Es tanzt die Göttin

Filmdaten
Deutscher Titel Es tanzt die Göttin
Originaltitel Cover Girl
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1944
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Charles Vidor
Drehbuch Marion Parsonnet,
Paul Gangelin,
Virginia Van Upp, nach einer Geschichte von Erwin S. Gelsey
Produktion Arthur Schwartz
Musik Jerome Kern,
Ira Gershwin,
Carmen Dragon,
Morris Stoloff
Kamera Allen M. Davey,
Rudolph Maté
Schnitt Viola Lawrence
Besetzung

Es tanzt die Göttin, auch bekannt als Das Fräulein auf dem Titelblatt (Original: Cover Girl), ist ein US-amerikanisches Filmmusical mit Rita Hayworth und Gene Kelly aus dem Jahr 1944, das durch innovative Tricktechnik und Musicaleinlagen als wichtige Teile der Handlung eine Weiterentwicklung des Genres markiert. Der Film festigte Rita Hayworths Status als beliebte Glamour-Königin der 1940er Jahre und bescherte gleichzeitig Gene Kelly seinen endgültigen Durchbruch in Hollywood.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Rusty Parker, ein junges hübsches Revuemädchen aus Brooklyn, träumt davon einmal auf einer richtigen Broadway-Bühne tanzen zu dürfen. Der kleine Nachtclub, in dem sie arbeitet, gehört Danny McGuire, der sowohl der Choreograf der Revue als auch Rustys Verehrer ist. Obwohl er überzeugt ist, dass Rusty einmal ein großer Showstar werden wird, hält er nichts davon, als sie an einem Schönheitswettbewerb teilnimmt, um auf das Cover einer Zeitschrift zu gelangen und damit ihre Karriere voranzubringen. Danny ist der festen Überzeugung, dass es beim Tanzen vielmehr auf gute Beinarbeit als auf ein schönes Gesicht ankommt.

Zwar wird Rusty von der Redakteurin des Modeblatts, Cornelia ‚Stonewall‘ Jackson, abgelehnt, doch sie erregt dennoch die Aufmerksamkeit des Verlegers John Coudair, als dieser sie in Dannys Nachtclub entdeckt. Er erkennt in ihr das Ebenbild seiner großen Liebe, Maribelle Hicks, die ihn einst für einen Pianisten verlassen hat. Wie sich herausstellt, ist Rusty Maribelles Enkelin. Daraufhin gewinnt Rusty mit Coudairs Hilfe den Wettbewerb für das Titelblatt schließlich doch und wird dadurch über Nacht berühmt. Reporter und Mitglieder der feinen Gesellschaft reißen sich nun um sie, insbesondere der Produzent Noel Wheaton, der ihr ein vielversprechendes Engagement für eine Broadway-Show anbietet.

Obwohl Danny fürchten muss, Rusty für immer zu verlieren, möchte er ihrer Karriere nicht im Weg stehen, weshalb er sie aus ihrem Vertrag seines Nachtclubs entlässt. Nachdem Rusty zum gefeierten Broadway-Star aufsteigt, steht Dannys Revue kurz vor dem Aus. Als Rusty davon Wind bekommt, macht sie sich schreckliche Vorwürfe, da ihr Weggang offensichtlich Dannys Ruin bedeutet hat. Mit Alkohol versucht sie in der Folge ihre trüben Gedanken zu vertreiben und willigt dabei ein Noel Wheaton zu heiraten. Doch beim Gang zum Altar wird sie sich bewusst, dass sie Danny immer noch liebt und dass ihre erfolgreiche Karriere diese Liebe nicht zu ersetzen vermag. Und so lässt sie, wie einst ihre Großmutter, den Bräutigam am Altar stehen, um zu Danny zurückzukehren.

Hintergrund

Vorproduktion

Rita Hayworth auf dem Cover einer argentinischen Zeitschrift (1946)

Es tanzt die Göttin war das erste Filmmusical von Columbia Pictures, das in teurem Technicolor gedreht wurde. Mit den Filmen Reich wirst du nie (You’ll Never Get Rich, 1941) und Du warst nie berückender (You Were Never Lovelier) hatte Rita Hayworth an der Seite von Fred Astaire ihre tänzerischen Fähigkeiten und ihre Zugkraft an der Kinokasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt, weshalb Columbia für Es tanzt die Göttin keine Kosten und Mühen scheute, um sie dem Publikum bestmöglich zu verkaufen. Hayworth war seinerzeit auf zahlreichen Titelblättern zu sehen, wodurch der Originaltitel Cover Girl naheliegend war und zum Synonym für die Schauspielerin wurde.

Marion Parsonnet, Paul Gangelin und Virginia Van Upp schrieben zusammen das Drehbuch basierend auf einer Geschichte von Erwin S. Gelsey. Für die Filmsongs konnte Columbia das erfolgreiche Songschreiberduo Jerome Kern und Ira Gershwin gewinnen, während Charles Vidor als Regisseur verpflichtet wurde, der 1940 mit Hayworth bereits The Lady in Question gedreht hatte und später mit Gilda (1946) ihren größten Triumph inszenierte. Studioboss Harry Cohn war anfangs gegen den Vorschlag von Produzent Arthur Schwartz, Gene Kelly in der männlichen Hauptrolle zu besetzen. Schwartz setzte sich jedoch durch und lieh Kelly von MGM aus, mit dem Versprechen, dass Kelly die Choreografien selbst gestalten dürfe, was ihm bei MGM bisher nicht zugestanden wurde.[1]

Dreharbeiten

Bei der Gestaltung der Musicaleinlagen gab Columbia Gene Kelly viel Spielraum, weshalb er erstmals in seiner Filmkarriere maßgeblich an der Choreografie und Kameraarbeit seiner Tänze beteiligt war. Dabei glänzte er vor allem in seiner Alter Ego-Tanznummer, bei der er durch innovative Tricktechnik mit seinem Spiegelbild tanzt. Zudem ließ Kelly auf den Bühnen des Studios mehrere Wände entfernen, sodass er, Hayworth und Phil Silvers auf einer einzigen großen Bühne in einer ungeschnittenen Aufnahme eine lange Straße entlang tanzen konnten. Unterstützt wurde er von seinem Assistenten Stanley Donen, mit dem er bereits am Broadway zusammengearbeitet hatte und mit dem er später große Erfolge wie Heut’ gehn wir bummeln (On the Town, 1949) und Singin’ in the Rain (1952) inszenierte.

Für Hayworth, die bei ihren Gesangseinlagen von Martha Mears synchronisiert wurde, waren die Dreharbeiten eine besonders glückliche Zeit in ihrem Leben – beruflich wie privat. Am Set verstand sie sich blendend mit ihren Kollegen: „Es gab keinerlei Probleme, als wir den Film drehten! Wirklich keine. Wir hatten eine tolle Zeit mit Gene und Phil. Ich wusste sofort, dass wir miteinander harmonieren würden – es war so schön mit ihnen zu arbeiten. Es war eine wahrhaft fröhliche Zeit. Ich war mir nicht wirklich bewusst, dass wir irgendetwas besonderes machten, aber es war offensichtlich, das es gut war, weil es sich gut anfühlte.“[2] Ein Teil ihrer Freude lag auch darin begründet, dass sie heimlich in einer Drehpause Regisseur Orson Welles geheiratet hatte, wovon ihre Kollegen jedoch erst aus der Zeitung erfuhren.[1]

Musik- und Tanznummern

  • The Show Must Go On (Jerome Kern, Ira Gershwin): Bei der Eröffnungsszene des Films treten Rusty Parker (Rita Hayworth), Maureen Martin (Leslie Brooks) und sechs weitere Revuemädchen auf der Bühne in Dannys kleinem Nachtclub auf. Eine nach der anderen erscheint durch einen gelben Vorhang und singt jeweils eine Liedzeile. Daraufhin entledigen sie sich in einer Art Striptease-Einlage ihrer zweiteiligen weißen Umhänge, sodass sie nur noch in knappe goldglitzernde Outfits gekleidet sind, die sowohl ihre Taillen als auch ihre nackten Beine zeigen. Dabei stehen sie in einer Reihe nebeneinander und steppen zur schwungvollen Musik, bis sie wieder hinter dem gelben Vorhang verschwinden. Das Lied The Show Must Go On (dt.: Die Show muss weitergehen) richtet sich als Durchhalteparole gleich zu Beginn des Films an US-amerikanische Soldaten, was sich auch in der Darstellung der Revuemädchen als knapp bekleidete Pin-up-Girls widerspiegelt.
  • Who’s Complaining? (Kern, Gershwin): Als komische Showeinlage von Genius (Phil Silvers) wird Who’s Complaining? (dt.: Wer beklagt sich?) ebenfalls in Dannys Nachtclub aufgeführt. Zunächst trägt Genius das Lied in einer Art Sprechgesang vor. Daraufhin öffnet er vier Türen, durch die eine Tänzerin als Dienstmädchen, Rusty als Taxifahrerin, eine weitere Tänzerin als Sekretärin und Maureen als seine Frau hervortreten. Genius flirtet mit allen vier Frauen, die in ihren kurzen Röcken zusammen mit ihm über die Bühne springen. Am Ende muss sich Genius für eine der Damen entscheiden. Er wählt Maureen, die ihm jedoch die Tür vor der Nase zuschlägt, als er sich eine Zigarette anzünden will.
  • Sure Thing (Kern, Gershwin): Nachdem Coudair (Otto Krüger) Rusty zu Who’s Complaining? auf der Bühne gesehen hat und diese ihn an seine Jugendliebe Mirabelle (Hayworth) erinnert, folgt eine Rückblende, in der Mirabelle das nostalgische Lied Sure Thing (dt.: Die sichere Sache) vorträgt. Dabei ist sie in die typische Mode der Jahrhundertwende gekleidet und bewegt sich elegant über eine Bühne, auf der die feine Gesellschaft bei einem Pferderennen gezeigt wird.
  • Make Way for Tomorrow (Kern, Gershwin, E. Y. Harburg): Als Danny, Rusty und Genius in ihrem Stammlokal wie immer Austern bestellen, um eine Perle zu finden, stimmen sie spontan das Lied Make Way for Tomorrow (dt.: Mach den Weg frei für morgen) an, verlassen dabei das Lokal und steppen vergnügt und sorglos auf den Straßen von Brooklyn. Dabei tun sie zunächst so, als wären sie eine kleine Militärkapelle und als würden sie Boot fahren. Nachdem sie leise der Ermahnung eines Polizisten entgehen, necken sie ein Pärchen, woraufhin sie Indianer spielen, mit einem Milchmann tanzen und einem Betrunkenen helfen, der ihnen anschließend applaudiert. Wie bereits The Show Must Go On dient das Lied der Ermutigung nicht aufzugeben in der Hoffnung, das der nächste Tag viel schöner wird.
  • Put Me to the Test (Kern, Gershwin): Erneut auf der Bühne in Dannys Nachtclub treten Rusty und sechs weitere Revuemädchen in Kleidern mit jeweils unterschiedlicher Farbe auf. Danny, der in grün gekleidet ist, gesellt sich zu ihnen und wählt Rusty in ihrem hellgrünen Kleid als sein Mädchen aus. Während Danny Put Me to the Test (dt.: Stell mich auf die Probe) singt und Rusty bittet ihm eine Aufgabe zu stellen, mit der er beweisen kann, dass er sie wirklich liebt, gibt sich Rusty kokett und verschwindet. Die anderen Mädchen gehen daraufhin über die Bühne. Danny läuft ihnen jeweils nach und beginnt mit ihnen zu steppen. Doch da keines der Mädchen bei ihm bleiben will, begnügt er sich notgedrungen mit einem Kleiderständer in Form eines kopf- und armlosen Frauenkörpers als neues Objekt seiner Anbetung. Rusty kommt schließlich zurück und steppt an der Seite von Danny in hohem Tempo mit vielen Sprüngen und Drehungen über die Bühne, bis am Ende die Lichter ausgehen, sie sich umarmen und küssen.
  • Long Ago and Far Away (Kern, Gershwin): Nachdem Rusty aufgrund ihrer Erfolge als Fotomodel ihre Arbeit als Tänzerin vernachlässigt und Danny sich darüber verärgert zeigt, beteuert Rusty ihm eines Abends im Club ihre Liebe und stimmt dazu die Ballade Long Ago and Far Away (dt.: Vor langer Zeit und weit entfernt) an, zu der sie von Genius am Klavier begleitet wird. Zunächst geht Danny nicht darauf ein. Doch als Rusty im Begriff ist, traurig den Raum zu verlassen, beginnt auch Danny das Lied zu singen. Gemeinsam bewegen sie sich anschließend im Takt der Musik um die Tische und Stühle, woraufhin sie sich versöhnen.
  • Poor John (Henry E. Pether, Fred W. Leigh): In einer weiteren Rückblende erinnert sich Coudair, wie Mirabelle in einem roten Kostüm mit Federhut einst das Lied Poor John (dt.: Armer John) vor ihm und anderen Zuschauern in Cockney-Englisch vortrug und dabei beschreibt, wie sie seiner strengen Mutter begegnete. Mirabelle parodiert dazu seine Mutter, die sie als Schwiegertochter missbilligt. Daraufhin erscheinen vier Tänzer in blauem Anzug mit passendem Hut und steppen mit Mirabelle in zunehmendem Tempo. Am Ende tragen sie sie auf einer Bank sitzend von der Bühne.
  • Alter-Ego Dance (Kern): Nachdem Rusty für einen Abend mit Noel Wheaton (Lee Bowman) Danny versetzt hat, läuft dieser durch die nächtlichen Straßen seines Viertels und fragt sich, warum Rusty nicht gekommen ist. Dabei erscheint plötzlich sein Spiegelbild in einer Schaufensterscheibe, das ihn zurechtweist. Wenn er Rusty tatsächlich liebt, solle er ihr den Erfolg als Cover Girl gönnen und sie ziehen lassen, auch wenn daran ihre Beziehung zerbricht. Sein Alter Ego springt daraufhin zu ihm auf die Straße und zwingt Danny nach seinem Vorbild bzw. nach den Anweisungen seiner Gesten zu steppen. Danny versucht zu entkommen und schafft es sein Alter Ego zurück in eine Fensterscheibe zu drängen. Um seine innere Stimme endgültig wieder loszuwerden, wirft Danny eine Mülltonne in ebendieses Schaufenster.
  • Cover Girl (That Girl on the Cover) (Kern, Gershwin): In Noel Wheatons Broadway-Theater findet daraufhin die titelgebende Showeinlage statt, bei der auf einer großen Bühne mehrere Fotomodels vor die Kamera treten und jeweils ein US-amerikanisches Magazin als Cover Girl (dt.: Mädchen auf dem Titelblatt) repräsentieren. Rusty erscheint als letztes Model auf einer serpentinenartigen Rampe, auf der sie dann in einem goldenen Kleid nach unten läuft und von zahlreichen Tänzern umschwärmt und über die Bühne gehoben wird, bis sie zusammen im Gleichschritt die Rampe nach oben laufen, während ein Regen aus Glitzer auf sie herabfällt.
  • Am Ende, als sich Rusty und Danny in ihrem Stammlokal erneut versöhnen, singen sie mit Genius ein weiteres Mal Make Way for Tomorrow und springen zu dritt auf den Straßen herum wie in alten Zeiten.

Rezeption

Veröffentlichung

Es tanzt die Göttin wurde am 30. März 1944 in New Yorks Radio City Music Hall uraufgeführt. Der Film erhielt weitestgehend glühende Kritiken mit besonderem Lob an die Technicolor-Farben, Gene Kellys Alter-Ego-Nummer und Hayworths Liebreiz. Man verglich beide Hauptdarsteller gar mit Fred Astaire und Ginger Rogers und feierte sie als neues Traumpaar des Leinwandmusicals. Auch an der Kinokasse bewährte sich Es tanzt die Göttin als einer der größten Hits des Jahres und machte trotz des finalen Budgets von 1.600.000 Dollar, das mit 600.000 Dollar über dem geplanten Budget lag, einen beachtlichen Gewinn.[1] Sowohl Hayworth als auch Kelly stiegen in der Folge in die absolute A-Liga der Hollywoodstars auf. Columbia erwarb daraufhin die Rechte an Kellys Broadway-Hit Pal Joey in der Hoffnung, Kelly und Hayworth erneut gemeinsam vor die Kamera zu bringen. Doch MGM weigerte sich, Kelly ein weiteres Mal an Columbia auszuleihen. Louis B. Mayers Studio hatte bis dahin Gene Kellys Talent weitgehend unterschätzt. Doch nun erkannte das Studio, was es an ihm hatte, woraufhin er größere Rollen bekam und seine Filmmusicals wie Ein Amerikaner in Paris (An American in Paris, 1951) später Filmgeschichte schrieben. In Deutschland war Es tanzt die Göttin erstmals am 21. Dezember 1950 in den Kinos zu sehen.

Kritiken

„Die Leinwand wird mit einer umwerfenden Ausstattung in alle Farben des Regenbogens gehüllt. […] Außerdem hat diese farbenprächtige Verbeugung vor göttlicher Weiblichkeit auch sehr schöne Musik aus der Feder von Jerome Kern zu bieten. […] Miss Hayworth spielt mit einem Zauber, den sie bisher noch nie so geschickt eingesetzt hat.“

Bosley Crowther, The New York Times[3]

„Der Film […] ist das beste Leinwandmusical des Jahres und eines der besten seit Langem. Nicht einmal die Handlung – das einzig Banale dabei – macht einen Strich durch die Rechnung. […] Miss Hayworths und Gene Kellys […] Tänze sind die besten, seit sich Astaire und Rogers getrennt haben. […] Rita Hayworth tanzt so gut wie nie zuvor, sieht zudem mehr denn je aus wie ein Model von Tizian und zeigt Ansätze eines echten Schauspieltalents.“

Time[4]

„Die gute und konsequente Regie von Charles Vidor nutzt die Vorteile der technischen Erneuerungen im höchsten Maße. […] Die Tanzsequenzen, die die tänzerischen Fähigkeiten von Hayworth und Kelly veranschaulichen, sind meisterhaft inszeniert. […] Die Musik von Jerome Kern und Ira Gershwin, die sieben Songs umfasst, ist von hohem Kaliber.“

Variety[5]

„Die unglaublich klischeehafte Handlung vergisst man über Ritas Liebreiz, der feinen Musik von Jerome Kern und Ira Gershwin und insbesondere Kellys Soloauftritten leicht. Silvers steuert ein paar Lacher bei, aber Eve Arden stiehlt allen die Show als Krugers scharfzüngige Assistentin.“

Leonard Maltin[6]

„Rita Hayworth ist definitiv und verdientermaßen der Star des Films, doch Kelly vermag es, sich neben ihr zu behaupten. Sie harmonieren auf wundersame Weise […]. Hayworth sieht hinreißend aus in einer Reihe von herrlichen Kostümen […]. Sie spielt ihre Rolle sehr instinktiv […] und ihr Tanzen ist fantastisch. Der jungenhaft aussehende Kelly klingt großartig und zeigt seine ersten choreografischen Sternstunden während der berühmten Alter Ego-Sequenz. Die Filmmusik ist erstklassig; das schöne Long Ago and Far Away ist zu Recht ein Highlight […]. Phil Silvers und Eve Arden liefern ihre Komikeinlagen zuverlässig und Charles Vidors Regie ist souverän.“

Craig Butler, All Movie Guide[7]

„Temperamentvoller Revuefilm mit erstklassiger Musik und tänzerischen Glanzleistungen von Gene Kelly.“

Lexikon des internationalen Films[8]

Auszeichnungen

Bei der Oscarverleihung 1945 war Es tanzt die Göttin für fünf Oscars nominiert. Doch lediglich Carmen Dragon und Morris Stoloff konnten für ihre Arbeit in der Kategorie Beste Filmmusik in einem Filmmusical den Preis gewinnen. In den Kategorien Beste Kamera (Rudolph Maté, Allen M. Davey), Bester Ton (John P. Livadary) und Bestes Szenenbild (Lionel Banks, Cary Odell, Fay Babcock) musste sich das Filmmusical Henry Kings Filmbiografie Wilson geschlagen geben. In der Kategorie Bester Song, in der Jerome Kern und Ira Gershwin für Long Ago and Far Away nominiert wurden, gewann der Song Swinging on a Star aus dem Film Der Weg zum Glück (Going My Way) mit Bing Crosby. Dennoch entwickelte sich auch Long Ago and Far Away zu einem Standardlied in den Vereinigten Staaten. 2004 wählte das American Film Institute die Ballade auf Platz 92 in der Liste der 100 besten US-amerikanischen Filmsongs.[9]

Bedeutung

In der Geschichte des Filmmusicals markiert Es tanzt die Göttin einen Wendepunkt, indem die Musik- und Tanzeinlagen nicht länger nur unterhaltsame Lückenfüller waren, sondern Teil der Handlung selbst. So z. B. Gene Kellys Alter Ego-Tanznummer, bei der er in einer Art psychologischem Wettkampf mit seinem Spiegelbild tanzt, das sein Gewissen darstellt. Durch diese Weiterentwicklung wurde das Genre zur höheren Kunst erhoben, zumal Kellys Tanzstil mehr vom Ballett als von der Revue geprägt war.[1] Doch der Film stellt nicht nur einen Wendepunkt dar, sondern ist zugleich auch das Bindeglied zwischen revueartigen Musikfilmen der 1930er Jahre und dem klassischen Hollywood-Musical der späten 1940er und 1950er Jahre. Demzufolge weist Es tanzt die Göttin Motive und Merkmale beider Stilformen auf. Wie in den Revuefilmen der vorangegangenen Dekade agieren in Es tanzt die Göttin Tänzer und Showgirls auf der Bühne. Doch wie in späteren Filmmusicals vermeidet Es tanzt die Göttin allzu melodramatische Momente und ist stattdessen von einem durchweg starken Optimismus geprägt, der auch im Hinblick auf das damals aktuelle Geschehen während der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs betrachtet werden muss – als eine Art Durchhalteparole, wie es bereits die erste Tanznummer am Anfang des Films beschreibt: The Show Must Go On.[6]

Deutsche Fassung

Gene Kelly ca. 1944

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1950 durch die Willy-Zeyn Film GmbH Berlin.[10]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Rusty Parker / Maribelle Hicks Rita Hayworth Eleonore Noelle
Danny McGuire Gene Kelly Paul Klinger
Noel Wheaton Lee Bowman Curt Ackermann
Genius Phil Silvers Hans Nielsen
Cornelia ‚Stonewall‘ Jackson Eve Arden Ingeborg Grunewald
John Coudair Otto Kruger Albrecht Schoenhals
John Coudair als junger Mann Jess Barker Albrecht Schoenhals
Tony Pastor Thurston Hall Klaus W. Krause

DVD-Veröffentlichungen

  • Es tanzt die Göttin. Sony Pictures Home Entertainment 2003
  • Legend Diary by Rita Hayworth. 8 DVDs, Sony Pictures Home Entertainment 2006

Soundtrack

  • Jerome Kern: Cover Girl / You Were Never Lovelier. Howard’s 1999, eine CD mit 19 Filmsongs aus Es tanzt die Göttin und Du warst nie berückender
  • Jerome Kern: Cover Girl / Good News. Great Movie Themes 1999, eine CD mit 19 Filmsongs aus Es tanzt die Göttin und Good News

Einzelnachweise

  1. a b c d John Kobal: Rita Hayworth: The Time, The Place and the Woman. New York: W.W. Norton, 1977, S. 119–125
  2. "No problems while making that film! None, none. We had a sensational time with Gene and Phil. I knew we had a rapport – they were both so great to work with. It was a happy time. I didn't know we were doing anything special, but you knew it was good because it felt good making it.", John Kobal, S. 93–94
  3. "It rainbows the screen with dazzling décor. […] Further, this gaudy obeisance to divine femininity has some rather nice music in it from the tune-shop of Jerome Kern. [...] Miss Hayworth even acts with an enchantment which she has never so capably turned on.", New York Times
  4. "The picture […] is the best cinemusical the year has produced, and one of the best in years. Not even Cover Girl's story—the one really conventional thing about it—gets in its way. […] Miss Hayworth's and Mr. Kelly's […] dance duets are the best since Astaire and Rogers split. […] Besides dancing better than ever before, Rita Hayworth looks more than ever like a model in brisk flight from Titian, and shows marked symptoms of acting.", Time
  5. "Fine and consistently-paced direction by Charles Vidor, and taking full advantage of the technical contributions. […] Dance sequences spotlighting the terping abilities of Hayworth and Kelly are expertly staged. […] Score by Jerome Kern and Ira Gershwin, comprising seven tunes, is of high caliber.", Variety
  6. a b Steffen Haubner: Es tanzt die Göttin. In: Filme der 40er. Jürgen Müller (Hrsg.), Taschen, 2005, S. 119–220
  7. "Rita Hayworth is definitely (and deservedly) the star of the film, but Kelly more than holds his own with her. There's a wonderful chemistry between them […]. Hayworth looks smashing, costumed to the teeth in an array of fabulous outfits […]. She also acts her role very affectingly […] and her dancing is stupendous. Kelly, looking very boyish, sounds great and displays his first real choreographic sparks during the famous Alter Ego sequence. The score is first rate; the beautiful Long Ago and Far Away is justifiably a highlight […]. Phil Silvers and Eve Arden supply dependable comic relief, and Charles Vidor's direction is sure.", All Movie Guide
  8. Lexikon des internationalen Films
  9. offizielle Webseite des American Film Institute
  10. synchrondatenbank.de

Weblinks


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