Bunde

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Bunde
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bunde
Bunde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bunde hervorgehoben
53.1833333333337.26666666666672
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Leer
Höhe: 2 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 121 kmÂČ
Einwohner:

7.524 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl: 26831
Vorwahl: 04953
Kfz-Kennzeichen: LER
GemeindeschlĂŒssel: 03 4 57 024
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchring 2
26831 Bunde
WebprÀsenz: www.gemeinde-bunde.de
BĂŒrgermeister: Gerald Sap (SPD)
Lage der Gemeinde Bunde im Landkreis Leer
Borkum LĂŒtje Horn (gemeindefrei) Bunde Weener Westoverledingen Rhauderfehn Leer (Ostfriesland) Ostrhauderfehn Detern Jemgum Moormerland Nortmoor Brinkum Neukamperfehn Holtland Firrel Schwerinsdorf Filsum Uplengen Hesel Landkreis Leer Landkreis Leer (Borkum) Niedersachsen Landkreis Emsland Königreich der Niederlande Emden Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Friesland Landkreis Ammerland Landkreis CloppenburgKarte
Über dieses Bild

Bunde (ostfr. Platt: Bunn) ist eine Gemeinde im ostfriesischen Landkreis Leer in Niedersachsen. Bunde liegt im Rheiderland, einer der vier historischen Landschaften des Landkreises Leer. Die Gemeinde liegt am Dollart, einer Bucht der Nordsee und hat als einzige ostfriesische Kommune eine Landgrenze zu den Niederlanden.

Bunde zĂ€hlt zu den kleineren Einheitsgemeinden Ostfrieslands. Die etwa 7500 Einwohner leben auf zirka 121 Quadratkilometer, was eine recht geringe Einwohnerdichte von 62 pro Quadratkilometer ergibt. Etwas mehr als die HĂ€lfte der Einwohner (knapp 3900) lebt im namensgebenden Hauptort. Bemerkenswert ist der hohe Anteil von knapp neun Prozent NiederlĂ€ndern.

Im Wynhamster Kolk befindet sich mit 2,5 Meter unter dem Meeresspiegel eine der tiefsten Stellen der Bundesrepublik. Es handelt sich dabei um ein Anfang des 19. Jahrhunderts trockengelegtes Gebiet, das nach der Zweiten Cosmas- und Damianflut 1509 vom Meer ĂŒberspĂŒlt wurde. Weite Teile des Gemeindegebietes wurden dem Meer durch Anlegung von Poldern wieder abgerungen.

Die Gemeinde ist wirtschaftlich von Landwirtschaft und Tourismus geprĂ€gt. Seit 1998 ist die Gemeinde „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Produzierendes Gewerbe spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle. Bunde ist eine Auspendler-Gemeinde, vor allem in die Kreisstadt Leer. Die niederlĂ€ndischen Einwohner pendeln zumeist ins Nachbarland. Das Land Niedersachsen fĂŒhrt Bunde als Grundzentrum.

Zum kulturellen Erbe der Gemeinde zĂ€hlen die Reformierte Kreuzkirche im Hauptort aus dem 13. Jahrhundert und das Steinhaus Bunderhee, eine spĂ€ter erweiterte Turmburg aus dem 14. Jahrhundert und damit eine der Ă€ltesten Burganlagen Ostfrieslands. In den Poldergebieten stehen darĂŒber hinaus einige außergewöhnlich große Gulfhöfe.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage und Ausdehnung

Lage von Bunde im Rheiderland

Die Gemeinde Bunde liegt im Rheiderland, einem der vier historischen Landstriche im Landkreis Leer neben dem Overledingerland, Moormerland und Lengenerland. Das Rheiderland ist die einzige Region innerhalb Ostfrieslands, die sich links der Ems befindet. Die Kreisstadt Leer liegt etwa 18 Kilometer östlich des Hauptortes Bunde.

Die Gemeinde ist die einzige Kommune Ostfrieslands, die eine gemeinsame Landgrenze mit den Niederlanden hat. Der niederlÀndische Ort Bad Nieuweschans (Bad Neuschanz in der Provinz Groningen) ragt in die GemeindeflÀche von Bunde hinein. Im Nordwesten wird die Gemeinde Bunde von der Meeresbucht Dollart begrenzt, die zum Nationalpark NiedersÀchsisches Wattenmeer gehört.

Bedingt durch die Grenzlage Bundes befindet sich die nĂ€chstgelegene Großstadt in den Niederlanden. Groningen liegt etwa 50 Kilometer westlich. Die nĂ€chstgelegene deutsche Großstadt ist das rund 70 Kilometer entfernte Oldenburg in östlicher Richtung.

Das Rheiderland mit Bunde liegt innerhalb von Ostfriesland recht isoliert, da es durch die Ems vom deutlich grĂ¶ĂŸeren, einwohnerstĂ€rkeren und wirtschaftlich erfolgreicheren Rest der Region abgegrenzt ist. In der Vergangenheit wurde diese Randlage innerhalb der Region durch FĂ€hrverbindungen zumindest abgemildert. Von mehreren FĂ€hrverbindungen von RheiderlĂ€nder Dörfern aus ist lediglich diejenige zwischen Ditzum und dem Emder Stadtteil Petkum ĂŒbriggeblieben. Auf dem Straßenwege hingegen blieb besonders das nördliche Rheiderland (und damit Teile der Gemeinde Bunde) lange Zeit eher abgeschieden. VerstĂ€rkt wurde diese Randlage innerhalb Ostfrieslands und Deutschlands noch durch die Grenzlage zu den Niederlanden, die erst durch die Grenzöffnungen im Zuge der europĂ€ischen Einigung an Bedeutung verloren hat. Der Bau der Bundesautobahn 31 auf dem Gebiet des Rheiderlands, der Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre beendet war, hat die Nachteile der Randlage etwas abgemildert.

Geologie und Hydrologie

Das geologische Bild wird teilweise vom PleistozĂ€n, teilweise vom HolozĂ€n bestimmt. Der Ort Bunde liegt im SĂŒden eines kleinen, sĂŒd-nördlich verlaufenden GeestrĂŒckens mit dem Ortskern in einer Höhe von 8,6 Meter ĂŒber Normalnull.[2] Außerhalb dieser Geestinsel ist das Gemeindegebiet grob in einen nordwestlichen und einen sĂŒdöstlichen Teil aufgeteilt. Im SĂŒdosten des Gemeindegebietes befinden sich ausgedehnte Hochmoorgebiete, die – von Naturschutzgebieten abgesehen – landwirtschaftlich intensiv genutzt werden. Westlich des Ortsteils Wymeer befinden sich ĂŒberschlickte Moore. Der gesamte Nordwesten der Gemeinde hingegen wurde nach 1509 StĂŒck fĂŒr StĂŒck dem Dollart wieder abgerungen. Es handelt sich somit um Kalkmarsch- und Kleimarschböden von hoher ErtragsfĂ€higkeit. In den Altpoldern, die etwa bis zum 18. Jahrhundert eingedeicht wurden, ist die Bodenverwitterung durch Entkalkung und Versauerung bereits weit fortgeschritten. Die Entkalkungstiefe liegt bei etwa 30 bis 70 Zentimetern. In den neueren Poldern hingegen liegt sie höchstens bei 30 Zentimeter Tiefe, was zu einer höheren Fruchtbarkeit der Böden beitrĂ€gt.[3]

Schema einer Auskolkung in der GewÀssersohle

Das Relief des Gemeindegebiets ist nur wenig ausgeprĂ€gt. Im Wynhamster Kolk bei Ditzumerverlaat befindet sich eine der tiefsten Landstellen Deutschlands. Der Kolk entstand beim Dollartdurchbruch 1509 und liegt 2,50 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Kolk und das ihn umgebende Gebiet von etwa 160 Hektar GrĂ¶ĂŸe wurden ab 1804 durch eine WasserschöpfmĂŒhle trockengelegt.

FlÀchennutzung

FlÀchennutzung 2009
Nutzung FlÀche in ha
GebÀude- und FreiflÀchen 564
davon WohnflÀchen 321
davon Gewerbe- und IndustrieflÀchen 39
BetriebsflÀchen 5
davon AbbauflÀchen (besonders Sand) 1
ErholungsflÀchen 23
davon GrĂŒnanlagen 8
VerkehrsflÀchen 302
davon Straßen, Wege, PlĂ€tze 292
LandwirtschaftsflÀchen 8.926
davon Moore 87
WasserflÀchen 2.166
WaldflÀchen 37
FlÀchen anderer Nutzung 75
davon Friedhöfe 3
davon Unland 15
GesamtflÀche 12.100

Die FlĂ€chennutzungstabelle[4] rechts macht den ĂŒberragenden Anteil der LandwirtschaftsflĂ€chen in der Gemeinde Bunde auf Geest und Marsch von fast 74 Prozent deutlich. 87 Hektar davon sind noch reines Moorgebiet. Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete sind zum grĂ¶ĂŸten Teil mit den LandwirtschaftsflĂ€chen erfasst, da sie extensiv genutzt werden.

GewĂ€sser, vor allem Teile des vorgelagerten Wattgebiets des Dollarts, aber auch EntwĂ€sserungsgrĂ€ben, bedecken 18 Prozent des Gemeindegebietes. Aufgrund der flachen Wattgebiete vor Heinitzpolder und Kanalpolder ist heute ein (tideabhĂ€ngiger) Hafen nicht mehr möglich und wegen der Schutzgebiete auch nicht sinnvoll. Bunde ist nur spĂ€rlich bewaldet – selbst innerhalb des waldarmen Ostfrieslands, das im deutschen Vergleich eine extrem unterdurchschnittliche WaldflĂ€che aufweist. Abgesehen von ausgedehnten Wallheckenlandschaften ist die Gemeinde sehr baumarm. Es gibt nur wenige kleinere aufgeforstete FlĂ€chen, wie das WĂ€ldchen hinter dem Friedensweg. BĂ€ume wurden zudem als Windfang, zur Einfriedung von Feldern und als StraßengrĂŒn gepflanzt. In frĂŒheren Jahrhunderten wurde der Baumbestand auf den GeestflĂ€chen gerodet, um Bauholz und FlĂ€chen fĂŒr die Landwirtschaft zu gewinnen.

Nachbargemeinden

Bunde grenzt an fĂŒnf Kommunen, die in zwei Staaten und innerhalb Deutschlands in zwei Landkreisen liegen. Nachbarn im Landkreis Leer sind die beiden anderen rheiderlĂ€ndischen Kommunen: die Gemeinde Jemgum im Norden und Nordosten sowie die Stadt Weener im Osten. Im SĂŒden grenzt Bunde an die Gemeinde Rhede im Landkreis Emsland. Die westlichen Nachbargemeinden sind niederlĂ€ndisch: Im SĂŒdwesten liegt Bellingwedde und im Westen die Gemeinde Oldambt, die am 1. Januar 2010 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Reiderland, Scheemda und Winschoten gebildet wurde. Zuvor war Reiderland (im NiederlĂ€ndischen ohne „h“ geschrieben) die westliche Nachbargemeinde Bundes. Im Nordwesten hat Bunde keine Landgrenze, dort liegt der Dollart.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Bunde hat fĂŒnf Ortschaften mit je einem Ortsvorsteher, die aus den Mitgliedsgemeinden der am 1. November 2001 aufgelösten Samtgemeinde Bunde hervorgingen:

Ortschaft Einwohner FlĂ€che (kmÂČ)[5] Karte
Boen 461 8,81
Bunderortschaften.png
Bunde 3.885 19,69
Bunderhee 598 16,17
Dollart 1.285 53,40
Wymeer 1.351 22,96
Gesamt 7.580 121,03

Ein Sonderfall ist die Ortschaft Dollart. Diese besteht aus mehreren Dörfern und war bis 1973 selbst eine Samtgemeinde. Einen historischen Ort namens Dollart gab es nicht. Die in der heutigen Ortschaft Dollart zusammengefassten Dörfer Bunderhammrich, Ditzumerhammrich, Ditzumerverlaat, Heinitzpolder, Kanalpolder und Landschaftspolder haben immer noch ein starkes Eigenleben. Sie umfassen den Großteil der seit 1509 von der See zurĂŒckgewonnenen Polder.

Heute wohnen in den fĂŒnf Ortsteilen auf rund 121 Quadratkilometer mehr als 7500 Einwohner. Die Einwohnerdichte von ungefĂ€hr 62 pro Quadratkilometer ist selbst im innerostfriesischen Vergleich sehr niedrig. Ostfriesland ist mit rund 148 Einwohnern pro Quadratkilometer bereits dĂŒnner besiedelt als Niedersachsen (etwa 168) und Deutschland (etwa 230).

Klima

Bunde liegt in der gemĂ€ĂŸigten Klimazone, hauptsĂ€chlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter hĂ€ufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist von der mitteleuropĂ€ischen Westwindzone geprĂ€gt.

Nach der effektiven Klimaklassifikation des Geografen und Klimatologen Wladimir Peter Köppen befindet sich Bunde in der Einteilung Cfb.

  • Klimazone C: warm-gemĂ€ĂŸigtes Klima
  • Klimatyp Cf: feucht-gemĂ€ĂŸigtes Klima
  • Klimauntertyp b: warme Sommer

Die nÀchstgelegene Wetterstation befindet sich in Emden, das ebenfalls am Dollart und vom Hauptort Bunde nur etwas mehr als 15 Kilometer Luftlinie entfernt liegt.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Emden (Messstation Wolthusen)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 1,3 1,5 4,1 7,3 11,8 14,9 16,4 16,3 13,7 10 5,6 2,6 Ø 8,8
Niederschlag (mm) 67,1 45,5 62,3 48,6 60,2 70,5 82,1 72,8 66,6 72,8 83 73,5 ÎŁ 805
Sonnenstunden (h/d) 1,32 2,57 3,61 5,36 6,77 6,6 6,26 6,35 4,73 3,09 1,9 1,03 Ø 4,1
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67,1 45,5 62,3 48,6 60,2 70,5 82,1 72,8 66,6 72,8 83 73,5
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte

Die heutige Einheitsgemeinde Bunde entstand 2001. Sie ist geografisch allerdings deckungsgleich mit der Samtgemeinde Bunde, die 1973 im Zuge der niedersĂ€chsischen Gemeindereform gegrĂŒndet wurde. Die Geschichte der einzelnen Ortsteile ist jedoch deutlich Ă€lter. Sie lĂ€sst sich urkundlich bis ins Mittelalter zurĂŒckverfolgen. Funde aus der Ur- und FrĂŒhgeschichte sind bis dato im Vergleich zu anderen ostfriesischen Kommunen (besonders jenen auf der Geest) allerdings spĂ€rlich.

Ur- und FrĂŒhgeschichte

Steinzeitliche Artefakte sind in Bunde auf einer Sandanhöhe entdeckt worden. Eine aus Geweih gefertigte Axt wurde 1992 in Landschaftspolder entdeckt, sie stammt aus dem Mesolithikum oder der jĂŒngeren Bronzezeit. Die Anwesenheit der Römer im Bereich der Unterems wurde mit der Entdeckung des Römerlagers Bentumersiel nachgewiesen. Auch auf dem Gebiet der Gemeinde Bunde wurden Tonscherben der römischen Kaiserzeit entdeckt,[2] desgleichen in Bunderhammrich.[6]

Mittelalter

Steinhaus Bunderhee, ein ehemaliger HĂ€uptlingssitz

Aufgrund seiner Lage auf einem GeestrĂŒcken blieb der Ort von den großen Sturmfluten des Mittelalters verschont, denen die HĂ€lfte des Rheiderlandes zum Opfer fiel. Durch die hochseesichere Lage und die Position als Grenzort zu den Niederlanden an einer wichtigen West-Ost-Verkehrsstraße, die das Groninger Land mit Oldenburg verband, gewann Bunde als Handelsort im Mittelalter an Bedeutung. Dies kann an der imposanten Kreuzkirche aus dem 13. Jahrhundert abgelesen werden.

Die Zweite Marcellusflut im Jahre 1362 fĂŒhrte zu einem ersten grĂ¶ĂŸeren Einbruch des Dollarts. Vom 14. bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde Bunde somit fĂŒr etwa 200 Jahre zu einem wichtigen Hafenort, worauf das Wappen mit dem Dreimaster hinweist. Die genaue Lage des Hafens ist nicht sicher; verschiedene Stellen kommen in Betracht: der „Katjedeep“ („Katzentief“), die Bunder Burg oder das Steinhaus Bunderhee. Erwogen wurde auch das TjĂŒcher Siel, das einzige nachgewiesene Siel, das dort gelegen war, wo der „Oll Diek“ (Alter Deich) beginnt.[7] Die Sturmfluten nötigten die Einwohner der Ortsteile Boen und Wymeer, ihre Siedlungen weiter sĂŒdwĂ€rts in höher gelegenes Terrain zu verlegen.

Im 14. und 15. Jahrhundert lassen sich verschiedene HĂ€uptlinge nachweisen, von deren noch Grabsteine in der Kirche zu finden sind. Im Jahr 1391 trat Okkel Noneka als Bunder HĂ€uptling in Erscheinung. Bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts befand Bunde sich unter dem Einfluss der Groninger Ommelande. Als das Geschlecht der tom Brok ab 1400 seine Herrschaft ausdehnte, stand Bunde zwischenzeitlich im Machtbereich von Keno II. tom Brok. Nach Niederschlagung der tom Broks im Jahr 1427 erstarkten wieder die örtlichen HĂ€uptlinge. In den Jahren 1443 bis 1471 sind Luwert Saninga und Wiard Memminga als HĂ€uptlinge in Bunde nachweisbar.[2] HĂ€uptlingssitz war wohl die Burg im Börgerland, im Westen des Ortskerns, von der keine oberirdischen Reste, sondern nur noch ein HĂŒgel mit Burggraben erhalten sind. Eine weitere HĂ€uptlingsburg war das dreigeschossige Steinhaus Bunderhee, das um 1400 erbaut und in den Jahren 1712–1735 um den barocken Wohnanbau erweitert wurde. Als eine der wenigen HĂ€uptlingsburgen dieser Art ist sie im Wesentlichen unverĂ€ndert erhalten.

Kloster DĂŒnebroek (Stich aus dem 17. Jh.)

Im Mittelalter gehörte Bunde zur katholischen Propstei Hatzum im Bistum MĂŒnster. Die Kommende DĂŒnebroek des Johanniterordens, 1319 erstmals erwĂ€hnt, verlor nach der Reformation an Bedeutung. 1521 wird zum letzten Mal von mĂ€nnlichen Klosterbewohnern berichtet. Im Jahr 1540 wohnen nur noch einige Schwestern dort; 1547 wird das Kloster geplĂŒndert.[8] Im Zuge der Ausdehnung des Dollarts wurde das Kloster Palmar bereits 1447 aufgehoben.

Bunde unter den Grafen und FĂŒrsten Cirksena (1464 bis 1744)

Mit der Erhebung des HĂ€uptlingsgeschlechts der Cirksenas in den Reichsgrafenstand im Jahr 1464 wurde das Rheiderland Teil der Reichsgrafschaft Ostfriesland. Als Graf Edzard der Große gegen die Niederlande vorging, fielen 1501 Groninger ĂŒber Bunde her und brandschatzten Dorf und Kirche. Edzard förderte die Reformation, die in den 1520er Jahren Einzug in Ostfriesland hielt. Bunde wurde evangelisch-reformiert und hatte um 1528 Folcardus und Johann van Hoorn als reformierte Pastoren.[9] FĂŒr Wymeer ist der erste reformierte Pfarrer fĂŒr 1564 bezeugt.

Im Jahr 1509 erreichte der Dollart mit der Zweiten Cosmas- und Damianflut seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung und ĂŒberschwemmte den Großteil der heutigen Gemeinde. Einige bewohnte Inseln wie Jarden und Blinke blieben jedoch im Dollart bestehen und dienten den Einwohnern Bundes bei kriegerischen ÜberfĂ€llen als Zufluchtsort.[10] Unmittelbar nach dieser großen Sturmflut wurden verschiedene Maßnahmen zur Landgewinnung und zur schrittweisen Einpolderung ergriffen. So wurde der „Oll Diek“ zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Verteidigungsdeich gebaut. Er findet seine Fortsetzung im Schwelchdeich bei DĂŒnebroeck, der möglicherweise bereits zur Landgewinnung diente.

Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts hatte Bunde unter den Pestepidemien zu leiden. Pastor Oldeborch berichtet fĂŒr 1566 von 300 Pesttoten.[11] Infolge des Spanisch-niederlĂ€ndischen Krieges fiel Herzog von Alba in das Rheiderland ein und plĂŒnderte Bunde, bevor er in der Schlacht von Jemgum (1568) ĂŒber Ludwig von Nassau siegte.

Auf deutscher Seite begann die Einpolderung 1605 mit Bunderneuland (936 ha),[12] sodass Bunde wieder ein Ort im Binnenland wurde. Um das Anwachsrecht entstand ein langer Streit mit den Grafen Ostfrieslands. Weitere Einpolderungen erfolgten erst Jahrzehnte spĂ€ter: 1682 der Charlottenpolder (255 ha), und 1705/1707 Interessentenpolder (SĂŒder- und Norder-Christian-Eberhardspolder, insgesamt 1391 ha).[12] Bei der Eindeichung des Charlottenpolders 1682 kam es zu einem der beiden grĂ¶ĂŸten Laveys in Ostfriesland, wie dort die Streiks und (teils militanten) Erhebungen der Deicharbeiter hießen. Der wilde Streik entstand durch die miserablen Arbeitsbedingungen und ausstehende Lohnzahlungen. Der wilde Streik, in Zuge dessen auch BeutezĂŒge auf Bauernhöfen stattfanden, wurde schließlich von herbeigeeilten Soldaten aus der Festung Leerort niedergeschlagen, wobei es jedoch keine Toten gab.[13]

WĂ€hrend Bunde bis zum 17. Jahrhundert wirtschaftlich hauptsĂ€chlich durch die Landwirtschaft geprĂ€gt war, siedelten sich im Zuge der Einpolderungen Handwerker an, die bald einen großen Anteil an der Bevölkerung ausmachten. Im Jahr 1757 fanden sich unter den 1.076 Einwohnern 16 Bauern, 54 Heuerling, 95 Tagelöhner, 82 Arme und ĂŒber 100 Handwerker, darunter 16 Schuster, 14 KrĂ€mer, elf Schneider, acht Zimmerleute, sieben BĂ€cker, je sechs Schmiede und Fuhrleute und je fĂŒnf Gastwirte und Weber.[14]

Vom Königreich Preußen zum Kaiserreich Frankreich (1744 bis 1813/15)

Friedrich der Große zeigte großes Interesse an Eindeichungen in Ostfriesland. In seine Amtszeit fiel unter anderem die EIndeichung von Ostfrieslands grĂ¶ĂŸtem Polder, dem Landschaftspolder (1752).

Als die Cirksena 1744 ausstarben, fiel Ostfriesland durch eine Exspektanz an Preußen. Der Preußenkönig Friedrich der Große zeigte großes Interesse an den Eindeichungen in Ostfriesland. So entstand ab 1752 der Neue Bunder Polder, der im Anschluss nach Friedrich dem Großen Königspolder genannt wurde. FĂŒr 240.000 Reichstaler verkaufte der preußische Staat den Polder an die Ostfriesische Landschaft, die ihn daraufhin in Landschaftspolder umbenannte. Hier siedelten sich unter anderem mehrere Bauern aus den Niederlanden an, aber auch aus anderen ostfriesischen Orten. Mit rund 1200 Hektar GrĂ¶ĂŸe ist der Landschaftspolder der grĂ¶ĂŸte Polder Ostfrieslands, auch bei Eindeichungen in neuester Zeit wie nach 1950 im Leybuchtpolder wurde diese GrĂ¶ĂŸenordnung nicht wieder erreicht. Eingedeicht wurde Heller, der bereits zuvor nur noch periodisch ĂŒberspĂŒlt wurde. Ein sieben Kilometer langer Deich wurde gebaut, um den neuen Polder vom Dollart abzutrennen.

Auf dem eingedeichten Land wurden 24 große Höfe errichtet, die an der einzigen, in nord-sĂŒdsĂŒdöstlich verlaufenden Straße entlang aufgereiht sind. Bis auf drei Höfe waren sĂ€mtliche als (Erb-)Pachthöfe angelegt. In dem fruchtbaren Land kamen die Großbauern schnell zu Reichtum, der sich in einem aufwĂ€ndigen Lebensstil niederschlug, weswegen sie im Volksmund auch als PolderfĂŒrsten bezeichnet wurden.

„Durch die ungewöhnlich hohen ErtrĂ€ge aus den PolderlĂ€ndereien kamen die (...) ErbpĂ€chter schnell zu großem Reichtum. Einige wenige Beispiele mögen das belegen: Der Bau einer Schule fĂŒr die Kinder des Ortes (...) wurde nicht als erforderlich angesehen. Es entsprach dem SelbstverstĂ€ndnis der Polderbauern, daß sie selbst fĂŒr den Unterricht ihrer Kinder sorgen konnten und keine öffentliche Schule benötigten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 36 schulpflichtige Kinder in Landschaftspolder, die alle durch Privatlehrer unterrichtet wurden, 1798 waren drei LehrkrĂ€fte von den Einwohnern angestellt.“

– JĂŒrgen Hoogstraat: Von reichen Polderbauern und armen Moorhahntjes, S. 39

Nach dem Urbarmachungsedikt von 1765 entstand im Gemeindegebiet in der bis 1806 wĂ€hrenden ersten preußischen Ära nur noch ein weiterer Polder, der 1795 eingedeichte Heinitzpolder (626 ha),[12] nach dem preußischen Staatsminister Anton Freiherr von Heinitz benannt. Als erster Polder in Ostfriesland erhielt Heinitzpolder einen schiffbaren Kanal, der in Richtung SĂŒden fĂŒhrte und ĂŒber das FlĂŒsschen Aa den Dollart direkt per Schiff erreichbar machte.

1806 wurde das Rheiderland dem Department Groningen („Ems-Occidental“) im Königreich Holland zugeteilt. Ab 1811 gehörte es zum Kaiserreich Frankreich und nach dem Wiener Kongress ab 1815 zum Königreich Hannover. Von napoleonischer Herrschaft befreit worden war Ostfriesland bereits 1813, danach gehörte der Landstrich (und damit auch Bunde) fĂŒr kurze Zeit wieder zu Preußen, was aber ein Intermezzo blieb. Preußen trat Ostfriesland an das Königreich Hannover ab.

Königreich Hannover (1815 bis 1866)

Ab 1817 war Bunde eine Kommune, die dem Amt Weener der Landdrostei Aurich zugeordnet war. Im Deutschen Reich gehörte Ostfriesland ab 1885 zum Regierungsbezirk Aurich, der Teil der preußischen Provinz Hannover war. Bis 1932 war Bunde dem Kreis Weener zugeordnet, seitdem dem Landkreis Leer.

Die Februarflut 1825 fĂŒhrte im erst etwa 30 Jahre zuvor eingedeichten Heinitzpolder zu großen Überschwemmungen. Es dauerte mehrere Jahre, bis die DeichschĂ€den beseitigt wurden.

Der Ort Bunde behielt im Königreich Hannover seine Stellung als zentraler Ort fĂŒr das umliegende Gebiet, also in etwa das heutige Gemeindegebiet. Folgende ZĂŒnfte sind im frĂŒhen 19. Jahrhundert nachweisbar: Schmiede, BĂ€cker, Schuster, Kleidermacher und Rademacher, Zimmerer, Maurer und Tischler sowie Maler und Glaser.[15]

Bunde war in der Mitte des 19. Jahrhunderts eines der ostfriesischen Zentren der Bewegung der altreformierten GlĂ€ubigen, die sich – ausgehend von den Niederlanden – von der Reformierten Kirche abspalteten, weil ihnen diese mittlerweile als zu liberal erschien. Von kirchlichen Dissidenten wurde bereits 1835 berichtet; seit 1858 gibt es eine altreformierte Gemeinde.

Im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet der Gemeinde besser an den ĂŒberregionalen Verkehr angeschlossen. Die erste Steinchaussee von Leer ĂŒber Weener und Bunde nach Neuschanz wurde 1854 angelegt. 1876 folgte der Bahnanschluss von Ihrhove ĂŒber Weener nach Neuschanz, das bereits seit 1868 mit Groningen verbunden war. FĂŒr den Transport landwirtschaftlicher Produkte war der Bahnhof von großer Bedeutung; die spĂ€ter gegrĂŒndete Konservenfabrik verfĂŒgte ĂŒber einen eigenen Gleisanschluss. WĂ€hrend im Eröffnungsjahr des Bahnhofs 3869 Fahrkarten in Bunde verkauft wurden, wurden zehn Jahre spĂ€ter (1886) 27.283 und im Jahr 1913 44.509 Personen befördert. Mit der Zunahme des Autoverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Bahnhof fĂŒr den Personenverkehr und den GĂŒtertransport an Bedeutung.[16]

Kaiserreich

Einpolderungen im Rheiderland: Der Kanalpolder (1877) ist der jĂŒngste unter den seit dem 16. Jahrhundert dem Dollart wieder abgerungenen Gebieten.
Ostfriesische Konservenfabrik Hallecker mit 50 abgebildeten BeschÀftigten

In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts wanderten viele Bunder in die USA aus. Im Flecken Bunde stammten die meisten von ihnen aus der altreformierten Gemeinde, die bis dahin noch nicht anerkannt war und deren Mitglieder unter Repressionen durch die Behörden und die Reformierte Kirche zu leiden hatten. Hinzu kamen wirtschaftliche GrĂŒnde. Aber auch in allen anderen Ortsteilen verließen Menschen ihre Dörfer, fĂŒr Boen etwa sind mindestens 30 FĂ€lle dokumentiert, fast alle waren Landarbeiter. Mehr als 25 Landarbeiter und Handwerker verließen Ditzumerverlaat, mehr als 30 Ditzumerhammrich. Aus Wymeer wird von mindestens 75 Personen berichtet, die wĂ€hrend jener Jahre Ostfriesland in Richtung Amerika verließen. Mittellosen Ausreisewilligen wurden die Reisekosten bezahlt, um auf diese Weise die Armengemeinde zu entlasten. In Bunde warb die Anwerbeagentur H.A. Martin in Zeitungsanzeigen damit, die Kosten von Schifffahrt und anschließender Eisenbahnreise nach Iowa zu ĂŒbernehmen.[17]

Die Einpolderungen an der KĂŒste fanden ihren Abschluss, als 1877 der Kanalpolder als jĂŒngster der Bunder Polder eingedeicht wurde. (626 ha),[12] Zeitgleich mit der Eindeichung wurde auch ein Kanal aus dem Raum Wymeer durch Kanalpolder bis nach Pogum in der Nachbargemeinde Jemgum angelegt. Damit wurde die seit Jahrzehnten unbefriedigende EntwĂ€sserungssituation verbessert.

Das Vereinswesen wurde in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts umfangreicher: Die seit 1862 bestehende Liedertafel Bunde gilt als Ă€ltester Verein in Bunde. Der Missionsverein der reformierten Kirchengemeinde geht auf das Jahr 1885 zurĂŒck. 1903 wurde der RassegeflĂŒgelverein Bunde gegrĂŒndet, 1909 der Turnverein Bunde und 1924 der Turn- und Sportverein Ditzumerverlaat.[18]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden in Bunde, Bunderhee und Wymeer Molkereien, von denen jedoch keine mehr existiert. 1906 grĂŒndeten die Landwirte Evers und Ebels in Bunde eine Konservenfabrik, die 1940 von Paul Hallecker ĂŒbernommen wurde. Von jĂ€hrlich 150 Tonnen Fertigware, vor allem Bohnen und Erbsen, wurde der Jahresumsatz zu Beginn des Zweiten Weltkriegs auf 4000 bis 5000 Tonnen GemĂŒsekonserven gesteigert, was 50.000 Normaldosen pro Tag entsprach.[19] Die Ostfriesische Konservenfabrik gehörte damit zu den grĂ¶ĂŸten deutschen GemĂŒsekonservenproduzenten und sorgte fĂŒr bis zu 200 ArbeitsplĂ€tze. Nach 75 Jahren wurde 1981 die Produktion eingestellt.[20]

Die bereits das gesamte 19. Jahrhundert andauernden sozialen und wirtschaftlichen GegensĂ€tze in den Poldergebieten, reiche Großbauern und arme Landarbeiter, waren auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts keineswegs abgemildert. So entstand auf Betrieben des seit 1866 in Landschaftspolder ansĂ€ssigen Pastors der dortigen Kirchengemeinde, Arnold Wilhelm Nordbeck, im Jahre 1907 der Christliche Arbeiterverein fĂŒr Ditzumerverlaat, in den auch Landarbeiter aus den angrenzenden Dörfern eintraten. Der Verein hatte die Erhöhung der Bildungschancen zum Ziel, verfolgte aber auch gezielte Verbesserungen der wirtschaftlichen Situation, wozu der Erwerb von kleinen GrundstĂŒcken zur Selbstversorgung der Arbeiter zĂ€hlte.[21]

Weimarer Republik

1919 kam es in Bunde zu Unruhen, als Arbeiter wegen Hunger und GĂŒterknappheit in den sogenannten „HungerumzĂŒgen“ durch die Gemeinde streiften und Bauernhöfe plĂŒnderten.[22] Einige Einwohner in den betroffenen Ortsteilen reagierten mit der Bildung von BĂŒrgerwehren. Im selben Jahr wurde in Bunde ein Ortsverein der SPD gegrĂŒndet (12. Februar), der schnell auf 200 Mitglieder anwuchs und somit zu einer starken politischen Kraft wurde.[23]

Pastor Arnold Wilhelm Nordbeck erreichte in Verhandlungen mit den GrundstĂŒckseigentĂŒmern, dass 1922 eine etwa 38 Hektar große FlĂ€che in den Gemarkungen Landschaftspolder und Heinitzpolder fĂŒr den gemeinnĂŒtzigen Siedlungsbau zur VerfĂŒgung gestellt wurden. Dort konnten Landarbeiter kleine HĂ€user mit Garten zur Selbstversorgung errichten. Die Siedlung wurde nach ihm Nordbeck-Siedlung genannt und trĂ€gt den Namen noch heute. Die PachtvertrĂ€ge mit den Landarbeitern wurden nach 1933 wieder aufgelöst. Sein soziales Engagement fĂŒr die Landarbeiter kostete Nordbeck schließlich seine Stelle als Pastor von Landschaftspolder: Er wurde von den kirchenwahlberechtigten Großbauern der Gemeinde aus dem Amt gedrĂ€ngt, indem die Pfarrstelle komplett aufgehoben wurde. Die Kirchengemeinde Landschaftspolder existiert zwar noch heute, wird aber seit 1922 pastoral von Ditzumerverlaat aus versorgt.

Jacques Bauerman Groeneveld

Die Nationalsozialisten waren seit dem Ende der 1920er-Jahre im Rheiderland aktiv, die erste Versammlung fand 1929 in Bunde statt.[24] Die Bunder Ortsgruppe wurde von Jacques Bauerman Groeneveld gefĂŒhrt, der spĂ€ter ein einflussreicher FunktionĂ€r (Landtagsabgeordneter und „BezirksbauernfĂŒhrer fĂŒr Ostfriesland“) wurde. Ein Landwirt in Bunderneuland stellte den Nationalsozialisten seine Scheune fĂŒr Versammlungen zur VerfĂŒgung. Eine SA-Gruppe fĂŒr das Rheiderland hatte sich 1930 gebildet. Sie bestand aus anfĂ€nglich elf, 1931 bereits 40 Mitgliedern und wurde von Jan Lahmeyer aus Wymeer gefĂŒhrt. Es kam in Bunde zu oftmals handgreiflichen ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Sozialdemokraten und Kommunisten, die oft vor Gericht endeten.[25] Auch die Hitlerjugend etablierte sich, die erste Ortsgruppe des Rheiderlands wurde 1930 in Bunde gegrĂŒndet. Bereits Mitte 1932 versuchte Groeneveld, die Rheiderland-Zeitung im Sinne des Nationalsozialismus zu beeinflussen und wenigstens ein NS-Mitglied in der Redaktion festzusetzen, was bis 1933 jedoch nicht gelang. Im Ortsteil Bunderneuland erreichte die NSDAP 1932 bei Reichstags- und ReichsprĂ€sidenten-Wahlen Stimmanteile von mehr als 70 Prozent.[26]

In einzelnen Ortsteilen waren Sozialdemokraten und teils auch Kommunisten jedoch bis zum Ende der Weimarer Republik noch stark vertreten. Dies betrifft beispielsweise den Bereich Ditzumerverlaat/Ditzumerhammrich, in dem sehr viele Landarbeiter lebten. Diese wĂ€hlten traditionell die SPD, teils auch die KPD. 1930 erhielt die SPD bei den Reichstagswahlen 50 Prozent der Stimmen. Noch bei den Reichstagswahlen im Juli 1932 blieben die Nationalsozialisten mit 39 Prozent nur zweitstĂ€rkste Kraft hinter den Sozialdemokraten (48 Prozent). In weniger starker AusprĂ€gung konnte die SPD auch in Wymeer und Boen sowie im Hauptort Bunde, in dem es einzelne Industriebetriebe gab, noch gute Ergebnisse erzielen.

Bereits nach der Januar-Wahl 1933 wurden politische Gegner behindert. Sehr deutlich zeigte sich dies einen Tag vor der Reichstagswahl am 5. MĂ€rz, als der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hermann Tempel (Leer) in Bunde eine Rede vor Parteigenossen halten wollte. Diese wurde untersagt. Bei der MĂ€rz-Wahl errangen die Nationalsozialisten im Rheiderland die Mehrheit. Die Verfolgung von Sozialdemokraten und insbesondere Kommunisten setzte frĂŒh ein. In einer ersten Verhaftungswelle wurden am 17. MĂ€rz 1933 drei Kommunisten inhaftiert. Am 3. Mai 1933 wurden drei weitere Kommunisten aus Bunde in „Schutzhaft“ genommen und Ende Juli ins KZ Börgermoor eingeliefert. Einer von ihnen, Kurt Bluhm, blieb zehn Jahre inhaftiert.[27] Der etwa 200 Mitglieder zĂ€hlende Bunder Ortsverein der Sozialdemokraten wurde im Juni 1933 aufgelöst.

Nationalsozialismus

Nach der Machtergreifung erfolgte auch in Bunde die Gleichschaltung von Vereinen und VerbĂ€nden sowie des gesamten öffentlichen Lebens. So wurde der Schulrektor in Bunde, Ippo Oltmanns, wegen seiner Weigerung, einer NS-Organisation beizutreten, zunĂ€chst 1934 nach Borkum strafversetzt und zwei Jahre spĂ€ter wegen „Untragbarkeit“ aus dem Schuldienst entlassen. Er starb 1938.[28] Die SPD durfte sich noch bis in den Juni legal betĂ€tigen, jedoch fanden bereits zuvor Hausdurchsuchungen und andere Schikanen statt. Der bei der Kreistagswahl im MĂ€rz 1933 gewĂ€hlte Sozialdemokrat und Gewerkschafter Antoni BĂŒltena aus Bunde konnte zwar noch an der ersten und letzten Leeraner Kreistagssitzung im April teilnehmen, wurde aber im Mai verhaftet und spĂ€ter im nahe gelegenen Emslandlager Brualermoor inhaftiert. Nach Entlassung und weiteren Verhaftungen wurde er erst 1945 aus dem KZ Neuengamme befreit.[23]

Vorne links die jĂŒdische Synagoge, dahinter das jĂŒdische SchulgebĂ€ude

Das Juden in der Gemeinde, die sich vor allem im Hauptort Bunde konzentrierten, sahen sich zunehmenden Repressionen ausgesetzt. Nur wenige SolidaritĂ€tsbekundungen nichtjĂŒdischer Deutscher sind ĂŒberliefert. Eine Ausnahme bildeten zwei Ratsherren aus Boen. Sie hatten sich geweigert, kĂŒnftig nicht mehr mit jĂŒdischen ViehhĂ€ndlern Handel zu treiben und wurden deshalb aus dem Gemeinderat ausgeschlossen. Nach 1933 verließen die ersten Juden Bunde, die 1925 mit 70 Personen einen Anteil von 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung des Fleckens hatten. Gottesdienste waren kaum mehr möglich, sodass die Synagoge schon vor 1938 an einen Kaufmann verĂ€ußert wurde. In der Pogromnacht 1938 wurden alle Bunder Juden verhaftet, die meisten von ihnen jedoch am nĂ€chsten Tag wieder auf freien Fuß gesetzt. Zwei von ihnen wurden allerdings mit rund 1000 anderen aus dem gesamten nordwestdeutschen Raum ins KZ Sachsenhausen transportiert. Im September 1939 lebte nur noch eine jĂŒdische Familie in Bunde. Mit deren Deportation am 19. Juli 1942 ins KZ Theresienstadt endete die Geschichte der jĂŒdischen Gemeinde in Bunde.

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges bestanden im heutigen Gemeindegebiet mehrere Gefangenenlager. Grenznah wohnende NiederlĂ€nder wurden ebenso wie verschleppte OsteuropĂ€er als Zwangsarbeiter eingesetzt. In Boen gab es beispielsweise ein Lager fĂŒr bis zu 50 französische Kriegsgefangene, in Wymeer ebenfalls. Französische und belgische Gefangene wurden vor dem HeranrĂŒcken der alliierten Truppen noch zu Schanzarbeiten herangezogen, wobei es zu Misshandlungen gekommen sein soll.

Bunde war die erste ostfriesische Gemeinde, die im April 1945 von kanadischen und polnischen Truppen erobert wurde. Dabei kam es zum Beschuss von HĂ€usern und Höfen, die zum Teil zerstört wurden. Die Zahl der bei Artillerieangriffen Getöteten war jedoch gering. Zerstört wurde beispielsweise die MĂŒhle in Ditzumerverlaat, die nach einem Treffer völlig ausbrannte. In Wymeer wurden das Zollhaus, ein ArbeiterhĂ€uschen und eine Doppelscheune auf dem Areal des frĂŒheren Klosters DĂŒnebroek zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Rheiderland Teil der Britischen Besatzungszone und gehört seit 1946 zum Land Niedersachsen. NiederlÀndische AnnexionsplÀne nach dem Zweiten Weltkrieg zerschlugen sich am Widerstand der Alliierten Hohen Kommission.

Im heutigen Gemeindegebiet wurden nach dem Zweiten Weltkrieg viele FlĂŒchtlinge aus den Ostgebiete des Deutschen Reiches aufgenommen, wenn auch in den einzelnen Ortsteilen in unterschiedlich hohem Ausmaß. So lag der Anteil in den beiden teils vom Moor geprĂ€gten Ortschaften Boen und Wymeer klar unter dem in landwirtschaftlich fruchtbaren Gegenden wie Landschafts- oder Heinitzpolder. War der Hauptort Bunde 1946 mit einem Prozentanteil von 16,6 nur durchschnittlich vom Zustrom betroffen, so machte der Anteil der Vertriebenen vier Jahre spĂ€ter bereits 22,6 Prozent aus. Dies wird darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass die BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten im Flecken als besser angesehen wurden als in den rein landwirtschaftlichen Orten.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ab den 1950er-Jahren blĂŒhte auch das Vereinsleben wieder auf. Der SchĂŒtzenverein „Dollart“ Ditzumerverlaat wurde 1955 gegrĂŒndet, ein Jahr spĂ€ter der SchĂŒtzenverein „Grenzland“ Bunde-Bunderhee, 1956 der Sportverein Wymeer-Boen, 1959 der Bunder Brieftaubenverein und 1972 der Verein RheiderlĂ€nder VogelzĂŒchter, 1972/73 die Ortsgruppe Bunde des DLRG, 1973 der Harmonika-Club Bunde-Weener und 1975 der Verkehrs- und Verschönerungsverein.[29]

Die zunehmende Technisierung der Landwirtschaft ließ in Bunde wie in ganz Ostfriesland die Zahl der ErwerbstĂ€tigen in der Landwirtschaft deutlich sinken. Dadurch nahm die Zahl der Auspendler vor allem in den ganz oder vorwiegend landwirtschaftlich geprĂ€gten Dörfern rapide zu. Deutlich wird dies am Beispiel Wymeer: Betrug der Anteil der Auspendler an allen BeschĂ€ftigten im Ort 1950 nur vier Prozent, so stieg er ĂŒber 29 Prozent im Jahre 1961 auf bereits 47 Prozent im jahre 1970.

Auf Initiative des Pastorenehepaars Helene und Hans Junker und in Zusammenarbeit mit der „Körperbehindertengruppe Weelborg“ wurde im Jahr 1974 ein Freundeskreis fĂŒr die Behindertengemeinschaft in Bunde gegrĂŒndet, die sich 1977 zu einem Verein zusammenschlossen. 1984 konnte eine WohnstĂ€tte mit Pflegetrakt eröffnet werden, die zehn Jahre spĂ€ter erweitert wurde und heute 18 PflegeplĂ€tze bietet. Das „Haus der Begegnung“ besteht seit 1995 und dient der Integration der Behinderten durch Teestube, GesprĂ€chskreise, VortrĂ€ge und Konzerte.[30]

Bis Ende 1972 waren Bunderhammrich, Bunderneuland, Charlottenpolder, Ditzumerhammrich, Heinitzpolder und Landschaftspolder eigenstĂ€ndige Gemeinden. Durch die Gebietsreform im Jahr 1973 wurden Bunderneuland und Charlottenpolder in die neue Samtgemeinde Bunde eingegliedert, wĂ€hrend Bunderhammrich, Ditzumerhammrich, Heinitzpolder und Landschaftspolder der Samtgemeinde Dollart zugeschlagen wurden. Seit 1973 setzte sich die Samtgemeinde Bunde aus den fĂŒnf Mitgliedsgemeinden Boen, Bunde, Bunderhee, Dollart und Wymeer zusammen. Besonders in Wymeer hatte es Widerstand gegen die Bildung der Samtgemeinde gegeben, da der Ort traditionell eher zur Nachbarstadt Weener hin orientiert ist. Der Protest verhallte schließlich ohne Folgen. Die Gemeinde Bunde in ihrer jetzigen Form ist im Jahr 2001 entstanden, als die Samtgemeinde aufgelöst wurde und die ehemaligen Gemeinden zu Ortschaften mit je einem eigenen Ortsvorsteher wurden.

Einwohnerentwicklung

Die Gemeinde Bunde hat heute 7.522 Einwohner (Stand 30. Juni 2010). Die Einwohnerzahl des heutigen Gemeindegebietes lag bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts bei mehr als 6.000, davon knapp ein Drittel im Hauptort Bunde, der damals noch ein eigenstĂ€ndiger Flecken und Zentrum fĂŒr die umliegenden Dörfer war.[31] In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts machte sich die Auswanderung in die Vereinigten Staaten in einer Stagnation der Einwohnerzahl bemerkbar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Einwohner sprunghaft um mehr als 2.000 auf 8.600 (1946) und dann knapp 8.900 (1950) an, was bis heute den Rekordwert bei der Einwohnerzahl darstellt. Bis auf den Hauptort Bunde erreichten alle Ortschaften Einwohnerwerte, wie sie seitdem nicht wieder erreicht worden sind. Der im Jahr 2005 598 Einwohner zĂ€hlende Ortsteil Bunderhee verzeichnete 1946 1.123 Einwohner. Im landwirtschaftlich reichen Landschaftspolder waren 1950 noch 498 Personen beheimatet, 55 Jahre spĂ€ter lebten dort nur noch 127 Menschen.

Nach einem RĂŒckgang auf etwas mehr als 7.000 Einwohner, der vor allem durch mangelnde wirtschaftliche Perspektiven zu erklĂ€ren ist, nahm die Bevölkerung seit 1990 zunĂ€chst wieder leicht zu, vor allem durch Aussiedler und Übersiedler aus den neuen BundeslĂ€ndern. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der NiederlĂ€nder in der Gemeinde deutlich zu. 8,75 Prozent der Einwohner Bundes (also etwa 650 Personen) haben einen niederlĂ€ndischen Pass. In absoluten Zahlen liegt die Zahl der NiederlĂ€nder im Hauptort Bunde mit 332 am höchsten. Prozentual wohnen die meisten NiederlĂ€nder in Bunderhee und Wymeer (jeweils zirka elf Prozent).[32][33] ErklĂ€rbar ist dies durch die deutlich geringeren Immobilienpreise in Ostfriesland im Vergleich zum Nachbarland.[34] Durch die gute Verkehrsverbindung ĂŒber die A 280/Rijksweg 7 fĂ€llt das Pendeln leicht. Ohne die NiederlĂ€nder in der Gemeinde wĂ€re die Einwohnerzahl mittlerweile auf etwas weniger als 7.000 gesunken, da die Geburtenzahl unter der Sterbeziffer liegt und in Bunde zudem eine klare Bildungsabwanderung zu verzeichnen ist.

Jahr Einwohnerzahl
1848 6.137
1871 6.297
1885 6.223
1905 6.094
Jahr Einwohnerzahl
1925 6.494
1939 6.779
1946 8.618
1950 8.893
Jahr Einwohnerzahl
1961 7.315
1987 7.140
2010 7.522

Entwicklung des Ortsnamens

Überlieferte Namensformen sind Buenda, de Bunda und Bonde. 1428 wird der Ort in einer Urkunde zum ersten Mal Bunde genannt.[35] Der Namen ist eine Kurzform, die aus der zusammengesetzten Form Bundewida oder Bunwida entstand, die zwei Elemente beinhaltet. Bun- bezeichnet ein Bauen auf einem Boden als Bauland, wĂ€hrend wida/widu einen Wald bezeichnet.[36] Dies lĂ€sst darauf schließen, dass in Karolingischer Zeit des 8./9. Jahrhunderts auf der Geest ein Wald bestand, der zu Bauzwecken und fĂŒr den Ackerbau gerodet wurde.

Aufgrund seiner erhöhten Lage auf dem GeestrĂŒcken wird der Ort im SpĂ€tmittelalter Hoge Bunda oder Hogenbonne genannt (1484/1494). Alternativ ist die Deutung als eingehegtes GrundstĂŒck.[2]

Politik

Wie das gesamte Rheiderland (und Ostfriesland in seiner Gesamtheit) ist Bunde bei Wahlen eine traditionelle Hochburg der SPD.[37] Die Sozialdemokraten stellen die Mehrheit im Gemeinderat und auch den Landtagsabgeordneten. Lediglich der Bundestagsabgeordnete wird seit der Wahlkreisreform 1980 dauerhaft von der CDU gestellt (s. Abschnitt Vertreter im Bundestag).

Schon seit der Bundestagswahl 1949 liegt die SPD in den meisten ehemaligen Gemeinden, die heute die Großgemeinde Bunde bilden, insgesamt deutlich vor der CDU. Lediglich in zwei Ortsteilen, den großagrarisch geprĂ€gten Poldergegenden Bunderneuland und Landschaftspolder, holte die CDU bis 1972 durchgĂ€ngig die meisten Stimmen bei Bundestagswahlen. Der Stimmenanteil fĂŒr die CDU lag dabei teils ĂŒber 70 Prozent. Die Sozialdemokraten hingegen haben seit jeher in den Landarbeiter-Siedlungen wie Bunderhee oder Ditzumerverlaat ihre Hochburgen gehabt, lagen aber auch in anderen Ortsteilen mit oft absoluter Mehrheit vor der CDU. FĂŒr die Gemeinde Bunde galt lange Zeit das, was fĂŒr andere ostfriesische Marschgemeinden wie die Krummhörn festgestellt wurde: „In der Marsch wirkten sich die die sozialen Unterschiede besonders scharf und hart aus: Auf der einen Seite zĂ€he und stolze Bauern, Herren durch und durch, auf der anderen Seite die Tagelöhner. Auch sie gleichen Stammes und den Bauern an Stolz nicht nachstehend, aber wirtschaftlich in drĂŒckender AbhĂ€ngigkeit.“[38] Der Landarbeiter-Anteil an den BeschĂ€ftigten hat zwar in der Nachkriegszeit deutlich abgenommen. Viele Landarbeiter fanden jedoch BeschĂ€ftigung in Industriebetrieben. Die Vorherrschaft der SPD im heutigen Gemeindegebiet setzte sich auch ĂŒber 1972 hinaus fort.

Andere Parteien spielten lange Zeit kaum eine grĂ¶ĂŸere Rolle. In den großagrarisch geprĂ€gten Gegenden holte die NPD bei der Bundestagswahl 1969 teils mehr als zehn Prozent, in Charlottenpolder auch mehr als 20 Prozent der Stimmen. Die FDP kam in den Anfangsjahren der Bundesrepublik teils auf mehr als zehn Prozent der Stimmen, bĂŒĂŸte aber seit den frĂŒhen 1960er-Jahren an Stimmen ein. Die GrĂŒnen holten nach ihrer GrĂŒndung zwar ebenfalls Stimmen in der Gemeinde, jedoch auf geringem Niveau. Bezeichnenderweise gelang ihnen erst bei der Kommunalwahl im September 2011 erstmals der Einzug in den Gemeinderat, in der Wahlperiode zuvor hatten sich dort lediglich SPD- und CDU-Ratsmitglieder gegenĂŒbergesessen.

In jĂŒngerer Zeit hat im Rheiderland eine Diskussion ĂŒber die Fusion der drei rheiderlĂ€ndischen Kommunen (Stadt Weener, Gemeinden Bunde und Jemgum) begonnen, neuerlich angestoßen vom Weeneraner BĂŒrgermeister Wilhelm Dreesmann. Entsprechende VorschlĂ€ge hatte es aber auch schon in der Vergangenheit gegeben. BegrĂŒndet wurde der Vorstoß mit möglichen finanziellen Vorteilen durch Zusammenlegungen und Einsparungen, aber auch durch höhere GestaltungsspielrĂ€ume in bestimmten kommunalpolitischen Bereichen, etwa bei der Planung von Schuleinzugsgebieten. Dies traf jedoch auch auf Kritik und Skepsis. Bundes BĂŒrgermeister Gerald Sap und Jemgums BĂŒrgermeister Johann Tempel blieben zunĂ€chst zurĂŒckhaltend.[39][40][41]

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Bunde besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl fĂŒr eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7001 und 8000 Einwohnern.[42] Die 20 Ratsfrauen und Ratsherren werden durch eine Kommunalwahl fĂŒr jeweils fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt.

Nach den Ergebnissen der Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab sich folgende Sitzverteilung im Gemeinderat[43]:

  • SPD: 64,15 Prozent, 13 Sitze (- 1 Sitz)
  • CDU: 27,28 Prozent, 5 Sitze (- 1 Sitz)
  • GrĂŒne: 8,56 Prozent, 2 Sitze (+ 2 Sitze)

Die GrĂŒnen zogen damit erstmals in den Gemeinderat ein, dem in der Wahlperiode zuvor lediglich SPD und CDU angehört hatten. Die beiden neu errungenen Sitze erzielten die GrĂŒnen zu gleichen Teilen zu Lasten von SPD und CDU. Die Sozialdemokraten haben dennoch alleine eine komfortable absolute Mehrheit im Rat. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,76 Prozent und damit sehr geringfĂŒgig ĂŒber dem niedersĂ€chsischen Landesdurchschnitt von 52,5 Prozent.[44]

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche BĂŒrgermeister.

BĂŒrgermeister

BĂŒrgermeister ist Gerald Sap (SPD). Er wurde bei der Wahl am 10. September 2006 ohne Gegenkandidaten im Amt bestĂ€tigt.

Vertreter in Bundestag und Landtag

Landtag

SPD-Abgeordnete
Johanne Modder

Bunde gehört zum Landtagswahlkreis 84 Leer/Borkum, der die StĂ€dte Borkum und Weener sowie die Gemeinden Bunde, Jemgum, Moormerland und Westoverledingen umfasst. Bei den vergangenen Landtagswahlen setzten sich ausschließlich die Kandidaten der SPD bei den Erststimmen durch. Die direkt gewĂ€hlte Abgeordnete stammt aus der Gemeinde: Johanne Modder aus dem Hauptort Bunde. Als NachrĂŒckerin zog im Oktober 2011 die GrĂŒnen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz in den Landtag ein. Sie ersetzte den verstorbenen Oldenburger Abgeordneten Ralf Briese.[45] Bei der Landtagswahl 2008 ergaben sich folgende Ergebnisse:[46]

Partei Erststimmen Kandidat Zweitstimmen
CDU 36,9 Prozent Baumann 36,0 Prozent
SPD 38,6 Prozent Modder 38,6 Prozent
BĂŒndnis 90
Die GrĂŒnen
7,0 Prozent Janssen-Kucz 5,5 Prozent
FDP 4,2 Prozent Wendel-Neemann 4,8 Prozent
Die Linke 6,3 Prozent Wagner 7,5 Prozent
Die Friesen 6,1 Prozent Janssen 4,5 Prozent

Bundestag

Bunde gehört zum Bundestagswahlkreis Unterems (Wahlkreis 26), der aus dem Landkreis Leer und dem nördlichen Teil des Landkreises Emsland besteht. Der Wahlkreis wurde zur Bundestagswahl 1980 neu zugeschnitten und ist seitdem unverĂ€ndert. Bislang setzten sich in diesem Wahlkreis ausschließlich CDU-Kandidaten durch. WĂ€hrend in fast allen Kommunen des Landkreises Leer die SPD vor der CDU lag, fĂŒhrte letztere in den Kommunen des nördlichen Emslandes sehr deutlich – viel deutlicher, als die SPD im Leeraner Raum vor der CDU lag.[47] Im Bundestag wird der Wahlkreis von der CDU-Abgeordneten Gitta Connemann aus Leer vertreten. Bei der Bundestagswahl 2009 ergaben sich folgende Ergebnisse:[48]

Partei Erststimmen Kandidat Zweitstimmen
CDU 45,2 Prozent Connemann 39,1 Prozent
SPD 29,3 Prozent Borde 27,6 Prozent
BĂŒndnis 90
Die GrĂŒnen
7,4 Prozent Lenger 7,5 Prozent
FDP 9,5 Prozent Goldmann 12,8 Prozent
Die Linke 7,4 Prozent Junker 8,7 Prozent

Kommunalhaushalt

In den Jahren 2008 und 2009 verzeichnete die Gemeinde Bunde wegen einer ungewöhnlich hohen Nachzahlung Gewerbesteuereinnahmen von 5,3 und 5,9 Millionen Euro.[49] 2010 beliefen sich die Einnahmen jedoch nur noch auf etwas mehr als eine Million Euro. Der Haushalt 2011 ist ausgeglichen.[50]

Wappen

Blasonierung: „In Blau auf silbernen Wellen ein silberner Dreimastsegler mit gerefften Segeln und je einem Wimpel an den Mastspitzen.“[51] Das Schiff deutet auf die Lage am Dollart und die Seefahrtstradition in Bunde hin und erinnert daran, dass Bunde nach den DollarteinbrĂŒchen einen Hafen besaß.

Gemeindepartnerschaft

Derzeit besteht keine Gemeindepartnerschaft. Allerdings hatte die frĂŒhere Gemeinde Bunde mit der frĂŒheren Gemeinde Neuschanz eine Partnerschaft geschlossen.

Religionen

Christentum

In Ostfriesland wurde bereits im frĂŒhen 16. Jahrhundert die Reformation eingefĂŒhrt. Wie das gesamte Rheiderland ist die Gemeinde Bunde heute calvinistisch geprĂ€gt. In der Kirchengemeinde der ehemaligen „Martinskirche“ aus dem 13. Jahrhundert sind um 1528 zwei reformierte Pastoren nachweisbar. In den nĂ€chsten 350 Jahren (1531 bis 1881) standen nacheinander 21 Pastoren der Gemeinde vor. WĂ€hrend der Amtszeit von Hermann Tholens (1855–1881) gab es verschiedene Kandidaten, die als Hilfsprediger dienten. Daraus entstand eine zweite Pfarrstelle, die in jĂŒngster Zeit wieder reduziert wurde. In Wymeer ist ab 1564 ein reformierter Pastor nachweisbar.[52] In Ditzumerverlaat entstand 1887 eine reformierte Kirchengemeinde und 1895 eine eigene Kirche, um den Fischern und Schiffern den Weg nach Ditzum zu ersparen. Nach der Eindeichung von Landschaftspolder im Jahr 1752 wurde 1768 die Landschaftspolder Kirche errichtet, die bis 1922 einen eigenen Pastor hatte,[53] seitdem aber von Ditzumerverlaat betreut wird. Heute versorgen drei reformierte Pastoren die Gemeinde Bunde (Bunde, Ditzumerverlaat/Landschaftspolder und Wymeer).

Neben den reformierten Gemeinden findet sich auch eine altreformierte Gemeinde, die 1858 gegrĂŒndet wurde. Nachdem man sich Jahre in einer hölzernen Scheune versammelt hatte, wurde 1859 ein KirchengebĂ€ude an der Weenerstraße gebaut, das 1965 einem grĂ¶ĂŸeren GebĂ€ude wich. Die lutherische Gemeinde ist jĂŒngeren Datums und wurde gegrĂŒndet, als sich nach dem Zweiten Weltkrieg Heimatvertriebene in Bunde ansiedelten. Nach der Errichtung der Kirche an der MĂŒhlenstraße im Jahr 1967 erlangte die lutherische Kirchengemeinde 1969 ihre SelbststĂ€ndigkeit.[54]

Katholiken gibt es kaum, sie gehören zur Gemeinde in Weener. Die Baptistengemeinde Ditzumerverlaat wurde 1865 gegrĂŒndet. 1875 kam es zu einer NeugrĂŒndung und 1899 zum Bau der Kapelle. Diese drohte wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs enteignet und in ein Gefangenenlager umgebaut zu werden, was schließlich noch verhindert werden konnte. Die Baptisten in Wymeer wurden zunĂ€chst als Zweiggemeinde von Ihren betreut, 1893 aber zu einer eigenstĂ€ndigen Station. Die Friedenskapelle datiert aus dem Jahr 1900. Seit 1921 teilt sich die Gemeinde einen Pastoren mit der Baptistengemeinde in Ditzumerverlaat.[55]

Landeskirchen
Kirchengemeinde Bild GrĂŒndung Mitglieder[56]
Evangelisch-reformierte Kirche
Kirchengemeinde Bunde ChurchBundeRef.jpg um 1528 ± 3.200
Kirchengemeinde Landschaftspolder ChurchLandschaftspolder.jpg 1766 63
Kirchengemeinde Ditzumerverlaat ChurchDitzumerverlaatRef.jpg 1887 794
Kirchengemeinde Wymeer ChurchWymeer.JPG 1564[52] 986
Evangelisch-lutherische Kirche
Emmaus-Kirchengemeinde Bunde Emmauskirche Bunde.jpg 1969 ± 800
Freikirchen
Kirchengemeinde Bild GrĂŒndung Mitglieder
Evangelische Freikirchen
Ev.-altreformierte Kirchengemeinde Bunde ChurchBundeOldRef.jpg 1858 405
Baptistengemeinde Wymeer ChurchWymeerBapt.jpg 1893 17[57]
Baptistengemeinde Ditzumerverlaat ChurchDitzumerverlaatBapt.jpg 1865/1875 19[57]
Freie ev. Bibelgemeinde Boen Bibelgemeinde Boen.JPG 1989

Judentum

In der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts nahm die JĂŒdische Gemeinde Bunde zahlenmĂ€ĂŸig zu, sodass 1845 der Bau einer Synagoge beantragt wurde. Diese wurde 1854 an der Kreuzstraße (heute: Kirchring) errichtet und bot auch Raum fĂŒr eine jĂŒdische Elementarschule. 1883 erwarb der jĂŒdische Schulverband das NachbargrundstĂŒck und baute dort eine Lehrerwohnung mit einem Schullokal und dem rituellen Frauenbad. UrsprĂŒnglich wurden die Verstorbenen der Synagogengemeinde in Neuschanz beigesetzt. Als die weitere Nutzung 1874 von der dortigen jĂŒdischen Gemeinde untersagt wurde, erwarb die jĂŒdische Gemeinde im selben Jahr ein GrundstĂŒck fĂŒr einen Friedhof am Leege Weg, der bis heute erhalten ist.[58] Nachdem ab 1933 viele Juden Bunde verlassen hatten, konnten keine Gottesdienste mehr stattfinden, sodass die Synagoge im Jahr 1938 verkauft wurde. 1942 wurde die letzte ansĂ€ssige jĂŒdische Familie deportiert. Heute existiert keine jĂŒdische Gemeinde mehr in Bunde.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Museen

Alte landwirtschaftliche Maschinen im Dollartmuseum

Im Ortsteil Bunderhee steht das Steinhaus Bunderhee, eine Burganlage des 14. Jahrhunderts, die im 18. Jahrhundert um ein Wohnhaus erweitert wurde. Das eigentliche Steinhaus ist der dreigeschossige Turm, der als Schutz- und Speicherbau sowie als HĂ€uptlingssitz diente. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert reichte der Dollart in seinen AuslĂ€ufern an das Steinhaus heran. Als im 16. Jahrhundert friedlichere Zeiten anbrachen, baute man die beiden Obergeschosse zu WohnrĂ€umen um. Sie erhielten Kamine und weitere FensterdurchbrĂŒche. Das eingeschossige barocke Wohnhaus wurde in den Jahren 1712 bis 1735 angebaut und blieb fĂŒr 200 Jahre im Besitz der Familie Johannes van Heteren. Durch den Anbau wurde die Turmanlage zum Hinterhaus und konnte die Jahrhunderte im Wesentlichen unverĂ€ndert ĂŒberstehen. 2010/2011 wurde das Steinhaus aufwĂ€ndig saniert. Es soll zukĂŒnftig einem Museum als Sitz dienen, das unter anderem die Geschichte der ostfriesischen HĂ€uptlinge dokumentiert.[59]

Der „Natur- und Kulturpark Dollart“ wurde 1997 im Bunder Wiemannshof eröffnet. Im Zentrum steht das Dollartmuseum, das in einem Gulfhof aus dem 18. Jahrhundert und der Hofstelle untergebracht ist. WĂ€hrend das Wohnhaus in ein Restaurant umgebaut wurde, beherbergt der Scheunenteil eine Filiale des Heimatmuseums in Weener und informiert ĂŒber die Siedlungsgeschichte und Wirtschaft des Ortes und die Geschichte des Dollarts.[60] Das Museum wird ergĂ€nzt durch eine Fahrradroute bis an die Meeresbucht, wo man sich vor Ort mithilfe der Beschilderungen ĂŒber den Deichbau und die Landgewinnung informieren kann.[61]

Bauwerke

Langhaus und Chor der Reformierten Kirche in Bunde

Kirchen und Orgeln

Zwei markante Wahrzeichen Bundes sind weithin sichtbar: Kirche und MĂŒhle. Die Reformierte Kirche in Bunde (ehemals St. Martin) hat einen kreuzförmigen Grundriss mit einem romanischen Langschiff aus dem frĂŒhen 13. Jahrhundert, einem Querschiff und einem Chor aus der Zeit um 1280.[62] Im Laufe der Jahrhunderte war die Backsteinkirche außen und innen manchen baulichen VerĂ€nderungen unterworfen. Die beiden ChorflankentĂŒrme aus dem 13. Jahrhundert sind nicht erhalten; stattdessen prĂ€gt ein architektonisch unpassender Westturm aus dem Jahr 1840 das Ă€ußere Bild.[63] Sehenswert sind der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert sowie Kanzel und GestĂŒhl aus Eichenholz mit Intarsien aus dem Jahr 1720. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt der hölzerne Lettner. Von der historischen Orgel, die Hinrich Just MĂŒller 1793 fertigstellte, ist nur noch der Ă€ußere Prospekt vorhanden,[64] das Orgelinnere wurde 1965 von Karl Schuke (Berlin) gefertigt.

Die Landschaftspolder Kirche von 1768 ist die einzige historische Kirche in den ostfriesischen Poldergebieten.[65] Erst im nach 1950 eingedeichten Leybuchtpolder wurden in einem Polder wieder Kirchen errichtet. Die Orgel erbaute Gerhard Janssen Schmid im Jahr 1814; sie wurde 1987/1988 durch die Krummhörner Orgelwerkstatt rekonstruiert. Die Reformierte Kirche in Wymeer datiert von 1886. Die neugotische Saalkirche wurde anstelle eines spĂ€tgotischen VorgĂ€ngerbaus errichtet, der im 19. Jahrhundert der gewachsenen Gemeinde nicht mehr genĂŒgte. Der frei stehende Glockenturm wurde im Jahr 1788 erbaut und die fast vollstĂ€ndig erhaltene Orgel von Johann Diepenbrock stammt aus dem Jahr 1888. Kanzel und Abendmahlstisch sind aus dem 16. Jahrhundert und wurden ins neue GebĂ€ude ĂŒbernommen. Die Reformierte Kirche in Ditzumerverlaat entstand 1896 ebenfalls im neugotischen Stil. Sie wurde auf Wunsch der 1887 gegrĂŒndeten Kirchengemeinde gebaut, um den Fischern und Seeleuten des Orten den weiten Fußweg zur Ditzumer Kirche zu ersparen. 1899 wurde die Baptistenkapelle Ditzumerverlaat als eines der kleinsten GotteshĂ€user in Ostfriesland errichtet.

Neben den vier reformierten Kirchen im Gebiet der Gemeinde befinden sich in der Bunder Ortsmitte zwei weitere evangelische Kirchen, die in den 1960er Jahren errichtet wurden. Der Neubau der evangelisch-altreformierten Kirche stammt aus dem Jahr 1965 als Ersatz fĂŒr einen abgĂ€ngigen und zu klein gewordenen VorgĂ€ngerbau. Im Jahr 1980 schuf die Firma Alfred FĂŒhrer aus Wilhelmshaven die Orgel, die weite Beachtung erfahren hat. Die Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde wurde 1967 fertiggestellt. Die Orgel fĂŒr diese Kirche baute die Firma Paul Ott aus Göttingen im Jahr 1971.

MĂŒhlen

Bereits um 1500 standen mehrere kleine MĂŒhlen im Bunder WĂŒpping. 1530 wurde dort eine große MĂŒhle gebaut, die 1594 nach Holland verkauft wurde. Die Bunder MĂŒhle ist der drittgrĂ¶ĂŸte GaleriehollĂ€nder Ostfrieslands nach denjenigen in Hage und Aurich (StiftsmĂŒhle). Sie wurde 1869 erstmals als zweistöckiger GaleriehollĂ€nder erbaut. Nach einem Brand wurde sie 1911 zu einem vierstöckigen GaleriehollĂ€nder erweitert. Die Bunder MĂŒhle wurde vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Bunde nach abgeschlossener Restaurierung 1998 wieder in Betrieb genommen. Von der auf das Jahr 1753 zurĂŒckgehenden KönigsmĂŒhle in der MĂŒhlenstraße ist nur der Stumpf und von der Deekschen MĂŒhle (1804) in Ditzumerverlaat der Achtkant erhalten.[66] Auch in Bunderhee (1859) und Wymeer (um 1869) gibt es noch MĂŒhlenstĂŒmpfe.

Am Wynhamster Kolk steht eine kleine Wind-WasserschöpfmĂŒhle aus dem Jahr 1804. Der ErdhollĂ€nder diente bis in die 1950er Jahre durch das Wirkprinzip der archimedischen Schrauben der EntwĂ€sserung des tief gelegenen Gebietes, das mit 2,51 Meter unter NN einer der tiefsten Punkte in Deutschland ist. Ein Zubringerschöpfwerk mit Elektropumpen machte die MĂŒhle ĂŒberflĂŒssig, die anschließend in mehreren Etappen renoviert wurde.[67]

Gulfhöfe und weitere GebÀude

Außergewöhnlich großer Gulfhof in Landschaftspolder

Der Reichtum der Bauern in den Poldern am Dollart, den sogenannten PolderfĂŒrsten, erlaubte den Bau von teils außerordentlich großen Gulfhöfen. Beispiele hierfĂŒr finden sich im Ortsteil Landschaftspolder, wo die Scheunen in Hallenbauweise in der Regel aus sechs Gulfen mit einer GrundflĂ€che von je etwa 9 mal 6 Meter und einer mittleren Firsthöhe von ĂŒber 10 m bestehen und hĂ€ufig als Doppelhöfe konzipiert sind.[68] Einer der Höfe hat selbst fĂŒr die Seemarschgebiete in Ostfriesland außerordentlich große Ausmaße und verfĂŒgt im 1882 neu und grĂ¶ĂŸer errichteten Wohnteil ĂŒber einen nördlichen QuerflĂŒgel, wĂ€hrend im SĂŒden eine Feldscheune parallel angebaut wurde.[69]

In Bunderhee steht ein 1887 errichtetes und 2009 saniertes Herrenhaus eines Gutshofs. Das stuckverzierte GebĂ€ude wird inzwischen vom Windenergie-Unternehmen Enova als Firmensitz genutzt.[70] Eine ganze Reihe von GebĂ€uden und Anlagen im Gemeindegebiet stehen unter Denkmalschutz: Im Hauptort sind dies die Kirche samt Pfarrhaus und Friedhof, der ehemalige Bahnhof, ein Hotel, zwei Villen, fĂŒnf WohnhĂ€user, vier Gulfhöfe, ein Lagerhaus, die ehemalige Schmiede sowie die WindmĂŒhle. Wymeer verfĂŒgt in Gestalt der Kirche und des Friedhofs, des Zöllnerhauses, eines Moorkolonistenhauses und mehrerer Höfe ĂŒber denkmalgeschĂŒtzte Bauten.[52]

Schutzgebiete

BlĂŒhende Heide im Hochmoor Wymeer

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zwei Naturschutzgebiete und ein Landschaftsschutzgebiet. Das Naturschutzgebiet Hochmoor Wymeer ist eine 52 Hektar große FlĂ€che im Bunder Ortsteil Wymeer und steht seit 1983 unter Naturschutz.[71] Das Naturschutzgebiet SĂŒderkolk zwischen Bunderhee und dem Weeneraner Ortsteil St. Georgiwold umfasst 11 Hektar und ist seit 1977 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bei dem Kolk handelt es sich um eine nach einem Deichbruch ausgespĂŒlte FlĂ€che, die den östlichsten Punkt des Dollartdurchbruchs von 1509 markiert. Der Kolk verlandet langsam.[72] Um den Kolk herum befindet sich das 55 Hektar große Landschaftsschutzgebiet Norderkolk und Umgebung, das ein Jahr spĂ€ter unter Schutz gestellt wurde.

Weiterhin sind mehrere EinzelbĂ€ume seit 2005 als Naturdenkmale geschĂŒtzt. In Wymeer stehen eine Linde und eine Blutbuche sowie eine „MĂŒhlenbaum“ genannte Linde unter Schutz, im Hauptort Bunde zwei Blutbuchen.[73]

Sport

Universalsportvereine sind der TV Bunde, der SV Wymeer-Boen und der TuS Ditzumerverlaat. Der im Jahre 1909 gegrĂŒndete Turnverein Bunde e.V. ist mit ĂŒber 1300 Mitglieder der grĂ¶ĂŸte Verein der Gemeinde und bietet die Sparten Turnen, Fußball, Tennis, Tischtennis, Schwimmen, Handball und Leichtathleitik an.[74] Der Sportverein Wymeer-Boen wurde am 9. Juni 1956 gegrĂŒndet. Im GrĂŒndungsjahr hatte der Verein eine Fußball- und Tischtennisabteilung mit zusammen 79 Mitglieder. SpĂ€ter kamen noch eine Leichtathletik- und Schießabteilung hinzu. Seit 1985 veranstaltet der Verein jĂ€hrlich den Internationalen Volkswandertag in Wymeer. Die am letzten Septemberwochenende stattfindende Laufveranstaltung lockt alljĂ€hrlich zwischen 600 und 700 Teilnehmer. Die grĂ¶ĂŸte Teilnehmerzahl betrug ĂŒber 1.000 Personen.[75] Der TuS Ditzumerverlaat e.V. 1924 wurde im April 1924 als Turnverein Dollart gegrĂŒndet. Nach dem Zweiten Weltkrieg Ă€nderte der Verein seinen Namen. Er bietet die Sparten Fußball, Turnen, Tischtennis, Schwimmen, Fitness und Badminton.[76] In mehreren Vereinen werden die Friesensportarten Boßeln und Klootschießen betrieben. Weiterhin gibt es eine Ortsgruppe der DLRG, einen SchĂŒtzenverein sowie den Reit- und Fahrverein Rheiderland mit Sitz in Bunderhee. Der Angelsportverein Rheiderland bewirtschaftet auch in der Gemeinde Bunde GewĂ€sser.

Das Sportzentrum Mölenland im Hauptort Bunde verfĂŒgt ĂŒber drei SportplĂ€tze, zwei Turnhallen, einen Mehrzweckplatz, zwei TennisplĂ€tze, eine Leichtathletikbahn ĂŒber 400 Meter, eine Skaterbahn und ein Hallenbad, das das einzige im Rheiderland ist. Im Hauptort gibt es zudem eine Tennishalle und in Bunderhee eine Reithalle. Ditzumerverlaat und Wymeer verfĂŒgen ĂŒber kĂŒnstliche Eisbahnen zum Schlittschuhlaufen im Winter.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Im Ortsteil Ditzumerverlaat finden jĂ€hrlich Pullstocksprungmeisterschaften im Rahmen des Verlaatjer Pfingstmarktes statt, mit denen an diese alte Querungsweise der zahlreichen kleinen GewĂ€sser erinnert wird. In Bunde wird alljĂ€hrlich der traditionelle, mehrtĂ€gige Pfingstmarkt gefeiert, zu dem ein Rahmenprogramm, Verkaufsbuden und FahrgeschĂ€fte mehrere Tausend Besucher anlocken. Erstmals wurde die Kirmes im Jahr 1773 am Pfingstdienstag durchgefĂŒhrt und in den Jahren 1850, 1970 und 1995 um je einen Tag erweitert.[77] Zu Ostern werden an verschiedenen Stellen Osterfeuer entzĂŒndet. Der Wochenmarkt wird jeden Donnerstagmorgen vor dem Bunder Rathaus, der Weihnachtsmarkt auf dem GelĂ€nde der Bunder MĂŒhle und die zweijĂ€hrliche Gewerbeschau im September im innerörtlichen Industriegebiet in Bunde abgehalten. Im „Haus der Begegnung“ findet monatlich ein Sonntagmorgen-Konzert der örtlichen Chöre und Musikgruppen und jede Woche eine Teestube statt, deren Erlös der Behinderteneinrichtung zugutekommt. Auch die jĂ€hrlichen Benefizveranstaltungen von Verlaat helpt, vorwiegend auf der „Oldebooms Warf“ in Ditzumerverlaat, kommen einem wohltĂ€tigen Zweck zu. Die kulturell geprĂ€gte Bunder Woche im SpĂ€tsommer und das Straßenfest Euro-Fete werden im jĂ€hrlichen Wechsel veranstaltet.

Sprache

In der Gemeinde Bunde werden neben Hochdeutsch noch Ortsdialekte des Ostfriesischen Platts gesprochen, die wie das Niederdeutsche im gesamten reformiert geprĂ€gten Westen Ostfrieslands im Laufe der Jahrhunderte einen besonders starken niederlĂ€ndischen Einfluss erfahren haben.[78] Noch bis 1871 wurden in Bunde alle EintrĂ€ge in den KirchenbĂŒchern auf NiederlĂ€ndisch vorgenommen. Da die meisten Gemeindeglieder des Hochdeutschen nicht mĂ€chtig wĂ€ren, wurde bis weit ins 19. Jahrhundert hinein, trotz gegenteiliger Anordnungen der Obrigkeit, auf NiederlĂ€ndisch gepredigt und wurden die niederlĂ€ndischen Psalmen gesungen. Erst 1936 verschwand die niederlĂ€ndische Sprache durch Verbot schließlich auch aus den Gottesdiensten der altreformierten Gemeinde.[79] Heute spielt das NiederlĂ€ndische unter den deutschen Einwohnern in der Gemeinde nur noch insofern eine Rolle, als dass es starke Einsprengsel des NiederlĂ€ndischen in den lokalen plattdeutschen Dialekt gibt. Durch die Zuwanderung von NiederlĂ€ndern in den vergangenen Jahren wird jedoch wieder vermehrt NiederlĂ€ndisch gesprochen, wenn auch nicht im öffentlichen Sprachverkehr, sondern bei den NeubĂŒrgern zu Hause.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bunde ist geprĂ€gt von Landwirtschaft und Tourismus. Die Gemeinde ist kaum industrialisiert. Neben einem Gewerbegebiet im Hauptort ist nach dem Bau der A 280 auch ein Gewerbegebiet an der Anschlussstelle Bunde-West in unmittelbarer NĂ€he zur niederlĂ€ndischen Grenze entstanden, in dem sich unter anderem einige Industriebetriebe angesiedelt haben. FĂŒr das Gemeindegebiet ĂŒbernimmt der Hauptort Bunde die Aufgaben in der Nahversorgung.

Bunde ist eine Auspendler-Gemeinde. In der Kommune sind (Stand: 2007) 1.851 Personen als sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigte gemeldet, am Arbeitsort Bunde gibt es hingegen nur 817 sozialversicherungspflichtige BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse. 438 Einpendlern aus anderen Gemeinden stehen 1.472 Bunder Auspendler gegenĂŒber.[80]

Daten zur Arbeitslosigkeit in der Gemeinde selbst werden nicht erhoben. Im GeschĂ€ftsbereich Leer der Agentur fĂŒr Arbeit, der den Landkreis Leer ohne Borkum umfasst, lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2010 bei 7,8 Prozent.[81] Sie lag damit 0,7 Prozentpunkte ĂŒber dem niedersĂ€chsischen Durchschnitt.

AnsÀssige Unternehmen

Der SanitĂ€rprodukte-Produzent Bioclean hat seinen Sitz in der Gemeinde, ebenso der auf Bade- und Duschwannen sowie Waschbecken spezialisierte Hersteller Sani-Art. In der Gemeinde befindet sich eine Niederlassung des KleinklĂ€ranlagen-Herstellers Biorock. Der Verpackungshersteller Weidenhammer fertigt ebenfalls in Bunde.[82] Alle erwĂ€hnten Unternehmen sind im Gewerbegebiet Bunde-West beheimatet. Dort finden sich auch mehrere Niederlassungen oder Tochterfirmen von niederlĂ€ndischen Unternehmen.[83] Im Ortsteil Bunderhee ist das Unternehmen Enova mit rund 35 Mitarbeiter beheimatet, das sich auf die Projektierung von Offshore-Windparks spezialisiert hat.[84]

Landwirtschaft

Gulfhof im Polderland

Die Gemeinde ist seit Jahrhunderten von der Landwirtschaft geprĂ€gt. Der Kolonisierung der Moore im SĂŒdosten des Gemeindegebiets durch das Upstreek-Recht folgte die landwirtschaftliche Nutzung. Die Einpolderungen im Nordwesten schufen wertvolle Böden, die bis zum heutigen Tage fĂŒr den Ackerbau genutzt werden. Auf den (teils ĂŒberschlickten) Moorböden sowie den Geestböden hingegen wird der Milchwirtschaft der Vorzug gegeben. Ackerbau wird dort lediglich im Rahmen des Futtermittelbaus betrieben, vor allem Mais. Die BodengĂŒte ist im Gemeindegebiet sehr unterschiedlich: WĂ€hrend in den Moorgebieten Wymeers und Boens eine Bodenwertzahl von 30 erreicht wird, liegt der Wert in den Poldergebieten, etwa in Landschaftspolder, bei 90 bis 93.

Die Besitzstruktur ist sehr unterschiedlich. In den Geest- und Moorgegenden Ostfrieslands sind die Landwirte zumeist selbst die EigentĂŒmer ihrer FlĂ€chen. In den Marschgebieten Ostfrieslands hingegen werden im Durchschnitt 40 Prozent der Höfe gepachtet. In den Poldern der Gemeinde Bunde liegt dieser Wert jedoch bei etwa 65 Prozent, was in Ostfriesland von keiner anderen Gemeinde erreicht wird.

In den Poldern im Nordwesten wird vornehmlich Getreide angebaut, in geringerem Umfang auch HackfrĂŒchte. Die hohe Bodenwertzahl erlaubt hohe ErtrĂ€ge. Die Milchwirtschaft im SĂŒdosten des Gemeindegebietes trĂ€gt dazu bei, dass der Landkreis Leer zu den zehn grĂ¶ĂŸten Milcherzeuger-Landkreisen Deutschlands zĂ€hlt.[85] Da jedoch nur auf einem Teil des Gemeindegebietes Milchwirtschaft betrieben wird, ist der Anteil in einigen anderen Gemeinden des Landkreises höher.

Wie in anderen landwirtschaftlich geprĂ€gten Gemeinden Ostfrieslands auch, ist in der Gemeinde Bunde eine Tendenz zur BetriebsvergrĂ¶ĂŸerung festzustellen. Damit einher geht eine Abnahme der Zahl der Höhe. Waren beispielsweise im Bereich Wymeer/Boen 1961 noch 51 landwirtschaftliche Betriebe ansĂ€ssig, so ging die Zahl bis 2001 auf 36 und 2005 noch 30 zurĂŒck.

Die Milchlandwirte leiden seit einigen Jahren unter einem sehr geringen Milchpreis. ZusatzeinkĂŒnfte verdienen sich Landwirte durch das Aufstellen von Windkraftanlagen oder die Gewinnung von Energie aus Biomasse.[86] Außerdem vermieten einzelne Landwirte Zimmer an FeriengĂ€ste unter dem Motto Urlaub auf dem Bauernhof.

Schafe spielen im Wesentlichen noch bei der Deichunterhaltung eine Rolle. Sie trampeln mit ihren Hufen den Deich fest und halten zugleich die Grasnarbe niedrig. Die SchĂ€ferei hat jenseits dieser Rolle in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Die Ziegen- und Schweinehaltung ist im Vergleich zur Rinderhaltung ohne grĂ¶ĂŸere Bedeutung. Im Rahmen der Direktvermarktung (auch im Nebenerwerb) gibt es Ausnahmen von diesen genannten Tendenzen.[87] Einzelne Landwirte haben sich auf Bio-Produkte spezialisiert.[88]

Die landwirtschaftliche Nutzung ist in den vergangenen Jahrzehnten durch Flurbereinigungen erleichtert worden. So gelang im Bereich Boen/Wymeer in den Jahren von 1982 bis 2001 ein Verfahren zur AusfĂŒhrung, das 288 Teilnehmer hatte und ein Gebiet von 1481 Hektar umfasste, also 12,2 Prozent der gesamten GemeindeflĂ€che.

Tourismus

Bunde ist Station der NiedersĂ€chsischen MĂŒhlenstraße

Tourismus hat in den vergangenen rund drei Jahrzehnten klar an Bedeutung gewonnen. 2009 wurden in der Gemeinde Bunde etwas mehr als 33.000 Ăœbernachtungen gezĂ€hlt, ein sehr leichter RĂŒckgang gegenĂŒber dem Vorjahr, jedoch fast zehnmal so viele wie 1982, als lediglich 3.413 registriert wurden. Von den Übernachtungen 2009 entfielen 11.634 auf Ferienwohnungen, 8.648 auf FerienhĂ€user und 6.215 auf Hotels und Gasthöfe. Im eigenen Wohnmobil nĂ€chtigten 5.611 GĂ€ste.[89] Die Unterkunftsbetriebe in der Gemeinde stellen rund 300 GĂ€stebetten in zwei Hotels sowie Gasthöfen, FerienhĂ€usern, Ferienwohnungen oder Pensionen zur VerfĂŒgung.[90] DarĂŒber hinaus gibt es im Ortsteil Ditzumerverlaat das Haus des Gastes, das fĂŒr Gruppen- oder Schulungsreisen verwendet werden kann. In Ditzumerverlaat finden sich weitere Wohnmobil-StellplĂ€tze. Seit 1998 ist die Gemeinde „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Vogelbeobachtung am „Guckkasten“ an der Wattgrenze des Dollarts

Mit den MĂŒhlen in Bunde und Ditzumerhammrich liegt die Gemeinde an der touristischen Themenroute NiedersĂ€chsische MĂŒhlenstraße. Die Bunder MĂŒhle kann besichtigt und auf Anfrage ein „MĂŒhlen-Diplom“ absolviert werden. Bunde ist zudem eine Station in der Internationalen Dollardroute, einem mehr als 200 Kilometer langen Rundkurs fĂŒr Radfahrer durch Ostfriesland, Papenburg und die Provinz Groningen, der jedes Jahr Anfang Mai eröffnet wird. Der Bunder Abschnitt betrĂ€gt etwa 30 Kilometer. Zur StĂ€rkung werden entlang der Strecke in den „Melkhuske“ (MilchhĂ€uschen) in Bunde und Wymeer frische Milchprodukte angeboten.[91] In Ditzumerverlaat befindet sich eine Paddel-und-Pedal-Station.

Einzelne Landwirte laden zu speziellen Veranstaltungen ein, etwa in Heinitzpolder zur Aktion „FrĂŒhstĂŒck sucht Gast“[92] oder in Landschaftspolder zum „Tag der offenen Gartenpforte“.[93]

RundblÀttriger Sonnentau im Hochmoorgebiet Wymeer

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bietet regelmĂ€ĂŸig gefĂŒhrte Touren in Vogelrastgebieten an. An der Wattgrenze des Dollarts wurde 1994 der Beobachtungsturm „Kiekkaaste“ errichtet.[94] Er befindet sich mitten im Schilf in der NĂ€he der Schleusenanlage Nieuwe Statenzijl und ist ĂŒber einen Stiefelpfad (Marcelluspfad) zu erreichen. Hier können Wattvögel, Greifvögel, im Herbst durchreisende Zugvögel und gelegentlich Seehunde beobachtet werden. Auf diese Weise bleibt die Vogelwelt in den umliegenden Salzwiesen ungestört. Im Wymeerer Hammrich ermöglicht ein reetgedeckter Vogelbeobachtungsturm seit dem Jahr 2000 Einblicke in die Moorlandschaft und ihre Biotope. Seltene Vogelarten wie Blaukehlchen und Flussseeschwalben, fĂŒr die ein mit Kies bedecktes Brutfloß auf dem See ausgebracht wurde, werden durch eine begrĂŒnte Sichtschutzwand abgeschirmt. Im Hochmoorgebiet von Wymeer befindet sich ein Moorlehrpfad, fĂŒr den FĂŒhrungen angeboten werden. Aus SicherheitsgrĂŒnden (Rutsch- und Bruchgefahr) mussten die Aussichtsplattform und die Bohlenwege wieder entfernt werden. Seltene Pflanzenarten wie Sonnentau, Gagelstrauch und Wollgras und Tiere wie die Waldeidechse und Kreuzotter sind hier beheimatet.[95]

Verkehr

Verkehrsachsen in Ostfriesland: Bunde (an der Grenze zu den Niederlanden) verfĂŒgt ĂŒber eine gute Autobahnanbindung

Verkehrlich erschlossen wird die Gemeinde in erster Linie durch die Autobahnen 31 und 280. Bunde besitzt zwei Autobahnauf- und -abfahrten; eine davon direkt am Gewerbegebiet Bunde-West (A 280), unmittelbar vor der Grenze zu den Niederlanden. Die zweite Auffahrt ist die Anschlussstelle Weener(/Bunde) an der A 31. Diese Autobahn, die Emden mit dem Ruhrgebiet verbindet, verlĂ€uft nahezu genau auf der Ostgrenze der Gemeinde zur Stadt Weener, die kurze A 280 verbindet die A 31 mit dem niederlĂ€ndischen Rijksweg 7.

Die Landesstraße 16 beginnt nahe Ditzum in der Nachbargemeinde Jemgum und fĂŒhrt in sĂŒdlicher Richtung ĂŒber Bunderhee nach Bunde, wo die Straße an der Ansschlussstelle Weener an der A 31 nahtlos in die Bundesstraße 436 in Richtung Leer ĂŒbergeht. Die L 17 fĂŒhrt von der Nachbarstadt Weener ĂŒber Boen und Wymeer zure niederlĂ€ndsichen Grenze. Die Anbindung der weiteren Ortschaften erfolgt ĂŒber Kreisstraßen.

Der Bunder Bahnhof an der Bahnstrecke Leer–Groningen ist nicht mehr in Betrieb. Die nĂ€chsten Bahnhöfe sind jetzt Weener und Nieuweschans, der nĂ€chstgelegene Fernbahnhof mit Anschluss an das nationale InterCity-Netz befindet sich in Leer. Das Bunder BahnhofsgebĂ€ude soll umgebaut werden und Wohnungen sowie die örtliche Polizeistation beherbergen.

Busse bilden somit das RĂŒckgrat des öffentlichen Nahverkehrs. Die Bahn-Tochter Weser-Ems-Bus bedient mehrere Linien, die Bunde mit dem Umland verbinden: Die Linie 620 fĂŒhrt von Leer ĂŒber Weener nach Bunde und weiter ins niederlĂ€ndische Nieuweschans. Die Linie 624 beginnt in Leer und fĂŒhrt ĂŒber Weener nach Kanalpolder am Dollart. Die Buslinie 632 schließlich verlĂ€uft vom Weeneraner Stadtzentrum ĂŒber Boen nach Wymeer und bindet das sĂŒdliche Gemeindegebiet an. Durch die in Bunde beginnende Buslinie 641 ist das Gemeindegebiet auch mit Papenburg verbunden. WĂ€hrend die Linie 620 (Leer-Nieuweschans) im Stundentakt verkehrt, sind die anderen Linien im Wesentlichen auf die BedĂŒrfnisse des Schulverkehrs ausgerichtet, stehen aber natĂŒrlich auch anderen FahrgĂ€sten offen.

Der nĂ€chstgelegene Flugplatz ist der Flugplatz Leer-Papenburg im Leeraner Stadtteil NĂŒttermoor. Der nĂ€chstgelegene internationale Verkehrsflughafen mit Linienverkehr ist der Flughafen Bremen.

Medien

Bunde liegt im Verbreitungsbereich der beiden lokalen Tageszeitungen Rheiderland-Zeitung und Ostfriesen-Zeitung. WĂ€hrend die in der Nachbarstadt Weener erscheinende Rheiderland-Zeitung ihre Leserschaft im gleichnamigen Landstrich hat, ist die in Leer erscheinende Ostfriesen-Zeitung die einzige, die in der gesamten Region Ostfriesland (mit verschiedenen Lokalausgaben) verbreitet wird. Redaktionell betreut wird die Gemeinde Bunde in beiden FĂ€llen von Weener aus. Aus der Gemeinde berichtet zudem der BĂŒrgerrundfunk-Sender Radio Ostfriesland. Verschiedene anzeigenfinanzierte BlĂ€tter runden das Medienangebot ab.

Bildung

In der Gemeinde gibt es je eine Grundschule in Bunde, Wymeer und Ditzumerverlaat sowie die Haupt- und Realschule Bunde, die seit 1. August 2007 Ganztagsunterricht anbietet. Wegen zu geringer SchĂŒlerzahlen in Ditzumerverlaat werden die SchĂŒler der dortigen Grundschule in sogenannten Kombi-Klassen unterrichtet: Erst- und ZweitklĂ€ssler sowie Dritt- und ViertklĂ€ssler bilden jeweils eine gemeinsame Klasse.[96]Zudem ist eine Außenstelle der Volkshochschule in Bunde ansĂ€ssig. Mit dem JugendbĂŒro betreibt die Gemeinde seit 2007 eine Einrichtung der offenen Jugendarbeit, die einen Teil der Kulturarbeit in der Gemeinde ĂŒbernimmt. Das Jugendzentrum im Hauptort bietet neben dem Jugendtreff mit Internet-CafĂ© auch Musikgruppen ÜbungsrĂ€ume an. Angeschlossen sind zudem ein Filmclub, ein Theaterprojekt und die Videowerkstatt „Bundes Nachrichten-Dienst“. KindertagesstĂ€tten unter Regie der Gemeinde finden sich in Wymeer und Heinitzpolder. Im Hauptort Bunde ist die evangelisch-reformierte Kirche TrĂ€ger der KindertagesstĂ€tte. Die nĂ€chstgelegenen Gymnasien und Berufsbildenden Schulen befinden sich in Leer. Die nĂ€chstgelegene Fachhochschule ist die Hochschule Emden/Leer, die nĂ€chstgelegene UniversitĂ€t ist die Carl von Ossietzky UniversitĂ€t Oldenburg.

Öffentliche Einrichtungen

Neben der Gemeindeverwaltung und ihren nachgeordneten Betrieben befindet sich im Hauptort Bunde eine Polizeistation. An der Autobahn ist in GrenznĂ€he ein Revier der Bundespolizei beheimatet. In Bunde gibt es darĂŒber hinaus eine Genehmigungsstelle fĂŒr Schwertransporte mit elf Mitarbeitern. Diese bearbeiten jĂ€hrlich etwa 11.000 Genehmigungen.[97] Die Rettungsstation fĂŒr das Rheiderland befindet sich aus geografischen GrĂŒnden in Bunde, weil das nördliche Rheiderland von dort aus schneller zu erreichen ist als aus Weener. In den Bunder Ortsteilen Wymeer[98] und Dollart/Ditzumerverlaat[99] befindet sich je eine von rund 1800 Messstellen des RadioaktivitĂ€tsmessnetzes des Bundesamts fĂŒr Strahlenschutz (BfS). Die Messstation misst die Gamma-Ortsdosisleistung (ODL) am Messort und sendet die Daten an das Messnetz. Die ĂŒber 24 Stunden gemittelten Daten können direkt im Internet abgerufen werden.[100]

Persönlichkeiten

In Bunde geboren

Dietrich MĂŒlder 1908

Zwei Personen aus dem Bereich der Theologie und Sprachwissenschaft wurden in der heutigen Gemeinde geboren. Peter Johannes de Neui (1828–1907), war einer der bedeutendsten Missionare der nordwestdeutschen Baptisten und MitbegrĂŒnder der niederlĂ€ndischen Baptisten. Er stammte aus Ditzumerverlaat. Der Altphilologe Dietrich MĂŒlder (1861–1947) wurde in Bunde geboren. Er machte sich unter anderem mit Arbeiten ĂŒber Homer einen Namen.

Im Bereich Kunst und Kultur ist die Schriftstellerin Katrin de Vries zu nennen, geboren 1959 in Heinitzpolder. Der Regisseur Hans-Erich Viet (* 1953) stammt ebenfalls aus Bunde. In seinen ersten Filmen setzte er sich mit seiner Heimatregion auseinander: „Schnaps im Wasserkessel“ von 1991 ĂŒber das Leben von Landarbeitern wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Spielfilm „Franke, Johnny und die anderen“ (1993) erhielt den Max-OphĂŒls-Preis. Viet hat unter anderem bei mehreren Folgen der Fernsehserien „Großstadtrevier“ und „Polizeiruf 110“ Regie gefĂŒhrt.

Eine Reihe von Politikern stammt aus der Gemeinde. In chronologischer Folge ist zuerst Jacques Groeneveld (1892–1983) zu nennen, NSDAP-Politiker und Landwirt aus Bunderhee. Er war von 1933 bis 1945 Reichstagsabgeordneter und hatte weitere fĂŒhrende Positionen inne. So war er unter anderem „LandesbauernfĂŒhrer der Landesbauernschaft Weser-Ems“ in Oldenburg. Theus Bracht (* 1900 in Ditzumerverlaat, gest. 1963 ebenda) war von 1947 bis zu seinem Tode Landtagsabgeordneter der SPD. Luise Schapp, geboren 1912 in Bunde, war CDU-Politikerin und Landtagsabgeordnete (1970–1978) im Wahlkreis Aurich. Sie war mit dem Philosophen Wilhelm Schapp verheiratet und in Aurich als RechtsanwĂ€ltin tĂ€tig. In Bunde wurde 1954 Reinhold Robbe geboren, SPD-Bundestagsabgeordneter von 1994 bis 2005 und anschließend fĂŒnf Jahre lang Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages. Die derzeitige Landtagsabgeordnete fĂŒr den Wahlkreis, Johanne Modder, stammt aus Bunderhee (* 1960).

Mit Bunde verbunden

Johan Sems

Der niederlÀndische Kartograf Johan Sems (1572 bis etwa 1635) war eine Zeitlang in Bunde tÀtig, wo er bei der Vermessung des Bunder Neulands Dienste leistete. Zeitweilig war er Deichgraf in Bunderneuland.

Der aus der Grafschaft Bentheim stammende reformierte Pastor Arnold Wilhelm Nordbeck war von 1886 bis 1922 Pastor in Landschaftspolder. Er grĂŒndete einen ersten Christlichen Arbeiterverein in der Gemeinde und war Wegbereiter einer ersten (Land-)Arbeitersiedlung in den Poldergebieten. Walter HerrenbrĂŒck junior (* 1939 in Leer), spĂ€terer Landessuperintendent der ev.-ref. Kirche, absolvierte in Bunde sein Vikariat.

Georg Klein (* 1953 in Augsburg), ist Schriftsteller und TrÀger des Ingeborg-Bachmann-Preises (im Jahre 2000). Er ist mit der Schriftstellerin Katrin de Vries (s. o.) verheiratet und lebt in Bunde.

Literatur

  • Harm Wiemann und andere: Aus vergangenen Tagen: Chronik der Samtgemeinde Bunde. Hrsg. von der Samtgemeinde Bunde. Selbstverlag, Bunde 1983, ohne ISBN.
Die Chronik ist die erste Gesamtdarstellung der Geschichte der Gemeinde und bietet eine FĂŒlle von Daten aus der Historie der einzelnene Ortschaften.
  • Ekkehard Wassermann: Siedlungsgeschichte der Moore. In: Karl-Ernst Behre, Hajo van Lengen (Hrsg.): Ostfriesland – Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0, S. 93–112.
Der Autor beschreibt die Besiedlung der Moore in Ostfriesland und geht dabei auch auf die Upstreek-Siedlungen (Wymeer, Boen) in der Gemeinde Bunde ein.
  • Annelene Akkermann: Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten im Rheiderland 1929-1936, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 239–298.
Die Autorin beleuchtet den Aufstieg der Nationalsozialisten zur beherrschenden Kraft in der Gemeinde Bunde seit den spÀten 1920er-Jahren.
  • Johann Schulte: Oll Bunn’. Erinnerungen an Alt-Bunde. Artline, Bunde 2008.
Neben einem historischen Überblick werden Hunderte von Fotos aus der Geschichte des Ortes systematisch geordnet und kommentiert.
  • Johann Schulte: Van Bunnerhee bit Endje van de Welt. Eine Reise in die Vergangenheit. Artline, Wymeer 2005.
Zwillingsband zu Oll Bunn’, aber ĂŒber die Ortschaften Bunderhee, Bunderhammrich, Ditzumerverlaat und Dyksterhusen bis Pogum.
  • H. Deiter (Hrsg.): Gerardi Oldeborchs, Pastoris zu Bunda im Reiderland, kleine ostfriesische Chronieke, betreffende die Jahre 1558 bis 1605. In: Jahrbuch der Gesellschaft fĂŒr bildende Kunst und vaterlĂ€ndische AltertĂŒmer zu Emden. Bd. 4, Heft 2, 1881, S. 75–95 (online) (PDF-Datei; 25,9 MB)
Die Chronik von Pastor Oldeborch ist eine der Hauptquellen fĂŒr die die Geschichte von Bunde in der zweiten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts, geschrieben in dem damaligen Plattdeutsch.

Einzelnachweise

  1. ↑ Landesbetrieb fĂŒr Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. ↑ a b c d Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Bunde, S. 1 (PDF-Datei; 61 kB), gesehen 6. August 2011.
  3. ↑ Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland, Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 24
  4. ↑ Quelle: Landesbetrieb fĂŒr Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, gesehen 9. August 2011.
  5. ↑ www.gemeinde-bunde.de: BĂŒrgerbroschĂŒre (PDF-Datei; 284 kB), S. 42, abgerufen am 12. Juni 2011.
  6. ↑ Arbeitsgruppe der Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Bunderhammrich (PDF-Datei; 16,4 kB), abgerufen am 13. Juni 2011.
  7. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen.1983, S. 26f.
  8. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 23.
  9. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 85.
  10. ↑ Schulte: Oll Bunn’. 2008, S. 11, 20, 35.
  11. ↑ H. Deiter (Hrsg.): Gerardi Oldeborchs, Pastoris zu Bunda im Reiderland, kleine ostfriesische Chronieke, betreffende die Jahre 1558 bis 1605. In: Jahrbuch der Gesellschaft fĂŒr bildende Kunst und vaterlĂ€ndische AltertĂŒmer zu Emden. Bd. 4, Heft 2, 1881, S. 79 (online) (PDF-Datei; 25,9 MB), gesehen 8. Oktober 2011.
  12. ↑ a b c d Schulte: Oll Bunn’. 2008, S. 16.
  13. ↑ Bernd Uphoff: Lavey als Ultima Ratio. Deicharbeiter in Ostfriesland im 17. und 18. Jahrhundert. In: Emder Jahrbuch fĂŒr historische Landeskunde Ostfrieslands, Band 75 (1995), S. 81–94, hier S. 88/89.
  14. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 140.
  15. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 142.
  16. ↑ Ernst MĂŒller: Rheiderland in alten Ansichten. Sollermann, Leer 1983, S. 12.
  17. ↑ Hartmut Rebuschat: Landschaftspolder. Leben auf dem Meeresgrund. Selbstverlag, Landschaftspolder 2007, S. 78.
  18. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 250–258.
  19. ↑ Schulte: Oll Bunn’. 2008, S. 179–183.
  20. ↑ Ernst MĂŒller: Rheiderland in alten Ansichten. Sollermann, Leer 1983, S. 16. Zu den regulĂ€ren Arbeitern kamen noch bis zu 400 HeimarbeitsvertrĂ€ge hinzu, die ĂŒberwiegend mit Frauen abgeschlossen wurden. Nach Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 160f.
  21. ↑ Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. H. Risius, Weener 1974, S. 508–510 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6).
  22. ↑ Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Bunde (PDF-Datei; 61 kB), gesehen 6. August 2011.
  23. ↑ a b Akkermann: Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten. 1998, S. 278.
  24. ↑ Akkermann: Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten. 1998, S. 240.
  25. ↑ Akkermann: Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten. 1998, S. 241.
  26. ↑ Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Bunderneuland (PDF-Datei; 18,8 kB), S. 2/3, abgerufen am 13. Juni 2011.
  27. ↑ Akkermann: Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten. 1998, S. 273.
  28. ↑ Akkermann: Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten. 1998, S. 269.
  29. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Zeiten. 1983, S. 259–264.
  30. ↑ Verein fĂŒr Körperbehinderte, gesehen 5. August 2011.
  31. ↑ Die Einwohnerzahlen stammen aus den Artikeln ĂŒber die einzelnen Ortsteile aus der Feder der Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft (s. auch andere Einzelnachweise im vorliegenden Artikel). Sie wurden von den Autoren lediglich zusammengezĂ€hlt.
  32. ↑ Das Rheiderland hat 27.100 Einwohner, Ostfriesen-Zeitung, 8. Januar 2011, abgerufen am 13. Juni 2011.
  33. ↑ NiederlĂ€nder gehören in Wymeer dazu, Ostfriesen-Zeitung, 16. September 2009, abgerufen am 13. Juni 2011.
  34. ↑ NiederlĂ€nder locken die Preise, Ostfriesen-Zeitung, 25. Juni 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  35. ↑ Ernst FriedlĂ€nder: Ostfriesisches Urkundenbuch. Haynel, Emden 1878, ISBN 978-3-253-01989-0, Nr. 366 (online), gesehen 3. September 2011.
  36. ↑ Ernst FriedlĂ€nder: Ostfriesisches Urkundenbuch. Emden 1878–1888, Bd. 1, Nr. 417, 492, 604, 761, 791; Bd. 2, Nr. 1459; Bd. 3, Nr. 461, 556, 668, 743. Eggerik Beninga: Cronica der Fresen. Bd. 4. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1964 (Quellen zur Geschichte Ostfrieslands, Bd. 4), S. 225, 372, 424, 439, 448, 471, 656, 781.
  37. ↑ Klaus von Beyme: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland: Eine EinfĂŒhrung, VS Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-33426-3, S. 100, EingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google Buchsuche, 22. Mai 2011.
  38. ↑ Theodor Schmidt: Untersuchung der Statistik und einschlĂ€giger Quellen zu den Bundestagswahlen in Ostfriesland 1949-1972. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978, S. 70, fĂŒr die statistischen Angaben zu den Bundestagswahlen bis 1972 siehe der dortige kartografische Anhang.
  39. ↑ „Gemeinde Rheiderland wĂŒrde besser gefördert“, Ostfriesen-Zeitung, 16. Dezember 2008, abgerufen am 5. Juni 2011.
  40. ↑ Großgemeinde Rheiderland hĂ€tte Vorteile, Ostfriesen-Zeitung, 22. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juni 2011.
  41. ↑ Großgemeinde Rheiderland stĂ¶ĂŸt auf Skepsis, Ostfriesen-Zeitung, 23. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juni 2011.
  42. ↑ NiedersĂ€chsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. November 2011
  43. ↑ www.gemeinde-bunde.de: Ergebnis der Kommunalwahl 2011, abgerufen am 12. September 2011.
  44. ↑ www.ndr.de: Alle wollen Gewinner sein - nur FDP trauert, abgerufen am 12. September 2011.
  45. ↑ Fliegender Wechsel von Aurich nach Hannover, Ostfriesen-Zeitung, 4. November 2011, abgerufen am selben Tag.
  46. ↑ NiedersĂ€chsisches Landesamt fĂŒr Statistik: wahlkreis 84 Leer/Borkum, abgerufen am 27. April 2011.
  47. ↑ Ergebnisse der Bundestagswahl 2009 im Wahlkreis, aufgeschlĂŒsselt nach StĂ€dten und (Samt-)Gemeinden
  48. ↑ Wahlkreis 26 Unterems, Quelle: Der Bundeswahlleiter.
  49. ↑ Bunde lebt dieses Jahr von seinen Ersparnissen, Ostfriesen-Zeitung, 13. MĂ€rz 2010, abgerufen am 30. August 2011.
  50. ↑ Bunde zehrt dieses Jahr von besseren Tagen, Ostfriesen-Zeitung, 5. MĂ€rz 2011, abgerufen am 12. Juni 2011.
  51. ↑ Klemens Stadler: Deutsche Wappen. Band 5: Die Gemeindewappen der BundeslĂ€nder Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 30.
  52. ↑ a b c Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Wymeer (PDF-Datei; 56 kB), gesehen 7. Mai 2010.
  53. ↑ Genealogie-Forum: Landschaftspolder, gesehen 7. Mai 2010.
  54. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 95.
  55. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 96f.
  56. ↑ Mitgliederzahlen der Kirchen im Synodalverband Rheiderland Stand 2002 (gesehen 7. Mai 2010).
  57. ↑ a b Nur getaufte Mitglieder, ohne Familienangehörige und Freunde.
  58. ↑ Wiemann: Aus vergangenen Tagen. 1983, S. 97–102.
  59. ↑ Ostfriesische Landschaft: Steinhaus Bunderhee, gesehen 7. Juli 2011.
  60. ↑ Ostfriesische Landschaft (Hrsg.): Kulturwege R(h)eiderland. Kulturhistorische Wanderungen in Ostfriesland und Groningen. Ostfriesische Landschaft, Aurich 2011, ISBN 978-3-940601-10-0, S. 40.
  61. ↑ Natur- und Kulturpark Dollart, abgerufen am 28. August 2011
  62. ↑ Siehe Kirchenprospekt, gesehen 20. April 2010.
  63. ↑ Monika van Lengen: Bunde - Ev.-reformierte Kirche, gesehen 20. April 2010.
  64. ↑ Genealogie-Forum: Bunde, gesehen 20. April 2010.
  65. ↑ Gemeinde-Bunde.de: Kirchen, gesehen 5. August 2011.
  66. ↑ Ostfriesische Landschaft (Hrsg.): Kulturwege R(h)eiderland. Kulturhistorische Wanderungen in Ostfriesland und Groningen. Ostfriesische Landschaft, Aurich 2011, ISBN 978-3-940601-10-0, S. 44.
  67. ↑ Gemeinde-Bunde.de: MĂŒhlen, gesehen 27. August 2011.
  68. ↑ Hartmut Rebuschat: Landschaftspolder. Leben auf dem Meeresgrund. Selbstverlag, Landschaftspolder 2007, S. 140.
  69. ↑ Hartmut Rebuschat: Landschaftspolder. Leben auf dem Meeresgrund. Selbstverlag, Landschaftspolder 2007, S. 138, 249–253.
  70. ↑ Ein Herrenhaus wie aus dem Ei gepellt, Ostfriesen-Zeitung, 24. Juni 2011, abgerufen am 26. Juni 2011.
  71. ↑ Naturschutzgebiet „Hochmoor Wymeer“, abgerufen am 31. August 2011
  72. ↑ Naturschutzgebiet „SĂŒderkolk“, abgerufen am 31. August 2011
  73. ↑ Die Angaben können auf einer interaktiven Karte unter www.umweltkarten.niedersachsen.de als Naturdenkmale mit einer GrĂ¶ĂŸe von weniger als 1 Hektar angesehen werden.
  74. ↑ Turnverein Bunde e.V., abgerufen am 31. August 2011
  75. ↑ Geschichte und Chronik des SV Wymeer-Boen e.V., abgerufen am 31. August 2011
  76. ↑ T.u.S. Ditzumerverlaat, abgerufen am 31. August 2011
  77. ↑ Pfingstmarkt in Bunde, Sonntags-Report, 5. Juni 2011, gesehen 4. August 2011.
  78. ↑ Marron C. Fort: Niederdeutsch und Friesisch zwischen Lauwerzee und Weser. In: Hans-Joachim WĂ€tjen (Hrsg.): Zwischen Schreiben und Lesen. Perspektiven fĂŒr Bibliotheken, Wissenschaft und Kultur. Festschrift zum 60. Geburtstag von Hermann Havekost. Oldenburg 1995.
  79. ↑ Chronik der Evangelisch-altreformierten Gemeinde Bunde 1858–2008. Kirchenrat der EAK Bunde (Hrsg.). H. Risius-Verlag, Weener 2008, S. 262.
  80. ↑ Statistik der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, (Excel-Datei; 2,2 MB), Zeile 2222.
  81. ↑ Arbeitsmarktzahlen Dezember 2010 der Agentur fĂŒr Arbeit Leer (PDF-Datei; 692 kB, 23 Seiten), S. 14, gesehen 6. August 2011.
  82. ↑ www.weidenhammer.de: Standort Bunde, abgerufen am 12. Juni 2011.
  83. ↑ www.bunde-west.de: Firmen, abgerufen am 12. Juni 2011.
  84. ↑ www.enova.de, abgerufen am 12. Juni 2011.
  85. ↑ Leer liegt mit 384.000 Tonnen (Erhebungsjahr: 2006) auf dem achten Rang. Zum Vergleich: Die drei höchsten Werte wurden ermittelt im Landkreis Cuxhaven (564.000 Tonnen), im Landkreis UnterallgĂ€u (451.000 Tonnen) und im Landkreis Schleswig-Flensburg (448.000 Tonnen). Quelle: NiedersĂ€chsisches Landesamt fĂŒr Statistik, zitiert in: Ostfriesischer Kurier, 14. August 2008, S. 12.
  86. ↑ Bau kostet mehr als zwei Millionen Euro, Ostfriesen-Zeitung, 15. April 2011, abgerufen am 12. Juni 2011.
  87. ↑ Auf dem Hof wird dauernd gemeckert, Ostfriesen-Zeitung, 11. Oktober 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  88. ↑ Öko-Landwirtschaft macht einfach Spaß, Ostfriesen-Zeitung, 27. Juni 2011, abgerufen am selben Tag.
  89. ↑ Bunde: Zahl der Übernachtungen leicht gesunken, Ostfriesen-Zeitung, 31. MĂ€rz 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  90. ↑ www.gemeinde-bunde.de: BĂŒrgerbroschĂŒre, (PDF-Datei; 284 kB) S. 3, abgerufen am 12. Juni 2011.
  91. ↑ Dollard Route, gesehen 5. August 2011.
  92. ↑ Familie de Boer freut sich auf Besucher, Ostfriesen-Zeitung, 23. Juni 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  93. ↑ Mehr als 800 Besucher im Bauerngarten, Ostfriesen-Zeitung, 22. Juni 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
  94. ↑ Kiekkaste - Ein Blick ins Watt, abgerufen am 27. August 2011
  95. ↑ www.nabu-Ostfriesland.de: Förderung eines naturvertrĂ€glichen Tourismus im Rheiderland (PDF-Datei; 1,56 MB), gesehen 5. August 2011.
  96. ↑ Keine Angst vor Kombiklassen in Wirdum, Ostfriesen-Zeitung, 20. Januar 2010, abgerufen am 30. Oktober 2011.
  97. ↑ Eine Wunschlösung fĂŒr Bunde ist in Sicht, Ostfriesen-Zeitung, 19. Januar 2011, abgerufen am 13. Juni 2011.
  98. ↑ Messstelle Wymeer, abgerufen am 1. September 2011
  99. ↑ Messstelle Dollart/Ditzumerverlaat, abgerufen am 1. September 2011
  100. ↑ Standorte der Messsonden des RadioaktivitĂ€tsmessnetz mit ihren Tagesmittelwerten, abgerufen am 1. September 2011

Weblinks

 Commons: Bunde â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • BĂŒnde — Saltar a navegaciĂłn, bĂșsqueda BĂŒnde [bʏndə] es una ciudad pequeña cerca de Bielefeld en la parte del norte de Alemania. BĂŒnde tiene 43.000 habitantes. En BĂŒnde hay varias iglesias, una estacion de trenes y un museo de tabaco. Enlaces externos… 
   Wikipedia Español

  • Bunde — Saltar a navegaciĂłn, bĂșsqueda El termino bunde puede referirse a: El Bunde Chocoano, mĂșsica folclĂłrica del ChocĂł y otros lugares del litoral PacĂ­fico en Colombia y PanamĂĄ. El Bunde Tolimense, ritmo andino, del departamento colombiano del Tolima.… 
   Wikipedia Español

  • Bunde — can refer to:*Bunde, Germany, a town in the Leer District in Lower Saxony, Germany. *Bunde, Netherlands, a town in the municipality of Meerssen in Limburg, the Netherlands. *BĂŒnde, a town in North Rhine Westphalia, Germany 
   Wikipedia

  • BĂŒnde — BĂŒnde 
   WikipĂ©dia en Français

  • BĂŒnde [1] — BĂŒnde (Bunde, engl. Frets, franz. Touches, ital. Tasti), die quer ĂŒber das Griffbrett von Saiteninstrumenten laufenden schmalen Holz oder Metallleisten, die durch NiederdrĂŒcken der Saiten durch die greifenden Finger zu Stegen werden und die LĂ€nge 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Bunde — Bunde, Flecken u. Kirchspiel im Amte Weener der hannöverschen Landdrostei Aurich, im Ostfriesischen an dem Dollartbusen; vorzĂŒgliche Viehzucht; 1920 Ew. u. das Kirchspiel 2850 Ew 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • BĂŒnde — BĂŒnde, 1) sonst Kreis im preußischen Regierungsbezirk Minden, 51/4 QM.; 40,400 Ew., jetzt mit Herfort vereinigt; 2) Hauptstadt darin, an der Else; Garnspinnerei u. Weberei; 1550 Ew. Hier ein gegen Gicht u. LĂ€hmungen heilsamer Eisenquell, der aber 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • BĂŒnde [2] — BĂŒnde, Stadt im preuß. Regbez. Minden, Kreis Herford, an der Else, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Löhne Rheine und B. Bassum, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, Synagoge, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Zigarren und… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • BĂŒnde — BĂŒnde, Stadt im preuß. Reg. Bez. Minden, an der Else, (1900) 4818 E., Amtsgericht, Eisenquellen 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • BĂŒnde — Wappen Deutschlandkarte 
   Deutsch Wikipedia


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