Bundesstra├če 9

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Bundesstra├če 9

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Bundesstra├če 9 in Deutschland
Bundesstra├če 9
Karte
Verlauf der B 9
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtl├Ąnge: ca. 450 km

Bundesland:

Ausbauzustand: verschieden
Bundesstra├če 9 in Bonn (Friedrich-Ebert-Allee)
Bundesstra├če 9 in Bonn (Friedrich-Ebert-Allee)

Die Bundesstra├če 9 (Abk├╝rzung: B 9) f├╝hrt im ├Ąu├čersten Westen Deutschlands von Kranenburg im Kreis Kleve an der niederl├Ąndischen Grenze bis nach Lauterbourg an der pf├Ąlzisch-franz├Âsischen Grenze. Die Stra├če folgt auf weiten Strecken den kaiserlichen Hauptstra├čen des Mittelalters ├╝ber K├Âln, Bonn, Mainz, Worms und Speyer nach Stra├čburg, die ihrerseits weitgehend einen r├Âmischen Ursprung (Rheintalstra├če) haben.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Die B 9 verl├Ąuft direkt vom niederl├Ąndischen Grenz├╝bergang bei Nimwegen 57 Kilometer lang immer nahe der Grenze durch die St├Ądte Kleve, Goch, Kevelaer nach Geldern. Dort entfernt sie sich weiter von der niederl├Ąndischen Grenze und f├╝hrt nach Krefeld, s├╝dlich von Fischeln. Am s├╝dlichen Stadtrand Krefelds besteht Anschluss an die A 44. Der weitere Abschnitt zwischen Meerbusch-Osterath und D├╝sseldorf-Heerdt (Anschlu├čstelle B├╝derich) (zehn Kilometer) wurde im Januar 2008 aufgrund der parallel verlaufenden A 57 zu mehreren Landesstra├čen abgestuft.

Ab der Anschlussstelle Neuss-Norf der A 57 wird die B 9 fortgesetzt und verl├Ąuft ab hier immer linksrheinisch durch Deutschland, zun├Ąchst in die Domstadt K├Âln (144 km). Von dort bis Bonn (172 km) ist sie durch die Bundesautobahn 555 ersetzt worden.[1] Die alte B 9 tr├Ągt die Bezeichnung L 300. In Bonn beginnt die B 9 wieder am Bertha-von-Suttner-Platz und f├╝hrt in s├╝dliche Richtung und unterquert Bonn-Bad Godesberg mit dem Bad Godesberger Tunnel.

Die Abschnitte von Remagen bis Bad Breisig und von Brohl bis Koblenz sind autobahn├Ąhnlich ausgebaut. In Koblenz ├╝berquert sie ├╝ber die Europabr├╝cke die Mosel und stellt die verkehrsreichste und wichtigste Nord-S├╝d-Achse der Stadt dar. Ab Koblenz f├╝hrt sie mit Aussicht auf die rechtsrheinischen Burgen, Schl├Âsser und Weinberge durch das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal ├╝ber Boppard, St. Goar und Oberwesel nach Bingen am Rhein (297 km). Von Bingen bis Mainz ist sie auf etwa 12 km durch die Bundesautobahn 60 ersetzt worden. Ab Mainz geht es weiter auf der linksrheinischen Seite zur alten Kaiserstadt Worms (364 km) und ├╝ber Ludwigshafen zur n├Ąchsten alten Kaiserstadt Speyer (395 km). Die Strecke f├╝hrt weiter ├╝ber Germersheim, vorbei an der Anschlussstelle B 35, W├Ârth am Rhein und Kandel zur Staatsgrenze bei Lauterbourg. Bei Schwegenheim zweigt die B 272 nach Landau in der Pfalz ab. Bei Lauterbourg schlie├čt sich die franz├Âsische Autobahn A35 durch das Elsass nach Stra├čburg an.

Ab Worms ist die Stra├če durchgehend bis W├Ârth am Rhein vierspurig ausgebaut. Zwischen W├Ârth und Kandel ist die Bundesstra├če 9 durch die Bundesautobahn 65 ersetzt.

Die in den 1960er Jahren erbaute Krahnenbergbr├╝cke bei Andernach soll bis 2012 umfassend saniert werden.[2]

Die gesamte Streckenl├Ąnge der Bundesstra├če 9 liegt bei etwa 450 Kilometern.

Geschichte

Fr├╝here Strecken und Bezeichnungen

Die Basel-Nimwegener Stra├če wurde am 16. Dezember 1811 zur Route imp├ęriale Nr. 86 erkl├Ąrt.[3] Nach 1815 wurde das Rheinland auf verschiedene deutsche Staaten aufgeteilt, w├Ąhrend das Elsass weiterhin franz├Âsisch blieb. In der preu├čischen Rheinprovinz bestanden folgende Staatsstra├čen:

  • die C├Âln-Nymwegener Staatsstra├če und
  • die C├Âln-Mainzer Staatsstra├če

Die bayerischen Staatsstra├čen in der seit 1815 bayerischen Pfalz wurden ihrem Anfangsort entsprechend nummeriert:

  • Staatsstra├če Nr. 129: Speyer - Germersheim - Kandel - Lauterburg
  • Staatsstra├če Nr. 131: Speyer - Worms

1932 wurde die Fernverkehrsstra├če 9 (FVS 9) eingef├╝hrt und ab 1934 als Reichsstra├če 9 (R 9) bezeichnet.

Bevor sie an die A35 in Frankreich angeschlossen wurde, ging die B9 in Lauterbourg auf die N68 ├╝ber, die w├Ąhrend der Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg Teil der Reichsstrasse 9 war.

Einzelne Abschnitte

K├Âln bis Bonn

Von Norden (aus Neuss) kommend erreicht die B 9 unmittelbar am Rhein den n├Ârdlichsten Vorort K├Âlns: Worringen; er grenzt unmittelbar an Dormagen. Als Neusser Landstra├če f├╝hrt die Stra├če wenige Kilometer weiter s├╝dlich durch den sehr d├Ârflich wirkenden Vorort F├╝hlingen und passiert anschlie├čend ├Âstlich die Stadtteile Chorweiler und Seeberg. Weiter Richtung S├╝den wird kurz danach die A1 unterquert, die man als ├Ąu├čerste der sieben Ringstra├čen betrachten kann, die K├Âln linksrheinisch umgeben. Nach der Kreuzung mit dem Milit├Ąrring (der zweiten Ringstra├če) f├╝hrt die B 9 etwa 14 Kilometer durch bebautes K├Âlner Stadtgebiet: durch die Stadtteile Weidenpesch, Mauenheim, Nippes und das Agnesviertel zum Ebertplatz; weiter f├╝hrt die B 9 ├╝ber die Ringe um die K├Âlner Innenstadt herum, bis sie in der S├╝dstadt wieder an den Rhein st├Â├čt. Knapp drei Kilometer weiter s├╝dlich trifft die B 9 wieder auf den Milit├Ąrring, dem sie nun f├╝r eineinhalb Kilometer bis zu ihrem ersten Endpunkt am K├Âlner Verteilerkreis folgt. Dort trifft sie auf die A 555, ├╝ber die die Fortsetzung der B 9 in Bonn erreicht wird.[1]

Die bis 1997 g├╝ltige Streckenf├╝hrung zweigt 500 m vor dem Verteilerkreis ab und verl├Ąuft als Landesstra├če 300 durch die Stadtteile Rodenkirchen und S├╝rth bis die Stra├če am Godorfer Hafen erneut auf den Rhein st├Â├čt. ├ťber Wesseling, Widdig und Hersel gelangt man nach rund 14 Kilometern an die n├Ârdliche Stadtgrenze von Bonn.

Bonn/Bonn-Bad Godesberg

In Bonn beginnt die B 9 nach ihrer Unterbrechung durch die L 300 am Bertha-von-Suttner-Platz.[1] Bis zum Koblenzer Tor, welches zum Universit├Ąts-Hauptgeb├Ąude geh├Ârt, den Namen Belderberg. Der Stra├čenabschnitt Belderberg war in kurf├╝rstlicher Zeit eine Allee aus Pappeln, die mundartlich auch ÔÇ×BellerÔÇť oder ÔÇ×BelderÔÇť genannt werden. Durch die zwei Pforten des Koblenzer Tores hindurch f├╝hrt die B 9 ├╝ber die Adenauerallee in Richtung Bundeskanzlerplatz.

Der Abschnitt der B 9 vom Bundeskanzlerplatz bis zur Bad Godesberger Kreuzung mit der Els├Ąsser Stra├če / Wurzerstra├če, an welcher auch die Einfahrt in den Godesberger Stra├čentunnel liegt, wurde zur Zeit Bonns als Bundeshauptstadt auch, ebenso wie die A 555, als ÔÇ×DiplomatenrennbahnÔÇť bezeichnet. Auf dieser Strecke tr├Ągt die B 9 in folgender Reihenfolge die Stra├čennamen: Willy-Brandt-Allee, Friedrich-Ebert-Allee (hier befindet sich der Anschluss an die Konrad-Adenauer-Br├╝cke, der s├╝dlichsten der Bonner Rheinbr├╝cken, mit der A 562) und Godesberger Allee.

Hintergrund des volkst├╝mlichen Begriffs ÔÇ×DiplomatenrennbahnÔÇť war die besonders hohe Dichte von diplomatischen Vertretungen anderer Staaten in den Stadtvierteln, die der B 9 anliegen.

Im Bereich des Bundesviertels (fr├╝her Regierungsviertel) in Bonn hat die B 9 auch den stadtplanerischen Beinamen Bundesallee (fr├╝her Regierungsallee). Der Hintergrund dieses Beinamens ist, dass die B 9 in diesem Bereich seit den 1990er Jahren umfangreich ausgebaut wird: Unter anderem werden Kreuzungen umgebaut, die Beleuchtung erneuert, der Stadtbahntunnel verl├Ąngert, neue Reihen Alleeb├Ąume und Hecken gepflanzt und die Radwege und Gehwege gro├čz├╝gig neu angelegt. Entlang dieser Bundesallee befindet sich auch der gr├Â├čte Teil der ÔÇ×MuseumsmeileÔÇť mit bedeutenden Museen wie der Bundeskunsthalle, dem Kunstmuseum und dem Haus der Geschichte und dem ÔÇ×MuseumsplatzÔÇť mit einem spitzen B├╝hnenzeltdach. Der Museumsplatz wird seit 1997 verst├Ąrkt f├╝r Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt.

Unter der Bad Godesberger Innenstadt verl├Ąuft die B 9 seit 1999 auf der Hauptstrecke des Godesberger Stra├čentunnels, dessen s├╝dliches Ende auf den ├Ąu├čeren Abschnitt der Koblenzer Stra├če trifft. Im ├ťbergang von der Koblenzer auf die Mainzer Stra├če ├╝berquert die B 9 die DB-Bahnstrecke K├Âln-Bonn-Koblenz-Mainz. Der Stadtteil Mehlem erhielt mit der Remagener Stra├če eine geradlinige Umgehung, wodurch die B 9 nicht mehr durch den Ortskern f├╝hrt. Mit dem Passieren der s├╝dlichen Bonner Stadtgrenze ├╝berquert die B 9 die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Koblenz bis Bingen

Bundesstra├če 9 zwischen Bingen und Burg Rheinstein mit Blick auf das Schweizerhaus

In Koblenz ├╝berquert die B 9 die Mosel ├╝ber die Europabr├╝cke und trifft dann auf den ehemaligen Saarplatz; einen Kreisverkehr, der von der B 9 ├╝berbr├╝ckt und von der B 49 untertunnelt wird. Sie bildet in Koblenz die wichtigste Nord-S├╝d-Verbindung durch die Stadt und gilt hier als eine der am st├Ąrksten befahrenen Stra├čen Deutschlands. Von der Europabr├╝cke bis zum Anschluss an die S├╝dbr├╝cke wurde die B 9 in den 1980er und 1990er vierspurig ausgebaut. Von Koblenz bis Bingen am Rhein erstreckt sich das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Die B9 erschlie├čt im Wechsel mit der Bahnstrecke Koblenz-Mainz - in gro├čen Abschnitten direkt am Rheinufer die Ortschaften Koblenz-Stolzenfels, Boppard, Sankt Goar, Oberwesel nach Bingen am Rhein.

An diesem Teilst├╝ck der Bundesstra├če 9 wurden in der zweiten H├Ąlfte des 20. Jahrhunderts einige Ortsumfahrungen f├╝r die dortigen Orte gebaut. Zwischen 1956 und 1958 entstand eine Umgegehungsstra├če f├╝r die beiden St├Ądte Oberwesel und Bacharach. Zehn Jahre sp├Ąter am 9. Dezember 1968 wurde f├╝r die damals eigenst├Ąndigen Gemeinden Bad Salzig und Hirzenach die Umortsumfahrt, mit dessen Bau im Jahr 1962 begonnen wurde, fertiggestellt.[4] Seitdem verl├Ąuft bei diesen vier Orten die B 9 unmittelbar am Rhein. Anfang der 90er Jahre wurde auch in der Bopparder Kernstadt die B 9 verlegt, was der Stadt eine Teilortsumgehung brachte. Von Koblenz kommend f├╝hrt die Stra├če immer noch direkt in die Stadt hinein, jedoch bevor der Hauptbahnhof und die Innenstadt erreicht werden, wird die Stra├če auf das neue Teilst├╝ck gef├╝hrt, das als Umgehungsstra├če zwischen der mittelalterlichen Stadtmauer und dem Gleisk├Ârper der Bahn durch die Stadt f├╝hrt.

LKW-Maut

Zwischen Mainz und Worms wurde die Bundesstra├če auf einer L├Ąnge von ca. 30 km seit dem 31. Mai 2005 f├╝r den Transit-Schwerlastverkehr gesperrt, um zu vermeiden, dass LKW-Fahrer zur Umgehung der LKW-Maut auf diese Stra├če ausweichen. Diese Sperrung ist bundesweit die erste dieser Art. Der Transitverkehr soll somit gezwungen werden, in diesem Bereich die Autobahnen 61 und 63 zu benutzen.[5]

Der Abschnitt zwischen dem Grenz├╝bergang Bienwald und der Anschlussstelle Kandel-S├╝d geh├Ârt zu den Bundesstra├čenabschnitten, auf denen nach Zustimmung des Bundesrates vom Oktober 2006 LKW-Maut erhoben wird.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bundesstra├če 9 ÔÇô Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ÔćĹ a b c Amtsblatt des Regierungsbezirks K├Âln, 177. Jahrgang, Nr. 25, vom 23. Juni 1997, Verweis durch Drucksache 9701172 der Stadt Bonn ÔÇ×Umstufung von Bundesstra├čen, hier: Abstufung der B9 zur L300ÔÇť
  2. ÔćĹ Br├╝ckensanierung: Verkehr ├╝ber B 9 verl├Ąuft zweispurig, aus ┬╗www.rhein-zeitung.de┬ź vom 23. August 2010, eingesehen am 21. Juni 2011
  3. ÔćĹ Liste des routes imp├ęriales 51 ├á 100
  4. ÔćĹ www.bad-salzig-am-rhein.de: Neubaustrecke wird 1968 freigegeben Abgerufen am 10. Mai 2011
  5. ÔćĹ Erste Bundesstra├če f├╝r Maut-Ausweichler gesperrt

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