu kleineren Fehldrucken, wie die Verschiebung eines Druckganges. Diese kleinen Abarten sind meist nur fĂŒr den Philatelisten interessant. GrĂ¶ĂŸere Fehler, wie eine falsche Farbe oder ein falsch herum eingesetztes MittelstĂŒck, findet man nur sehr selten. Zu den berĂŒhmtesten Fehldrucken der Welt zĂ€hlen vor allem die Tre Skilling Banco aus Schweden, von der nur ein Exemplar bekannt ist, und die US-amerikanische Inverted Jenny von 1918.

Deutsche Bundesdruckerei

Die Herstellung von Briefmarken ist seit mehr als 100 Jahren ein traditionelles TĂ€tigkeitsgebiet der Bundesdruckerei (vorher: Reichsdruckerei). Der Herausgeber von deutschen Postwertzeichen ist heute das Bundesministerium der Finanzen (frĂŒher das Bundesministerium fĂŒr das Post- und Fernmeldewesen), welches unter anderem die Bundesdruckerei befugt, Briefmarken herzustellen. In der Bundesdruckerei werden fast alle deutschen und auch zahlreiche auslĂ€ndische Briefmarken hergestellt. Andere Druckereien, die im Auftrag des Bundesministerium der Finanzen Briefmarken herstellen, sind unter anderem Giesecke & Devrient Wertpapierdruckerei Leipzig GmbH und Bagel Security-Print GmbH & Co. KG Mönchengladbach.

In der GrĂŒndungsphase des VorlĂ€ufers der heutigen Bundesdruckerei (1879) produzierten die kaiserlichen Drucker jĂ€hrlich rund 600 Millionen Freimarken. Heutzutage liefern die hochmodernen Druckmaschinen rund 4 Milliarden Wertzeichen pro Jahr. Es wird grĂ¶ĂŸter Wert darauf gelegt, dass die nummerierten und perforierten Briefmarken von „makelloser QualitĂ€t“ sind. Entdecken die Kontrolleure eine minimale Farbabweichung oder eine UnregelmĂ€ĂŸigkeit an den RĂ€ndern, so werden diese als „Fehldrucke“ klassifiziert und vernichtet. Da bei dem Briefmarkendruck eine hohe Akribie an den Tag gelegt wird, sind Fehldrucke rar und bei Briefmarkensammlern umso begehrter. Trotz der vielen Kontrollen und der Sorgfalt ist es erstaunlich, dass noch immer Fehldrucke zur Auslieferung kommen. Oft handelt es sich bei den Fehlern aber um minimale Abweichungen wie etwa einen Punkt im Druckbild, die mit bloßem Auge kaum oder gar nicht zu erkennen sind.

Verkauf und PrÀsentation

Ministeralbum 1997

Briefmarken werden einzeln oder in Einheiten an Postdienststellen oder an postamtliche Verkaufsstellen, wie etwa ausgewĂ€hlte Postagenturen verkauft. FĂŒr Sammler gibt es jedoch besondere Verkaufsformen. Mit einem Sammelabonnement erhĂ€lt der Briefmarkensammler monatlich oder quartalsweise die neu erschienen Briefmarkenausgaben zugeschickt. Oft ist es auch möglich, gestempelte Briefmarken zu bestellen. Briefmarkenabonnements sind vor allem fĂŒr Sammler von Briefmarken „exotischer“ LĂ€nder nĂŒtzlich.

Mit dem Erwerb einer Jahreszusammenstellung erhÀlt der Philatelist alle Briefmarken eines Jahres aus einem bestimmten Land. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Verkaufs- und PrÀsentationsformen wie beispielsweise Ministeralben.

Ein sehr beliebtes Datum der Postwesen zur Ausgabe und PrĂ€sentation neuer Briefmarken ist der Tag der Briefmarke. Dieser wird von zahlreichen LĂ€ndern der Welt jĂ€hrlich begangen. Zum ersten Mal fand der Tag der Briefmarke im Dezember 1935 in Österreich statt. In Deutschland begeht man den Tag der Briefmarke seit 1948 jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober, in der Schweiz meist im Dezember, in Österreich meist im Mai.

Briefmarkenarten

Heute gibt es viele verschiedene Briefmarkenarten. Schon bald nach der EinfĂŒhrung der Briefmarke wurden immer mehr Verwendungszwecke fĂŒr sie gefunden. Die wichtigsten Briefmarkenarten sind:

Freimarken

Die Freimarke ist die Ă€lteste und hĂ€ufigste Form der Briefmarke. Freimarken dienen zur Bezahlung der BeförderungsgebĂŒhren der Post. Freimarken gliedern sich in drei verschiedene Arten:

Dauermarken sind Freimarken, die von der Post einen lĂ€ngeren Zeitraum lang in unbegrenzter StĂŒckzahl ausgegeben werden. Dauermarken sind stets in allen wichtigen Portostufen erhĂ€ltlich, die zusammen einen einheitlichen Dauermarkensatz bilden. In den meisten FĂ€llen sind diese Marken weniger farbenprĂ€chtig als Sondermarken. In Deutschland werden Dauermarken entweder in Bogenform und in Rollenform abgegeben und in Markenheftchen, die zum Teil ungezĂ€hnt bleiben.
Sondermarken oder Gedenkmarken sind Freimarken, die zu einem besonderen Anlass ausgegeben werden. Nachdem die peruanische Post 1871 die ersten Sondermarken anlĂ€sslich der Eröffnung der ersten Eisenbahnlinie Perus zwischen Lima und Callao veröffentlicht hatte, zogen zahlreiche Staaten mit der Ausgabe dieser Marken nach. Viele LĂ€nder nutzen heutzutage Sondermarken als willkommene Selbstdarstellung. Insbesondere Kleinstaaten erwirtschaften mit der Ausgabe von Sondermarken beliebter Motive einen nicht unwesentlichen Anteil fĂŒr die Staatskasse. (Wobei der mehr oder weniger propagandistische Aspekt nicht zu unterschĂ€tzen ist. So kamen Sondermarken in Deutschland erst mit der NS-Zeit auf. Und auch heute ist die Selbstdarstellung eines Landes per Briefmarken nicht gering.) Sondermarken werden vor allem fĂŒr Sammler hergestellt, da sie postalisch eigentlich nicht notwendig sind. Echte, mit Sondermarken frankierte Briefe, findet man daher viel seltener als Briefe mit Dauermarken. Manchmal werden Sondermarken teurer als ihr Nominalwert von der Post verkauft. Der Philatelist spricht von einem „Aufschlag“ oder „Zuschlag“. Meistens dient der Aufschlag wohltĂ€tigen Zwecken, wie bei den so genannten Wohlfahrtsbriefmarken aus Deutschland, aber es werden auch andere förderungswĂŒrdige Unternehmungen damit finanziert (Ausstellungen, Vereinigungen, 
).
Automatenmarken: Eine Besonderheit unter den Freimarken stellen die Automatenmarken dar. Diese werden ĂŒber Briefmarkenautomaten, die sich meist vor dem Postamt befinden, vertrieben. Meist ist es möglich, beliebige Werte in bestimmten Stufen auszudrucken.
Dienstmarke mit Überdruck aus der deutschen Inflationszeit

Dienstmarken

Dienstmarken sind Briefmarken, die ausschließlich von Behörden, Dienststellen oder Ämtern zum Frankieren von Postsendungen der Dienstpost verwendet werden. Sie werden daher nicht am normalen Postschalter verkauft und sind auch nicht fĂŒr den normalen Postverkehr zugelassen. Ein Diebstahl und Missbrauch von Dienstmarken kommt daher praktisch nicht vor.

Flugpostmarke

Flugpostmarken

Flugpostmarken dienen zur Bezahlung der Beförderung per Luftpost. Manchmal werden sie daher auch Luftpostmarken genannt. Flugpostmarken können ausschließlich fĂŒr Luftpost verwendet werden und dĂŒrfen nicht auf normale Briefe geklebt werden. Die meisten Staaten der Welt entschlossen sich zur Ausgabe eigener Flugpostmarken, da die Postbeförderung mittels Flugzeug zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts eine große Besonderheit darstellte, der so Rechnung getragen wurde.

Deutschland fĂŒhrte seine ersten Flugpostmarken bereits 1912 ein. In Österreich wurden wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges, am 30. MĂ€rz 1918, die ersten Flugpostmarken verausgabt. Die Schweiz verausgabte ab 1912 eigene Flugpostmarken. In den meisten europĂ€ischen Staaten wurden Flugpostmarken nach dem Zweiten Weltkrieg wieder abgeschafft. Gewöhnliche Freimarken konnten nun zur Frankierung von Flugpostbriefen dienen.

Portomarken

Österreichische Portomarke von 1925
Siehe auch NachgebĂŒhr.

In vielen LĂ€ndern werden und wurden eigene Nachportomarken fĂŒr die Verrechnung des Nachportos fĂŒr unzureichend frankierte Briefe ausgegeben. Sie werden vor der Zustellung des Briefes von einem Postbeamten aufgeklebt und bei der Auslieferung vom Postboten verrechnet.

In Österreich wurden Portomarken erstmals 1894 ausgegeben. Sie wurden erst mit der EinfĂŒhrung des Euro im Jahre 2002 abgeschafft. Deutschland verausgabte nie eigene Portomarken. Nur die damals noch ĂŒber eine eigene Posthoheit verfĂŒgenden LĂ€nder Baden (1862–1871) und Bayern (1862–1875) verausgabten eigene Portomarken. Die Schweiz gab ab 1878 eigene Portomarken aus, stellte die Ausgabe jedoch bereits 1938 ein. In Liechtenstein wurden bis zur Trennung von der österreichischen Postverwaltung 1920 österreichische Portomarken verwendet. In den folgenden Jahren der postalischen SelbststĂ€ndigkeit verausgabte Liechtenstein zunĂ€chst eigene Portomarken in österreichischer WĂ€hrung und spĂ€ter bis 1940 in Schweizer WĂ€hrung.

Andere Briefmarkenarten

Wertstempel auf der Postkarte 60 Pf. Schloss Rheydt
Telegrafenmarke

Es gibt noch viele andere Briefmarkenarten mit besonderen Verwendungszwecken, die allerdings nur von wenigen oder einzelnen LĂ€ndern verwendet wurden.

Entwertung von Briefmarken

Sog. Federzugentwertung „Sarajewo 20/7“
Handentwertung einer Briefmarke aus dem Jahr 1960
→ Hauptartikel: Entwertung

Um eine erneute Verwendung der Briefmarke zu unterbinden, wird diese von der Post entwertet. Die hÀufigste Entwertungsart ist heutzutage der Poststempel. Diese meist kreisförmigen Stempel (hÀufig in schwarzer Farbe) geben Ort und Datum der Abstempelung an. Besondere Formen des Poststempels sind der Sonderstempel und der Ersttagsstempel, die nur zu besonderen AnlÀssen oder bei der Ausgabe eines neuen Postwertzeichens verwendet werden und meist neben den gewöhnlichen Inschriften ein zum Anlass passendes Motiv besitzen.

Diese Entwertungsarten werden vor allem von Briefmarkensammlern geschĂ€tzt. Bei normalen Postsendungen wird heutzutage die Entwertung maschinell vorgenommen. Dabei wird oft nur eine Reihe von geraden oder gewellten Linien oder ein Text auf der Marke abgeschlagen, woraus sich bei einer abgelösten Marke weder Zeitpunkt noch Ort der Entwertung erschließen lĂ€sst. Seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts werden Maschinen„stempel“ in einigen LĂ€ndern (z. B. Kanada oder Großbritannien) vermehrt durch Tintenstrahldrucker angebracht.

Es gibt jedoch noch zahlreiche andere Entwertungsformen, die vor allem zu Beginn der Briefmarkenausgaben im 19. Jahrhundert zu finden sind. Vor allem in kleineren PostÀmtern, die in den Anfangsjahren der Briefmarke noch keine eigenen Poststempel hatten, wurden die Marken einfach durchgestrichen oder handschriftlich mit Ortsnamen und dem Datum versehen.

In manchen LĂ€ndern, wie in Spanien, wurden Briefmarken durch eine Lochung entwertet. Im Osmanischen Reich verwendete man eine Zeit lang eine Scheren- oder Messerschnittentwertung. Dabei wurde die zu entwertende Briefmarke durch eine Schere oder ein Messer eingeschnitten.

In anderen LĂ€ndern zum Beispiel in Frankreich werden Vorausentwertungen fĂŒr Massenauflieferungen angewandt. GĂŒltige Postwertzeichen werden durch spezielle Buchdruck- oder Handstempel im Voraus entwertet und so in ganzen Bögen an die Großauflieferer abgegeben. Dadurch erĂŒbrigt sich das spĂ€tere einzelne Abstempeln der Sendungen und der Postbetrieb wird vereinfacht. Auch die Nachentwertung von Briefmarken ist eine Entwertungsform. Dabei werden Briefmarken, die versehentlich nicht gestempelt wurden, nachtrĂ€glich entwertet; offiziell vorgeschrieben durch einen Stempel „NachtrĂ€glich entwertet“, inoffiziell und eigentlich nicht erlaubt mittels Kugelschreiber vom Postboten.

BerĂŒhmte Briefmarken

Briefmarken erzielen bei Auktionen auf Grund ihrer Seltenheit und der hohen Beliebtheit bei den Sammlern oftmals hohe Preise. Die Frage nach der seltensten und wertvollsten Briefmarke ist nicht eindeutig zu klĂ€ren, da mehrere Unikate von Briefmarken existieren. Zu den begehrtesten und berĂŒhmtesten Briefmarken unter Sammlern zĂ€hlen:

Sachsen-Dreier

Einzelnachweise

  1. ↑ Paper Heritage: Paper Heritage – Train Stamps : Peru: 1871 'Trencito' issue
  2. ↑ BGH NJW 2006, S. 54 ff.
  3. ↑ Erman/Heckelmann, BGB, 11. Auflage, § 807 Rz. 4
  4. ↑ BGHZ 28, 259, 264
  5. ↑ Gerold Schmidt, NJW 1998, 200, 202
  6. ↑ Gerold Schmidt, ZStW 111 (1999), 388, 420
  7. ↑ Allgaier, ArchPF, 1989, 222, 223
  8. ↑ Deutsche Post: Portokalkulator Internetmarke und Handyporto
  9. ↑ Der Text auf der Marke (Scott-Nr. 2521) lautet: This U.S. stamp along with 25c of additional U.S. postage is equivalent to th 'F' stamp rate.
  10. ↑ MMS-Stamp.ch: Die ersten MMS-Briefmarken der Welt!, Schweizerische Post, Swisscom Mobile und das Museum fĂŒr Kommunikation prĂ€sentieren die Gewinner
  11. ↑ Bundesministerium der Finanzen: Online-PrĂ€sentation der Sondermarken
  12. ↑ Sammeln + Helfen – Wohlfahrtsmarken-Journal I/2010, Hrsg: Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege
  13. ↑ |http://mondephilatelique.blog.lemonde.fr/2009/05/16/des-timbres-parfumes-au-chocolat-a-partir-du-25-mai/ Des timbres parfumĂ©s au chocolat Ă  partir du 25 mai 16. Mai 2009 (fr.)]

Literatur

  • Martina Gorgas: Merian Kompass – Briefmarken in Europa. MĂŒnchen, Travel House Media 2004, ISBN 3-7742-6767-7
  • Joachim Helbig: Vorphilatelie. Schwaneberger, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-87858-553-5
  • Waldemar Gruschke: MarkenlĂ€nder-Lexikon. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-1044-2
  • Guido Schmitz: Es muß nicht gleich die „Blaue Mauritius“ sein. Das „langweiligste Hobby der Welt“ und wie das Briefmarkensammeln richtig spannend werden kann. Martin Schmitz, Kelkheim 2004, ISBN 3-922272-91-6
  • Gerhard Webersinke: Michel Sammler-ABC. Richtig sammeln leicht gemacht! Schwaneberger, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-87858-539-X
  • Michel-Katalog Deutschland 2005/2006. Schwaneberger, Unterschleißheim 2005, ISBN 3-87858-034-7
  • Hans Reichardt, Wolfgang Maaßen: Was ist was? Band 52 – Briefmarken. Neuer Tessloff-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-7886-2920-7
  • Heinz KĂŒhne: Wir sammeln Briefmarken. Mosaik, MĂŒnchen 1976, ISBN 3-570-02285-4
  • Buschmann, Konrad: Da ging die Post ab – Die Geschichte der Motorisierung der Post. Bd 3. Michael Weyand, Trier 2002, ISBN 3-924631-98-0
  • Chris Gatz: Briefmarken – Perlen aus Papier. Phil* Creativ GmbH, Schwalmtal 1993, ISBN 3-928277-08-1
  • S. Jakucewicz, F.-J. Könsler, M. Szwemin: Eine Briefmarke entsteht. Darstellung und ErlĂ€uterung aller Produktionstechniken, Phil* Creativ GmbH, Schwalmtal 1999, ISBN 3-928277-18-9
  • Gerold Schmidt, Ist die FĂ€lschung von sog. „Postwertzeichen“ (§ 148 StGB) seit der Postprivatisierung straffrei (Art. 103 Abs. 2 GG)?, in: Zeitschrift fĂŒr die gesamte Strafrechtswissenschaft, Bd. 111, 1999, S. 388–421
  • Gerold Schmidt, Postwertzeichen, in: Handwörterbuch der deutschen Rechtsgeschichte (HRG) 3. Bd. 1982, Sp. 1844–1846
  • Horst Zeisig: MĂŒnchen und Bayern auf Briefmarken – Kleine Kunstwerke von 1849 – 2010. MĂŒnchenVerlag, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-937090-50-4

Weblinks

 Commons: Briefmarken â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Briefmarke â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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  • Briefmarke — (Freimarke, franz. Timbre poste, engl. Postage stamp, ital. Francobollo), das von den Postverwaltungen ausgegebene aufklebbare Wertzeichen zur Frankierung der Briefe. Seitdem die B. auch zur Frankierung andrer Postsendungen sowie von Telegrammen… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Briefmarke — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Bsp.: ‱ Heb diese Briefmarken bitte fĂŒr mich auf! ‱ Sie können Briefmarken im Souvenirladen kaufen. ‱ Briefmarken kannst du bei der Post kaufen 
   Deutsch Wörterbuch

  • Briefmarke — Brief|mar|ke {{link}}K 26{{/link}}: 55 Cent Briefmarke; 1 € Briefmarke 
   Die deutsche Rechtschreibung

  • Briefmarke — die Briefmarke, n (Grundstufe) ein kleiner Zettel, den man auf der Post kaufen kann und den man auf einen Brief aufklebt Synonym: Marke Beispiel: Sie hat eine Briefmarke auf den Umschlag aufgeklebt. Kollokation: Briefmarken sammeln 
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  • Briefmarke — Freimarke, Marke, Wert, Wertzeichen; (Postw.): Postwertzeichen. * * * Briefmarke,die:Postwertzeichen(amtsspr)+Freimarke♩umg:Marke+Porto BriefmarkeWertzeichen,Postwertzeichen,Marke,Freimarke 
   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Briefmarke — »Dein Kopp uff der Briefmarke, und die Post jeht Pleite.« 
   Berlinerische Deutsch Wörterbuch

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   Sporto terminĆł ĆŸodynas

  • Briefmarke — die Briefmarke, n Briefmarken bekommen Sie am Schalter 7 
   Deutsch-Test fĂŒr Zuwanderer

  • Briefmarke — Postwertzeichen; Marke (umgangssprachlich) * * * Brief|mar|ke [ bri:fmarkə], die; , n: von der Post herausgegebene Marke von bestimmtem Wert, die zum Freimachen einer Sendung auf diese aufgeklebt wird: sammelst du Briefmarken? * * * Brief|mar|ke… 
   Universal-Lexikon


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