Burgenland

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Burgenland
Burgenland

Gradiơće
FelsƑƑrvidĂ©k

Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landeshauptstadt: Eisenstadt
GrĂ¶ĂŸte Stadt: Eisenstadt
Landeshymne: Mein Heimatvolk,
mein Heimatland
ISO 3166-2: AT-1
KĂŒrzel: B
Website: www.bgld.gv.at
Karte: Burgenland in Österreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg KÀrnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnBurgenland in Austria.svg
Über dieses Bild
Politik
Landeshauptmann: Hans Niessl (SPÖ)
Regierende Parteien: SPÖ und ÖVP
Sitzverteilung im
Landtag
(36 Sitze):
SPÖ 18
ÖVP 13
FPÖ 3
GrĂŒne 1
LBL 1
Letzte Wahl: 30. Mai 2010
NĂ€chste Wahl: 2015
Bevölkerung
Einwohner: 284.897 (1. JĂ€nner 2011)[1]
– Rang: 9. von 9
Bevölkerungsdichte: 71,91 Einw. pro kmÂČ
AuslĂ€nderanteil: 5,4 %[2] (2010)
Geographie
FlĂ€che: 3.961,80 kmÂČ
– Rang: 7. von 9
Geographische Lage: 46° 50' – 48° 7' n. Br.
16° 30' – 17° 6' ö. L.
Ausdehnung: Nord–SĂŒd: 143 km
West–Ost: 85 km
Höchster Punkt: 884 m
(Geschriebenstein)
Tiefster Punkt: 114 m (bei Apetlon)
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 2 StatutarstÀdte
7 Bezirke
Gemeinden: 171
– davon StĂ€dte: 13
– davon Marktgemeinden: 59
Schulbezirke: 9
Gerichtsbezirke: 7
Karte: Burgenland und Bezirke
Eisenstadt Bezirk Eisenstadt-Umgebung Bezirk GĂŒssing Bezirk Jennersdorf Bezirk Mattersburg Bezirk Neusiedl am See Bezirk Oberpullendorf Bezirk Oberwart Rust (Burgenland)Lage des Burgenland im Bundesland Burgenland (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Das Burgenland (burgenlandkroatisch Gradiơće; ungarisch FelsƑƑrvidĂ©k, ƐrvidĂ©k oder LajtabĂĄnsĂĄg) ist ein Bundesland im Osten von Österreich. Landeshauptstadt ist Eisenstadt. Es ist das östlichste und gemessen an seiner Einwohnerzahl kleinste Bundesland. Das Gebiet gehörte einst zum Königreich Ungarn, das im Vertrag von Trianon 1920 verpflichtet wurde, das damalige „Deutsch-Westungarn“ an die neue Republik Österreich abzutreten. 1921 wurde diese Verpflichtung großteils erfĂŒllt; das neu hinzugekommene Land wurde danach in Burgenland umbenannt.

Das Burgenland grenzt im Norden an den Bratislavaer Landschaftsverband (Slowakei), im Osten an die Komitate GyƑr-Moson-Sopron und Vas (beide Ungarn), im SĂŒden auf wenigen Kilometern an die zwei Gemeinden Kuzma und RogaĆĄovci (Slowenien) und im Westen an die Steiermark und Niederösterreich.

Die Außengrenzen zu den vorgenannten Staaten bildeten bis zum 21. Dezember 2007 auf 397 km die Schengener-Außengrenze der EU.

Das Burgenland ist geprĂ€gt vom Neusiedler See im Norden und den AuslĂ€ufern der Alpen im hĂŒgeligen SĂŒden, es ist langgezogen und verengt sich bei Sieggraben im Ödenburger Gebirge auf 4 km. Das Burgenland ist Mitglied der Europaregion Centrope.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte, Name

→ Hauptartikel: Geschichte des Burgenlandes

UngefĂ€hr 700 v. Chr. siedelten die Illyrer in Eisenstadt, Donnerskirchen und Purbach. Circa 400 v. Chr. siedelten Kelten auf dem Gebiet des heutigen Burgenlands. Etwa um die Zeit Christi Geburt kam das Burgenland zum (antiken) römischen Reich; sein Gebiet gehörte zur Provinz Pannonien. Die Römerherrschaft endete bereits im Jahr 378 n. Chr. Daraufhin wurde das Land von den Ostgoten besiedelt. Von 433 bis 453 n. Chr. herrschten hier die Hunnen. Im Jahr 454 wurde der spĂ€tere Ostgotenkönig Theoderich der Große in der Gegend des Neusiedler Sees geboren. Auf die Hunnen folgten von 490 bis 568 die Langobarden. Von 600 bis 800 wurde das Land von den Awaren beherrscht. Ende des 8. Jahrhunderts besiegte der Frankenkönig Karl der Große die Awaren und das Land wurde als Teil der Awarenmark in das FrĂ€nkische Reich eingegliedert. Nach 800 erfolgte die erste deutsche Besiedlung unter Karl dem Großen. Im 9. Jahrhundert war es Teil des slawischen Plattensee-FĂŒrstentums und des GroßmĂ€hrischen Reiches. 907 eroberten die Magyaren das Land.

Als die Habsburger Monarchie Österreich-Ungarn 1918 zerfiel, beanspruchte der neu gegrĂŒndete Staat Deutschösterreich unter anderem auch das Land Deutsch-Westungarn fĂŒr sich. Im Vertrag von St. Germain mit den SiegermĂ€chten des ersten Weltkrieges wurde das Gebiet 1919 zu Österreich geschlagen; Ungarn musste sich im Vertrag von Trianon 1920 dazu verpflichten, es abzutreten. Nach Errichtung der kurzlebigen Republik LajtabĂĄnsĂĄg unter FĂŒhrung des FreischĂ€rlerbefehlshabers PĂĄl PrĂłnay im Oktober 1921 wurde das Gebiet im Folgemonat durch das österreichische Bundesheer besetzt und am 5. Dezember 1921 von Ungarn an Österreich offiziell ĂŒbergeben. Die Haltung der deutschsprachigen Siedler in Westungarn zum Anschluss an Österreich war (eher) aus wirtschaftlichen GrĂŒnden uneinheitlich.

Nach heftigen Protesten Ungarns wurde fĂŒr Ödenburg (Sopron), das als Hauptstadt des neuen Bundeslandes vorgesehen war, und seine Umgebung eine Volksabstimmung durchgefĂŒhrt, die zum Verbleib Ödenburgs bei Ungarn fĂŒhrte. Bei der Volksabstimmung ergab sich im Gesamtergebnis eine eindeutige Zwei-Drittel-Mehrheit fĂŒr Ungarn. Die Gemeinden um Ödenburg stimmten fĂŒr Österreich (blieben aber dennoch bei Ungarn, als kreisangehörige Gemeinden des Landkreises Ödenburg), die Bevölkerungsmehrheit in der Stadt Ödenburg stimmte fĂŒr einen Verbleib bei Ungarn.

Die Aufnahme des Landes in die Republik Österreich wurde im Bundesverfassungsgesetz ĂŒber die Stellung des Burgenlandes als selbstĂ€ndiges und gleichberechtigtes Land im Bund und ĂŒber seine vorlĂ€ufige Einrichtung vom 25. JĂ€nner 1921 geregelt. Von einigen BefĂŒrwortern der Eingliederung in die Republik Österreich wurde die Landesbezeichnung Heinzenland (nach dem Hianzn-Dialekt, siehe auch die kurzlebige Republik Heinzenland) propagiert, der Vorschlag Burgenland setzte sich schließlich durch.

Der Name „Burgenland“ erinnert daran, dass das Land aus Teilen von drei altungarischen Komitaten zusammengesetzt ist:

Anfang 1919 wurden von Österreich auch Teile des Komitats Pressburg (slowak. Bratislava, ungar. Pozsony) fĂŒr das Burgenland beansprucht. Man schlug daher im Juni 1919 den Namen „Vierburgenland“ vor. Mitte August 1919 wurde aber in den Friedensverhandlungen klar, dass Pressburg an die Tschechoslowakei ging. Der Politiker Karl Renner empfahl noch von St. Germain aus, den Namen auf „Dreiburgenland“ zu Ă€ndern. Der Name Burgenland wurde angeblich vom Frauenkirchener Gregor Meidlinger erstmals vorgeschlagen, und zwar am 6. September 1919 nach der Vorsprache einer deutsch-westungarischen Delegation bei Staatskanzler Karl Renner.[3] Dieser Name wurde spĂ€testens mit dem Bundesverfassungsgesetz ĂŒber die Stellung des Burgenlandes als gleichberechtigtes Bundesland vom 25. JĂ€nner 1921 allgemein gebrĂ€uchlich.

Die Übernahme des Burgenlandes in österreichische Verwaltung erfolgte im Herbst 1921. Bis 1925 war Bad Sauerbrunn provisorischer Sitz der Landesregierung und -verwaltung, bis dann die bis dahin relativ unbedeutende Kleinstadt Eisenstadt (ungarisch: Kismarton) zur Hauptstadt des Burgenlands bestimmt wurde.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich und damit MachtĂŒbernahme des Diktators Hitler wurden die StĂ€dte Eisenstadt, Rust und die Bezirke Eisenstadt, Mattersburg, Neusiedl am See und Oberpullendorf per 15. Oktober 1938 dem Reichsgau Niederdonau zugeschlagen, die Bezirke GĂŒssing, Jennersdorf und Oberwart dem Reichgau Steiermark. [4] Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Wiedererrichtung der Republik Österreich 1945 entstand auch das Burgenland als Bundesland wieder. Bis 1955 lag es in der sowjetischen Besatzungszone, bis 1989 bestand an seiner Ostgrenze der Eiserne Vorhang.

Geographie

Die Regionen und Bezirke des Burgenlands
ï»ż Nordburgenland
ï»ż Mittelburgenland
ï»ż SĂŒdburgenland

Das Burgenland weist eine FlĂ€che von 3.965,46 kmÂČ auf, und teilt eine 397 km lange Staatsgrenze zum Großteil mit Ungarn, zu kleinen Teilen auch mit Slowenien und der Slowakei. Es wird landschaftlich in drei Regionen eingeteilt,[5][6] wobei das Mittelburgenland manchmal dem SĂŒdburgenland zugerechnet wird.[7]

  • Nordburgenland
  • Mittelburgenland
  • SĂŒdburgenland

Das Nordburgenland nördlich des Ödenburger Gebirges gehört landschaftlich großteils zur Pannonischen Tiefebene und zĂ€hlt die Bezirke Eisenstadt, Eisenstadt-Umgebung, Neusiedl am See, Mattersburg und Rust. Hier liegt der Neusiedler See, ein von einem breiten SchilfgĂŒrtel umgebener Steppensee, das „Meer der Wiener“. In seiner NĂ€he bietet das Naturschutzgebiet Lange Lacke seltenen Vogelarten ein Refugium. Im Jahr 1992 wurde in diesem Gebiet der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel gegrĂŒndet, der grenzĂŒberschreitend im ungarischen Nationalpark „FertƑ-HansĂĄg“ seine Fortsetzung findet.

Das Mittelburgenland, bestehend aus dem Bezirk Oberpullendorf, ist hingegen hĂŒgelig und wird im SĂŒden durch das GĂŒnser Gebirge vom ebenfalls hĂŒgeligen SĂŒdburgenland getrennt.

Das SĂŒdburgenland besteht aus den Bezirken GĂŒssing, Jennersdorf und Oberwart.

Höchste Erhebung des Burgenlandes ist der 884 m hohe Geschriebenstein (Írott-kƑ), durch dessen Gipfelwarte die Staatsgrenze verlĂ€uft. Tiefster Punkt ist der Hedwighof (Gemeinde Apetlon – Bezirk Neusiedl am See) mit 114 m. Tiefste Gemeinde ist Illmitz mit 116 m.

Der Geographische Mittelpunkt des Burgenlandes, (Koordinaten: 47°28'34 N, 16°34'24 O) liegt im Gemeindegebiet von Frankenau-Unterpullendorf und wurde von Geographen des Burgenlandes durch den „Mittelpunktstein“ (Basaltstein vom Pauliberg) markiert. Im SĂŒden sind Riedel landschaftsprĂ€gend.

FlĂŒsse

Beinahe die gesamte FlĂ€che des Burgenlandes entwĂ€ssert ĂŒber die Raab in die Donau. WĂ€hrend der Neusiedler See ĂŒber den Einserkanal tributĂ€r ist, bestimmen im SĂŒdburgenland die Pinka und die Raab selbst die GewĂ€sser. Lediglich im Ă€ußersten Norden bildet die Leitha den historischen Grenzfluss zu Niederösterreich.

Klima

Das Burgenland hat Anteil am illyrischen Klima im SĂŒdburgenland und am pannonischen Klima in den restlichen Landesteilen. Das Mittel- und Nordburgenland ist stĂ€rker kontinental geprĂ€gt als der LandessĂŒden. Die durchschnittlichen Temperaturen betragen hier zwischen −2 Â°C und −4 Â°C im Januar und etwa 21 Â°C im Juli.

Verwaltungsgliederung

Das Burgenland ist in sieben politische Bezirke und zwei StatutarstÀdte (auch FreistÀdte genannt, dies sind Rust und Eisenstadt) gegliedert.

Bezirke und StatutarstĂ€dte (von Norden nach SĂŒden)
Bezeichnung FlĂ€che (kmÂČ) Einwohner
1. Januar 2011[8]
KFZ-Kenn-
zeichen
Neusiedl am See 1.037,55 54.925 ND
Eisenstadt-Umgebung 452,67 40.792 EU
Rust 19,99 1.893 E
Eisenstadt 42,84 12.995 E
Mattersburg 237,64 39.085 MA
Oberpullendorf 700,79 37.522 OP
Oberwart 732,09 53.618 OW
GĂŒssing 485,03 26.535 GS
Jennersdorf 253,20 17.532 JE

Politik

Landtagswahlen Burgenland 2005
Karl Stix (†), Landeshauptmann 1991–2000

Die Landesregierung des Burgenlandes besteht aus sieben Mitgliedern, die, der Landesverfassung gemĂ€ĂŸ, nach einem Proporzsystem besetzt werden, das die grĂ¶ĂŸten Fraktionen im Landtag berĂŒcksichtigt. Seit der Landtagswahl 2000 stellt die SPÖ vier Regierungsmitglieder, drei kommen von der ÖVP. Landeshauptmann ist seit 2000 Hans Niessl (SPÖ), der sich mithilfe der Stimmen der GrĂŒnen-Abgeordneten in dieses Amt wĂ€hlen ließ. Bei der Landtagswahl im Jahre 2005 erreichte die SPÖ die absolute Mehrheit, bei den Landtagswahlen 2010 verlor sie diese wieder. Auch bei den Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007 ging die SPÖ trotz leichter Verluste als stĂ€rkste Partei hervor.

Eine Abkehr vom Proporzsystem zu einem System freierer Koalitionsbildungen, das beispielsweise der SPÖ nach der Landtagswahl 2005 die alleinige Regierung gestatten wĂŒrde, wurde in jĂŒngster Zeit von der SPÖ, der FPÖ und den GrĂŒnen angestrebt. Die ÖVP lehnte dieses Vorhaben ab, so dass eine hierfĂŒr notwendige Änderung der Verfassung des Burgenlandes nicht umgesetzt werden konnte.

Landeshauptleute des Burgenlandes seit 1921

Mitglieder der Amtierenden Landesregierung

Seit 2005:

Wappen

Beschreibung: In Gold ein roter natĂŒrlich auf einem schwarzen Berg sitzenden nach links blickender goldgekrönter rotgezungter und goldbewehrter Adler mit ausgebreiteten Schwingen und ĂŒber den Saxen schwebenden schwarzen Tatzenkreuz. Auf der Brust ein Schild dreimal gespalten in Rot und weißem Hermelin.

Bevölkerung

Deutsch-Kroatische Ortstafel in Spitzzicken
Bevölkerungsentwicklung
Datum Einwohner

7. MĂ€rz 1923 286.299
1. Juni 1951 276.136
21. MĂ€rz 1961 271.001
12. Mai 1971 272.119
12. Mai 1981 269.771
15. Mai 1991 273.541
15. Mai 2001 277.569
1. Januar 2005 278.215
Sprachen im Burgenland (1991)
Sprache Anteil

Deutsch 82,9 %
Burgenlandkroatisch 10,4 %
Ungarisch 2,4 %
Kroatisch 1,3 %
Romanes 0,1 %
Slowakisch 0,1 %
Sonstige 2,8 %

In der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wanderten viele BurgenlĂ€nder in den 1920er Jahren in die Vereinigte Staaten aus, was zur scherzhaften Mutmaßung fĂŒhrte, dass Chicago zur grĂ¶ĂŸten Stadt der BurgenlĂ€nder wurde. Aber auch durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Zeit des eisernen Vorhanges konnte die wirtschaftliche Entwicklung mit der Restösterreichs nicht mithalten, so dass viele BurgenlĂ€nder auch heute nach Wien auspendeln. Erst langsam durch einerseits grĂ¶ĂŸere EU-Förderungen und der Öffnung und EU-Erweiterung nach Osten entstehen im Burgenland vermehrt ArbeitsplĂ€tze mit der Möglichkeit im eigenen Bundesland zu arbeiten.

Deutsch-Ungarische Ortstafel in Oberwart

Bei der VolkszÀhlung von 2001 gaben österreichweit 19.400 Menschen an, Burgenlandkroatisch zu sprechen, wobei 16.200 im Burgenland selbst ansÀssig sind. Nach SelbsteinschÀtzung der Volksgruppe selber betrÀgt ihre Anzahl 40.000. Dazu kamen ca. 4.700 Burgenlandungarn (SelbsteinschÀtzung 25.000). 263 gaben Romanes als Umgangssprache an. Die wirkliche Zahl der Burgenland-Roma liegt vermutlich jedoch ebenfalls deutlich höher.[10]

Die verschiedenen Volksgruppen sind als autochthone Sprachgruppen gesetzlich anerkannt. Die kroatischen und ungarischen BurgenlĂ€nder sowie die Sinti und Roma haben daher ein Anrecht auf Verwendung ihre Sprachen im öffentlichen Schriftverkehr. Aufgrund eines Beschlusses des Ministerrates vom 23. Mai 2000[11] wurden in Orten bzw. Ortsteilen mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent zweisprachiger Bevölkerung (bei der VolkszĂ€hlung 1991) Ortstafeln mit zweisprachigen Aufschriften Deutsch/Kroatisch (47 Orte) bzw. Deutsch/Ungarisch (4 Orte) aufgestellt. Deren Existenz sowie die hohe 25-Prozent-Grenze werden im Burgenland nicht kontrovers diskutiert â€“ im Gegensatz zum Ortstafelstreit in KĂ€rnten.

StÀdte und MÀrkte (> 3.500 Einwohner)[12]
Rang Name Einwohner Bezirk
1. Eisenstadt 12.663 E
2. Oberwart 7.018 OW
3. Mattersburg 6.878 MA
4. Neusiedl am See 6.517 ND
5. Pinkafeld 5.399 OW
6. Neudörfl 4.286 MA
7. Jennersdorf 4.233 JE
8. GĂŒssing 3.768 GS
9. Parndorf 3.981 ND
10. Gols 3.666 ND
11. Großpetersdorf 3.540 OW

Religion

Obwohl die Mehrheit der BurgenlĂ€nder wie im ĂŒbrigen Österreich vorwiegend römisch-katholisch ist, gibt es hier mit 14 Prozent auch einen sehr hohen Anteil an Protestanten, die in den 29 Pfarrgemeinden der Superintendentur A. B. Burgenland und in der evangelischen Kirchengemeinde H.B. Oberwart organisiert sind. Es gab frĂŒher eine große und bedeutende jĂŒdische Kultur, vor allem in den sogenannten „Siebengemeinden“ (Eisenstadt, Mattersburg, Kittsee, Frauenkirchen, Kobersdorf, Lackenbach sowie Deutschkreutz) mit hohem Anteil jĂŒdischer Bevölkerung. In Lackenbach bildeten die Juden 1869 volle 62 Prozent der Bevölkerung; die grĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gemeinde Burgenlands war jedoch diejenige in Mattersburg. Hier bildeten die Juden bis Ende des 19. Jahrhunderts mehr als ein Drittel der Einwohner. 1938 wurden sĂ€mtliche Juden aus Burgenland ausgesiedelt, heute erinnert nur noch sehr wenig im Burgenland daran, was einmal war.

Der Landespatron fĂŒr das Burgenland ist der Hl. Martin Bischof von Tours.

Wirtschaft

Neusiedler See – Blick von Podersdorf Richtung Westen

Als wirtschaftlich unterentwickeltes jĂŒngstes Bundesland Österreichs wurde das Burgenland 1995 zur GĂ€nze zum Ziel-1-Gebiet der EuropĂ€ischen Union erklĂ€rt. Diese Förderungen laufen in einer „Phasing Out“ Phase bis 2013 weiter. In den zehn Jahren hat sich das Burgenland wirtschaftlich weiter entwickelt. Im Durchschnitt liegt der Anteil des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf in Kaufkraftstandards KKS mittlerweile bei 77,4 Prozent (2003) und hat damit die 75 Prozent der EU-15 ĂŒberschritten. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EuropĂ€ischen Union ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht die Region einen Index von 84,7 (EU-25: 100) (2003).[13] Nach wie vor herrscht auch ein Nord-SĂŒdgefĂ€lle in der Wirtschaftskraft. Diese DisparitĂ€ten können nur sehr langsam abgebaut werden. Rund 23.000 BurgenlĂ€nder pendeln je nach Entfernung als Tages- oder Wochenpendler zur Arbeit nach Wien.

Das Burgenland ist mit Niederösterreich das wichtigste Weinbaugebiet Österreichs. Über 16.000 Hektar werden im burgenlĂ€ndischen Weinbau bewirtschaftet. Es wird untergliedert in die Weinbauregionen Neusiedlersee (7.303 Hektar), Neusiedlersee-HĂŒgelland (3.923 Hektar), Mittelburgenland (2.326 Hektar) und SĂŒdburgenland (507 Hektar).

Burgenland ist europÀischer Vorreiter im Bereich der Windenergie. Im Jahr 2000 kamen zirka drei Prozent des im Land produzierten Stroms aus Windkraftanlagen. Im Jahr 2011 waren es bereits 50 Prozent. Bis 2013 sollen es 100 Prozent sein.[14]

Kultur

Kulturelle Angebote bestehen vor allem im Sommer, mit den Seefestspiele Mörbisch auf der SeebĂŒhne am Neusiedler See, den Opernfestspielen im St. Margarethener Römersteinbruch, den Schlossspielen Kobersdorf, den Burgspielen GĂŒssing, Festivalsommer Jennersdorf oder dem Europa-Symposium Kaisersteinbruch. Durch die vielen Minderheiten ist das Volksbrauchtum im Burgenland besonders vielfĂ€ltig. Es werden nĂ€mlich auch von den Minderheiten kulturelle Veranstaltungen wie z. B. kroatische oder ungarische Heimatabende abgehalten.

FĂŒr die Region typisches Storchennest

FĂŒr die Jugend werden in Wiesen von Juni bis September zahlreiche Konzerte mit Weltstars in den Musikrichtungen Rock, Reggae, Alternativ und Jazz durchgefĂŒhrt, die tausende Jugendliche aus ganz Österreich und dem benachbarten Ausland anlocken (z. B. Nova Rock Festival).

Tourismus

Die Tourismuszahlen im Burgenland wurden in den letzten Jahren kontinuierlich besser. Jedoch kann es bei den NĂ€chtigungszahlen nicht mit den Tourismushochburgen im Westen Österreichs mithalten. Zugpferde des Tourismus im Burgenland sind der Neusiedler See, die Thermen Lutzmannsburg (Sonnentherme), Stegersbach und Bad Tatzmannsdorf. Besonders beliebt ist das ĂŒber 5.000 km lange Radwegenetz. Obwohl der nördliche Teil des Burgenlandes eher flach ist, können Radtouren anstrengend werden, wenn der Wind durch das Land zieht.

Öffentliche Einrichtungen

Oberste Dienststellen der Polizei sind die Bundespolizeidirektion, das Landespolizeikommando sowie die Sicherheitsdirektion in Eisenstadt. In jedem Bezirk besteht ein Bezirkspolizeikommando, dem die einzelnen Polizeiinspektionen unterstehen.

FĂŒr den Brandschutz sind insgesamt 326 Freiwillige Feuerwehren und 7 Betriebsfeuerwehren verantwortlich, die im burgenlĂ€ndischen Landesfeuerwehrverband organisiert sind. Berufsfeuerwehren gibt es im Burgenland keine. FĂŒr die Ausbildung der rund 15.000 Feuerwehrmitglieder besteht in Eisenstadt die verbandseigene Landesfeuerwehrschule.

Den Rettungsdienst fĂŒhrt im Burgenland hauptsĂ€chlich das Rote Kreuz durch. Auch der Samariter-Bund unterhĂ€lt eine Gruppe mit StĂŒtzpunkten.

Die Koordination der Blaulichtorganisationen wird im gesamten Bundesland von der LSZ Burgenland (Landessicherheitszentrale) mit dem Sitz im Landhaus Eisenstadt durchgefĂŒhrt. Auch die Sturmwarnungen fĂŒr den Neusiedler See werden hier ausgelöst.[15]

Bildung

Fachhochschule

Die FachhochschulstudiengĂ€nge Burgenland verteilen sich auf zwei Standorte: Der Standort im Norden (Eisenstadt) spezialisiert sich auf Informationstechnologie und Wirtschaft mit Schwerpunkt Ost- und Mitteleuropa , der im SĂŒden (Pinkafeld) auf Energie- und Umweltmanagement sowie Gesundheit. Studierende im Burgenland haben keine StudiengebĂŒhren zu bezahlen.

PrivatuniversitÀt

Die European Peace University Private UniversitĂ€t wurde 1988 unter der Bezeichnung European University Center for Peace Studies gegrĂŒndet. Seit MĂ€rz 2010 ist sie als PrivatuniversitĂ€t akkreditiert.

Literatur

  • Leopold Schmidt: Die Entdeckung des Burgenlandes im Biedermeier. Studien zur Geistesgeschichte und Volkskunde Ostösterreichs im 19. Jahrhundert. BurgenlĂ€ndisches Landesmuseum, Eisenstadt 1959.
  • Alfred Schmeller: Das Burgenland. Seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen. St. Peter, Salzburg 1974, ISBN 3-900173-03-6.
  • Felix Czeike: Das Burgenland. Land der Störche und der Burgen. Kultur, Landschaft und Geschichte zwischen Ostalpen und Pußta. DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-2089-2.
  • August Ernst: Geschichte des Burgenlandes. Verlag fĂŒr Geschichte und Politik, Wien 1991, ISBN 3-7028-0311-4.
  • Franz Hannabauer: Erstes BurgenlĂ€ndisches Mundart-Wörterbuch. Mit einer EinfĂŒhrung in die burgenlĂ€ndisch-hianzische Mundart von Erwin Schranz. BurgenlĂ€ndisch-Hianzische Gesellschaft, Oggau 2007, ISBN 3-901783-12-1.

Siehe auch

 Portal:Burgenland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Burgenland

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Burgenland â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Burgenland â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Burgenland â€“ in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  2. ↑ Bevölkerung zu Jahresbeginn seit 2002 nach zusammengefasster Staatsangehörigkeit - Burgenland, Statistik Austria
  3. ↑ Die Entstehung des Landesnamens „Burgenland“ (PDF)
  4. ↑ siehe Gesetz ĂŒber GebietsverĂ€nderungen in Österreich, GBlLÖ Nr. 443/1938
  5. ↑ Geographie und Topographie auf burgenland.at
  6. ↑ NUTS-3 Regionen auf statistik.at
  7. ↑ FlĂ€che und Bevölkerungsdichte des Burgenlands auf burgenland.at
  8. ↑ Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  9. ↑ LandeshauptmĂ€nner auf burgenland.at
  10. ↑ Bevölkerung mit österreichischer StaatsbĂŒrgerschaft nach Umgangssprache seit 1971, Statistik Austria
  11. ↑ Liste der Orte im Burgenland mit die zweisprachigen Ortstafelnn
  12. ↑ Statistik Austria 2009
  13. ↑ Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25 [1]
  14. ↑ ORF online: Potzneusiedl: StĂ€rkste WindrĂ€der der Welt, 14. Oktober 2011
  15. ↑ Landessicherheitszentrale auf der Seite des Roten Kreuzes Burgenland abgerufen am 23. JĂ€nner 2011

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   Enciclopedia Universal

  • BĂčrgenland — m njemački naziv za Gradiơće, {{001f}}{{c=1}}v 
   Veliki rječnik hrvatskoga jezika

  • Burgenland — BĂčrgenland m DEFINICIJA njem. naziv za Gradiơće 
   Hrvatski jezični portal

  • Burgenland — This article is about the Austrian state Burgenland. For the German district, see Burgenlandkreis. Burgenland Gradiơće ƐrvidĂ©k   State of Austria   
   Wikipedia

  • Burgenland — 47°30â€Č0″N 16°25â€Č0″E / 47.5, 16.41667 
   WikipĂ©dia en Français

  • Burgenland — BuÌŁr|gen|land, das; [e]s: österreichisches Bundesland. Dazu: BuÌŁr|gen|lĂ€n|der, der; BuÌŁr|gen|lĂ€n|de|rin, die; buÌŁr|gen|lĂ€n|disch <Adj.>. * * * BuÌŁrgenland,   das östlichste Bundesland Österreichs, 3 966 km2, (1999) 279 800 Einwohner. Das… 
   Universal-Lexikon

  • Burgenland —    As its name, which means Land of Castles, implies, the modern Austrian province of the Burgenland is both historically and geographically a border area. It was called that, however, only after 1919 and referred to the four counties of Hungary… 
   Historical dictionary of Austria

  • Burgenland — Ger. /boordd geuhn lahnt /, n. a province in E Austria, bordering Hungary. 272,274; 1530 sq. mi. (3960 sq. km). Cap.: Eisenstadt. * * * â–Ș state, Austria       Bundesland (federal state), eastern Austria, bordering Hungary on the east, and… 
   Universalium


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