Schwarzbauchnonne

Schwarzbauchnonne
Lonchura malacca 452.jpg

Schwarzbauchnonne (Lonchura mallaca)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Prachtfinken
Gattung: Bronzemännchen (Lonchura)
Art: Schwarzbauchnonne
Wissenschaftlicher Name
Lonchura mallaca
(Linnaeus, 1766)

Die Schwarzbauchnonne (Lonchura malacca), auch Dreifarbennonne, Schwarzkopfnonne (vor allem für die Unterart Lonchura malacca atricapilla) oder Braunkopfnonne (für die Unterart Lonchura malacca brunneiceps) genannt, ist eine Art aus der Art der Prachtfinken. Es werden mehrere Unterarten unterschieden. Sie wird verhältnismäßig häufig in Europa als Ziervogel gehalten.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Verbreitungskarte

Die Schwarzbauchnonne erreicht eine Körpergröße von zwölf Zentimeter und ist damit eine der mittelgroßen Prachtfinkarten. Der Sexualdimorphismus ist nicht sehr ausgeprägt. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern sehr kontrastreich mit einem schwarzen Bauch, einer rotbraunen Körperoberseite und einem schwarzen Kopf. Der Schnabel ist sehr kräftig und von hellgrauer Farbe. Die Weibchen sind generell etwas matter als die Männchen und der Schnabel ist etwas weniger kräftig.

Jungvögel sind auf der Körperoberseite matt rötlichbraun. An den Kopfseiten und der Kehle sind grauer.

Der Gesang des Männchens ist sehr hoch und ist für den Menschen nicht mehr hörbar.

Verbreitungsgebiet und Lebensweise

Das Verbreitungsgebiet der Schwarzbauchnonnen ist fast das gesamte Gebiet Südostasiens. Sie kommen in zehn Unterarten vom Norden Indiens bis nach Südchina vor und besiedeln außerdem die Philippinen, Celebwes, Java und Sumatra. Ihr Lebensraum sind Gebiete mit Gras- und Schilfbewuchs. Sie kommen auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen vor und besiedeln Reis und Zuckerrohrfelder.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Reiskörnern und Grassamen, die sowohl vom Erdboden aufgelesen als auch aus den Ähren geklaubt werden. Dabei klettern die Vögel an den Halmen empor und beugen sie durch ihr Gewicht herab, um bequemer an die Körner zu gelangen. Schwarzbauchnonnen gelten daher als große Schädlinge in Reiskulturen.[1]

Die Brutzeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet, die Hauptbrutsaison fällt in der Regel jedoch in die Regenzeit. Das Nest findet sich in Zuckerrohr- oder Reisfeldern, in Graswildernissen, in Schilfbeständen oder im Gebüsch. In der Regel wird das Nest niedrig über dem Erdboden errichtet. Seltener findet es sich auch höher im Gezweige von Bäumen. Es ist ein rundliches Nest, das auf den menschlichen Betrachter unordentlich wirkt und außen aus groben Gras-, Reis und Schilfblättern errichtet ist. Am Nestbau sind beide Elternvögel beteiligt.

Nest der Schwarzbauchnonne

Das Gelege umfasst in der Regel fünf Eier. Ausnahmsweise fanden sich sogar acht Eier im Nest, jedoch stammten diese vermutlich von zwei Weibchen.[2] Diese werden 15 Tage von beiden Elternvögeln bebrütet. Die Nestlingszeit beträgt fast drei Wochen. Die Jungvögel werden weitere drei Wochen von den Elternvögeln betreut.

Haltung

Mehrere Unterarten der Schwarzbauchnonne sind schon sehr frühzeitig nach Europa eingeführt worden. Die Nominatform Lonchura mallaca mallaca war schon Mitte des 19. Jahrhunderts erhältlich. In Deutschland wurde sie jedoch erst ab den 1870er Jahren gehandelt.

Belege

Literatur

  • Horst Bielfeld: 300 Ziervögel kennen und pflegen. Ulmer Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8001-5737-2.
  • Jürgen Nicolai (Hrsg), Joachim Steinbacher (Hrsg), Renate van den Elzen, Gerhard Hofmann: Prachtfinken - Australien, Ozeanien, Südostasien. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3249-4.
  • Peter Clement, Alan Harris, John Davis: Finches and Sparrows – An Identification Guide. Christopher Helm, London 1993, ISBN 0-7136-8017-2.

Weblinks

 Commons: Lonchura malacca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege

  1. Nicolai et al.: Prachtfinken - Australien, Ozeanien, Südostasien. S. 252
  2. Nicolai et al.: Prachtfinken - Australien, Ozeanien, Südostasien. S. 253.

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