Call To Power

Call to Power ist eine zweiteilige rundenbasierte Strategiespielserie für PC, produziert von Activision.

Inhaltsverzeichnis

Civilization: Call to Power

Civilization: Call to Power
Entwickler: Activision
Verleger: Activision, Loki Software
Publikation: März 1999
Plattform(en): PC (BeOS, Linux, Mac OS, Windows)
Genre: Strategiespiel (rundenbasiert)
Spielmodi: Einzelspieler, Mehrspieler über TCP/IP, IPX, PBEM, Hot seat
Steuerung: Maus, Tastatur
Systemminima: CPU: 133 MHz, HDD: 320 MB, RAM: 32 MB, GPU: 1 MB
Medien: CD-ROM
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Altersfreigabe: PEGI:
Keine
Klassifizierung


USK:
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG USK

Civilization: Call to Power, kurz CivCtP, erschien Anfang 1999. Es stand in direkter Nachfolge von Civilization II von Sid Meier.

Nach dem klassischen Civilization-Prinzip startet man mit einem Siedler im Jahr 4000 v. Chr.. Ziel des Spieles ist es ein Volk aus der Jungsteinzeit durch 7000 Jahren Zeitgeschichte in eine futuristische Zukunft oder zur Erschaffung einer außerirdischen Rasse zu führen.

Es sind drei Siegvarianten vorgesehen:

  • Alleinherrschaft: Grundvoraussetzung für diese Siegvariante ist militärische Entschlossenheit. Dazu muss jede feindliche Stadt erobert und alle anderen Zivilisationen durch Krieg ausgelöscht werden.
  • Punktsieg: Das Spiel endet im Jahr 3000 n.Chr. Der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt.
  • Projekt außerirdisches Leben: Für diese Siegvariante muss ein Alien erschaffen werden.

Folgende Spielprinzipien sind vorgesehen um die Siegvarianten Punktsieg oder Projekt außerirdisches Leben zu erreichen:

  • Handel
  • Forschung
  • Bürokratie (z. B. gegnerische Bauvorhaben stoppen )
  • wirtschaftspolitische Tricks (z. B. Handelsembargos )
  • religiöse Bekehrung
  • Ökoterrorismus
  • Diplomatie
  • Plünderei
  • Sklaverei
  • Bauen von Weltwundern
  • Modernisierung von Städten
  • Verbesserung des Terrains

Call to Power enthielt neue Konzepte, mit denen es sich von ähnlichen Spielen seiner Zeit abgrenzte:

  • Abstraktes Konzept zur Errichtung von Infrastruktur: Die „Geländeverbesserungen“ wie Verkehrswege, Bergwerke, Felder etc. müssen nicht durch Einheiten errichtet werden. Stattdessen stellt der Spieler für diese „öffentlichen Bauvorhaben“ ein Budget zur Verfügung. Im Rahmen dieses Budgets kann in jeder Runde eine Anzahl von „Geländeverbesserungen“ errichtet werden. Es ist möglich, automatisiert Straßen, Felder, Bergwerke etc. zu errichten.
  • Gruppierte Armeen / gruppierter Kampf: bis zu 9 Einheiten können zu Armeen gruppiert und als solche bewegt werden. Bei Kämpfen treten diese Armeen auch gruppiert gegeneinander an. Die Einheiten werden entsprechend ihren Eigenschaften (Nah-/Fernkampf etc.) angeordnet und setzen ihre Angriffs- bzw. Verteidigungskapazitäten gemeinsam ein, bis eine der beiden Armeen vollständig vernichtet ist oder sich zurückzieht. Dieses Konzept erfordert mehr Umsicht bei der Zusammenstellung von Armeen und führt zu einem realistischeren Verlauf von Kämpfen.
  • Elemente von Religion: Durch religiöse Elemente wie z. B. Segnungen, Bekehrungen, Glaubenswechsel kann die Zufriedenheit der Bevölkerung beeinflusst werden. (Im Spiel werden keine Religionen namentlich genannt.)
  • Einfache Modifizierbarkeit: Call to Power II bietet weitgehende Möglichkeiten, nicht nur neues Spielmaterial (Einheiten, Gelände, Gebäude, Weltwunder etc.) zu erstellen, sondern mittels der Scriptsprache SLIC auch in die Logik und den Ablauf des Spiels einzugreifen. Einige der Bugs des Originalspiels wurden durch die Community mittels der SLIC-Scripte behoben oder entschärft. Daneben entstand im Laufe der Zeit eine Reihe von Modifikationen (Mods), von denen einige ein völlig neues Spielerlebnis bieten.

Neu gegenüber Civilization II waren folgende Möglichkeiten:

Call to Power II

Call to Power II
Entwickler: Activision
Verleger: Activision
Publikation: November 2000
Plattform(en): PC (Windows)
Genre: Strategiespiel (rundenbasiert)
Spielmodi: Einzelspieler, Mehrspieler über TCP/IP, IPX
Steuerung: Maus, Tastatur
Systemminima: CPU: 166 MHz, HDD: 320 MB, RAM: 32 MB, GPU: 4 MB
Medien: CD-ROM
Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Altersfreigabe: PEGI:
Keine
Klassifizierung


USK:
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG USK

Call to Power II wurde als Nachfolger von Civilization: Call to Power konzipiert. Call to Power II konnte im Namen nicht mehr "Civilization" führen, da der Begriff "Civilization" von den Herstellern der Civilization-Reihe markenrechtlich geschützt worden war[1] (in dieser Angelegenheit wurde ein jahrelanger Rechtsstreit geführt).

Um das Spiel rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2000 fertig zu stellen, wurden einige Features unvollständig bzw. mangelhaft implementiert. Das Spiel enthielt daher viele Bugs, von denen einige durch einen Patch behoben wurden.

Unterschiede zu Civilization: Call to Power

Call to Power II (CtP2) unterscheidet sich in einigen Aspekten von seinem Vorgänger Civilization: Call to Power (CivCtP).

  • Das Interface wurde verändert.
  • Die maximale Armeegröße wurde auf 12 angehoben.
  • Die Bedingungen für den Punktsieg wurden verändert. Das Spiel endet bei CtP2 im Jahr 2300 n.Chr.
  • Städte können automatisch für 20 Runden von einem Bürgermeister organisiert werden.
  • Es wurde eine zusätzliche Siegvariante Weltfrieden / Diplomatiesieg eingeführt.
  • Anzahl an Einheitentypen, Forschungsprojekten und Wirtschaftsgüter wurde erhöht.
  • Die Spielbalance wurde durch Anpassung der Kampfwerte von Einheiten verbessert (z. B. waren Linienschiffe in CivCtP so kampfstark, dass sie als Erster zu bauen den Spielsieg bedeuten konnte).
  • Das ökonomische System wurde überarbeitet, dadurch wird die Kontrolle über gutes Terrain profitabler.
  • Es wurden Meisterleistungen eingeführt. Wie zum Beispiel die erstmalige Umschiffung der Welt, für die es Boni (im Beispielfall mehr Bewegungspunkte für alle Einheiten) gibt.
  • CtP2 bietet eine größere Auswahl an Vereinbarungen, über die verhandelt werden kann. So kann beispielsweise die Einstellung der Forschung an einer bestimmten Technologie gefordert werden oder die Reduzierung der Nuklearwaffen. Im Austausch kann beispielsweise Gold angeboten werden, eine Allianz oder auch eine Stadt. Das Diplomatie-Konzept stellt allerdings auch die deutlichste Schwäche gegenüber der Civilization-Reihe dar, in der die gesamte Diplomatie flexibler und differenzierter handhabbar ist.
  • Der Weltraum-Layer (Bewegung im und Besiedlung des Weltraums) wurde entfernt und kann auch durch Modifikation nicht zurückgeholt werden.
  • Das Endspiel-/Spielsieg-Konzept „Projekt Außerirdisches Leben“ wurde durch das irdische „Projekt Gaia-Controller“ ersetzt.

Community

Die Modifikationsmöglichkeiten haben im Laufe der Zeit eine Community angezogen, die sich der Behebung von Auslieferungs-Mängeln (betreffen die Ausgewogenheit der Einstellungen und KI, die im Auslieferungszustand äußerst passiv ist), im weiteren aber auch der Erstellung „wirklicher“ Mods mit neuen Spielkonzepten und Spielwelten widmete.

Durch Ergänzung der entsprechenden Sprachdateien und Modifikation einer Konfigurationsdatei kann die Sprachversion umgewandelt werden. Bisher hat die Community die Übersetzung ins polnische durchgeführt.

Die Modifikation Ages Of Man wurde von manchen auch schon als Call to Power III bezeichnet. Weitere, große Modifikationen sind zum Beispiel Cradle Of Civilization (fokussiert auf die Antike, mit einer sehr aggressiven und schwierig zu bezwingenden AI), Medieval Mod (mit einem völlig neuen Technologie-Baum, neuen Einheiten, Regierungsformen etc.), Call to Conquest (mit weitreichenden Verbesserungen der – militärischen – AI-Logik).

Die Community in der CtP2-Sektion konzentriert sich auf Apolyton-Website. Dort befinden sich Modifikationen, aktuelle Patches und sonstige Dateien (wie z. B. Gameserver-Adressen für das Spielen via Internet) zum Download. Die Modifikationsmöglichkeiten (SLIC-Scriptsprache, Spieleinstellungen, Spielmaterial/Grafikerstellung) sind beim CtP2 Bureau dokumentiert.

Nach Anfragen von Mitgliedern der Apolyton-Community hat sich Activision entschlossen, den Source Code von CtP2 freizugeben. Dies erfolgte unter einer eigens dafür ausgearbeiteten Lizenz. Call to Power II ist damit nicht Open Source geworden, es steht aber unter Beachtung der Lizenzbedingungen jedem frei, den Source Code zu modifizieren, das Ergebnis zu verwenden und auch – kostenlos – zu verbreiten. Es dürfen aber nur solche ausführbare Dateien hergestellt werden, die zur Benutzung weiterhin die – legal erworbene – Original-CD erfordern.

Damit ist das Source Code Project mit dem Ziel der Herausgabe von CtP2 Apolyton Edition im Gange. Die meisten Bugs im Einzelspieler-Modus wurden inzwischen behoben, Codeoptimierungen (z. B. betreffend die Speichernutzung) vorgenommen, Verbesserungen am Interface und an der AI durchgeführt und außerdem einige zusätzliche Features für die Modifikation (SLIC-Funktionen und Variablen) implementiert. Weitgehend unverändert ist die Situation noch, was die Mehrspieler-/Netzwerk-Bugs betrifft. Die letzte Version der CtP2 - Apolyton Edition wurde am 8. Oktober 2008 zum Testen und Spielen veröffentlicht.

An einer Linux-Portierung wird gearbeitet.

Quellen

  1. Bruce Geryk: Call to Power II for PC Review. GameSpot, 20. November 2000. Abgerufen am 23. Juni 2008. (Englisch)

Weblinks


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