Nez-Percé-Krieg

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Nez-Percé-Krieg
Nez Percé–Indianer aus der Gruppe von HĂ€uptling Joseph im FrĂŒhling 1877

Der Krieg gegen die Nez PercĂ© (Nez Perce War, gelegentlich auch Nimipu War[1]) im Jahr 1877 war ein Feldzug der Armee der Vereinigten Staaten gegen eine Gruppe von Indianern des Stammes der Nez PercĂ©. Die Indianer, angefĂŒhrt von Chief Joseph (Hin-mah-too-yah-lat-keht)[2] und anderen HĂ€uptlingen, weigerten sich, in das ihnen zugewiesene Reservat zu ziehen und flohen stattdessen aus der Gegend der Lapwai-Reservation in Idaho nach Montana und in Richtung Kanada. Vom 17. Juni bis 5. Oktober legten sie rund 2000 Kilometer[3] zurĂŒck und konnten den sie verfolgenden Einheiten der amerikanischen Armee unter General Oliver Otis Howard mehrere Niederlagen zufĂŒgen, wurden aber schließlich wenige Kilometer vor der kanadischen Grenze gestoppt und zur Aufgabe gezwungen.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Das traditionelle Stammesgebiet der Nez PercĂ© (grĂŒn)

Das Stammesgebiet der Nez PercĂ© lag in der Umgebung der FlĂŒsse Clearwater und Snake in den heutigen Bundesstaaten Oregon, Idaho und Washington. Sie waren im Zuge der Expedition von Lewis und Clark 1805 erstmals mit Weißen in BerĂŒhrung gekommen. Mitte der 1830er Jahren begannen christliche Missionare ihre TĂ€tigkeit im Stammesgebiet der Nez PercĂ©. Besonders der Presbyterianer Henry H. Spalding engagierte sich sehr und ĂŒbersetzte auch GesĂ€nge und Gebete in die Sprache der Indianer. Allerdings wurden nicht alle Nez PercĂ© zu Christen; die zunehmende Einwanderung weißer Siedler ĂŒber den Oregon Trail fĂŒhrte auch zu Widerstand, insbesondere bei benachbarten StĂ€mmen. 1847 verĂŒbten die Cayuse und Umatilla das Whitman-Massaker, und in der Folge wurden Missionsstationen geschlossen. Erst mehr als 20 Jahre spĂ€ter wurde wieder verstĂ€rkt missioniert. Zwar blieben die Nez PercĂ© den Weißen gegenĂŒber weiter friedlich, unter den nicht zum Christentum konvertierten Stammesmitgliedern entstand aber der ihnen gegenĂŒber skeptische Dreamer-Kult.[4] Mehrere einflussreiche HĂ€uptlinge der Nez PercĂ© wie Lawyer und der als Old Joseph bekannte Tu-eka-kas, Vater von Chief Joseph, blieben dem Christentum allerdings treu und den Weißen gegenĂŒber offen. 1855 wurde zwischen den Nez PercĂ© und anderen StĂ€mmen der Gegend auf der einen Seite und den Vereinigten Staaten auf der anderen Seite ein Vertrag abgeschlossen, der den Nez PercĂ© das Recht auf eine fast 13.000 Quadratkilometer große Reservation in ihrem traditionellen Stammesgebiet in Oregon und Idaho einrĂ€umte. Zu den Unterzeichnenden gehörten unter anderem Old Joseph und der als Looking Glass bekannte Allalimya Takanin. Gegen Geld- und Warenlieferung gaben die Nez PercĂ© ihren Anspruch auf weiter östlich, Richtung Bitterroot-Gebirge, und weiter sĂŒdlich gelegene Gebiete auf. Nach Abschluss des Vertrages kam es zu Kriegen zwischen den Vereinigten Staaten und anderen StĂ€mmen wie den Yakima, doch die Nez PercĂ© mischten sich nicht ein und unterstĂŒtzten teilweise sogar die Vereinigten Staaten mit Freiwilligen.[5]

Old Joseph bzw. Tu-eka-kas (ca. 1785- 1871), Zeichnung von 1855

Zu grĂ¶ĂŸeren Auseinandersetzungen kam es erst im Jahr 1863, als die Vereinigten Staaten den Indianern einen Vertrag vorlegten, der das ihnen einige Jahre zuvor garantierte Reservat auf rund 10 Prozent der ursprĂŒnglichen FlĂ€che reduziert hĂ€tte. Diese Reduzierung dĂŒrfte deshalb erfolgt sein, weil sich in ihrem Gebiet Gold fand.[6] Im Mai und Juni 1863 kam es in Lapwai zu langwierigen Verhandlungen zwischen den Nez PercĂ©, von denen zeitweise 3000 anwesend waren, und Calvin Hale, dem leitenden Beamten fĂŒr Indianerfragen im Washington-Territorium. UnterstĂŒtzt wurde Hale bei den Verhandlungen von den beiden Indianeragenten Samuel D. Howe und Charles Hutchins, von mehreren Einheiten des Heeres unter Oberst Justus Steinberger sowie von Henry Spalding und Perrin Whitman als Übersetzer. Der Vertrag fĂŒhrte zur Spaltung der Nez PercĂ©: Eine Mehrheit der HĂ€uptlinge[7] war von dem Gebietsverlust nicht direkt betroffen[8] und stimmte dem Verkauf fĂŒr 265.000 Dollar zu, ein anderer Teil verweigerte die Unterschrift. Zu den HĂ€uptlingen, die den Vertrag nicht unterzeichneten, gehörte auch Old Joseph. AnfĂŒhrer der Gruppe der Unterzeichnenden, und im Vertrag eher willkĂŒrlich als Head Chief Nez Perces Nation ausgewiesen, war HĂ€uptling Lawyer.[9] Die Vereinigten Staaten sahen den Vertrag aufgrund der Unterschriften der HĂ€uptlingsgruppe um Lawyer als fĂŒr den ganzen Stamm bindend an.[10]

Die Gruppe derer, die den Vertrag nicht unterzeichneten, bewohnte den sĂŒdlichen (unteren) Teil des Stammesgebietes und wurde deswegen Lower Nez PercĂ© genannt. Die Lower Nez PercĂ© weigerten sich auch in den darauf folgenden Jahren, ihre Heimat, das Wallowa-Tal in Oregon, zu verlassen.

Oliver Otis Howard, Foto von Mathew Brady, ca. 1860

Die Vereinigten Staaten beauftragten daraufhin 1877 General Oliver Otis Howard, die Indianer, wenn nötig mit Gewalt, in das ihnen zugewiesene Lapwai–Reservat zu bringen. Howard, ein Veteran des Sezessionskrieges, der 1872 mit den Apachen unter Cochise zu einem Friedensschluss gekommen war, war zu diesem Zeitpunkt Befehlshaber des Wehrbereichs (Department) „Columbia“, der die Bundesstaaten Washington, Oregon, Alaska und Teile von Idaho umfasste.[11] Er war stark von christlichen Motiven getrieben, die jedoch seine Vorgesetzten keineswegs teilten. Sie hielten ihn sogar dazu an, die soldatische von der „philanthropischen“ getrennt zu halten. Die Indianer ihrerseits lehnten vielfach die christlichen Vorstellungen ab, selbst dann, wenn sie formal getauft waren. Sie waren noch stark in ihrer eigenen Religion verankert. Dennoch entwickelten einige der HĂ€uptlinge ein gewisses VertrauensverhĂ€ltnis in die VerlĂ€sslichkeit seines Wortes.[12]

Die Indianer, noch unentschieden wie sie darauf reagieren sollten, schlugen am Rande des Reservats ihr Lager auf. Ihre AnfĂŒhrer, unter anderem die HĂ€uptlinge Joseph, White Bird und Toohoolhoolzote, diskutierten, ob sie sich fĂŒgen und in das Reservat gehen, oder ob sie um ihre Freiheit kĂ€mpfen sollten.

Unterdessen fĂŒhrte eine Gruppe junger Indianer, deren AnfĂŒhrer bei Streitereien mit Siedlern seinen Vater verloren hatte, einen persönlichen Rachefeldzug, in dessen Verlauf mehrere weiße Siedler ums Leben kamen. Damit war das erste Blut geflossen, und die meisten HĂ€uptlinge der Nez PercĂ© waren nun ĂŒberzeugt, dass nach dieser Tat ein Krieg mit den Weißen nicht mehr zu vermeiden sei. Aus diesem Grund gaben sie ihr Lager auf und zogen sich nach SĂŒden, an den White Bird Creek zurĂŒck.

Das Gebiet der Nez PercĂ© lag aus Sicht des amerikanischen Heeres in der ZustĂ€ndigkeit des Wehrbereichs Columbia (Department of the Columbia) unter dem Befehl von General Howard. Howards direkter Vorgesetzter war General Irvin McDowell als Befehlshaber der Military Division of the Pacific. Weitere beteiligte Befehlsstellen auf Seiten der Amerikaner waren der Wehrbereich Dakota (General Terry), der der Military Division of the Missouri (General Sheridan) unterstand.[13] Oberbefehlshaber des Heeres war seit 1869 General William Tecumseh Sherman, unter dem Howard bereits im Sezessionskrieg gedient hatte. Die StĂ€rke der Truppen variierte. Zu Beginn des Feldzuges konnte Howard rund 350 Mann in die Schlacht am Clearwater fĂŒhren.[14] Durch VerstĂ€rkungen wuchs sein direktes Kommando in der Folgezeit auf rund 730 Mann an, weitere Truppen wurden zur Sicherung der Siedler eingesetzt.[15] Ein weiteres Truppenkontingent unter Oberst Miles zĂ€hlte rund 520 Mann.[16]

Chief Joseph (ca. 1840 – 1904), einer der HĂ€uptlinge der Nez PercĂ©

Die Nez PercĂ© hatten nie einen eindeutigen AnfĂŒhrer gehabt, denn sie bestanden aus mehreren kleinen Gruppen, die jeweils ihre eigenen HĂ€uptlinge hatten, und die auch auf der Flucht eine gewisse UnabhĂ€ngigkeit behielten. Wichtige Entscheidungen auf der besagten Flucht wurden deshalb oft im Rat getroffen.[17] Die flĂŒchtigen Nez PercĂ© bestanden aus Josephs Wallowagruppe, der White Bird-Gruppe unter HĂ€uptling White Bird, Toohoolhoolzotes Gruppe aus der Gegend des Salmon und einer kleinen Gruppe Palouse, angefĂŒhrt von Hahtalekin. SpĂ€ter stieß auch noch die in der Gegend der Clearwater-ZuflĂŒsse beheimatete Gruppe von Looking Glass hinzu.[18] Joseph, als der wohl bekannteste AnfĂŒhrer der Nez PercĂ©, war einer der GruppenhĂ€uptlinge, sein Einfluss war aber in Friedenszeiten grĂ¶ĂŸer als im Krieg.[19] Insbesondere Looking Glass nahm im Lauf des Feldzuges eine militĂ€rische FĂŒhrungsposition ein.[20] Von den HĂ€uptlingen abgesehen waren außerdem Josephs Bruder Ollokot und die Krieger Rainbow (eigentlich Wahchumyus) und Five Wounds (Pahkatos Owyeen) wichtige militĂ€rische AnfĂŒhrer.[21] Die StĂ€rke der FlĂŒchtlinge wurde auf 250 Krieger geschĂ€tzt[22], was etwa einem Viertel der Gesamtzahl der fliehenden Gruppe entsprach. Im Gegensatz zu den amerikanischen VerbĂ€nden, die auf eine tief gestaffelte Logistik zurĂŒckgreifen konnten, mussten die Nez PercĂ© andere Wege finden, um sich zu versorgen. Da sie aufgrund ihres Handels aus Vorkriegszeiten noch ĂŒber Gold und Geld verfĂŒgten, konnten sie in Montana von den Siedlern und HĂ€ndlern Lebensmittel erwerben.[23] Gegen Ende des Feldzuges ĂŒberfielen sie zudem ein Lager der frĂŒher mit ihnen befreundeten, inzwischen aber auf Seite der Amerikaner stehenden Crow–Indianern, wo sie getrocknetes BĂŒffelfleisch erbeuteten[24], gingen selbst auf BĂŒffeljagd[25] und erbeuteten NachschubgĂŒter fĂŒr die US–Armee bei Cow Island Landing am Missouri.[26] Bevor sie ihr Lager am Rand der Reservation aufgeschlagen hatten, hatten die Nez PercĂ© einen Großteil ihrer Tiere gesammelt[27], sodass sie auf ihrem Marsch zahlreiche Pferde mit sich fĂŒhrten. Der Bestand war dabei so groß, dass die Nez PercĂ© laut Joseph am Ende des Feldzuges immer noch 1100 Pferde und 100 SĂ€ttel besaßen.[28] Die Bewaffnung war eine Mischung aus modernen und Ă€lteren Waffen: In der Schlacht im White Bird Canyon[29] war bereits rund die HĂ€lfte der Nez PercĂ© mit Repetiergewehren ausgerĂŒstet, der Rest mit einer Mischung aus Bögen, Vorderladerpistolen und -musketen.[30] In dieser Schlacht erbeuteten die Indianer 63 Karabiner der US-Kavallerie sowie eine unbekannte Anzahl Revolver.[31]

Verlauf

Vom White Bird Canyon an den Clearwater

Die Anfangsphase des Feldzuges mit den Gefechten am White Bird Creek und Clearwater

In der Zwischenzeit hatte General Howard Truppen zusammengezogen. Er schickte zwei Kompanien Kavallerie unter dem jungen Hauptmann Perry voraus, um die Siedler in der NĂ€he des Indianerlagers am White Bird Creek zu schĂŒtzen und die Indianer zu beobachten. Perry entschied jedoch, sofort gegen die Nez PercĂ© vorzugehen. Am 17. Juni erreichten Perrys Kavalleristen, rund 100 Mann und einige Freiwillige, das Indianerlager. Die HĂ€uptlinge um Joseph schickten den Kavalleristen eine Gruppe Krieger mit einer weißen Flagge voraus, die jedoch beschossen wurde. Die rund 70 Krieger der Nez PercĂ© erwiderten daraufhin das Feuer. Als einer der ersten fiel dabei der amerikanische Hornist, was Perry die Koordinierung seiner Truppen sehr erschwerte. Unter dem gezielten Feuer der Indianer gaben Perrys Flanken schließlich einzeln nach, und die Amerikaner mussten sich zurĂŒckziehen. Die Indianer ließen nicht nach und verfolgten Perry und die Überreste seines Kommandos noch rund 30 Kilometer lang. Das erste Gefecht des Feldzuges war ein eindeutiger Sieg der Nez PercĂ©; sie selbst hatten nur zwei Verwundete zu beklagen, wĂ€hrend Perry 34 Mann, rund ein Drittel seines Kommandos, verloren hatte.

Nach dieser schweren Niederlage musste Howard einerseits vorsichtiger vorgehen, andererseits auf DrĂ€ngen der lokalen Bevölkerung aber auch rasch aktiv werden. Am 22. Juni begann er schließlich die Verfolgung, die allerdings zweieinhalb Wochen lang fruchtlos blieb.[32]

Eine Gruppe Nez PercĂ© unter der FĂŒhrung von Looking Glass stellte Howard vor weitere Probleme. Zwar war Looking Glass nicht in die KĂ€mpfe am White Bird Canyon verwickelt gewesen, doch gehörte auch er zu den nichtunterzeichnenden HĂ€uptlingen und stellte damit eine potentielle Gefahr dar. Als Howard hörte, Looking Glass' Leute hĂ€tten zwei Farmen ĂŒberfallen, und ihm seine indianischen SpĂ€her berichteten, mehrere Krieger der Gruppe hĂ€tten sich bereits den FlĂŒchtigen angeschlossen.[33], entschloss sich Howard, zu handeln. Er sandte Hauptmann Whipple mit 2 Kompanien Kavallerie aus, um Looking Glass und seine Gruppe festzunehmen.[34] Whipples MĂ€nner, von 20 Freiwilligen verstĂ€rkt, erreichten Looking Glass' Lager am Clearwater in der NĂ€he der heutigen Stadt Kooskia am Morgen des 1. Juli. Es kam zu zögerlichen Verhandlungen, die jedoch durch einen von einem Freiwilligen abgefeuerten Schuss ein abruptes Ende fanden. Eine Schießerei entbrannte, und die Indianer ließen einen großen Teil ihres Besitzes zurĂŒck und flohen. Die Festsetzung der Gruppe war dadurch fehlgeschlagen, und Looking Glass' Gruppe schloss sich in der Folgezeit den anderen FlĂŒchtigen an.[35] Die Operation hatte aus Howards Sicht also genau das Gegenteil dessen erreicht, was geplant war. Die Verluste der Nez PercĂ© sind nicht genau bekannt, lagen aber wohl bei drei Toten und ebenso vielen Verwundeten; eine Mutter war mit ihrem Kind ertrunken, als sie vor dem Angriff durch den Clearwater fliehen wollte.[36]

Mit den FlĂŒchtigen unter der FĂŒhrung von Joseph und White Bird kam es zwischen dem 3. und 5. Juli bei Cottonwood zu weiteren Gefechten, in deren Zuge eine elf Mann starke Vorausabteilung der Kavallerie umzingelt und getötet wurde. [37]

Die HĂ€uptlinge der Nez PercĂ© um Joseph hatten in der Zwischenzeit den Entschluss gefasst, nach Norden zu fliehen. Am Clearwater River hatten sich die FlĂŒchtigen mit Looking Glass' Gruppe vereinigt, sodass insgesamt nun rund 700 Indianer auf der Flucht waren. Am 11. Juli kam es zum nĂ€chsten Kampf, als Howard das Indianerlager am Clearwater angriff. Der Angriff scheiterte jedoch, und die Nez PercĂ© gingen ihrerseits zum Gegenangriff ĂŒber, griffen die Amerikaner in der Flanke an und trieben sie zurĂŒck. Erst der Einsatz von Haubitzen brachte die Indianer zum Stehen und zwang sie zum RĂŒckzug. Trotzdem leisteten die Indianer weiter hinhaltenden Widerstand und ermöglichten dadurch ihren Frauen und Kindern, das Lager grĂ¶ĂŸtenteils zu rĂ€umen und weiterzuziehen. Dieses zweite Aufeinandertreffen, das die Indianer 10[38], die Amerikaner 40 Mann gekostet hatte,[39] wurde von den Amerikanern als ein Sieg ihres Heeres angesehen. GerĂŒchte, dass Howard bald abgelöst und ersetzt werden sollte, verschwanden vorerst, und der Adjutant von Howards Vorgesetztem McDowell telegrafierte an diesen, dass Howards Elan nicht zu ĂŒbertreffen sei.[40] TatsĂ€chlich war die Schlacht am Clearwater wohl eher ein Unentschieden, mit Vor– und Nachteilen fĂŒr beide Seiten: Die Indianer hatten zwar einen Teil ihrer Habe verloren, waren aber noch immer in Freiheit. Ihre HĂ€uptlinge beschlossen nun, ostwĂ€rts in Richtung der Great Plains zu fliehen. Dort hofften sie auf UnterstĂŒtzung durch den mit ihnen befreundeten Stamm der Absarokee (im Englischen auch oft als Crow bezeichnet).

Big Hole

Der gesamte Fluchtweg der Nez Percé (rot)

Ihr Weg fĂŒhrte die Nez PercĂ© dabei ĂŒber die beschwerlichen Bitterroot Mountains, ĂŒber den so genannten Lolo Trail. Einige Meilen vor Stevensville in Montana war ihre Route durch BaumstĂ€mme und amerikanische Truppen versperrt. Howard hatte Hauptmann Rawn in Fort Missoula telegraphiert, und Rawn war mit 35 Soldaten und 200 Freiwilligen[41] in den Lolo Trail geeilt, wo er die Indianer bis zu Howards Ankunft aufhalten wollte.

Bei GesprĂ€chen mit den HĂ€uptlingen schlug Rawn vor, sie sollten ihre Waffen niederlegen und aufgeben. Die Indianer lehnten dieses Ansinnen ab und versprachen im Gegenzug, die Siedler im Bitterroot Valley in Frieden zu lassen, wenn man sie durchlassen wĂŒrde.[42] Dies wiederum lehnte Rawn ab. Seine Freiwilligen waren jedoch besorgt um ihre Siedlungen im Tal und ließen den Offizier zum grĂ¶ĂŸten Teil im Stich. Unterdessen hatten die Nez PercĂ© einen unbewachten Bergpfad gefunden, den die Amerikaner fĂŒr unpassierbar gehalten hatten. Auf ihm umgingen sie die Straßensperre am nĂ€chsten Tag und ließen Rawn und seine „Fort Fizzle“ (etwa „Fort Fehlschlag“) genannte Stellung zurĂŒck.

Im Bitterroot-Tal verhielten sich die Nez PercĂ©, von einigen wenigen ZwischenfĂ€llen abgesehen, den Siedlern gegenĂŒber friedlich, benötigte VersorgungsgĂŒter wurden kĂ€uflich erworben.[43] Nachdem sie das Tal hinter sich gelassen hatten, schlugen die Nez PercĂ© am Big Hole River in Montana ihr Lager auf. Überzeugt davon, Howard weit hinter sich gelassen zu haben, wollten die HĂ€uptlinge ihren Stammesangehörigen ein paar Tage Ruhe gönnen. Nach dem Krieg schrieb Joseph, dass die Indianer glaubten, mit der Überquerung der Bitterroot Mountains dem Krieg entflohen zu sein, dass nun wieder Frieden einkehren wĂŒrde und die Frage nach der RĂŒckkehr in die Heimat spĂ€ter geregelt wĂŒrde.[44] Die Ruhe war jedoch trĂŒgerisch; tatsĂ€chlich hatten die Nez PercĂ© Howard vorerst hinter sich gelassen. DarĂŒber hinaus hatten sie seit der Überquerung der Bitterroot Mountains auch Howards Befehlsbereich verlassen, denn Montana gehörte nicht mehr zum Wehrbereich Columbia, sondern zum Wehrbereich Dakota, der General Alfred Howe Terry unterstand. Howards Vorgesetzte McDowell und Sherman hatten ihn jedoch angewiesen, ohne RĂŒcksicht auf solche organisatorischen Grenzen die Verfolgung fortzufĂŒhren.[45] Howard hatte außerdem Oberst John Gibbon im weiter nördlich gelegenen Fort Shaw telegraphisch verstĂ€ndigt, der daraufhin mit rund 200 Soldaten auf das Lager der Nez PercĂ© zueilte.

Im Morgengrauen des 9. August befahl Gibbon den Angriff, und es gelang ihm, die FlĂŒchtlinge zu ĂŒberraschen. Innerhalb weniger Minuten eroberten die Soldaten einen großen Teil des Lagers, wobei nicht nur mehrere Krieger der Nez PercĂ©, sondern auch zahlreiche Frauen, Kinder und Greise ihr Leben ließen. Joseph und die anderen HĂ€uptlinge schafften es schließlich aber, einige Krieger zu sammeln und mit ihnen den amerikanischen Vormarsch zum Stehen zu bringen. Gibbons Truppen erlitten hohe Verluste und zogen sich in ein WaldstĂŒck in der NĂ€he des Lagers zurĂŒck, von wo aus Gibbon Howard um VerstĂ€rkungen bat. Erst als diese im Verlauf des nĂ€chsten Tages eintrafen, zogen sich die Indianer langsam zurĂŒck. Der Überfall hatte die Amerikaner 29 Mann gekostet; zusĂ€tzlich waren 40 Mann verwundet, unter ihnen auch Gibbon. Zwei der Verwundeten erlagen spĂ€ter ihren Verletzungen. Die Nez PercĂ© hatten zwischen 60 Tote und 90 Verwundete zu beklagen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder.[46]

In den folgenden Tagen setzte Howard die Verfolgung fort und blieb dicht hinter den Nez PercĂ©, die durch das Grenzgebiet von Idaho, Montana und Wyoming zogen und dabei am 15. August am Birch Creek einen Lastenzug angriffen und fĂŒnf MĂ€nner töteten.[47] Am 18. August ĂŒberraschte eine Gruppe Krieger unter Josephs Bruder Ollokot die Soldaten mit einem Angriff auf ihr Lager am Camas Creek in Idaho und trieb ihnen ihre Maultiere davon. Howard trieb die Verfolgung dennoch energisch fort und wollte die Indianer unbedingt fassen, bevor sie das Yellowstone-Gebiet erreichten. Trotz großer Anstrengungen entkamen die Indianer aber wieder, und Howard musste die Verfolgung unterbrechen, um seinen Truppen und ihren Pferden vier Tage Rast zu geben.[48]

Doch auch die Indianer mussten einen schweren RĂŒckschlag erleiden, denn die Absarokee weigerten sich, mit ihnen gemeinsam gegen die Amerikaner zu kĂ€mpfen. Ohne diese UnterstĂŒtzung sahen die Nez PercĂ© nun nur noch ein Ausweg, die Flucht nach Kanada.

Der Zug nach Kanada

Nelson Appleton Miles, der die Nez PercĂ© kurz vor der kanadischen Grenze zum Stehen brachte und schließlich zur Aufgabe zwang

Unterdessen hatte Howard erneut einen anderen Offizier, Oberst Samuel Davis Sturgis vom 7. Kavallerieregiment, in den Weg des Stammes beordert. Sturgis erhielt UnterstĂŒtzung von 150 Crow-Indianern, die wohl hofften, Pferde der Nez PercĂ© zu erbeuten. Dass die Crow sich auf die Seite der Amerikaner stellten, war fĂŒr die Nez PercĂ© eine weitere EnttĂ€uschung.[49]

Sturgis sollte die FlĂŒchtlinge, die inzwischen das Gebiet des heutigen Yellowstone-Nationalparks erreicht hatten, in der Absaroka-Bergkette aufhalten. Wie seine VorgĂ€nger wurde auch er von den Nez PercĂ© in die Irre gefĂŒhrt und umgangen. Sturgis nahm die Verfolgung auf und erreichte die Indianer an einem ausgetrockneten Flussbett, dem Canyon Creek in Ostmontana. Die Krieger der Nez PercĂ© nahmen seine Truppen jedoch unter gezieltes Feuer, hielten sie auf und ermöglichten ihren Angehörigen den Abzug.

Die inzwischen erschöpften Indianer zogen weiter nach Norden, weiterhin verfolgt von Howards und Sturgis' Truppen. Einzelne Gruppen verließen die Hauptgruppe. Eine von ihnen gelangte in die Reservation der Assiniboine und Gros Ventres bei Fort Belknap in Montana. Bei beiden StĂ€mmen handelte es sich um traditionelle Feinde der Nez PercĂ©, und einige der FlĂŒchtigen wurden in der Reservation ermordet; ob die TĂ€ter zu den Assiniboine oder den Gros Ventres gehörten, ist unklar.[50] Eine weitere Kleingruppe fiel am 3. Oktober einem Angriff von Assiniboine- und Gros-Ventre-Kriegern zum Opfer: FĂŒnf MĂ€nner wurden getötet, zwei Frauen gefangen genommen.[51]. Zu weiteren Gefangennahmen kam es durch die Crow und Gros Ventres.[52]

Die Hauptgruppe der FlĂŒchtigen traf unterdessen zum letzten Mal auf einen neuen Gegner, denn Howard hatte an Oberst Nelson A. Miles telegraphiert, der vom weiter östlich gelegene Fort Keogh heranmarschierte. Howard hatte außerdem bemerkt, dass die Nez PercĂ© sich seinem Marschtempo anpassten und rasteten, wenn er auch rastete. Um Miles die Gelegenheit zu geben, die Nez PercĂ© abzufangen, verlangsamte er deswegen seine Verfolgung.[53] Ende September lagerten die Nez PercĂ© rund 40 Meilen (etwa 64 Kilometer) vor der kanadischen Grenze in den Bearpaw Mountains. Hier trafen sie auf die von Osten heranmarschierenden Truppen. Miles griff die Indianer am 30. September an, wurde jedoch von den Kriegern, die sich hinter Brustwehren verschanzten, zurĂŒckgeschlagen. Die Verluste auf beiden Seiten waren Ă€ußerst hoch (die Nez PercĂ© verloren unter anderem auch Toohoolhoolzote und Josephs Bruder Ollokot), und Joseph und Miles begannen Verhandlungen.

Das Bear-Paw-Schlachtfeld, auf dem der Krieg gegen die Nez Percé endete.

In der Zwischenzeit setzte eine schwere KĂ€lte ein, und Anfang Oktober erschien Howard mit seiner Streitmacht. Bei weiteren Gefechten kam auch Looking Glass ums Leben, wodurch den Nez PercĂ© mit Joseph und White Bird nur noch zwei HĂ€uptlinge verblieben. White Bird weigerte sich aufzugeben und entkam in der Nacht des 5. Oktober mit einer Gruppe von rund 50 Indianern nach Kanada. Auch andere, kleinere Gruppen schlugen sich durch die amerikanischen Linien nach Norden durch.[54] Joseph hingegen war des KĂ€mpfens mĂŒde. Am 5. Oktober gab er den Kampf auf. Durch einen Übersetzer ließ er den Amerikanern mitteilen:

“Tell General Howard I know his heart. What he told me before – I have it in my heart. I am tired of fighting. Our chiefs are killed. [
] It is cold, and we have no blankets. The little children are freezing to death. My people – some of them - have run away to the hills, and have no blankets, no food. No one knows where they are - perhaps freezing to death. I want to have time to look for my children, and to see how many of them I can find; maybe I shall find them among the dead. Hear me, my chiefs; my heart is sick and sad. From where the sun now stands, I will fight no more forever.”

„Sagt General Howard, dass ich sein Herz kenne. Was er mir frĂŒher gesagt hat, habe ich in meinem Herzen. Ich bin des KĂ€mpfens mĂŒde. Unsere HĂ€uptlinge sind tot. [
] Es ist kalt, und wir haben keine Decken. Die kleinen Kinder erfrieren. Meine Leute – einige von ihnen – sind in die Berge geflĂŒchtet und haben keine Decken, keine Nahrung. Niemand weiß, wo sie sind – vielleicht am Erfrieren. Ich möchte die Zeit haben, nach meinen Kindern zu suchen und zu schauen, wie viele von ihnen ich finden kann; vielleicht werde ich sie unter den Toten finden. Hört mich, meine HĂ€uptlinge; mein Herz ist krank und traurig. Vom jetzigen Stand der Sonne an werde ich niemals wieder kĂ€mpfen.“[55]

Diese Worte Josephs gehören seither zu den bekanntesten indianischen Ansprachen und gelten als „Klassiker indianischer Prosa“.[56] Anschließend bot er Howard sein Gewehr an, der ihm allerdings bedeutete, es an den danebenstehenden Oberst Miles zu ĂŒbergeben.[57]

Die Flucht der Nez PercĂ©, der sie ĂŒber rund 2.000 Kilometer und durch Teile von vier amerikanischen Bundesstaaten gefĂŒhrt hatte, war damit zu Ende. Auf ihrem Marsch hatten die Indianer insgesamt gegen mehr als 2000 amerikanische Soldaten gekĂ€mpft. 65 Krieger und 55 Frauen und Kinder hatten dabei ihr Leben verloren, die Verluste der Amerikaner betrugen 180 Tote und 150 Verwundete.[58]

Folgen

Streit zwischen Howard und Miles

Auf Seiten der Amerikaner kam es nach der Schlacht zu einem Streit zwischen General Howard und Oberst Miles. Howard war enttĂ€uscht von Miles’ erster Meldung an die Zeitungen, in der Howards Anwesenheit bei der Kapitulation und seine Truppen kaum erwĂ€hnt wurden. Miles war seinerseits der Meinung, dass Howards offizielle Berichte an seine Vorgesetzten die Rolle von Miles und seinen Truppen nicht genĂŒgend wĂŒrdigten. Der Streit dauerte einige Monate an und zerstörte eine lange Freundschaft zwischen den beiden MĂ€nnern.[59]

Schicksal von Josephs Nez Percé

Die Nez PercĂ© wurden nach ihrer Kapitulation in wechselnde Reservate in Kansas gebracht, 1879 verschaffte man sie ins Indianer-Territorium, wo viele von ihnen starben. Im selben Jahr erschien in der Aprilausgabe der Zeitschrift North American Review ein von Joseph erzĂ€hlter und von Bischof William H. Hare ins Englische ĂŒbertragener Bericht ĂŒber den Feldzug. Joseph machte darin einerseits klar, dass er nach wie vor der Ansicht war, dass die Unteren Nez PercĂ© ihr Land nie verkauft hatten:

Die Lapwai-Reservation. Nur ein Teil der flĂŒchtigen Nez PercĂ© durfte in sie zurĂŒckkehren

“Suppose a white man should come to me and say „Joseph, I like your horses, and I want to buy them“. I say to him, „No, my horses suit me well, I will not sell them.“ Then he goes to my neighbor, and says to him: „Joseph has some good horses. I want to buy them, but he refuses to sell.“ My neighbor answers, „Pay me the money, and I will sell you Joseph’s horses.“ The white man returns to me, and says, „Joseph, I have bought your horses, and you must let me have them.“ If we sold our lands to the Government, this is the way they were bought”

„Nehmen wir an, ein weißer Mann kommt zu mir und sagt „Joseph, mir gefallen deine Pferde, ich möchte sie kaufen.“ Ich sage zu ihm, „Nein, meine Pferde gefallen mir gut, Ich werde sie nicht verkaufen.“ Dann geht er zu meinem Nachbarn und sagt zu ihm: „Joseph hat ein paar gute Pferde. Ich möchte sie kaufen, aber er weigert sich, zu verkaufen.“ Mein Nachbar antwortet, „Bezahle mich, und ich werde dir Josephs Pferde verkaufen.“ Der weiße Mann kommt zu mir zurĂŒck und sagt, „Joseph, Ich habe deine Pferde gekauft, und du musst sie mir geben.“ Falls wir unser Land je der Regierung verkauft haben, dann ist dies die Art und Weise, wie es gekauft wurde.“[60]

Auch seiner Liebe zu seiner Heimat, in der das Grab seines Vaters Old Joseph lag, gab Joseph Ausdruck: „Ich liebe jenes Land mehr als den ganzen Rest der Welt. Ein Mann, der das Grab seines Vaters nicht liebt, ist schlimmer als ein wildes Tier“.[61] DarĂŒber hinaus schrieb er, dass Oberst Miles ihm bei den Beratungen vor der Kapitulation zugesichert habe, dass die Nez PercĂ© nach der Aufgabe in die Lapwai-Reservation gehen dĂŒrften. Ohne dieses Versprechen, so Joseph, hĂ€tte er nie kapituliert.[62] Auch Miles vertrat die Ansicht, eine der Bedingungen fĂŒr die Kapitulation der Indianer sei gewesen, dass sie zurĂŒck in die Lapwai-Reservation dĂŒrften, und er setzte sich dafĂŒr ein, doch Howard und General Sherman lehnten eine RĂŒckkehr der Indianer in den Wehrbereich Columbia ab.[63] Als dies nicht fruchtete, entschuldigte er sich bei Joseph. Laut Josephs Erinnerung bat Miles um VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass er seine Befehle befolgen mĂŒsse; wĂŒrde er dies nicht tun, so wĂŒrde er lediglich abgesetzt und die Befehle wĂŒrden durch einen anderen Offizier durchgefĂŒhrt.[64] Howard verfasste eine Gegendarstellung zu Josephs Bericht, die in der Juliausgabe 1879 des North American Review erschien. Howard zeigte sich darin dem ursprĂŒnglichen Anliegen der Indianer gegenĂŒber aufgeschlossen:

Chief Joseph (1903 ?)

“If I had had the power and the management entirely in my hands, I believe I could have healed that old sore, and established peace and amity with Joseph’s Indians. It could only have been done, first, by a retrocession of Wallowa (already belonging to Oregon) to the United States, and then setting that country apart for ever for the Indians [
]; and, second, by the removal therefrom of every white settler, making to each a proper renumeration for his land and improvements. But this power I did not have”

„Ich glaube, dass ich, hĂ€tte ich die Befugnisse und die FĂŒhrung vollstĂ€ndig in meinen HĂ€nden gehabt, diesen alten Schmerz hĂ€tte heilen und Frieden und Freundschaft mit Josephs Indianern hĂ€tte schaffen können. Dies hĂ€tte erstens nur durch die RĂŒckĂŒbertragung des Wallowa (das bereits zu Oregon gehörte) an die Vereinigten Staaten geschehen können, um dieses Land dann fĂŒr immer fĂŒr die Indianer zu reservieren [
]; und zum Zweiten durch die Entfernung jedes weißen Siedlers aus dem Gebiet, unter Bezahlung einer EntschĂ€digung fĂŒr sein Land und die von ihm getĂ€tigten Verbesserungen. Aber diese Macht hatte ich nicht“[65]

Er wehrte sich aber gegen einige Darstellungen von Joseph und in der Presse, die ihm die Schuld am Kriegsausbruch gaben. Howard schilderte darin auch, wie er als MilitĂ€rbefehlshaber in die Probleme mit den Nez PercĂ© verwickelt wurde: Zum einen gingen bei ihm Beschwerden von weißen Siedlern ein, teilweise in offizieller Form. Zum anderen forderte auch die Indianerbehörde militĂ€rische UnterstĂŒtzung an, woraufhin Howard von ĂŒbergeordneten Befehlsstellen entsprechende Befehle erhielt. Seine Aufgabe, so Howard, bestand darin, KĂ€mpfe zwischen bewaffneten Siedlern und Indianern zu verhindern, die frei herumstreifenden Indianer in die fĂŒr sie bereitgestellte Reservation zu bringen und den Frieden wiederherzustellen.[66] In Bezug auf die Kapitulationsbedingungen argumentierte Howard, dass die Flucht der Indianergruppe unter FĂŒhrung von White Bird die erste, von den Indianern begangene, Verletzung der Bestimmungen darstelle. DarĂŒber hinaus plĂ€dierte Howard auch hier dafĂŒr, die Nez PercĂ© vorerst im Indianerterritorium zu belassen.[67] Erst 1883 erlaubte man einem Teil von ihnen, zum Rest des Stammes in das Lapwai-Reservat in Idaho zurĂŒckzukehren. Joseph und anderen wurde dies jedoch nicht gewĂ€hrt – sie wurden in den Bundesstaat Washington in das Colville-Reservat gebracht. Den Rest seines Lebens verbrachte Joseph damit, um die RĂŒckkehr in seine geliebte Heimat zu kĂ€mpfen – vergeblich, denn er starb 1904 in Colville.

Das Schicksal der nach Kanada entkommenen Nez Percé

HĂ€uptling White Bird blieb bis zu seinem Lebensende in Kanada

Mehreren Gruppen der Nez PercĂ© hatten sich vor und nach Josephs Kapitulation durch die amerikanischen Linien und nach Kanada durchgeschlagen, wo sie unter FĂŒhrung von HĂ€uptling White Bird ihr Lager bei den Sioux Sitting Bulls aufschlugen. Flucht, Vertreibung und Exil in Kanada banden die zuvor verfeindeten Sioux und Nez PercĂ© zusammen, und die Sioux versorgten die Neuankömmlinge in der ersten Zeit mit Nahrungsmitteln.[68] Im FrĂŒhjahr 1878 versuchten einige der nach Kanada Geflohenen, wieder in die Vereinigten Staaten zurĂŒckzukehren und sich ihren Verwandten in der Lapwai-Reservation anzuschließen. Dies wurde ihnen jedoch nicht gestattet; die MĂ€nner wurden zunĂ€chst in Fort Lapwai verhaftet, spĂ€ter wurden die Neuankömmlinge zu Joseph ins Indianerterritorium gesandt.[69] Ein offizieller Versuch der amerikanischen Regierung, White Bird und den Rest seiner zu diesem Zeitpunkt 120 Menschen umfassenden FlĂŒchtlingsgruppe zur RĂŒckkehr zu bewegen, scheiterte. Im Laufe der folgenden Jahre gab es jedoch eine stete Abwanderung von Nez PercĂ©, die sich zurĂŒck nach ihrer Heimat sehnten. Einige wenige Familien, darunter White Bird, blieben in Kanada, selbst dann, als Sitting Bull wieder in die Vereinigten Staaten zurĂŒckgekehrt war. White Bird wurde 1892 nach einem Streit von einem anderen Stammesmitglied ermordet. Die letzte in Kanada verbliebene Nez-PercĂ©-Frau starb 1899 an Tuberkulose.[70]

Rezeption

Gedenkstein auf dem Schlachtfeld in den Bearpaw Bergen

Bereits wĂ€hrend des Feldzuges hatte die amerikanische Öffentlichkeit die Flucht der Nez PercĂ© aufmerksam verfolgt. Nach der Kapitulation der Nez PercĂ© rĂŒckte insbesondere Joseph in den Vordergrund, der mit viel Einsatz um die RĂŒckkehr seiner Stammesmitglieder in die Lapwai-Reservation kĂ€mpfte. 1879, im selben Jahr, in dem auch sein Artikel in der North American Review erschien, reiste er nach Washington und hielt eine Rede vor Ministern und Kongressabgeordneten[71], und 1897 ritt er neben Miles und Howard in New York bei der Parade zur Einweihung von PrĂ€sident Grants Grabmal.[72]

Das öffentliche Interesse manifestierte sich darĂŒber hinaus in den zahlreichen BĂŒchern ĂŒber den Feldzug, die teilweise schon kurz nach dessen Ende veröffentlicht wurden. In der Dezemberausgabe der Monatszeitschrift The Galaxy erschien bereits 1877 ein von F.L.M. verfasster Bericht ĂŒber den Feldzug.[73] 1881 erschien Howards Buch Nez Perce Joseph: An Account of His Ancestors, His Lands, His Confederates, His Enemies, His Murders, His Wars, His Pursuits and Capture, 1884 folgte sein Adjutant C.E.S Wood mit einem Beitrag im Century Magazine, und 1889 folgte G.O. Shields' Buch The Battle of the Big Hole. Auch in den folgenden Jahren erfolgten Publikationen, so zum Beispiel das 1940 erschienene Yellow Wolf - His own Story, in dem Lucullus Virgil McWhorter die Lebensgeschichte des 1935 verstorbenen Nez-PercĂ©-Kriegers Yellow Wulf niedergeschrieben hatte.

Helen Hunt Jackson widmete den Nez PercĂ© ein Kapitel ihres 1881 erschienenen Buches A Century of Dishonor und kritisierte insbesondere, dass die Nez PercĂ© entgegen der ursprĂŒnglichen Kapitulationsbedingungen nicht in die Lapwai-Reservation zurĂŒckkehren durften: „Die Bedingungen dieser Kapitulation wurden schĂ€ndlich verletzt“.[74] Neben Helen Hunt Jackson setzte sich auch die Presbyterianische Kirche und die Indian Rights Association fĂŒr die Nez PercĂ© ein.[75] Der Druck der Öffentlichkeit wird auch als ein Faktor gesehen, der die amerikanische Regierung schließlich dazu brachte, Joseph in die Colville-Reservation und einen Teil seiner Gruppe nach Lapwai zu bringen.[76]

Neben den Kapitulationsbedingungen wurde auch der Vertrag von 1863 kritisch gesehen (fĂŒr Josephs Ansicht siehe das Zitat im obigen Abschnitt). Die Vereinigten Staaten hatten den Nez PercĂ© 1855 unter anderem das Wallowa-Tal garantiert und erwarben es 1863 von einer Gruppe von HĂ€uptlingen, die es gar nicht bewohnte oder es gar „besaß“. Howards Adjutant Charles Erskine Scott Wood schrieb hierzu bereits 1884:

“But no matter how consistent their action may have seemed to them, to the Indians it was false and absurd. With them, as with all warlike, nomadic peoples, the decision of a majority is not regarded as binding the minority; this principle is unknown.”

„Aber egal wie konsistent ihnen [den Indianeragenten, der Autor] ihre Handlung auch erschienen sein mag, fĂŒr die Indianer war sie falsch und absurd. Bei ihnen, wie bei allen kriegerischen Nomadenvölkern, wird die Entscheidung einer Mehrheit nicht als bindend fĂŒr die Minderheit betrachtet; dieses Prinzip ist unbekannt.“[77]

Eine Ă€hnliche Kritik findet sich bereits in einem Bericht aus dem Magazin The Galaxy vom Dezember 1877. Das Magazin zitiert eine Kommission aus dem Jahr 1873, die zum Schluss gekommen war, dass, „falls die Gesetze und GebrĂ€uche der Indianer auf irgendeine Weise respektiert werden sollen, so bindet der Vertrag von 1863 Joseph und seine Gruppe nicht“. Gleichzeitig warnte die Kommission allerdings auch, dass aus SicherheitsgrĂŒnden entweder die Indianer oder die weißen Siedler aus der umstrittenen Gegend entfernt werden mĂŒssten.[78] Alvin M. Josephy junior kommt in seinem 1965 erschienen The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest zu einem Ă€hnlichen Ergebnis: Er sieht in dem Vertrag von 1863 einen „betrĂŒgerischen Akt“ und schreibt weiter, (Old) Joseph und den anderen nichtunterzeichnenden Gruppen außerhalb der neuen Reservation sei „im wahrsten Sinne des Wortes das Land unter ihnen wegverkauft“ worden.[79]

Bemerkenswert ist, dass der Kampf und vor allem das Verhalten der Nez PercĂ© im Nachhinein von vielen Amerikanern, darunter auch ihren direkten Gegnern, positiv betrachtet und beschrieben wurde. So schrieb William Tecumseh Sherman, der Feldzug gegen die Nerz PercĂ© sei „einer der außergewöhnlichsten Indianerkriege“ gewesen. Die Indianer, so Sherman weiter, „zeigten einen Mut und ein Geschick, das allgemeines Lob hervorrief. Sie verzichteten darauf, Skalpe zu nehmen; ließen gefangene Frauen frei; begingen keine wahllosen Morde an friedlichen Familien, wie sonst ĂŒblich, und kĂ€mpften mit fast wissenschaftlichem Geschick, wobei sie Gebrauch von Vor- und Nachhuten, PlĂ€nklerlinien und Feldbefestigungen machten.“.[80] Howards Adjutant, Charles Wood, schrieb 1884 im Century Magazine: „Joseph [
] kĂ€mpfte fĂŒr das, was der weiße Mann, falls es mit Erfolg gekrönt ist, „Patriotismus“ nennt.“[81]

Diese positive Betrachtungsweise zeigte sich auch in der militĂ€rischen Analyse des Feldzuges und hier insbesondere in der Art und Weise, wie Joseph von der amerikanischen Öffentlichkeit rezipiert wurde. Joseph hatte als letzter verbliebener HĂ€uptling der Nez PercĂ© die Flucht aufgegeben und sein Gewehr an Howard und Miles ĂŒbergeben und blieb auch danach eine Art WortfĂŒhrer der FlĂŒchtigen. Aus diesem Grund konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Amerikaner vor allem auf ihn und man sah in ihm den alleinigen politischen und vor allem militĂ€rischen AnfĂŒhrer der Nez PercĂ©. Besonders offenbar wird dies in Howards Buchtitel: „Nez Perce Joseph: an account of his ancestors, his lands, his confederates, his enemies, his murders, his war, his pursuit and capture“. Howard bescheinigte Joseph eine „bemerkenswerte FĂŒhrung“ [82] und lobte seine militĂ€rischen FĂ€higkeiten. Dieses Bild von Joseph verstĂ€rkte sich in der Folgezeit noch mehr, er wurde zum „Roten Napoleon“ verklĂ€rt, und Mitte des 20. Jahrhunderts gab es sogar Bewunderer, die forderten, man solle ihn posthum zum FĂŒnf-Sterne-General des amerikanischen Heeres ernennen. [83]

Zur selben Zeit begann allerdings auch ein Hinterfragen der Rolle Josephs. Die Analyse indianischer Aussagen und Berichte, insbesondere durch Lucullus McWhorter, zeigte, dass Joseph primĂ€r ein AnfĂŒhrer in Friedenszeiten gewesen war. Eine hierauf aufbauende Untersuchung von Bruce Haines aus dem Jahr 1954 bestĂ€tigte dieses Bild. Haines sah die Erfolge der Nez PercĂ© nicht in der GenialitĂ€t eines einzigen AnfĂŒhrers begrĂŒndet. Zum einen waren mit Looking Glass, White Bird, Toohoolhoolzote, Ollokot, Rainbow und Five Wounds eine ganze Reihe von Kriegern an der FĂŒhrung der KĂ€mpfe beteiligt gewesen, zum anderen hĂ€tten auch die individuellen Krieger bei den Erfolgen eine entscheidende Rolle gespielt. Haines kam daher zum Schluss, dass Joseph nicht der wichtigste militĂ€rische FĂŒhrer der Nez PercĂ© war, eine Erkenntnis, die auch von spĂ€teren Autoren geteilt wurde.[84]

Einen weiteren Grund fĂŒr die VerklĂ€rung Josephs zum militĂ€rischen Genie sieht Haines in der Erfolglosigkeit der beteiligten Amerikaner: „Um ihre eigenen Fehler und SchwĂ€chen herunterzuspielen, neigten die Offiziere dazu, das Geschick der indianischen AnfĂŒhrer zu ĂŒbertreiben.“[85] Andere Autoren bescheinigen Howard und seinen Untergebenen ein besseres Bild: So litt auch er unter Versorgungsproblemen, insbesondere, was frische Pferde anging, und er hatte an mehreren Stellen (z.B. bei Fort Fizzle) schlichtweg Pech. Es sei deswegen zweifelhaft, ob die lange Dauer des Feldzuges Howards Fehlern oder vielmehr diesen Ă€ußeren UmstĂ€nden geschuldet war.[86]

GedenkstÀtten

Die Schlachtfelder des Feldzuges sind heute, gemeinsam mit anderen historischen StÀtten der Nez Percé (wie zum Beispiel Josephs Grab) Teil des Nez Perce National Historical Park, der insgesamt 38 StÀtten in den Bundesstaaten Idaho, Montana, Oregon und Washington umfasst. Die Route der Nez Percé ist seit 1986 unter dem Namen Nez Perce National Historic Trail Teil des National Trails System.

Literarische und filmische Bearbeitungen

Der Kampf der Nez PercĂ© diente als Stoff fĂŒr zahlreiche belletristische und SachbĂŒcher. Des Weiteren auch als Stoff fĂŒr Film-Adaptionen wie zum Beispiel die Produktion fĂŒr das US-Fernsehen unter dem deutschen Titel: „Ich kĂ€mpfe niemals wieder“. Joseph wird darin von Ned Romero verkörpert, General Howard von James Whitmore, und Sam Elliott spielt Howards Adjutanten Charles Wood.

Siehe auch

Literatur

  • John A. Carpenter: Sword and Olive Branch - Oliver Otis Howard, Fordham University Press, New York, 1999 (Erstauflage 1964), ISBN 978-0-8232-1988-9. Carpenter († 1978), der in New York lehrte, verfasste eine Biographie des 1909 verstorbenen Howard, die seine StĂ€rken belegt, und die sich gegen Biographien wandte, die Howard scharf kritisierten.
  • Jerome A Greene: Nez Perce Summer, 1877: The U. S. Army and the Nee-Mee-Poo Crisis. Helena, Montana 2000, ISBN 0-917298-82-9. Grundlegende Arbeit des National-Park-Historikers (online).
  • Francis Haines: Chief Joseph and the Nez Perce Warriors, Pacific Northwest Quarterly, 45.1, Januar 1954, S. 1–7.
  • Chief Joseph und William H. Hare: An Indian's Views of Indian Affairs, North American Review, April 1879, S. 412–434, online verfĂŒgbar auf cornell.edu.
  • Oliver Otis Howard: The True Story of the Wallowa Campaign, North American Review, Juli 1879, S. 53–65, online verfĂŒgbar auf cornell.edu.
  • Alvin M. Josephy Jr.: The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, Yale University 1965, erneut: New York: Mariner, 1997, ISBN 978-0395850114. Eine der Publikationen, die die Abkehr von der Terminationspolitik, die 1961 eingesetzt hatte, unterstĂŒtzten (vgl. Indianerpolitik der Vereinigten Staaten).
  • Duncan MacDonald, Wilfried Homann: Es wird viele TrĂ€nen geben. Der Nez PercĂ©-Feldzug 1877, Übersetzung von 2002. ISBN 3-89510-084-6. MacDonald war als Dolmetscher bei den Verhandlungen mit White Bird in Kanada. Er selbst stammte von Schotten und Nez Perce ab. Auf dieser Grundlage erstellte er fĂŒr eine Zeitung einen Bericht ĂŒber den Kriegsverlauf.
  • Stuart Christie: When Warriors and Poachers Trade: Duncan MacDonald’s Through Nez Perce Eyes and the Birth of Separate Sovereignties During the Nimiipu War of 1877, in: Journal of Colonialism and Colonial History 12,1 (2011). Diskutiert u.a. die Frage, ob der Nez-Perce-Krieg am Anfang der bis heute andauernden SouverĂ€nitĂ€tsdebatte der indigenen Völker Nordamerikas steht.
  • Charles Erskine Scott Wood: Chief Joseph, the Nez PercĂ©, The Century Illustrated Monthly Magazine. Vol. 28 (Mai-October 1884), S. 136–142, online verfĂŒgbar auf cornell.edu.
  • Lynn N. und Dennis W. Baird: In Nez Perce Country. Accounts of the Bitterroots and the Clearwater after Lewis and Clark, University of Idaho Library, 2003, ISBN 0-89301-503-2. Beste Darstellung fĂŒr die Zeit zwischen etwa 1800 und 1877, zudem mit z. T. bis dahin unveröffentlichten Quellen bereichert.

Weblinks

Anmerkungen

  1. ↑ Wohl zuerst von John Stuart Wasson: The Nimipu War, in: Indian Historian 3,4 (1970) 5-9 so bezeichnet.
  2. ↑ Die fortlaufende Benennung der Nez PercĂ© folgt der Literatur und benutzt deswegen fĂŒr manche Stammesmitglieder englische, fĂŒr andere indianische Namen. Bei Indianern, die in der Literatur ĂŒberwiegend mit ihrem englischen Namen bezeichnet werden, wird bei der ersten ErwĂ€hnung der indianische Name mit erwĂ€hnt; die Schreibweise folgt hierbei Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the American Northwest.
  3. ↑ Angaben ĂŒber die von den Nez PercĂ© zurĂŒckgelegte LĂ€nge schwanken; Bruce Hampton, Children of Grace - The Nez Perce War of 1877, University of Nebraska Press, 1994, S.301f., nennt eine Entfernung von „etwa 1200 Meilen“, das Handbook of North American Indians, Band 12, S. 435, spricht von 1300 Meilen. Weitere Angaben sind teilweise noch höher.
  4. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S.5f.
  5. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 8ff.
  6. ↑ Robert Marshall Utley: Nez PercĂ© Bid for Freedom, in: Ders.: Frontier Regulars. The United States Army and the Indian, 1866-1891, 1973, Nachdruck New York 1984, S. 296-320, hier: S. 297.
  7. ↑ Wood, Chief Joseph, the Nez Perce, S. 135.
  8. ↑ SĂ€mtliche HĂ€uptlinge der Nez PercĂ©, deren Land innerhalb der neuen Reservation lag, unterschrieben den Vertrag. Von den Gruppen, deren Land außerhalb der neuen Reservation lag, unterschrieben lediglich zwei Indianer namens Jason und Timothy, denen allerdings der Besitz ihrer HĂ€user gestattet blieb; siehe Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 429.
  9. ↑ Josephy Jr, The Nez Perce Indians and the Opening of the American Northwest, S.410-430. Zum Vertragstext siehe den Internetauftritt des Center for Columbia River History: Treaty with the Nez Perce Indians, 9 June 1863.
  10. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 246
  11. ↑ Carpenter, Sword an Olive Branch, S. 245.
  12. ↑ Robert Marshall Utley: Nez PercĂ© Bid for Freedom, in: Ders.: Frontier Regulars. The United States Army and the Indian, 1866-1891, 1973, Nachdruck New York 1984, S. 296-320, hier: S. 297f.
  13. ↑ siehe auch Green, Nez Perce Summer, S. 108.
  14. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 77.
  15. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 105.
  16. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 250.
  17. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 3, S. 106f.
  18. ↑ Haines, Chief Joseph and the Nez Perce Warriors, S. 1.
  19. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 29.
  20. ↑ Greene, Nez Perce Summer, 106f. Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the American Northwest, S. 556.
  21. ↑ Haines, Chief Joseph and the Nez Perce Warriors, S. 4.
  22. ↑ Greene, Nez Perce Summer, 1877, S. 123.
  23. ↑ Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 574.
  24. ↑ Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 613
  25. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 266.
  26. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 237.
  27. ↑ Chief Joseph und William H. Hare, An Indian's View of Indian Affairs, S. 423.
  28. ↑ Chief Joseph und William H. Hare, An Indian's View of Indian Affairs, S. 430.
  29. ↑ Die zeitlich nĂ€chste und wohl beste Quelle ist hierfĂŒr John D. McDermott: The Battle of White Bird Canyon and the Beginning of the Nez Perce War, hgg. von der Idaho State Historical Society, Boise, Idaho 1878, Neuauflage 1978, erneut unter dem Titel: Forlorn Hope. The Nez Perce Victory at White Bird Canyon, Caldwell, Idaho: Caxton Press 2003.
  30. ↑ Haines, Chief Joseph and the Nez Perce Warriors, S. 2.
  31. ↑ Lucullus Virgil McWorther und Yellow Wolf: Yellow Wolf- his own story, 7. Auflage, Caxton Press, Idaho, 2000, S. 60f.
  32. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 250.
  33. ↑ Wie viele Krieger Looking Glass sich den flĂŒchtigen Gruppen zu diesem Zeitpunkt schon angeschlossen hatten, und ob dies mit kriegerischen Absichten geschah, ist nicht klar. Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the American Northwest, S. 534, spricht davon, dass Howard von 40 Kriegern ausging, ist aber der Ansicht, dass diese Zahl von Howards SpĂ€hern - absichtlich oder versehentlich - ĂŒbertrieben wurde. Greene in Nez Perce Summer, S. 51, spricht von mindestens 20 MĂ€nnern, gibt aber auch zu bedenken, dass es sich dabei schlichtweg um Besucher handeln könnte.
  34. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 50ff.
  35. ↑ Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 535ff.
  36. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 56.
  37. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 61ff.
  38. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 95
  39. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S.93
  40. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 251
  41. ↑ Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 567f.
  42. ↑ Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 568
  43. ↑ Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 574.
  44. ↑ Chief Joseph und William H. Hare, An Indian's View of Indian Affairs, S. 426
  45. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 252 und 255.
  46. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 138.
  47. ↑ Green, Nez Perce Summer, S. 144.
  48. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 255f.
  49. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 231f.
  50. ↑ J. Diane Pearson: The Nez Perces in the Indian territory: Nimiipuu survival, University of Oklahoma Press, 2008, S. 40f.
  51. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 317
  52. ↑ J. Diane Pearson: The Nez Perces in the Indian territory: Nimiipuu survival, University of Oklahoma Press, 2008, S. 41
  53. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 258f.
  54. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 338.
  55. ↑ Wiedergegeben unter anderem in Wood, Chief Joseph, the Nez Perce, S. 141.
  56. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 261.
  57. ↑ Wood, Chief Joseph, the Nez Perce, S. 142.
  58. ↑ fĂŒr die Zahlen siehe: Lewis-Clark.org: Forty Miles from Freedom
  59. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 262f.
  60. ↑ Chief Joseph und William H. Hare, An Indian's View of Indian Affairs, S. 419f.
  61. ↑ Chief Joseph und William H. Hare, An Indian's View of Indian Affairs, S. 419
  62. ↑ Chief Joseph und William H. Hare, An Indian's View of Indian Affairs, S. 429.
  63. ↑ Carpenter, Sword and Olive Branch, S. 264.
  64. ↑ Chief Joseph und William H. Hare, An Indian's View of Indian Affairs, S. 430
  65. ↑ Howard, The True Story of the Wallowa Campaign, S. 54.
  66. ↑ Howard, The True Story of the Wallowa Campaign, S. 54.
  67. ↑ Howard, The True Story of the Wallowa Campaign, S. 64.
  68. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 340f.
  69. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 343f.
  70. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 349
  71. ↑ Siegfried Augustin: Die Geschichte der Indianer, Nymphenburger, 1995, S. 423, ISBN 3-485-00736-6.
  72. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 358.
  73. ↑ F.L.M.: The Nez Perce War, The Galaxy, Volume 24, Issue 6, S. 817-827, online verfĂŒgbar auf cornell.edu
  74. ↑ Helen Hunt Jackson, A Century of Dishonor, S. 132.
  75. ↑ Greene, Nez Perce Summer, S. 337.
  76. ↑ Mark Q. Sutton: An Introduction to Native North America, California State University 2003, S. 116f.
  77. ↑ Wood: Chief Joseph, the Nez Perce, S. 135.
  78. ↑ F.L.M.: The Nez Perce War, The Galaxy 24,6, S. 823.
  79. ↑ Josephy Jr., The Nez Perce Indians and the Opening of the Northwest, S. 430.
  80. ↑ Zitiert durch Alvin Josephy Jr., Vorwort zu Greene, Nez Perce Summer, S. XI.
  81. ↑ Wood: Chief Joseph, the Nez Perce, S. 135.
  82. ↑ Howard, „Nez Perce Joseph“, S. 146
  83. ↑ Haines, Chief Joseph and the Nez Perce Warriors, S. 1; Merle W. Mells: The Nez Perce and their War, Pacific Northwest Quarterly, 55.1, Januar 1964, S. 35-37
  84. ↑ Haines, Joseph and the Nez Perce Warriors, S. 7
  85. ↑ Haines, Joseph and the Nez Perce Warriors, S. 7.
  86. ↑ John A. Carpenter: General Howard and the Nez Perce War of 1877, Pacific Northwest Quarterly, 49.4, Oktober 1958, S. 129-145; S.144f. Ähnlich auch Greene, Nez Perce Summer, S. 327.
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