Bundesautobahn 66


Bundesautobahn 66

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Bundesautobahn 66 in Deutschland
Bundesautobahn 66
Karte
Verlauf der A 66
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 121 km

Bundesland:

Die Bundesautobahn 66 (Abkürzung: BAB 66) – Kurzform: Autobahn 66 (Abkürzung: A 66); Bezeichnung bis 1974: Bundesautobahn 80 – ist eine Autobahn in Hessen und führt von Wiesbaden über Frankfurt am Main und Hanau bis zum Dreieck Fulda.

Inhaltsverzeichnis

Rhein-Main-Schnellweg (Wiesbaden–Frankfurt am Main)

Das erste Teilstück der Autobahn wurde im Jahr 1965 geschaffen durch Umwidmung der Bundesstraße 54 von der Anschlussstelle Wiesbaden-Verteilerkreis (später Wiesbaden-Erbenheim) bis zur Einmündung in die Bundesstraße 40 bei Weilbach und durch Umwidmung der Bundesstraße 40 von dort bis zur Anschlussstelle Frankfurt-Nord (später Westkreuz Frankfurt).[1][2] Im Jahr 1934 war auf dieser Trasse eine dreistreifige Kraftverkehrsstraße mit parallel geführtem Radweg und einem Weg für landwirtschaftlichen Verkehr eröffnet worden. Nach dem kriegsbedingten Stillstand des Straßenbaus begann im Jahr 1954 der Ausbau des Rhein-Main-Schnellweges, der nördlich der beiden Flüsse von Rüdesheim am Rhein nach Hanau führen sollte, dabei Wiesbaden im Süden und Frankfurt nördlich umgehend und beide Städte auf der Trasse der bestehenden Kraftverkehrsstraße autobahnähnlich verbindend.

Der Straßenverlauf folgt von Wiesbaden bis zur B 40 der im Jahre 1813 durch Herzog Friedrich August von Nassau in Auftrag gegebenen Chaussee, an deren Fertigstellung der im Jahre 1818 errichtete, inzwischen zweimal (zuletzt 1982) versetzte Wandersmann-Obelisk bei Hofheim-Wallau erinnert. Standort und Name des Denkmals beruhen auf einer während der Bauphase in der Nähe gelegenen Bauhütte, an deren Stelle 1818 eine Gastwirtschaft als Raststätte für die Reisenden eröffnet wurde, die 1850 den Namen Zum Wandersmann erhielt. Das Gebäude wurde 1958 abgerissen.[3]

Im weiteren Verlauf ersetzte die neue Straße unter anderem die Elisabethenstraße, an der sich in den 1950er Jahren noch die größte Tankstelle Europas befand.

Die Autobahn folgt dem Verlauf der alten Elisabethenstraße (Karte nicht genordet)
Die Autobahn folgt dem Verlauf der alten Elisabethenstraße (Karte nicht genordet)
Blick vom Wandersmann-Denkmal am Wiesbadener Kreuz nach Westen über die A 66 bei Hofheim-Wallau, im Hintergrund die Berge von Taunus und Hunsrück
Der Rhein-Main-Schnellweg bei Wiesbaden-Erbenheim
Anschlussstelle Ludwig-Landmann-Straße

Zunächst führte die Schnellstraße nur bis Eschborn. Die Verbindung in die Frankfurter Innenstadt und zur A 5 am heutigen Westkreuz Frankfurt übernahm der Autobahnzubringer Wiesbadener Straße (heutige A 648). Zunächst wurde geplant, an dem historischen Altstraßenzug orientiert, die Autobahn über die Heerstraße, der Fortsetzung der Elisabethenstraße, nach Osten weiterzuführen und so gleich die Nordweststadt mitanzubinden. Man entschied sich aber letztlich für eine andere Lösung. Die heute vorhandene Trasse liegt zwischen der Heerstraße und der Wiesbadener Straße und wurde in den siebziger Jahren abschnittsweise von West nach Ost gebaut. Der Abschnitt Eschborner Kurve–Ludwig-Landmann-Straße entstand 1972, der restliche Teil zur Miquel-Kurve folgte dann 1976.

Als Hauptverkehrsader verläuft die A 66 durch den gesamten Main-Taunus-Kreis und wird im Berufsverkehr von Pendlern stark frequentiert. der sechsstreifige Ausbau der letzten 8,5 Kilometer zwischen Frankfurt und Wiesbaden-Erbenheim wurde im Juli 2004 begonnen. Im Rahmen der Umbauarbeiten und der daraus resultierenden Tieferlegung, die aus Lärmschutzgründen notwendig wurde, wurden einige Brücken durch Neubauten ersetzt, zwei Parkplätze abgerissen und bei Hattersheim eine neue Anschlussstelle (Hattersheim-West) eingerichtet. Gleichzeitig wurde das Wiesbadener Kreuz mit einem neuentwickelten Verkehrsleitsystem ausgerüstet, welches den Autofahrern den schnellsten Weg nach Frankfurt sowie die zu erwartende Verzögerung per LC-Display anzeigt. Die Ausbauarbeiten fanden am 22. Dezember 2008 mit der Fertigstellung des Umbaus des Krifteler Dreiecks ihren Abschluss. Hier werden an Werktagen bis zu 120.000 Fahrzeuge gezählt.[4]

Lücke in Frankfurt am Main

Autobahnende an der Miquelallee

Die Autobahn wird durch die Stadt Frankfurt am Main unterbrochen. Sie endet seit 1976 an der Anschlussstelle Miquelallee im nördlichen Alleenring. Bereits seit den 1950er Jahren ist ein Tunnel durch die Stadt in Planung, dessen Realisierung bisher immer wieder verschoben wurde. Bereits 1966 entstand ein kurzes Stück dieses Tunnels als Bauvorleistung mit dem Bau der U-Bahn an der Station Miquel-/Adickesallee. Dieses Stück beinhaltet eine sechsstreifige Straße und eine Busbucht auf beiden Seiten. Zurzeit ist es als Fußgängertunnel in Betrieb.

Nach der 1980 festgestellten Planung soll der 2800 Meter lange Alleentunnel vom Anschluss Miquelallee unter der Adickesallee über den neu zu bauenden Anschluss Nibelungenallee und weiter unter der Rat-Beil-Straße bis zum ebenfalls neuen Anschluss Friedberger Landstraße/Rat-Beil-Straße verlaufen. Von dort führt die oberirdische Alleenspange durch Kleingartengelände nördlich von Bornheim zum Seckbacher Dreieck, der Verbindung mit der A 661. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist dieser Abschnitt nicht enthalten. Es ist ausgesprochen zweifelhaft, ob die Verbindung jemals realisiert werden wird.

Im Ostteil der Stadt ist die Verbindung der Anschlussstelle Frankfurt-Bergen-Enkheim zur A 661 am Autobahndreieck Frankfurt-Erlenbruch unterhalb des Bornheimer Hangs in das Antistauprogramm 2003–2007 aufgenommen worden. Der 1100 m lange Riederwaldtunnel soll am Nordrand des Stadtteils Riederwald unterhalb der Straße Am Erlenbruch und der dort liegenden Trasse der U7 verlaufen. Auf der Höhe der Querstraße Borsigallee soll die Autobahn dann über eine Rampe an die Oberfläche auftauchen und parallel zu dieser weitergeführt werden. Die Anschlussstelle Borsigallee würde etwas weiter südlich der heutigen Anschlussstelle Bergen-Enkheim neu entstehen.[5] Für den Riederwaldtunnel wurde seitens des Hessischen Verkehrsministeriums im Februar 2007 das notwendige Baurecht geschaffen, allerdings sind Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss eingegangen.[6] Eine Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes ist für Mitte 2008 angekündigt. Der Lückenschluss als solcher ist durch die Klagen grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Die Klagen haben vorrangig weitergehenden Lärmschutz als Ziel. Ein symbolischer erster Spatenstich fand am 23. September 2009 statt, auch wenn über die Klagen noch nicht entschieden ist und die reale Bautätigkeit voraussichtlich erst 2011 beginnen wird. Der Lückenschluss könnte 2017 eröffnet werden, sollten die Klagen oder andere Umstände keine Verzögerungen verursachen.[7]

Kinzigtalautobahn (Hanau–Fulda)

Blick vom Schafsteg zur Abfahrt Schlüchtern- Nord

Zwischen dem Hanauer Kreuz und dem Langenselbolder Dreieck verläuft die A 66 mit der A 45 vereinigt, wobei auf diesem Abschnitt heute die A 66 außen liegt und wie ein Verzögerungsstreifen abmarkiert ist. Nach dem Langenselbolder Dreieck folgt die Autobahn dem Kinzigtal bis zu dessen Ende, überwindet den Distelrasen und endet derzeit an der Anschlussstelle 51 Neuhof-Süd. Der Streckenabschnitt zwischen Fulda-Süd (53) und dem Dreieck Fulda (55) mit der Verbindung zur A 7 wurde 2005 freigegeben.

Lücke im Landkreis Fulda

Der Lückenschluss zwischen den Anschlussstellen Neuhof-Süd (51) und Fulda-Süd (53) soll bis Ende 2013 abgeschlossen sein. Die Kosten für diesen sieben Kilometer langen Bauabschnitt belaufen sich auf 130 Millionen Euro. Weitere 60 Millionen Euro fließen in die Verlegung der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Fulda. Herzstück des Schlussabschnitts ist der 1,6 Kilometer lange Tunnel durch Neuhof. Er wird nicht bergmännisch erstellt, sondern in offener Bauweise in einer Baugrube errichtet. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Röhre komplett mit Erde bedeckt. Die Bahnlinie bleibt oberirdisch, wird aber eng an den Autobahntunnel herangebaut. Bis zur Fertigstellung der Bauarbeiten wird der Verkehr über das restliche Teilstück der Bundesstraße 40 zwischen Neuhof-Süd (51) und dem Eichenzeller Ortsteil Kerzell bis zur Anschlussstelle Fulda-Süd (53) geführt. Dieser Abschnitt der B 40 soll nach Eröffnung der A 66 rückgebaut und renaturiert werden.

Blick in Richtung Neuhof zum Ausbauende

Geplanter Weiterbau von Fulda nach Meiningen

In der Vergangenheit war geplant, ab der A 7 Anschlussstelle Fulda-Mitte eine Autobahn durch die Rhön über Hofbieber, Schwarzbach, Tann, Kaltennordheim, Oberkatz, Herpf und Walldorf mit Werraquerung und nördlicher Umgehung von Meiningen bis zur Anschlussstelle Meiningen Nord der A 71 zu errichten. In diesem Korridor ist heute die zweistreifige B 87n geplant. Die Straße soll weitestgehend durch einen ortsdurchfahrtsfreien Ausbau der bereits bestehenden Landesstraße L 3174 (Hessen) bzw. L 1124 (Thüringen) erreicht werden.

Ausbauzustand

Vom Autobahnanfang bei Wiesbaden-Frauenstein bis zur Anschlussstelle Wiesbaden-Erbenheim ist die A 66 vierstreifig, anschließend bis Frankfurt-Höchst sechsstreifig, außer im Wiesbadener Kreuz, wo die Hauptfahrbahnen je Richtung nur zwei Fahrstreifen aufweisen.

Der mit 124.000 Fahrzeugen täglich stärkstbefahrene Abschnitt der A 66 von Frankfurt-Höchst bis zum Eschborner Dreieck ist achtstreifig und gehört zu den meistbefahrenen Autobahnabschnitten in ganz Deutschland. Im Eschborner Dreieck spaltet sich die vierstreifige A 648 zur Messe ab, so dass bis zum Nordwestkreuz Frankfurt pro Fahrtrichtung jeweils nur zwei normale sowie ein Verflechtungsstreifen zur Verfügung stehen. Vom Nordwestkreuz bis zum Autobahnende in Frankfurt ist die Strecke wieder sechsstreifig.

Östlich von Frankfurt ist die A 66 hingegen größtenteils vierstreifig. Nur vom Autobahnanfang bei Bergen-Enkheim bis Hanau-West sowie von Erlensee bis zum Hanauer Kreuz weist sie drei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung auf. Im Parallelverlauf mit der A 45 sind es acht Fahrstreifen.

Literatur

Weblinks

 Commons: Bundesautobahn 66 – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 50 Jahre Frankfurter Kreuz (PDF; 881 kB), Klaus-Peter Barth und Michael Antenbrink, Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt. Zum Verlauf der B 54 und der B 40 siehe Karte auf Seite 4
  2. Deutsche Generalkarte 1:200.000, Blatt 13, Stand: 1965
  3. Adolf Metzler: Aus der Geschichte des Dorfes Wallau/Taunus, 1982
  4. Autobahn 66 zwischen Wiesbaden und Frankfurt seit heute dreispurig. In: Wiesbadener Kurier, 22. Dezember 2008
  5. Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung: Neubau als Lückenschluss mit der Ortsumgehung (A 661), Planungsprojekt
  6. Hessischer Rundfunk:Baurecht für Riederwaldtunnel
  7. hr-online.de gelesen am 23. September 2009 13:48 Uhr

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