Caligula

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Caligula

Gaius Caesar Augustus Germanicus (* 31. August 12 in Antium als Gaius Iulius Caesar; ‚Ć 24. Januar 41 in Rom), postum bekannt als Caligula, war von 37 bis 41 r√∂mischer Kaiser. Caligulas Jugend war von den Intrigen des ehrgeizigen Seianus gepr√§gt. Nach hoffnungsvollem Regierungsbeginn, der durch pers√∂nliche Schicksalsschl√§ge getr√ľbt wurde, √ľbte der Kaiser seine Herrschaft zunehmend als autokratischer Monarch aus und lie√ü in Hochverratsprozessen zahlreiche Senatoren in willk√ľrlicher Aussch√∂pfung seiner Amtsgewalt zum Tode verurteilen. Seine Gewaltherrschaft endete mit seiner Ermordung durch die Pr√§torianergarde und Einzelma√ünahmen zur Vernichtung des Andenkens an den Kaiser.

Da die antiken Quellen Caligula praktisch einhellig als wahnsinnigen Gewaltherrscher beschreiben und sich zahlreiche Skandalgeschichten um die Person des Kaisers ranken, ist er wie kaum eine zweite Herrscherpers√∂nlichkeit der Antike zum Gegenstand belletristischer und popul√§rwissenschaftlicher Bearbeitungen geworden. Einige Beitr√§ge der j√ľngeren Forschung diskutieren allerdings alternative Ansichten und gelangen so zu einer differenzierteren Darstellung.

Inhaltsverzeichnis

Anfänge

Herkunft

Germanicus: Feldherr des Tiberius und Vater des Caligula

Geboren als Sohn des Germanicus und Agrippina der √Ąlteren mit dem Namen Gaius Iulius Caesar, war Caligula durch die Mutter Urenkel von Kaiser Augustus, durch den Vater Urenkel von Augustus‚Äô Frau Livia (siehe Julisch-claudische Dynastie). Der Name Caligula (lateinisch: ‚ÄěSoldatenstiefelchen‚Äú, Diminutiv zu caliga) ist von den genagelten Soldatenstiefeln der Legion√§re abgeleitet, den caligae, welche die Rheinlegionen f√ľr den mitreisenden Sohn ihres Oberbefehlshabers Germanicus anfertigen lie√üen, und war zu Lebzeiten ungebr√§uchlich. Sein vollst√§ndiger Titel zum Zeitpunkt seines Todes war Gaius Caesar Augustus Germanicus, Pontifex maximus, Tribunicia potestate IV, Consul IV, Imperator, Pater patriae.

Jugend

Schon als Kleinkind begleitete Caligula seine Eltern 14 bis 16 n. Chr. nach Germanien, wo er zum Liebling der Truppen wurde, und anschlie√üend in den Orient. Als er sieben Jahre alt war, im Jahr 19, verstarb sein Vater Germanicus w√§hrend dieser Orientreise, wobei dessen Konkurrent Gnaeus Calpurnius Piso angeklagt wurde, ihn vergiftet zu haben. Seine Mutter kehrte mit ihm nach Rom zur√ľck. Der Hof des Tiberius war zu dieser Zeit von der intriganten Politik des m√§chtigen Pr√§torianerpr√§fekten Seianus gepr√§gt, der den Plan fasste, durch systematische Ausschaltung der nat√ľrlichen Erben des Tiberius seine eigene Nachfolge durchzusetzen. Diesem Plan kam der Tod des Drusus im Jahre 23, den Seianus‚Äô Frau sp√§ter als geplanten Giftmord ihres Gatten darstellte, sehr gelegen. Seianus denunzierte Caligulas Mutter, Agrippina die √Ąltere, bei Tiberius mit Verschw√∂rungsvorw√ľrfen, woraufhin Agrippina und Caligulas √§ltester Bruder Nero Caesar im Jahre 29 in die Verbannung gehen mussten, w√§hrend derer beide in den Tod gedr√§ngt wurden. Nur ein Jahr sp√§ter wurde unter √§hnlichen Umst√§nden der zweit√§lteste Bruder, Drusus Caesar, in den Kerker geworfen, wo er durch Nahrungsentzug get√∂tet wurde. Damit war Caligula der einzige √ľberlebende Thronfolger.

caliga

Das Sorgerecht f√ľr den jungen Caligula war bereits im Jahr 27 an Livia, die Mutter des Tiberius und Witwe des Augustus, √ľbergegangen. Nach ihrem Tod wurde Caligula der Obhut seiner Gro√ümutter Antonia √ľbergeben. Wohl um ihn als einzig verbliebenen m√§nnlichen Erben des Tiberius vor Mordversuchen zu sch√ľtzen, wuchs der jugendliche Caligula isoliert im Umfeld seiner drei Schwestern Agrippina, Drusilla und Iulia Livilla auf, unter denen er eine besondere Zuneigung zu Drusilla entwickelte. Dass Tiberius an seiner Regierungsf√§higkeit zweifelte und ihn deshalb vom politischen Leben ausschloss, ist vermutlich eine sp√§tere Konstruktion, da die Quellen sonst von der allgemeinen Beliebtheit des jungen Caligula berichten: Vorsicht und Intelligenz h√§tten den sp√§teren Kaiser die Zeit bis zur Hinrichtung des Seianus im Jahre 31 √ľberleben lassen, allerdings in sp√§teren Jahren eine st√§ndige Angst vor vermeintlichen oder realen Verschw√∂rungen mitverursacht. Vermutlich von dem engen Umgang Caligulas mit seinen Schwestern motiviert, der sp√§ter zur propagandistischen Erh√∂hung der Frauen f√ľhrte, wird vom Inzest der Geschwister berichtet. Aus dynastischen Gr√ľnden ‚Äď Kindszeugungen in engen Verwandtenverh√§ltnissen waren in der Kaiserfamilie nicht ungew√∂hnlich ‚Äď kann ein Inzest allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Tiberius rief Caligula noch im Jahr 31 an seinen Alterssitz auf Capri. Dort gelang es dem jungen Mann, das Vertrauen des amtierenden Kaisers zu gewinnen. Sueton berichtet, dass dieses Vertrauensverh√§ltnis auf dem gemeinsamen Interesse an Folterungen und sexuellen Ausschweifungen beruhte. Es d√ľrfte sich hierbei jedoch um einen zumindest tendenzi√∂sen Passus des anekdotenreichen Biographen handeln, der √§hnliche Berichte auch anderen Kaisern zuschreibt, ebenso bei dem √ľberlieferten Ger√ľcht, Caligula habe den kranken Tiberius mit einem Kissen erstickt: Besonders bei Todesf√§llen von Herrschern kamen h√§ufig unbest√§tigte Ger√ľchte auf.[1]

‚ÄěDer Kaiser‚Äú

Regierungsantritt

Statue des Tiberius auf Capri

Mit dem Tod des Tiberius am 16. M√§rz 37 war die Nachfolge Caligulas weit sicherer als noch bei den mehrfach wechselnden Nachfolgekandidaten unter Augustus. Zwar hatte Tiberius in seinem Testament seinen leiblichen Enkel, Caligulas Cousin Tiberius Gemellus, zum Miterben eingesetzt, der Senat erkl√§rte es aber auf Initiative des Pr√§torianerpr√§fekten und Nachfolgers des Seianus, Macro, f√ľr ung√ľltig. Die von Augustus geschaffene Pr√§torianergarde mit ihrem Pr√§fekten hatte traditionell ein enges Verh√§ltnis zum Kaiser und mag daher gehofft haben, den jungen Caligula als Marionette zu gebrauchen. Jedenfalls lie√ü sie ihn am 18. M√§rz zum Kaiser ausrufen. Nach feierlichem Einzug in Rom √ľbertrug der Senat am 28. M√§rz beinahe s√§mtliche Amtsfunktionen und Privilegien, die Augustus und Tiberius √ľber die Zeit auf sich vereinigt hatten, an Caligula. Der √ľbergangene Tiberius Gemellus wurde zun√§chst mit der Adoption durch Caligula entsch√§digt, die ihm Hoffnung auf Teilhabe an der Herrschaft sowie eine sp√§tere Nachfolge machen konnte.

Nach den unruhigen letzten Regierungsjahren des Tiberius, die durch den Putschversuch des Seianus und die anschließenden Prozesse geprägt waren, wurden mit Caligulas Herrschaftsantritt große Hoffnungen verbunden, unter anderem wegen der Popularität seines Vaters Germanicus, der als Wunschnachfolger des Augustus gegolten hatte.

Die ersten zwei Jahre (37‚Äď38 n. Chr.)

Portr√§tb√ľste aus Marmor mit Farbresten. Daneben eine Gipsreplik mit dem Versuch, die antike Polychromie zu rekonstruieren. Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen

In den ersten Monaten seiner Regentschaft machte sich Caligula bei den herrschaftstragenden Gruppen beliebt: Er beschloss Steuersenkungen, setzte die unter Tiberius ausufernden Hochverratsprozesse aus und gew√§hrte den bereits mit der Verbannung bestraften Senatoren die R√ľckkehr. Auch mit der Ausweisung einer Gruppe von Lustknaben distanzierte er sich von Tiberius, der deren Dienste in Anspruch genommen haben soll. Der Pr√§torianergarde lie√ü er erstmalig bei Regierungsantritt ein Geldgeschenk zukommen und erkaufte sich damit die Gunst dieser als kaiserliche Leibgarde dienenden Elitetruppe. Der Tempel des verg√∂ttlichten Augustus wurde symboltr√§chtig zu Beginn seiner Herrschaft eingeweiht, um Abstammung und Verbundenheit zum ersten Kaiser zum Ausdruck zu bringen. Diese Ma√ünahmen brachten Caligula allerdings an den Rand des Ruins. Kostspielig waren auch die von Caligula veranstalteten aufw√§ndigen Wagenrennen, Tierhetzen und Gladiatorenk√§mpfe, die w√§hrend seiner Regierungszeit grausamer wurden und dabei dem Geschmack der Zeit entgegenkamen: Blutige Gladiatorenk√§mpfe wurden in der Antike, soweit bekannt, zumindest nicht nachhaltig kritisiert.[2] Viele Grausamkeiten des Kaisers sind im Zusammenhang mit Spielen oder √∂ffentlichen Spektakeln √ľberliefert.

M√∂glicherweise aus √úberanstrengung erlitt Caligula nach 6 Monaten Herrschaft einen Nervenzusammenbruch mit anschlie√üender schwerer Krankheit, deren antike Beschreibungen auf eine Enzephalitis (‚ÄěGehirnentz√ľndung‚Äú) schlie√üen lassen k√∂nnten. Sueton berichtet dar√ľber mit den Worten: Bis hierhin vom Kaiser, jetzt muss √ľber das Scheusal berichtet werden.[3] Dieser Periodisierung liegt ein g√§ngiges Erz√§hlmuster der antiken Biographie zugrunde, die das Leben eines Menschen m√∂glichst in Kategorien aufzuteilen bestrebt war. Tats√§chlich begannen in der Zeit nach Caligulas Genesung die ersten Hochverratsprozesse: Der Kaiser lie√ü seinen ehemaligen Miterben und Adoptivsohn Tiberius Gemellus, seinen Schwiegervater Silanus, den Vater seiner ersten, bereits 36 oder 37 im Kindbett verstorbenen Frau Iunia Claudilla, und den einflussreichen Pr√§torianerpr√§fekten Macro unter dem Vorwurf einer Verschw√∂rung verhaften und zum Selbstmord zwingen. Caligula hatte damit seine Herrschaft abgesichert und gegen Einflussnahme gesch√ľtzt.

Außenpolitik

Ptolemaios von Mauretania

Caligulas kurze Regierungszeit sah nur vergleichsweise kleine milit√§rische Unternehmungen, deren Chronologie weitgehend unklar ist. Im Herbst 39 √ľberschritt er mit einem Heer die Alpen, um in der Tradition seiner Vorfahren die als noch nicht abgeschlossen angesehene Expansion in Germanien und Britannien fortzuf√ľhren. Seine Ambitionen in Germanien waren indes nicht von Erfolg gekr√∂nt: Weder konnte der Kaiser nach Abzug der Truppen signifikante territoriale Gewinne verzeichnen noch erhielten die provisorischen Milit√§rterritorien des ober- und niedergermanischen Heeres vor 85 n. Chr. den Status einer Provinz mit der hierzu notwendigen Infrastruktur. Im Zusammenhang mit dem Britannienfeldzug berichten die Quellen ausschlie√ülich von gro√üenteils grotesk anmutenden Aktionen des Kaisers. So lie√ü er Seemuscheln an den Str√§nden des √Ąrmelkanals sammeln, die als exotische Beutest√ľcke den Erfolg der Operation suggerieren sollten. Pl√§ne zu einem aufwendigen Triumph, bei dem eigens angeworbene gallische Gladiatoren mit rot gef√§rbten Haaren als germanische Kriegsgefangene aufgef√ľhrt werden sollten, wurden in diesem Umfang nicht verwirklicht. Die M√ľnzpr√§gung des Caligula betont indes die milit√§rische Gr√∂√üe des Kaisers und steht damit im Widerspruch zur literarischen √úberlieferung.[4]

Au√üerhalb milit√§rischer F√ľhrungsstellen war Caligulas Politik erfolgreicher. Es gelang ihm 37, den im Umkreis der kaiserlichen Familie aufgewachsenen, romfreundlichen Herodes Agrippa I. als K√∂nig von Jud√§a einzusetzen und sein Herrschaftsgebiet zwei Jahre sp√§ter zu erweitern. Au√üerdem lie√ü Caligula unter unbekannten Umst√§nden im Jahre 40 Ptolemaios, den K√∂nig von Mauretania, zun√§chst nach Rom einladen, anschlie√üend ermorden und sein Gebiet annektieren. Die Quellen berichten von Neidgef√ľhlen des Caligula, welche der eindrucksvolle Auftritt des K√∂nigs im Amphitheater ausl√∂ste. Politische Motive f√ľr die Ermordung, die ja zur Expansion des Reiches beitrug, sind jedoch anzunehmen.

Kunstraub

Porta Maggiore mit Aquädukt des Claudius, das von Caligula begonnen wurde

Caligula ist auch als Liebhaber und R√§uber nichtitalischer Kunstsch√§tze, bevorzugt aus dem opulenten Bestand griechischer Tempel, in die Geschichte eingegangen. So wollte er die Zeus-Statue des Phidias, ein Weltwunder der Antike, nach Rom bringen lassen. Seit Fortschreiten der Expansion und administrativer Einteilung des Reiches in Provinzen war Kunstraub durch Statthalter und Verwaltungsbeamte keine Seltenheit, was sich in den zahlreichen Belegen diesbez√ľglicher Anklagen spiegelt, die vermutlich bei weitem nicht das tats√§chliche Ausma√ü zum Ausdruck bringen.[5] Da Caligula sich nur kurzfristig im Osten des Reiches aufhielt, mag die Initiative zum Kunstraub im Einzelfall eher beim verantwortlichen Statthalter als beim Kaiser gelegen haben. Caligula wird diese Missst√§nde zumindest nicht unterbunden haben, da es gerade in seinem Interesse lag, seine Herrschaft mit hellenistischen Symbolen auszuschm√ľcken. Als Augenzeuge berichtet Philon von Alexandria √ľber die luxuri√∂se Ausstattung der Privatgem√§cher des Kaisers mit Kunstwerken aus aller Welt.

Bautätigkeiten

Caligulas freiz√ľgiger Umgang mit Geld schlug sich in bisweilen spektakul√§ren Bauvorhaben nieder: Arch√§ologisch nachweisbar sind ein Leuchtturm bei Boulogne in Nordfrankreich, der Wiederaufbau des Palastes des Polykrates in Samos, der Baubeginn zweier stadtr√∂mischer Aqu√§dukte, Reparaturen an der Stadtmauer und von Tempeln in Syrakus sowie eines Bades in Bologna. Literarische Belege existieren f√ľr ehrgeizige Projekte zum Bau eines Kanals √ľber den Isthmus von Korinth, von Stra√üenverbindungen √ľber die Alpen, den Ausbau des Hafens von Rhegium sowie der zwei sogenannten Nemi-Schiffe, zweier riesiger Schiffe, die sowohl kultischen Zwecken als auch zum Privatgebrauch des Kaisers dienten. Die Schiffe waren mit zwei im Lago di Nemi bereits 1446 entdeckten und 1929‚Äď31 von Arch√§ologen geborgenen Schiffwracks aufgrund eindeutiger Inschriften identifiziert worden. 1944 wurden sie allerdings bei einem Brand im eigens f√ľr sie gebauten Museum zerst√∂rt.

In Rom wurde an den Abh√§ngen des Vatikanh√ľgels ein Circus errichtet, das Theater des Pompeius renoviert, ein aufwendiges Amphitheater aus Holzbalken aufgestellt, das Staatsgef√§ngnis (Carcer Tullianus), das der Hinrichtung politischer Gegner diente, ausgebaut, sowie die Privatgem√§cher und Lustg√§rten des Kaisers luxuri√∂s ausgestaltet (die sogenannten G√§rten der Kaisermutter). Als besonders spektakul√§r und Zeichen der Eitelkeit des Kaisers wird eine mehr als f√ľnf Kilometer lange Schiffsbr√ľcke √ľber die Bucht von Neapel zwischen Puteoli und Baiae beschrieben.[6] Arch√§ologische √úberreste von Bauten an der Residenz des Caligula wurden 2003 auf dem Gel√§nde des Forum Romanum gefunden.

Ehen

Ein Schicksalsschlag traf den Kaiser am 10. Juni 38 mit dem Tod seiner Lieblingsschwester Drusilla, f√ľr die er Ehrungen beschloss, die in Rom nur bei m√§nnlichen Herrscherpers√∂nlichkeiten √ľblich waren. Bald nach dem Todesfall heiratete Caligula die vornehme R√∂merin Livia Orestilla; ihre Eheschlie√üung mit Gaius Calpurnius Piso lie√ü Caligula noch w√§hrend der Zeremonie wieder annullieren, nur um sie am selben Tag selbst zu heiraten. Bereits wenige Tage sp√§ter erfolgte die Scheidung. Sp√§ter schickte er Livia ins Exil, weil er sie verd√§chtigte, die Beziehung zu Piso wieder aufgenommen zu haben.[7] Seine dritte Ehefrau war Lollia Paulina, die ebenfalls bereits verheiratet war (mit Publius Memmius Regulus) und von der er sich auch nach kurzer Zeit wieder trennte. In vierter Ehe war Caligula mit Milonia Caesonia verheiratet, mit der er Ende 39 oder Anfang 40 eine Aff√§re begonnen haben soll. Da diese in einem moralisch fragw√ľrdigen Ruf stand, soll die r√∂mische √Ėffentlichkeit von der Eheschlie√üung nicht sehr angetan gewesen sein.[8] Nur einen Monat nach der Hochzeit - laut Sueton sogar am Tag der Verm√§hlung[9] - gebar Milonia eine Tochter, die ihren Namen Iulia Drusilla nach Caligulas verstorbener Schwester erhielt.

‚ÄěDas Scheusal‚Äú

Nach nur vier Jahren der Herrschaft fand Caligula den Tod durch die Hand der Pr√§torianergarde. Initiator war ihr Offizier Cassius Chaerea, wobei die Verschw√∂rung von einem Teil des Senatorenstandes und anderen einflussreichen Pers√∂nlichkeiten am Kaiserhof mitorganisiert wurde. Antike Todesdarstellungen sind √ľblicherweise stark stilisiert: Laut den antiken Berichten erfolgte das Attentat im unterirdischen Korridor eines Theaters, wobei Caligula nach der Art einer rituellen Opferung abgeschlachtet wurde, um so den Personenkult des Caligula in einer symbolischen Rollenumkehrung zu vergelten.[10]

Caligulas Ermordung erfolgte, nachdem er den Senat durch demonstrative Aussch√∂pfung der verfassungsrechtlichen M√∂glichkeiten des Prinzipats br√ľskiert hatte. √úber die Gr√ľnde und den genauen Ablauf der Verschw√∂rung gibt Flavius Josephus den ausf√ľhrlichsten Bericht, √ľber die Chronologie der vorausgegangenen Vorg√§nge l√§sst sich allerdings wenig Sicheres sagen, da die Darstellung des Sueton f√ľr diese Zeit ungeordnet, diejenige des Cassius Dio teilweise verloren und in den erhaltenen Teilen nicht widerspruchslos ist. Laut dessen Zeugnis begann Caligulas radikaler Regierungswechsel mit einer im Laufe des Jahres 39 vor dem Senat gehaltenen Rede. Die w√∂rtliche Wiedergabe dieser Rede ist h√∂chstwahrscheinlich eine unhistorische Ausgestaltung des Geschichtsschreibers, doch liegt ein in diesem Jahr erfolgter Umbruch auch durch andere Quellenaussagen nahe.[11]

Gewalt

Aureus des Caligula, auf der R√ľckseite Caligulas Vater Germanicus

Hauptgrund der Verschw√∂rung war Caligulas ausufernde Anwendung von Gewalt, vor allem gegen Senatoren: Der Kaiser lie√ü die Hochverratsprozesse, die nach dem Tod des Tiberius vor√ľbergehend ausgesetzt wurden, etwa gegen Mitte der Regierungszeit in gro√üem Umfang wieder aufnehmen. Mindestens 36 F√§lle teils grausamer Hinrichtungen oder anderer schwerer Bestrafungen wie der Verbannung sind literarisch unter Angabe des Namens belegt, wobei es sich bei diesen Opfern in der Regel um Angeh√∂rige der Oberschicht, teilweise auch um Soldaten oder B√ľhnendarsteller handelte.[12] In einigen F√§llen lie√ü Caligula Senatoren foltern, die rechtlich grunds√§tzlich vor der Folter immun waren. Hierzu boten allerdings die Hochverratsgesetze einen gewissen rechtlichen Spielraum. Sueton erw√§hnt die Ermordung von Verbannten, ohne allerdings konkrete F√§lle anzuf√ľhren.[13] Caligula mag durch seine Jugenderfahrungen ein √ľbertriebenes Bedrohungspotenzial wahrgenommen haben. Durch die anf√§nglichen Prozesse wuchs auch die tats√§chliche Gefahr eines Mordanschlages.

Dem Kaiser wird daher das Motto oderint, dum metuant[14] zugeschrieben, das auf ein Zitat einer Trag√∂die des Lucius Accius zur√ľckgeht. Hierin spiegelt sich der politische Stil der autokratischen Herrschaft, die Widerstand durch Gewalt bek√§mpft, anstatt durch Konsensbildung oder zumindest deren demonstrative Zurschaustellung ein derartiges Risiko zu verringern sucht. In √§hnlicher Weise soll Caligula ge√§u√üert haben: ‚ÄěH√§tte das Volk von Rom doch nur einen einzigen Nacken! [‚Ķ damit ich es mit einem Mal erw√ľrgen kann]‚Äú.[15] W√∂rtliche Zitate in der antiken Literatur sind allerdings in ihrer Historizit√§t fragw√ľrdig; sie dienten dazu, den Charakter einer Person pointiert zum Ausdruck zu bringen.[16]

Hinrichtungen von Senatoren werden beinahe ausnahmslos als Willk√ľrakte des Kaisers beschrieben, der entweder aus sadistischer Mordlust oder in Reaktion auf geringf√ľgige Vergehen (wie Kritik an der Kleidung des Kaisers) handelte. Das gleiche gilt f√ľr grausame T√∂tungen, besonders im Umfeld des nichtaristokratischen Kaiserhofs, bei denen der Kaiser seinen Anspruch auf totale Ermessensfreiheit zynisch zum Ausdruck brachte. Abweichend davon l√§sst sich aus der allgemeinen Regierungsrichtung vermuten, dass es Caligula letztlich mehr oder weniger um eine systematische Entmachtung des Senats ging, indem er einige Senatoren beseitigen lie√ü und die √ľbrigen einsch√ľchterte. F√ľr diese Annahme sprechen Auff√§lligkeiten seiner Regierung, die im Folgenden diskutiert werden.

Es finden sich au√üerdem √ľberlieferte Berichte von Zwangsprostitution und Vergewaltigungen seitens des Kaisers, denen Angeh√∂rige der Oberschicht zum Opfer fielen. In der Forschung werden jedoch einige Berichte √ľber Caligula (und andere Kaiser) in ihrer Historizit√§t angezweifelt und dem Bereich der Tyrannentopik zugewiesen, da sich auch bei anderen negativ bewerteten Herrschern der r√∂mischen und vorr√∂mischen Antike vergleichbare Berichte in auff√§lliger Weise wiederholen. Unbest√§tigte Ger√ľchte sowie literarische Bearbeitungen, z. B. im Rahmen von Trag√∂dien, oder Bezugnahmen auf typologisch vergleichbare Herrscherpers√∂nlichkeiten finden oft als historische Berichte Eingang in die Literatur. So geben einige Geschichtsschreiber in methodischen Abschnitten dar√ľber Auskunft, dass fiktionale Elemente zur nachdr√ľcklichen Charakterisierung einer Person legitim seien. Nur selten l√§sst sich allerdings mit letzter Sicherheit entscheiden, was zu diesem Bereich zu z√§hlen ist, so dass sich gerade im Falle Caligulas eine Reihe historischer Probleme ergeben.[17]

Caligula und der Senat

Durch demonstrative Gesten der Dem√ľtigung, die oft an Hofzeremonielle orientalischer Despoten erinnern, zielte Caligula auf eine politische Ausschaltung des hohen Standes. Bei der √Ąmtervergabe √ľberging der Kaiser gezielt unerw√ľnschte Bewerber und machte sich auch dadurch unbeliebt. Die Quellen berichten unter den zahllosen Extravaganzen des Kaisers, dass er sein Lieblingspferd Incitatus mit dem Konsulat bestallen wollte. Sollte Caligula sich tats√§chlich in dieser Richtung ge√§u√üert haben, so wohl mit der Absicht, dem Senat seine alleinige Entscheidungsgewalt und seine Allmacht, auch √ľber die Senatsaristokratie, zu demonstrieren.

Caligula lie√ü sich auf M√ľnzen zusammen mit seinen Schwestern darstellen.

Caligula stand einem orientalischen Herrschaftsverst√§ndnis nahe, was eine demonstrativ extravagante Lebensweise sowie die Verehrung im Staatskult schon zu Lebzeiten, nicht erst nach dem Ableben, mit einschloss (obwohl sich im Westen des Reiches heute keine Belege in Form von Tempelanlagen, Inschriften oder M√ľnzen finden, die Caligula eindeutig in Zusammenhang mit einer pers√∂nlichen Verehrung bringen;[18] siehe auch C√§saropapismus). Die √∂ffentliche Darstellung seiner Verbundenheit zu seinen Schwestern und besonders zu Drusilla k√∂nnte von √§gyptischen Geschwisterherrschaften inspiriert sein. Ein solcher Herrschaftsstil, dem sich etwa auch Gaius Iulius Caesar und besonders Marcus Antonius verbunden f√ľhlten, war der r√∂mischen Oberschicht von jeher suspekt. Der Kaiser brachte dieses Herrschaftsverst√§ndnis durch Ersetzung von G√∂tterbildern mit dem eigenen Portr√§t oder dem von Verwandten zum Ausdruck sowie durch hellenistischen Kleidungsstil. Soweit Gr√ľnde f√ľr Hinrichtungen genannt sind, stehen diese zumeist mit einer Kritik an dieser Herrschaftsauffassung in Zusammenhang. Auch sind Tendenzen einer Alexander-Imitatio erkennbar.

Wie im Falle des Antonius berichten die Quellen von den Pl√§nen des Kaisers, die Hauptstadt des Reiches von Rom nach Alexandria zu verlegen, was einer endg√ľltigen Entmachtung des Senats gleichgekommen w√§re. Darin m√∂gen sich √úberlegungen zu einer radikalen Reichsreform spiegeln, basierend auf der Erkenntnis, dass sich ein Imperium von der Gr√∂√üe des r√∂mischen Reiches nicht mehr mit dem Personalbestand einer mittelitalienischen Stadt verwalten lie√ü, sondern nur mit Hilfe einer entwickelten B√ľrokratie und Hierarchie wie im hellenistisch-ptolem√§ischen √Ągypten. Caligula mag gehofft haben, unter √úbergehung des Senatorenstandes seine Regierung zunehmend auf Teile des Ritterstandes zu st√ľtzen, der einerseits durch Degradierungen, andererseits durch die F√∂rderung loyaler Mitglieder personell umstrukturiert und dem Kaiser botm√§√üig gemacht werden sollte.

Gruppen außerhalb der Oberschicht

Hauptstädtische Massenveranstaltungen wie hier im Marcellustheater dienten oft der Kommunikation zwischen Kaiser und Volk.

Die Gewaltherrschaft des Caligula erstreckte sich in erster Linie auf den Senat, der ihn deshalb hasste. Da nach Caligulas Tod Reaktionen gegen die Attent√§ter weitgehend ausblieben, scheint der Kaiser allerdings auch bei anderen herrschaftslegitimierenden Gruppen, wie dem Heer oder der stadtr√∂mischen B√ľrgerschaft, trotz der Freigebigkeit seiner ersten Regierungsmonate teilweise unbeliebt geworden zu sein. Mitunter drastische Steuererh√∂hungen infolge der erh√∂hten Ausgaben k√∂nnten hierf√ľr ein Grund gewesen sein. Caligula hat dabei auch ungew√∂hnliche Ma√ünahmen getroffen, wie die √∂ffentliche F√∂rderung und Besteuerung der Prostitution. Pro Bordellbesuch musste als Abgabe der Mindestpreis entrichtet werden, der f√ľr eine Umarmung verlangt wurde. Diese Steuer blieb als eine der wenigen Ma√ünahmen nach dem Tod des Kaisers bestehen und wurde erst in christlicher Zeit abgeschafft.

Es gibt Berichte √ľber Willk√ľrakte und Gewalttaten gegen√ľber der stadtr√∂mischen Bev√∂lkerung bei Spielen, die gew√∂hnlich als √∂ffentliche Plattform f√ľr Forderungen z. B. nach Getreidespenden dienten und insofern als Ausgangspunkte f√ľr Volksaufst√§nde Gefahrenpotential besa√üen.[19] Flavius Josephus spricht allerdings auch davon, dass Caligula bei Teilen der Bev√∂lkerung, die an aufwendigen Spielen interessiert war, bis zu seinem Tod beliebt geblieben war, ebenso bei dem Teil des Heeres, der seine Soldzahlungen p√ľnktlich erhalten hatte. Auch andere Quellen lassen auf relative Beliebtheit des Kaisers beim Volk in Rom bzw. Italien schlie√üen, vermutlich jedoch nicht in den Provinzen des griechischen Ostens, wo Caligula sich durch Kunstraub und Tempelpl√ľnderungen unbeliebt gemacht hatte: Tilgungen des Kaisernamens in Inschriften, die vermutlich auf lokal begrenzte Reaktionen nach Caligulas Tod zur√ľckgehen, sind ausschlie√ülich im Osten des Reiches belegt (s. u.).

Juden

W√§hrend von Caligulas Politik und seiner Einsch√§tzung in den Provinzen kaum systematische Informationen √ľberliefert sind, gibt es haupts√§chlich aufgrund der Darstellungen des Flavius Josephus sowie des Philon von Alexandria Berichte √ľber Caligulas Interventionen in Zentren des j√ľdischen Glaubens. Diese lassen jedoch nur sehr bedingt R√ľckschl√ľsse auf die Bewertungen des Kaisers in anderen Bev√∂lkerungsgruppen zu, da der j√ľdische Monotheismus unvereinbar mit der von Caligula forcierten hellenistischen Herrscherverehrung der griechischen Bev√∂lkerung war, die mit den Juden auf engstem Raum zusammenlebte. Insofern trug Caligula neben anderen Ursachen zur sp√§teren dramatischen Entwicklung, der Zerst√∂rung des Tempels durch Titus sowie der endg√ľltigen Diaspora unter Hadrian, bei.

Tempel von Jerusalem im Modell

Alexandria war seit dem Hellenismus multikulturell gepr√§gt und besa√ü neben hellenisierten √Ągyptern und Griechen eine starke j√ľdische Minderheit. Religi√∂se Auseinandersetzungen kamen wiederholt vor. W√§hrend der Anwesenheit des Herodes Agrippa I. versch√§rften sich Hassgef√ľhle der griechischen Bev√∂lkerung, die zu einem lokalen Pogrom f√ľhrten. Der r√∂mische Statthalter Aulus Avillius Flaccus hatte bereits im Vorfeld Sanktionen einseitig nur gegen die j√ľdische Bev√∂lkerung angeordnet und gab dieser nun die Hauptschuld an den Vorf√§llen, mit der Folge, dass die Juden in getrennte Wohnorte innerhalb der Stadt zwangsumgesiedelt wurden. Es handelt sich dabei um das erste historisch belegte j√ľdische Ghetto. Diese Zust√§nde gaben Anlass zu einer Gesandtschaftsreise, an der Philon teilnahm und die er ausf√ľhrlich beschreibt. Noch vor der Audienz mit Caligula, der die aus Griechen und Juden bestehende Gesandtschaft versetzt hatte, trafen im Jahre 40 aus Jerusalem schockierende Nachrichten ein, der Kaiser habe die Umwandlung des j√ľdischen Tempels in ein Zentrum des Kaiserkults in Auftrag gegeben. Die Gespr√§che endeten ergebnislos.

Caligulas Versuch, den Kaiserkult gewaltsam durchzusetzen, erfolgte als Vergeltungsma√ünahme auf √úbergriffe von Juden gegen den Kaiserkult praktizierende Griechen in Jud√§a. Sie verursachte weitere Unruhen in Antiochia, dem Verwaltungssitz von Syria, deren Statthalter Publius Petronius mit Anfertigung und Aufstellung einer Kaiserstatue im Tempel von Jerusalem beauftragt wurde, diese aber mit R√ľcksicht auf die mobilisierte j√ľdische Bev√∂lkerung hinausz√∂gerte. Die folgenden Ereignisse lassen sich alternativ so rekonstruieren, dass Caligula entweder auf F√ľrsprache des Herodes Agrippa von seinem urspr√ľnglichen Befehl absah oder auf seinem Entschluss beharrte und Petronius die Aufforderung zum Selbstmord √ľbersandte, die allerdings erst nach dessen Tod √ľberbracht wurde. Aufgrund der Ereignisse wurde die Nachricht vom Tode des Caligula bei der j√ľdischen Reichsbev√∂lkerung mit Freude aufgenommen, daraus resultierende Versch√§rfungen der Anspannungen mussten von Claudius beschwichtigt werden.

Caligula als Präzedenzfall

Der kurze Prinzipat des Caligula zeigte die Gefahren auf, die sich aus der unscharfen Stellung des Kaisers innerhalb der grunds√§tzlich fortbestehenden Verfassung der r√∂mischen Republik ergaben. Es wird heute vielfach davon ausgegangen, dass Caligula bei Amtsantritt ein √§hnliches B√ľndel an Vollmachten erhalten hatte, wie dies f√ľr Vespasian inschriftlich √ľberliefert ist (Lex de imperio Vespasiani). Einige Forscher erkennen darin die praktische √úbertragung der v√∂lligen Ermessensfreiheit.[20] Zumindest bei Wahlen brauchte der Kaiser auf den Senat formal keine R√ľcksicht zu nehmen; die republikanische Verfassung sah allerdings das Prinzip der Kollegialit√§t vor, das unter Augustus und in der Anfangszeit des Tiberius zumindest propagandistisch aufrechterhalten wurde. Das aus republikanischer Zeit stammende Hochverratsgesetz (Lex maiestatis) war unscharf und lie√ü willk√ľrliche Prozesse und Verurteilungen sowie Folter und Hinrichtungen, unabh√§ngig von Statusgrenzen, zu. Da Caligula in seinen letzten beiden Regierungsjahren hiervon r√ľcksichtslos Gebrauch machte, konnte die so ausge√ľbte Autokratie nur durch Tod und Damnatio memoriae beendet werden. Das Beispiel des Caligula wies daher auf sp√§tere Kaiserherrschaften voraus: Performative Ritualisierung eines Konsenses mit der Senatsaristokratie durch den Kaiser war Bedingung f√ľr dessen W√ľrdigung in der senatorisch gepr√§gten r√∂mischen Historiographie (und der zu gro√üen Teilen auf dieser basierenden Rezeption sp√§terer Jahrhunderte). Trotzdem blieb Caligula kein Einzelfall in der r√∂mischen Kaiserzeit.

Historische Probleme

Maßnahmen nach Caligulas Tod

Besonders Commodus galt als zweiter Caligula: Historischer Zufall oder √Ąhnlichkeit der √úberlieferung?

Nachdem ein Kaiser ermordet worden war, wurde h√§ufig auch sein Andenken ausgel√∂scht. Schon nach dem Tod des Tiberius wurden vereinzelt Kaiserstatuen umgeworfen sowie die Sch√§ndung des Leichnams gefordert. Nach Caligulas Tod diskutierte der Senat zeitweise sogar die kollektive Verdammung aller Vorg√§nger sowie die Wiederherstellung der Republik, die allerdings allein durch den Senat nicht durchsetzbar gewesen w√§re. Caligulas Nachfolger Claudius lie√ü schlie√ülich mit R√ľcksicht auf den Senat s√§mtliche Regierungsma√ünahmen seines Vorg√§ngers f√ľr ung√ľltig erkl√§ren, Schriften √ľber seine Regierung vernichten, Statuen zerst√∂ren und M√ľnzen mit dem Bildnis des Caligula aus dem Verkehr ziehen. Einzelne arch√§ologische Zeugnisse f√ľr eine Tilgung von Kaisernamen oder Mutilierung von Statuen, besonders in den Provinzen, k√∂nnten allerdings von spontanen, nicht √∂ffentlich angeordneten Einzelaktionen verursacht sein.[21] Eine damnatio memoriae des Caligula kann somit nicht belegt werden, und Claudius d√ľrfte auch angesichts der Ermordung seines Neffen keinen Pr√§zedenzfall zu schaffen gew√ľnscht haben.

Diese Vorg√§nge k√∂nnten die literarische Darstellung beeinflusst haben: Da der Bericht des Tacitus f√ľr die Regierungszeit Caligulas verloren ist, ist neben dem viel sp√§teren Cassius Dio sowie Flavius Josephus der Kaiserbiograph Sueton die literarische Hauptquelle. Etwa das erste Drittel der Caligula-Vita des Sueton, das √ľberwiegend Jugend und Regierungsbeginn des Kaisers darstellt, bezieht sich auf positive oder neutrale Bewertungen oder auf au√üerliterarisch √ľberpr√ľfbare Fakten (politische √Ąmter, Bauten). Aus der zweiten H√§lfte der Regierung sind haupts√§chlich nur noch solche Informationen √ľberliefert, die von den Untaten des Kaisers berichten. Sueton vertritt das senatorische Geschichtsbild, seine Darstellung l√§sst daher √ľberwiegend nur R√ľckschl√ľsse auf das Verh√§ltnis zwischen Caligula und dem Senat zu und sagt wenig √ľber die Bewertung Caligulas bei anderen herrschaftstragenden Gruppen aus. Die Biographie tr√§gt deutlich Z√ľge der Ideologie der Adoptivkaiser, die sich von den Kaisern der julisch-claudischen Dynastie mit Ausnahme des Augustus distanzieren wollten. Als kaiserlicher Archivar hatte der Biograph Zugriff auf Dokumente der Regierung Caligulas, gibt aber kaum Informationen √ľber Herkunft, Historizit√§t oder Tendenz einer Quelle. Einige Argumentationen erscheinen aus heutiger Sicht unsachlich.[22] Viele Beschreibungen des Sueton, besonders solche, die willk√ľrliche Gewalthandlungen gegen Senatoren zum Inhalt haben, werden von Josephus best√§tigt, der zur Zeit der Flavier schrieb.

Wahnsinn?

Die antiken Quellen bezeichnen die Herrschaft des Caligula bzw. die Person selbst h√§ufig und praktisch einhellig als ‚Äěwahnsinnig‚Äú. Fraglich ist jedoch, ob es sich bei dieser Bezeichnung regelm√§√üig um eine psychopathologische Kategorie im modernen Sinne handelt: Das vielleicht authentischste Zeugnis des Philon von Alexandria √ľber seine Gesandtschaftreise schildert den Kaiser als arrogant und zynisch, jedoch nicht als psychotisch. Trotzdem finden sich bei demselben Autor erste Hinweise auf den Wahnsinn des Kaisers.[23] Seneca √ľberliefert, haupts√§chlich w√§hrend seiner von Caligula mitverschuldeten Verbannung, Bilder grausamer Folterungen und Hinrichtungen des Kaisers, die ihn als Sadisten beschreiben.[24] Seneca definiert au√üerdem den Begriff des Wahnsinns als Entartung eines Tyrannen, ohne dabei Caligula namentlich zu erw√§hnen.[25] Flavius Josephus gebraucht den Begriff des Wahnsinns zur Charakterisierung des Kaisers mehrere Male, jedoch ist nicht genau zu unterscheiden, ob er damit auf eine tats√§chliche psychische St√∂rung anspielt oder eher die Willk√ľrhandlungen des Kaisers pejorativ bezeichnet.[26] Sueton, der in der Tradition antiker Biographie steht, den Charakter einer Person aus ihrer Herrschaft zu konstruieren, schildert Caligula ein halbes Jahrhundert sp√§ter explizit als geisteskrank, indem er seine Darstellung mit pathologischen Auff√§lligkeiten Caligulas verbindet.[27] Sp√§tere Quellen argumentieren √§hnlich (Cassius Dio; Eutropius, Breviarium ab urbe condita 7,12).

Die f√ľr k√ľnstlerische Bearbeitungen des Tyrannen-Stoffes wegweisende Theorie des C√§sarenwahnsinns ist erstmalig in einem 1894 erschienenen Essay von Ludwig Quidde dargelegt: Caligula sei im Verlauf seiner Herrschaft gr√∂√üenwahnsinnig und geisteskrank geworden, was ein Resultat der praktisch inzestu√∂sen Familienpolitik der julisch-claudischen Kaiserfamilie sei. Obwohl auch antike Autoren von einer Degenerierung sprechen, ist ihnen eine genetische Ursache v√∂llig unbekannt: Die r√∂mische Gesellschaft berief sich auf das Konzept des mos maiorum (der Sitten der Vorfahren), das die Verdienste einer angesehenen Ahnenreihe automatisch auf Nachgeborene √ľbertrug. Quidde lie√ü sich also vom naturwissenschaftlichen Fortschritt und nicht zuletzt vom darwinistischen Ansatz seiner Zeit inspirieren. Der Essay war au√üerdem als indirekte Kritik an Wilhelm II. gedacht.

Als Indikation einer psychopathologischen St√∂rung k√∂nnen nach heutigem Verst√§ndnis angeblich irrationale Handlungen gelten (z. B. die geplante Bef√∂rderung von Incitatus, Ma√ünahmen w√§hrend und nach dem Germanien- und Britannienfeldzug), ebenso die Selbstinszenierung Caligulas als lebender Gott. Diese Personenverehrung steht allerdings in Kontinuit√§t zum Kaiserkult des Augustus. Augustus hatte es zwar in der Stadt Rom noch vermieden, zu Lebzeiten pers√∂nlich als Gott verehrt zu werden, nicht jedoch im Osten des Reiches, wo es bereits seit dem Hellenismus einen Herrscherkult gab. Verschiedene Abstufungen des Herrscherkultes pflegten ebenfalls die Nachfolger im Kaiseramt oder andere hochrangige Personen am Kaiserhof. Grunds√§tzlich war in der paganen Antike ein Personenkult akzeptiert. Daher schlie√üen ausschlie√ülich Autoren mit monotheistischem Glauben (Philo, Flavius Josephus) hieraus auf den Wahnsinn des Kaisers. Vor allem in der neueren Forschung wird eine psychopathologische St√∂rung bisweilen bezweifelt oder die Frage gar nicht erst diskutiert, da man sie als historisch nicht relevant oder unzul√§ssig ansieht.

Das Mausoleum des Augustus ist Ausdruck der postumen Verehrung des ersten Kaisers.

Vor allem Aloys Winterling (2003) stellt Caligulas Geisteskrankheit vehement in Frage: Der Kaiser sei ein zynischer Machtmensch gewesen, der mit ‚Äědoppelb√∂diger Kommunikation‚Äú[28] gegen√ľber dem Senat aufgetreten sei, um diesen zu dem√ľtigen. Diese √Ąu√üerungen, die in ihrer Bedeutungsbreite heute nur noch schwer nachzuvollziehen seien, h√§tten vor allem in der modernen Rezeption zum Bild des irrational handelnden Kaisers beigetragen. Entscheidend f√ľr die Legendenbildung in der Antike seien Selbstschutzgr√ľnde des Senats, der den Vorwurf der Geisteskrankheit erfunden habe, um erlittene, letztlich aber akzeptierte Dem√ľtigungen des autokratischen Kaisers historisch zu rechtfertigen. Es sei schlie√ülich der Senat gewesen, der eine zu diesem Zeitpunkt noch pr√§zedenzlose Gewalten√ľbertragung zumindest formal auf freiwilliger Basis bewilligt habe und daher nach der einvernehmlichen erfolgten Ermordung in Erkl√§rungsnot geraten sei. Dies spiegele sich in der Entwicklung der literarischen √úberlieferung wider, bei der sich das Verdikt des Wahnsinns im Sinne einer psychischen St√∂rung graduell entwickelt finde.

Eine Legendenbildung des ‚Äěwahnsinnigen‚Äú Kaisers aus der Kommunikation zwischen Kaiser und Senat zu erkl√§ren, ist einerseits auch deshalb schl√ľssig, da f√ľr Caligula schon als Kind die Nachfolgefrage erstmalig weitgehend sicher war. Er brauchte daher den Prinzipat nicht mit den gleichen Konsensritualen zu legitimieren, wie es der Senat unter Augustus und in der Anfangszeit des Tiberius gewohnt war. Die Aristokratie ben√∂tigte dar√ľber hinaus eine Erkl√§rung f√ľr die Degenerierung des Nachkommen des popul√§ren Germanicus, ohne dabei das sie legitimierende Konzept der Vererbung von Verdiensten in Frage zu stellen. Ob Caligula andererseits gerade durch diese ungeheure Machtf√ľlle pathologische Z√ľge von Gr√∂√üenwahn entwickelte, ist letztlich eine spekulative Frage. Es kann nicht zuverl√§ssig entschieden werden, inwieweit Beschreibungen von Caligulas Krankheit des Jahres 37/38 sowie weitere Schilderungen gesundheitlicher Auff√§lligkeiten (z. B. Schlafst√∂rungen) Produkt der antiken Polemik sind oder, sollten diese historisch akkurat sein, eine psychotische St√∂rung indizieren.[29]

Bewertungen

Die Verurteilung zumindest der zweiten Regierungsh√§lfte des Caligulas als grausame Tyrannenherrschaft ist in den antiken Quellen, auch solchen aus sp√§terer Zeit, einhellig. Es ist keine Gegendarstellung √ľberliefert, und es gibt keine Gr√ľnde anzunehmen, dass Tacitus in dem verlorenen Textabschnitt eine alternative Ansicht zu Caligula vertreten haben sollte.[30]

In der modernen Forschung wurden aufgrund der problematischen √úberlieferungslage bis in die 80er-Jahre hinein vergleichsweise wenige monographische Untersuchungen zu Caligula geschrieben.[31] Trotz der m√∂glicherweise einseitigen √úberlieferung gilt Caligula als politisch konzeptionsloser, willk√ľrlicher Gewaltherrscher, dessen Regierung nur aufgrund der inneren Stabilit√§t des Reiches ohne negative Folgen blieb.[32] Die letzten drei gr√∂√üeren Caligula-Biographien spiegeln die Bandbreite der heutigen Lehrmeinung wider: Arther Ferrill (1991) beschreibt das in den Quellen dargestellte Bild des wahnsinnigen und irrational grausamen Tyrannen als historisch, Anthony A. Barrett (1989) diskutiert umfangreich Alternativen zur √ľberlieferten Darstellung, Aloys Winterling (2003) rehabilitiert den Kaiser insofern, als er seine Regierung aus den zeitgen√∂ssischen Rahmenbedingungen verst√§ndlich macht. Die beiden letztgenannten Arbeiten sind in der Forschung breit rezipiert und aufgrund der vorbildlichen Darstellungsweise √ľberwiegend positiv aufgenommen worden.[33] Damit hat sich jedoch keine Revision des traditionellen Geschichtsbildes vollzogen, in dem Sinne, dass die Herrschaft des Caligula als in irgendeiner Hinsicht erfolgreich oder f√ľr sp√§tere Entwicklungen wegweisend gedeutet werden k√∂nnte.

Caligula-Rezeption

Das in den antiken Quellen √ľberlieferte Bild des grausamen Tyrannen sowie Quiddes Bild des Wahnsinns bei Kaisern der julisch-claudischen Dynastie bestimmen die zahlreichen popul√§rwissenschaftlichen, belletristischen und literarischen Darstellungen Caligulas, die sich aus dem reichlich √ľberlieferten anekdotischen Material zur Person des Kaisers bedienen, und insofern nicht als historisch schlecht recherchiert gelten k√∂nnen, jedoch bisweilen zur Wirkungssteigerung weniger Wert auf quellenkritische Vorbehalte legen.[34]

In Anspielung an die totalit√§ren Regime seiner Zeit verfasste der nur 25-j√§hrige Albert Camus 1938 das Drama Caligula. Historisch setzt es nach dem Tod der Drusilla und der damit verbundenen Krise des Kaisers ein, der die Sinnlosigkeit des Lebens erkennt und damit Camus‚Äô philosophische Konzeption des Existentialismus versinnbildlicht. Der deutsche Komponist Detlev Glanert verfasste eine frei auf Camus' Drama beruhende Oper, die am 7. Oktober 2006 in Frankfurt a. M. uraufgef√ľhrt wurde.[35]

Tinto Brass setzte 1979 den Skandalfilm Caligula (dt. Untertitel Aufstieg und Fall eines Tyrannen) in Szene. Gore Vidal schrieb das Drehbuch, Tinto Brass f√ľhrte Regie. Malcolm McDowell gab den Kaiser, Peter O‚ÄôToole den Tiberius.[36] Der urspr√ľnglichen Verfilmung folgten weitere Produktionen, die den historischen Stoff als Fassade f√ľr zumeist niveaulose Sex- und Gewaltorgien benutzten.

Im Rahmen des New York Musical Theatre Festival wurde am Broadway 2004 ein Musical Caligula: An Ancient Glam Epic uraufgef√ľhrt. Die Inszenierung, die ebenfalls die Skandalgeschichten um den Kaiser thematisiert, avancierte zum Publikumsliebling und wurde in der Presse √ľberwiegend positiv rezensiert. Eine politisch gef√§rbte Singleauskopplung diente der Mobilisierung von W√§hlern in der bevorstehenden Pr√§sidentenwahl.[37]

Quellen

Literarische Quellen

Bildquellen

Literatur

Biographien

Spezialstudien

  • Tobias Arand: Caligula. In: Politische Morde. Vom Altertum bis zur Gegenwart, hrsg. v. Michael Sommer. Darmstadt 2005. S. 64‚Äď72
  • Katherine Blouin: Le conflit jud√©o-alexandrin de 38‚Äď41. L‚Äôidentit√© juive √† l‚Äô√©preuve. Paris u. a. 2005.
  • P. Bricknell: The Emperor Gaius‚Äô military activities in AD 40. In: Historia. 17.1968, S. 496‚Äď505. ISSN 0018-2311
  • R.W. Davies: The ‚Äėabortive‚Äô invasion of britain by Gaius. In: Historia 15 (1966), S. 124‚Äď128. ISSN 0018-2311
  • Maria H. Dettenhofer: Gaius‚Äô populare Willk√ľrherrschaft. In: Latomus. Revue d‚Äô√©tudes latines 61 (2002), S. 643‚Äď665. ISSN 0023-8856
  • Donna W. Hurley: An Historical and Historiographical Commentary on Suetonius‚Äô Life of C. Caligula. Oxford University Press, Oxford 1993. ISBN 1-55540-881-8
  • R.S. Katz: The Illness of Caligula. In: Classical World 65 (1972), S. 223‚Äď225.
  • Fleur Kemmers: Caligula on the lower rhine. In: Revue belge de numismatique et sigillographie 150 (2004), S. 15-50. ISSN 0774-5885
  • M. Kleijwegt: Gaius ‚Äėtriumph‚Äô at Baiae. In: Mnemosyne 57 (1996), S. 652‚Äď671. 0026-7074 ISSN 0026-7074
  • Yann Rivi√®re: Les D√©lateurs sous l‚ÄôEmpire Romain. Rom 2002. ISBN 2-7283-0559-5
  • Dirk Rohmann: Gewalt und politischer Wandel im 1. Jahrhundert n. Chr. M√ľnchner Studien zur Alten Welt. Utz-Verlag, M√ľnchen 2006. ISBN 3-8316-0608-0
  • Steven H. Rutledge: Imperial Inquisitions. Prosecutors and Informants from Tiberius to Domitian. Routledge, London/New York 2001. ISBN 0-415-23700-9
  • C.J. Simpson: The conspiracy of AD 39. Studies of Latin Literature and Roman History. Bd 2. Latomus, Br√ľssel 1980, S. 347‚Äď366.
  • C. J. Simpson: The cult of the Emperor Gaius. In: Latomus. Revue d‚Äô√©tudes latines 40 (1981), S. 489‚Äď511. ISSN 0023-8856
  • D. Wardle: Suetonius Life of Caligula. A commentary. Collection Latomus, Bruxelles 1994. ISBN 2-87031-165-6
  • D. Wardle: When did Caligula die? In: Acta Classica. 34 (1991), S. 158‚Äď165.
  • D. Wardle: Caligula and the client kings. In: Classical Quarterly 42 (1992), S. 437‚Äď443.
  • D. Wardle: Caligula and his wives. In: Latomus. Revue d‚Äôetudes latines. 57 (1998), S. 109‚Äď126.
  • Zvi Yavetz: Caligula. Imperial Madness and modern Historiography. In : Klio. 79 (1996), S. 105‚Äď129. ISSN 0075-6334

Belletristische Darstellungen

Weblinks

 Commons: Caligula ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ‚ÜĎ Vgl. Tacitus: Annalen 4,11.
  2. ‚ÜĎ In der √§lteren Forschung wurde zwar vor allem der 7. Brief Senecas der epistulae morales als Gegenbeweis angef√ľhrt. Moderne Darstellungen sehen allerdings auch darin keine fundamentale Kritik an der Gewalt bei Gladiatorenspielen. Die Literatur ist zahlreich. Besonders nah am Thema der Einsch√§tzung von Gewalt bei Autoren: M. Wistrand: Entertainment and Violence in Ancient Rome. The Attitudes of Roman Writers of the first Century A. D.. G√∂teborg 1992.
  3. ‚ÜĎ Sueton: Caligula 22,1
  4. ‚ÜĎ S. Brackmann: Die milit√§rische Selbstdarstellung des Caligula. Das Zeugnis der M√ľnzen im Widerspruch zur antiken Geschichtsschreibung. In: Gymnasium. Nr. 112, 2005, S. 375‚Äď383. Zu alternativen Ansichten √ľber Caligulas Britannienfeldzug siehe J. G. F. Hind: Caligula and the Spoils of Ocean: a Rush in the Far North-West?. In: Britannia. A Journal of Romano-British and Kindred Studies. Nr. 34, 2003, S. 272‚Äď274; D. Woods: Did Caligula Plan to bridge the English Channel?. In: The Ancient World Nr. 33, 2002, S. 157‚Äď170.
  5. ‚ÜĎ Zahlreiche Literatur zum Thema; siehe Jens-Uwe Krause et al. (Hrsg.): Bibliographie zur r√∂mischen Sozialgeschichte. Bd. 2, Stuttgart 1998, S. 555‚Äď557, s.v. Repetunden.
  6. ‚ÜĎ Sueton, Caligula 19
  7. ‚ÜĎ Sueton: Caligula 25,1
  8. ‚ÜĎ Cassius Dio 59, 23, 7‚Äď8
  9. ‚ÜĎ Sueton: Caligula 25,1
  10. ‚ÜĎ Sueton: Caligula 56‚Äď58; Ios. ant. Iud. 19,105‚Äď113; Cassius Dio 59,29,5‚Äď7. Siehe John Scheid: La mort du tyran: chronique de quelques morts programm√©s In: Du ch√Ętiment dans la cit√©. Supplices corporels et peine de mort dans le monde antique. Table ronde Rome 9‚Äď11 novembre 1982, Collection de l‚Äô√Čcole fran√ßaise de Rome 79. Rom, Paris 1984, S. 177‚Äď193.
  11. ‚ÜĎ Cassius Dio 59,16,1‚Äď7
  12. ‚ÜĎ Barret, 1989, 242f
  13. ‚ÜĎ Sueton: Caligula 28
  14. ‚ÜĎ Sueton: Caligula 30,1: Sollen sie mich doch hassen, solange sie mich f√ľrchten
  15. ‚ÜĎ Seneca: ira 3,19,2; Sueton: Caligula 30,2; Cassius Dio 59,13,6)
  16. ‚ÜĎ vgl. bes. Thukydides 1,22
  17. ‚ÜĎ Zahlreiche Literatur zu fiktionalen Elementen in der Geschichtsschreibung. Eine Zusammenstellung und Diskussion bei M. Zimmermann: Kaiser und Ereignis. Studien zum Geschichtswerk Herodians. M√ľnchen 1999, S. 9‚Äď13. Zur hellenistischen Tyrannentopik immer noch n√ľtzliche Einf√ľhrung bei Helmut Berve: Die Tyrannis bei den Griechen. M√ľnchen 1967, bes. S. 490 ff. und Anm., S. 737‚Äď753. Ausf√ľhrliche √úbersicht √ľber Tyrannenmotive bei r√∂mischen Kaisern: T. Arand: Das schm√§hliche Ende. Der Tod des schlechten Kaisers und seine literarische Gestaltung in der r√∂mischen Historiographie. Frankfurt a. M. 2002, S. 73‚Äď102.
  18. ‚ÜĎ Vgl. aber [1].
  19. ‚ÜĎ Vgl. etwa Egon Flaig: Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im R√∂mischen Reich. Frankfurt a. M., New York 1992, S. 38‚Äď93.
  20. ‚ÜĎ Vgl. Peter A. Brunt: Lex de imperio Vespasiani. In: Journal of Roman Studies. Bd. 67, 1977, S. 95‚Äď116, dessen grundlegender Beitrag zur Prinzipatsverfassung heute allerdings nur noch insofern weitgehend unbestritten ist, als die f√ľr Vespasian √ľberlieferte Gewalten√ľbertragung bereits bei Vorg√§ngern erfolgte, nicht jedoch in der Frage, ob damit tats√§chlich der Spielraum der v√∂lligen Ermessensfreiheit √ľbertragen wurde.
  21. ‚ÜĎ Sueton Caligula 60; Sueton: Claudius 11,3; Cassius Dio 60,3,4‚Äď5,1; 60,8,6; 59,30,1a; 60,22,3; Tilgung des Kaisernamens in den folgenden Inschriften: ILS 194; 205; 5674; 5948 6396; IGR 1,1057; 4,146; 4,1721. Die Lex de imperio Vespasiani erw√§hnt Caligula nicht.
  22. ‚ÜĎ Sueton Caligula 25,4 berichtet von der Tochter des Caligula mit seiner zweiten Frau Caesonia. Da diese untreu war, diskutiert Sueton die Wahrscheinlichkeit einer Vaterschaft des Caligula. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Caligula die Tochter gezeugt haben muss, da sich sein grausamer Charakter auf die Tochter vererbt habe, die ihren Spielgef√§hrtinnen die Augen auszukratzen pflegte. Caligula selbst war von der Vaterschaft √ľberzeugt und nannte daher seine Tochter nach der Lieblingsschwester Drusilla. Sueton: Caligula 49,3 berichtet von einem allgemeinen Fischsterben im Tiber bald nach dem Tod des Caligula. Sueton schlie√üt daraus, dass Caligula eine gro√üe Kiste mit Gift in seinen Gem√§chern gelagert habe, die Claudius nach der Regierungs√ľbernahme in den Tiber entleerte. Die Menge des Giftes sollte dabei zur Vergiftung des gesamten Senatorenstandes ausreichend gewesen sein. Im Anschluss nennt Sueton ein angebliches Dokument aus den Privatgem√§chern des Caligula, das die Namen von Senatoren unter einem gemalten Schwert bzw. einem Dolch auflistete.
  23. ‚ÜĎ Leg. 11(76); 13(93)
  24. ‚ÜĎ Seneca ira 3,18‚Äď19
  25. ‚ÜĎ Seneca clem. 1,25
  26. ‚ÜĎ Vgl. Aloys Winterling: Caligula ‚Äď Eine Biografie. M√ľnchen 2003, S. 175‚Äď180. Ios. ant. iud. 19,2,4 berichtet allerdings von einem Ger√ľcht, wonach Caligula durch einen Liebestrank seiner Gattin Milonia Caesonia in den Wahnsinn getrieben wuerde. Das Ger√ľcht kennt auch Sueton: Caligula 50,2
  27. ‚ÜĎ Sueton: Caligula 50 f.
  28. ‚ÜĎ Zum Begriff siehe S. Bartsch: Actors in the Audience. Theatricality and Doublespeak from Nero to Hadrian. Cambridge 1994.
  29. ‚ÜĎ Siehe zuletzt J. Kurz: s.v. Caesarenwahnsinn. In: Antike Medizin. Ein Lexikon (Hrsg. von K.-H. Leven). M√ľnchen 2005, S. 184‚Äď185; C.-R. Pr√ľll: s.v. Caligula. In: ebd., S. 185‚Äď186. Weitere Studien zur Frage der Historizit√§t des Wahnsinns bei Garrett G. Fagan, Anm. 7.
  30. ‚ÜĎ Vgl. Tacitus: Annalen 6,54
  31. ‚ÜĎ √Ąltere Monographien: G. J. D. Aalders: Caligula, zoon van Germanicus. Assen 1959; R. Auguet: Caligula ou le pouvoir √† vingt ans. Paris 1975; C. Dumont: C. C√©sar, empereur epileptique. Quelques aspects d'une conquest. Diss. Li√®ge 1964; R. A. Kroll: The Ruler Cult under Caligula. Diss. Case Western Reserve 1932; A. Passerini: Caligola e Claudio. Rom 1941; H. Sachs: Caligula. Berlin 1930; L. Venturini: Caligola. Mailand 1906.
  32. ‚ÜĎ Moderne Standarddarstellungen zur fr√ľhen Kaiserzeit in der deutschsprachigen Fachliteratur etwa: Karl Christ: Geschichte der R√∂mischen Kaiserzeit. 4. Auflage, M√ľnchen 2002; Heinz Bellen: Grundz√ľge der r√∂mischen Geschichte. Bd. 2: Die Kaiserzeit: Von Augustus bis Diocletian. Darmstadt 1998.
  33. ‚ÜĎ Rezensionen zu Winterling: H-Soz-u-Kult Rezension von Udo Hartmann, sehepunkte-Rezension von Christian Witschel, Bryn Mawr Classical Review 2003.12.06 von Donna W. Hurley; Rezension zu Barrett: Bryn Mawr Classical Review 02.01.01 von Arther Ferrill.
  34. ‚ÜĎ Eine √úbersicht gibt die Liste der Romane √ľber Caligula.
  35. ‚ÜĎ (Programmank√ľndigung).
  36. ‚ÜĎ Fachwissenschaftliche Besprechung bei M. Janka: Caligula als Filmstar in Gore Vidals Caligula (1980): Ein seri√∂ser Beitrag zur Sueton-Rezeption?. In: Martin Korenjak, K. T√∂chterle (Hrsg.): Pontes II. Antike im Film (Comparanda. Literaturwissenschaftliche Studien zu Antike und Moderne. Band 4). Innsbruck 2002, S. 186‚Äď200.
  37. ‚ÜĎ (Rezension).


Vorgänger Amt Nachfolger
Tiberius Römischer Kaiser
37‚Äď41
Claudius
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