Bahnstrecke Ostrava-Svinov–Klimkovice

Ostrava-Svinov–Klimkovice[1]
Strecke der Bahnstrecke Ostrava-Svinov–Klimkovice
Kursbuchstrecke: -
Streckenlänge: 7,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Petrovice u Karvine (vorm. KFNB)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Opava východ (vorm. KFNB)
Bahnhof, Station
0,0 Ostrava-Svinov
   
nach Breclav (vorm. KFNB)
   
nach Kyjovice-Budišovice (vorm. SLB)
   
Svinov obec
   
Horní Polanka
   
7,4 Klimkovice

Die Bahnstrecke Ostrava-Svinov–Klimkovice war eine zuletzt als Überlandstraßenbahn betriebene Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich als Lokalbahn Schönbrunn-Witkowitz–Königsberg von der Stadt Klimkovice (Königsberg in Schlesien) errichtet worden war. Sie verlief vom heutigen Bahnhof Ostrava-Svinov (früher: Svinov-Vítkovice / Schönbrunn-Witkowitz) nach Klimkovice. Die Strecke gehörte zu den wenigen privaten Lokalbahnen Altösterreichs, die gänzlich ohne staatliche Zuschüsse und Garantien erbaut und betrieben wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eigentümer der Bahnstrecke war die Gemeinde Klimkovice, die den Bau der Strecke auf eigene Rechnung durch die Baufirma Ing. Samohrd ausführen ließ. Eröffnet wurde sie am 8. Dezember 1912. Den Betrieb führten die k.k. Staatsbahnen (kkStB) für Rechnung des Eigentümers aus. Nach dem ersten Weltkrieg traten an deren Stelle die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD).

Der Fahrplan von 1913 verzeichnete insgesamt sechs gemischte Zugpaare, die für die Gesamtstrecke etwa 25 bis 30 Minuten benötigten. In jenem Jahr wurden insgesamt 222.448 Fahrgäste gezählt. Während der gesamten Betriebszeit dominierte der Personenverkehr, der Güterverkehr war von untergeordneter Bedeutung.

Der ehemalige Lokalbahnhof (im Hintergrund) in Ostrava-Svinov (2010)

Im Jahr 1926 verkaufte die Stadt Klimkovice die Strecke für 2,5 Mio Kronen an die Společnost moravských místních drah (SMMD; deutsch: Mährische Lokaleisenbahn-Gesellschaft). Die SMMD elektrifizierte die Strecke und baute sie für Straßenbahnbetrieb um. Am 16. Mai 1926 begann der Straßenbahnbetrieb im 40-Minuten-Intervall. Damit endete der klassische Eisenbahnbetrieb auf der Lokalbahn.

Ab 1. Oktober 1939 lag die Strecke infolge der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland zur Gänze auf deutschem Staatsgebiet. Im Reichskursbuch war die Strecke als KBS 151r Schönbrunn (Oder)–Königsberg (Oder) enthalten. Der Fahrplan von 1944 verzeichnete insgesamt 23 Fahrten. Die Fahrzeit betrug 22 Minuten in beiden Richtungen.[2]

Ab 1949 firmierte die SMMD als Dopravní podniky města Ostravy (Verkehrsbetriebe der Stadt Ostrava). Diese gab den Betrieb der Straßenbahn 1977 zugunsten einer Autobuslinie auf. Heute ist die Strecke abgebaut.

Fahrzeugeinsatz

Die KNFB beschaffte auf Rechnung der Lokalbahn zwei dreifach gekuppelte Tenderlokomotiven von der Lokomotivfabrik der StEG in Wien, mit denen der Betrieb bis zur Elektrifizierung im Jahr 1926 abgewickelt wurde. Die kkStB gaben den beiden Lokomotiven später die Nummern 493.01 und 493.02. Bei den ČSD erhielten sie 1925 noch die neuen Nummern 300.301 und 300.302.[3][4]

Siehe auch

Literatur

  • Miroslav Jelen: Zrušené železniční tratě v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Dokořán 2009, ISBN 978-80-7363-129-1

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006-2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Deutsches Kursbuch, Jahresfahrplan 1944/45 - gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres
  3. Verzeichnis der Lokomotiven, Tender, Wasserwagen und Triebwagen der k.k. österreichischen Staatsbahnen und der vom Staate betriebenen Privatbahnen nach dem Stande vom 30. Juni 1917. Verlag der k.k. österreichischen Staatsbahnen, Wien 1918.
  4. Jindřich Bek, Zdeněk Bek: Encyklopedie železnice - Parní lokomotivy [1]. Nakladatelství corona, Praha, 1999 ISBN 80-86116-13-1, S. 52

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