Buddhistischer Kanon

Die Lehrreden (Sutras) des Buddha, die disziplinarischen Schriften (Vinaya) und die scholastischen bzw. philosophischen Texte (pali: Abidhamma), bilden zusammen den Kanon der heiligen Schriften des Buddhismus. Dieser wird im Allgemeinen mit dem Sanskrit-Ausdruck Tripiṭaka bezeichnet, was deutsch etwa „Dreikorb“ bedeutet. Mit „Kanon“ ist diese Sammlung als eigene Größe gemeint. Der Inhalt ist in den einzelnen Sprachbereichen nach Zusammensetzung und Umfang sehr verschieden. Drei Sammlungen sind vor allem wichtig, da sie vollständig erhalten sind. Das Tipiṭaka (Pali), der San zang Chinas und der Kanjur Tibets. Nicht alle Schulen haben Abidhamma-Schriften.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Einer der Gründe, weshalb der historische Buddha (563-483 oder 448-368 v. Chr.) von den Brahmanen abgelehnt wurde, war seine Leugnung des Offenbarungswertes der heiligen Bücher des Hinduismus, der Veden. Es konnte jedoch nicht verhindert werden, dass nach seinem Tode, der von Buddhisten als Eingehen ins Nirwana bezeichnet wird, der Wunsch aufkam, seine Lehrreden möglichst vollständig und rein zu erhalten. Zur Lebenszeit des Buddha war es in Indien nicht üblich, Texte schriftlich niederzulegen. Der Schrift bediente man sich nur bei Rechtsvereinbarungen. Religiöse Texte wurden üblicherweise durch Auswendiglernen und die Rezitation durch Spezialisten, sogenannte bhāṇaka, tradiert. Deshalb lautet die Einleitung aller Sūtras (Lehrreden): „So hab ich's gehört“ (pali: evam me suttam).

Die mündliche Überlieferungsform ist dem Pali-Kanon deutlich abzulesen. Durch die mündliche Weitergabe hatte das kanonische Material frühzeitig „mnemotechnische Eigenarten angenommen, die sich in den kommenden Jahrhunderten weiter verstärkten. Viele Abschnitte der Reden des Buddha waren zu Wortblöcken erstarrt, die sich an allen passenden Stellen wiederholten; einige Suttas waren an verschiedenen Stellen im Kanon enthalten, andere durch Wiederholungen aufgebauscht.“[1]

Einen „Ur-Kanon“ kann es nicht gegeben haben; dafür sind die einzelnen Pitakas zu verschieden. Die Textsicherung erfolgte auf den ersten drei buddhistischen Konzilen, auf denen die ersten beiden „Körbe“ verbindlich festgelegt und um das Kathavatthu als Grundlage des dritten Korbs ergänzt wurden.

Traditionen

Pali-Kanon (Theravada)

Hauptartikel: Pali-Kanon

Der Pali-Kanon ist der einzige vollständig erhaltene Kanon. Er geht auf die in Hinterindien und Ceylon verbreitete Vibhajyvāda-Sekte der Theravada-Richtung, zurück. Der Wortlaut kann seit dem Entstehen der großen Kommentare im 5. oder 6. Jahrhundert auf Ceylon als gesichert gelten.

Bis zum 6. Konzil war der Kanon in Ceylon, Burma, Thailand, Kambodscha und Laos nur handschriftlich verbreitet. Üblicherweise wurde er auf Palmblättern (selten Holz) festgehalten. Insbesondere das vom jeweiligen birmanischen König angeregte erneute Abschreiben war üblich. Ausgaben auf anderen Materialien, wie die wohl im 6. oder 7. Jahrhundert entstandene, 1897 in Hmawanza (Birma) gefundenen, auf Goldblättern, sind selten.

Gedruckt wurde dieser Kanon, angeregt durch das Interesse europäischer Forscher, erstmals im späten 19. Jahrhundert. Fälschlicherweise wurde und wird noch immer dieser Pali-Kanon als der ursprüngliche, bzw. einzig richtige bezeichnet, ein Irrtum, der auf die Indologen dieser Zeit zurückgeht. [2] Die Ausgaben der Pali Text Society und die philologisch heute umstrittene, doch poetische deutsche Übersetzung Karl Eugen Neumanns haben ihn in westlichen Sprachen zugänglich gemacht.

Moderne Ausgaben:

  • "Text Series" (Pali in lateinischer Schrift) seit 1882 und "Translation Series" (englisch) seit 1909 der Pali Text Soc.
  • Nālandā-Devanāgarī-Pāli-ganthamālā; Patna 1956-61 (Devanagari)
  • Bengalische Schrift: Barigaṭṭhassa Tepiṭakam; Cetiga Nagare 1975-
  • Thailändische Schrift: 5 Ausgaben zwischen 1900 und 1950. teilweise auf Palmblättern gedruckt unter dem Titel: พระไตรปิฎก, Aussprache: [pʰrá tʰrai-pʰì-dòk]; BUDSIR (CD-ROM-Ausgabe, Bangkok 1988); weitere elektronische Versionen im Internet verfügbar.
  • Mŭl-Schrift (Khmer): Braḥ Traipiṭ, 1931-69, 110 Bände
  • Laotische Schrift: Vientiane 1957, 3 Bände
  • Thai Khuin Sprache: Bra tripiṭaka; 1994-2001, 45 Bände
  • Nord-Thai-Schrift: Bangkok 1996, 45 Bände
  • Shan: Vinepitakat Pārācikan; Rankun 1959-89; 35 Bände
  • Mon: Vinayapiṭ ka Mahavibhanga; s.l. 1973-
  • Jin Tripitaka (1115-1234) entdeckt 1933 im Kloster Guangsheng (Kreis Hongdong)
  • japanisch: Nanden daizōkyō; Tōkyō 1935-41 (Daizō Shuppan)

Sanskrit-Kanon

Früh im Buddhismus Indiens bildeten sich verschiedene Schulen heraus, von denen jede ihren eigenen Kanon besaß; wie vollständig er jeweils war, ist nicht zu sagen. Die meisten der Texte sind mit der Verdrängung des Buddhismus in Indien (um 1200) verloren gegangen. Dabei muss betont werden, dass nicht der Pali-Kanon, sondern die Sanskrit-Urtexte, die beginnend etwa im 1. Jahrhundert v. Chr. die älteren sind.

Erhalten sind diese Texte jedoch nur noch in Handschriftenfunden aus Zentralasien - wie zum Beispiel Turfan - oder Nordindien - wie zum Beispiel Gilgit - oder als Rekonstruktionen aus Übersetzungen des chinesischen San-zang und tibetanischen Kanjur.

Zentralasien

In Zentralasien bestand eine Vielzahl von Schulen, die ihre Überlieferung auf verschiedene Texte, meist in Sanskrit, stützten. Die meisten chinesischen Übersetzungen basieren auf solchen Texten.

Chinesischer Kanon

Der Überlieferung nach wurde der Buddhismus 61 in China eingeführt, doch ist sicher, dass es schon im 1. Jahrhundert v. Chr. dort Buddhisten gab. Der chinesische Kanon, San-zang (chinesisch 三藏 Sanzang, W.-G. San tsang „drei Schatzhäuser“; auch 大藏经 Dazangjing „große Schriftensammlung“) ist zwar ebenso wie der Pali-Kanon in Sūtra (jing), Abidharma (lun) und Vinaya (lü; aus fünf verschiedenen Überlieferungen) gegliedert, jedoch wird, basierend auf der Herkunft der Texte, weiterhin jeweils in Hinayāna und Mahāyāna geschieden. Dazu kommt noch die Gruppe „Vermischtes“ (). Die sogenannten Agama-Sutras entsprechen inhaltlich im Wesentlichen dem Pali-Kanon. Weiterhin entstanden früh apokryphe Schriften.

Es ergab sich daher frühzeitig die Notwendigkeit einer Systematisierung. Belegt, jedoch meist verloren, sind u.a. die handschriftlichen Zusammenstellungen im Auftrag des Kaisers Wu Di (Liang-Dynastie) von 518, mit 2213 Werken. Weiterhin 533 oder 534 unter Xiao Wu (Nördliche Wei-Dynastie). Aus der ersten Blütezeit des chinesischen Buddhismus in der Sui-Dynastie, zwei unter Kaiser Wen Di von 594 und 602, eine weitere 605-16 unter Kaiser Yang Di. Zur folgenden Tang-Zeit zwei weitere 695 und, durch Kaiser Xuanzong, 730. Weiterhin existierte eine Sammlung aus der Zeit Kublai Khans (1285-1287).

Blockdrucke wurden erstmals unter der Song-Dynastie erstellt. Auch die nichtchinesischen Kitan- und Jurchen-Dynastien ließen solche anfertigen. Unter den Manju-Kaisern war Peking ein Zentrum der Kanon-Übersetzung. Dabei wurden auch tibetanische, mongolische und manjurische Ausgaben veranlasst.

Blockdrucke dieser Zeit (Auswahl):

  • Shu-pen 蜀本 shǔběn(= Ssu-ch'uan und K'ai-pao-tsang 開寶藏 kāi bǎo Zàng), 972-83, 1076 Werke in 480 Bänden, gedruckt in Chengdu
  • Liao/Kitan-Ausgabe; Peking 1031-64, 579 Bände
  • Ch'ung ning wan-shou ta-tsang; Fu-chou 1080-1104, 564 Bände, dazu Ergänzung: Shou leng-yen i-hai ching 1172, 595 Bände
  • Ssu-ch'i yüan-chüeh tsang; Hu-chuo 1132-; 548 Bände, in Japan als Sung-Edition von 1239 bekannt
  • Chi-sha tsang; 1231-1322; 591 Bände, auch als Mikrofiche
  • Ssu-ch'i tzu-fu tsang; Hu-chuo 1237-52
  • P'u-ning tsang; 1278-94, 578 Bände, in Japan als Yüan-Edition bekannt
  • Nan-tsang; Nanking 1368-98
  • Pei-tsang; Peking 1402-24; Ergänzung: Hsü ju tsang ching 1584, 693 Bände; reprint als Mi-tsang 1586-1606, darauf aufbauend Ausgabe des Kaisers Yung-cheng 1735-8

Mit dem chinesischen Kulturexport kam der chinesische Kanon nach Korea, Japan und Vietnam.

Shijing 石经

Weiterhin existieren folgende in Stein gemeißelte Sammlungen:

  • Kaiyuan Dazangjing 开元大藏经 (Kaiyuan-Kanon)
  • Fangshan Shijing 房山石经 (Yunju-Kloster)
  • Shandong: Tai Shan 泰山 (Taishan shijingyu 泰山石经峪) und Culai Shan 徂徕山 (Culaishan Da banruo jing 徂徕山大般若经)
  • Shanxi (Taiyuan): (Fengyu shijing 风峪石经)
  • Hebei: Beixiangtangshan 北响堂山 (Beixiangtangshan shijing 北响堂山石经)

Korea

Hauptartikel: Tripitaka Koreana Zwar soll der Buddhismus in Korea seit dem 4. Jahrhundert auf indische Mönche zurückgehen, jedoch basiert der erste koreanische Kanon auf dem Sung-Kanon, der an Kaiser Sŏng-jong (regierte von 982 bis 997) gesandt wurde. Darauf basierend erfolgte etwa 20 Jahre später (um 1010, 570 Bände) dann ein erster koreanischer Druck. Während der mongolischen Invasion 1232 wurden die Druckplatten zerstört, woraufhin dann die erste große rein koreanische Ausgabe in chinesischer Schrift veranlasst wurde. Diese Druckstöcke sind heute noch vorhanden.

Japan

Erstmals gelangte der Buddhismus, und mit ihm die chinesische Schrift, über das Königreich Paekche, dessen Herrscher mit den japanischen versippt war, um 450 nach Japan. Erst ab dem 7. Jahrhundert bestanden direkte Verbindungen nach China, das besonders zur Tang-Zeit als Vorbild genommen wurde. Es folgte eine erste Blüte während der Nara-Zeit (8. Jahrhundert); erste buddhistische Handschriften sind aus der Zeit um 750 erhalten. Ein erster Druck soll 987 nach Japan gekommen sein. Kaiser Horikawa veranlasste 1102 den ersten japanischen Druck. Weitere sollen zwischen 1278 und 1288 sowie zwischen 1338 und 1358 gefolgt sein.

Das Tripiṭaka (japanisch 一切経, Issaikyō „sämtliche Schriften“ oder 大蔵経, Daizōkyō „große Schriftensammlung“) in japanischer Tradition gliedert sich in die Abteilungen: Kyōzō (Sutra), Ritsuzō (Vinaya), Ronzō (Abidharma) und Zatsu (Vermischtes).

Der japanische Kanon wird bis heute in unveränderter chinesischer Originalschrift gelesen, wobei die Zeichen jedoch japanisch gesprochen werden. Für in Japan entstandene Abidhamma-Literatur wird meist der klassische Kanbun-Stil verwendet, bei dem die chinesischen Zeichen durch Lesehilfen ergänzt werden.

Die von Tetsugen Dōkō zusammengestellte Ausgabe des gesamten sino-japanischen buddhistischen Kanons, besteht aus 6956 Faszikeln, die im Holzdruckverfahren hergestellt wurden. Der Druck zeichnet sich durch die Klarheit und Größe der Zeichen aus. Die Grundlage bildete die chinesische Wan Li-Ausgabe der Ming-Dynastie, die um Ōbaku-spezifische Texte ergänzt wurde. Die Zusammenstellung ist alternativ als Ōbakuban Daizōku oder Ōbaku Tetsugen Issaikyō bekannt.

In neuerer Zeit haben sich gerade die Buddhisten Japans hervorgetan mit häufigen Drucken des Kanons, aber auch in der wissenschaftlichen Erforschung des Buddhismus. Bahnbrechend war der Kanon-Katalog Nanjio's (in der älterer Literatur meist: NJ [Nummer]). Die nicht fehlerfreie Taishō-Ausgabe (jap.Taishō Shinshū Daizōkyō) 大正新脩大藏經 Dà​zhèng xīnxiū dà​zàng​jīng, W.-G. Ta-cheng hsin-hsiu ta-tsang-ching, benannt nach dem Ära-Namen des Tennō (Taishō, Äraname 1912-1926 des Japanischen Kaisers Yoshihito 嘉仁) zur Zeit des Erscheinens, gilt heute als die vollständigste Edition des chinesischen Kanons (in der Regel zitiert als "T. [Vol. No.]"). Das Bukkyō Dendō Kyōkai (Numata Center for Buddhist Translation and Research) hat 1982 damit begonnen, den gesamten Taishō (unkommentiert) ins Englische zu übersetzen, ein Projekt, das etwa 100 Jahre in Anspruch nehmen soll.

Tangutisch

Bereits die Kaiserin Luo des nordtibetischen Tangutenreiches (11. bis 13. Jahrhundert; W.-G.: Hsi-hsia; PinYin: Xixia) hatte um 1190 die Ausbreitung buddhistischer Schriften gefördert. 1302 wurde eine tangutische Ausgabe vollendet. [3]

Vietnam

Auch Vietnam, obwohl ein südost-asiatisches Land, erhielt den Buddhismus aus China. Im Jahr 1008 erbat Lê Đại-Hành das komplette Tripiṭaka (viet.: Đại-tạng) aus China und erhielt es. Ebenso 1018, 1034 und 1239. Diese letztere Version wurde auf Veranlassung von Trân Anh-tôn veröffentlicht.

Manjurisch

Bei den Manjurischen Übersetzungen handelt es sich um Teilausgaben des chinesischen San-tsang, die erst im 18. Jahrhundert erfolgten.

Tibetischer Kanon

Die tantrischen Vajrayāna-Schriften, die im 1. Jahrtausend u.Z. entstanden, wurden nicht mehr als Teil des Sanskrit-Kanon betrachtet. Deshalb ist der tibetische Kanon, der solches Material mit einbezog, anders gegliedert. Nämlich, 'Dul-ba (Vinaya), Śerphyin (Prajñāpāramīta), Phal-chen (Buddhāvataṃsaka), dKon-brtsegs (Ratnakŭṭa), mDo-se (Sūtrānta), rGyud-'bum (Tantra).

Der Buddhismus soll im 7. Jahrhundert von Padmasambhava nach Tibet gebracht worden sein, jedoch gab es auch chinesische Einflüsse. König Khri-sron-lde-btsan entschied sich für die indische Tradition. Es folgte im 9. Jahrhundert die Unterdrückung des Buddhismus, der im 10. oder 11. Jahrhundert eine zweite („späte“) Bekehrung folgte. Beginnend im 8. Jahrhundert, der "frühen Übersetzungsperiode," in der Inder und Tibeter zusammenwirkten, wurde ein verbindliches terminologisches Wörterbuch, das Mahāvyutpatti, geschaffen. Um 900 wurden erstmals Kataloge der existierenden Schriften, sogenannte them-byan, erstellt.

In der "zweiten Übersetzungsperiode" ab dem 11. Jahrhundert kamen bedeutende Sammlungen von Texten indischer Pandits hinzu, die dann Kanjur (tibetisch བཀའ་འགྱུར, bKa’-’gyur „Übersetzung der Worte“) bzw. Tanjur (བསྟན་​འགྱུར, bsTan-’gyur „Übersetzung der Lehre“) bildeten, wobei nur die erstere kanonische Literatur enthält. Tibetische Übersetzungen sind für die Rekonstruktion der indischen Originale von Bedeutung, da sie, im Gegensatz zu chinesischen Ausgaben, wörtliche Übersetzungen sind.

Der erste tibetische Katalog war der um 1320 im Kloster Narthang entstandene, dessen Revision, der Tshal-pa bKa'-'gyur, die Grundlagen späterer Ausgaben bildeten. Die Überarbeitung des Tanjur erfolgte durch Bu'ston (1290-1364), der auch die Orthographie standardisierte.

Für den Kanjur lassen sich, grob gesagt, aufgrund der Textkritik zwei Überlieferungsstränge, ein westlicher und östlicher, erarbeiten. Die östliche spaltet sich wiederum in einen Lithang und einen Peking-Zweig. Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Manuskripte und Blockdrucke kann eine abschließende Beurteilung noch nicht gegeben werden. Der heute akzeptierte Kanjur umfasst 1055 Werke in 92 Bänden, Tanjur 224 Bände mit 3626 Werken.

Es sollen folgende Kanon-Ausgaben existiert haben (unvollständige Aufzählung): 1) Manuskripte:

  • Them-spans-ma-Ms. (Gyantse)
  • Lithang-, Cone-, Derge-, Urga-, Wara- und Ra-skya-Editionen (westliche Überlieferung)
  • 2 Kanjur- (bZad-pa-rtsal- und Sans-rgyas-rygya-mtsho) und eine Tanjur-Ausgabe aus der Zeit von Ngawang Lobsang Gyatso, 5. Dalai Lama (1617-82)
  • Nu-ma-Kanjur
  • Tshal-gun-than-Kanjur (80 Bände)
  • rJes-rku-'bum-Kanjur (Amdo, 102 Bände)
  • 'Phyon-rgyas-Tanjur (234 Bände, 15. Jahrhundert)
  • je ein burjätischer (unsicher: Druck 17. Jahrhundert) und bhutanesischer

2) Blockdrucke:

  • Zuerst aus dem Kloster Narthang (ab 1320) und Lhasa
  • Peking-Drucke, um 1410, erstmals in Tibet nachgewiesen 1416, nachgedruckt 1606 und mehrmals im 17. oder 18. Jahrhundert

Mongolischer Kanon

Zur Zeit der Yüan-Dynastie gewannen tibetische Mönche Einfluss bei Hofe. Erste Übersetzungen erfolgten unter Kaiser Wu-tsung (regierte von 1307 bis 1311), größere Teile folgten nach der „zweiten Bekehrung“ durch die Gelbmützen-Sekte unter Altan Khan (1507-1582). Eine vollständige Übersetzung des gesamten Kanjur (1628-1629), 113 Bände in Gold und Silber niedergeschrieben (badam altan ganjur), wurde in fünf Kopien hergestellt.

Pekinger Ausgaben:

  • K'ang-hsi 1717-1720; 108 Bände[Kanjur]
  • Ch'ien-lung 1742-1749: 226 Bände[Tanjur]; 1759, 1790: Kanjur
  • Chandra, Lokesh; Mongolian Kanjur; Dehli, 1973; 108 Bände, Nachdruck des K'ang-hsi
  • Bischoff, F.A.; Der Kanjur und seine Kolophone … Bloomington 1968

Siehe auch

Literatur

Bibliographie

  • Conze, Edward, Buddhist Scriptures: A Bibliography. Edited and revised by Lewis Lancaster, Garland, New York, 1982
  • Grönbold, Günter, Der buddhistische Kanon - Eine Bibliographie, Harassowitz, Wiesbaden, 1984, ISBN 3-447-02472-0, Grundlegend, besonders für Drucke in asiatischen Schriften
  • Pfandt, Peter, Māhāyana Texts Translated into Western Languages – A Bibliographical Guide, Brill i.K., Köln, 1986, ISBN 3-923956-13-4

Pali-Kanon

  • Hellmuth Hecker, Der Pali-Kanon. Ein Wegweiser durch Aufbau und deutsche Übersetzungen der heiligen Schriften des Buddhismus. Selbstverlag, Hamburg, 1965
  • Karl Eugen Neumann, Die Reden Gotamo Buddhos: Gesamtausgabe in drei Bänden. Artemis, Zürich; Zsolnay, Wien, 1956/57
    • Band I: Aus der mittleren Sammlung Majjhimanikāyo zum ersten Mal übersetzt; 1956; 1197 Seiten [Original: München 1896-1902]
    • Band II: Aus der längeren Sammlung Dighanikāyo des Pāli-Kanons übersetzt; 1957; 1063 Seiten [Original: München, 1907-1912]
    • Band III: Die Sammlung der Bruchstücke. Die Lieder der Mönche und Nonnen. Der Wahrheitspfad. Anhang. 1957, 1006 Seiten [Auszug aus dem Khuddaka-Nikaya].

[Diverse Neuauflagen von Digha- und Majjhimanikāyo: Herrnschrot: Beyerlein & Steinschulte 1995/96, ISBN 3-931095-15-0. - Bonn: Lempertz 2006, ISBN 978-3-933070-86-9. - Digitale Edition: Berlin: Directmedia 2004 (Die digitale Bibliothek 86), ISBN 3-89853-186-4.]

  • Die Reden des Buddha. Gruppierte Sammlung Samyutta-Nikaya. Vorwort von Hecker, Übersetzung von Geiger, Nyanaponika und Hecker, Herrnschrot: Beyerlein & Steinschulte, 1997
  • Die Lehrreden des Buddha aus der Angereihten Sammlung [Anguttara-Nikaya]. Aus dem Pali übers. von Nyanatiloka. Überarbeitet und herausgegeben von Nyanaponika, Braunschweig, Aurum, 1993 (= München 1922 oder 1923)
  • Verlage:
    • Pali Text Society, London
    • Buddhist Publication Society, Kandy − Pali-Textausgaben und englische Übersetzung

Sanskrit

  • Raghu Vira, Chandra Lokesh: Gilgit Buddhist manuscripts, Dehli 1996, 1995
  • A. S. Altekar (Hrsg.): Tibetan Sanskrit works series, Patna, 1959
  • Bibliotheca Buddhaica. St. Petersburg, 1897, reprint: Osnabrück, 1970
  • Sanskrittexte aus den Turfanfunden, Berlin, 1955 − in lateinischer Transkription

Sino-japanischer Kanon

  • Akanuma Chizen, The comparative Catalogue of Chinese Āganas und Pāli Nikāyas - Kampa shibu shiagon goshōroku. Nagoya 1929, Tōkyō 1958
  • Fukuda Gyōkai, Shimada Bankon, Shikikawa Seiichi: Dai Nihon kōtei shukusatsu dai zōkyō, Kōkyō Shoin, Tokyo, 1880-1885, 418 Bände, gilt als die akkurateste moderne Ausgabe
  • Kenneth Ch'en, Notes on The Sung and Yuan Tripitaka in: Harvard Journal of Asiatic Studies, Vol. 14, No. 1/2 (Jun., 1951), pp. 208-214 (article consists of 7 pages),Published by: Harvard-Yenching Institute; Stable URL: Notes on The Sung and Yuan Tripitaka
  • Maeda Eun, Nakano Tatsue: Dai Nihon kōtei zōkyō. Kyoto 1902-05, 347 Bände, auch als Manjiban bekannt
  • Maeda Eun, Nakano Tatsue: Dainippon zoku zōkyō. Kyoto 1905-1912; 750 Bände, Hauptquelle für chinesische buddhistische Literatur nach der T'ang-Zeit
  • Nakano T. (Herausgeber); Shōwa shinsan kokuyaku dai zōkyō. Tōkyō 1919-21, 50 Bände
  • Nakano T. (Herausgeber); Shōwa shinsan kokuyaku dai zōkyō zoku no bu;Tōkyō 1936-48, 59 Bände
  • Nanjio Bunyiu: A catalogue of the Chinese Translation of the Buddhist Tripitaka …. Oxford, 1883
  • Shanghai yingyin Songban zangjinghui: Songzang yizhen. Yingyin Songban zangjinghui, Shanghai, 1935, Basiert auf der Ch'in-Edition, vollendet um 1173
  • Shanghai yingyin Songban zangjinghui: Song Jishaban Da zangjing. Yingyin Songban zangjinghui, Shanghai, 1935-1936, 591 Bände, basiert auf der Sung-Edition um 1322
  • Takakusu Junjirō; Watanabe Kaigyoku 大正新修大蔵経: Taishō shinshū daizōkyō. Taishō issaikyō kankokai, Tōkyō 1922-32, 100 Vol. − Inhalt: Vol. 1-55 indische und chinesische Werke; Vol. 56-84 japanische Werke; Vol. 85 Varia; dazu 12 Bände Bildteil, Erschließend: Repertoire du Canon Bouddhique Sino-Japonaise. Paris 1978, 376 S.;Index; Taishō shinshū daizōkyō …; Tōkyō 1926-85, 50 Vol.

Koreanischer Kanon

  • Koryŏ taejanggyŏng. (Koryŏ-Kanon), Tongguk University Press, Seoul, 1976. Faksimile der Xylographie um 1251
  • Lewis R. Lancaster, Sung-bae Park: The Korean Buddhist Canon: A Descriptive Catalogue. University of California Press, Berkeley, Los Angeles 1979.
  • Tongguk taehakkyo pulgyo munhwa yŏn'guso: Han'guk pulgyo ch'ansul munhŏn ch'ongnok. Tongguk Taehakkyo Ch'ulp'anbu, Seoul 1976.

Tibetischer Kanon

  • Bo-doṅ Paṇ-chen Phyogs-las-rnam-rgyal (1375-1450), Encyclopedia tibetica. Tibet House, New Dehli, 1969-1981, Photoreprint, Tanjur
  • Helmut Eimer,: The early Mustang Kanjur catalogue: a structured edition of the mDo snags bka'-'gyur dkar-chag and of Nor chen Kun dga' bza' po's bKa' 'gyur ro-cog-gi dkar-chag bstan-pa gsal-ba'i sgron-me, Wien, 1999
  • Helmut Eimer, Location list for the texts in the microfiche edition of the Phug brag Kanjur : compiled from the microfiche edition and Jampa Samten's descriptive catalogue, Tokio, 1993, ISBN 4-906267-32-7.
  • Günter Grönbold, Die Worte des Buddha in den Sprachen der Welt: Tipiṭaka - Tripiṭaka - Dazangjing - Kanjur; eine Ausstellung aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek, München, 2005, ISBN 3-9807702-4-9.
  • Louis Ligeti: Catalogue du Kanjur Mongol imprimé, in: Bibliotheca orientalis Hungarica, 3,1. Budapest, 1942
  • The Tog Palace manuscript of the Tibetan Kanjur, Smanrtsis Shesrig Dpemzod, Leh 1975-1981, 109 Bände
  • Sde-dge Mtshal-par Bka'-'gyur. New Dehli 1976-9 109 Vol. − Faksimile des Si-tu Paṇ-chen Chos-kyi-ʼbyuṅ-gnas, 1700-1774; auch auf 10 CD-ROMS
  • Daisetz T. Suzuki (Herausgeber), Eiin Pekin-ban Chibetto Daizzōkyō, Tibetan Tripitaka Research Institute, Kyoto, 1955-1961 − Peking-Ausgabe
  • MibuTaishun, Chibetto Daizokyō Narutan-ban Ronshobu mokuroku, Tokyo, 1967, Vergleichende Aufstellung des tibetischen Tripitaka der Narthang-Edition (Bstan-hgyur) mit der Sde-dge-Edition
  • Tarthang Tulku, The Nyingma edition of the sDe-dge bKa'-'gyur/bsTan-'gyur. Dharma Publ., Oakland, 1980

Einzelnachweise

  1. Hans Wolfgang Schumann: Buddhismus. Stifter, Schulen, Systeme. München: Diederichs 1993. S. 57.
  2. Klaus Josef Notz: Lexikon des Buddhismus; Freiburg 1998, Vol II, Seite 354
  3. Grinstead, Eric D. (Herausgeber); The Tangut Tripiṭaka; New Dehli 1971; 9 Bände

Weblinks

Übersetzungen in westliche Sprachen

Konkordanz

Konkordanzen zwischen den einzelnen Katalogen des Kanon lassen sich im Internet ermitteln:


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