Aarau

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Aarau
Aarau
Wappen von Aarau
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau
Bezirk: Aarauw
Gemeindenummer: 4001i1f3f4
Postleitzahl: 5000
UN/LOCODE: CH AAR
Koordinaten: (645779 / 249468)47.3944438.045001381Koordinaten: 47° 23â€Č 40″ N, 8° 2â€Č 42″ O; CH1903: (645779 / 249468)
Höhe: 381 m ĂŒ. M.
FlĂ€che: 12.34 kmÂČ
Einwohner: i19'652 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.aarau.ch
Ansicht der Altstadt von Westen

Ansicht der Altstadt von Westen

Karte
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Über dieses Bild
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Aarau (ˈaːraʊ, schweizerdeutsch ˈɑːraʊ)[2] ist eine Kleinstadt und Einwohnergemeinde im Kanton Aargau in der Schweiz. Sie ist Hauptort dieses Kantons und gleichzeitig des Bezirks Aarau. Die Stadt liegt 39 Kilometer sĂŒdöstlich von Basel, 38 km westlich von ZĂŒrich und 67 Kilometer nordöstlich von Bern (jeweils Luftlinie).

Die Stadt am Fluss Aare liegt am Nordrand des Schweizer Mittellandes und am Übergang zum Jura-Gebirge. Die westliche Stadtgrenze bildet gleichzeitig die Grenze zum Kanton Solothurn. Aarau zĂ€hlt rund 19'000 Einwohner und ist damit die zweitbevölkerungsreichste Gemeinde des Kantons. In der engen Agglomeration wohnen rund 80'000 Personen, im Wirtschaftsraum Aarau gut 220'000.[3]

Zwischen 1240 und 1250 von den Grafen von Kyburg gegrĂŒndet, erhielt Aarau im Jahr 1283 von den Habsburgern das Stadtrecht. Ab 1415 war Aarau eine Untertanenstadt Stadt und Republik Bern und nach EinfĂŒhrung der Reformation im Jahr 1528 einer der Tagsatzungsorte der Eidgenossenschaft. Von MĂ€rz bis September 1798, im ersten Jahr der Helvetischen Republik, war Aarau die erste Hauptstadt der Schweiz. Seit 1803 ist Aarau Kantonshauptstadt und erfĂŒllt seither als bedeutendes Verwaltungs-, Handels- und Dienstleistungszentrum zahlreiche zentralörtliche Funktionen. 2010 wurde das benachbarte Rohr eingemeindet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stadtgliederung und Landschaft

Altstadt von Aarau
Aare und KettenbrĂŒcke, von der Schacheninsel aus gesehen

Die Aarauer Altstadt steht auf einem Felskopf aus Kalkstein, der auf zwei Seiten steil abfĂ€llt, in die Flussniederung des Aaretals vorstösst und dadurch eine Engstelle bildet. Neuere Stadtquartiere erstrecken sich auf der östlich und sĂŒdlich an diesen Felskopf anschliessenden Hochterrasse sowie beidseits der von Westen nach Osten fliessenden Aare. Der Fluss bildet die Grenze zwischen zwei unterschiedlich geprĂ€gten Landschaften, dem Schweizer Mittelland auf der SĂŒdseite und den Kettenjura auf der Nordseite. Im Norden steigt das GelĂ€nde steil zum Hungerberg an, der an seiner Nordflanke vom Rombachtal begrenzt wird. Gegen SĂŒden hin steigt die Hochterrasse allmĂ€hlich zu den bewaldeten HĂŒgelzĂŒgen Distelberg und Gönhard an, die zugleich die natĂŒrliche Grenze zum Suhrental bilden. Im Westen verlĂ€uft im Roggenhausertal und im Schachen die Grenze zum Kanton Solothurn.[4]

Durch zwei schmale Inseln wird die Aare in zwei Flussarme getrennt. Westlich der KettenbrĂŒcke liegt die 2,3 Kilometer lange Schacheninsel, östlich davon die 1,9 Kilometer lange Zurlindeninsel. Beide Inseln sind durchschnittlich 50 bis 100 Meter breit und entstanden durch das Ausbaggern von GewerbekanĂ€len. Von SĂŒdosten nach Nordwesten fliesst der Stadtbach, ein im 13. Jahrhundert angelegter kĂŒnstlicher Wasserlauf. UrsprĂŒnglich durch das an mehreren Stellen an die OberflĂ€che tretende Grundwasser, heute auch von Suhre, Uerke und einigen SeitenbĂ€chen gespeist, durchquert er die Stadt und mĂŒndet nach vier Kilometern in die Aare. Östlich der Suhre, die bis 2009 die Gemeindegrenze zu Rohr bildete, erstreckt sich eine ausgedehnte Schotterebene. Sie ist von zahlreichen kleinen WasserlĂ€ufen durchzogen, ehemaligen Seitenarmen der einst stark mĂ€andrierenden Aare.[4] Nördlich von Rohr wurde 2008/09 der Hochwasserschutzdamm auf rund 900 Metern LĂ€nge zurĂŒckversetzt, um durch Überschwemmungen die einstige Flussauenlandschaft wieder entstehen zu lassen. Diese war bis in die 1930er Jahre aufgrund der Kanalisierung der Aare sukzessive zurĂŒckgedrĂ€ngt worden.[5]

Die angrenzenden Gemeinden im Kanton Aargau sind Erlinsbach AG im Nordwesten, KĂŒttigen im Norden, Biberstein im Nordosten, Rupperswil im Osten, Buchs und Suhr im SĂŒdosten sowie Unterentfelden im SĂŒden. Im Westen liegen im Kanton Solothurn die Gemeinden Eppenberg-Wöschnau und Erlinsbach SO. Die GesamtflĂ€che der Gemeinde betrĂ€gt 1234 Hektaren. Davon sind 397 Hektaren bewaldet und 608 Hektaren ĂŒberbaut.[6] Die höchste Stelle ist mit 471 Metern der Hungerberg an der Grenze zu KĂŒttigen, der tiefste Punkt liegt auf 358 Metern am Ufer der Aare nordöstlich von Rohr. Das Siedlungsgebiet von Buchs, der beiden Erlinsbach, KĂŒttigen und Suhr ist mit jenem von Aarau zusammengewachsen.[4]

Klima

Aarau liegt in der gemĂ€ssigten Klimazone. PrĂ€gend fĂŒr das Klima sind einerseits Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranfĂŒhren, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), die meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kĂŒhlere Witterungsphasen verursacht als im Mittel zu erwarten wĂ€ren. Der in den AlpentĂ€lern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine besonderen klimatischen Auswirkungen auf Aarau.

Die nĂ€chstgelegene Messstation von MeteoSchweiz befindet sich in der Nachbargemeinde Buchs. Dort betrĂ€gt die Jahresmitteltemperatur 8,8 Â°C. Der kĂ€lteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich -0,3 Â°C, der wĂ€rmste der Juli mit 18,2 Â°C. Es gibt durchschnittlich 6,6 Hitzetage ĂŒber 30 Â°C und 19,5 Eistage unter 0 Â°C. Die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt rund 1060 mm, wobei besonders in den drei Sommermonaten aufgrund der Konvektion höhere Mengen gemessen werden als wĂ€hrend der ĂŒbrigen Jahreszeiten. Das Maximum wird im Juni mit 124 mm erreicht, das Minimum im MĂ€rz mit 71 mm.[7]

Geschichte

Vorgeschichte und Antike

In Aarau wurden verschiedene Spuren einer Besiedlung wĂ€hrend der Jungsteinzeit gefunden, darunter eine kleine Siedlung auf dem Hungerberg. Beim heutigen Bahnhof existierte am Ende der Bronzezeit (etwa um 1000 v. Chr.) eine weitere Siedlung, bei Rohr existierten mehrere Getreidelager.[8] FĂŒr die LatĂšnezeit lĂ€sst sich zwar keine Besiedlung nachweisen, doch bĂŒndelten sich auf Aarauer Gemeindegebiet Wege von den JurapĂ€ssen Benkerjoch, Salhöhe und Schafmatt zu einem gemeinsamen Übergang der Aare.[9]

Die Römer nutzten den Aarauer Raum ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. als Verkehrsknotenpunkt. Der Verlauf der Bahnhofstrasse entspricht ungefĂ€hr jenem der Römerstrasse zwischen dem Legionslager Vindonissa (Windisch) und der Stadt Aventicum (Avenches). Hier dĂŒrfte sich eine Mansio befunden haben, wĂ€hrend im östlichen Bereich der spĂ€teren Altstadt eine Siedlung existierte. 1976 fanden Taucher in der Aare Teile einer BrĂŒcke, welche die Verbindung zu den JurapĂ€ssen herstellte. Besonders die Salhöhe, ĂŒber die Augusta Raurica erreicht werden konnte, scheint eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Eine Nebenstrasse fĂŒhrte ostwĂ€rts zum Vicus Lindfeld bei Lenzburg, untergeordnete Wege ins Suhrental und ins Wynental. Es gab mehrere Gutshöfe in der Nachbarschaft, beispielsweise auf dem Kirchberg bei KĂŒttigen und bei Oberentfelden. 1919 fand man bei Bauarbeiten auf dem Areal des Kantonsspitals zahlreiche Terra Sigillata-KeramikgefĂ€sse aus dem 2. und 3. Jahrhundert.[10][11]

Im Jahr 259 durchbrachen die Alamannen den Obergermanisch-Raetischen Limes, erst zwei Jahrzehnte spĂ€ter konnten die Römer die Kontrolle ĂŒber das Gebiet zurĂŒckerlangen. Die dezimierte Bevölkerung zog weg und drĂ€ngte sich andernorts in befestigte Kastelle. Auf dem Aarauer Felskopf entstand zur rĂŒckwĂ€rtigen Sicherung des Donau-Iller-Rhein-Limes eine Warte.[12] Zu Beginn des 5. Jahrhunderts zogen sich die Römer endgĂŒltig zurĂŒck. Im heutigen Telliquartier existierte um das Jahr 500 eine Kirche, deren Reste 1934 bei Bauarbeiten zum Vorschein kamen. Sie lag auf einer Aueninsel in der Aare und diente der Bevölkerung eines angrenzenden kleinen gallorömischen Fischerdorfes (und wohl auch der weiteren Umgebung). Rund 150 Jahre spĂ€ter wurden Kirche und Siedlung vermutlich nach einer Überschwemmung aufgegeben.[13]

Entstehung der Stadt

Das ehemalige Kloster St. Ursula

Die Alamannen begannen sich zu Beginn des 7. Jahrhunderts dauerhaft niederzulassen und grĂŒndeten eine dörfliche Siedlung[14], die mehrere hundert Jahre spĂ€ter den Namen «zue den Husen» (zu den HĂ€usern) trug und aus der die Vordere Vorstadt entstand. Im Oberholz am Distelberg wurde im 9. Jahrhundert Eisenerz abgebaut.[15] Um 1236/37 entstand das Schlössli, eine Turmburg am Rande eines weiteren Siedlungsschwerpunktes. Dieser gehörte zu Beginn des 13. Jahrhunderts zusammen mit Buchs und Rohr zu einem von Suhr aus verwalteten Twing. Landesherren waren die Kyburger, die im Jahr 1173 das Erbe der Lenzburger angetreten hatten und sowohl ĂŒber die Blutgerichtsbarkeit als auch ĂŒber die niedere Gerichtsbarkeit verfĂŒgten.[16]

Zwischen 1240 und 1250 grĂŒndeten die Kyburger Grafen Hartmann IV. und Hartmann V. auf dem Felskopf ĂŒber der Aare die Stadt Aarau. Der frĂŒheste Beleg des Ortsnamens stammt aus dem Jahr 1248 (Arowe). Er setzt sich zusammen aus dem Flussnamen Aare (in den Ă€ltesten Belegen Arula, Arola, Araris) und dem Wort Au (mhd. ouwe, ahd. ouwa ‚Land am Wasser‘).[2][17] Der Ă€lteste gesicherte Hinweis auf das Bestehen einer stĂ€dtischen Siedlung stammt aus dem Jahr 1256. Vierzehn Jahre spĂ€ter wurde das Kloster St. Ursula gegrĂŒndet, eine Filiale des Damenstiftes SchĂ€nis. Der «Turm Rore» diente als Sitz des kyburgischen Amtsmannes. Im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts entstand auch der VorgĂ€ngerbau der Stadtkirche, Aarau blieb aber bis 1568 Teil der Grosspfarrei Suhr.[18]

1263 erlosch das Geschlecht der Kyburger. Agnes von Kyburg, die keine mĂ€nnlichen Verwandten mehr hatte, verkaufte 1273 die gesamten LĂ€ndereien an ihren Patenonkel Rudolf I. von Habsburg. Am 4. MĂ€rz 1283 hielt er in Luzern einen Hoftag ab. Dabei bestĂ€tigte er das bereits geltende Marktrecht und verlieh Aarau zusĂ€tzlich das Stadtrecht. Es basierte auf dem Stadtrecht Winterthurs von 1264, beinhaltete aber einige EinschrĂ€nkungen. So durften die Aarauer den Schultheissen vorerst nicht selbst bestimmen. 1301 gaben sie sich eine autonome Satzung.[19][20] 1337 erreichten die StadtbĂŒrger bei Herzog Albrecht II. die Abschaffung der Steuervorrechte des Adels, steuerfrei blieb einzig der Turm Rore als herrschaftliches Lehen. Es entwickelte sich ein durchlĂ€ssiges Patriziat aus Landadeligen, Grundbesitzern und Handwerkern.[21] Aarau blieb 1375 beim Feldzug der Gugler verschont, im Gegensatz etwa zum benachbarten Lenzburg. 1386 fielen ĂŒber ein Dutzend Aarauer BĂŒrger in der Schlacht bei Sempach, darunter der Schultheiss. Zwei Jahre spĂ€ter verwĂŒsteten Berner Truppen die unbefestigte Vorstadt, anfangs 1389 verschiedene umliegende Dörfer.[22]

Herrschaft der Berner

Stadtkirche und Haldentor

Herzog Friedrich IV. fiel 1415 beim Konzil von Konstanz in Ungnade, nachdem er Gegenpapst Johannes XXIII. zur Flucht verholfen hatte. König Sigismund forderte die Eidgenossen auf, den Aargau im Namen des Reiches zu erobern. Aarau wurde daraufhin von Truppen aus Bern und Solothurn belagert. Die Stadt leistete zunĂ€chst Widerstand, wobei das Spital in der Vorstadt in Brand geriet. Nach zwei Tagen kapitulierten die Aarauer am 20. April 1415 und mussten den neuen Herren Treue schwören. Im Gegenzug durften sie ihre erworbenen Freiheiten behalten. Sigismund erklĂ€rte Aarau zur Freien Reichsstadt, doch war diese Massnahme von geringer Bedeutung, da Bern am 1. Mai 1418 die Pfandschaft ĂŒber die eroberten Gebiete im Berner Aargau ĂŒbernahm. Die Solothurner erhielten fĂŒr ihre Hilfe eine finanzielle EntschĂ€digung, doch die Berner grenzten sie allmĂ€hlich aus und waren ab 1461 Alleinherrscher.[23]

Innerhalb des Staates Bern hatte Aarau als so genannte Munizipalstadt eine Sonderstellung. Sie war keiner Landvogtei zugeordnet und besass grosse Autonomie. An der Spitze stand der Schultheiss, der ab Mitte des 14. Jahrhunderts von der Gemeindeversammlung gewĂ€hlt wurde und dessen Amtszeit ab 1522 auf zwei Jahre beschrĂ€nkt war. HĂ€ufig wechselten sich jedoch Schultheiss und Statthalter gegenseitig ab. Zusammen mit sieben weiteren Personen bildeten sie den «Kleinen Rat», der die verschiedenen Verwaltungsaufgaben ĂŒbernahm. Darunter stand der «Mittlere Rat» mit 18 Mitgliedern, der eine Kontrollfunktion ausĂŒbte. Alle RĂ€te stammten aus den Reihen des 45-köpfigen Magistrats («RĂ€t und Burger»), der zugleich als nieder- und hochgerichtliche Instanz auftrat. Dem Magistrat, der sich im Verlaufe des 16. Jahrhunderts herausbildete, gelang es, die Gemeindeversammlung zu entmachten und Ämter wurden nur noch innerhalb regimentsfĂ€higer Familien vergeben.[24]

Bereits in habsburgischer Zeit versuchte Aarau eine eigene Gerichtsherrschaft aufzubauen. Schultheiss Ulrich Trutmann erwarb 1312 privat die niedere Gerichtsbarkeit ĂŒber Unterentfelden, 1411 gelangte sie in den Besitz der Stadt. 1417 erwarb Aarau von den verarmten Kienbergern die Herrschaft Königstein, verkaufte sie aber 1453 aus unbekannten GrĂŒnden wieder. Der Teil westlich des Erzbaches mit Nieder- und Obererlinsbach gelangte an die Falkensteiner und fĂŒnf Jahre spĂ€ter an Solothurn, der östliche Teil mit Erlinsbach und KĂŒttigen an die Johanniterkommende in Biberstein. HĂ€ufige Streitigkeiten ĂŒber die Bodennutzung veranlassten Aarau, 1576 die Rechte ĂŒber Unterentfelden an Bern zu verkaufen, im Austausch gegen einen Anteil an den Zolleinnahmen in Biberstein. Davon ausgenommen war Roggenhausen, ein seit 1527 zu Aarau gehörender Steckhof.[25]

Aarau war verpflichtet, Truppen zu stellen und an den Berner FeldzĂŒgen teilzunehmen. Im Mai 1449, in der Schlussphase des Alten ZĂŒrichkrieges, unternahm eine von Hans von Rechberg und Thomas von Falkenstein angefĂŒhrte Söldnertruppe einen Raubzug ins Aaretal. Das stĂ€dtische Regiment konnte sie ĂŒber die Staffelegg zurĂŒckdrĂ€ngen, geriet aber bei Wölflinswil in einen Hinterhalt und verlor 19 Mann.[26] 1523 begann Leutpriester Andreas Honold mit der Verbreitung von reformatorischem Gedankengut, wurde aber ein Jahr spĂ€ter abgesetzt. Bei der Berner Disputation im Januar 1528 setzten sich die AnhĂ€nger der Reformation endgĂŒltig durch, woraufhin Bern die neue Konfession konsequent in sĂ€mtlichen Untertanengebieten einfĂŒhrte. In allen StĂ€dten und Landvogteien fanden pro forma konsultative Abstimmungen statt. Am 1. MĂ€rz 1528 sprachen sich in Aarau 146 BĂŒrger fĂŒr die Reformation aus, 125 stimmten dagegen. Daraufhin kam es in der Stadtkirche zu einem Bildersturm. Ab 1529 fanden in Aarau aufgrund der zentralen Lage zwischen Basel, Bern und ZĂŒrich regelmĂ€ssig Tagsatzungen der reformierten Orte statt.[27]

Gesellschaft und Wirtschaft in der frĂŒhen Neuzeit

Die Stadt Aarau in der Stumpfschen Chronik (1548)
Ansicht von Aarau (1612), gezeichnet von Hans Ulrich Fisch

WĂ€hrend der Berner Herrschaftszeit zĂ€hlte Aarau in der Regel zwischen 1000 und 1200 Einwohner. Die Stagnation ist auf mehrere Epidemien zurĂŒckzufĂŒhren. An der Pest starben beispielsweise 1549/50 ĂŒber 100 Personen, 1630 um die 700 (etwa die HĂ€lfte der Stadtbevölkerung) und 1667 nochmals 120. Im Jahr 1764 starben 126 Personen an der Ruhr.[28]

Wirtschaftlicher Mittelpunkt waren die MĂ€rkte. WochenmĂ€rkte sind seit 1443 urkundlich belegt, die Zahl der JahrmĂ€rkte stieg bis 1578 auf sieben und blieb danach konstant. Das Einzugsgebiet war jedoch aufgrund mehrerer nahe gelegener StĂ€dte eng begrenzt. SpĂ€testens ab 1620 existierte eine «Bruderschaft», eine Vereinigung einheimischer HĂ€ndler und KrĂ€mer zur Abwehr von Konkurrenz. AuswĂ€rtige Marktfahrer mussten eine Mitgliedschaft erwerben, wenn sie ihre Waren anbieten wollten. FĂŒr den Salzhandel waren ab 1574 die Stadtbehörden allein zustĂ€ndig, bis Bern hundert Jahre spĂ€ter das Monopol an sich zog.[29] Von grosser Wichtigkeit waren auch Gewerbetreibende und Handwerker. Überregionale Bedeutung besassen aber nur Glockengiesser und Messerschmiede. Es existierten zwar Handwerksvereinigungen, zur GrĂŒndung politisch einflussreicher ZĂŒnfte kam es jedoch nie.[30] Im Gegensatz zu anderen StĂ€dten spielte auch die Landwirtschaft eine gewisse Rolle, da Aarau ĂŒber viel gutes Ackerland verfĂŒgte. 1777 ergab eine Vermessung eine nutzbare FlĂ€che von 2180 Jucharten (725 Hektaren). Der Weinbau war relativ unbedeutend; am Hungerberg gab es einen 60 Jucharten grossen Rebberg.[31]

Ab dem frĂŒhen 18. Jahrhundert etablierte sich in Aarau die Textilindustrie. Aus dem Jahr 1703 ist die GrĂŒndung einer Wolltuchfabrik ĂŒberliefert, spĂ€ter kamen das Weben von Baumwolle und die Seidenfabrikation hinzu. Die erste Indiennedruckerei entstand 1755. Zahlreiche Zugewanderte betĂ€tigten sich als Fabrikanten. Dazu gehörten die Frey aus Lindau und die HerosĂ© aus Speyer. Diese wohlhabenden und gebildeten Kreise hatten wenig politische Macht und mussten sich auf andere Weise profilieren.[32] Insbesondere das Bildungswesen bot ihnen die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. 1787 konnten die Industriellen schliesslich eine grundlegenden Reform des stĂ€dtischen Schulwesen durchsetzen, die im Geiste der AufklĂ€rung stand.[33]

Revolutionsjahre

Ansicht von Aarau im Jahr 1788

Forderungen nach Gleichheit und Menschenrechten nach Beginn der Französischen Revolution fanden in Aarau grossen Anklang. Die Industriellen, die das Aufbrechen der erstarrten VerhĂ€ltnisse anstrebten, verbreiteten ihre Ansichten in der Bevölkerung. Am 27. Dezember 1797 fand in Aarau die letzte Tagsatzung der alten Eidgenossenschaft statt. Zwei Wochen spĂ€ter liess sich der französische Gesandte Joseph Mengaud nieder, um die revolutionĂ€re Stimmung weiter anzuheizen, da hier der Gegensatz zwischen hohem Bildungsniveau und fehlenden politischen Rechten besonders augenfĂ€llig war. Die AnhĂ€nger der alten Ordnung erneuerten am 25. Januar 1798 im Aarauer Schachen vor 25'000 Zuschauern den Bundesschwur. Dieser symbolische Akt vermochte jedoch nicht die offensichtliche Hilflosigkeit des Ancien RĂ©gime gegenĂŒber den sich anbahnenden Entwicklungen zu kaschieren.[34][35]

Zu Beginn des Jahres 1798 rĂŒckten die Franzosen immer weiter vor und das Ende der Berner Herrschaft war absehbar. Aarau revoltierte am 30. Januar und weigerte sich, Soldaten zum Schutze Berns zu entsenden. Ein von Major Daniel Pfleger angefĂŒhrter «Sicherheitsausschuss» stĂŒrzte den Stadtrat. Doch schon am 4. Februar nahm die dritte Berner Division die Stadt kampflos ein und setzte den alten Rat wieder ein, wĂ€hrend die AnfĂŒhrer der Aarauer Revolution ins befreite Baselbiet flohen. Dieser RĂŒckschlag war nur von kurzer Dauer: Einen Monat spĂ€ter, am 5. MĂ€rz, kapitulierte Bern nach der verlorenen Schlacht am Grauholz und in Aarau gelangten die RevolutionĂ€re wieder an die Macht.[36]

Mitte MĂ€rz 1798 besetzten französische Truppen die Stadt. Vom Fenster des Rathauses rief Peter Ochs am 12. April 1798 die Helvetische Republik aus. Der Senat des neuen Staates wĂ€hlte Aarau am 3. Mai aufgrund der revolutionĂ€ren Gesinnung zur provisorischen Hauptstadt und somit zur ersten Hauptstadt der Schweiz ĂŒberhaupt. Das Parlament nutzte das Rathaus als Tagungsort, das Direktorium bezog das Haus zum Schlossgarten. Doch Aarau war schlicht zu klein, um die Funktionen einer Hauptstadt problemlos ausfĂŒhren zu können. Bereits am 20. September zogen Direktorium und Parlament nach Luzern um.[37]

Aarau war Hauptort des gleichnamigen Distrikts und des Kantons Aargau, der aber nur die ehemaligen Berner Untertanengebiete umfasste (ohne den westlich der Wigger gelegenen Teil). Die revolutionĂ€re Stimmung verflog rasch. Dazu trug vor allem der Zweite Koalitionskrieg im Jahr 1799 bei, als Hunderte französischer Soldaten in der Stadt einquartiert wurden. Als sich die Franzosen fĂŒr einige Monate aus der Schweiz zurĂŒckzogen, hatten die AnhĂ€nger der alten Ordnung die Oberhand. WĂ€hrend des Stecklikriegs kapitulierte Aarau am 14. September 1802 vor aufgebrachten und plĂŒndernden Bauern aus der Umgebung. FĂŒnf Wochen spĂ€ter beendeten die wieder einrĂŒckenden Franzosen die anarchischen ZustĂ€nde.[38]

Bedeutungszuwachs als Kantonshauptstadt

Das Amthaus, erstes GebÀude der Kantonsschule

Am 19. Februar 1803 ordnete Napoleon Bonaparte in der Mediationsakte die Verschmelzung der Kantone Aargau, Baden und Fricktal an. Aarau blieb Hauptstadt des erweiterten Kantons Aargau. Dieser Beschluss hatte eine verstĂ€rkte BautĂ€tigkeit zur Folge. Die Stadt entwickelte sich auch zum intellektuellen und kulturellen Mittelpunkt des Kantons. Ihren Beitrag dazu leisteten einerseits die anfangs von StadtbĂŒrgern getragene Kantonsschule (das erste nichtkirchliche Gymnasium der Schweiz), andererseits die Aargauer Kantonsbibliothek, deren Grundstein mit dem Kauf der Sammlung Zurlauben gelegt wurde.[39]

1812 erweiterte Aarau seinen Gemeindebann auf Kosten der Nachbargemeinde Suhr. Das neu hinzugekommene Gebiet war die «EhefĂ€de», ein 1553 erstmals erwĂ€hnter, landwirtschaftlich genutzter Sonderbezirk. Dieser schmale Landstreifen gehörte zuvor steuerrechtlich und politisch zu Suhr, die meisten GrundstĂŒcke waren aber im Besitz Aarauer BĂŒrger gewesen und von diesen auch bewirtschaftet worden. Aarau bezahlte dafĂŒr eine EntschĂ€digung von 11'000 Franken. Damals kam es auch zu kleineren Grenzberichtigungen mit KĂŒttigen; weitere folgten 1911 und 1930 mit Buchs sowie 1915 mit Rohr.[40]

WĂ€hrend der Restauration war Aarau ein bedeutendes Zentrum des Liberalismus in der Schweiz. Hier konnten Zeitungen und BĂŒcher erscheinen, die andernorts der Zensur unterlagen oder ganz verboten waren. Insbesondere der Verlag SauerlĂ€nder und sein Hauptautor Heinrich Zschokke taten sich hervor. Ab den 1820er Jahren war die Stadt auch Zufluchtsort fĂŒr politische FlĂŒchtlinge aus Preussen und anderen deutschen Staaten.[41] Dennoch gab es auch im Kanton Aargau restaurative Tendenzen. Nachdem die Regierung Forderungen verschiedener Komitees und Volksversammlungen ignoriert hatte, kam es zum FreiĂ€mtersturm. Rund 6'000 Bewaffnete zogen am 5./6. Dezember 1830 vom Freiamt aus nach Aarau und nahmen die Stadt kampflos ein. Sie besetzten das Zeughaus, umstellten das RegierungsgebĂ€ude und zwangen die Regierung zu Verfassungsreformen.[42]

GelÀnde des Eidgenössischen Freischiessens in Aarau (1849)

In Aarau gegrĂŒndete gesamtschweizerische Institutionen förderten die Schaffung eines Bundesstaates: 1824 entstand anlĂ€sslich des ersten Eidgenössischen SchĂŒtzenfestes der Schweizerische SchĂŒtzenverein, 1832 anlĂ€sslich des ersten Eidgenössischen Turnfestes der Schweizerische Turnverband. Der Eidgenössische SĂ€ngerverein wurde 1842 gegrĂŒndet, der Schweizerische GemeinnĂŒtzige Frauenverein folgte 1888. Hauptschauplatz der Novelle «Das FĂ€hnlein der sieben Aufrechten», mit der Gottfried Keller die Errungenschaften des Schweizer Bundesstaates feierte, ist das Eidgenössische Freischiessen, das 1849 in Aarau stattfand.[43]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beherrschte noch das Handwerk das wirtschaftliche Geschehen, wurde aber bald von der Textilindustrie abgelöst. Diese profitierte von der Kontinentalsperre, welche die starke britische Konkurrenz vorĂŒbergehend ausschaltete und eine rasche Mechanisierung ermöglichte. 1810 eröffnete Johannes Herzog die erste mechanische Spinnerei des Kantons.[44] Ein Dutzend Unternehmen in dieser Branche folgten, die aufgrund des tiefen Lohnniveaus konkurrenzfĂ€hig waren. Das grösste war die Hunziker & Co., die zeitweise ĂŒber 2'400 Heimarbeiterinnen in der Region beschĂ€ftigte.[45]

Verkehrsknoten und Industriestadt

Bei einer Überschwemmung im September 1831 brach die aus dem Mittelalter stammende HolzbrĂŒcke ĂŒber der Aare zusammen. Aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten und inkompetenten Bauleitern nahm der Neubau ĂŒber sieben Jahre in Anspruch und war erst im Oktober 1838 vollendet. WĂ€hrend dieser Zeit musste der Verkehr durch FĂ€hren abgewickelt werden. Im Juli 1843 brach die neue BrĂŒcke bei einem erneuten Hochwasser ebenfalls zusammen. Nach fĂŒnf Jahren Diskussionen und zwei Jahren Bauzeit wurde im Dezember 1850 die KettenbrĂŒcke dem Verkehr ĂŒbergeben, eine HĂ€ngebrĂŒcke aus stĂ€hlernen Gliederketten (1948/49 durch eine BetonbrĂŒcke ersetzt).[46]

Der Bahnhof um 1870
FabrikgebÀude der Chocolat Frey zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Am 9. Juni 1856 eröffnete die Schweizerische Centralbahn die Eisenbahnstrecke von Aarau ĂŒber Olten nach EmmenbrĂŒcke, die Strecke der Schweizerischen Nordostbahn von Aarau nach Brugg folgte am 1. Mai 1858. Die ursprĂŒnglich vorgesehene LinienfĂŒhrung entlang der damals noch wild fliessenden Aare wurde aus SicherheitsgrĂŒnden zugunsten eines Tunnels unter dem SchanzhĂŒgel aufgegeben. Entlang der Hauptstrecke Bern–ZĂŒrich war der Bahnhof Aarau nur eine Durchgangsstation. Da das Projekt eines Tunnels unter der Schafmatt nicht zustande kam, ĂŒbernahm die idealer gelegene Stadt Olten die Rolle eines nationalen Knotenpunktes. Aarau musste sich damit begnĂŒgen, ein regionaler Knotenpunkt zu werden. Die Schweizerische Nationalbahn nahm am 6. September 1877 die kurze Zweigstrecke nach Suhr in Betrieb. Vom Bau der Aargauischen SĂŒdbahn erhoffte sich Aarau neue Impulse, doch die zwischen 1874 und 1882 etappenweise errichtete Strecke mit Anschluss zur Gotthardbahn konnte die hohen Erwartungen nicht erfĂŒllen, da sich andere Verkehrsströme bereits etabliert hatten. Kurz nach der Jahrhundertwende wurden zwei elektrische Strassenbahnen eröffnet, am 19. November 1901 die Aarau-Schöftland-Bahn und am 5. MĂ€rz 1904 die Wynentalbahn nach Menziken. Beide Bahnen fusionierten 1958 zur Wynental- und Suhrentalbahn (WSB).[47]

In den 1850er Jahren vollzog sich ein radikaler Strukturwandel. Aufgrund der protektionistischen Zollpolitik der Nachbarstaaten brach die Textilindustrie vollstĂ€ndig zusammen. An die Stelle einiger dominierender Grossbetriebe in einer einzigen Branche traten Mittelbetriebe, die unterschiedlichste Produkte herstellten. Durch den raschen Niedergang der Textilindustrie geriet Aarau gegenĂŒber anderen StĂ€dten ins Hintertreffen. Eine weitere StrukturschwĂ€che offenbarte sich mit dem Wegfall billiger HeimarbeitskrĂ€fte in der Region durch vermehrte Auswanderung. Die lokalen Finanzinstitute Aargauische Bank (1913 zur Kantonalbank umgewandelt) und Aargauische Kreditanstalt (1919 in der Bankgesellschaft aufgegangen) konnten nicht genĂŒgend Kapital bereitstellen, mit dem die Stadt ihren RĂŒckstand hĂ€tte aufholen können.[48]

Neue Industriezweige, die in Aarau entstanden, waren unter anderem die Herstellung von Reisszeug (Kern & Co. AG), Zement (Fleiner & Co., Jura-Cement-Fabriken), Schuhen (Filiale der im nahen Schönenwerd domizilierten Bally, Fretz & Cie.), Stahlguss (Oehler & Cie.) und Grafik (TrĂŒb AG). Nach einer Krise in den 1870er Jahre kam es um die Jahrhundertwende zu einer weiteren GrĂŒndungswelle in den Bereichen Elektrotechnik (Kummler & Matter, Sprecher + Schuh) und Nahrungsmittelverarbeitung (Chocolat Frey). Alle diese Betriebe konnten jedoch den relativen Bedeutungsverlust Aaraus nicht wettmachen. Umso energischer trieb die Stadt Projekte voran, welche die zentralörtlichen Funktionen stĂ€rkten. Dazu gehörten der Ausbau der Aarauer Kaserne (1876 zum Hauptstandort der fĂŒnften Infanteriedivision erhoben), die GrĂŒndung des Lehrerseminars (1873) und des Kantonsspitals (1882) sowie die Erweiterung der Kantonsschule (1896).[49]

Entwicklung seit dem 20. Jahrhundert

Stadtplan von 1911

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs traf Bevölkerung und Wirtschaft gleichermassen unvorbereitet. Aufgrund der hohen Inflation verarmten weite Teile der Bevölkerung, was die Stadt vor grosse sozialpolitische Probleme stellte. Da in Aarau zusĂ€tzlich Hunderte von Soldaten stationiert waren, konnte sich in der zweiten JahreshĂ€lfte 1918 die Spanische Grippe besonders rasch ausbreiten; die Behörden registrierten 2440 Erkrankte, etwa ein Prozent der Bevölkerung erlag der Epidemie. Der Landesstreik im November 1918 verlief ohne ZwischenfĂ€lle, eine BĂŒrgerwehr sorgte fĂŒr Ruhe und Ordnung.[50] 1914 stellten die verarmten Nachbargemeinden Rohr und Unterentfelden das formelle Begehren, eingemeindet zu werden. Die Stadt Aarau bekĂ€mpfte dieses Vorhaben, weil sie befĂŒrchtete, den Steuerfuss erhöhen zu mĂŒssen. Sie erklĂ€rte sich aber 1919 nach langen Verhandlungen bereit, UnterstĂŒtzungsbeitrĂ€ge zu bezahlen. Die Zahlungen wurden bis 1950 geleistet.[51]

Um den akuten Mangel an Wohnraum zu lindern und gleichzeitig den Einfluss der Spekulation auf die Siedlungsentwicklung zu begrenzen, betrieb die Stadt ab 1916 eine gezielte Bodenpolitik. Bis 1953 erwarb sie eine LandflĂ€che von insgesamt 86 Hektaren und verkaufte die erschlossenen Parzellen zu gĂŒnstigen Konditionen weiter, wobei die Bauarbeiten innert eines Jahres beginnen mussten. Auf diese Weise entstanden Wohnquartiere, die nach einheitlichen Kriterien geplant waren und – Ă€hnlich den Idealen der Gartenstadt-Bewegung – einen grossem GrĂŒnflĂ€chenanteil aufwiesen. Wohnbaugenossenschaften kamen erst ab den 1930er Jahren vermehrt zum Zuge. Ein im Jahr 1920 vom Grossen Rat genehmigtes Projekt einer Hafenanlage an der Aare, die der GĂŒter-Binnenschifffahrt dienen sollte, wurde nie verwirklicht.[52]

Die Zwischenkriegszeit war von starken Konjunkturschwankungen geprĂ€gt, welche die Aarauer Industrie einer harten Belastungsprobe aussetzten. Besonders stark war sie ab 1929 von der Weltwirtschaftskrise betroffen. Die Arbeitslosenzahlen stiegen zwischenzeitlich markant an und einzelne Betriebe gingen in Konkurs. Vor allem die Gewerbetreibenden litten unter der Flaute.[53] Im Zweiten Weltkrieg war Aarau von den ĂŒblichen Massnahmen wie Verdunkelung und Rationierung betroffen. Im Rahmen der Anbauschlacht wurde die landwirtschaftlich nutzbare FlĂ€che von 50 auf 122 Hektaren ausgeweitet. Mit Ausnahme der Explosion eines versehentlich von den Alliierten abgefeuerten Geschosses Ende Dezember 1944 blieb die Stadt von SchĂ€den verschont.[54]

Überbauung Telli

Nach dem Krieg dehnte sich die ĂŒberbaute FlĂ€che weiter aus. Bald waren sich die Stadtbehörden jedoch bewusst, dass mit der bisher ĂŒblichen Gartenstadt-Bauweise die Baulandreserven rasch erschöpft sein wĂŒrden, weshalb sie eine rationellere Nutzung des Bodens anstrebten. Stadtammann Erich Zimmerlin und Architekt Hans Marti entwickelten die Bauordnung der Stadt Aarau, die 1959 in Kraft trat und als eines der ersten modernen Baurechts- und Planungsinstrumente der Schweiz gilt. Sie ermöglichte die Verdichtung der altstadtnahen Bereiche sowie den Bau von Wohnblöcken und -hochhĂ€usern an der Peripherie.[55][52] Auf der letzten Baulandreserve der Stadt entstand zwischen 1971 und 1991 in drei Etappen die Grosswohnsiedlung Telli, ebenfalls nach PlĂ€nen von Hans Marti. Vorgesehen waren ursprĂŒnglich vier lang gestreckte Wohnzeilen und drei HochhĂ€user. Aufgrund des Konkurses der verantwortlichen Generalunternehmung kam der Bau von zwei HochhĂ€usern nicht zustande.[56]

Ab den 1960er Jahren arbeiteten mehr Menschen in Dienstleistungsbetrieben und in der kantonalen Verwaltung als in der Industrie, die allmĂ€hlich an Bedeutung zu verlieren begann. Der Kanton versuchte, das unaufhaltsam scheinende Wachstum in die richtigen Bahnen zu lenken. Geplant war eine polyzentrische Stadt mit dem Namen Aarolfingen (Aarau–Olten–Zofingen), die 330'000 Einwohner zĂ€hlen sollte. Doch die Wirtschaftskrise der 1970er Jahre bereitete diesen GrossstadttrĂ€umen ein rasches Ende.[57] In den 1980er und 1990er Jahren erlebte Aarau einen weiteren durchgreifenden Strukturwandel: Mehrere renommierte Industrieunternehmen wurden aufgelöst, andere verlegten ihre Produktion in die Vororte. Dennoch blieb Aarau ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Ehrgeizige Verkehrsprojekte wie eine sechsspurige Umfahrungsstrasse dem Ufer der Aare entlang oder ein Nord-SĂŒd-Tunnel unter dem Kasernenareal wurden zu den Akten gelegt. Verwirklicht wurden hingegen die Teilverlegung der WSB in einen Tunnel, der Ausbau wichtiger Kreuzungen, ein Autobahnzubringer und ein Einbahnring im Stadtzentrum.[58]

In einer Volksabstimmung am 24. Februar 2008 votierten die Stimmberechtigten von Aarau und Rohr fĂŒr die Fusion beider Gemeinden auf den 1. Januar 2010. Somit ist Aarau mit ĂŒber 19'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Kantons.[59]

Stadtbild und Architektur

Altstadt

Bemalte Unterseite eines Dachgiebels

Die gut erhaltene Altstadt ist das Ergebnis einheitlicher Planung der Kyburger. Um die beiden sich kreuzenden Hauptgassen (Rathausgasse bzw. Kirchgasse/Kronengasse) sind vier HĂ€usergevierte angeordnet, die als «Stöcke» bezeichnet werden. Darum herum ist ein Gassenring mit einer weiteren HĂ€userzeile gelegt. Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt in zwei Etappen konzentrisch erweitert (davon ausgenommen blieb die Nordflanke). Dabei trug man die alte Stadtmauer ab oder integrierte sie in neu errichtete GebĂ€ude. Als Ersatz entstand ein zweiter Ă€usserer Mauerring. An der SĂŒd- und Ostseite, wo der Felskopf flach in die Hochterrasse ĂŒbergeht, befand sich ein breiter Graben, der die Stadt von der unbefestigten Vorstadt trennte.[60]

Der Turm Rore an der RĂŒckseite des Rathauses

Zu einem grossen Teil geht die Bausubstanz der Altstadt auf Bauvorhaben im 16. und 17. Jahrhundert zurĂŒck, als fast alle aus dem Mittelalter stammenden GebĂ€ude ersetzt oder aufgestockt wurden. Die architektonische Entwicklung fand im spĂ€ten 18. Jahrhundert ihren Abschluss, als die Stadt sich merklich auszudehnen begann. Die AltstadthĂ€user sind ĂŒberwiegend im spĂ€tgotischen Stil. Eine Besonderheit sind rund 70 Dachgiebel mit bemalten Unterseiten (RĂŒnden), weshalb Aarau auch als «Stadt der schönen Giebel» bezeichnet wird. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts empfand man, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, die mittelalterlichen Befestigungsanlagen als einengend. Nachdem bereits das gering befestigte Aaretor verschwunden war, wurde 1812/13 auch das Laurenzentor abgebrochen. 1820 schleifte man die Stadtmauern, schĂŒttete den Graben zu und wandelte ihn zu einer Allee um.[60]

Ältester Teil der Stadtbefestigung ist das Schlössli an der nordöstlichen Ecke der Altstadt, aber knapp ausserhalb des einstigen Mauerrings gelegen. Dieser 25 Meter hohe Wohnturm entstand in der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts kurz vor der StadtgrĂŒndung und besteht aus grob behauenem Megalithmauerwerk. Etwas jĂŒnger, aber im selben Baustil, ist der Turm Rore. Nachdem er 1517 sein Privileg als Freihof verloren hatte, wurde er bis 1520 in das neu erbaute Rathaus integriert. Ebenfalls im Zusammenhang mit der StadtgrĂŒndung steht die Errichtung des Oberen Turms neben dem sĂŒdlichen Stadttor. Er wurde um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert aufgestockt und dominiert mit einer Höhe von 62 Metern das Stadtbild. Ebenfalls erhalten geblieben sind das Haldentor im Westen und ein kurzer Mauerzug mit dem Pulverturm an der SĂŒdwestecke.[61]

Die Stadtkirche steht am nordwestlichen Rand der Altstadt, unmittelbar an der Kante des Felskopfes. Sie entstand von 1471 bis 1478 gemÀss den Vorgaben der Bettelordensarchitektur und prÀsentiert sich als schlichte dreischiffige Basilika. Der Kirchturm stammt vom VorgÀngerbau und wurde 1426/27 errichtet. Auf dem Platz vor der Kirche steht der 1643 geschaffene Gerechtigkeitsbrunnen. Weitere architektonisch herausragende GebÀude sind das ehemalige Kloster St. Ursula an der Golattenmattgasse, das Haus zum Erker an der Rathausgasse, das Christkatholische Pfarrhaus am AdelbÀndli, die Alte Schaal an der Metzgergasse und die Zunftstube an der Pelzgasse.

VorstÀdte

Die sich in Richtung SĂŒden erstreckende Vorstadt ist zum Teil Ă€lter als die Altstadt selbst. Sie ging aus der Siedlung «zue den Husen» hervor und wurde im 14. Jahrhundert markant erweitert, blieb aber stets unbefestigt. Auch hier weisen die HĂ€user zum Teil die typischen bemalten RĂŒnden auf. In der Vorderen Vorstadt sticht besonders das 1693 erbaute Saxer-Haus hervor. In der parallel verlaufenden Hinteren Vorstadt ist neben verschiedenen BĂŒrgerhĂ€usern auch der neugotische Affenkasten zu finden. Den Abschluss dieser Strasse bildet die 1608 errichtete Obere MĂŒhle.[62]

Von der Altstadt aus fĂŒhrt in einem weiten Bogen die Laurenzenvorstadt in östlicher Richtung. Diese Strasse steht im Zusammenhang mit der Ernennung Aaraus zur Helvetischen Republik im Jahr 1798. Der Stadtrat beauftragte den elsĂ€ssischen Architekten Johann Daniel Osterrieth, ein reprĂ€sentatives Regierungsviertel zu planen. Nach kurzer Zeit legte er den Plan d’Agrandissement de la commune d’Aarau (Erweiterungsplan der Gemeinde Aarau) vor. Vorgesehen waren mehrere RegierungsgebĂ€ude, eine Kirche, ein Theater und eine Kaserne. Da die Regierung nach nur einem halben Jahr wegzog, wurden schliesslich nur die klassizistischen Neuen HĂ€user an der Nordseite verwirklicht. WĂ€hrend das Haus zum Schlossgarten, Meyerhaus und das Amthaus damals bereits existierten, entstanden weitere klassizistische Bauten erst im Verlaufe der nĂ€chsten Jahrzehnte. Dazu gehören das SĂ€ulenhaus und das HauptgebĂ€ude der Infanteriekaserne.[63]

Übriges Stadtgebiet

BankgebÀude an der Bahnhofstrasse

Nach der Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1858 entwickelte sich die Bahnhofstrasse zur Hauptverkehrsachse und bedeutendsten Einkaufsstrasse der Stadt. Um ihre hohe Bedeutung zu unterstreichen, entstanden mehrere reprĂ€sentative, teils sogar monumentale Bauwerke im spĂ€tklassizistischen und historisierenden Stil. ErwĂ€hnenswert sind insbesondere die Hauptpost, BankgebĂ€ude, das Naturama und die GebĂ€ude der Alten Kantonsschule. Etwas zurĂŒckversetzt ist die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul. Eine Besonderheit sind die Meyerschen Stollen, ein kilometerlanges Netz unterirdischer WasserkanĂ€le, das Johann Rudolf Meyer zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Geheimen als Zuleitung zum Antrieb seiner Seidenbandfabrik errichten liess.

An der Kreuzung von Bahnhofstrasse und Vorderer Vorstadt befindet sich der Aargauerplatz. An dessen SĂŒdseite steht das RegierungsgebĂ€ude, der Sitz der Kantonsregierung. Es entstand zwischen 1811 und 1834 durch den Umbau und die Erweiterung des bereits seit 1739 bestehenden Gasthauses Löwen. Seiner hinteren sĂŒdlichen Fassade zugewandt ist das 1826/28 errichtete GrossratsgebĂ€ude, in welchem der Grosse Rat, das Kantonsparlament, tagt. ErgĂ€nzt wird das Regierungsviertel an seiner Westseite durch die modernen Bauten der Aargauer Kantonsbibliothek und des Aargauer Kunsthauses; dahinter erstreckt sich der Rathausgarten, eine kleine Parkanlage mit mehreren Skulpturen.

Im Nordosten der Stadt entstand die nach modernen GrundsĂ€tzen gestaltete Grosswohnsiedlung Telli. In vier lang gestreckten, hohen Wohnzeilen lebt rund ein Achtel der Bevölkerung Aaraus. Zu dieser «Stadt in der Stadt» gehören auch ein Einkaufszentrum und das Telli-Hochhaus, in dem ein Teil der kantonalen Verwaltung untergebracht ist. Ebenfalls im Telliquartier zu finden ist der Telliring. Dieser von BĂ€umen umgebene kreisrunde Rasenplatz gilt als erste öffentliche Turnanlage der Schweiz. Das Gebiet sĂŒdlich der Bahnhofstrasse ist von einer gartenstadtĂ€hnlichen Überbauung mit zahlreichen GrĂŒnflĂ€chen geprĂ€gt. Die wichtigsten SehenswĂŒrdigkeiten in dieser Gegend sind das HerosĂ©-Stift, der Friedhof Rosengarten und das Francke-Gut. Am SĂŒdhang des Hungerbergs nördlich der Aare befindet sich die Villa Blumenhalde.

Wappen

Wappenscheibe von 1543

Die Blasonierung des Stadtwappens lautet: «Unter rotem Schildhaupt in Weiss rot bewehrter und gezungter schwarzer Adler.» Das stĂ€dtische Siegel von 1270 zeigte einen Adler und eine dreiblĂ€ttrige Linde mit BlĂŒten. Eine Abbildung des Wappens in der Tschachtlanchronik von 1470 kommt ohne die Linde aus, dagegen ist erstmals ein rotes Schildhaupt ĂŒber dem Adler zu sehen. Der Adler verdankt seine Verwendung als Wappentier der Stadt Aarau einer volksetymologischen Umdeutung des Namens als «Au des Aars».[64]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung (ohne Rohr):[65]

Jahr 1558 1764 1798 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner ca. 1200 1868 2458 4657 7831 11'666 14'280 17'045 16'881 15'788 16'481 15'470 19'652

Die folgenden Angaben beziehen sich jeweils auf die Summe der Gemeinden Aarau und Rohr.

Am 31. Dezember 2010 lebten 19'652 Menschen in Aarau, der AuslĂ€nderanteil betrug 20 % und lag damit knapp unter dem kantonalen Durchschnitt von 22,3 %.[6] GemĂ€ss der VolkszĂ€hlung vom 5. Dezember 2000 stammten von den damals 3250 Einwohnern mit auslĂ€ndischer StaatsbĂŒrgerschaft 18,9 % aus Italien, 15,5 % aus der Bundesrepublik Jugoslawien, 10,3 % aus Deutschland, 8,8 % aus der TĂŒrkei, 7,1 % aus Bosnien und Herzegowina, 6,2 % aus Spanien, 4,2 % aus Kroatien, 2,5 % aus Portugal sowie je 2,0 % aus Österreich und Mazedonien. 84,5 % der Befragten gaben Deutsch als ihre Hauptsprache an. Es folgten 3,3 % Italienisch, 2,9 % Serbokroatisch, 1,4 % Spanisch, 1,1 % Französisch, je 1,0 % Albanisch und TĂŒrkisch sowie je 0,5 % Englisch und Portugiesisch.[66]

Konfessionen Aaraus (VolkszÀhlung 2000)

Die Entwicklung der Einwohnerzahl verlief seit 1800 kontinuierlich; innerhalb von 150 Jahren wuchs die Bevölkerung um mehr als das Sechsfache. 1960 wurde mit 17'045 der vorlĂ€ufige Höchststand erreicht, bis 2000 nahm die Einwohnerzahl jedoch wieder um ĂŒber 8 % ab. Drei GrĂŒnde waren dafĂŒr ausschlaggebend: Erstens hatte die Stadt mit der Fertigstellung der Grosswohnsiedlung Telli keine nennenswerten Baulandreserven mehr. Zweitens sank die Anzahl der Personen pro Haushalt, wodurch der vorhandene Wohnraum weniger stark genutzt wurde. Drittens absorbierten die angrenzenden Agglomerationsgemeinden das Bevölkerungswachstum und zahlreiche Aarauer zogen aus der Stadt «ins GrĂŒne». Nach der Jahrtausendwende konnte dieser Negativtrend gestoppt werden. Durch die vermehrte Umnutzung brach liegender IndustriegebĂ€ude fĂŒr Wohnzwecke wird die vorhandene Bebauung besser ausgenutzt, ausserdem kamen durch die Eingemeindung von Rohr mehr als 3000 Einwohner hinzu.

Die Bevölkerung Aaraus war nach EinfĂŒhrung der Reformation im Jahr 1528 fast ausschliesslich reformiert. Durch die Einwanderung aus der ĂŒbrigen Schweiz und vor allem aus dem Ausland nahm der Anteil der Menschen römisch-katholischer Konfession ab dem 19. Jahrhundert kontinuierlich zu. Bedingt durch die Einwanderung aus SĂŒdosteuropa und der TĂŒrkei sind sunnitische Muslime im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts zur drittgrössten Glaubensgemeinschaft angewachsen. Im Dezember 2000 waren 41,2 % der Einwohner reformiert, 28,9 % römisch-katholisch, 4,8 % muslimisch und 3,2 % christlich-orthodox. 2,4 % gehörten ĂŒbrigen protestantischen Gemeinschaften oder Freikirchen an, 2,0 % sonstigen Glaubensrichtungen. 14,4 % bezeichneten sich als konfessionslos, der Rest machte keine Angaben.[66]

Politik und Recht

Die Politische Gemeinde (im Kanton Aargau Einwohnergemeinde genannt) nimmt sĂ€mtliche kommunalen Aufgaben wahr, die nicht durch ĂŒbergeordnetes Recht zum Wirkungskreis eines anderen Gemeindetyps (beispielsweise die Kirchgemeinden der Landeskirchen) erklĂ€rt worden sind.

Legislative

Anstelle einer in kleineren Orten ĂŒblichen Gemeindeversammlung vertritt seit 1972 auf Ebene der politischen Gemeinde der von den Aarauer Stimmberechtigten gewĂ€hlte Einwohnerrat die Anliegen der Bevölkerung. Er besteht aus 50 Mitgliedern und wird im Proporzwahlverfahren gewĂ€hlt. Ihm obliegt das Genehmigen des Steuerfusses, des Voranschlages, der Jahresrechnung, des GeschĂ€ftsberichts und der Kredite. Ausserdem erlĂ€sst er Reglemente, kontrolliert die AmtsfĂŒhrung der Exekutive und entscheidet ĂŒber EinbĂŒrgerungen auslĂ€ndischer Einwohner. Die Amtsdauer betrĂ€gt vier Jahre. Der Einwohnerrat tagt im Saal des GrossratsgebĂ€udes.

Bei den drei letzten Wahlen erreichten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 2001 2005 2009
FDP 13 12 10
SP 12 12 11
SVP 11 09 12
CVP 04 04 03
Pro Aarau 04 04 03
GrĂŒne 02 04 06
EVP 03 03 02
JETZT! 01 02 01
GLP 02

Auch auf Ebene der Einwohnergemeinde finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bevölkerung fakultative und obligatorische Referenden gegen BeschlĂŒsse des Einwohnerrates sowie das Initiativrecht zu.

Exekutive

AusfĂŒhrende Behörde ist der Stadtrat. Er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewĂ€hlt, seine Amtsdauer betrĂ€gt vier Jahre. Der Stadtrat fĂŒhrt und reprĂ€sentiert die Einwohnergemeinde. Dazu vollzieht er die BeschlĂŒsse des Einwohnerrates und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Die Sitzungen finden im Rathaus statt. Als Vorsteher der Exekutive ĂŒbt der Stadtammann seine TĂ€tigkeiten im Vollamt aus, die ĂŒbrigen StadtrĂ€te im Nebenamt.

Die sieben StadtrĂ€te der Amtsperiode 2010–2013 sind:

  • Marcel Guignard, (FDP), Stadtammann
  • Beat Blattner (SP), Vizeammann
  • Michael Ganz (Pro Aarau)
  • Carlo Mettauer (CVP)
  • Lukas Pfisterer (FDP)
  • Jolanda Urech (SP)
  • Regina JĂ€ggi (SVP), bis 31. Dezember 2009 Gemeindeammann von Rohr

Judikative

FĂŒr erstinstanzliche Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Aarau zustĂ€ndig. Die Stadt Aarau bildet einen Friedensrichterkreis.

OrtsbĂŒrger

Der OrtsbĂŒrgergemeinde gehören jene Einwohner an, die das BĂŒrgerrecht von Aarau besitzen. Ihre Hauptaufgabe ist die Verwaltung des OrtsbĂŒrgervermögens, dessen Ursprung in den BĂŒrgergĂŒtern liegt, die aus der Zeit des Ancien RĂ©gime ĂŒbernommen wurden. Beispielsweise ist die OrtsbĂŒrgergemeinde im Besitz von 623 Hektaren Wald in Aarau und angrenzenden Gemeinden, der durch ein eigenes Forstamt bewirtschaftet wird. Zu ihrem Eigentum gehören auch eine Kiesgrube in Staufen, ein Rebberg in Herznach sowie diverse GrundstĂŒcke und Liegenschaften. Legislative ist die OrtsbĂŒrgerversammlung, Exekutive der Stadtrat der Einwohnergemeinde (dem auch Nicht-OrtsbĂŒrger angehören).[67]

PartnerstÀdte

PartnerstÀdte Aaraus sind Neuchùtel, das niederlÀndische Delft und das deutsche Reutlingen. Die Partnerschaft mit Delft begann 1969 mit gegenseitigen Austauschbesuchen. Kontakte zu Reutlingen bestanden schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg, wurden 1970 vorerst auf technischer Ebene reaktiviert und 1986 formell besiegelt. Nach ersten Kontakten im Jahr 1984 begann 1997 offiziell die Partnerschaft mit Neuchùtel.[68]

Wirtschaft

Struktur

Druckzentrum der Aargauer Zeitung

Aarau, einst ein bedeutendes industrielles Zentrum, wird seit der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts vom Dienstleistungssektor dominiert. Die wirtschaftlichen TĂ€tigkeiten konzentrieren sich auf das Stadtzentrum sowie auf die Industrie- und Gewerbezonen Torfeld und Telli. In ĂŒber 1700 Betrieben werden rund 27'500 ArbeitsplĂ€tze angeboten, davon 0,1 % in der Landwirtschaft, 12,9 % in der Industrie und 87,0 % im Dienstleistungssektor.[69] Dies bedeutet, dass Aarau mehr Arbeitsstellen als Einwohner zĂ€hlt.

Mehr als die HĂ€lfte der in Aarau arbeitenden Menschen lebt in den Agglomerationsgemeinden oder in der weiteren Umgebung. Dadurch entstehen an Werktagen grosse Pendlerströme, die regelmĂ€ssig zu Verkehrsstaus fĂŒhren. Keine Schweizer Stadt besitzt mehr ArbeitsplĂ€tze im VerhĂ€ltnis zur Einwohnerzahl als Aarau. Aufgrund ihrer KleinrĂ€umigkeit stösst die Stadt zunehmend an Wachstumsgrenzen. Die Agglomeration liegt in der Mitte des so genannten «goldenen Dreiecks» zwischen ZĂŒrich, Bern und Basel und bekundet zunehmend MĂŒhe, sich zwischen diesen GrossstĂ€dten als eigenstĂ€ndiges Wirtschaftszentrum zu behaupten.[70]

AnsÀssige Unternehmen

Mit Abstand grösster Arbeitgeber ist die kantonale Verwaltung. Sie zĂ€hlt mehrere Tausend BeschĂ€ftigte, deren ArbeitsplĂ€tze ĂŒberwiegend auf die Verwaltungszentren Behmen, Buchenhof und Telli-Hochhaus konzentriert sind. Das zweite Standbein der stĂ€dtischen Wirtschaft ist das Gesundheitswesen. Es gibt zwei KrankenhĂ€user, das staatliche Kantonsspital Aarau und die Klinik im Schachen der Privatklinikgruppe Hirslanden.

Glockengiesserei H. RĂŒetschi

Bedeutendster in Aarau verbliebener Industriebetrieb ist die Schweizer Niederlassung von Rockwell Automation, die auf Automatisierungstechnik spezialisiert ist. In den Bereichen Identifikationstechnik und Sicherheitstechnik tĂ€tig ist die aus einer Druckerei hervorgegangene TrĂŒb AG, die vor allem fĂŒr die Herstellung von Personalausweisen bekannt ist. Aarau besitzt eine ĂŒber 600-jĂ€hrige Tradition im Bereich des Glockengiessens, die heute von der Firma H. RĂŒetschi fortgefĂŒhrt wird.

In Aarau befindet sich der Hauptsitz des Verlags- und Medienunternehmens AZ Medien. Zu diesem gehören die Aargauer Zeitung, Radio Argovia, Tele M1 und der AT Verlag. Ein weiterer bedeutender Verlag ist der Verlag SauerlÀnder. Mit Sendestudios vertreten sind auch das Schweizer Fernsehen und das Schweizer Radio DRS sowie der nichtkommerzielle Radiosender Kanal K. Ihren Hauptsitz in Aarau haben auch die beiden grössten Banken des Kantons (Neue Aargauer Bank und Aargauische Kantonalbank), die Vorsorgeeinrichtungen GastroSocial Pensionskasse und Aargauische Pensionskasse sowie weitere Unternehmen wie AEW Energie, Jura-Holding, Pneu Egger und DB SCHENKERhangartner.

MĂ€rkte und Messen

Jeden Samstagmorgen findet im Graben am Rande der Altstadt ein GemĂŒsemarkt mit regionalen Produkten statt. Ebenfalls dort wird in der letzten Septemberwoche der MAG (Markt Aarauer Gewerbetreibender) veranstaltet, an dem regionale und ĂŒberregionale Firmen ihre Produkte feilbieten.[71] Am gleichen Ort jeweils am ersten Mittwoch im November bietet der «RĂŒeblimĂ€rt» alle Spielarten und Produkte von und aus Karotten an.[72] In und um die Halle der Kunsteisbahn findet jeweils im FrĂŒhjahr die AMA (Aargauer Messe Aarau) statt, die grösste Aargauer Publikums- und Erlebnismesse.[73]

Verkehr und Infrastruktur

Strassen

Aarau ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. SĂŒdlich der Stadt verlĂ€uft die A1, die wichtigste Autobahn der Schweiz. Die Anschlussstelle Aarau-West befindet sich rund fĂŒnf Kilometer sĂŒdlich bei Oberentfelden. Der sechs Kilometer östlich gelegene Anschluss Aarau-Ost bei Hunzenschwil ist ĂŒber eine vierspurige Schnellstrasse (T5) erreichbar.

SauerlÀndertunnel

Die Stadt ist Schnittpunkt mehrerer wichtiger Hauptstrassen. Die wichtigste ist die Hauptstrasse 5 von Lausanne ĂŒber NeuchĂątel, Solothurn und Aarau nach Koblenz. Sie kreuzt sich mit der Hauptstrasse 23 von Aarau ĂŒber BeromĂŒnster und Sumiswald nach Kirchberg sowie mit der Hauptstrasse 24 von Frick ĂŒber die Staffelegg und Aarau nach Sursee. Letztere fĂŒhrte bis Dezember 2010 ĂŒber die KettenbrĂŒcke; seit der Eröffnung der Umfahrung von KĂŒttigen und einer neuen AarebrĂŒcke bei Rohr wird der Nord-SĂŒd-Verkehr grossrĂ€umig umgeleitet.[74] Bereits im MĂ€rz 2003 wurde die Ostumfahrung der Altstadt mit dem SauerlĂ€ndertunnel eröffnet; die Altstadt selbst ist seit MĂ€rz 2006 weitgehend vom Durchgangsverkehr befreit.[75] Neben der Staffelegg können von Aarau aus zwei weitere JurapĂ€sse erreicht werden, das Benkerjoch und die Salhöhe.

Öffentlicher Verkehr

Im Innern des Bahnhofs Aarau

Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs ist der 1858 eröffnete Bahnhof Aarau der Schweizerischen Bundesbahnen. Er gehört zu den meistfrequentierten des Landes, wurde 2010 komplett neu erbaut und liegt an der wichtigen Ost-West-Hauptlinie zwischen ZĂŒrich und Bern. Diese Eisenbahnlinie unterquert in zwei parallel verlaufenden, knapp 500 Meter langen Tunnels den SchanzhĂŒgel mit dem Regierungsviertel. Es verkehren direkte SchnellzĂŒge u. a. nach ZĂŒrich, Bern, Basel und Genf. Eine weitere SBB-Linie, die Aargauische SĂŒdbahn fĂŒhrt ĂŒber Lenzburg nach Zug. Aarau ist der Ausgangspunkt zweier schmalspuriger Strecken der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB). Diese strassenbahnĂ€hnlichen Vorortsbahnen verkehren nach Menziken im Wynental und Schöftland im Suhrental. Die SBB-Bahnstrecke Aarau–Suhr wurde 2004 stillgelegt und umgespurt, seit 2010 wird sie von WSB-ZĂŒgen in Richtung Menziken befahren.[76]

Die Verkehrsgesellschaft AAR bus+bahn, EigentĂŒmerin der WSB, betreibt mit ihrer Tochtergesellschaft Busbetrieb Aarau mehrere Stadtbuslinien, welche auch die Vororte erschliessen. ZusĂ€tzlich verkehren zwei Postautolinien ĂŒber die Jurahöhen nach Frick, eine ĂŒber das Benkerjoch, die andere ĂŒber die Staffelegg. In Aarau kreuzen sich drei Radfernwege: die Nord-SĂŒd-Route, die Aare-Route und die Mittelland-Route.

Versorgung

Die Industriellen Betriebe Aarau (IBA) versorgen die Stadt mit ElektrizitÀt, Erdgas und Trinkwasser. Das Unternehmen mit 260 Mitarbeitern ist eine Aktiengesellschaft mit Holdingstruktur, an der die Stadt Aarau eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent hÀlt. Sie entstand 1947 durch die Zusammenlegung der gemeindeeigenen ElektrizitÀts- und Wasserwerke sowie des bisher privaten Gaswerks.[77]

Jahrhundertelang versorgte der Stadtbach Aarau mit Trinkwasser. Er diente aber auch zum Antreiben von WasserrĂ€dern und zur Versorgung von Gewerbebetrieben, was eine schlechte WasserqualitĂ€t zur Folge hatte. 1854 starben 81 Menschen an der Cholera, bei damals rund 4'000 Einwohnern. Erst als der Regierungsrat 1855 mit dem Wegzug der Kantonsbehörden nach Brugg drohte, nahm die Stadt die Planung einer modernen Wasserversorgung in Angriff. 1857 begann der Bau eines Stollens, der die Stadtbachquelle direkt anzapfen sollte. Die Arbeiter stiessen dabei aber auf eine weitaus ergiebigere Quelle, den Grundwasserstrom der Suhre. Somit verfĂŒgte Aarau ab 1860 ĂŒber die erste Grundwasserfassung der Schweiz. Ab 1900 stand nach dem Bau eines Reservoirs eine Hochdruckwasserversorgung zur VerfĂŒgung, mit der auch die höher gelegenen Quartiere erschlossen werden konnten. 1943, 1955 und 1962 wurde die Wasserversorgung mit dem Bau dreier weiterer Grundwasser-Pumpwerke nahe der Aare ausgebaut.[78][79]

Zwar war Ende der 1850er Jahre die MĂŒllabfuhr eingefĂŒhrt worden, doch die zahlreichen EhgrĂ€ben und Sickergruben in der Altstadt blieben vorerst bestehen, so dass immer noch die Gefahr von Epidemien bestand. 1910 war das Kanalisationsnetz in seinen GrundzĂŒgen fertiggestellt, doch die AbwĂ€sser wurden ungeklĂ€rt in die Aare geleitet. 1966 nahm die Abwasserreinigungsanlage nahe der SuhremĂŒndung in der Telli ihren Betrieb auf; heute reinigt sie die AbwĂ€sser von zwölf Gemeinden.[78]

Kraftwerk Aarau

1858 begann die Gasbeleuchtungsgesellschaft mit der Produktion von Stadtgas, hauptsĂ€chlich zu Beleuchtungszwecken, im geringen Umfang auch fĂŒr den Antrieb von Maschinen. 1870 erfolgte die Umstellung von Holz- auf Steinkohlevergasung. Ab 1893 verlagerte das Gaswerk seine TĂ€tigkeit zunehmend von der Beleuchtung zur WĂ€rmeproduktion. Grund dafĂŒr war die Konkurrenz durch die im selben Jahr in der Oberen MĂŒhle eröffnete «Kraftstation». Im darauf folgenden Jahr wurde das stĂ€dtische Kraftwerk Aarau, eines der Ă€ltesten Laufwasserkraftwerke der Schweiz, in Betrieb genommen. Bereits 1883 war das Kraftwerk RĂŒchlig erbaut worden, das aber jahrzehntelang ausschliesslich fĂŒr die Jura-Cement-Fabriken Strom produzierte. 1965 wurde Aarau an das Erdgasnetz des Gasverbundes Mittelland, zwei Jahre spĂ€ter das unwirtschaftlich gewordene Gaswerk geschlossen.[80][79]

Bildung

Zelglischulhaus

Aarau ist der bedeutendste Bildungsstandort des Kantons, so dass es den meisten Kindern und Jugendlichen möglich ist, ihre gesamte Schulzeit hier zu absolvieren. Die vom Volk gewĂ€hlte siebenköpfige Schulpflege trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr die ordentliche ErfĂŒllung sĂ€mtlicher Aufgaben der Volksschule und ist primĂ€r auf strategischer Ebene tĂ€tig. FĂŒr operative Aufgaben setzt sie Schulleitungen ein, welche die pĂ€dagogische, personelle und administrative Leitung im Rahmen der ihr ĂŒbertragenen Kompetenzen ĂŒbernehmen.[81]

In Aarau gibt es sieben KindergĂ€rten mit 14 Abteilungen und fĂŒnf Schulzentren (Aare, Gönhard, Schachen, Telli, Zelgli). Es werden sĂ€mtliche Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet, bestehend aus der Primarschule bis zum 5. Schuljahr sowie – je nach Leistungsvermögen – der Realschule, der Sekundarschule und der Bezirksschule bis zum 9. Schuljahr. Ausserdem werden eine HeilpĂ€dagogische Sonderschule und eine Musikschule gefĂŒhrt.[81] Auch nach der Gemeindefusion im Jahr 2010 bleibt das Schulwesen in Rohr vorerst organisatorisch getrennt und fĂ€llt wie bisher in die ZustĂ€ndigkeit der Kreisschule Buchs-Rohr. Der Stadtteil Rohr verfĂŒgt ĂŒber vier KindergĂ€rten und zwei SchulhĂ€user (Brunnbach, StĂ€pfli) mit Primar-, Real- und Sekundarschule.[82]

Aarau ist Standort zweier Kantonsschulen (Gymnasien), deren Abschluss (Matura) zum UniversitĂ€tsstudium berechtigt. Die 1802 eröffnete Alte Kantonsschule ist das Ă€lteste nichtkirchliche Gymnasium der Schweiz. Die Neue Kantonsschule besteht seit 1979 und ist aus dem Lehrerinnenseminar hervorgegangen. Weitere Schulen von Bedeutung sind die kantonale Berufsschule, die Grafische Fachschule, die Volkshochschule und die MaturitĂ€tsschule fĂŒr Erwachsene. Die Fachhochschule Nordwestschweiz ist mit der Hochschule fĂŒr Gestaltung und Kunst sowie der PĂ€dagogischen Hochschule vertreten. Weitere Fachhochschulen sind das Theologisch-Diakonische Seminar, die Fachschule fĂŒr Gesundheitsberufe H+ Bildung und das WE'G-Weiterbildungszentrum fĂŒr Gesundheitsberufe. Hinzu kommen verschiedene Privatschulen und Angebote fĂŒr Erwachsenenbildung. Das 2008 gegrĂŒndete Zentrum fĂŒr Demokratie Aarau ist ein interdisziplinĂ€res Institut der UniversitĂ€t ZĂŒrich zur Demokratieforschung.[83]

Schon bald nach der StadtgrĂŒndung existierte in Aarau eine Lateinschule. 1270 wurde erstmals ein Schulmeister (scolasticus) urkundlich erwĂ€hnt. Nach EinfĂŒhrung der Reformation 1528 lag der Schwerpunkt des Lehrplans bei der Vorbereitung auf ein theologisches Studium in Bern. Im selben Jahr ist erstmals die Existenz einer «deutschen Schule» nachweisbar, die als VorgĂ€ngerin der heutigen Volksschule gilt. Ab 1622 wurden Knaben und MĂ€dchen gewöhnlich getrennt unterrichtet. Als Schullokale dienten verschiedene GebĂ€ude, darunter das ehemalige Kloster St. Ursula. Ab 1787 erhielten die Knaben im spĂ€teren Amthaus Unterricht, die MĂ€dchen ab 1815 in der «Töchterschule» am Graben.[84] Mit zunehmendem Wachstum der Stadt erwiesen sich diese GebĂ€ude bald als zu klein. 1875 wurde das Pestalozzischulhaus eröffnet, 1911 das Zelglischulhaus.[85] 1935 folgte der erste Kindergarten, 1952 das Gönhardschulhaus. In den 1970er Jahren entstanden schliesslich die SchulhĂ€user Aare, Schachen und Telli.

Kultur

Das 1959 eröffnete Aargauer Kunsthaus besitzt eine der grössten und bedeutendsten Sammlungen Schweizer Malerei. Schwerpunkte bilden die Werke der Maler Caspar Wolf, Johann Heinrich FĂŒssli, Ferdinand Hodler, Cuno Amiet und Giovanni Giacometti. Der moderne Anbau (2001–03) wurde vom renommierten ArchitekturbĂŒro Herzog & de Meuron und dem KĂŒnstler RĂ©my Zaugg gestaltet. Ein weiteres Museum von nationaler Ausstrahlung ist das Naturama, das 1922 eröffnete Aargauische Naturmuseum. Es befasst sich mit der Tier- und Pflanzenwelt des Aargaus, mit Fossilien und Mineralien und mit Fragen der Ökologie. Den Grundstock bilden Sammlungen bekannter Persönlichkeiten wie Heinrich Zschokke und Friedrich Frey-HerosĂ©, die dem Kanton vermacht wurden. Das Stadtmuseum im Schlössli befasst sich mit der Geschichte der Stadt Aarau und bietet zusĂ€tzlich eine Ausstellung ĂŒber Vermessungsinstrumente und Fotografie.[86]

Aarau besitzt zwei Bibliotheken, die Stadtbibliothek (seit 1776) und die Aargauer Kantonsbibliothek (seit 1803). Weitere kulturelle Institutionen sind das Theater Tuchlaube in der Alten Schaal, der Kunstraum Aarau, das Forum Schlossplatz (Kunstausstellungen im Haus zum Schlossgarten), der Saalbau (Kultur- und Kongresshaus), die Stadtkirche (klassische Konzerte), das Jugendkulturhaus Flösserplatz, das alternative Kulturzentrum KiFF (Kultur in der Futtermittelfabrik) mit dem Kleintheater Fabrikpalast, die JugendrÀume Wenk sowie die Galerien Goldenes Kalb und Atelier Bleifrei.[86]

In Aarau gibt es zwei kommerzielle Kinos, das Kino Ideal mit vier SĂ€len und das Kino Schloss mit zwei SĂ€len. Das Kino Freier Film ist ein auf alternative Filme spezialisiertes Programmkino und ist in der ehemaligen Druckerei SauerlĂ€nder untergebracht. Seit 2004 findet das One Minute Film & Video Festival statt. An diesem Kurzfilmfestival werden Filme prĂ€sentiert, die nicht lĂ€nger als 60 Sekunden dauern. Seit 2005 wird der «Kulturpreis der Stadt Aarau» verliehen, der mit 10'000 Franken dotiert ist und mit dem regionale KĂŒnstler aller Sparten gefördert werden.[86] Aarau ist Sitz der Stiftung ProSpecieRara, die sich fĂŒr Artenvielfalt bei Kulturpflanzen und Nutztierrassen einsetzt.

Als wichtigster Aarauer Festtag gilt das als Maienzug bezeichnete Kinder- und Jugendfest. Dieser Brauch hat eine ĂŒber 400-jĂ€hrige Tradition und findet jeweils am ersten Freitag im Juli statt. Höhepunkt ist der Umzug der Schulkinder. Der Maienzug-Vorabend am Tag davor hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem grossen Volksfest entwickelt. Fester Bestandteil des Maienzugs ist mittlerweile auch das Musikfestival ChrutwĂ€je Openair.[87] Ein weiterer traditioneller Brauch ist der Bachfischet im September: Mit einem RĂ€benlicht-Umzug begleiten die Kinder den Stadtbach, der nach der alljĂ€hrlichen Reinigung wieder geflutet wird.[88]

Sport und Freizeit

Wildpark Roggenhausen

Das Schachenquartier am westlichen Stadtrand ist das sportliche Zentrum Aaraus. Es ist Standort der Pferderennbahn Schachen, auf der mehrmals jĂ€hrlich vielbeachtete Rennen ausgetragen werden.[89] Ebenfalls im Schachen befinden sich das Schwimmbad, eine Leichtathletikanlage mit Finnen- und Tartanbahn, eine Reithalle sowie die Schachenhalle fĂŒr die Austragung verschiedener Hallensportarten. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Sportanlage der Alten Kantonsschule im Telliquartier, die neben Turnhallen eine weitere Leichtathletikanlage sowie ein Hallenbad umfasst.[90] In einer ehemaligen Fabrikhalle im Torfeldquartier ist das Rolling Rock domiziliert, eine Freizeitanlage mit Kletterwand, Skatepark und Hockeyfeld.[91]

Das 1924 eröffnete Stadion BrĂŒgglifeld liegt knapp jenseits der sĂŒdöstlichen Stadtgrenze auf Suhrer Gemeindegebiet. Es war Austragungsort einiger Spiele der U-16-Europameisterschaft 1991 und der U-19-Europameisterschaft 2004. Geplant ist der Ersatz des Stadions durch einen Neubau auf dem brachliegenden IndustriegelĂ€nde Torfeld SĂŒd. Das erste Projekt scheiterte im September 2005 an der Urne; Hauptgrund der Ablehnung war die vorgesehene Mantelnutzung mit einem neuen Einkaufszentrum. Ein zweites Projekt mit einer deutlich verkleinerten EinkaufsflĂ€che wurde im Februar 2008 hingegen angenommen. Das neue Stadion soll 2013 eröffnet werden.[92] Neben dem Stadion BrĂŒgglifeld, ebenfalls auf Suhrer Boden, befindet sich eine ĂŒberdachte Kunsteisbahn. Dieser Eishalle, in der mehrere Spiele der B-Gruppe der Eishockey-Weltmeisterschaft 1976 ausgetragen wurden, ist eine Curlinghalle angegliedert.

Im Schachen fand 1964 und 2007 das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. Insbesondere letztere Ausgabe setzte neue MassstĂ€be, da eigens fĂŒr diesen Zweck eine temporĂ€re Arena errichtet wurde, die Platz fĂŒr 47'000 Zuschauer bot. Der Telliring war 1832 Austragungsort des ersten Eidgenössischen Turnfestes. Weitere Turnfeste folgten in den Jahren 1843, 1857, 1882, 1932 und 1972. Der Schweizerische Turnverband hat in der Stadt seinen Hauptsitz.

Der Sportverein mit der weitaus grössten Bekanntheit ist der FC Aarau. Er wurde 1902 gegrĂŒndet und spielt seit der Saison 2010/11 in der zweithöchsten Fussball-Liga der Schweiz (Challenge League), nachdem er zuvor seit 1980/81 erstklassig gewesen war. Bisher wurde der FC Aarau dreimal Schweizer Meister (1912, 1914, 1993) und einmal Cupsieger (1985). Ein weiterer bekannter Verein ist der HSC Suhr Aarau in der Nationalliga A der Swiss Handball League. Der VorgĂ€nger dieses Handballvereins, der TV Suhr, gewann 1999 und 2000 die Schweizer Meisterschaft. Der EHC Aarau spielt in der 1. Liga, der höchsten Eishockey-Amateurklasse des Landes.

Die ausgedehnten WĂ€lder um Aarau sind beliebte Naherholungsgebiete. Drei Kilometer sĂŒdwestlich des Stadtzentrums befindet der ganzjĂ€hrig geöffnete Wildpark Roggenhausen. Die gemeinnĂŒtzige Stiftung «Aarau eusi gsund Stadt» (Aarau unsere gesunde Stadt) betreibt auf lokaler und regionaler Ebene Gesundheitsförderung und PrĂ€vention, wobei sie vor allem sportliche AktivitĂ€ten fördert.[93] 1990 richtete die Astronomische Vereinigung Aarau einen Planetenweg ein. Er ist sechs Kilometer lang, fĂŒhrt von der Echolinde aus durch den Wald nach Kölliken und stellt das Sonnensystem im „planetaren Massstab“ von 1:1 Milliarde dar.[94]

Persönlichkeiten

Denkmal fĂŒr Heinrich Zschokke

Aarau ist der Geburts- und Wohnort zahlreicher bekannter Persönlichkeiten. Als weltweit bekannteste Personen, die in Aarau geboren wurden, gelten der ErnĂ€hrungswissenschaftler Maximilian Oskar Bircher-Benner, der Erfinder des BirchermĂŒesli, sowie Hans Herzog, General der Schweizer Armee. Die bekanntesten Einwohner sind NobelpreistrĂ€ger Albert Einstein (der hier die Kantonsschule besuchte), Bundesrat Friedrich Frey-HerosĂ© und Schriftsteller Heinrich Zschokke.

Literatur

  • Alfred LĂŒthi, Georg Boner, Margareta Edlin, Martin Pestalozzi: Geschichte der Stadt Aarau. Verlag SauerlĂ€nder, Aarau 1978, ISBN 3-7941-1445-0.
  • Michael Stettler; Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Aargau. Band I: Die Bezirke Aarau, Kulm, Zofingen. BirkhĂ€user Verlag, Basel 1948.
  • Irma Noseda, Christoph SchĂ€ppi: Aarau Stadt Architektur – Stadtentwicklung in zehn Schritten 1240–2001. AT-Verlag, Aarau 2001, ISBN 3-85502-700-5.

Weblinks

 Commons: Aarau â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Aarau â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Aarau â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerungsstatistik, 2. Halbjahr 2010, Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 28. MĂ€rz 2011
  2. ↑ a b Andres Kristol; Centre de dialectologie, UniversitĂ© de NeuchĂątel (Hrsg.): Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5, S. 73.
  3. ↑ Merja Hoppe: Der Kanton Aargau, Struktur und Perspektiven. Neue Aargauer Bank, 25. Juli 2008, abgerufen am 31. Dezember 2009.
  4. ↑ a b c Landeskarte der Schweiz, Blatt 1089, Swisstopo
  5. ↑ Bruno Schelbert: Staffeleggstrasse sei Dank – Auengebiete im Rohrer Schachen. In: Umwelt Aargau. Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, Abteilung Landschaft und GewĂ€sser, Mai 2010, abgerufen am 2. August 2011 (PDF, 686 KB).
  6. ↑ a b GemeindeportrĂ€t Aarau. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 17. Dezember 2010, abgerufen am 2. August 2011.
  7. ↑ Normwert-Tabellen 1961–1990. MeteoSchweiz, abgerufen am 30. Juli 2011.
  8. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 23–24.
  9. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 28.
  10. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 32–37.
  11. ↑ Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag SauerlĂ€nder, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 161.
  12. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 40–41.
  13. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 51–53.
  14. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 58–59.
  15. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 61–65.
  16. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 98–99.
  17. ↑ Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag SauerlĂ€nder, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 54–55.
  18. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 101–103.
  19. ↑ Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen StĂ€dte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 12-15.
  20. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 105–110.
  21. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 124–125.
  22. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 132–134.
  23. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 139–145.
  24. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 328–332.
  25. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 243–251.
  26. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 150.
  27. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 288−292.
  28. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 323−324.
  29. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 348−350.
  30. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 350−357.
  31. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 340−347.
  32. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 358−360.
  33. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 374−376.
  34. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 410−411.
  35. ↑ Tobias KĂ€stli: Die Schweiz. Eine Republik in Europa. Geschichte des Nationalstaats seit 1798. Verlag Neue ZĂŒrcher Zeitung, ZĂŒrich 1998, ISBN 385823706X, S. 56.
  36. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 413−415.
  37. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 420−424.
  38. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 425−430.
  39. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 434−436.
  40. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 172−176.
  41. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 484−485.
  42. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 452−453.
  43. ↑ Kellers Quelle: Beschreibung des eidgenössischen Freischiessens, abgehalten in Aarau vom 1. bis 8. Juli 1849, Verlag J. J. Christen, Aarau und Thun 1849.
  44. ↑ Herzog, Johannes, Spinnerei. In: Datenbank Industriekultur. Verband Aargauer Museen und Sammlungen, abgerufen am 30. Juli 2011.
  45. ↑ Hunziker & Co. In: Datenbank Industriekultur. Verband Aargauer Museen und Sammlungen, abgerufen am 30. Juli 2011.
  46. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 467−471.
  47. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 529−532.
  48. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 556−560.
  49. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 525−529.
  50. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 583−586.
  51. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 595−596.
  52. ↑ a b Felix Kuhn, Andreas Schneider: Zwischen Aufbruch, Zaghaftigkeit und Blockierung. Eine kleine Geschichte der Aarauer Stadtplanung ab 1850. In: OrtsbĂŒrgergemeinde Aarau (Hrsg.): Aarauer NeujahrsblĂ€tter. SauerlĂ€nder, Aarau 2002, S. 95–99.
  53. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 614−620.
  54. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 592−594.
  55. ↑ Bauordnung der Stadt Aarau: erlĂ€utert von Dr. iur. Erich Zimmerlin, Stadtammann, unter Mitarbeit von Hans Marti, dipl. Architekt ETH, ZĂŒrich. Stadtkanzlei Aarau 1960.
  56. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 704−705.
  57. ↑ AndrĂ© Schluchter: Aarolfingen. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2. August 2011.
  58. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 721−722.
  59. ↑ Gemeinden fusionieren landauf und landab. Tages-Anzeiger, 24. Februar 2008, abgerufen am 31. Dezember 2009.
  60. ↑ a b Michael Stettler: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Aargau, Band I. S. 20−26.
  61. ↑ Michael Stettler: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Aargau, Band I. S. 27−34.
  62. ↑ Michael Stettler: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Aargau, Band I. S. 109−113.
  63. ↑ Michael Stettler: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Aargau, Band I. S. 113−116.
  64. ↑ Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen Kanton Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 100.
  65. ↑ Gemeinden Bezirk Aarau. In: Statistisches Jahrbuch 2010. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2010, S. 2, abgerufen am 30. Juli 2011 (PDF).
  66. ↑ a b VolkszĂ€hlung 2000, Bevölkerungsstruktur und Haushalte der Aargauer Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 26. April 2003, abgerufen am 30. Juli 2011.
  67. ↑ GeschĂ€ftsbericht und Rechnung 2010. OrtsbĂŒrgergemeinde Aarau, 2011, abgerufen am 30. Juli 2011 (PDF, 4,69 MB).
  68. ↑ PartnerstĂ€dte. Stadt Aarau, abgerufen am 30. Juli 2011.
  69. ↑ BetriebszĂ€hlung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 3. Januar 2011, abgerufen am 2. August 2011.
  70. ↑ Niklaus BrĂ€ndli, Judith Jean-Richard, Alexander Henz: Aarau morgen. Stadt Aarau, 2003, abgerufen am 31. Dezember 2009 (PDF, 1,1 MB).
  71. ↑ Markt Aarauer Gewerbetreibender
  72. ↑ RĂŒeblimĂ€rt Aarau
  73. ↑ AMA - Aargauer Messe Aarau
  74. ↑ Neue Staffeleggstrasse. Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, abgerufen am 1. August 2011.
  75. ↑ Aarauer Altstadt vom Verkehr befreit. news.ch, 3. April 2006, abgerufen am 1. August 2011.
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  77. ↑ IB Aarau. Abgerufen am 31. Juli 2011.
  78. ↑ a b Aarau und sein Wasser. Museum Aarau, 2010, abgerufen am 31. Juli 2011 (PDF, 3,80 MB).
  79. ↑ a b Entwicklung der Wasser- und Gasversorgung der Stadt und Region Aarau. Industrielle Betriebe Aarau, 2007, abgerufen am 31. Juli 2011 (PDF, 34 KB).
  80. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 547−550.
  81. ↑ a b Schule Aarau. Abgerufen am 30. Juli 2011.
  82. ↑ Kreisschule Buchs-Rohr. Abgerufen am 30. Juli 2011.
  83. ↑ Schule und Bildung. Stadt Aarau, abgerufen am 30. Juli 2011.
  84. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 360−374.
  85. ↑ LĂŒthi et al.: Geschichte der Stadt Aarau. S. 544−545.
  86. ↑ a b c Übersicht Kultur. Stadt Aarau, abgerufen am 1. August 2011.
  87. ↑ Maienzug. Stadt Aarau, abgerufen am 1. August 2011.
  88. ↑ Bachfischet. Stadt Aarau, abgerufen am 1. August 2011.
  89. ↑ Pferderennbahn Schachen. Abgerufen am 30. Juli 2011.
  90. ↑ Sportanlage Telli. Abgerufen am 30. Juli 2011.
  91. ↑ Rolling Rock. Abgerufen am 30. Juli 2011.
  92. ↑ GrĂŒnes Licht fĂŒr ein neues Stadion. Aargauer Zeitung, 24. Februar 2008, abgerufen am 30. Juli 2011.
  93. ↑ Aarau eusi gsund Stadt. Abgerufen am 30. Juli 2011.
  94. ↑ Planetenweg Aarau–Kölliken. Astronomische Vereinigung Aarau, abgerufen am 30. Juli 2011.

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  • Aarau — Infobox Swiss town subject name = Aarau municipality name = Aarau municipality type = municipality imagepath coa = Coat of arms of Aarau.svg|pixel coa= languages = German canton = Aargau iso code region = CH AG district = Aarau lat d=47|lat… 
   Wikipedia

  • Aarau — Demande de traduction aarau → 
   WikipĂ©dia en Français


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