Bundesstra├če 42

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Bundesstra├če 42

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Bundesstra├če 42 in Deutschland
Bundesstra├če 42
Karte
Verlauf der B 42
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland

Bundesland:

Bundesstra├če 42 im Siebengebirge
Bundesstra├če 42 im Siebengebirge
Lorch

Die Bundesstra├če 42 (Abk├╝rzung: B 42) f├╝hrt von Bonn nach Darmstadt.

Sie geht am Autobahnkreuz Bonn-Ost aus der Bundesautobahn 59 hervor. Sie erschlie├čt von hier ├╝ber Lahnstein und R├╝desheim bis Wiesbaden das Mittelrheintal rechtsrheinisch. Besonders an den Steilufern des Oberen Mittelrheintals und im Rheingau verl├Ąuft sie direkt in Ufern├Ąhe des Rheins und ist bei Hochwasser von ├ťberflutungen bedroht. Ihr linksrheinisches Gegenst├╝ck ist die Bundesstra├če 9.

Von Wiesbaden bis zum Autobahnanschluss B├╝ttelborn wurde die B 42 durch die Autobahnen 66, 671, 60 und 67, sowie die 44 ersetzt. Ab dort verl├Ąuft die Strecke wieder unter dem Namen B 42 bis zur westlichen Stadtgrenze von Darmstadt. Das verbleibende Teilst├╝ck von dort bis in die Innenstadt wurde durch den neuen Verlauf der B 3 ersetzt.

Rheinhochwasser und Gro├čveranstaltungen wie Tal Total oder Rhein in Flammen haben je nach dem Stra├čensperrungen in unterschiedlicher L├Ąnge mit gro├čr├Ąumigen Umleitungen zur Folge, zum Teil durch Weinbergswege und H├Âhengemeinden. Im Extremfall sind die Ortschaften im oberen Mittelrheintal rechtsrheinisch nur ├╝ber die zwischen Wiesbaden und Lahnstein ├╝ber den Taunus verlaufende Bundesstra├če 260 erreichbar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfang der als Ortsumgehung ausgebauten Bundesstra├če 42 ├Âstlich von Geisenheim am 12. August 1953
Oestrich mit Industriegebiet, Kaianlagen und Portalkran vor dem Ausbau der B 42 zur Ortsumgehung

Ursprung

Der Chausseebau zwischen Darmstadt und Mainz-Kastel wurde 1827 begonnen und 1833 vollendet.

Im Bereich des Herzogtums Nassau ÔÇô von Biebrich am Rhein bis Niederlahnstein ÔÇô wurde eine durchgehende Uferstra├če erst nach 1830 gebaut. Vorher gab es nur eine einfache Landstra├če von Biebrich bis R├╝desheim am Rhein, die erst 1802 besser ausgebaut wurde. Bis dahin fand der Fernverkehr nur auf dem Wasser statt. Im Bereich des Binger Lochs wurden die Schiffe, die hier nicht passieren konnten, ausgeladen und die Ware wurde ├╝ber eine H├Âhenstra├če, den Kaufmannsweg[1], zwischen R├╝desheim und Lorch am Rhein ├╝ber den Taunushauptkamm verfrachtet. Der Bau der Rheinuferstra├če im Bereich der Felsenstrecke war ein wichtiger Beitrag zur Schaffung eines modernen Stra├čennetzes in dem neugeschaffenen Herzogtum.[2]

Fr├╝here Strecken und Bezeichnungen

Bei der urspr├╝nglichen Nummerierung 1932 f├╝hrte die damalige Fernverkehrsstra├če 42 (FVS 42), 1934 in Reichsstra├če 42 (R 42) umbenannt, von Darmstadt aus weiter bis Aschaffenburg. Diese Strecke wurde sp├Ąter durch die Bundesstra├če 26 ersetzt.

Ausbau

Die Siebengebirgsbahn zwischen den Richtungsfahrspuren der B 42 im Trog bei K├Ânigswinter-Oberdollendorf
Blick von oben (Tunneleingang) in den Trog in Oberdollendorf mit der einschwenkenden Rampe der Siebengebirgsbahn (hinten)
Fahrt auf der B42 rheinabw├Ąrts kurz hinter Assmannshausen, linksrheinisch Burg Reichenstein und der Campingplatz bei Trechtingshausen, rechtsrheinisch die Eisenbahnstrecke Wiesbaden-Niederlahnstein (Rechte Rheinstrecke) unter dem Teufelskadrich, hinten Weinberge von Lorch

Anfang bis Mitte der 1980er-Jahre erhielt die B 42 bei K├Ânigswinter und Bonn eine neue Trassenf├╝hrung, um sie vierstreifig zu erweitern und K├Ânigswinter, Niederdollendorf und Oberkassel vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Bei der alten Strecke war ein Ausbau nicht m├Âglich. Der Streckenabschnitt verl├Ąuft teilweise im Trog, teilweise im Tunnel. Die Siebengebirgsbahn, eine Stadtbahnlinie, wurde gleichzeitig in den Mittelstreifen des Trogabschnittes verlegt. Bei der Er├Âffnung im Sommer und Winter 1984 waren die Tunnel- und Trogbauwerke mit 250 Millionen Mark (etwa 130 Millionen Euro) die teuerste Bundesstra├če in Deutschland. Der Baubeginn verz├Âgerte sich um mehrere Jahre, da etwa 90 betroffene Anlieger und Kleinbauern gegen ihn klagten. In den 1990er-Jahren wurden 160 jeweils 30 Meter lange Stahlanker im Oberkasseler Bereich angebraucht, um Erdrutsche zu verhindern.[3]

Durch die H├Âherlegung der Trasse bei Erpel, die am 9. August 2001 begann und im Juli 2002 erfolgreich abgeschlossen wurde, konnte die Anzahl der Sperrungen wegen Hochwassers verringert werden.

Zwischen Bendorf und Neuwied ist die B 42 vierspurig ausgebaut mit kreuzungsfreien Anschl├╝ssen an die BAB 48 in Bendorf und die B 256 in Neuwied. Im Bereich Neuwied-Irlich bis Leutesdorf wurde die Stra├če hochwasserfrei gebaut. Der hochwasserfreie Ausbau im Bereich Hammerstein wurde 2010 begonnen. Zwischen Rheinbrohl und Bad H├Ânningen wurde eine Ortsumgehung gebaut.

In Koblenz wurde am 27. Juni 2003 der Glockenbergtunnel fertiggestellt. Er erm├Âglicht einen kreuzungsfreien Anschluss der Pfaffendorfer Br├╝cke an die B 42.

In R├╝desheim am Rhein sehen Planungen eine Verlegung der B 42 auf die Trasse der rechten Rheinstrecke vor und f├╝r die Bahnlinie soll bis zum Jahr 2016 ein Tunnel unter dem Niederwald gebaut werden, der die Stadt und den Stadtteil Assmannshausen vom Schienenverkehr befreit. Dabei w├╝rde ein Bahn├╝bergang entfallen, an dem oft lange Staus entstehen.

Die Finanzierung des mit 234 Millionen Euro veranschlagten Projektes wurde Ende 2007 in Vereinbarungen zwischen Bund, Land Hessen, der Stadt und der Deutschen Bahn sichergestellt.[4] Auf Wunsch der Stadt R├╝desheim und nach Abstimmung mit dem Hessischen Verkehrsministerium werden die Pl├Ąne f├╝r den Durchgangsverkehr, der nach der Inbetriebnahme des Tunnels auf der alten Bahntrasse verlaufen soll, ge├Ąndert. Die B 42 soll auch nach der Verlegung nicht Ortsumgehung werden sondern st├Ądtische Hauptverkehrsstra├če bleiben. An Stelle von Fu├čg├Ąngerunterf├╝hrungen sollen f├╝nf ebenerdige Fu├čg├Ąnger├╝berquerungen mit Mittelinseln entstehen. Die Er├Âffnung des Planfeststellungsverfahrens wird sich dadurch bis zum Fr├╝hjahr 2010 verz├Âgern.[5] Die Gesamtkosten werden sich um bis zu 10 Millionen Euro vermindern, allerdings bei entsprechender Verz├Âgerung des Baubeginns und der Fertigstellung der Gesamtma├čnahme.[6]

In den Jahren 1951 bis 1961 wurde die B 42 zwischen R├╝desheim und Eltville als Umgehungsstra├če abschnittweise neu trassiert. Die Ortsumgehungen von Geisenheim und Hattenheim bestanden schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Schwierigste L├Âsung war der Verlauf der Umgehungsstra├če in H├Âhe von Oestrich, wo ein Industriegebiet mit Kaianlagen bestand. Ein Portalkran sorgte f├╝r die Be- und Entladung von Schiffen. Geschaffen wurde im Jahr 1960 schlie├člich der landl├Ąufig so genannte Oestricher Tunnel bzw. Koepp-Tunnel mit ├╝ber 120 Meter L├Ąnge. Es handelt sich um eine Art Hochstra├če auf Betonstelzen mit Einhausung der Fahrbahn, die den anliegenden Betrieben sowohl die Unterquerung der Stra├če als auch die weitere Verladung schwebender Lasten ohne Verkehrsgef├Ąhrdung erm├Âglichte. Seit 1997 sind die Kaianlagen und der Portalkran au├čer Betrieb. Im Juli 2009 wurde der Kran demontiert.[7]

Die mit ├╝ber 15 Metern auff├Ąllig breite Trasse zwischen R├╝desheim und Eltville verl├Ąuft im ├ťberschwemmungsgebiet auf einem aufgesch├╝tteten Fahrdamm nahe am Rheinufer. In den 70er Jahren war sogar ein Ausbau zur Autobahn geplant, was aber nur in Geisenheim zu einer gro├čen Anschlussstelle Geisenheim-West f├╝hrte. Es sind jedoch f├╝nf kreuzungsfreie Anschl├╝sse zwischen Geisenheim und Eltville-Erbach geplant. Die Pl├Ąne sind fertig, doch die Finanzierung ist fraglich.

Im Jahr 1989 wurden die Ortsdurchfahrten Eltville und Walluf nach 30 Jahren Planung durch eine vierspurig ausgebaute (2├Ś2) Umgehung ersetzt, die mit vier kreuzungsfreien Anschl├╝ssen und drei Talbr├╝cken durch die Rebh├Ąnge n├Ârdlich von Eltville am Rhein und Oberwalluf f├╝hrt und bei Wiesbaden-Frauenstein in die A 66 ├╝bergeht.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bundesstra├če 42 ÔÇô Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ÔćĹ Link auf Ausschnitt der TK 1:25.000 mit Teil des Kaufmannsweges oberhalb von Lorch
  2. ÔćĹ Eltville. Baudenkmale und Geschichte, Band 2. Von Werner Kratz, 2. Auflage, Druck und Verlag Seb. Wolf OHG Eltville am Rhein, 1983
  3. ÔćĹ Artikel im General-Anzeiger vom 13. Januar 2007: 90 Anlieger blockieren lange die Fertigstellung
  4. ÔćĹ Bundesministerium f├╝r Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 21. Dezember 2007: Finanzierung der Ortsumgehung und des Tunnels R├╝desheim ist gekl├Ąrt
  5. ÔćĹ Wiesbadener Tagblatt vom 12.Dezember 2008: Neue Pl├Ąne f├╝r R├╝desheimer Rheinufer. Konzept f├╝r Zeit nach Tunnelbau / Verzicht auf Fu├čg├Ąngerunterf├╝hrungen / Verz├Âgerung
  6. ÔćĹ Wiesbadener Kurier vom 27.Dezember 2008: Albers: Warten auf Tunnel lohnt sich. Vorteile f├╝r R├╝desheim durch Plan├Ąnderung
  7. ÔćĹ Kran wird abgerissen (Wiesbadener Kurier, 1. Juli 2009)

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