Burgtheater

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Burgtheater
Das 1888 eröffnete Burgtheater an der Wiener Ringstraße

Das Burgtheater am Dr.-Karl-Lueger-Ring in Wien ist ein österreichisches Bundestheater. Es gilt als eine der bedeutendsten BĂŒhnen Europas und ist nach der ComĂ©die-Française das zweitĂ€lteste europĂ€ische, sowie das grĂ¶ĂŸte deutschsprachige Sprechtheater. Das ursprĂŒngliche „alte“ Burgtheater am Michaelerplatz wurde von 1748 bis zur Eröffnung des neuen Hauses am Ring im Oktober 1888 bespielt. Das neue Haus brannte 1945 infolge von Bombenangriffen vollstĂ€ndig aus, bis zur Wiedereröffnung am 14. Oktober 1955 diente das Ronacher als Ausweichquartier. Das Burgtheater gilt als österreichisches Nationaltheater.[1]

Im Laufe seiner Geschichte trug das Theater verschiedene Namen, zuerst k.k. Theater nĂ€chst der Burg, dann bis 1918 k.k. Hof-Burgtheater und seither Burgtheater. Vor allem in Wien wird es hĂ€ufig kurz „Die Burg“ genannt, die Ensemblemitglieder kennt man als Burgschauspieler. Direktor des Hauses ist seit 2009 Matthias Hartmann.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Michaelerplatz mit dem alten k.k. Theater nÀchst der Burg (rechts) und der Winterreitschule der Hofburg (links)
Der Innenraum des alten Burgtheaters, GemÀlde von Gustav Klimt. Die Personen sind so detailliert dargestellt, dass die Identifizierung möglich ist.

Das „alte“ Burgtheater am Michaelerplatz

Das ursprĂŒngliche Burgtheater wurde in einem Ballhaus eingerichtet, das der römisch-deutsche König und spĂ€tere Kaiser Ferdinand I. 1540 im unteren Lustgarten der Hofburg erbauen ließ, nachdem das alte Ballhaus 1525 einem Brand zum Opfer gefallen war. Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde dort das Jeu de Paume gespielt, ein VorlĂ€ufer des Tennis. Am 14. MĂ€rz 1741 erteilte schließlich Kaiserin Maria Theresia, die nach dem Tod ihres Vater eine allgemeine Theatersperre anordnete, dem „Entrepreneur der königlichen Hofopern“ und PĂ€chter des 1708 errichteten Theaters am KĂ€rntnertor, Joseph Karl Selliers, die Erlaubnis, das Ballhaus in ein Theater umzuwandeln. Gleichzeitig wurde ein neues Ballhaus in unmittelbarer NĂ€he errichtet, das dem heutigen Ballhausplatz seinen Namen gab.

Im Jahre 1748 wurde das neu gestaltete „Theater nĂ€chst der Burg“ eröffnet. 1756 erfolgten grĂ¶ĂŸere Umbauarbeiten, wobei unter anderem eine neue RĂŒckwand errichtet wurde. Der Zuschauerraum des alten Burgtheaters war noch eine reine Holzkonstruktion und fasste etwa 1200 GĂ€ste. Die kaiserliche Familie konnte ihre Hofloge direkt von den kaiserlichen GemĂ€chern aus erreichen, mit denen das Burgtheater baulich verbunden war. An der alten SpielstĂ€tte am Michaelerplatz wurden unter anderem mehrere Werke von Christoph Willibald Gluck, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart sowie Franz Grillparzer uraufgefĂŒhrt.

Am 17. Februar 1776 erklĂ€rte Kaiser Joseph II. das Theater zum Teutschen Nationaltheater. Er war es auch, der per Dekret anordnete, dass die StĂŒcke keine traurigen Ereignisse behandeln sollten, um die kaiserlichen Zuschauer in keine schlechte Stimmung zu bringen. Viele StĂŒcke mussten deswegen geĂ€ndert und mit einem Wiener Schluss (Happy End) versehen werden, beispielsweise Romeo und Julia oder Hamlet. Ab 1794 trug das Theater den Namen k.k. Hoftheater nĂ€chst der Burg.

1798 wurde der Dichter August von Kotzebue zum Leiter des Burgtheaters ernannt, aber nach Auseinandersetzungen mit den Schauspielern verließ er 1799 Wien. Unter Direktor Joseph Schreyvogel wurde Deutsch statt Französisch und Italienisch als neue BĂŒhnensprache eingefĂŒhrt.

Am 12. Oktober 1888 fand die letzte Vorstellung im alten Haus statt. Das Burgtheaterensemble ĂŒbersiedelte in die neue SpielstĂ€tte am Ring. Das alte Burgtheater musste der Komplettierung des Michaelertrakts der Hofburg weichen. Die PlĂ€ne dazu hatte Joseph Emanuel Fischer von Erlach bereits knapp 200 Jahre vor dem Abriss des alten Burgtheaters gezeichnet.

Das neue GebÀude am Ring

K.k. Hofburgtheater um 1900
Das bereits 1865 von Semper geplante, nicht realisierte MĂŒnchner Festspielhaus an der Isar
„Das Theater von Taormina“ von Gustav Klimt, DeckengemĂ€lde in der Erzherzogsstiege
Das Eingangsfoyer heute

Das „neue“ k.k. Hofburgtheater (wie die Aufschrift bis heute lautet) am Ring gegenĂŒber dem Rathaus, am 14. Oktober 1888 mit Grillparzers Esther und Schillers Wallensteins Lager eröffnet, wurde im neubarocken Stil von Gottfried Semper (Grundriss) und Karl Freiherr von Hasenauer (Fassade) entworfen, die bereits das Kaiserforum in Wien gemeinsam geplant hatten. Die Bauarbeiten begannen am 16. Dezember 1874 und zogen sich 14 Jahre hin, in denen sich das Architektenduo zerstritt. Bereits 1876 zog sich Semper auf Grund gesundheitlicher Probleme nach Rom zurĂŒck und ließ Hasenauer seine Ideen alleine realisieren, der sich im Streit der Architekten vor allem fĂŒr ein prachtvoll ausgestaltetes Logentheater eingesetzt hatte.

Indes schuf der bekannte Wiener Maler Gustav Klimt gemeinsam mit seinem Bruder Ernst Klimt und mit Franz Matsch 1886–1888 die DeckengemĂ€lde in den beiden StiegenhĂ€usern des neuen Theaters. Die drei ĂŒbernahmen diese Aufgabe nach Ă€hnlichen Auftragsarbeiten in den Stadttheatern von Fiume und Karlsbad sowie im Bukarester Nationaltheater. In der Feststiege auf der dem CafĂ© Landtmann zugewandten Seite des Burgtheaters (Erzherzogstiege) bildete Gustav Klimt die KĂŒnstler des antiken Theaters in Taormina auf Sizilien, im Stiegenhaus auf der „Volksgarten“-Seite (Kaiserstiege, weil sie dem Kaiser vorbehalten war) das Londoner Globe Theatre und die Schlussszene aus William Shakespeares „Romeo und Julia“ nach. Über dem Eingang zum Zuschauerraum ist Der Eingebildete Kranke MoliĂšres zu entdecken. Im Hintergrund verewigte sich der Maler in Gesellschaft seiner beiden Kollegen. Kaiser Franz Joseph I. gefielen die DeckengemĂ€lde so sehr, dass er den Mitgliedern der KĂŒnstlerkompanie von Klimt das Goldene Verdienstkreuz verlieh.

Das neue GebĂ€ude Ă€hnelt Ă€ußerlich der Dresdner Semperoper, mehr noch aber, aufgrund der beiden fĂŒr Theaterbauten absolut untypischen QuerflĂŒgel mit den Prunkstiegen, Sempers MĂŒnchner Projekt aus den Jahren 1865 / 1866 fĂŒr ein Richard-Wagner-Festspielhaus ĂŒber der Isar. Über dem Mitteltrakt befindet sich eine Loggia, die von zwei SeitenflĂŒgeln eingerahmt wird, und aus einem BĂŒhnenhaus mit Giebeldach und einem Zuschauerhaus mit Zeltdach geteilt wird. Über dem Mittelhaus schmĂŒckt eine Statue von Apollon die Fassade, der zwischen den Musen fĂŒr Drama und Tragödie thront. Über den HaupteingĂ€ngen befinden sich Friese mit Bacchus und Ariadne. An der Außenfassade rundum sind PortraitbĂŒsten der Dichter Calderon, Shakespeare, MoliĂšre, Schiller, Goethe, Lessing, Halm, Grillparzer, und Hebbel zu sehen. Die Masken, die ebenfalls hier zu sehen sind, weisen auf das antike Theater hin, außerdem schmĂŒcken allegorische Darstellungen die Seitentrakte: Liebe, Hass, Demut, Herrschsucht, Egoismus und Heroismus. Obwohl das Theater seit 1919 den Namen Burgtheater trĂ€gt, ist die alte Aufschrift K.K. Hofburgtheater ĂŒber dem Haupteingang immer noch vorhanden. Einige Bilder der alten PortrĂ€tgalerie wurden im neuen GebĂ€ude aufgehĂ€ngt und sind heute noch zu sehen – allerdings waren diese Bilder ursprĂŒnglich kleiner, man musste sie „verlĂ€ngern“, damit sie im hohen Raum besser wirken. Die Stellen dieser „ErgĂ€nzungen“ sind als feine Linien auf der Leinwand sichtbar.

Das Burgtheater wurde zunĂ€chst auf Grund seines prachtvollen Aussehens und der technischen Neuerungen wie elektrischer Beleuchtung von den Wienern gut aufgenommen, doch bald wurde Kritik an der schlechten Akustik laut. 1897 erfolgte schließlich ein Umbau des Zuschauerraums, um die Akustikprobleme zu mindern. Das neue Theater wurde zu einem wichtigen Treffpunkt des Gesellschaftslebens und zĂ€hlte schon bald zu den „HeiligtĂŒmern“ der Wiener. Im November 1918 ging die Aufsicht ĂŒber das Theater vom Obersthofmeister des Kaisers auf den neuen Staat Deutschösterreich ĂŒber.

1922/1923 wurde das Akademietheater als KammerspielbĂŒhne des Burgtheaters eröffnet. Am 8. Mai 1925 ging das Burgtheater in die österreichische Kriminalchronik ein, als hier Mentscha Karnitschewa ein Revolverattentat auf Todor Panitza verĂŒbte.

Das Burgtheater in der Zeit des Nationalsozialismus

Die nationalsozialistischen Ideen hinterließen auch Spuren in der Geschichte des Burgtheaters. 1939 erschien im Adolf Luser Verlag das stark antisemitisch geprĂ€gte Buch des Theaterwissenschaftlers Heinz Kindermann „Das Burgtheater. Erbe und Sendung eines Nationaltheaters“, in dem er unter anderem den „jĂŒdischen Einfluss“ auf das Burgtheater analysierte.[2] Am 14. Oktober 1938 wurde zum 50-jĂ€hrigen EröffnungsjubilĂ€um des Burgtheaters eine Don-Carlos-Inszenierung von Karl-Heinz Stroux gezeigt, die die Ideologie Hitlers bediente. Die Rolle des Marquis Posa spielte derselbe Ewald Balser, der ein Jahr zuvor in einer anderen Don-Carlos-Inszenierung (von Heinz Hilpert) am Deutschen Theater in derselben Rolle mit dem Satz Richtung Joseph Goebbels’ Loge wetterte: „Geben Sie Gedankenfreiheit!“. Der Schauspieler und Regisseur Lothar MĂŒthel, der zwischen 1939 und 1945 Direktor des Burgtheaters war, inszenierte 1943 den Kaufmann von Venedig, in dem Werner Krauß den Juden Shylock eindeutig antisemitisch darstellte. Derselbe Regisseur inszenierte nach dem Krieg Lessings Parabel Nathan der Weise. Adolf Hitler selbst besuchte wĂ€hrend des NS-Regimes das Burgtheater nur einmal (1938), spĂ€ter weigerte er sich aus panischer Angst vor einem Attentat.

FĂŒr die Schauspieler und Theatermitarbeiter, die nach dem ReichsbĂŒrgergesetz von 1935 als „jĂŒdisch“ eingestuft wurden, wurde rasch Auftrittsverbot verhĂ€ngt, sie wurden innerhalb weniger Tage beurlaubt, entlassen oder verhaftet. Das Burgtheater-Ensemble leistete zwischen 1938 und 1945 keinen nennenswerten Widerstand gegen die NS-Ideologie, der Spielplan wurde stark zensiert, nur wenige schlossen sich aktiv dem Widerstand an, so Judith Holzmeister (damals auch am Volkstheater engagiert) oder der Schauspieler Fritz Lehmann. Den jĂŒdischen Ensemblemitgliedern wurde zwar zur Emigration verholfen, dennoch wurde ein Schauspieler, Fritz Strassny, in ein Konzentrationslager gebracht und dort ermordet.[3]

Das Burgtheater zu Kriegsende und nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Sommer 1944 musste auch das Burgtheater wegen der angeordneten allgemeinen Theatersperre geschlossen werden. Ab 1. April 1945, als sich die Rote Armee Wien nĂ€herte, lagerte eine militĂ€rische Einheit im Haus, ein Teil wurde als Waffenlager benutzt. Bei einem Bombenangriff wurde das Haus am Ring beschĂ€digt und brannte am 12. April 1945 völlig aus. Zuschauerraum und BĂŒhne wurden unbrauchbar, nur die Stahlkonstruktion blieb erhalten. Die DeckengemĂ€lde und Teile des Foyers waren beinahe unbeschĂ€digt.

Die sowjetische Besatzungsmacht erwartete vom Wiener Kulturstadtrat Viktor Matejka, Wiens Kulturleben so rasch wie möglich wieder in Gang zu bringen. Der Stadtrat berief daher fĂŒr den 23. April (eine Staatsregierung bestand noch nicht) eine Versammlung aller Wiener Kulturschaffenden ins Rathaus ein. Resultat der Besprechungen war, dass Ende April 1945 acht Kinos und vier Theater den Betrieb wieder aufnahmen, darunter das Burgtheater.[4] Das Haus ĂŒbernahm das Etablissement Ronacher, das von vielen Burgschauspielern als „Exil“ verstanden wurde, als Ausweichquartier (und blieb dort bis 1955). Diesen Spielort wĂ€hlte der neu ernannte Direktor Raoul Aslan aus, der sich besonders engagiert einsetzte.

Die erste Vorstellung nach dem Zweiten Weltkrieg war am 30. April 1945 Sappho von Franz Grillparzer in der Inszenierung von Adolf Rott aus dem Jahre 1943 mit Maria Eis in der Titelrolle. Auch andere Produktionen aus der NS-Zeit wurden wieder aufgenommen. Mit Paul Hörbiger, als NS-HĂ€ftling wenige Tage vorher noch in Lebensgefahr, wurde Nestroys StĂŒck Das MĂ€dl aus der Vorstadt gezeigt. Das Akademietheater konnte bespielt werden (die erste AuffĂŒhrung war am 19. April 1945 Hedda Gabler, eine Inszenierung von Rott aus dem Jahre 1941) und auch im Redoutensaal in der Hofburg fanden Vorstellungen statt. Aslan ließ das Ronacher im Sommer umbauen, weil die BĂŒhne fĂŒr klassische AuffĂŒhrungen zu klein war. Am 25. September 1945 konnte auf der vergrĂ¶ĂŸerten BĂŒhne Schillers Jungfrau von Orleans gespielt werden.

Die ersten Neuinszenierungen sind mit dem Namen von Lothar MĂŒthel verbunden: Jedermann und Nathan der Weise, in beiden spielte Raoul Aslan die Hauptrolle. Die Inszenierung des Kaufmanns von Venedig von MĂŒthel zu NS-Zeiten schien in Vergessenheit geraten zu sein.

Das Burgtheater auf der RĂŒckseite der 50-Schilling-Banknote (1970)

Große Freude bereitete dem Publikum die RĂŒckkehr der 1938 aus dem Ensemble vertriebenen Else Wohlgemuth auf die BĂŒhne. Sie trat nach sieben Jahren Exil im Dezember 1945 in Klara Biharys Die andere Mutter im Akademietheater auf. 1951 öffnete das Burgtheater das erste Mal seine Pforten, allerdings nur den linken SeitenflĂŒgel, wo die Feierlichkeiten zum 175-jĂ€hrigen Bestehen des Theaters stattfanden.

1948 wurde fĂŒr den Wiederaufbau ein Wettbewerb ausgeschrieben: Josef Gielen, der damals Direktor war, tendierte zuerst dazu, den ex aequo erstgereihten Entwurf von Otto Niedermoser zu unterstĂŒtzen, nach dem das Haus in ein modernes Rangtheater hĂ€tte umgebaut werden sollen. Schließlich stimmte er dann aber doch fĂŒr das Projekt von Michael Engelhardt, dessen Plan konservativer, aber auch kostengĂŒnstiger war. Der Charakter des Logentheaters wurde weitgehend berĂŒcksichtigt und beibehalten, die zentrale Hofloge wurde allerdings durch zwei RĂ€nge ersetzt, und durch eine neue, schrĂ€ge Deckenkonstruktion im Zuschauerraum wurde die Akustik, die SchwĂ€che des Hause, deutlich verbessert.

Am 14. Oktober 1955 kam es unter Adolf Rott zur Wiedereröffnung des restaurierten Hauses am Ring. Aus diesem Anlass wurde Mozarts Eine kleine Nachtmusik gespielt. Am 15. und am 16. Oktober folgte die erste AuffĂŒhrung (aus PlatzgrĂŒnden als Doppelpremiere) im wiederhergestellten Theater: König Ottokars GlĂŒck und Ende von Franz Grillparzer, inszeniert von Adolf Rott. Wenige Monate nach Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags war die Wahl dieses StĂŒckes, das den Beginn der Habsburgerherrschaft in Österreich thematisiert und Ottokar von Hornecks Lobspruch auf Österreich (...es ist ein gutes Land, / Wohl wert, dass sich ein FĂŒrst sein unterwinde! / Wo habt Ihr dessengleichen schon gesehn? 
) enthĂ€lt, Ă€ußerst symboltrĂ€chtig. Unter Rott und seinen Nachfolgern Ernst Haeusserman und Gerhard Klingenberg wurden der klassische Burgtheaterstil und das Burgtheaterdeutsch fĂŒr die deutschen BĂŒhnen endgĂŒltig richtungweisend.

In den 1950er und 1960er Jahren beteiligte sich das Burgtheater (mit anderen namhaften Wiener Theatern) am sogenannten Brecht-Boykott.

Das Burgtheater heute

Die Kaiserstiege im sĂŒdlichen SeitenflĂŒgel des Burgtheaters
Der heutige Zuschauerraum mit Blick auf die Festloge im 1. Rang rechts

Gerhard Klingenberg internationalisierte das Burgtheater, er lud bedeutende Regisseure wie Dieter Dorn, Peter Hall, Luca Ronconi, Giorgio Strehler, Roberto Guicciardini und Otomar Krejča ein. Klingenberg ermöglichte auch die Burg-DebĂŒts von Claus Peymann und Thomas Bernhard (1974 UrauffĂŒhrung von Die Jagdgesellschaft). Bernhard war als Nachfolger Klingenbergs im GesprĂ€ch, schließlich wurde aber Achim Benning ernannt, worauf der Schriftsteller mit dem Text „Die theatralische Bruchbude auf dem Ring (Wie ich Burgtheaterdirektor werden sollte)“ antwortete.

Benning, der erste Ensemblevertreter des Burgtheaters, der zum Direktor ernannt wurde, setzte Klingenbergs Weg der EuropĂ€isierung mit anderen Mitteln fort, brachte Regisseure wie Adolf Dresen, Manfred Wekwerth oder Thomas Langhoff nach Wien, blickte mit AuffĂŒhrungen von StĂŒcken VĂĄclav Havels in den damals politisch abgetrennten Osten und nahm stĂ€rker RĂŒcksicht auf den Publikumsgeschmack.

Direktion Claus Peymann 1986–1999

Unter dem von Kurzzeit-Unterrichtsminister Helmut Zilk nach Wien geholten Claus Peymann, Direktor 1986 bis 1999, kam es zu weiterer Modernisierung des Spielplans und der Inszenierungsstile. Außerdem war Peymann nie um kritische Wortmeldungen in der Öffentlichkeit verlegen; eine bis dahin fĂŒr Burgtheaterdirektoren unĂŒbliche Haltung. Er und sein Programm stießen daher bei Teilen des Publikums auf Ablehnung. Den grĂ¶ĂŸten Wiener Theaterskandal seit 1945 gab es 1988 um die von konservativen Politikern und Eiferern heftig bekĂ€mpfte UrauffĂŒhrung von Thomas Bernhards Drama Heldenplatz. Das StĂŒck setzt sich mit der VergangenheitsbewĂ€ltigung Österreichs auseinander und beleuchtet die Gegenwart – mit Attacken auf die damals regierende SPÖ – kritisch. Gemeinsam mit Claus Peymann stellte sich Bernhard nach der Premiere auf der BĂŒhne Applaus und Buhrufen.

Bernhard, seinem Heimatland in Hassliebe verbunden, verbot vor seinem Tod 1989 die AuffĂŒhrung seiner StĂŒcke in Österreich testamentarisch. Peymann, der Bernhard in schwieriger Freundschaft verbunden war (siehe Bernhards StĂŒck Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen), befĂŒrchtete Schaden fĂŒr das Werk des Autors, sollten seine StĂŒcke ausgerechnet in seiner Heimat nicht gezeigt werden. ZunĂ€chst war es durch eine Erlaubnis des Testamentsvollstreckers Peter Fabjan – Bernhards Halbbruder – immerhin möglich, die bereits im Spielplan des Burgtheaters befindlichen Produktionen weiterzuspielen. Kurz vor Bernhards zehntem Todestag kam es schließlich zur Neuinszenierung des Bernhard-StĂŒckes Vor dem Ruhestand durch den UrauffĂŒhrungsregisseur Peymann. Die StĂŒcke von Bernhard stehen seither weiter auf dem Spielplan des Burgtheaters und werden regelmĂ€ĂŸig neu herausgebracht.

1993 wurde die ProbebĂŒhne des Burgtheaters im Arsenal eröffnet (Architekt: Gustav Peichl). Seit 1999 hat das Burgtheater die Betriebsform einer Ges.m.b.H..

Direktion Klaus Bachler 1999–2009

Auf Peymann folgte 1999 Klaus Bachler als Direktor. Er ist ausgebildeter Schauspieler, war aber zumeist als Kulturmanager (Intendant der Wiener Festwochen) tĂ€tig. Bachler rĂŒckte das Theater als kulturelles Ereignis in den Vordergrund und engagierte dazu Regisseure wie Luc Bondy, Andrea Breth, Peter Zadek und Martin KuĆĄej.

Zu den ungewöhnlichen „Events“ der Direktion Bachler zĂ€hlten

JubilÀumsjahr 2005

Im Oktober 2005 feierte das Burgtheater den 50. Jahrestag seiner Wiedereröffnung mit einem Galaabend und mit der AuffĂŒhrung von Grillparzers König Ottokars GlĂŒck und Ende in der Inszenierung von Martin KuĆĄej, die im August 2005 bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg aufgefĂŒhrt worden war. Michael Maertens (in der Rolle von Rudolf von Habsburg) erhielt den Nestroy-Theaterpreis als bester Schauspieler fĂŒr seine Rolle in diesem StĂŒck. Hauptdarsteller Tobias Moretti wurde 2006 fĂŒr diese Rolle mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet.

Weiters gab es am 16. Oktober 2005 einen Tag der offenen TĂŒr, an dem der 82-minĂŒtige Film „burg / privat. 82 miniaturen“ von Sepp Dreissinger zum ersten Mal gezeigt wurde. Der Film enthĂ€lt einminĂŒtige filmische „Standportraits“ von Burgschauspielern und Gastschauspielern, die, ohne ein Wort zu sagen, versuchen, sich mit einem möglichst natĂŒrlichen Gesichtsausdruck zu prĂ€sentieren. Klaus Dermutz schrieb ein Werk ĂŒber die Geschichte des Burgtheaters. Als Motto dieser Spielzeit diente ein Zitat aus Lessings Minna von Barnhelm: „Es ist so traurig, sich allein zu freuen.“

Das Burgtheater zum Mozartjahr 2006

Auch des Mozart-Jahres 2006 wurde im Burgtheater gedacht. Da Mozarts Singspiel Die EntfĂŒhrung aus dem Serail 1782 im Hof-Burgtheater uraufgefĂŒhrt worden war, kam in Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper zu den Wiener Festwochen im Mai 2006 eine Neuinszenierung (Regie: Karin Beier) dieser Oper auf die BĂŒhne.

Hinter den Kulissen

BĂŒhnentechnik und andere technische Besonderheiten

Umbauarbeiten auf der BĂŒhne des Burgtheaters

Der Zuschauerraum bietet etwa 1.340 Zuschauern Platz (1.175 SitzplĂ€tze) und ist damit einer der grĂ¶ĂŸten unter Europas SchauspielhĂ€usern. Das BĂŒhnen-Portal ist 12 m breit und am höchsten Punkt 9 m hoch. Die SchnĂŒrböden und BeleuchtungsbrĂŒcken befinden sich in 28 m Höhe. Die BĂŒhnenflĂ€che betrĂ€gt rund 780 mÂČ, bei einer Breite von 31 Metern und einer Tiefe von etwa 25  Metern – sie kann allerdings durch eine Erweiterung im Cercle-Bereich erweitert werden.[6] Die BĂŒhne selbst befindet sich im 1. Stock des TheatergebĂ€udes, fĂŒr die Schauspieler gibt es auf beiden Seiten der BĂŒhne je zwei EingĂ€nge. Im HinterbĂŒhnenbereich existiert ein großer Aufzug, der 20 Meter breit und 1,5 Meter tief ist und somit zur Beförderung von Dekorationen geeignet ist, die zwar sehr breit und bis zu 3,5 Meter hoch, aber nur knapp 1,25 Meter tief sein dĂŒrfen. GrĂ¶ĂŸere Kulissenteile können nur gekippt transportiert werden.

Die BĂŒhne wurde 1954 von der österreichischen Firma Waagner Biro, die auch bei anderen BĂŒhnen- und OpernhĂ€usern Erfahrung besitzt, neu errichtet. Die HauptbĂŒhne ist mit einer DrehzylinderbĂŒhne ausgestattet, die einen Durchmesser von 21 m und vier Versenkungen hat, die bis 8,8 m abgefahren werden können. Sie wurde nach den PlĂ€nen von Sepp Nordegg errichtet und ist insgesamt 5 Stockwerke tief, so können die BĂŒhnenbilder im Paternoster-Prinzip getauscht werden. Die im Jahr 1994 begonnene BĂŒhnenrenovierung wurde 2004 beendet, dabei wurde unter anderem die alte Steuerung durch eine Computersteuerung ersetzt. Die DrehzylinderbĂŒhne hat zwei BĂŒhnenwagen und vier Versenkungen, eine DrehbĂŒhne mit 21 Meter Durchmesser und sechs Orchesterversenkungen, die fĂŒr 70 Musiker Platz bieten.

Der Eiserne Vorhang des Burgtheaters wiegt 16,8 Tonnen und kann im Notfall – zum Beispiel bei einem Brand â€“ den BĂŒhnenraum vom Zuschauerraum innerhalb von 28 Sekunden trennen und hĂ€lt die Flammen mindestens 20 Minuten auf.[7] Nach dem Großbrand des Ringtheaters wurden alle Wiener Theater verpflichtet, die BĂŒhnen mit einem Eisernen Vorhang zu versehen. Der alte wurde allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg durch den heutigen ausgetauscht. Das Burgtheater hat eine hauseigene Betriebsfeuerwehr, die unter anderem prĂŒfen muss, ob im Fall einer Alarmmeldung durch einen der besonders sensiblen Rauchmelder möglicherweise ein kontrolliertes Feuer auf der BĂŒhne die Ursache ist, aber natĂŒrlich auch im Ernstfall die ersten Löscharbeiten durchfĂŒhren muss.

Plan des BelĂŒftungssystems (Ignaz Gridl)
Die „Schwammerl“ genannte LuftansaughĂŒtte im Volksgarten
Das Innenleben der LuftansaughĂŒtte

Architektonisch einzigartig und patentiert ist die riesige Luftschleuse, das BelĂŒftungssystem des Theaters, das sich unter dem runden Dach der LuftansaughĂŒtte, von den Wienern einfach Schwammerl genannt, auf der Seite des Volksgartens verbirgt und nach den PlĂ€nen des ArchitektenbĂŒros von Ignaz Gridl konstruiert wurde. Die Luft wird durch Filter geblasen, gereinigt und temperiert. Die verbrauchte Luft wird aus dem Zuschauerraum durch das Messinggitter des Kristalllusterkranzes im Zentrum der Saaldecke aus dem Raum ins Freie abgezogen. Den Sog dafĂŒr erzeugt der „Blasengel“, eine grĂŒne Engelsfigur mit einem Blasinstrument, die als Wetterfahne auf der Kuppel steht. Diesen Teil des BelĂŒftungssystems kann man am besten im Dachboden („Lusterboden“) und auf dem Kuppeldach des Theaters betrachten. FrĂŒher standen auf dem steilen Dach des Burgtheaters sogar Duschen und Toiletten (sie wurden gleich beim Wiederaufbau des Theaters nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet), damit die Schauspieler in den Pausen zwischen den Proben ein Sonnenbad nehmen können. Seit 1977 ist dies allerdings verboten, die Anlagen wurden wieder abgetragen. Auf dem Dach ist eine Wetterkamera installiert, die bei der Sendung Wetterpanorama Österreich im Fernsehen einen Blick auf die Ringstraße ermöglicht.

Die Souffleure am Burgtheater arbeiten mit Funktechnik, es gibt keinen Souffleurkasten mehr.

FĂŒhrungen durchs Haus finden jeden Tag um 15 Uhr auf Deutsch und wĂ€hrend der Ferien an Freitagen, Samstagen, Sonntagen und Feiertagen auch auf Englisch statt.

KostĂŒme, Requisiten

Eine PerĂŒcke aus der Burgtheater-Werkstatt

Die KostĂŒmwerkstĂ€tten sind im 1.Bezirk, im Hanuschhof, untergebracht, Requisiten und BĂŒhnenbildwerkstĂ€tten des Burgtheaters befinden sich im Arsenal. Sie versorgen nicht nur Burgproduktionen, sondern sie arbeiten auch auf Bestellung fĂŒr andere österreichische und internationale BĂŒhnen. Die WerkstĂ€tten arbeiten in Form einer GmbH (Art for Art – Theaterservice GmbH). Außerdem ist es Privatpersonen möglich, KostĂŒme aus dem Fundus auszuleihen. Die KostĂŒme und die Requisiten werden sorgfĂ€ltig ausgesucht und aufwĂ€ndig hergestellt, es werden meist nur PerĂŒcken aus echten Haaren verwendet, deren Herstellung oft zwei bis drei Wochen dauern kann. Ein Großlager fĂŒr gerade nicht verwendete KostĂŒme befindet sich in der Montleartstraße im 14. Bezirk.

Weitere SpielstĂ€tten und ProbebĂŒhnen des Burgtheaters

Der Lusterboden des Hauses
Anatomischer Saal der Akademie der Bildenden KĂŒnste
Die ProbebĂŒhne in den WerkstĂ€tten im Arsenal
  • Das Kasino am Schwarzenbergplatz gilt als SpielstĂ€tte fĂŒr GegenwartsstĂŒcke und Spezialprojekte. Es wurde unter Direktor Benning am 26. April 1981 als 3. Raum am Schwarzenbergplatz eröffnet und wird seither mit Unterbrechungen (siehe Lusterboden) bespielt. Der gegenwĂ€rtige Name stammt aus der Direktion Peymann, die den Raum zunĂ€chst nur als ProbebĂŒhne nutzte.
  • Das VestibĂŒl ist die StudiobĂŒhne des Burgtheaters und befindet sich unter der dem CafĂ© Landtmann zugewandten Feststiege. Das VestibĂŒl wurde in den 1990er Jahren fĂŒr AuffĂŒhrungen hergerichtet.
  • Der Lusterboden ist eine im Dachgeschoss des Burgtheaters in einer Höhe von 43 Metern befindliche ProbebĂŒhne. Diesen Raum im Dachboden gibt es seit 1955, er wird unter anderem als Requisitenlager verwendet. Ab dem 16. September 1979 wurde er auch immer wieder fĂŒr AuffĂŒhrungen herangezogen (zuerst als 3. Raum – Lusterboden, spĂ€ter nur Lusterboden), dann durch den Raum am Schwarzenbergplatz ersetzt. Als dieser wieder fĂŒr Proben verwendet wurde, griff man unter Peymann erneut auf den Lusterboden als AuffĂŒhrungsstĂ€tte zurĂŒck, von 1986 bis 1993 fungierte der Lusterboden als regelmĂ€ĂŸige SpielstĂ€tte des Hauses. Seit 1993 verbietet das Veranstaltungsgesetz das öffentliche Bespielen von TheaterrĂ€umen, die sich höher als 8 Meter ĂŒber dem Straßenniveau befinden. Schließlich wurde der Lusterboden nach der Wiedereröffnung des Raums am Schwarzenbergplatz erneut als ProbebĂŒhne verwendet, wozu er auch gegenwĂ€rtig dient.
  • Eine ungewöhnliche SpielstĂ€tte hatte die Inszenierung Der Anatom von Klaus Pohl mit Ignaz Kirchner. Sie fand im Anatomischen Saal der Akademie der Bildenden KĂŒnste am Schillerplatz statt (2005–2006).
  • Die außergewöhnliche Inszenierung von Letzter Aufruf von Albert Ostermaier, der ersten Zusammenarbeit von Andrea Breth mit dem BĂŒhnenbildner von Martin KuĆĄej, Martin Zehetgruber, wurde auf der ProbebĂŒhne 1 im Arsenal im 3. Bezirk gespielt, die kurzfristig zu einem Theaterraum umgebaut wurde (2002). Auf derselben ProbebĂŒhne fanden im Juni 2010 drei Vorstellungen von Christoph Schlingensiefs letztem TheaterstĂŒck Via Intolleranza II statt.
  • Eine weitere ProbebĂŒhne befindet sich in der Turnergasse im 15. Gemeindebezirk.

Die Wiener und „ihre“ Burg

Burgtheater, Hauptportal am Dr.-Karl-Lueger-Ring
Seitenansicht von SĂŒden; in der ehemaligen Vorfahrt zur Kaiserstiege befindet sich das Restaurant „VestibĂŒl“
RĂŒckseite des Burgtheaters an der Löwelstraße
Blick vom Dach ĂŒber den sĂŒdlichen SeitenflĂŒgel auf Volksgarten und Museen

Das Burgtheater stand fĂŒr die Wiener schon immer im Rampenlicht. Es galt stets als besonders vornehm, „in die Burg“ zu gehen. Bereits im 19. Jahrhundert gehörten die GerĂŒchte und die Skandale um die Burgschauspieler zu den beliebtesten Themen der Wiener. In der Burg konnten sich die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten (BĂŒrgertum und Adel) treffen, obwohl ihre PlĂ€tze strikt voneinander getrennt waren. Die Burgschauspieler „verbanden“ die zwei StĂ€nde und genossen dadurch in Wien einen besonders hohen sozialen Status (siehe spĂ€ter Vorhangverbot).

Die Schauspielerin Charlotte Wolter beispielsweise wurde geradezu hysterisch gefeiert, ihre Stimme – der krĂ€ftige „Wolter-Schrei“ – war legendĂ€r. SpĂ€ter, in den 1940er Jahren, war natĂŒrlich das Ehepaar Paula Wessely und Attila Hörbiger Publikumsliebling Nummer 1. „Die Wessely“ wurde von den Damen gern nachgeahmt, ihre Frisur, der „Wessely-Scheitel“, machte Mode.[8] Die PopularitĂ€t der beiden wurde aber auch zu Propagandazwecken missbraucht, als sie sich fĂŒr den Vollzug des Anschlusses einsetzten. Die Töchter des Ehepaares, die spĂ€ter alle Schauspieler geworden sind, litten oft unter dem Ruhm ihrer Eltern.

„Die Burg“ geriet manchmal allerdings auch in negative Schlagzeilen. Im Vorfeld der UrauffĂŒhrung von Thomas Bernhards Heldenplatz 1988 fĂŒhlten sich viele Österreicher in ihrer Ehre gekrĂ€nkt, weshalb die als Protest dagegen gedachte Großaktion von Martin Humer, der Kuhmist vor dem Burgtheater ablud, bei vielen Gefallen fand. Ebenfalls wenig beeindruckt waren viele Wiener von der Performance von Hermann Nitsch im Jahr 2005.

Beerdigungen berĂŒhmter Burgschauspieler sind nach wie vor ein gern besuchtes Ereignis, die Wiener lieben „die schöne Leich“. Diese Eigenschaft der Wiener wurde allerdings im musikalischen StĂŒck Pompes FunĂšbres von Franz Wittenbrink auf der BĂŒhne karikiert. Besonders große Ereignisse waren 1981 das BegrĂ€bnis von Paul Hörbiger und 1996 die Verabschiedung von Josef Meinrad, zu denen Tausende aus ganz Österreich angereist sind. Meinrad war so beliebt, dass der Platz zwischen dem Burgtheater und dem Volksgarten nach ihm benannt wurde.[9]

WĂ€hrend heutzutage andere Theater nicht selten ums Überleben kĂ€mpfen mĂŒssen, scheint die Lust der Wiener, in die Burg zu gehen, ungebrochen zu sein. Die Auslastung des Hauses betrug in der Saison 2005/06 bei 313.000 Besuchern 84 Prozent. Das Einnahmen-Soll wurde um 380.000 â‚Ź ĂŒbertroffen, insgesamt wurden sechs Millionen Euro eingespielt.

Ein großes GesprĂ€chsthema der Wiener ist immer die Ernennung eines neuen Intendanten – meistens beginnt die Spekulation ĂŒber die Person des möglichen Direktors schon Monate vor der Entscheidung, die vom jeweiligen StaatssekretĂ€r fĂŒr Kultur und Medien bekanntgegeben wird und in der Regel noch monatelang fĂŒr weiteren GesprĂ€chsstoff sorgt.

Im HauptgebĂ€ude des Theaters befinden sich zwei Unternehmen, die zwar nicht zum Burgtheater gehören, aber mittlerweile zu „Institutionen“ geworden sind. Das BuchgeschĂ€ft Leporello befindet sich auf der linken Seite der Eingangshalle und fĂŒhrt nebst BĂŒchern auch GeschenksgegenstĂ€nde des Burgtheaters sowie signierte Szenenphotos. Es sperrt in der Regel eine Stunde vor Vorstellungsbeginn auf und bleibt bis Vorstellungsende geöffnet. Im rechten, sĂŒdlichen FlĂŒgel des Theaters ist das Nobelrestaurant VestibĂŒl untergebracht, das ein architektonisches „Spiegelbild“ der gleichnamigen SpielstĂ€tte im linken FlĂŒgel des GebĂ€udes und vor allem fĂŒr sein Weinangebot bekannt ist. Im Restaurant sind, Ă€hnlich wie im CafĂ© Landtmann, vor und nach der Vorstellung oft Schauspieler und Theaterleute anzutreffen.

Das Burgtheater ist auf der RĂŒckseite der 50-Schilling-Banknote von 1970 zu sehen. Es ist auch wiederholt Motiv österreichischer MĂŒnzen und Briefmarken.

Das „Burgtheaterdeutsch“

Das Burgtheaterdeutsch, die Sprache, die auf der BĂŒhne des Burgtheaters gesprochen wird, empfinden die meisten Wiener wie Musik in den Ohren, auf jeden Fall wird diese Bezeichnung fĂŒr eine besonders schön gesprochene Variante der (im sĂŒddeutschen Sprachraum gebrĂ€uchlichen) deutschen Sprache verwendet. Diese Variante war eigentlich eine Kunstsprache und diente dazu, dass die Zuschauer die Schauspieler, die aus unterschiedlichen Regionen des deutschen Sprachraums kamen, auch unter den nicht idealen akustischen UmstĂ€nden des Burgtheaters verstehen konnten. Als klassisches Beispiel fĂŒr Burgtheaterdeutsch nennen viele die BĂŒhnensprache, die Paula Wessely verwendete.

Die großen Namen und ihre Wirkung

Mittlerweile stammt ein großer Teil der Schauspieler und Theatermitarbeiter nicht aus Österreich, sondern aus Deutschland oder anderen LĂ€ndern; dennoch werden viele Burgschauspieler von den Wienern als Wiener akzeptiert und als „ihre Schauspieler“ verehrt. Der Deutsche Michael Heltau ist einer der grĂ¶ĂŸten Wienerlied-Interpreten, und Robert Meyer, der aus dem Grenzgebiet von Deutschland zu Österreich stammt, ist einer der beliebtesten Nestroy-Darsteller. Die Schweizerin Annemarie DĂŒringer gehört ebenso zu den Lieblingen des Publikums wie der Deutsche Ignaz Kirchner, und die gebĂŒrtige Deutsche Susi Nicoletti galt als die österreichische Schauspielerin schlechthin. Auch die von Claus Peymann nach Wien geholten und anfangs angefeindeten Schauspieler wie Gert Voss und Kirsten Dene sind lĂ€ngst Publikumslieblinge. Eine gute Besetzung (manchmal mit Gastschauspielern) kann bewirken, dass es so gut wie unmöglich ist, fĂŒr eine Produktion Karten zu bekommen. Die Namen der schon erwĂ€hnten Hörbigers und „der Wessely“ wirkten wie ein Magnet auf das Publikum, es war praktisch alles restlos ausverkauft, wo sie auftraten. Aber auch heute gibt es „Dauerbrenner“: fĂŒr die Ottokar-Inszenierung mit „der Orth“, „dem Maertens“, „dem Merkatz“ und „dem Moretti“ oder den Nathan mit „dem Brandauer“ war es monatelang sehr schwer, ohne Abo Karten zu kaufen. Die BeitrĂ€ge im GĂ€stebuch der Burgtheater-Homepage zeugen davon, dass manche Inszenierungen eine richtige Fan-Gemeinde haben. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die konservativeren Burgbesucher bei einer modernen Inszenierung ihren Unmut wĂ€hrend der Vorstellung lautstark ausdrĂŒcken.

Ein Haus mit Tradition

Der natĂŒrlich auch anderswo verbreitete spezielle Theater-Aberglaube ist auch im Burgtheater, wo auf Tradition ein besonders großer Wert gelegt wird, anzutreffen, und daraus resultierende BrĂ€uche und Rituale werden stets eingehalten. Viele Schauspieler glauben sogar – mit einem gewissen Augenzwinkern –, dass das Haus einen „Hausgeist“ hat.

Es gibt strikte Hausregeln, zum Beispiel solche, die die Verbeugung regeln. Die Verbeugungsordnung schreibt vor, wer, wann und mit wem sich verbeugen soll, mit Sonderregeln fĂŒr die Premiere. Eine solche Regel ist angeblich zum Beispiel, dass alle, die im zweiten Akt spielen, sich verbeugen mĂŒssen, diejenigen, die nur im ersten Akt auftreten, können es natĂŒrlich auch tun, mĂŒssen aber nicht. Bei der Premiere verbeugen sich in der Regel alle Mitwirkenden, auch die Komparsen und Kinderdarsteller. FĂŒr besondere Ensemblemitglieder galten manchmal andere Regeln, so musste sich zum Beispiel der alte Paul Hörbiger nicht immer mit den anderen verbeugen, weil er sonst seinen Zug verpasst hĂ€tte.[10]

Das sogenannte Vorhangverbot war ein ungeschriebenes Gesetz, das fast 200 Jahre eingehalten wurde. Es geht auf eine polizeiliche Theaterordnung vom 19. August 1798 zurĂŒck, die vorschrieb, dass sich vor dem Vorhang nur GĂ€ste und DebĂŒtanten, aber keine Ensemblemitglieder verbeugen durften. Der Grund war das hohe Ansehen der Schauspieler, sie galten als „Schauspieler Seiner MajestĂ€t“ und als solche wĂ€re es fĂŒr sie unmöglich gewesen, sich vor dem gemeinen Volk zu verbeugen.[11] Das Vorhangverbot, dessen Abschaffung im Lauf der Zeit immer wieder diskutiert wurde, das auch nicht lĂŒckenlos eingehalten wurde – etwa bei AuffĂŒhrungen fĂŒr Kinder – und nur fĂŒr das Haupthaus (also nie fĂŒr das Akademietheater) galt, wurde mit Beginn der Saison 1983/1984 vom damaligen Unterrichtsminister Helmut Zilk aufgehoben. Die erste Premiere ohne Vorhangverbot war Nestroys Höllenangst in der Inszenierung von Leopold Lindtberg.

Repertoire, Programm und Publikum

Das Burgtheater arbeitet im Repertoiresystem, das heißt in jeder Saison werden mindestens 30 StĂŒcke abwechselnd gespielt. JĂ€hrlich gibt es im Burgtheater, Akademietheater und in den kleinen SpielstĂ€tten etwa Premieren.

In den ersten Jahrzehnten war das Repertoire des Burgtheaters, also der Umfang der gespielten StĂŒcke, sehr groß. In der Direktion Laube konnten zum Teil bis zu 160 verschiedene StĂŒcke pro Saison gesehen werden, und noch zu Anfang der Saison 1918/1919 waren es 107 StĂŒcke. Einige Inszenierungen hielten sich oft 10 Jahre oder lĂ€nger, manche sogar ĂŒber Jahrzehnte hinweg, sowohl im alten als auch im neuen Burgtheater auf dem Spielplan. DafĂŒr wurde sie pro Saison höchstens 4 bis 6 Mal gezeigt. Somit mussten Abonnenten nicht allzu oft dasselbe StĂŒck sehen, sondern waren mit einer außergewöhnlich abwechslungsreichen Vielfalt konfrontiert. Dieses System endete nach dem Ersten Weltkrieg. Plötzlich standen im Repertoire der Saison 1919/20 nur noch 20 StĂŒcke zur VerfĂŒgung. Als die Regie in den Vordergrund rĂŒckte sowie Inszenierungen durch wechselnde Moden schneller veralteten, wurden StĂŒcke pro Jahr mindestens so oft angesetzt wie frĂŒher in 10 oder 20 Jahren.

Ein typisches Burgtheaterplakat

Das aktuelle Programm des Burgtheaters wird auf Plakaten und einer roten Tafel links vom Haupteingang angekĂŒndigt. FrĂŒher – vor Bachlers Zeit – war es ĂŒblich, das Programm an die Fassade ĂŒber dem Haupteingang zu hĂ€ngen. Die Plakate werden jeden Tag mit der aktuellen Besetzung gedruckt und wĂ€hrend der Vorstellung am Vorabend aufgehĂ€ngt; sie enthalten auch die Namen der Komparsen (bei Mehrfachbesetzungen immer die aktuelle Besetzung).

Die Programmhefte besaßen nach dem Zweiten Weltkrieg ein einheitliches Aussehen, das fĂŒr alle Bundestheater galt: sie waren auf der Vorderseite durch eine Reihe eng gesetzter, brauner, senkrechter Linien gekennzeichnet, auf der unteren Mitte war in kursiver Schrift der Name des Theaters angegeben. In die Programmhefte wurden die Theaterzettel eingelegt. Sie wurden tĂ€glich fĂŒr die jeweiligen Vorstellungen gedruckt und enthielten u. a. Angaben zu StĂŒck, Autor, Beginn, Ende und Besetzung. Nach dem Aufkommen der Programmhefte wurden sie in diese eingelegt. Dieses System wurde bis 1986 beibehalten. Mit dem Beginn der Direktion Peymann wurde dieses System nach und nach abgeschafft, die frĂŒher ĂŒblichen hĂ€ufigen Umbesetzungen waren im Lauf der Jahre durch konstante Besetzungen abgelöst worden. Nunmehr war die jeweilige Besetzung fix im Programmheft abgedruckt. Eventuelle Änderungen werden durch eingelegte, kleinere Zettel bekanntgegeben („In der heutigen Vorstellung spielt N. N. die Rolle XY“).

Die Programmhefte enthielten neben (kultur)historischen Texten und Informationen ĂŒber Werk und Autor seit der Direktion Peymann auch zumeist den gesamten Text des aufgefĂŒhrten StĂŒckes, in dem die Änderungen, KĂŒrzungen und Regieanweisungen markiert waren. Gelegentlich wurden auch Fotos von den BĂŒhnenbildentwĂŒrfen oder -modellen sowie den KostĂŒmfigurinen abgedruckt.

Ältere Programmhefte haben einen Sammelwert und können an besonderen Tagen (wie am Tag der offenen TĂŒr) im Burgtheater kĂ€uflich erworben werden. In der Peymann-Direktion wurde das Aussehen der Programmhefte von Karl-Ernst Herrmann neu gestaltet. Sie waren fĂŒr das Burgtheater und das Akademietheater grundsĂ€tzlich Ă€hnlich gehalten und unterschieden sich in den ersten Jahren nur durch eine andere Farbgebung (hellgrau fĂŒr das Akademietheater, helles Beige fĂŒr die Burg). SpĂ€ter wurde mit anderen Farbgebungen sowie unterschiedlichen Formaten experimentiert. Lediglich das Programmheft fĂŒr AndrĂ© Hellers Sein und Schein unterschied sich komplett von den ĂŒbrigen Programmheften und enthielt Illustrationen der an der Ausstattung beteiligten KĂŒnstler (Roy Lichtenstein oder Mimmo Paladino). Unter Bachlers Direktion erhielten die Programmhefte grundsĂ€tzlich individuelle Outfits und sie enthalten meistens assoziative Texte und Bilder zum StĂŒck, nur ganz selten den Text des StĂŒckes. Die Plakate und die Programmhefte des Burgtheaters werden in der Druckerei agensketterl in Mauerbach (NÖ) hergestellt.

Das Repertorium war die Sammlung der seit 1821 angefertigten Dokumentation der AuffĂŒhrungen am Burgtheater. In große BĂŒcher wurden tĂ€glich die AuffĂŒhrungen und bei Premieren die Besetzungen eingetragen. Alle Schauspieler, die spĂ€ter eine Rolle in dem jeweiligen StĂŒck ĂŒbernahmen, wurden ergĂ€nzt. FĂŒr Inszenierungen, die vor 1821 auf dem Spielplan standen und noch gespielt wurden, trug man die Besetzungen seit 1776 nach. Jene StĂŒcke, die bis 1821 vom Spielplan verschwanden, blieben hingegen unberĂŒcksichtigt. Quellen hierzu sind Theater- und Programmzettel oder alte Theaterzeitschriften. Die FĂŒhrung des Repertoriums wurde 1958 aufgegeben. Ihnen folgten die Vorstellungsplatten nach. Sie wurden von der Regiekanzlei fĂŒr jede Inszenierung eines StĂŒcks angelegt und enthielten die AuffĂŒhrungsdaten, die Besetzungen sowie allfĂ€llige Umbesetzungen.

Im jĂ€hrlichen GeschĂ€ftsbericht des Burgtheaters kann man die genauen Besetzungs- und Umbesetzungslisten, weiters Statistiken ĂŒber die Auslastung des Hauses bei diversten Produktionen finden.

Um einen direkten Kontakt mit dem Publikum aufrechtzuerhalten, veranstaltet das Burgtheater regelmĂ€ĂŸig öffentliche PublikumsgesprĂ€che – teils allgemeine, bei denen die Zuschauer die Möglichkeit bekommen, der Direktion Fragen zu stellen, teils spezielle PublikumsgesprĂ€che zu einzelnen Inszenierungen, die immer im Anschluss einer Vorstellung stattfinden, und bei denen das Publikum die Dramaturgie, den Regisseur und die Schauspieler treffen kann. MatinĂ©es und Lesungen bereiten wichtige Ereignisse vor, wie Premieren, und auf EintrĂ€ge im GĂ€stebuch der Homepage wird auch geantwortet.

Abonnements, Kartenvorverkauf, Spielzeiten

Von 1776 bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg existierte kein Abonnementsystem im heutigen Sinne. Es gab die sogenannten Stammsitze in allen Teilen des Zuschauerraums. Sie berechtigten zum tĂ€glichen Besuch des Burgtheaters und zur Benutzung eines bestimmten Sitzes. Aufgrund der Stammsitze musste der Spielplan besonders abwechslungsreich sein. Oft wurden in einer einzigen Saison mehr als 100 verschiedene Werke gezeigt. Beliebte StĂŒcke konnten Jahr fĂŒr Jahr immer wieder einige Male angesetzt werden, teilweise ĂŒber Jahrzehnte hinweg in derselben Inszenierung. Die Regie spielte jedoch damals eine deutlich untergeordnete Rolle. Um das Interesse an den AuffĂŒhrungen zu erhöhen, fanden zudem hĂ€ufige Umbesetzungen statt. Ein Ă€hnliches System bietet das Burgtheater zur Zeit im Rahmen des Festabonnements an. Neben diesen Vollabonnements gab es auch Halbabonnements (sie berechtigten zum Besuch an geraden oder ungeraden Tagen) sowie Viertelabonnements (Besuch an jedem vierten Tag). Durch die radikale EinschrĂ€nkung des bis 1919/20 zahlenmĂ€ĂŸig großen Repertoires wurde dieses System obsolet. Ab 25. November 1919 wurde das Vollabonnement auf Galeriesitze aufgelassen, außerdem auch das Viertelabonnement auf Parkettsitze. Den Halbabonnenten wurde das Besuchsrecht fĂŒr einen Tag entzogen, womit mehr Karten in den freien Verkauf gelangten.

Zur Zeit gibt es 30 verschiedene Abonnements und diverse Zyklen (wie der Zyklus Nach der Premiere). Das Wahlabonnement berechtigt den Inhaber, zu gĂŒnstigeren Preisen schon vor dem offiziellen Vorverkaufsbeginn Karten einer gewissen Kategorie zu erwerben. Viele Vorstellungen werden auch im Jugendabo „Theater der Jugend“ angeboten. FĂŒr Senioren gibt es ein eigenes Abonnement, bei dem einmal im Monat eine Vorstellung angeboten wird, die frĂŒher (um 16 oder 17 Uhr) beginnt. Das Festabonnement berechtigt den Inhaber, fĂŒnf Vorstellungen seiner Wahl an einem vorher festgelegten Tag der Woche (außer Samstag kann man jeden beliebigen Tag wĂ€hlen) mit großer PreisermĂ€ĂŸigung zu besuchen – der Aboinhaber hat bei diesem Abonnement einen fixen Sitzplatz.

An jedem 20. des Monats beginnt der Kartenvorverkauf fĂŒr die Vorstellungen des nĂ€chsten Monats, Wahlaboinhaber können bereits ab dem 15. des Monats Karten reservieren. GĂ€ste aus anderen BundeslĂ€ndern und aus dem Ausland können auch schriftlich oder per Fax Karten bestellen. Es gibt Kontingente fĂŒr PĂ€dagogen und Jugendliche, seit JĂ€nner 2007 ist es sogar möglich, fĂŒr gewisse Vorstellungen mit anschließendem GesprĂ€ch Gratiskarten fĂŒr ganze Schulklassen zu bekommen.[12] Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn kann man Restkarten zum halben Preis kaufen, und es werden immer Stehplatzkarten zurĂŒckgehalten, die ebenfalls vor Vorstellungsbeginn angeboten werden, bei sehr begehrten Vorstellungen kann man jedoch nur jeweils eine Stehplatzkarte pro Person kaufen.

Sitzplan

Das Burgtheater und seine NebenbĂŒhnen werden von Mitte September bis zum 30. Juni theoretisch jeden Tag bespielt. Bis zur Direktion Bachler begann das Burgtheater jĂ€hrlich am 1. September mit dem Spielbetrieb (nach einer zweimonatigen Sommerpause). Generell spielfrei sind nur der Karfreitag und der Heilige Abend, probebedingt kann es vorkommen, dass an einigen Abenden auf der einen oder der anderen BĂŒhne keine Vorstellung stattfindet. Diese sogenannten Schließtage zur ganztĂ€gigen Abhaltung von BĂŒhnen-, Dekorations- und Beleuchtungsproben im Burgtheater sowie im Akademietheater wurden erstmals unter der Direktion Peymann eingefĂŒhrt und sorgten einige Jahre lang fĂŒr heftige Kontroversen, die zum Teil auf den Kultur- und Leserbriefseiten österreichischer Zeitungen ausgetragen wurden. Peymann wurde vorgeworfen, durch Schließtage die Einnahmen des Burgtheaters zu reduzieren.

Eine große Debatte löste im Februar 2007 die Nachricht aus, dass im Juni 2008 eine Fan-Meile zur 13. Fußball-Europameisterschaft vor dem Rathaus – und somit auch vor dem Burgtheater – errichtet werden soll, und das Burgtheater fordert eventuelle ErsatzspielstĂ€tten, damit der Spielbetrieb nicht beeintrĂ€chtigt wird und keine Schließtage erforderlich sind.[13]

Die Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters

Die Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters ist eine als eingetragener Verein wirkende Publikumsorganisation, die 1956 von ungefĂ€hr 200 Theaterliebhabern gegrĂŒndet wurde und in der Goethegasse im 1. Bezirk Wiens ihren Sitz hat. Unter den GrĂŒndern waren auch berĂŒhmte Persönlichkeiten wie Friedrich Heer und Clemens Holzmeister. Seitdem erhöhte sich die Mitgliedschaft auf etwa 700 Personen. Der Gesellschaft steht ein eigenes Theaterkontingent mit fixen PlĂ€tzen fĂŒr die erste Vorstellung nach jeder Premiere auf allen SpielstĂ€tten des Theaters zur VerfĂŒgung. Der Verein pflegt einen intensiven Kontakt zum Haus und zu den Schauspielern. Er organisiert Publikumstreffen, Lesungen, BuchprĂ€sentationen und Informationsabende fĂŒr seine Mitglieder, weiters versucht er auch das junge Publikum anzusprechen, indem er versucht, beliebte NachwuchskĂŒnstler fĂŒr diese Veranstaltungen zu engagieren. Die Gesellschaft unterstĂŒtzt auch das Studium talentierter Jungschauspieler am Max-Reinhardt-Seminar und schreibt manchmal Schreibwettbewerbe aus.

Mitarbeiter am Burgtheater

Das Ensemble

Zu den kaiserlichen Zeiten genossen die Schauspieler einen hohen gesellschaftlichen Rang und ein großes Ansehen. Sie wurden meistens auf Lebenszeit angestellt. Heute gibt es fĂŒr Ensemblemitglieder meistens JahresvertrĂ€ge. Seit 1971 gibt es die Richtlinien fĂŒr eine Ensemblevertretung des Burgtheaters. Sie haben das Recht, bei Besetzungen und bei der Spielplangestaltung mitzusprechen. Der derzeitige Ensemblesprecher ist Roland Koch. Das Burgtheater ist grundsĂ€tzlich ein typisches Ensembletheater, die meisten Schauspieler sind mit lĂ€ngerfristigen VertrĂ€gen gebunden, GĂ€ste kommen nur fĂŒr einzelne Rollen. Zugleich lebte das Burgtheater immer schon von herausragenden Schauspielern, die nur fĂŒr eine einzige oder ein paar Rollen ans Burgtheater kamen und sich mit ihrer Persönlichkeit einbrachten.

Derzeitige Ensemblemitglieder

In der Saison 2009/2010 sind am Burgtheater 86 Schauspieler als Ensemblemitglieder und weitere 58 als GĂ€ste engagiert. Zu den aktuell 144 Schauspielern (60 Damen, 84 Herren) gehören als Ensemblemitglieder: Elisabeth Augustin, Sven-Eric Bechtolf, Bernd Birkhahn, Gerd Böckmann, Klaus Maria Brandauer, Andrea Clausen, Franz J. Csencsits, Kirsten Dene, Sven Dolinski, Stefanie Dvorak, Annemarie DĂŒringer, Detlev Eckstein, Sarah Viktoria Frick, Regina Fritsch, Brigitta Furgler, Florentin Groll, Maria Happel, Dorothee Hartinger, Sabine Haupt, Philipp Hauß, Michael Heltau, Alexandra Henkel, Markus Hering, Gerrit Jansen, Daniel Jesch, Roland Kenda, Marcus Kiepe, Corinna Kirchhoff, Ignaz Kirchner, Simon Kirsch, Peter Knaack, Hans Dieter Knebel, Roland Koch, Dietmar König, Michael König, Melanie Kretschmann, Johannes Krisch, Fabian KrĂŒger, Florian Liewehr, Katharina Lorenz, Susanne Lothar, Sylvia Lukan, Michael Maertens, Oliver Masucci, Michael Masula, Peter Matić, JĂŒrgen Maurer, Rudolf Melichar, AndrĂ© Meyer, Markus Meyer, Joachim Meyerhoff, Birgit Minichmayr, Blanka Modra, Petra MorzĂ©, Tilo Nest, Dirk Nocker, Johann Adam Oest, Nicholas Ofczarek, Elisabeth Orth, Caroline Peters, Barbara Petritsch, Christiane von Poelnitz, Klaus Pohl, Jörg Ratjer, Robert Reinagl, Martin Reinke, Sylvie Rohrer, Branko Samarovski, Udo Samel, Hermann Scheidleder, Martin Schwab, Libgart Schwarz, Yohanna Schwertfeger, Mareike Sedl, Peter Simonischek, Dunja Sowinetz, Kitty Speiser, Catrin Striebeck, Irene Sturdik, Adina Vetter, Moritz Vierboom, Gert Voss, Stefan Wieland, Johanna Wokalek, Peter Wolfsberger, Martin Wuttke, Bibiana Zeller.

Ehemalige Ensemblemitglieder

BerĂŒhmte ehemalige Ensemblemitglieder: Wolf Albach-Retty, Rosa Albach-Retty, Raoul Aslan, Ewald Balser, Patrick O. Beck, Ulrike Beimpold, Anne Bennent, Joachim Bissmeier, Hedwig Bleibtreu, Marcus Bluhm, Uwe Bohm, Otto Bolesch, Markus Boysen, Rolf Boysen, Marion Breckwoldt, Traugott Buhre, Horst Caspar, Karim ChĂ©rif, Bruno Dallansky, Theodor Danegger, Ernst Deutsch, Max Devrient, Birgit Doll, KĂ€the Dorsch, Margarethe Dux, Heinz Ehrenfreund, Maria Eis, Christine Enghaus, Richard Eybner, Ulli Fessl, O. W. Fischer, Sebastian Fischer, Georg Filser, Peter Fitz, Ludwig Gabillon, Zerline Gabillon, Bruno Ganz, Wolfgang Gasser, Alexander Girardi, Boy Gobert, KĂ€the Gold, Karlheinz Hackl, Carla Hagen, Amalie Haizinger, Konrad Adolf Hallenstein, Heidemarie Hatheyer, Urs Hefti, Fred Hennings, JĂŒrgen Hentsch, Miguel Herz-Kestranek, Elisabeth Höbarth, Philipp Hochmair, Stella von Hohenfels-Berger, Thomas Holtzmann, Judith Holzmeister, Attila Hörbiger, Christiane Hörbiger, Paul Hörbiger, Gusti Huber, Wolfgang HĂŒbsch, Antonie Janisch, Julia Janssen, Hanns-Ernst JĂ€ger, Curd JĂŒrgens, Josef Kainz, Pauline Knof, Friedrich Krastel, Ida Krottendorf, Josef Lewinsky, Jutta Lampe, Pavel LandovskĂœ, Jenny Lattermann, Hugo Lindinger, Robert Lindner, Theo Lingen, Paola Loew, Ferdinand Maierhofer, Leslie Malton, Paulus Manker, Johanna Matz, Josef Meinrad, Kurt Meisel, Karl Wilhelm Meixner Robert Meyer, Wolfgang Michael, Nick Monu, Heinz Moog, Hans Moser, Ulrich MĂŒhe, Fritz Muliar, Alfred Neugebauer, Dorothea Neff, Susi Nicoletti, Ruth Niehaus, Cornelius Obonya, Hanns Obonya, Joseph Offenbach, Max OphĂŒls, Elfriede Ott, Dorothea Parton, Karl Paryla, Romuald Pekny, Denis Petkovic, Erika Pluhar, Will Quadflieg, Charles Regnier, Heinz Reincke, Ulrich Reinthaller, Veit Relin, Walther Reyer, Hilde Rom, Albert Rueprecht, Heinz RĂŒhmann, Johanna Sacco, Adele Sandrock, Fritz Schediwy, Erich Schellow, Wenzel Scholz, Hermann Schöne, Joseph Schreyvogel, Heinrich Schweiger, Albin Skoda, Adolf von Sonnenthal, Sigfrit Steiner, Lena Stolze, Johannes Terne, Curth Anatol Tichy, Jane Tilden, Hans Thimig, Helene Thimig, Hermann Thimig, Hugo Thimig, Alexander Trojan, Eckart Uhlmann, Rudolf von Waldenfels, Martha Wallner, Peter Weck, Oskar Werner, Paula Wessely, Gusti Wolf, Paul Wolf-Plottegg, Charlotte Wolter, KlausjĂŒrgen Wussow, Eleonore Zetzsche, Eva Zilcher, Kurt Zips, Heinz Zuber.

Gastschauspieler

Als GĂ€ste, fĂŒr einzelne Rollen engagiert, traten auf Meriam Abbas, Therese Affolter, Axel von Ambesser, Barbara Auer, Bibiana Beglau, Senta Berger, Josef Bierbichler, Hans-Christian Blech, Pinkas Braun, Margit Carstensen, Ingrid Caven, Edith Clever, August Diehl, Ralf Dittrich, Karoline Eichhorn, Veronika Fitz, Cornelia Froboess, Olivia Grigolli, Matthias Habich, Corinna Harfouch, O. E. Hasse, Hannelore Hoger, Marianne Hoppe, Christine Kaufmann, Hermann Killmeyer, Klaus Kinski, Wolfram Koch, Jutta Lampe, Hermann Lause, Helmuth Lohner, Susanne Lothar, Eva Mattes, Sunnyi Melles, Kurt Meisel, Karl Merkatz, Bernhard Minetti, Tobias Moretti, Dierk Prawdzik, Hans Michael Rehberg, Martin Reinke, Hans Christian Rudolph, Ilse Ritter, Sophie Rois, Otto Sander, Maximilian Schell, Otto Schenk, Christoph Schlingensief, Walter Schmidinger, Robert Stadlober, Oliver Stokowski, Tilda Swinton, Susanne Tremper, Ulrich Tukur, Angela Winkler, Ulrich Wildgruber, Werner Wölbern, Gisela Uhlen, Hans Dieter Zeidler.

Ehrenmitglieder

Ehrenmitglieder sind Annemarie DĂŒringer, Klaus Bachler, Achim Benning, Gerhard Blasche, Klaus Maria Brandauer, Wolfgang Gasser, Michael Heltau, Gerhard Klingenberg, Sylvia Lukan, Josef Meinrad, Martin Schwab, Heinrich Schweiger, Gert Voss.

Regisseure am Burgtheater

Andere Mitarbeiter

Außer den Schauspielern arbeiten ungefĂ€hr 300 Burgtheater-Mitarbeiter am Gelingen der Theaterabende. Im Kollektivvertrag werden die Rechte und Pflichten der Theatermitarbeiter (natĂŒrlich auch die der Schauspieler) genau geregelt. Ein wichtiger Punkt ist, dass man nicht lĂ€nger als bis 23 Uhr spielen darf, was natĂŒrlich bei lĂ€ngeren Vorstellungen ein Problem darstellen kann, so musste fĂŒr die AuffĂŒhrung des SportstĂŒcks eine unĂŒblich frĂŒhe Beginnzeit angesetzt werden. Es gibt etwa fĂŒnfzig Billeteure, die aber von einer anderen Firma angestellt sind. Als besonders wichtige Funktion gilt der Posten des Nachtfeuerwehrmannes. FĂŒr die Technische Gesamtleitung ist Johann Bugnar, seit der Spielzeit 2009/2010, zustĂ€ndig. Als Technischer Leiter des Burgtheaters ist Ernst Meissl berufen worden; er ist der Nachfolger von Heinz Filar. Insgesamt (zusammen mit den Mitarbeitern der anderen Firmen, etwa der KostĂŒmwerkstĂ€tten) unterstĂŒtzen etwa 600 Leute die Arbeit an allen SpielstĂ€tten.

Die Arbeit einer gut funktionierenden Komparserie ist fĂŒr das Gelingen der Inszenierungen auch von großer Wichtigkeit. Beim Burgtheater arbeiten keine Statisten – die Laiendarsteller werden ausschließlich als Komparsen bezeichnet. Der Leiter der Komparserie ist seit 1986 Wolfgang Janich, der selbst eine Schauspielausbildung absolvierte und im Notfall auch einspringt.[14] In manchen StĂŒcken tritt sogar der Chefinspizient, Klaus von Schwerin, der frĂŒher jahrelang an der Berliner SchaubĂŒhne arbeitete, als Komparse auf. Die Komparsen werden durch mehrstufige Castingverfahren sehr sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlt, und sogar die Begleiter der mitwirkenden Tiere werden Komparsen genannt und fĂŒr die Betreuung der Tiere bezahlt. Claus Peymann wollte die Komparserie abschaffen und die Komparsenrollen mit Schauspielern besetzen, was diese allerdings verweigerten.[15]

Anerkennung der schauspielerischen Leistung

Anerkennung der Schauspieler im Ensemble

Ensemblemitglied des Burgtheaters zu sein ist wohl der Traum fĂŒr viele Schauspieler und gehört zu den Höhenpunkten der Karriere im Leben eines KĂŒnstlers auf der BĂŒhne. FĂŒr besondere Leistungen werden die Ensemblemitglieder des Burgtheater noch zusĂ€tzlich geehrt.

  • Eine Form der Ehrung ist der Burgtheater-Ring (der Concordia). Der Ring wurde von Jakob Lippowitz, dem Herausgeber des Neuen Wiener Journals, gestiftet und zwischen 1926 – dem Jahr des 150-jĂ€hrigen JubilĂ€ums der Burgtheater-GrĂŒndung – und 1934 jĂ€hrlich an ein Mitglied des Burgtheaters oder an einen BĂŒhnenautor fĂŒr besondere Verdienste verliehen. Er wurde erstmals Arthur Schnitzler und Auguste Wilbrandt-Baudius zuerkannt und in den Folgejahren an die Dramatiker Hermann Bahr, Gerhart Hauptmann, Karl Schönherr, Ludwig Fulda sowie die Schauspieler Max Devrient, Georg Reimers, Hedwig Bleibtreu und Else Wohlgemuth verliehen.
  • Der Ehrenring des Burgtheaters wird seit 1. Oktober 1955 in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden von der Kollegenschaft des Burgtheaters an Ensemblemitglieder verliehen. Diese Auszeichnung wird vom Betriebsrat vorschlagen.
  • Ehrenmitglieder werden besonders verdiente KĂŒnstler seit 1922. Anlass war damals das vierzigjĂ€hrige BĂŒhnenjubilĂ€um von Max Devrient. Zusammen mit ihm wurden Hugo Thimig, Georg Reimers sowie Auguste Wilbrandt-Baudius zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Ernennung erfolgte im EinverstĂ€ndnis mit der Bundestheaterverwaltung ĂŒber Vorschlag der Burgtheater-Direktion. Diesen ersten Ernennungen folgten 1926, anlĂ€sslich des 150. Geburtstags des Burgtheaters, die offiziellen Richtlinien. Ihnen zufolge dĂŒrfen nur sehr prominente, verdienstvolle Ensemblemitglieder und auch diese erst nach langjĂ€hriger Zugehörigkeit zum Haus dieser Ehre teilhaftig werden. Die Zahl der lebenden Ehrenmitglieder sollte ein Zehntel des gesamten Mitgliederstandes nicht ĂŒberschreiten. Der Titel darf in Wort oder Schrift nicht verwendet werden, wenn die TrĂ€ger bei Veranstaltungen mitwirken, die mit der WĂŒrde des Titels unvereinbar wĂ€ren, also wenn sie etwa in Operetten, VarietĂ©s oder Kabaretts auftreten. Die Namen der Ehrenmitglieder werden am Fuß der Feststiege auf der Volksgartenseite in Marmor gemeißelt und fĂŒr die Ewigkeit festgehalten. Auch fĂŒr das BegrĂ€bnis der Ehrenmitglieder gelten besondere Gepflogenheiten. Der Sarg des verstorbenen Schauspielers oder der verstorbenen Schauspielerin wird auf der Feststiege aufgebahrt und anschließend einmal rund um das Theater getragen. Den Ehrenmitgliedern wird seit dem 20. Oktober 2010 auch ein sog. Ehrenring der Direktion (nicht identisch mit dem Ehrenring des Burgtheaters, der vom Betriebsrat verliehen wird) ĂŒberreicht (bis dahin wurde ihnen eine Urkunde ĂŒberreicht). Der erste TrĂ€ger des Ringes ist Michael Heltau. Der Ring wurde vom Juweilier Wagner entworfen und zeigt die Fassade des Burgtheaters.
  • Der Doyen oder die Doyenne (derzeit Michael Heltau und Annemarie DĂŒringer, die der legendĂ€ren Paula Wessely folgte) des Burgtheaters bleibt lebenslĂ€nglich mit der BĂŒhne des Hauses verbunden, genießt also ein Engagement bis zum Tode, das heißt er oder sie kann nicht in den Ruhestand versetzt werden. Diesen Ehrentitel bekommen zwei von den Ă€lteren Ehrenmitgliedern des Hauses – meistens sind das die dienstĂ€ltesten, die schon am lĂ€ngsten Ensemblemitglieder sind –, jeweils eine Dame und ein Herr, die dann die Aufgabe haben, das Haus nach außen zu vertreten. Eine Voraussetzung fĂŒr diese Auszeichnung ist, dass man zuvor zur Kammerschauspielerin beziehungsweise zum Kammerschauspieler ernannt worden sein muss. Die Auszeichnung wird erst nach dem Tod ihres TrĂ€gers weitergegeben.
  • Die Burgtheater-Galerie ist eine Sammlung von KĂŒnstlerportrĂ€ts im Foyer, eine Art „Ehrengalerie“, die zum Teil noch aus dem alten GebĂ€ude am Michaelerplatz stammt. Seit dem 23. Oktober 2006 zieren nicht nur alte GemĂ€lde die WĂ€nde. Zeitgenössische KĂŒnstler portraitierten 2006 einige der heutigen Publikumslieblinge: Christy Astuy verewigte Annemarie DĂŒringer und Branko Samarovski, Franz Graf zeichnete Elisabeth Orth und Ignaz Kirchner, die Fotografin Ilse Haider inszenierte fotografisch Andrea Clausen und Michael Heltau, Josef Kern malte Karlheinz Hackl und Martin Schwab, Klaus Maria Brandauer und Kirsten Dene wurden von Elke Krystufek portraitiert. Kitty Speiser und Gert Voss wurden in eigens dafĂŒr geschaffenen Rauminstallationen von Gregor Zivic dargestellt.[16]
  • Auf Anregung von Burg-Direktor Franz Herterich schuf BundesprĂ€sident Michael Hainisch 1926 den Kammer-Titel fĂŒr darstellende und ausĂŒbende KĂŒnstler auf dem Gebiet der Musik und darstellenden Kunst. Seit dieser Zeit gibt es in Österreich Kammerschauspieler und KammersĂ€nger. Die ersten österreichischen Kammerschauspieler waren Maria Mayen, Maria Mayer, Raoul Aslan und Willi Thaller. Sie alle erhielten den Titel noch im JubilĂ€umsjahr 1926. In spĂ€teren Jahren blieb der Titel nicht mehr auf Mitglieder des Burgtheaters beschrĂ€nkt, sondern wurde, wenngleich selten, auch an solche des Theaters in der Josefstadt und anderer österreichischer BĂŒhnen vergeben.

Der Nestroy-Theaterpreis

Das Burgtheater (inkl. Akademietheater) ist mit seinen Produktionen seit 2000 das erfolgreichste Theater beim Nestroy-Theaterpreis (insgesamt 36 Nestroys, davon Akademietheater 14 Nestroys).

Nestroy-Theaterpreis 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Nominierungen/Siege 10/5 15/6 10/3 9/4 13/5 12/2 12/6 10/4 8/1 6/4

Das Burgtheater im In- und Ausland

Jedes Jahr gibt es Inszenierungen fĂŒr die Salzburger Festspiele und fĂŒr die Wiener Festwochen in Koproduktion mit dem Burgtheater, bei letzteren sind die Burg- und Akademietheater auch eine wichtige SpielstĂ€tte. Diese Produktionen werden in der Regel nach der Festspielzeit ins Repertoire aufgenommen.

Produktionen des Burgtheaters werden regelmĂ€ĂŸig zum Berliner Theatertreffen zu anderen internationalen Theaterfestivals eingeladen und die Burg wird auch im Ausland in Gastspielen gern gesehen, vor allem natĂŒrlich im deutschsprachigen Raum, aber auch in anderen LĂ€ndern. In den letzten Jahrzehnten gastierten Burg-Produktionen unter anderem in Amsterdam, Avignon, Berlin, BogotĂĄ, Edinburgh, Meran, Moskau, MĂŒlheim an der Ruhr, Prag, Venedig, Rom, Warschau und Zagreb. ErwĂ€hnenswert sind große Tourneen durch Japan und die Sowjetunion, sowie Gastspiele in Israel und New York.[17] Ins Burgtheater werden auch oft Inszenierungen aus bedeutenden europĂ€ischen HĂ€usern eingeladen, wie aus dem Thalia Theater in Hamburg.

Das Burgtheater dient im Sommer als eine SpielstĂ€tte fĂŒr das Tanzfestival ImPulsTanz, das mittlerweile als grĂ¶ĂŸtes europĂ€isches Tanzereignis gilt.

Die Leitung des Burgtheaters

Als Kaiser Joseph II. das Theater nĂ€chst der Burg zum Hof- und Nationaltheater erhob, schuf er jene Dreier-Konstruktion aus oberster Leitung, Verwaltung und kĂŒnstlerischer Leitung, die im Wesentlichen bis heute erhalten geblieben ist. In der Monarchie lag die oberste Leitung in den HĂ€nden des Obersthofmeisteramtes oder des OberstkĂ€mmereramtes. Die Verwaltung hatte wechselnde Titel, Theateroberdirektion oder Generalintendanz. Zudem war das Burgtheater einige Jahre lang verpachtet, wobei die PĂ€chter es nur mit der obersten Instanz zu tun hatten, in Finanzverwaltung und Personalangelegenheiten aber selbstĂ€ndig waren. FĂŒr StĂŒckauswahl und SpielplĂ€ne waren sie nur gegenĂŒber der Zensur verantwortlich. Die kĂŒnstlerische Leitung wiederum lag einmal in den HĂ€nden eines Regiekollegiums, dann wieder wurde sie einem artistischen SekretĂ€r oder einem artistischen Direktor anvertraut, wurde aber auch interimistisch vom Generalintendanten oder von einem Schauspielerkollegium ausgeĂŒbt.

Laut Gesetz vom 3. April 1919, dem sogenannten Habsburger-Gesetz, ging nach dem Ende der Monarchie das sogenannte hofĂ€rarische Vermögen des Hauses Habsburg-Lothringen in das Eigentum der Republik Österreich ĂŒber. Dazu gehörten auch die Hoftheater, also das k. k. Hofburgtheater, die Hofoper sowie das Schönbrunner Schlosstheater. Dieses Gesetz wurde 1920 Teil der Bundesverfassung.

Am 21. Mai 1920 unterstellte die österreichische Staatsregierung die „österreichischen Staatstheater“ (so die damalige offizielle Bezeichnung) dem Staatsamt fĂŒr Inneres und Unterricht. Als Verwaltungsinstanz wurde die Staatstheaterverwaltung eingesetzt. Hier begann erneut eine Dreiteilung. Die oberste Leitung lag beim Unterrichtsminister, die Verwaltung bei der Staatstheaterverwaltung (spĂ€ter: Bundestheaterverwaltung; kurzzeitig auch: Generalintendanz; schließlich Bundestheaterverband; heute Bundestheater-Holding). Die kĂŒnstlerische Leitung lag beim Direktor (mit unterschiedlich geregelten Befugnissen).

Direktionen und kĂŒnstlerische Leitungen des Burgtheaters

Heinrich Laube, 1849-1867
Franz von Dingelstedt, 1870-1881
Adolf von Wilbrandt, 1881-1887
Alfred von Berger, 1910-1912
Claus Peymann, 1986-1999
Name Beginn  Ende 
KĂŒnstlerrepublik 1776 1789
Franz Carl Hieronymus Brockmann 1790 1790
Regiekollegium 1790 1794
Peter von Braun 1794 1806
Kavaliersdirektion 1807 1817
Joseph Schreyvogel 1814 1832
Johann Ludwig Deinhardstein 1832 1841
Franz Ignaz von Holbein 1841 1849
Heinrich Laube 1849 1867
Eligius Freiherr von MĂŒnch-Bellinghausen; Pseudonym: Friedrich Halm 1867 1868
August Wolff 1868 1870
Franz Freiherr von Dingelstedt 1870 1881
Adolf von Wilbrandt 1881 1887
Adolf von Sonnenthal 1887 1888
August Förster 1888 1889
Adolf von Sonnenthal 1889 1890
Max Burckhard 1890 1898
Paul Schlenther 1898 1910
Alfred Freiherr von Berger 1910 1912
Hugo Thimig 1912 1917
Max von Millenkovich 1917 1918
Dreierkollegium 1918 1918
Albert Heine 1918 1921
Anton Wildgans 1921 1922
Max Paulsen 1922 1923
Franz Herterich 1923 1930
Anton Wildgans 1930 1931
Hermann Röbbeling 1932 1938
Mirko Jelusich 1938 1938
Ulrich Bettac 1938 1939
Lothar MĂŒthel 1939 1945
Raoul Aslan 1945 1948
Erhard Buschbeck 1948 1948
Josef Gielen 1948 1954
Adolf Rott 1954 1959
Ernst Haeusserman 1959 1968
Paul Hoffmann 1968 1971
Gerhard Klingenberg 1971 1976
Achim Benning 1976 1986
Claus Peymann 1986 1999
Klaus Bachler 1999 2009
Matthias Hartmann 2009

Das Burgtheater in Film und Literatur

Bis 1918 gab es ein Verbot, nach dem Schauspielern des Burgtheaters das Mitwirken in Filmen in jeder Form untersagt war. Das Kino galt als Bedrohung fĂŒr den Fortbestand der SchauspielbĂŒhnen, und so wollte man den Filmproduzenten nicht in die Hand spielen. Eine Entspannung dieser Situation begann erst ab 1913 mit den Produktionen des Theaterintendanten Max Reinhardt.

1936 drehte Willi Forst den Spielfilm Burgtheater, der von einem alternden, sich noch einmal verliebenden Burgschauspieler – dargestellt von Werner Krauß – erzĂ€hlt. Die Zeit der Handlung war 1897, die Personen – wie der „Burgdirektor“ Franz Herterich oder der Schauspieler Friedrich Mitterer, den Krauß verkörpert – waren fiktive Figuren, obwohl der Name Mitterer ein Anspielung auf den Namen des einst tatsĂ€chlich gefeierten Schauspielers Friedrich Mitterwurzer ist. Im Film werden Inszenierungen aus den letzten Jahren des 19. Jahrhundert aufgegriffen, die es tatsĂ€chlich gab, Szenen aus Don Carlos, Faust und Kabale und Liebe werden nachgespielt.[18]

Ab 1956 finanzierte das Unterrichtsministerium eine Reihe von Aufzeichnungen von TheaterstĂŒcken des Burgtheaters. Die Aufnahmen sollten im Kino gezeigt werden, weshalb mit Alfred Stöger ein Filmregisseur beauftragt wurde. Auf Filmmaterial wurden interessant besetzte Inszenierungen wie „Wilhelm Tell“ (1956, mit Ewald Balser als „Tell“ und Albin Skoda als „Gessler“), „Einen Jux will er sich machen“ (1957, mit Josef Meinrad und Inge Konradi), „Don Carlos“ (1960, mit Walter Reyer) und „Der Bauer als MillionĂ€r“ (1961, abermals mit Josef Meinrad) gebannt. Dennoch blieben die KinoauffĂŒhrungen spĂ€rlich besucht. Lediglich eine Generation von Schulkindern wurde damit zwangsbeglĂŒckt.

1982 thematisierte Elfriede Jelinek in ihrem StĂŒck Burgtheater die Zeit der NS-Diktatur in der Geschichte des Burgtheaters. Das StĂŒck wurde 1982 in Bonn uraufgefĂŒhrt sowie in Österreich im Grazer Theater am Bahnhof erstaufgefĂŒhrt und stieß auf kontroverse Kritiken, weil es ein negatives Bild der damaligen legendĂ€ren Ensemblemitglieder zeichnete, so von Paula Wessely und Attila Hörbiger, die in den Hauptfiguren klar erkennbar sind.

Thomas Bernhard beschĂ€ftigte sich in seinen Werken immer wieder mit dem Thema Burgtheater, etwa in seinem Roman HolzfĂ€llen (1984) – dort lĂ€sst er einen saturierten Burgschauspieler auftreten – oder Alte Meister (1985), wo einzelne, zwischen Bewunderung und Verachtung pendelnde Bemerkungen dem Burgtheater gelten. Er schrieb drei Dramolette, in denen Claus Peymann persönlich vorkommt, Claus Peymann verlĂ€sst Bochum und geht als Burgtheaterdirektor nach Wien, Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen und Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese, die 1990 erschienen.

Heute dient das Burgtheater oft als beliebte Kulisse fĂŒr Fernsehfilme. In der Krimikomödie Wiener Blut von Dirk Regel mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle wird ein Burgschauspieler (dargestellt von Markus Hering) ermordet. Die letzten zwanzig Minuten des österreichischen Kinderfilms Die drei PostrĂ€uber (Regie: Andreas Prochaska), der 1998 nach einem Buch von Christine Nöstlinger gedreht wurde, spielen auf der BĂŒhne und im Requisitenlager des Burgtheaters.

Das Burgtheater im Fernsehen

Die interessantesten Produktionen des Burgtheaters werden vom ORF aufgezeichnet und sind in dessen Programm, aber auch auf 3sat oder dem ZDFtheaterkanal zu sehen. Der Fernsehregisseur Peter Schönhofer macht statt bloßer Aufzeichnungen Theaterfilme der etwas anderen Art. Seine zwei bekanntesten sind die Verfilmungen von Don Carlos und von König Ottokars GlĂŒck und Ende. Die Dreharbeiten zu seinen Filmen dauern mehrere Tage und umfassen sowohl regulĂ€re AuffĂŒhrungen als auch Proben, bei denen die Kamerateams die Möglichkeit haben, Szenen direkt auf der BĂŒhne zu drehen. Der Theaterfilm wird somit aus mehreren Vorstellungen zusammengeschnitten und beinhaltet auch Nahaufnahmen und auf der BĂŒhne gefilmte Szenen, die bei herkömmlichen Live-Aufzeichnungen nicht machbar sind. Beim Berliner Theatertreffen 2005 wurde statt der AuffĂŒhrung von Don Carlos der Theaterfilm von Schönhofer gezeigt, da kein Berliner Theater die technischen Voraussetzungen, die vom Burgtheater fĂŒr die Inszenierung von Andrea Breth verlangt wurden, erfĂŒllen konnte. Einige Produktionen sind auch auf DVD erhĂ€ltlich, wenn das StĂŒck nicht mehr gespielt wird. Durch Dokumentarfilme kann der Fernsehzuschauer ab und zu Einblick hinter die Kulissen gewinnen, wie im Film der ORF-Moderatorin Erna Cuesta (2005), Das Wiener Burgtheater – Vor und hinter den Kulissen einer WeltbĂŒhne.

Publikationen

Das Burgtheater hat ein Magazin, das vorspiel, das fĂŒnfmal jĂ€hrlich erscheint. Es wird als Beilage der Tageszeitung Der Standard verbreitet, kann aber in den SpielstĂ€tten des Burgtheaters und in den grĂ¶ĂŸeren Theaterkassen gratis mitgenommen werden. Auf der Homepage findet man jedes vorspiel zum Herunterladen. Beim Deuticke Verlag erscheinen regelmĂ€ĂŸig BĂŒcher ĂŒber wichtige Regisseure, Schauspieler und das Theater als „edition burgtheater“. Bis jetzt sind insgesamt acht BĂ€nde erschienen.

UrauffĂŒhrungen am Burgtheater (Auswahl)

Bildergalerie

Literatur

  • Minna Alth: Unser Burgtheater. Jugend und Volk, Wien 1955.
  • Hermann Beil (Hrsg.): Weltkomödie Österreich. 13 Jahre Burgtheater. 1986–1999. 3 BĂ€nde. Zsolnay, Wien 1999, ISBN 3-552-04946-0
  • Helene Bettelheim-Gabillon: Im Zeichen des alten Burgtheaters. Wiener Literarische Anstalt, Wien 1921
  • Klaus Dermutz: Das Burgtheater 1955–2005, mit einem Essay von Klaus Bachler. Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2005, ISBN 3-552-06022-7
  • Franz Severin Berger, Christiane Holler: Das Burgtheater. Ein FĂŒhrer um und durch das Haus am Ring. LinkDachs-Verlag, Wien 2000, ISBN 3-85191-236-5
  • Margret Dietrich (Hrsg.): Das Burgtheater und sein Publikum. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1976.
  • Direktion des Burgtheaters (Hrsg.; Zusammenstellung: Josef Franz Ratislav): 175 Jahre Burgtheater 1776 bis 1951, fortgefĂŒhrt bis Sommer 1954. Tomanek, Wiener BĂŒcherwurm-Verlag, Wien 1955.
  • Elisabeth Großegger: Das Burgtheater und sein Publikum. 2 BĂ€nde. Verlag der ÖAW, Wien 1989, ISBN 3-7001-1616-0
  • Franz Hadamowsky: Die Wiener Hoftheater (Staatstheater) 1776 bis 1966. Verzeichnis der aufgefĂŒhrten StĂŒcke mit Bestandsnachweis und tĂ€glichem Spielplan, Teil 1, 1776–1810. Prachner, Wien 1966.
  • Ernst Hauesserman: Die Burg. Rundhorizont eines Welttheaters. Deutsch, Wien 1964.
  • Ernst Hauessermann: Das Wiener Burgtheater. Molden, Wien 1975, ISBN 3-217-00517-1
  • Fred Hennings: Zweimal Burgtheater. Wien 1955
  • Fred Hennings: Heimat Burgtheater, 1–3. Herold, Wien 1972–1974.
  • Claudia Kaufmann-Freßner: Das Burgtheater. Architektur, Geschichte und Geschichten. FOLIO VerlagsgesmbH, Wien 2005, ISBN 3-85256-328-3
  • Heinz Kindermann: Das Burgtheater. Erbe und Sendung eines Nationaltheaters. Luser, Wien und Leipzig 1939
  • Rudolf Lothar: Das Hof-Burgtheater 1848 bis 1898. SteyrermĂŒhl, Wien 1898.
  • Rudolph Lothar: Das Wiener Burgtheater, E. A. Seemann, Leipzig-Berlin-Wien 1899 (Online in der Google Buchsuche-USA)
  • Österreichischer Bundestheaterverband (Hrsg.): Burgtheater 1776–1976. AuffĂŒhrungen und Besetzungen von zweihundert Jahren. (Sammlung und Bearbeitung des Materials: Minna von Alth, Redaktion: Gertrude Obzyna, Korrektur und Registerarbeiten: Rudolf Holaubek) Ueberreuter, Wien o. J. (möglicherweise 1978 erschienen)
  • Robert Pyrah: The Burgtheater and Austrian Identity, Legenda, Oxford 2007, ISBN 1-904350-67-4
  • Otto Rub (Hrsg.): Das Burgtheater. Statistischer RĂŒckblick 1776–1913. Knepler, Wien 1913.
  • Friedrich Schreyvogl: Das Burgtheater. F. Speidel, Wien 1965.
  • Konrad Schrögendorfer: Schicksal Burgtheater. Alfred Freiherr von Berger und der Aufbruch der Moderne. Stiassny, Graz 1966.
  • Eduard Wlassack: Chronik des k. k. Hof-Burgtheaters. L. Rosner, Wien 1876.
  • Gustav Zechmeister: Die Wiener Theater nĂ€chst der Burg und nĂ€chst dem KĂ€rntnerthor von 1747 bis 1776. Dissertation, Wien 1969.

Weblinks

 Commons: Altes Burgtheater â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Burgtheater â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ burgtheater.at - Das Burgtheater
  2. ↑ vgl. dazu: Klaus Dermutz: Das Burgtheater 1955–2005, mit einem Essay von Klaus Bachler. Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2005, S. 135ff
  3. ↑ dazu ebda S. 153f
  4. ↑ Kurt Stimmer: 1. Mai 1945: In vier Theatern beginnt das neue Leben Wiens, in: Wien.at aktuell, Mitarbeiterzeitschrift der Stadt Wien, Hrsg. Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien, Juli 2010, S. 24
  5. ↑ sueddeutsche.de: Unfall auf der BĂŒhne, Stand: 10. Dezember 2008
  6. ↑ vgl. dazu Technische Daten der BurgtheaterbĂŒhne (PDF) Waagner-Biro
  7. ↑ vgl. dazu Binnen 28 Sekunden fĂ€llt der eiserne Vorgang, von Ulrike Spann in Vorspiel 2007/Nr.38 Seite 24
  8. ↑ vgl. dazu Binnen 28 Sekunden fĂ€llt der eiserne Vorgang, von Ulrike Spann in Vorspiel 2007/Nr.38 S. 111
  9. ↑ Theater: Wien und sein Ifflandring. In: Die Zeit, Nr. 11/1996, ĂŒber das BegrĂ€bnis von Josef Meinrad.
  10. ↑ siehe Georg Markus: Die Hörbigers, Amalthea Signum, Wien 2006 S. 306
  11. ↑ siehe Georg Markus: Die Hörbigers, Amalthea Signum, Wien 2006 S. 238
  12. ↑ vgl. Gratis ins Burgtheater, Meldung auf der ORF-Seite
  13. ↑ vgl. Euro 2008: Wenig Begeisterung im Burgtheater ĂŒber Fan-Meile, Der Standard, 9. Februar 2007 und Torschusspanik in der Wiener Burg Der Standard, 15. Februar 2007
  14. ↑ vgl. dazu Vorspiel, Magazin des Burgtheaters, 2005/29, S. 10
  15. ↑ Draussen kracht die Welt. In: NZZ, 19. September 2005, ĂŒber die Mitarbeiter des Burgtheaters
  16. ↑ Die Bilder der neuen PortrĂ€tgalerie
  17. ↑ Bericht ĂŒber Gastspiele bis 2007
  18. ↑ vgl. dazu: Klaus Dermutz: Das Burgtheater 1955–2005, mit einem Essay von Klaus Bachler. Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2005, S. 113ff
48.21027777777816.360833333333

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  • Burgtheater — BuÌŁrg|the|a|ter (österreichisches Nationaltheater in Wien) 
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  • Burgtheater Dinslaken — Burgtheater Das Burgtheater Dinslaken ist eine 1934 direkt neben der mittelalterlichen Burg unweit der Innenstadt erbaute FreilichtbĂŒhne in Dinslaken. Die TribĂŒne fasst etwa 1.800 Besucher und ist im Halbkreis um die tieferliegende… 
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