Abessinien

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Abessinien
Šč®ŠäĘŠČĶŠčģŠĆĶŠčę ŠćĆŠčīŠąęŠąčŠčä Šč≤ŠąěŠä≠ŠąęŠą≤ŠčęŠčä Šą™ŠćźŠČ•ŠąäŠä≠ (Amharisch)

y√§-ItyoŠĻóŠĻóya F√§d√§ralawi Dimokrasiyawi Rip√§blik (Transliteration)
Demokratische Bundesrepublik √Ąthiopien

Flagge √Ąthiopiens
Wappen √Ąthiopiens
Flagge Wappen
Amtssprache Amharisch
Hauptstadt Addis Abeba
Staatsform Demokratische Bundesrepublik
Staatsoberhaupt Präsident
Girma Woldegiorgis (seit 8. Okt. 2001)
Regierungschef Premierminister
Meles Zenawi (seit August 1995)
Fläche 1.127.127 km²
Einwohnerzahl 78.254.090 (Quelle: CIA 2008)
Bevölkerungsdichte 72 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 1346 US-Dollar (2008)[1]
HDI 0,503 (152.)
W√§hrung 1 √Ąthiopischer Birr = 100 Santim
1 ‚ā¨ = 14,17 ETB
100 ETB = 7,06 ‚ā¨
(Stand: 13. Februar 2009)
Inflation etwa 17,2% (2007 geschätzt)
Nationalhymne Wädäfit Gäsgeshi Wudd Ennate Ityop’ya
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen ETH
Internet-TLD .et
Telefonvorwahl +251

√Ąthiopien (griechisch őĎőĻőłőĻőŅŌÄőĮőĪ, von altgriechisch őĪőĮőłőĪőĽőŅ, a√≠thalo ‚Äď das sonnengebr√§unte und őŅŌą, ops ‚Äď das Gesicht, amharisch Ityop'ya) ‚Äď zeitweise im Ausland auch als Abessinien bekannt (eigentlich ein kultur-geographischer Begriff, der nur das Hochland bezeichnet) ‚Äď ist ein Staat im Nord-Osten Afrikas. Er grenzt an Eritrea, den Sudan, Kenia, Somalia und Dschibuti. Nationalfeiertag ist der 28. Mai, Tag der Niederlage des Mengistu-Regimes (1991).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

√Ąthiopien ist das zehntgr√∂√üte Land in Afrika, es ist rund dreimal so gro√ü wie Deutschland.

Politische Grenzen

Grenze insgesamt: 5.328 km

Zwischen 1952 und 1993 hatte √Ąthiopien einen Zugang zum Meer, der jedoch mit der Unabh√§ngigkeit Eritreas verloren ging.

Geologie

Das Sämen-Gebirge

Die Landesnatur √Ąthiopiens nimmt im Rahmen Afrikas eine Sonderrolle ein. √Ąthiopien ist neben Lesotho das am h√∂chsten gelegene Land des Kontinents: 50¬†% seiner Fl√§che liegen h√∂her als 1200 Meter, mehr als 25¬†% √ľber 1.800 Meter, √ľber 5¬†% erreichen noch H√∂hen √ľber 3.500 Meter. Dennoch hat der gr√∂√üte Teil des Hochlands Mittelgebirgscharakter. Hier herrscht gem√§√üigtes Klima vor. Die Hochlandsr√§nder und die Einschnitte der Fl√ľsse (Nil, Omo, Takaze) sind sehr steil ausgebildet.

Der Gro√üteil √Ąthiopiens wird vom Hochland von Abessinien eingenommen; in diesem weitl√§ufigen Hochgebirge liegt auch die Hauptstadt des Landes: Addis Abeba (2.370¬†m √ľ. NN). H√∂chster Berg des Hochlandes ist der Ras Daschan Terara (4.545¬†m); weitere dortige Viertausender sind der Talo (4.413¬†m), der Guma Terara (4.231¬†m) und der Guge (4.203¬†m). Durch die Mitte des Staats zieht sich in Nordost-S√ľdwest-Richtung der Gro√üe Afrikanische Grabenbruch (der hier auch Abessinischer Graben genannt wird). Auf dessen s√ľd√∂stlicher Seite schlie√üt sich das Somali-Hochland mit dem Deemtu (4.377¬†m) an. Die tiefste Landesstelle befindet sich mit 116¬†m unter dem Meeresspiegel in der Koba-Senke westlich der Grenze zu Eritrea.

An Bodensch√§tzen bietet √Ąthiopien Mangan, Gold, Platin und Edelsteine.[2] Insbesondere in den Bundesstaaten Afar, Tigray und Amhara werden √Ėlvorkommen vermutet.[3]

Klima

Die klimatischen Unterschiede innerhalb von √Ąthiopien sind in erster Linie durch die H√∂he bedingt, in den Tiefebenen ist es hei√ü, und in den Hochebenen relativ k√ľhl.

Man kann drei Klimazonen unterscheiden: die tropisch-hei√üen Gebiete bis 1.800 m, die warm-gem√§√üigte Zone von 1.800 bis 2.500 m sowie die k√ľhle Zone √ľber 2.500 m. In der Hauptstadt Addis Abeba, die auf ca. 2.400 m H√∂he liegt, liegt die durchschnittliche Tagestemperatur mittags zwischen 8 und 24 ¬įC.

In der tropisch-hei√üen Zone (Qolla) ist es durchschnittlich 27 Grad warm bei einer j√§hrlichen Regenmenge unter 500¬†mm Niederschlag. Die warm-gem√§√üigte Zone (Woyna Dega) ist 22 Grad warm bei 500 bis 1.500¬†mm Niederschlag pro Jahr. Im Berggebiet (Dega, √ľber 2.500 m) werden nur 16 Grad gemessen und die Regenmenge steigt bis 1.800¬†mm Niederschlag. Die Hauptregenzeit ist zwischen Mitte Juni und September, eine kleine Regenzeit gibt es zwischen Februar und M√§rz.

Seen

Satellitenbild √Ąthiopiens

Der größte See ist der Tanasee. Im großen afrikanischen Grabenbruch gibt es viele meist vulkanische Seen. Der Shala ist der größte Kratersee und der tiefste des Landes. Der Langano ist wegen seines hohen Sodagehaltes einer der wenigen Seen, in denen man baden kann, da er frei von Bilharzioseerregern ist.

Fl√ľsse

Die wichtigsten Fl√ľsse in √Ąthiopien sind der Akobo, der Awash, der Blaue Nil, der Juba, der Genale, der Omo, der Tekeze und der Wabi Shebelle.

Nationalparks

‚Üí Hauptartikel: Nationalparks in √Ąthiopien

In √Ąthiopien gibt es 9 Nationalparks (Stand Oktober 2005). Das Schutzgebietssystem wird durch etwa 100 weitere nationale Schutzgebiete mit unterschiedlichem Schutzstatus erg√§nzt. Der Simien-Nationalpark geh√∂rt zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Flora und Fauna

Aufgrund seiner abwechslungsreichen Topographie, diversen geologischen Schichten und verschiedener klimatischer Verh√§ltnisse ist √Ąthiopien die Heimat f√ľr eine vielf√§ltige Pflanzen- und Tierwelt. Von der Savanne √ľber immergr√ľne Feuchtw√§lder bis hin zu Regionen mit alpinem Klima haben sich hier viele Lebensr√§ume etabliert.

√Ąthiopisches Hochland

√Ąthiopien ist eines der acht Genzentren der Erde. Die √§thiopische Flora umfasst ungef√§hr 7.000 h√∂here Pflanzenarten, von denen ungef√§hr zw√∂lf Prozent endemisch sind. √Ąthiopien ist das Ursprungsland des Kaffee und verschiedener Getreidearten, wie Teff, sowie der Roten Zierbanane. √úber 20 verschiedene Kulturpflanzen stammen aus diesem Land.

Die Schirmakazie, der Affenbrotbaum, Wacholder und der Maulbeerfeigenbaum sind typische Baumarten des Landes. Eines der gro√üen Umweltprobleme √Ąthiopiens ist jedoch die Waldrodung, die dazu gef√ľhrt hat, dass bereits Anfang des 20. Jahrhunderts viele dieser Arten in ihrem Bestand erheblich geschw√§cht waren. Eine Aufforstung mit schnell wachsenden Eukalyptusb√§umen im Jahre 1905 hat dazu gef√ľhrt, dass diese heute den gr√∂√üten Teil der B√§ume √Ąthiopiens ausmachen.

Unter den zahlreichen Tierarten sind 30 S√§ugetierarten (12¬†%) (unter anderem der √§thiopische Wolf, die S√∂mmerringgazelle, der Dschelada und das Bergnyala), 23 Vogelarten (2,6¬†%) (unter anderem die Blaufl√ľgelgans, die Rougets Ralle und der Klunkeribis), 3 Reptilarten (3,9¬†%) und 17 amphibische Arten (31,5¬†%) endemisch.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Addis Abeba 2.757.807 Einwohner, Dire Dawa 252.347 Einwohner, Nazret 214.034 Einwohner, Bahir Dar 168.929 Einwohner, Gonder 153.942 Einwohner und Mek'ele 151.752 Einwohner.

Siehe auch: Liste der St√§dte in √Ąthiopien

Bevölkerung

Bev√∂lkerungsentwicklung 1961‚Äď2003

√Ąthiopien ist ein Vielv√∂lkerstaat. Die Bev√∂lkerung setzt sich aus ungef√§hr 80 ethnischen Gruppen zusammen, die zwischen mehreren Millionen und nur wenigen Hundert Menschen umfassen k√∂nnen. Obwohl geographisch dem s√ľdlich der Sahara gelegenen Afrika zugerechnet, ist das Land in seiner historischen und kulturellen Entwicklung stark von Einfl√ľssen aus dem Nahen Osten gepr√§gt.

Ethnien

Arbeiter aus Agame (um 1845)

Im 20. Jahrhundert galten die Amharen als Staatsvolk. Obwohl sie nur zwischen 20 und 30¬†% der Bev√∂lkerung stellen, hat sich Amharisch als Landessprache durchgesetzt und wird zumindest von der Stadtbev√∂lkerung des gesamten Landes im t√§glichen Umgang benutzt. Zusammen mit den Tigray, die ca. 10¬†% der √§thiopischen Bev√∂lkerung ausmachen, siedelten sie traditionell als Bauern in den n√∂rdlichen Hochl√§ndern, dem Kernland des historischen √§thiopischen Kaiserreichs. Amharen und Tigray k√∂nnen unter dem √§thio-semitischen Begriff Habesha ('Abessinier') zusammengefasst werden. Zum √ľberwiegenden Teil sind sie Anh√§nger der √Ąthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche. Die H√§lfte der Bev√∂lkerung sind Muslime, jedoch wird der Alltag von der √§thiopisch orthodoxen Kirche gepr√§gt. Eine kleine Minderheit sind Protestanten und Katholiken, die Minderheit j√ľdischen Glaubens (Falascha) ist mittlerweile fast komplett nach Israel ausgewandert.

Speerträger aus Tigre (um 1845)

Die zahlenm√§√üig gr√∂√üte Ethnie bilden allerdings die Oromo, was auf Oromiffa ‚Äödie Starken‚Äė bedeutet. Fr√ľher waren die Oromo und andere kuschitische und omotische V√∂lker unter der Bezeichnung Galla bekannt, was in Amharisch auch heidnisch bzw. nicht-christlich bedeute.[4] Galla gilt heute als abwertend und sollte vermieden werden. Sie stellen √ľber 40¬†% der Bev√∂lkerung √Ąthiopiens und h√§ngen oft dem Islam, aber auch der √Ąthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche an. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich √ľber den S√ľden, Osten und Westen des Landes. Die muslimische Bev√∂lkerung der Stadt Harar wird Aderi genannt und hat aus historischen Gr√ľnden eine eigene linguistisch-kulturelle Identit√§t. Die bedeutsamsten anderen ethnischen Gruppen √Ąthiopiens sind die Wolaita (10¬†%), Somali (6¬†%), Gumuz (der alte Name Shankella gilt als ausgesprochen beleidigend, da damit die negriden Gruppen des Landes gemeint sind; 6¬†%) Afar (4¬†%), Gurage (3¬†%), Sidama (7¬†%) und Agaw (1¬†%). In den Regionen im Westen und S√ľdwesten des Landes leben noch zahlreiche nilotische und omotische Ethnien, die zum Teil einen sehr urspr√ľnglichen Lebensstil bewahrt haben. Die bekanntesten unter ihnen sind die Mursi, Hamar, Ometo und Nuer.

Siehe auch: Majangir

Sprachen

In √Ąthiopien werden √ľber 80 Sprachen gesprochen. Die Amtssprache auf der Bundesebene ist Amharisch, das zum (s√ľd-)semitischen Zweig des Afroasiatischen geh√∂rt und als Muttersprache von etwa 17 Mio. Menschen gesprochen wird, als Zweitsprache von weiteren 4 Mio. √Ąthiopiern. Das kuschitische Oromo ist mit 24-25 Mio. Sprechern die Sprache mit den meisten Sprechern. Allerdings ist die Sprecherzahl einzelner Sprachen oft ein Politikum und Angaben dazu daher mit Vorsicht zu genie√üen. Englisch ist Bildungssprache und wird in den Oberschulen als Unterrichtssprache verwendet. In einzelnen Bundesstaaten, deren Grenzen entlang Sprachgrenzen gezogen wurden, werden in Grundschulen und in √∂rtlichen Verwaltungen regionale Sprachen wie Oromo, Harari, Somali, Afar, Kafficho u.¬†a., aber auch Amharisch verwendet.

Die Sprachen √Ąthiopiens geh√∂ren ‚Ästsehr ungleich verteilt¬†‚Äď zwei gro√üen Sprachfamilien an: dem Afroasiatischen (fr√ľher Semito-Hamitisch genannt) und dem Nilo-Saharanischen. Dabei entfallen 99¬†% (55 Mio.) auf das Afroasiatische, das in √Ąthiopien mit seinen Zweigen Semitisch (vorwiegend in der n√∂rdlichen H√§lfte des Landes), Omotisch (im S√ľdwesten) und Kuschitisch (im S√ľden, Westen und Osten) vertreten ist. Die Nilo-Saharanischen Sprachen (im Westen √Ąthiopiens) machen nur 1¬†% oder etwa 500.000 Sprecher aus.

Siehe auch: Alphabetische Liste der Sprachen von √Ąthiopien

Religionen

Das Kreuz von Tewodros II. (um 1870)

So heterogen wie die ethnische Zugehörigkeit ist auch die religiöse: Die wichtigsten Glaubensgemeinschaften sind die äthiopisch-orthodoxen Christen und die sunnitischen Muslime. Dazu kommen Katholiken, Siebenten-Tags-Adventisten, Neuapostolische Kirche, Anhänger von Naturreligionen, Angehörige der äthiopisch-evangelischen Kirchen, Hindus und Sikhs.

Zur religi√∂sen Zusammensetzung der Bev√∂lkerung in √Ąthiopien gibt es widerspr√ľchliche Angaben.

So gibt der Fischer Weltalmanach 2008[5] folgendes an:

  • Rund 40-50¬†% sind √§thiopisch-orthodoxe Christen, 30-45¬†% der √Ąthiopier sind Muslime und ca. 10¬†% sind Protestanten, die √ľbrigen sind Animisten bzw. geh√∂ren indigenen Religionen an. In der Version von 2007[6] sind 45¬†% Muslime, 40¬†% Orthodoxe, 10¬†% Protestanten und 5¬†% Sonstige erw√§hnt.

Das Jahrbuch "Aktuell 2008" von Harenberg [7]schätzt

  • 45-50¬†% Muslime gegen√ľber 35-40¬†% orthodoxen Christen, 12¬†% Animisten und 3-8¬†% Sonstige.

Ebenso sieht es das gemeinsame Jahrbuch von dtv und Spiegel-Buchverlag[8]

  • 45-50¬†% Muslime, 35-40¬†% orthodoxe Christen und 10¬†% traditionelle Religionen

Faktisch alle mehrbändigen Brockhaus-Ausgaben geben an,

  • dass in √Ąthiopien der Islam heute √ľber 50¬†% der Gesamtbev√∂lkerung ausmacht[9], w√§hrend alle einb√§ndigen Brockhaus-Ausgaben von insgesamt 50¬†% Christen (Orthodoxe und Protestanten) gegen√ľber 40-45¬†% Muslimen ausgehen. Der Brockhaus Atlas zur Geschichte nennt 50¬†% Muslime.[10]

Das CIA World Fact Book (Erhebung 1994)[11]:

  • 60,8¬†% Christen (50.6¬†% √Ąthiopisch-Orthodoxe, 10.2¬†% Protestanten), 32,8¬†% Muslime, 4,6¬†% traditionelle Religion und 1,8¬†% andere Religionen.

Dagegen gibt das US-Außenministerium (Stand August 2007) an[12]

  • 45-50¬†% Muslime, 40¬†% √Ąthiopisch-Orthodoxe und 5¬†% Protestanten.

√Ąhnlich sch√§tzt es das Ausw√§rtige Amt (Stand Oktober 2007)[13] ein:

  • Rund 45¬†% der √Ąthiopier sind √§thiopisch-orthodoxe Christen, 45¬†% Muslime, ca. 7¬†% evangelische und katholische Christen und ca. 3¬†% geh√∂ren Naturreligionen an.

Umgedreht geben die Botschaften √Ąthiopiens in London und Wien folgende Zahlen an[14]:

  • 45¬†% √Ąthiopisch-Orthodoxe, 35-38¬†% Muslime, 9¬†% sonstige Christen (Katholiken und Protestanten) sowie bis zu 11¬†% Sonstige.

Eine Sonderrolle spielen die Falascha ‚Äď diese Gemeinschaft √§thiopischer Juden ist √§lter als der Talmud. Mit einer geheimen Luftbr√ľcke hatte Israel 1984 und 1991 mehr als 25.000 Falascha aus den Bergt√§lern zwischen Gonder und Aksum nach Israel ausgeflogen. Heute leben nur noch 3.800 Falascha in √Ąthiopien

√Ąthiopisch-Orthodoxe Kirche

√Ąthiopischer Priester mit typischen √§thiopischen Kreuzen

Anfang des 4. Jahrhunderts verbreitete sich das Christentum in √Ąthiopien. Das √Ąthiopisch-Orthodoxe Christentum, das vor allem unter den Amharen und Tigray verbreitet ist, ist die historisch bedeutsamste Religion des Landes. √Ąthiopien z√§hlt mit Armenien und Georgien zu den √§ltesten stark durch das Christentum gepr√§gten Staaten der Erde.

Die √§thiopische Kirche ist im Unterschied z.¬†B. zu den griechisch-Orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchen miaphysitisch, d.¬†h., dass ihre Abspaltung vom westlichen Christentum auf dem Konzil von Chalcedon stattfand, und sie somit nicht als eine orthodoxe Kirche im Sinne der dyophysitischen russisch- oder griechisch-orthodoxen Kirche gesehen werden kann. Sie steht somit den indischen Thomaschristen, den Armeniern, den Aram√§ern oder auch den √§gyptischen Kopten nahe. Die religi√∂se Spaltung geht auf die Definition der Natur Christi zur√ľck. Die miaphysitischen Kirchen vertreten die Lehre, dass Jesus nur eine g√∂ttlich-menschliche Natur hatte, w√§hrend die Dyophysiten glauben, dass er je eine g√∂ttliche und eine menschliche hatte. F√ľr diese Konfession sind die √§thiopischen Rundkirchen typisch.

Protestantische und katholische Kirchen

Kloster Debre Damo in Nordäthiopien

Rund 6 bis 10 Prozent der √Ąthiopier sind protestantisch oder katholisch.[15] Seit 1830 sind evangelische Missionare in √Ąthiopien unterwegs; von 1855-68 war die St. Chrischona Pilgermission aus Basel in Zusammenarbeit mit dem anglikanischen Bischof Jerusalems mit meist deutschen Missionaren in √Ąthiopien t√§tig. Auf diese geht u.¬†a. eine protestantische Bewegung unter den j√ľdischen Beta Isra'el (sog. ‚Äěschwarze Juden‚Äú) zur√ľck. Die Hermannsburger Mission bem√ľht sich 1853 bis 1857 um die Missionierung der Oromo, wird aber erst im Jahre 1927 wirklich aktiv; eine erste deutsch-schweizerische Mission unter den Oromo gab es schon 1840 (in Shewa), sp√§ter 1867 (Beni Shangul / Gubbe) und f√ľr l√§ngere Zeit mit einem gewissen Erfolg auf der Missionsstation in Balli, s√ľdlich Shewa, von 1872 bis 1886, geleitet von deutschen Missionaren der St. Chrischona Pilgermission aus Basel. Weiter gibt es Missionen aus Schweden, Norwegen, den USA und D√§nemark. Der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten geh√∂ren etwa 145.000 Personen an.[16]

Zur Zeit gibt es folgende protestantische Kirchen in √Ąthiopien:

Die √Ąthiopisch-Katholische Kirche ist eine mit der R√∂misch-Katholischen Kirche unierte Ostkirche. Sie wurde 1622 zur Staatskirche erhoben und 1636 wieder verboten, weil der von Rom entsandte Patriarch Alfonso Mendez den einheimischen Ritus durch den lateinischen ersetzte. Seit 1961 existiert wieder ein √§thiopisch-katholisches Erzbistum Addis Abeba. Die Messe wird im alexandrinischen Ritus und in amharischer Sprache zelebriert.

Islam

Eine Oromo-Handschrift in arabischer Schrift aus Wollo

Der Islam hat in √Ąthiopien eine mehr als tausend Jahre alte Geschichte und seine kulturelle und historische Bedeutung ist der des Christentums vergleichbar (siehe dazu bspw.[17] und[18]). Der erste Kontakt des Islam mit √Ąthiopien fand schon zu Lebzeiten des Propheten Mohammed statt, als eine Gruppe von Muslimen, darunter die Ehefrau des Propheten, nach √Ąthiopien floh und dort freundlich aufgenommen wurde. Der damalige christliche Negus (K√∂nig) von √Ąthiopien weigerte sich die Verfolgten nach Mekka auszuliefern, weil er keinen grossen Unterschied zwischen dem orthodoxen Christentum und dem Islam feststellen konnte. Ein paar dieser arabischen Muslime sind nicht nach Mekka zur√ľckgekehrt, sondern blieben mit ihren Familien in √Ąthiopien. In √Ąthiopien bildet sich demnach die erste muslimische Gemeinde der Welt au√üerhalb Mekkas. Dies soll den Propheten dazu veranlasst haben, das Gebot auszusprechen, die christlichen √Ąthiopier als einzige Nicht-Muslime vom Jihad zu verschonen. Dieses Ereignis hat bis heute f√ľr die muslimischen √Ąthiopier eine identit√§tsstiftende Bedeutung. Ab dem 9. Jahrhundert entstanden eine Reihe islamischer F√ľrstent√ľmer und Staaten, vor allem im Osten und S√ľdosten des Landes. Durch die Eroberungen unter Menelik II. Ende des 19. Jahrhunderts wurden weite Regionen, die vornehmlich islamisch gepr√§gt sind, Teil des modernen √§thiopischen Staates.

Eine wichtige Rolle bei der Herausbildung des √§thiopischen Islams spielten Sufibruderschaften (Tariqas), die vor allem in Harar, Wollo und Jimma Zentren islamischer Gelehrsamkeit gr√ľndeten. Waren Muslime im modernen √Ąthiopien unter Haile Selassie lange Zeit unterdr√ľckt, so erlangten sie ab der Derg-Periode die Gleichberechtigung. Seitdem werden beispielsweise die wichtigen islamischen Feste als nationale Feiertage gefeiert.

Heute sind weite Teile des Landes islamisch gepr√§gt, so die Regionen Ogaden, die Afar-Region (auch Danakil genannt), Bali, Arsi, Teile der Gurage-Region, das √∂stliche Wollo, die Harar Region, die Jimma Region, Ilubabor und Bani-Shangul. Zwischen 45¬†% und 50¬†% der √Ąthiopier sind Muslime, vor allem die V√∂lker der Afar, Gurage, Oromos und Somali.

Juden

Die √§thiopischen Juden, auch Falascha, Beta Isra'el (Haus Israel), ethnische Bezeichnung fr√ľher Kayla, sind eine vom israelischen Oberrabbinat als durch Zwang christianisierte Afrikaner urspr√ľnglich j√ľdischen Glaubens definierte Gruppe. 1975 wurden sie von den Rabbinern in Israel endg√ľltig als Juden anerkannt.

Historisch haben sie sich im Mittelalter aus politisch-religi√∂s verfolgten Agaw-Gruppen entwickelt, u.¬†a. durch Rekonversion christlicher M√∂nche zu einem aus dem Alten Testament k√ľnstlich abgeleiteten Judentum. Ethnisch geh√∂ren sie zu einer alteingesessenen Bev√∂lkerung √Ąthiopiens; ob es vor der Konversion der Kayla zu einer judaisierenden Religion (der aber wesentliche Elemente des Judentums fehlen) eine m√∂glicherweise √§ltere, versprengte j√ľdische Gruppe gegeben hat, ist aufgrund gegenl√§ufiger historischer Indizien zunehmend umstritten.

Rastafari

F√ľr die Glaubensgemeinschaft der Rastafari sind Kaiser Haile Selassie und das Land an sich von zentraler Bedeutung. Eine sehr kleine Gruppe Anh√§nger dieser religi√∂sen Bewegung lebt in Shashemene s√ľdlich von Addis Abeba (in Oromiyaa), seitdem sich dort afrikanische Heimkehrer erst aus den USA, sp√§ter aus Jamaika und dann aus der ganzen Welt niedergelassen haben.

Geschichte

√Ąthiopien in Ge'ez-Schrift

‚Üí Hauptartikel: Geschichte √Ąthiopiens

Das Skelett Lucy, ein Australopithecus afarensis

Das √∂stliche Afrika wird von der √ľberwiegenden Mehrheit aller Pal√§anthropologen als die Wiege der Menschheit bezeichnet. Lange bevor es Schrift gab oder eine √úberlieferung, auf die wir uns heute beziehen k√∂nnen, gab es auf dem Gebiet des heutigen √Ąthiopiens Menschen und Vormenschen. Zahlreiche √úberreste solcher Vormenschen (zum Beispiel Australopithecus afarensis) wurden in √Ąthiopien gefunden (‚ÄěLucy‚Äú 1974 in Hadar; DIK 1-1 (genannt ‚ÄěSelam‚Äú) 2000 in Dikika).

Als eines der bedeutenden ‚ÄěWeltreiche‚Äú (so der Prophet Mani) in der Zeit der Sp√§tantike gilt das nord√§thiopische Reich von Axum (auch Aksum), das eines der ersten christlichen K√∂nigreiche der Welt war. Es beherrschte (allerdings nur kurzzeitig) auch Teile der s√ľdlichen arabischen Halbinsel und des Nordsudans, nicht aber Teile des heutigen S√ľd√§thiopien. Wie lange auch Teile des heutigen Sudan s√ľdlich von Atbara unter axumitischer Herrschaft standen, ist umstritten; wahrscheinlich beschr√§nkte sich diese kurzzeitig im 4. Jahrhundert etablierte Herrschaft auf zeitweilige Tributzahlungen. Mit der Ausdehnung des Islam im 7. Jahrhundert (Islamische Expansion) wurde die √§thiopische Christenheit vollst√§ndig vom Einfluss der europ√§ischen Kirche abgeschnitten.

1493 erreichte der Portugiese Pedro de Covilh√£o den Hof des Negus. Er sollte f√ľr ein portugiesisch-√§thiopisches B√ľndnis werben, da Portugal zu dieser Zeit begann seine Herrschaft im Indischen Ozean aufzubauen. 1543 unterst√ľtzten portugiesische Hilfstruppen unter dem Sohn von Vasco da Gama, Cristov√£o da Gama, die √Ąthiopier auf Hilferuf des Negus gegen die Truppen Ahmed Gra√Ī√Ī's (Sultanat Adal), denen sie eine vernichtende Niederlage beibrachten. Ihre Strategie einer Bekehrung des gesamten Landes zum katholischen Glauben scheiterte jedoch.

Karte um 1891: Nubien und Abessinien

Im Zuge des Kolonialismus hatte sich √Ąthiopien immer wieder der Einflussnahme europ√§ischer M√§chte zu erwehren, zun√§chst unter Kaiser Tewodros der Britischen √Ąthiopienexpedition von 1868, dann am Ende des 19. Jahrhunderts des Einflusses der Italiener und ihrer Kolonie Eritrea. Trotz der technisch √ľberlegenen, modernen Waffen der italienischen Armee schlugen die √Ąthiopier 1896 unter Kaiser Menelik II. mit Hilfe Gro√übritanniens die italienischen Invasoren zur√ľck (Schlacht von Adua). Dieses Ergebnis gilt bis in die Gegenwart als wichtiger Sieg einer afrikanischen gegen eine europ√§ische Armee und wurde in der Folgezeit fester Bestandteil des √§thiopischen Nationalbewusstseins.

Auf die Sicherung der Unabh√§ngigkeit folgte die Eroberung im S√ľden des heutigen Staatsgebietes. Diese neueroberten Gebiete fallen unter ein archaisch-feudales System der Landnahme. 1935 kam es zu einem weiteren italienischen Angriff unter Mussolini (Italienisch-√Ąthiopischer Krieg bis 1936). Nur mit massivem Einsatz von Giftgas auch gegen die Zivilbev√∂lkerung, gegen Krankenh√§user usw. gelang es den Italienern, bis zur Hauptstadt Addis Abeba vorzusto√üen. Obwohl die italienische Armee die Oberschicht des Landes mit Massenerschie√üungen zu vernichten versuchte, gelang es ihr zu keinem Zeitpunkt, das ganze Land zu kontrollieren. Kaiser Haile Selassie wurde vor√ľbergehend vertrieben, kehrte aber 1941 mit britischer Hilfe zur√ľck. Insgesamt fielen dem v√∂lkermordartigen Vorgehen der Italiener rund 700.000 √Ąthiopier zum Opfer, das waren knapp zehn Prozent der Gesamtbev√∂lkerung. W√§hrend ihrer kurzen Herrschaft in √Ąthiopien f√ľhrten die Italiener ein System der Rassentrennung ein, das in der Folge von S√ľdafrika unter der Bezeichnung Apartheid √ľbernommen wurde. Anfang der 1970er Jahre geriet das Kaiserreich in eine schwere Krise. Die verarmten Bauern litten unter den Abgaben an die Gro√ügrundbesitzer, das aufstrebende B√ľrgertum Addis Abebas sah sich in seinen politischen Entfaltungsm√∂glichkeiten eingeengt. Die Inflation in Folge der D√ľrrekatastrophe von 1973 und der √Ėlkrise l√∂ste in √Ąthiopien Massendemonstrationen von Studenten und Streikwellen aus. Schlie√ülich revoltierten zu Beginn des Jahres 1974 ebenfalls Teile der √§thiopischen Armee. Kaiser Haile Selassie wurde am 12. September 1974 gest√ľrzt. Das Milit√§r bem√§chtigte sich schnell der Revolution, ein Milit√§rverwaltungsrat √ľbernahm unter F√ľhrung von Major Mengistu Haile Mariam die Macht. 1975 wurde die Monarchie abgeschafft und das Land zu einer sozialistischen Volksrepublik.

Es folgten bald milit√§rische Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten. So wurde 1977/1978 im Ogadenkrieg mit Unterst√ľtzung der Sowjetunion und Kubas eine Invasion des von den USA unterst√ľtzten Somalia abgewehrt. Aufgrund der √ľberm√§√üigen Repression gegen die Zivilbev√∂lkerung erhielten eritreische Separatisten immer mehr Zuspruch.

1984 gelangte √Ąthiopien durch eine Reportage des BBC-Fernsehens in den Blickpunkt der Welt√∂ffentlichkeit. √úber Jahre ausbleibende Niederschl√§ge in der Sahelzone f√ľhrten in zwanzig afrikanischen L√§ndern zu Missernten und Hungersn√∂ten. Auch wegen des anhaltenden B√ľrgerkrieges und der √ľberst√ľrzten Einf√ľhrung des Sozialismus durch Mengistu Haile Mariam war √Ąthiopien am schlimmsten von dieser Katastrophe betroffen. Die Hungersnot in √Ąthiopien 1984‚Äď1985 forderte insgesamt etwa eine Million Opfer.

1991 kollabierte das Regime schlie√ülich. Unter der neuen Interimsregierung Meles Zenawis erlangte Eritrea im Mai 1993 nach fast drei√üig Jahren Krieg die Unabh√§ngigkeit. Grenzstreitigkeiten und vermutlich auch √∂konomische Zwiste f√ľhrten 1998 jedoch erneut zum Krieg der beiden L√§nder. Nach Bombardements der √§thiopischen Luftwaffe auf die eritreische Hauptstadt Asmara und einer Invasion √§thiopischer Bodentruppen zogen sich die √§thiopischen Bodentruppen kurz vor Asmara stehend zur√ľck. Somit ging aus dem Krieg keine Partei siegreich hervor. Der Konflikt wurde durch den Friedensvertrag von Algier im Dezember 2000 beendet, dem zufolge die Blauhelm-Soldaten der United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea (UNMEE)[1] den (fragilen) Frieden √ľberwachen. Am 13. April 2002 gab die unabh√§ngige Grenzkommission eine endg√ľltige Empfehlung zur Beilegung der Streitigkeiten ab (Eritrea Ethiopia Boundary Commission, EEBC)[2]. Ein Jahr nach der Bekanntmachung lehnte √Ąthiopien diese jedoch mit der Begr√ľndung ab, die Stadt Badme, die ausl√∂sender Streitpunkt des Krieges gewesen war, solle anders als von der Kommission vorgeschlagen auch weiterhin zu √Ąthiopien geh√∂ren. Seitdem herrscht zwischen beiden Kriegsparteien ein unruhiger Frieden, der sich jederzeit wieder in einen Krieg verwandeln kann.

Siehe auch: Liste der Kaiser von √Ąthiopien

Politik

Politisches System

Vor 1974

Vor 1974 war √Ąthiopien eine absolute Monarchie. Der letzte Monarch war Haile Selassie.

1974 bis 1991

Nach dem Sturz des Kaisers bem√§chtigt sich das Milit√§r der Revolution, ein Milit√§rverwaltungsrat, der sog. Derg, √ľbernimmt unter F√ľhrung von Major Mengistu Haile Mariam die Macht. 1975 wird die Monarchie abgeschafft und das Land, mit sowjetischer Hilfe, zur sozialistischen Volksrepublik umgebaut. Im monoparlamentarischen √Ąthiopien wurden politische Gegner und religi√∂se Gemeinschaften verfolgt.

Ab 1991

√Ąthiopien ist seit 1991 eine f√∂derale Republik (1995 durch die Verfassung best√§tigt). Das Staatsoberhaupt wird vom Parlament als Staatspr√§sident gew√§hlt und hat vorwiegend repr√§sentative Aufgaben. Der Chef der Regierung ist der Ministerpr√§sident, der die Mitglieder des Kabinetts ernennt und normalerweise Vertreter der st√§rksten Partei im Parlament ist. Das Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Bundeshaus (House of Federation) mit 198 Sitzen und dem Volksrepr√§sentantenhaus (House of People‚Äôs Representatives, kurz genannt Parlama) mit 548 Sitzen (die Mitglieder werden direkt vom Volk f√ľr eine Amtszeit von f√ľnf Jahren gew√§hlt). Die h√∂chste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof in der Hauptstadt Addis Abeba.

Siehe auch: Liste der politischen Parteien in √Ąthiopien

Verwaltungsgliederung

‚Üí Hauptartikel: Verwaltungsgliederung √Ąthiopiens

√Ąthiopien ist seit 1998 nach ethnischen Kriterien in neun Bundesstaaten, die Hauptstadt Addis Abeba (Ziffer 1 auf der Karte) sowie die Stadt Dire Dawa(5) (von Oromiyaa und der Region Somali beansprucht) gegliedert. Die folgende Liste f√ľhrt die Namen der einzelnen Bundesstaaten mit Angabe der Titularnation(en) auf.

Verwaltungsgliederung

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

√Ąthiopien ist in verschiedenen internationalen Organisationen und Gruppierungen Mitglied. Zu den wichtigsten z√§hlen die Mitgliedschaften in den Vereinten Nationen (Gr√ľndungsmitglied 1945) und seinen Unter- und Sonderorganisationen, wobei die ECA (VN-Wirtschaftskommission f√ľr Afrika) ihren Sitz in Addis Abeba hat, der Afrikanische Union (bis 2002 Organisation der Afrikanischen Einheit, deren Gr√ľndungsmitglied das Land 1963 war; Sitz Addis Abeba) und in der Weltbankgruppe, und IWF. Weiterhin in Regionalorganisationen wie der IGAD (Intergovernmental Authority on Development), der COMESA (Gemeinsamer Markt s√ľd- und ostafrikanischer Staaten), und der Cotonou-Abkommen (Partnerschaftsabkommen der Europ√§ischen Union mit den afrikanischen, karibischen und pazifischen L√§ndern). Das Land hat Beobachterstatus in der WTO.[19]

Infrastruktur

Familie Alfred Ilg vor einer Lokomotive der Firma SLM, Winterthur, in Dire Dawa etwa 1902‚Äď1906

Die Verkehrsinfrastruktur kann nach wie vor als ungen√ľgend bezeichnet werden. Insgesamt gibt es 26.053 Kilometer √úberlandstra√üen, davon jedoch nur 3.656 Kilometer befestigte Stra√üen, die sich durch die zerkl√ľftete Landschaft ziehen. Allerdings wird derzeit massiv in den Ausbau der Stra√üen investiert, so etwa in die West-Ost Verbindung zwischen dem Tana-See und der Stadt Weldiya. Daran beteiligt sind unter anderem chinesische Firmen.

Eine einzige 681 km lange meterspurige Eisenbahnlinie besteht, welche Addis Abeba mit Dschibuti verbindet. Die Bahnlinie ist in einem schlechten Zustand, deshalb hat die Europ√§ische Kommission im Jahr 2003 einen Kredit von 40¬†Millionen Euro zur Instandstellung verabschiedet. Dieser Kredit wurde 2006, im Hinblick auf steigende Preise f√ľr Treibstoff und Stahl, auf 50¬†Millionen erh√∂ht. Es besteht die Absicht (2006-Oktober), bald eine Bauunternehmung mit den Arbeiten zu betrauen, so dass die Arbeiten Anfang 2007 aufgenommen werden k√∂nnen. In Zukunft soll die Bahnlinie von einem privaten Betreiber √ľbernommen werden. Der Binnenhandel wird durch die schlechten Verbindungen stark eingeschr√§nkt. In der Regenzeit werden die kaum asphaltierten Transportwege unpassierbar und die Menschen oft wochenlang von den M√§rkten und von medizinischen Einrichtungen abgeschnitten. Die Stra√üe, die den f√ľr √Ąthiopien wichtigen Seehafen in Dschibuti mit der Hauptstadt Addis Abeba verbindet, ist h√§ufig √ľberlastet.

Nur schrittweise kommt die Elektrifizierung voran. Nur etwa 15 Prozent der Bev√∂lkerung hat Anschluss an das Stromnetz. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft f√ľr Technische Zusammenarbeit (GTZ) setzen die √§thiopischen Beh√∂rden unter anderem auf den vermehrten Einsatz von Wasserkraft.[20]

Das Telekommunikationsnetz in √Ąthiopien ist inzwischen gut ausgebaut. In allen regionalen Zentren gibt es √∂ffentliche Telefone und oft auch Internetcaf√©s, Cafes und Telefon-Shops. Die Preise f√ľr Telekommunikation, insbesondere f√ľr Anrufe ins Ausland, sind allerdings sehr hoch und liegen etwa bei 15 Birr/Minute f√ľr einen Anruf nach Deutschland. Internetverbindungen sind oftmals sehr langsam, so dass eine Nutzung kaum oder nur mit sehr, sehr viel Geduld m√∂glich ist. Inzwischen gibt es in einigen Teilen des Landes auch ein Mobilfunknetz. Bisher gibt es Roaming-Abkommen nur mit dem Betreiber E-Plus. Eine √Ąthiopische SIM-Karte kostet ca. 370 Birr (Stand Juli 2006), kann aber nur von B√ľrgern des Landes, oder unter gro√üem b√ľrokratischem Aufwand gekauft werden. Die Vorwahl √§thiopischer Mobilfunknummern besteht aus den Ziffern 091 gefolgt von einer weiteren Nummer, die je nach Region unterschiedlich ist.

Wirtschaft

‚Üí Hauptartikel: Wirtschaft √Ąthiopiens

Der Au√üenhandel √Ąthiopiens besteht im Wesentlichen aus dem Export von Kaffee. Deutschland ist der gr√∂√üte Importeur von √§thiopischem Kaffee. √Ąthiopien wurde als einem der afrikanischen L√§nder von dem Gruppe der Acht-Treffen im Jahre 2005 ein Gro√üteil seiner Schulden erlassen.

Basisdaten

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf lag im Jahr 2000 bei 100 US-Dollar, kaufkraftbereinigt bei 660 PPP-$. Die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf zwischen 1999 und 2000 lag bei 3,0 %.

Landwirtschaft

Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt liegt bei 52¬†% (Stand: 2000). Durch die √∂kologische Verschiedenartigkeit gibt es in √Ąthiopien unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzungssysteme.

  • Nomadismus: Er existiert in allen W√ľsten und Halbw√ľsten in den tieferen Lagen. Meistens treiben die Familien saisonal bedingt ihre Viehherden zwischen verschiedenen Weidegebieten hin und her. Ein Nomadismus, bei dem √ľber Jahre weite Strecken zur√ľckgelegt werden, ist selten. Inzwischen werden die Weidefl√§chen knapper. Das liegt einmal an der zunehmenden Bev√∂lkerung, aber auch an der Ausbreitung von kommerziellen Farmen wie beispielsweise in der Danakilebene. Dort verloren die Afar in den 1950/60ern ihre besten Weidegebiete entlang des Awash. Diese Farmen wurden 1975 verstaatlicht und teilweise vergr√∂√üert. Viele Afar arbeiten heute auf diesen Farmen oder betreiben selber Ackerbau.
  • Semi-Nomadismus oder Transhumanz: Diese Landnutzung war fr√ľher bei vielen Oromov√∂lkern weit verbreitet. Dabei werden mit einer Handhacke Felder bearbeitet, um Getreide anzubauen. Heute kommt diese Form der Landnutzung noch in einigen Teilen von Bale vor. Besonders in den letzten 100 Jahren wanderten vermehrt Menschen aus dem Norden in den S√ľden, nachdem Menelik II. den S√ľden erobert hatte. Der Pflug setzte sich immer mehr durch, da er eine intensivere Landnutzung m√∂glich machte.
  • Brandrodung: Diese Art der Landnutzung kommt in den Grenzgebieten zum Sudan vor. Der Busch wird gerodet und/oder abgebrannt. Gro√üe B√§ume bleiben meist stehen. Der Boden wird dann gepfl√ľgt oder mit einer Hacke bearbeitet. Das Land wird so f√ľr drei bis f√ľnf Jahre genutzt. Ist die nat√ľrliche Bodenfruchtbarkeit ersch√∂pft, folgt eine Ruhezeit von 15 bis 25 Jahren, in der der Boden wieder von nat√ľrlicher Vegetation √ľberwachsen wird. Die zunehmende Landknappheit zwingt die Bev√∂lkerung ihre Felder in immer k√ľrzeren Intervallen zu bestellen. Ohne die notwendigen Ma√ünahmen zum Ressourcenschutz ist eine langfristige Nutzung nicht mehr gew√§hrleistet. In vielen Gebieten findet heute ein √§hnlicher Prozess wie vor Jahrzehnten und Jahrhunderten im Norden √Ąthiopiens statt, der zu einer gewaltigen Zerst√∂rung der √Ėkologie f√ľhrte.
  • Pflugbau: Im n√∂rdlichen Hochland begann der Mensch vor 7000 bis 8000 Jahren mit sesshaftem Ackerbau. Der Boden wird mit dem meist von Ochsen gezogenen Pflug bearbeitet. Die Saat wird breit ausges√§t und mit dem Pflug eingearbeitet. Typisch sind Pflanzen, die sich generativ vermehren. Dazu geh√∂ren Getreide, H√ľlsenfr√ľchte und √Ėlsaaten. Die wichtigsten Anbaufr√ľchte sind Teff (dient nur in √Ąthiopien, Eritrea und Dschibuti der menschlichen Ern√§hrung), Sorghum, Mais, Weizen, Gerste, Fingerhirse, Raps, Sesam, und Nuug (eine √Ėlpflanze, die nur in Indien und √Ąthiopien kultiviert wird). Die Bodenfruchtbarkeit wird durch Fruchtwechsel mit Leguminosen und einer mehrj√§hrigen Brache erhalten. Auf hofnahen Feldern wird mit Tierdung ged√ľngt.

Staatsausgaben f√ľr Gesundheit, Bildung und Verteidigung

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben[21] f√ľr

Tourismus

Reisen hat in √Ąthiopien eine lange Tradition, daher gibt es √ľberall im Land, egal wie klein der Ort ist, sog. Hotels. Deren Standard ist, besonders in abgelegenen Gebieten, gew√∂hnungsbed√ľrftig. In Nord√§thiopien gibt es die Historische Route. Dort gibt es in jeder Stadt ein Hotel der staatlichen Hotelkette, die westlichen Standards gerecht wird. Alle St√§dte werden von der Ethiopian Airlines angeflogen. Sehensw√ľrdigkeiten sind unter anderem Bahir Dar am Tanasee, (Blauer) Nil-Fall, Gondar/Gonder (barocke Schlossanlage), Simien-Nationalpark, Axum (Kathedrale, Stelenfelder), Lalibela (Felsenkirchen), Awash Nationalpark (mit Awash-Wasserfall), Langano-See, Dire Dawa (franz√∂sisches Flair) Sehens- und erlebenswert ist auch Harar (90 Moscheen, Rimbaud-Haus, Weltkulturerbe).

Kultur

Die Felsenkirche Bet Gyiorgis bei Lalibela

√Ąthiopien blickt auf eine jahrtausendealte Tradition zur√ľck. Es gilt nicht nur als die Wiege der Menschheit, sondern auch als Ursprungsland des Kaffees. Durch seine christlichen Traditionen und die historische Isolation unterscheidet es sich kulturell deutlich von den Staaten Schwarzafrikas. Dies √§u√üert sich unter anderem in der √Ąthopischen K√ľche.

Kunst

Religiöse äthiopische Malerei

√Ąthiopien ist bekannt f√ľr seine Malerei, die den Betrachter schnell gefangen nimmt und ihn in eine andere Welt entf√ľhrt. Diese ganz eigent√ľmliche Kunstform hat eine lange Tradition und ist eng mit der bewegten Geschichte des Landes verkn√ľpft. Die f√ľr Schwarzafrika untypische Malerei und die Anfertigung feiner Kunsthandwerksarbeiten haben ihre Wurzeln im alten nordafrikanisch-vorderasiatischen Kulturbereich. Sie hielten sich, eingebettet in der ungebrochen christlichen Tradition des Landes, bis heute. Mit Blick auf die rund zweieinhalb Jahrtausende alte Hochkultur-Geschichte darf √Ąthiopien als der einzige heute noch lebendige und deutlich sichtbare ‚ÄěAusl√§ufer‚Äú der alten Mittelmeerzivilisation in Afrika bezeichnet werden.

K√ľnstler √Ąthiopiens:

  • Afewerk Tekle (auch: Afework Tekle, * 22. September 1932 in Ankober)
  • Gebre Kristos Desta

Musik

Traditionelle Musik

Schon beim ersten Hinh√∂ren fasziniert die ‚Äěandere afrikanische Musik‚Äú aus √Ąthiopien, die sich so sehr von den bekannten Rhythmen Westafrikas unterscheidet. Gespielt wird sie von den Azmari genannten S√§nger-Poeten, die durch das Land wandern und ihre musikalische Kultur erhalten und verbreiten.

Moderne äthiopische Musik

Neben den traditionellen Musikformen entwickelte sich ab den 1950ern vor allem in den Gro√üst√§dten eine vitale Popul√§rmusik, die verschiedene westliche und einheimische Stile miteinander verkn√ľpfte. Als Grundlage dienten dabei neben den traditionellen Musikformen die Milit√§rmusik der seit den 1920er Jahren sich zunehmender Beliebtheit erfreuenden Milit√§rorchester, zu den bekanntesten und erfolgreichsten z√§hlten die der Armee, der Polizei und der Kaiserlichen Leibwache. Neben diesen gab es allerdings auch Solisten wie den Saxophonisten Getatchew Mekurya, der traditionelle Gesangsstile auf sein Saxophonspiel anwandte und h√§ufig mit Free Jazz-Saxophonisten wie Ornette Coleman und Albert Ayler verglichen wurde.

Diese bereits ungew√∂hnliche Kombinationen erhielt in den 1960ern eine weitere Wendung, als durch Musiker wie Bizunesh Bekele westliche Stile wie Rhythm'n'Blues und Soul integriert wurden oder durch Mulatu Astatke Jazz und lateinamerikanische Musik. Von herausragender Bedeutung ist auch Tilahun Gesesse, der bis heute als ‚ÄěStimme √Ąthiopiens‚Äú gilt und in den 1960er Jahren vom Orchester der Kaiserlichen Leibwache begleitet wurde.

Auch in den 1970er Jahren setzte sich diese Entwicklung noch fort, Orchester wie die Wallias Band entwickelten in dieser Zeit Analogien zum fr√ľhen Funk eines James Brown. Mit dem Sturz des Kaisers und der beginnenden Milit√§rdiktatur allerdings fl√ľchtete die Mehrzahl der etablierten K√ľnstler, durch diesen Aderlass und die restriktiven Bedingungen der Diktatur verlor die √§thiopische Popul√§rmusik ihr hohes Niveau. Bekannte K√ľnstler dieser Zeit waren Ethio Stars, Roha Band und der S√§nger Neway Debebe. Im Ausland zu gro√üem Erfolg kam Aster Aweke, die ihre ersten Aufnahmen noch Mitte der 1970er in Addis Abeba machte, danach allerdings in die USA ging. Sie ist heute √Ąthiopiens international bekannteste Musikerin.

Weitere wichtige K√ľnstler der sogenannten "Goldenen Jahre der √§thiopischen Musik" sind Mahmoud Ahmed, Alemayehu Eshete, Hirut Bekele, Ali Birra, Ayalew Mesfin, Kiros Alemayehu und Muluken Mellesse.

Seit 1994 hat das franz√∂sische Label Buda Musique vor allem im Rahmen seiner Serie Ethiopiques rund 20 CDs klassischer √§thiopischer Popul√§rmusik ver√∂ffentlicht und damit zahlreiche K√ľnstler erstmals im Westen vorgestellt.[22]

Spiele

Die √§ltesten Spielbretter (6.-8. Jahrhundert n. Chr.) des Spieles Mancala wurden im Nordwesten √Ąthiopiens, in Matara und Yeha, gefunden. Richard Pankhurst beschrieb 1971 insgesamt 103 Varianten dieses Spieles in √Ąthiopien. Eine ist beispielsweise Lamlameta und wird von den Konso gespielt. √Ąthiopien hat auch eine eigene Variante des Schachs hervorgebracht, Senterej. Dieses Spiel wird mindestens seit f√ľnfhundert Jahren gespielt. Der wohl gr√∂√üte Unterschied zum bekannten Schach ist die Werera genannte Er√∂ffnung, bei der die Spieler so schnell oder so langsam ziehen, wie sie wollen, ohne auf den Gegner zu warten.

Sport

√Ąthiopien hat eine lange Tradition von ausgezeichneten Langstreckenl√§ufern und L√§uferinnen. 20 Sportler aus √Ąthiopien gewannen 31 olympische Medaillen (14 Gold, 5 Silber, 12 Bronze; Stand 2004). Fu√üball und Volleyball z√§hlen zu den beliebtesten Sportarten. Die √§thiopische Fu√üballnationalmannschaft konnte allerdings nur in den 1960ern vorzeigbare Erfolge verbuchen (Gewinn der Afrikameisterschaft 1962 im eigenen Land) und gilt inzwischen als eine der schw√§chsten Mannschaften des afrikanischen Fu√üballverbandes.

Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus √Ąthiopien und Fu√üball in √Ąthiopien

Traditionelle Sportarten

Typische äthiopische Sportarten sind Genna, eine Form des Hockeyspiels, welches traditionell um die Zeit der äthiopischen Weihnacht (7. Januar) gespielt wird und Gugs, ein Reiterspiel.

Bekannte Sportler

Probleme des Landes

Kriminalität

W√§hrend viele afrikanische L√§nder mit einer sehr hohen Rate an gewaltsamer Kriminalit√§t (wie z.¬†B. Mord, Raubmord oder Vergewaltigung) zu k√§mpfen haben, ist dies in √Ąthiopien eher un√ľblich. Zwar sollten bestimmte Gebiete des Landes, so zum Beispiel die Somali- und die Afar-Region, nicht unbedingt von Touristen bereist werden, aber ansonsten kann man sich im ganzen Land frei und ohne Gefahr f√ľr Leib und Leben bewegen.

Ein anderes Bild zeigt sich allerdings, wenn es um Kleinkriminalit√§t geht. Taschendiebstahl ist besonders in der Hauptstadt verbreitet. Auch Trickbetr√ľgereien sind an der Tagesordnung. Nicht selten werden Touristen z.¬†B. von ‚Äěnetten Studenten‚Äú angesprochen und etwa zu einer Kaffeezeremonie eingeladen. Solchen ‚ÄěEinladungen‚Äú folgt nicht selten eine Rechnung von zum Teil √ľber 100¬†US-Dollar. Trickbetr√ľger und Taschendiebe konzentrieren sich vor allem auf unsicher wirkende Neuank√∂mmlinge. In Addis Abeba sind darum vor allem die Gebiete um die gro√üen Hotels (Churchill Road, Masqual Square) und der Mercato betroffen. Aber auch sonst √ľberall sollte man ein Auge auf sein Geld haben.

Ethnische und politische Konflikte

Zwischen den sehr zahlreichen ethnischen Gruppen √Ąthiopiens kommt es immer wieder zu bewaffneten Konflikten um Landnutzungsrechte und Rechtsstreitigkeiten. F√∂rdernd wirkt sich hier vor allem die weite Verbreitung von Schusswaffen im ganzen Land aus, die ihre Urspr√ľnge im B√ľrgerkrieg hat. Besonders hervorzuheben sind hier die Konflikte der Afar mit den √Ąthio-Somali, namentlich den Issa, die ma√ügeblich zur Herabsetzung der Widerstandsf√§higkeit der Afar gegen D√ľrrekatastrophen beigetragen haben.

Nach den Parlamentswahlen im Juni 2005 kam es in Addis Abeba zu gewaltsamen Unruhen, in deren Verlauf bis zu 96 Menschen getötet wurden. Des Weiteren wurden laut Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch viele oppositionelle Politiker und Journalisten inhaftiert. Im Juli 2006 hatte sich die Lage wieder beruhigt; die verhafteten Oppositionspolitiker wurden 2007 begnadigt und freigelassen. Dennoch sollten Besucher des Landes darauf achten, sich von Demonstrationen fernzuhalten.[23]

2007 intensivierten sich in der Somali-Region die Konflikte zwischen der separatistischen Ogaden National Liberation Front (ONLF) und der √§thiopischen Armee. Der √§thiopischen Regierung wurde vorgeworfen, zeitweise Handel und humanit√§re Hilfe f√ľr die Region ‚Äěblockiert‚Äú zu haben. Laut einem Bericht von Human Rights Watch habe die √§thiopische Armee Zivilisten get√∂tet, misshandelt und vergewaltigt und D√∂rfer zerst√∂rt, und die gesamte Bev√∂lkerung in Rebellengebieten werde einer Kollektivbestrafung unterzogen.[24] Die √§thiopische Regierung wies diese Vorw√ľrfe als Propaganda der ONLF zur√ľck.

Grenzkonflikte

√Ąthiopien ist in zwei bilaterale Konflikte mit Nachbarstaaten verwickelt. Zum einen gibt es mit Eritrea Uneinigkeiten √ľber den Grenzverlauf im Nordwesten der Provinz Tigray, die 1998 zum Eritrea-√Ąthiopien-Krieg gef√ľhrt haben. Zum anderen kam es immer wieder zu Konflikten mit Somalia, da somalische Nationalisten die Somali-Region (Ogaden) im Osten √Ąthiopiens an ein Gro√ü-Somalia angliedern m√∂chten. Auch die Union islamischer Gerichte, die Mitte 2006 die Kontrolle √ľber gro√üe Teile Somalias errang, verfolgte dieses Ziel. Weil √Ąthiopien die Einnahme seines Ostens und die islamistische Vereinnahmung seiner eigenen muslimischen Bev√∂lkerung f√ľrchtete, erkl√§rte es der Union am 24. Dezember 2006 offiziell den Krieg. Seither sind √§thiopische Truppen in Somalia stationiert und haben gemeinsam mit der √úbergangsregierung Somalias die Union islamischer Gerichte zur√ľckgedr√§ngt. Hinweise, wonach Eritrea Waffen an Gegner der somalischen √úbergangsregierung liefere und damit in Somalia ein eritreisch-√§thiopischer ‚ÄěStellvertreterkrieg‚Äú ausgetragen w√ľrde, wurden von eritreischer Seite dementiert.

Hunger und Armut

Um eine Wasserstelle zu erreichen, m√ľssen Frauen und M√§dchen oft stundenlange Fu√üm√§rsche auf sich nehmen

√Ąthiopien z√§hlt zu den √§rmsten L√§ndern der Welt. Sch√§tzungsweise 49¬†% der Bev√∂lkerung sind unterern√§hrt[25], auch in ‚Äěguten‚Äú Erntejahren bleiben Millionen √Ąthiopier auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Ursachen des Hungers sind D√ľrre und √úberschwemmungen ‚Äď versch√§rft durch verbreitete Entwaldung und Erosion ‚Äď, ein Bev√∂lkerungswachstum um 2 Millionen j√§hrlich in den letzten 10 Jahren, aber auch der Verfall der Kaffeepreise f√ľhrte 2003 zu einem Anstieg des Hungers in manchen Landesteilen. W√§hrend D√ľrreperioden fr√ľher in Abst√§nden von 25 bis 30 Jahren auftraten, kommt es mittlerweile in Abst√§nden von vier bis f√ľnf Jahren zu D√ľrren.

Die Nahrungsmittelhilfe wird zumeist aus dem Ausland eingef√ľhrt, w√§hrend der Transport von Nahrungsmitteln aus Gebieten mit √úbersch√ľssen in √Ąthiopien selbst in hungerbetroffene Landesteile durch die mangelhafte Infrastruktur erschwert wird. Die Abh√§ngigkeit von internationaler Hilfe und ihre problematischen Folgen tragen ebenfalls ihren Teil zum Hungerproblem bei und sollen mit l√§ngerfristig angelegten Entwicklungsstrategien der √§thiopischen Regierung und internationaler Hilfsorganisationen verringert werden.[26][27]

Krankheiten und Epidemien

Die Infektionsrate von AIDS lag 2006 bei ca. 6,6¬†% bei der erwachsenen Bev√∂lkerung. Damit sind in √Ąthiopien etwa drei Millionen Menschen infiziert. Die Infektionsrate ist in urbanen Gebieten mit 13,7¬†% deutlich h√∂her als in l√§ndlichen mit 3,7¬†%. Am st√§rksten betroffen sind die 15- bis 24-J√§hrigen. Etwa 1,2 Millionen Kinder sind in Folge der Krankheit verwaist (siehe auch: AIDS in Afrika).[28]

Kalender

√Ąthiopien hat eine eigene Zeitrechnung, den √Ąthiopischen Kalender. Er √§hnelt dem Koptischen Kalender, ist ihm aber 276 Jahre voraus. √Ąthiopien ist das Land der 13 Monate (‚Äě13 months of sunshine‚Äú), zw√∂lf Monate zu je 30 Tagen und ein Monat mit f√ľnf bzw. sechs Tagen (Schaltjahrsausgleich). Der Kalender ist gegen√ľber dem unter anderem in Europa g√ľltigen Gregorianischen Kalender um knapp acht Jahre zur√ľck. Das √§thiopische Neue Jahr beginnt immer am 11. September. Da √Ąthiopien international unter anderem durch Bankwesen, Flugverkehr etc. verkn√ľpft ist, besteht ein ‚ÄěNebeneinander‚Äú beider Kalender. √úberall im Land sind Kalender erh√§ltlich, die gleichzeitig beide aktuell g√ľltigen Daten auflisten, beispielsweise entspricht der 7. August 2005 dem 1. Dezember 1997 E. C. (Ethiopian Calendar). √Ąthiopien rechnet auch die jeweilige Tageszeit anders: der Tag beginnt um 6 Uhr (europ√§ische Rechnung), somit ist in √Ąthiopien morgens um 7 Uhr ‚Äědie erste Stunde des Tages‚Äú vorbei (1 Uhr in √§thiopischer Z√§hlweise), Mittagszeit ist somit um 6 Uhr √§thiopischer Z√§hlweise, 12 Uhr nach √§thiopischer Z√§hlweise ist 18 Uhr nach europ√§ischer Rechnung (wegen der Zeitverschiebung aber schon um 15 Uhr MEZ).

Amharisch Oromo Koptisch Anfang
Mäskäräm Fulbaana Tut 11. September
ŠĻ¨…ôq…ômt Onkoloolessa Babah 11. Oktober
H…ôhdar Sadassa Hatur 10. November
Tahsas Mudde Kiyahk 10. Dezember
ŠĻ¨…ôr Amajjii Tubah 9. Januar
Yäkatit Guraandhala Amshir 8. Februar
Mägabit Bitootessa Baramhat 10. März
Miyaz…ôya Ebla Baramundah 9. April
G…ônbot Caamsaa Bashans 9. Mai
Sane Waxabajjii Ba'unah 8. Juni
Hamle Adoolessa Abib 8. Juli
Nähase Hagayya Misra 7. August
Pagumen Qammee Nasi 6. September

Feiertage

Als Feiertage werden in √Ąthiopien das Neujahrsfest (11. September), die christlich-orthodoxen Feiertage zu Ostern und Weihnachten sowie die islamischen Feiertage zum Ende des Ramadan und zum Opferfest gefeiert.

Datum Deutsche Bezeichnung Einheimische Bezeichnung Bemerkungen
7. Januar Orthodoxer Weihnachtsfeiertag Genna  
Islamisches Opferfest 'ń™d ul-Adha ver√§nderlicher Feiertag nach islamischer Zeitrechnung
19. Januar Erscheinung des Herrn Timket  
2. März Tag der Schlacht von Adwa Ye'adowa B'al  
Geburtstag des Propheten Mohammed Mawlid an-Nabi veränderlicher Feiertag nach islamischer Zeitrechnung
Orthodoxer Karfreitag Siqlet (Kreuzigung) veränderlicher Feiertag
Orthodoxes Osterfest Fasika veränderlicher Feiertag
Ostermontag (öffentlicher Feiertag)   veränderlicher Feiertag
1. Mai Tag der Arbeit    
5. Mai Patriotentag Arbegnoch Qen  
28. Mai Nationalfeiertag   Ende des Derg-Regimes
18. August   Buhe  
11. September √Ąthiopisches Neujahrsfest Inqut'at'ash ¬†
27. September Auffindung des Kreuzes Meskel Gedenken an die Christianisierung √Ąthiopiens
Ende des Ramadan 'ń™d al-Fitr ver√§nderlicher Feiertag nach islamischer Zeitrechnung

Filme

  • √Ąthiopien, Kaiserreich zwischen Gestern und Morgen Ein Film von Manfred Purzer und Makonnen Desta, BRD 1956
  • Alfred Ilg ‚Äď Der wei√üe Abessinier Ein Film von Christoph K√ľhn, Schweiz 2003
  • Kezkaza Wolafen Ein Film von Tewodros Teshome, 2003, in amharischer Sprache mit engl. Untertiteln
  • Adwa: An African Victory Ein Film von Haile Gerima, 1999, in englischer Sprache

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ IMF 2008
  2. ‚ÜĎ dpa v. 03. Oktober 2007
  3. ‚ÜĎ "The Reporter" v. 23. Februar 2008, S.2.
  4. ‚ÜĎ Kane, Thomas Leiper. 1990. Amharic - English Dictionary. S. 1878
  5. ‚ÜĎ Fischer Weltalmanach 2008, S. 64.
  6. ‚ÜĎ Harenberg 2007, Seite 64
  7. ‚ÜĎ Harenberg 2008, Seite 540
  8. ‚ÜĎ Jahrbuch 2004, Seite 72
  9. ‚ÜĎ z.B. Der Brockhaus in drei B√§nden, Band 1, Seite 162. Leipzig 2006... ebenso aber auch die Ausgabe in 24 B√§nden usw.
  10. ‚ÜĎ Atlas zur Geschichte, Seite 317. Leipzig/Mannheim 2007.
  11. ‚ÜĎ CIA World Fact Book zu den Ethnien
  12. ‚ÜĎ Ethiopia (11/07)
  13. ‚ÜĎ L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu √Ąthiopien
  14. ‚ÜĎ W√§hrend die √§thiopische Botschaft in Gro√übritannien (ethioembassy.org.uk) von 45¬†% Orthodoxen und 35¬†% Muslimen spricht, gibt die Botschaft in √Ėsterreich (ethiopianembassy.at) 38¬†% Muslime an und z√§hlt unter den √ľbrigen 62¬†% alle Christen und Sonstigen zusammen. Die Botschaften in den USA (ethiopianembassy.org) und Deutschland (aethiopien-botschaft.de) erw√§hnen statt dessen nur allgemein, dass es sowohl Christen als auch Muslime gibt, w√§hrend die Vertretung in der Schweiz (ethiopianmission.ch) √ľberhaupt keinerlei Angaben zur Religion macht.
  15. ‚ÜĎ L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu √Ąthiopien
  16. ‚ÜĎ 145.806 Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten laut Adventist Yearbook 2007, Seite 38
  17. ‚ÜĎ Islam in Ethiopia
  18. ‚ÜĎ Islamic History and Culture in Southern Ethiopia
  19. ‚ÜĎ Der Fischer Weltalmanach 2008, Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2007, ISBN 978-3-596-72008-8
  20. ‚ÜĎ The Reporter v. 23. Februar 2008, S. 9.
  21. ‚ÜĎ Fischer Weltgeschichte 2003
  22. ‚ÜĎ Begleitheft zur Ver√∂ffentlichung Ethiopian Groove - The Golden Seventies, Paris, 1994, Buda Musique
  23. ‚ÜĎ Sicherheitshinweise des Ausw√§rtigen Amtes 30. Juli 2006
  24. ‚ÜĎ Human Rights Watch: Collective Punishment ‚Äď War Crimes and Crimes against Humanity in the Ogaden area of Ethiopia‚Äôs Somali Region (englisch)
  25. ‚ÜĎ FAO 2001, bei WFP
  26. ‚ÜĎ Jean Ziegler: Das Imperium der Schande, Teil III: √Ąthiopien ‚Äď die Ersch√∂pfung und die Solidarit√§t
  27. ‚ÜĎ BBC News: Ethiopia's food aid addiction
  28. ‚ÜĎ Gateway to Development Information, Juli 2006

Literatur

  • Ulrich Brauk√§mper: Islamic History and Culture in Southern Ethiopia. Collected Essays. Lit Verlag, M√ľnster 2002. ISBN 3-8258-5671-2
  • Martin Fitzenreiter, Katrin Hildemann: √Ąthiopien. Handbuch f√ľr individuelles Entdecken. Reise-Know-How-Verlag, Bielefeld 2007. ISBN 978-3-8317-1544-2
  • Alain Gascon: La Grande √Čthiopie, une utopie africaine. CNRS √©ditions, Paris 1995. ISBN 2-271-05235-1
  • Gerd Gr√§ber, Angelika Gr√§ber, Berhanu Berhe: √Ąthiopien, ein Reisef√ľhrer. Kasparek, Heidelberg 1997. ISBN 3-925064-21-4
  • Adolph Freiherr Knigge: Benjamin Noldmann's Geschichte der Aufkl√§rung in Abyssinien oder Nachricht von seinem und seines Herrn Vetters Aufenthalte an dem Hofe des gro√üen Negus, oder Priesters Johannes. G√∂ttingen 1791. ISBN 3-598-51468-9 (microform)
  • Dieter H. Kollmer, Andreas M√ľckusch (Hrsg.): Horn von Afrika. Wegweiser zur Geschichte. Im Auftrag des Milit√§rgeschichtlichen Forschungsamtes. Ferdinand Sch√∂ningh, Paderborn/M√ľnchen/Wien/Z√ľrich 2007. ISBN 3-506-76397-0
  • Aram Mattioli: Experimentierfeld der Gewalt. Der Abessinienkrieg und seine internationale Bedeutung 1935-1941. Orell F√ľssli, Z√ľrich 2005. ISBN 3-280-06062-1
  • Gerhard Rohlfs: Meine Mission nach Abessinien, auf Befehl Sr. Maj. d. Dt. Kaisers im Winter 1880/81. Brockhaus, Leipzig 1883, Time Life Books, Amsterdam 1983, 1984 (Faks.). ISBN 90-6182-759-0
  • Walter Raunig (Hrsg.): Das christliche √Ąthiopien. Geschichte, Architektur, Kunst. Schnell & Steiner, Regensburg 2005. ISBN 3-7954-1541-1
  • Ulrich Schmid: Aschemenschen. Eichborn, Berlin 2006. ISBN 3-8218-0768-7
  • Xavier vand der Stapen: √Čthiopie, au pays des hommes libres. La Renaissance du Livre, Tournai 2004. ISBN 2-8046-0828-X
  • John Spencer Trimingham: Islam in Ethiopia. Oxford University Press, London 1952.
  • Siegbert Uhlig (Hrsg.): Encyclopaedia Aethiopica. Bd 1-3ff. Harrassowitz, Wiesbaden 2003-2007ff. ISBN 3-447-04746-1
  • Edward Ullendorff: The Ethiopians. An Introduction to Country and People. Oxford University Press, Oxford 1960. ISBN 0-19-285061-X
  • Friedrich Heyer: √Ąthiopien. In: Theologische Realenzyklop√§die (TRE). Bd 1. de Gruyter, Berlin/New York 1977, S.572‚Äď596. ISBN 3-11-006944-X

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