Bundesautobahn 96


Bundesautobahn 96

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Bundesautobahn 96 in Deutschland
Bundesautobahn 96
Bundesautobahn 96
Bundesautobahn 96
Karte
Verlauf der A 96
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 172,5 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
(vor München sechsstreifig)
mit je einer Richtungsfahrbahn
Bundesautobahn 96 bei der Ausfahrt München-Blumenau
Bundesautobahn 96 bei der Ausfahrt München-Blumenau

Die Bundesautobahn 96 (Abkürzung: BAB 96) – Kurzform: Autobahn 96 (Abkürzung: A 96) beginnt an der Staatsgrenze bei Lindau am Bodensee und endet in München. Sie hat eine Länge von 172,5 km.

Inhaltsverzeichnis

Strecke

Allgemein

Von Lindau bis Memmingen ist die A 96 ein Teil der Europastraße 43, sowie von Sigmarszell bis München Teil der Europastraße 54. An der Anschlussstelle Landsberg am Lech-West endet der autobahnähnliche, vierstreifige Ausbau der Bundesstraße 17, welche ein Teil der verworfenen Planung der A 91 ist.

Die Streckenführung der A 96 verläuft mit Ausnahme der Umfahrung Mindelheim zwischen Erkheim und Bad Wörishofen) und des Abschnitts von Memmingen bis zur Iller fast exakt auf der ehemaligen Trasse der Bundesstraße 18 (Abschnitt Lindau–Buchloe) beziehungsweise der Bundesstraße 12 (Abschnitt Buchloe–München), so dass diese Straßen infolge des schrittweisen Ausbaus der Autobahn seit den 1970er-Jahren nach und nach durch die A 96 ersetzt wurden. Von Wangen-Nord bis zur österreichischen Grenze sowie zwischen Leutkirch-West und Memmingen-Ost und von der Ausfahrt Erkheim bis zur Ausfahrt Bad Wörishofen wurde die A 96 mit dem Kohlbergtunnel (zwischen Erkheim und Stetten (Schwaben) komplett neu gebaut.

Die jetzige Trassenführung der A 96 durch den Kohlberg im Landkreis Unterallgäu sei nicht durchsetzbar gewesen, ohne dass 1987 der Ausbau der B 18 in Aussicht gestellt wurde. Wahrscheinlich hätte man dann die Trasse über die B 18 geführt mit Umgehung von Kammlach.

Im Dreieck München-Südwest beginnt und endet in der A 96 der Autobahnring München A 99. Die Münchener Stadteinfahrt der A 96 war in früheren Jahren ab dem heutigen Dreieck München-Südwest als A 997 geplant.

Streckenverlauf

Die A 96 beginnt als Weiterführung der österreichischen Rheintal/Walgau Autobahn A14 (kommend vom Übergang der Arlberg Schnellstraße S 16 bei Bludenz über Feldkirch, Bregenz bis zur deutsch-österreichischen Grenze bei Hörbranz) bei Lindau am Bodensee in Bayern. Richtung Norden erreicht die Autobahn nach acht Kilometern das Bundesland Baden-Württemberg. In nordöstlicher Richtung folgen die Städte Wangen im Allgäu und Leutkirch im Allgäu. Die Strecke überquert im weiteren Verlauf die Iller und erreicht damit wieder Bayern. Im weiteren Verlauf erreicht die A 96 das Autobahnkreuz Memmingen, in dem die Bundesautobahn 7 gekreuzt wird. Die Hauptfahrrichtung führt hierbei auf die A 7 Richtung Ulm. Die A 96 nach München zweigt hier ab.

Einmündung der A 96 in den Mittleren Ring in München

Die Strecke verläuft weiter an Memmingen vorbei. Es folgen Mindelheim, Buchloe (Einmündung der Bundesstraße 12) und Landsberg am Lech mit Deutschlands größtem Kreisverkehr (Kreuzung der Bundesstraße 17). Nördlich am Ammersee vorbei führend erreicht die A 96 bei Germering die Bundesautobahn 99 (Münchner Ring) und das Stadtgebiet München. Die Bundesautobahn 96 endet in München am Mittleren Ring im Stadtteil Sendling-Westpark.

Geschwindigkeitsbegrenzung

Im westlichen Teil der A 96 besteht größtenteils keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Im Bereich der Umfahrung Landsberg am Lech ist die Geschwindigkeit auf 120 km/h, im Großraum München auf 100 km/h und im Stadtgebiet München auf 80 km/h begrenzt.

Ebenfalls gilt im Kohlberg-, Echinger und im Etterschlager Tunnel eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Diese war anfangs auf 80 km/h festgesetzt. Ende der 2000er Jahre wurde im Echinger und im Etterschlager Tunnel auf 100 km/h erhöht.

Bedeutung der Autobahn innerhalb des Fernstraßennetzes

Die A 96 verbindet den südwestbayerischen Raum mit dem westlichen Österreich, der östlichen Schweiz, Liechtenstein und Italien. Ebenso wird über die Verbindung mit der A 7 Richtung Würzburg der Bodenseeraum Richtung Norden angebunden.

Der Ammersee im Fünfseenland wird über die Anschlussstellen Greifenberg (Ammersee-Westufer) und Inning am Ammersee (Ammersee-Ostufer) angebunden. Er zählt zu den beliebtesten Tourismuszielen Bayerns und auch zu den bevorzugten Naherholungsgebieten der Augsburger und Münchner Bevölkerung. Aus den beiden jeweils nur rund 50 km entfernten Ballungszentren kommt es an schönen Wochenenden zu starkem Ausflugsverkehr über die A 96.

Geschichte

Bau der Autobahn

Weite Strecken der Verbindung Lindau – München verlaufen auf den ehemaligen Trassen der Bundesstraße 12 und Bundesstraße 18. Diese waren bis in die 1960er Jahre wenig ausgebaut. Dies änderte sich mit dem Bau zahlreicher Ortsumgehungen.

Bereits in den 1930er Jahren war geplant, die Verbindung von München nach Lindau als Autobahn auszubauen. Die Trassenführung sollte den direkten Weg, südlich am Ammersee vorbei, über Kempten nach Lindau nehmen. Die Planungen nach dem Zweiten Weltkrieg sahen die Verbindung nach München dann allerdings über die Voralpenautobahn A 98 und die A 95 vor.

Autobahnkreuz Memmingen

Die A 96 war zunächst nur bis Memmingen als Anbindung an die Autobahn nach Würzburg geplant. Dies ist heute noch am Autobahnkreuz Memmingen mit der A 7 zu erkennen. Als 1980 die Planungen der A 98 aufgrund der enormen Kosten, des nicht ausreichend nachweisbaren Bedarfes und fehlender Akzeptanz aufgegeben wurden, wurde der Ausbau der Strecke zwischen Memmingen und München vorangetrieben.

Die Netzkonzeption aus den 1960er Jahren sah für die Trasse der A 96 als Verbindung zwischen Lindau und Ulm eine weiter westlich der heutigen verlaufenden Trasse vor. Zusätzlich sollte die B 18 ausgebaut werden. 1974 wurden die beiden Pläne zusammengelegt und die B 18 sollte zur A 96 ausgebaut werden.

Im Zuge der Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 1972 wurde die A 96 bis kurz hinter Oberpfaffenhofen gebaut, bis Germering (damals noch Anschlussstelle Unterpfaffenhofen) sechsspurig. Bis zum Lückenschluss begann der Kilometer 0,0 in München. Dieses Teilstück wurde zuerst vierspurig als B 12 neu ausgebaut. Nach der Fertigstellung bekam diese ehemalige B 12 neu im Bereich München-Sendling bis München-Blumenau innerhalb der Landeshauptstadt München den Straßennamen Ammerseestraße, der bis heute beibehalten wurde. Auch deshalb und weil die A 96 am nördlichen Ende des Ammersees vorbeiführt, wird die A 96 auch Ammerseeautobahn genannt.

Bis 1979 wurde die Umfahrung von Landsberg am Lech (ebenfalls als B 12 neu) fertiggestellt. Bei Memmingen wurde eine Fahrspur schon 1978 fertiggestellt (als B 18 neu), die zweite kam 1990 dazu. 1980 wurde das kurze Stück von Lindau zur Bundesgrenze fertiggestellt.

Im Jahr 1988 wurde ein 3,5 Kilometer langer Abschnitt von Landsberg am Lech Richtung München eröffnet, der Abschnitt in die andere Richtung bis Jengen wurde 1989 freigegeben. Ein Jahr später folgten die Abschnitte von Bad Wörishofen bis Mindelheim und von Landsberg am Lech-Ost weiter zirka vier Kilometer Richtung Osten.

Daraufhin wurden die bereits autobahnähnlich ausgebauten Teilstücke zur A 96 hochgestuft. 1994 wurde die Umfahrung von Mindelheim mit Kohlbergtunnel bis kurz vor Erkheim und östlich von Landsberg am Lech bis Schöffelding fertiggestellt. 1996 folgte der Abschnitt bis Inning am Ammersee mit dem Echinger Tunnel. Ab 1998 war die A 96 mit Fertigstellung des Etterschlager Tunnels und der Fortführung der Autobahn bis Germering auf der oberbayerischen Seite durchgehend befahrbar.

2002 folgte der Abschnitt Jengen–Bad Wörishofen, ehe es im Juli 2008 an das Teilstück zwischen Memmingen und Erkheim anschloss. Die Bauarbeiten des Teilstückes Memmingen-Ost und Erkheim begannen im Jahre 2004.

Der Abschnitt zwischen Holzgünz und Erkheim wurde im November 2007 fertiggestellt. Die Bauarbeiten für das 12,3 Kilometer lange Teilstück zwischen Memmingen-Ost und Holzgünz begann im Oktober 2004, und wurde am 8. Juli 2008 abgeschlossen. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 56 Millionen Euro.

Der Ausbau des letzten Teilstücks zwischen Wangen-Nord und Leutkirch-Süd hatte am 21. Oktober 2005 begonnen und wurde am 23. November 2009 fertiggestellt. Die Kosten für diesen Abschnitt beliefen sich auf 75 Millionen Euro. Damit war das letzte verbliebene Teilstück der B 18 ersetzt und die Bundesautobahn 96 fertiggestellt.

2005 wurde im Zuge des Anschlusses der A 99 der Bereich des heutigen Autobahndreieckes München-Südwest geringfügig umgebaut. Im Einmündungsbereich fiel in beiden Fahrtrichtungen der dritte Fahrstreifen weg. Östlich des Dreiecks entstand die Ausfahrt München-Freiham-Süd. Ein weiterer Umbau wurde Ende der 2000er Jahre im Bereich der Anschlussstelle Landsberg am Lech-West vorgenommen. Hier entstand mit dem Anschluss der autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraße 17 Deutschlands größter Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 330 Metern.

Der Ingenieur Gerhard Pahl hat an der A 96 zwischen Memmingen und Mindelheim vier Brücken geplant und dadurch den Deutschen Brückenbaupreis erhalten.

Betrieb der Autobahn

Den Betriebsdienst der Autobahn übernehmen seit 1994 zwei Autobahnmeistereien bei Mindelheim und in Inning am Ammersee. Beide Meistereien verfügen über eine große und eine kleine Kfz-Halle, einer Salzhalle und dem Wohngebäude für den Straßenmeister. Diese sind für die Streckenwartung durch regelmäßige Kontrollfahrten, Winterdienst, Mäharbeiten und Wartung der Verkehrszeichen verantwortlich.

Seit Beginn des Betriebes der A 96 ereigneten sich auf der Autobahn zahlreiche Unfälle beispielsweise durch Glatteis oder Nebel.[1][2][3][4][5]

Rastanlagen

Rastplatz bei Leutkirch

Zwischen den Anschlussstellen Landsberg am Lech-West und Landsberg am Lech-Nord befindet sich die im Mai 1996 eröffnete beidseitig bewirtschaftete Rastanlage Lechwiesen. Entlang der Strecke gibt es zusätzlich mehrere Parkplätze, teilweise mit WC-Gebäude.

Siehe auch

 Portal:Straßen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Straßen

Literatur

  • Klaus Schefold, Ltd. Reg.-Baudirektor a. D und Alois Neher, Oberamtsrat a. D. im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg: 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. 1986

Weblinks

 Commons: Bundesautobahn 96 – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Schwerverletzter bei Auffahrunfall mit drei Lkw. merkur-online.de, 11. Januar 2008, abgerufen am 12. Juli 2010.
  2. Fuchs rennt über A96 - schwerer Unfall. merkur-online.de, 22. September 2009, abgerufen am 12. Juli 2010.
  3. Massen-Karambolage auf der A96 mit 20 Autos. merkur-online.de, 8. Januar 2010, abgerufen am 12. Juli 2010.
  4. Glatteis-Unfall im Echinger Tunnel. merkur-online.de, 11. Februar 2010, abgerufen am 12. Juli 2010.
  5. Geisterfahrer verursacht schweren Unfall. merkur-online.de, 27. Juni 2010, abgerufen am 12. Juli 2010.

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