Carl von Linne

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Carl von Linne
Linnés Bildnis wenige Jahre vor seinem Tod. Gemalt von Alexander Roslin (1775).
LinnĂ©s Wappen symbolisiert die drei Naturreiche Mineralien, Pflanzen und Tiere und wurde von ihm selbst entworfen. Im blauen Oval in der Mitte ist ein Ei dargestellt. Der Helm darĂŒber ist mit Linnaea borealis, der nach ihm benannten Pflanze, geschmĂŒckt.

Carl von LinnĂ©  anhören?/i (vor der Erhebung in den Adelsstand Carl Nilsson LinnĂŠus; * 23. Mai 1707 in RĂ„shult bei Älmhult; † 10. Januar 1778 in Uppsala) war ein schwedischer Naturwissenschaftler, der mit der binominalen Nomenklatur die Grundlagen der modernen botanischen und zoologischen Taxonomie schuf. Sein offizielles botanisches AutorenkĂŒrzel lautet „L.“. In der Zoologie wird „Linnaeus“ als AutorenkĂŒrzel verwendet.

LinnĂ© setzte sich als Student in seinem Manuskript Praeludia Sponsaliorum Plantarum mit der noch neuen Idee von der SexualitĂ€t der Pflanzen auseinander und legte mit diesen Überlegungen den Grundstein fĂŒr sein spĂ€teres Wirken. WĂ€hrend seines Aufenthaltes in Holland entwickelte er in Schriften wie Systema Naturae, Fundamenta Botanica, Critica Botanica und Genera Plantarum die theoretischen Grundlagen seines Schaffens. WĂ€hrend seiner TĂ€tigkeit fĂŒr George Clifford in Hartekamp konnte LinnĂ© zum ersten Mal viele seltene Pflanzen direkt studieren, und schuf mit Hortus Cliffortianus das erste nach seinen Prinzipien geordnete Pflanzenverzeichnis. Nach der RĂŒckkehr aus dem Ausland arbeitete LinnĂ© fĂŒr kurze Zeit als Arzt in Stockholm. Er gehörte hier zu den GrĂŒndern der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und war deren erster PrĂ€sident. Mehrere Expeditionen fĂŒhrten ihn durch die Provinzen seiner schwedischen Heimat und trugen zu seiner Anerkennung bei.

Ende 1741 wurde LinnĂ© Professor an der UniversitĂ€t Uppsala und neun Jahre spĂ€ter deren Rektor. In Uppsala fĂŒhrte er seine enzyklopĂ€dischen Anstrengungen, alle bekannten Mineralien, Pflanzen und Tiere zu beschreiben und zu ordnen, weiter. Seine beiden Werke Species Plantarum (1753) und Systema Naturae (in der zehnten Auflage von 1758) sind noch heute fĂŒr die biologische Nomenklatur von Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Schule

Die Umgebung um Linnés Geburtshaus in RÄshult wurde wieder so hergestellt, wie er sie in seiner Kindheit erlebte.

Carl LinnĂŠus wurde am 23. Mai 1707[1] in der ersten Stunde nach Mitternacht im kleinen Ort RĂ„shult im Kirchspiel Stenbrohult in der sĂŒdschwedischen Provinz SmĂ„land geboren. Er war das Ă€lteste von fĂŒnf Kindern des Geistlichen Nils Ingemarsson LinnĂŠus und dessen Frau Christina Brodersonia.

Sein Vater interessierte sich sehr fĂŒr Pflanzen und kultivierte in seinem Garten einige ungewöhnliche Pflanzen aus Deutschland. Diese Faszination ĂŒbertrug sich auf seinen Sohn, der jede Gelegenheit nutzte, um StreifzĂŒge in die Umgebung zu unternehmen und sich die Namen der Pflanzen von seinem Vater nennen zu lassen. Seine schulische Ausbildung begann im Alter von sieben Jahren durch einen Privatlehrer, der ihn zwei Jahre lang unterrichtete. 1716 schickten ihn seine Eltern auf die neu errichtete Domschule in VĂ€xjö mit dem Ziel, dass er spĂ€ter wie sein Vater und Großvater Pfarrer werden sollte. Der junge LinnĂ© litt unter den rigiden Erziehungsmethoden der Schule. Das Ă€nderte sich erst, als er 1719 die Bekanntschaft des Studenten Gabriel Höök machte, der ihn privat unterrichtete. 1724 wechselte er an das Gymnasium.

1726 reiste sein Vater nach VĂ€xjö, um den Arzt Johan Stensson Rothman in einer medizinischen Angelegenheit zu konsultieren und sich ĂŒber die Leistungen seines Sohnes zu informieren. Er musste erfahren, dass sein Sohn in den fĂŒr das Priesteramt notwendigen FĂ€chern Griechisch, HebrĂ€isch, Theologie, Metaphysik und Rhetorik nur mĂ€ĂŸige Leistungen erbrachte und ihnen wenig Interesse entgegenbrachte. Hingegen glĂ€nzte sein Sohn in Mathematik und den Naturwissenschaften, aber auch in Latein. Rothman, der das Talent LinnĂ©s fĂŒr eine medizinische Laufbahn erkannte, bot dem schockierten Vater an, seinen Sohn unentgeltlich in sein Haus aufzunehmen und ihn in Botanik und Physiologie zu unterrichten. Rothman machte LinnĂ© mit dem Klassifizierungssystem der Pflanzen von Joseph Pitton de Tournefort bekannt und wies ihn auf SĂ©bastien Vaillants Schrift zur SexualitĂ€t der Pflanzen[2] hin.

Studium

Im August 1727 ging LinnĂ© nach Lund, um an der dortigen UniversitĂ€t zu studieren. Am Ende seiner Schulzeit hatte er vom Rektor des Gymnasiums Nils Krok ein nicht sehr schmeichelhaftes Schreiben[3] fĂŒr seine Bewerbung in Lund erhalten. Sein alter Freund Gabriel Höök, mittlerweile Magister der Philosophie in Lund, riet ihm, das Schreiben nicht zu verwenden. Er stellte dem Rektor der UniversitĂ€t Lund LinnĂ© stattdessen als seinen PrivatschĂŒler vor und erreichte so die Immatrikulation an der UniversitĂ€t Lund. Höök ĂŒberzeugte Professor Kilian StobĂŠus, LinnĂ© in sein Haus aufzunehmen. StobĂŠus besaß neben einer reichhaltigen Naturaliensammlung eine sehr umfangreiche Bibliothek, die LinnĂ© jedoch nicht benutzen durfte. Durch den deutschen Studenten David Samuel Koulas, der zeitweise als SekretĂ€r von StobĂŠus beschĂ€ftigt war, erhielt er dennoch Zugriff auf die BĂŒcher, die er bis spĂ€t in die Nacht studierte. Im Gegenzug vermittelte er Koulas seine bei Rothman erlernten Kenntnisse in Physiologie. Verwundert ĂŒber die nĂ€chtlichen AktivitĂ€ten seines Zöglings trat StobĂŠus eines Nachts unvermittelt in das Zimmer LinnĂ©s und fand ihn zu seiner Überraschung in das Studium der Werke von Andrea Cesalpino, Caspar Bauhin und Joseph Pitton de Tournefort vertieft. Fortan hatte LinnĂ© freien Zugriff auf die Bibliothek.

WĂ€hrend seines Aufenthaltes in Lund unternahm LinnĂ© regelmĂ€ĂŸig Exkursionen in die Umgebung. So auch an einem warmen Tag Ende Mai 1728, als er mit seinem Kommilitonen Mattias Benzelstierna die Natur in FĂ„gelsĂ„ng erkundete und von einem kleinen, unscheinbaren Tier, der „Höllenfurie“, gebissen wurde. Die Wunde entzĂŒndete sich und konnte nur mit MĂŒhe behandelt werden. LinnĂ© entging nur knapp dem Tod. Zur Erholung fuhr LinnĂ© im Sommer in seine Heimat. Hier traf er seinen Lehrer Rothman wieder, dem er von seinen Erfahrungen an der UniversitĂ€t Lund berichtete. Durch diesen Bericht gelangte Rothman, der an der UniversitĂ€t Uppsala studiert hatte, zu der Überzeugung, dass LinnĂ© sein Medizinstudium besser in Uppsala fortsetzen sollte. LinnĂ© folgte diesem Rat und brach am 3. September 1728 nach Uppsala auf.

Die ZustĂ€nde, die LinnĂ© an der dortigen UniversitĂ€t vorfand, waren desolat. Olof Rudbeck der JĂŒngere hielt einige wenige Vorlesungen ĂŒber Vögel und Lars Roberg philosophierte ĂŒber Aristoteles. Es gab keine Vorlesungen ĂŒber Medizin und Chemie, es wurden keine Obduktionen durchgefĂŒhrt und im alten Botanischen Garten wuchsen kaum zweihundert Arten.[4] Im MĂ€rz 1729 machte LinnĂ© die Bekanntschaft von Peter Artedi, mit dem ihn bis zu dessen frĂŒhen Tod eine feste Freundschaft verband. Artedis Hauptinteresse galt der Chemie, aber er war auch Botaniker und Zoologe. Die beiden Freunde versuchten sich gegenseitig mit ihren Forschungen zu ĂŒbertrumpfen. Sie merkten bald, dass es besser wĂ€re, wenn sie die verschiedenen Gebiete der drei Naturreiche, entsprechend ihrer Interessen unter sich aufteilen wĂŒrden. Artedi ĂŒbernahm die Amphibien, Reptilien und Fische, LinnĂ© die Vögel und Insekten sowie, mit Ausnahme der DoldenblĂŒtler, die gesamte Botanik. Gemeinsam bearbeiteten sie die SĂ€ugetiere und das Naturreich der Mineralogie.

Etwa zu dieser Zeit nahm ihn Olof Celsius der Ältere in sein Haus auf. LinnĂ© half Celsius bei der Fertigstellung von dessen Werk Hierobotanicon. Die finanzielle Situation LinnĂ©s besserte sich. Im Juni 1729 erhielt er ein Königliches Stipendium (II. Klasse), das im Dezember 1729 (I. Klasse) noch einmal erhöht wurde. Zum Ende des Jahres 1729 entstand seine erste bedeutende Schrift Praeludia Sponsaliorum Plantarum, in der er sich zum ersten Mal mit der SexualitĂ€t der Pflanzen auseinandersetzte und die Wegbereiter fĂŒr sein weiteres Lebenswerk war. Die Schrift wurde schnell bekannt und Olof Rudbeck suchte die persönliche Bekanntschaft LinnĂ©s. ZunĂ€chst verschaffte er LinnĂ©, gegen den Widerstand Robergs, die Stelle des Demonstrators des Botanischen Gartens und stellte ihn als Lehrer seiner jĂŒngsten drei Söhne ein. Mitte Juni zog LinnĂ© in Rudbecks Haus.

1730/31 arbeitete LinnĂ© an einem Katalog der Pflanzen des Botanischen Gartens von Uppsala (Hortus Uplandicus, spĂ€terer Titel Adonis Uplandicus), von dem mehrere Fassungen entstanden. Die Pflanzen waren anfangs noch nach dem Tournefortschen System fĂŒr die Klassifizierung der Pflanzen angeordnet, an dessen GĂŒltigkeit LinnĂ© jedoch immer mehr Zweifel kamen. In der endgĂŒltigen Fassung vom Juli 1731, die er in Stockholm beendete, ordnete er die Pflanzen nach seinem eigenen aus 24 Klassen bestehenden System. WĂ€hrend dieser Zeit entstanden die ersten EntwĂŒrfe zu seinen frĂŒhen Werken, die in Amsterdam veröffentlicht wurden. Ende 1731 sah sich LinnĂ© veranlasst, Rudbecks Haus zu verlassen, da die Frau des UniversitĂ€tsbibliothekars Andreas Norrelius (1679–1750), die in dieser Zeit ebenfalls dort wohnte, GerĂŒchte ĂŒber ihn verbreitete, die das gute VerhĂ€ltnis zu Rudbecks Familie untergruben. Er verbrachte den Jahreswechsel bei seinen Eltern.

Reise durch Lappland

In der eigens fĂŒr die Lapplandreise erworbenen Kleidung prĂ€sentierte LinnĂ© sich gern. Ausschnitt eines PortrĂ€ts von Hendrik Hollander (Kopie von 1853).
Linnés Tagebuch zur lapplÀndischen Reise enthÀlt zahlreiche Zeichnungen. Hier hat er einen LapplÀnder skizziert, der sein Boot trÀgt.

In einem Brief vom 26. Dezember 1731 empfahl sich LinnĂ© der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala fĂŒr eine Expedition in das weitgehend unerforschte Lappland und bat um die notwendige finanzielle UnterstĂŒtzung. Als er keine Antwort erhielt, unternahm er Ende April 1732 einen weiteren Versuch und senkte den fĂŒr die Reise notwendigen Geldbetrag um ein Drittel. Dieses Mal wurde ihm der Betrag gewĂ€hrt und er begann am 23. Mai seine erste große Expedition.

Die beschwerliche Reise, wĂ€hrend der er alle seine Erlebnisse und Entdeckungen in einem Tagebuch[5] festhielt, dauerte knapp fĂŒnf Monate. Am 21. Oktober 1732 traf er wieder in Uppsala ein. Zu den Strapazen der Reise und den Schulden, die LinnĂ© zusĂ€tzlich auf sich genommen hatte, kam noch die EnttĂ€uschung, dass die Akademie nur wenige Seiten seiner Ergebnisse publizierte.[6] Sein Buch ĂŒber die lapplĂ€ndische Pflanzenwelt, Flora Lapponica, wurde erst 1737 in Amsterdam veröffentlicht.

Von dieser Reise brachte er erstmals Spielregeln und Spielbrett des zur Wikingerzeit weit verbreiteten Spiels Tablut mit.

Falun und die Reise durch Dalarna

Im FrĂŒhjahrssemester 1733 hielt LinnĂ© private Kurse in Dokimastik und schrieb eine kurze Abhandlung ĂŒber das fĂŒr ihn neue Thema. Er katalogisierte seine Vogel- und Insektensammlung und arbeitete an zahlreichen Manuskripten.[7] Von Clas Sohlberg, einem seiner Studenten, erhielt er eine Einladung, den Jahreswechsel 1733/1734 bei dessen Familie in Falun zu verbringen. Clas Vater, Eric Nilsson Sohlberg, war Inspektor der dortigen Minen, und so ergab sich fĂŒr LinnĂ© die Möglichkeit, die Arbeit in den Minen ausgiebig zu studieren. Er kehrte erst im MĂ€rz 1734 nach Uppsala zurĂŒck und gab weiter Privatunterricht in Mineralogie, Botanik und DiĂ€tetik.

WĂ€hrend des Aufenthaltes in Falun machte LinnĂ© die Bekanntschaft von Johan Browall, der die Kinder des Gouverneurs der Provinz Dalarna, Nils Reutersholm, unterrichtete. Reutersholm war beeindruckt von den Berichten ĂŒber LinnĂ©s Lapplandreise und plante, eine solche Erkundungsreise in der von ihm verwalteten Provinz durchzufĂŒhren. Es fanden sich genĂŒgend Geldgeber fĂŒr das Unternehmen, und die aus acht Mitgliedern bestehende Societas Itineraria Reuterholmiana (Reuterholm-Reise-Gesellschaft), der LinnĂ© als PrĂ€sident vorstand, wurde gegrĂŒndet. Die Reise durch die Provinz Dalarna begann am 3. Juli 1734 und dauerte insgesamt 45 Tage. Bei der RĂŒckkehr am 18. August 1734 hatten sie ungefĂ€hr 520 Schwedische Meilen zurĂŒckgelegt. LinnĂ©s Reisebericht Iter Darlecarlicum wurde erst posthum veröffentlicht.

LinnĂ© blieb in Falun und ĂŒbernahm den Unterricht von Reutersholms Söhnen. Browall ĂŒberzeugte ihn, ins Ausland zu gehen, um dort seinen Doktorgrad zu erhalten, der ihm bisher auf Grund seiner angespannten finanziellen Situation verwehrt geblieben war. Es fand sich schließlich eine Lösung fĂŒr die Reisekosten. LinnĂ© sollte Clas Sohlberg nach Holland begleiten und unterrichten und dort promovieren. Er kehrte nach Uppsala zurĂŒck, um seine Reisevorbereitungen zu treffen und traf nach einem kĂŒrzeren Aufenthalt in Stockholm Ende des Jahres wieder in Falun ein. Zum Jahreswechsel 1734/35 lernte er Sara Elisabeth Moraea kennen, eine Tochter des Stadtarztes von Falun, und machte ihr einen Heiratsantrag. Dieser wurde von ihrem Vater, der auf die wirtschaftliche UnabhĂ€ngigkeit seiner Tochter bedacht war, unter der Bedingung akzeptiert, dass LinnĂ© seinen Doktortitel erwerben und die Hochzeit innerhalb der nĂ€chsten drei Jahre stattfinden wĂŒrde.

Drei Jahre in Holland

Das Titelblatt der 1. Auflage von Systema Naturae, in dem Linné 1735 sein System zur Klassifizierung der drei Naturreiche erstmalig vorstellte.
Die von Georg Dionysius Ehret angefertigte Zeichnung, auf der er Linnés Klassifizierungssystem der Pflanzen darstellte.

LinnĂ©s Reise sĂŒdwĂ€rts fĂŒhrte ihn ĂŒber VĂ€xjö und Stenbrohult. Am 15. April 1735 brach er von Stenbrohult nach Deutschland auf. Anfang Mai erreichte er TravemĂŒnde und begab sich sogleich nach LĂŒbeck, von wo er am nĂ€chsten Morgen mit der Postkutsche nach Hamburg reiste. Hier lernte er Johann Peter Kohl kennen, den Herausgeber der Zeitschrift Hamburgische Berichte von Neuen Gelehrten Sachen. Er besuchte den umfangreichen Garten des Juristen Johann Heinrich von Spreckelsen, in dem er unter anderem 45 Aloe- und 56 Mittagsblumen-Arten zĂ€hlte. Auch der Bibliothek von Johann Albert Fabricius stattete er einen Besuch ab. Als LinnĂ© unvorsichtigerweise eine siebenköpfige Hydra, die zu einem hohen Preis zum Verkauf stand und dem Bruder des Hamburger BĂŒrgermeisters Johann Anderson gehörte, als FĂ€lschung entlarvte, riet ihm der Arzt Gottfried Jacob JĂ€nisch, Hamburg zĂŒgig zu verlassen, um möglichem Ärger aus dem Weg zu gehen. So brach LinnĂ© schon am 27. Mai von Altona nach Holland auf.

Am 13. Juni kam LinnĂ© in Amsterdam an. Hier hielt er sich nur wenige Tage auf und segelte am Abend des 16. Juni nach Harderwijk, um endlich den lang erwarteten Abschluss als Doktor der Medizin zu erhalten. Noch am selben Tag schrieb er sich in das Album Studiosorum der UniversitĂ€t Harderwijk ein. Zwei Tage spĂ€ter bestand er bei Johannes de Gorter seine PrĂŒfung als Candidatus Medicinae und ĂŒbergab diesem seine Dissertationsarbeit Hypothesis Nova de Febrium Intermittentium Causa[8], die er schon in Schweden fertiggestellt hatte. Die verbleibenden Tage bis zu seiner PrĂŒfung verbrachte er botanisierend mit David de Gorter, dem Sohn seines PrĂŒfers. Am Mittwoch, den 23. Juni 1735, bestand er sein Examen und kehrte, nachdem ihm sein Diplom ausgehĂ€ndigt wurde, schon am nĂ€chsten Tag nach Amsterdam zurĂŒck. Hier verweilte er nur kurz, denn er wollte unbedingt Herman Boerhaave kennenlernen, der in Leiden wirkte. Das Treffen auf Boerhaaves Landsitz Oud-Poelgeest kam erst aufgrund der UnterstĂŒtzung von Jan Frederik Gronovius zustande, der ihm ein Empfehlungsschreiben ausstellte. Zuvor hatte LinnĂ© Gronovius und Isaac Lawson einige seiner Manuskripte gezeigt, darunter einen ersten Entwurf von Systema Naturae. Beide waren von der OriginalitĂ€t des LinnĂ©schen Ansatzes, die drei Naturreiche Mineralien, Pflanzen und Tiere zu klassifizieren, so beeindruckt, dass sie beschlossen, das Werk auf eigene Kosten herauszugeben. Gronovius und Lawson wirkten als Korrektoren fĂŒr dieses und weitere in Holland entstandene Werke LinnĂ©s und ĂŒberwachten die Fortschritte der Drucklegung.

Auf Boerhaaves Empfehlung fand LinnĂ© Arbeit und Unterkunft bei Johannes Burman, dem er bei der Zusammenstellung seines Thesaurus Zeylanicus half. In Burmans Haus stellte LinnĂ© sein Werk Bibliotheca Botanica fertig und lernte dort auf Empfehlung von Gronovius den Bankier George Clifford kennen. Gronovius hatte Clifford vorgeschlagen, LinnĂ© als Kurator seiner Sammlung in Hartekamp einzustellen und von ihm seinen Garten, den Hortus Hartecampensis, beschreiben zu lassen.[9] Am 24. September 1735 begann LinnĂ© seine Arbeit in Hartekamp. Nur fĂŒnf Tage spĂ€ter erhielt er die Botschaft, dass sein Freund Peter Artedi, den er erst wenige Wochen vorher zufĂ€llig in Amsterdam wiedergetroffen hatte, in einem Amsterdamer Kanal ertrunken war. LinnĂ© erfĂŒllte das wechselseitige Versprechen der Freunde, das Werk des Anderen fortzufĂŒhren und zu veröffentlichen, und bearbeitete und verlegte wĂ€hrend seiner Zeit in Holland die Werke von Artedi.

Bald nach LinnĂ©s Ankunft in Hartekamp traf dort der deutsche Pflanzenzeichner Georg Dionysius Ehret ein, der von Clifford eine Zeit lang als Zeichner eingestellt wurde. LinnĂ© erklĂ€rte ihm sein neues Klassifizierungssystem fĂŒr Pflanzen, woraufhin Ehret, zunĂ€chst fĂŒr seinen privaten Gebrauch, eine Zeichnung mit den Unterscheidungsmerkmalen der 24 Klassen anfertigte. Die Tafel mit dem Titel Caroli Linnaei classes sive literae wurde Bestandteil der Erstausgabe von LinnĂ©s Systema Naturae und vielen weiteren seiner Werke. In Hartekamp arbeite LinnĂ© unermĂŒdlich an mehreren Projekten gleichzeitig. So entstanden hier seine Werke Fundamenta Botanica, Flora Lapponica, Genera Plantarum und Critica Botanica, und gingen Seite fĂŒr Seite nach der Korrektur zum Drucker. Nebenher gelang es ihm, mit Hilfe des deutschen GĂ€rtners Dietrich Nietzel die in einem der WarmhĂ€user Cliffords wachsende Bananenpflanze zu BlĂŒte und Fruchtansatz zu bringen. Dieses Ereignis war der Anlass fĂŒr ihn, die Abhandlung Musa Cliffortiana zu schreiben. Das Werk ist die erste Monografie ĂŒber eine Pflanzengattung.

England und Frankreich

Im Sommer 1736 wurde LinnĂ©s Arbeit in Holland durch eine Reise nach England unterbrochen. In London studierte er Hans Sloanes Sammlung und erhielt von Philip Miller aus dem Chelsea Physic Garden seltene Pflanzen fĂŒr Cliffords Garten. WĂ€hrend des einmonatigen Aufenthaltes traf er mit Peter Collinson und John Martyn zusammen. Bei einem Kurzaufenthalt in Oxford lernte er Johann Jacob Dillen kennen. ZurĂŒck in Hartekamp arbeitete LinnĂ© unter dem zunehmenden Druck von Clifford[10] am Hortus Cliffortianus weiter, dessen Fertigstellung sich aber insbesondere auf Grund von Problemen mit den Kupferstichen bis 1738 verzögerte.

Im Sommer 1737 wurde ihm von Boerhaave der Posten eines Arztes der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie in NiederlĂ€ndisch-Guayana angeboten. Er lehnte jedoch ab und empfahl Boerhaave stattdessen den Arzt Johann Bartsch, der ihm bei der Bearbeitung seiner Flora Lapponica geholfen hatte. Zu dieser Zeit hatte LinnĂ© bereits PlĂ€ne, Holland wieder zu verlassen, und schlug alle Angebote Cliffords aus, auf dessen Kosten zu bleiben. Erst als Adriaan van Royen ihn bat, den Botanischen Garten in Leiden nach seinem System neu zu ordnen und wenigstens noch ĂŒber den Winter zu bleiben, gab LinnĂ© nach. Seine ReiseplĂ€ne indes standen fest. Über Frankreich und Deutschland, wo er unter anderem Albrecht von Haller in Göttingen zu treffen hoffte, wollte er endgĂŒltig nach Schweden zurĂŒckkehren. Ein schweres Fieber, an dem er Anfang 1738 mehrere Wochen litt, verzögerte die Abreise jedoch immer weiter.

Im Mai 1738 hatte sich LinnĂ© soweit erholt, dass er die Reise nach Frankreich antreten konnte. Von Leiden aus reiste er ĂŒber Antwerpen, BrĂŒssel, Mons, Valenciennes und Cambrai nach Paris. Van Royen hatte ihm ein Empfehlungsschreiben an Antoine de Jussieu mitgegeben. Dieser vertraute ihn aus Zeitmangel der Obhut seines Bruders Bernard de Jussieu an, der zu dieser Zeit den Lehrstuhl fĂŒr Botanik am Jardin du Roi inne hatte. Gemeinsam besichtigten sie den Königlichen Garten, die Herbarien von Joseph Pitton de Tournefort, SĂ©bastien Vaillant und Joseph Donat Surian sowie die BĂŒchersammlung von Antoine-Tristan Danty d’Isnard, und unternahmen botanische Exkursionen in die Umgebung von Paris.

WĂ€hrend einer Sitzung der Pariser Akademie der Wissenschaften wurde LinnĂ© auf Grund eines Vorschlags von Bernard de Jussieu korrespondierendes Mitglied der Akademie.[11] Der Superintendant des Jardin du Roi Charles du Fay versuchte vergeblich, LinnĂ© von einem Verbleib in Frankreich zu ĂŒberzeugen. LinnĂ© wollte jedoch endlich in seine Heimat zurĂŒckkehren. Er gab den Plan auf, nach Deutschland zu reisen, und schiffte sich nach einem Monat Aufenthalt in Frankreich in Rouen nach Schweden ein.

RĂŒckkehr nach Schweden und Heirat

Bildnis von LinnĂ© kurz nach seiner Heirat (1739). Von Johan Henrik Scheffel (1690–1781).

Über das Kattegat kam LinnĂ© in Helsingborg an. Nach einem kurzen Aufenthalt bei seiner Familie in Stenbrohult reiste er nach Falun weiter, wo kurz darauf die Verlobung mit Sara Elisabeth Moraea stattfand. Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ließ er sich im September 1738 in Stockholm als Arzt nieder. Nach anfĂ€nglichen Schwierigkeiten erlangte er durch die Bekanntschaft mit Carl Gustaf Tessin recht schnell Zugang zur Stockholmer Gesellschaft. Gemeinsam mit MĂ„rten Triewald, Anders Johan von Höpken, Sten Carl Bielke, Carl Wilhelm Cederhielm und Jonas Alströmer grĂŒndete er im Mai 1739 die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften und wurde ihr erster PrĂ€sident. Die PrĂ€sidentschaft gab er satzungsgemĂ€ĂŸ Ende September 1739 bereits wieder ab.

Ebenfalls im Mai 1739 wurde er Nachfolger von Triewald am Königlichen Bergwerkskollegium Stockholm, an dem er Vorlesungen ĂŒber Botanik und Mineralogie hielt, sowie auf Grund einer Empfehlung des Admirals Theodor Ankarcrona Arzt der schwedischen AdmiralitĂ€t.

Derart finanziell abgesichert konnte er am 7. Juli 1739 seine Verlobte Sara Elisabeth Moraea heiraten. Aus der gemeinsamen Ehe gingen mit Carl, Elisabeth Christina, Sara Magdalena, Lovisa, Sara Christina, Johannes und Sofia sieben Kinder hervor. Sara Magdalena und Johannes starben bereits im Kindesalter. LinnĂ©s gleichnamiger Sohn Carl wurde wie sein Vater Botaniker, konnte das Werk des Vaters jedoch nur kurze Zeit fortfĂŒhren und starb im Alter von 42 Jahren.

Reise durch Öland und Gotland

Einen Monat nach seiner Hochzeit kehrte LinnĂ© nach Stockholm zurĂŒck. Im Januar 1741 erhielt er vom StĂ€ndereichstag das Angebot, die Inseln Öland und Gotland zu erkunden. LinnĂ© und seine sechs Begleiter, darunter Johan Moraeus, ein Bruder seiner Frau, brachen am 26. Mai 1741 von Stockholm aus auf. Sie waren zweieinhalb Monate unterwegs und erregten durch ihre TĂ€tigkeit im Vorfeld des Russisch-Schwedischen Kriegs manchmal den Verdacht russischer SpionageaktivitĂ€ten. Mit der Veröffentlichung des Reiseberichtes Ölandska och GothlĂ€ndska Resa 1745 hatte LinnĂ© zum ersten Mal ein Werk in seiner schwedischen Muttersprache verfasst. Bemerkenswert ist der Index des Werkes, in dem die Pflanzen verkĂŒrzt in binominaler Weise benannt waren. Außerdem wurde mit einem numerischen Index auf die Arten in dem im gleichen Jahr erschienenen Werk Flora Suecica verwiesen.

Professor in Uppsala

Linnés Wohnhaus in Uppsala stand auf dem GelÀnde des Botanischen Gartens der UniversitÀt.

Im FrĂŒhjahr 1740 starb Olof Rudbeck, und dessen Lehrstuhl fĂŒr Botanik an der UniversitĂ€t Uppsala musste neu besetzt werden. Lars Roberg, Inhaber des Lehrstuhls fĂŒr Medizin, wollte sich bald zur Ruhe setzen, so dass dieser Lehrstuhl ebenfalls neu zu vergeben war. Neben LinnĂ© gab es mit Nils RosĂ©n von Rosenstein und Johan Gottschalk Wallerius zwei weitere AnwĂ€rter. In Absprache mit dem schwedischen Kanzler Carl Gyllenborg sollte RosĂ©n die Stelle Rudbecks erhalten und LinnĂ© die freiwerdende Position von Roberg. SpĂ€ter sollten sie dann die LehrstĂŒhle tauschen. LinnĂ©s offizielle Ernennung zum Professor fĂŒr Medizin erfolgte am 16. Mai 1741. In seiner Rede „Von der Bedeutung in seinem eigenen Land zu Reisen“[12] anlĂ€sslich der Übernahme das Lehrstuhls, die er am 8. November 1741 hielt, betonte er den ökonomischen Nutzen, der sich aus einer Kartierung der schwedischen Natur ergĂ€be. Jedoch sei es nicht nur wichtig, die Natur zu studieren, sondern auch lokale Krankheiten, deren Heilmethoden und die verschiedenartigen landwirtschaftlichen Methoden. Seine erste öffentliche Vorlesung fand knapp eine Woche spĂ€ter statt.

Ende des Jahres tauschten LinnĂ© und Rosen die LehrstĂŒhle. LinnĂ© unterrichtete Botanik, DiĂ€tetik, Materia Medica und hatte die Aufsicht ĂŒber den Alten Botanischen Garten. Rosen lehrte Praktische Medizin, Anatomie und Physiologie. FĂŒr die Gebiete Pathologie und Chemie waren sie gemeinsam verantwortlich. LinnĂ© begann mit der Umgestaltung des Botanischen Gartens und beauftragte damit Carl HĂ„rleman. Das zum Garten gehörende Haus von Olof Rudbeck dem Älteren wurde renoviert und LinnĂ© zog mit seiner Familie dort ein. Im Garten wurden neue GewĂ€chshĂ€user errichtet und Pflanzen aus der ganzen Welt angesiedelt. In seinem Werk Hortus Upsaliensis beschrieb LinnĂ© 1748 etwa 3000 verschiedene Pflanzenarten, die in diesem Garten kultiviert wurden. 1750 wurde er Rektor der UniversitĂ€t Uppsala. Diese Position ĂŒbte er bis wenige Jahre vor seinem Tod aus.

Vor seinem Amtsantritt als Rektor hatte LinnĂ© noch zwei weitere Reisen durch Schweden unternommen. Vom 23. Juni bis 22. August 1746 bereiste er gemeinsam mit Erik Gustaf Lidbeck, der spĂ€ter Professor in Lund wurde, die Provinz VĂ€stergötland. LinnĂ©s Aufzeichnungen erschienen ein Jahr spĂ€ter unter dem Titel VĂ€stgöta Resa. Eine letzte Reise fĂŒhrte LinnĂ© vom 10. Mai bis 24. August 1749 durch die sĂŒdlichste schwedische Provinz Schonen. Sein Student Olof Andersson Söderberg, der im Vorjahr bei ihm promoviert hatte und spĂ€ter Professor in Halle war, ging ihm wĂ€hrend der Reise als sein SekretĂ€r zur Hand. Die SkĂ„nska Resa wurde 1751 veröffentlicht. Mitte Dezember 1772 hielt er seine Abschiedsrede ĂŒber „Die Freuden der Natur“.[13]

Species Plantarum

Hauptartikel: Species Plantarum
In Species Plantarum (1753) verwandte LinnĂ© erstmals durchgĂ€ngig binominale Namen fĂŒr Pflanzenarten, wie sie in der modernen botanischen Nomenklatur noch heute ĂŒblich sind.

LinnĂ©s Reisen durch Schweden ermöglichten es ihm, in den Werken Flora Suecica (1745) und Fauna Suecica (1746) die Pflanzen- und Tierwelt Schwedens ausfĂŒhrlich zu beschreiben. Sie waren wichtige Schritte zur Vollendung seiner beiden bedeutsamsten Werke Species Plantarum (erste Auflage 1753) und Systema Naturae (zehnte Auflage 1759). LinnĂ© ermutigte seine SchĂŒler, die Natur unerforschter Regionen selbst zu erkunden und verschaffte ihnen auch die Möglichkeiten dazu. Die auf Entdeckungsreise gegangenen SchĂŒler nannte er „seine Apostel“.

1744 schickte ihm der dĂ€nische Apotheker August GĂŒnther fĂŒnf BĂ€nde des von Paul Hermann von 1672 bis 1677 in Ceylon angefertigten Herbariums und bat LinnĂ©, ihm bei der Identifizierung der Pflanzen zu helfen. LinnĂ© konnte etwa 400 der zirka 660 herbarisierten Pflanzen verwenden und in sein Klassifizierungssystem einordnen. Seine Ergebnisse veröffentlichte er 1747 als Flora Zeylanica.

Ein schwerer Gichtanfall zwang LinnĂ© 1750, seinem SchĂŒler Pehr Löfling den Inhalt von Philosophia Botanica (1751) zu diktieren. Das auf seinen in Fundamenta Botanica formulierten 365 Aphorismen aufbauende Werk war als Lehrbuch der Botanik konzipiert. Er stellte darin sein System zu Unterscheidung und Benennung von Pflanzen dar und erlĂ€uterte es durch knappe Kommentare. Von Mitte 1751 bis 1752 arbeitete LinnĂ© intensiv an der Fertigstellung von Species Plantarum. In den Mitte 1753 erschienenen zwei BĂ€nden beschrieb er auf 1200 Seiten mit ungefĂ€hr 7300 Arten alle ihm bekannten Pflanzen der Erde. Besondere Bedeutung hat das Epitheton, das er als Marginalie zu jeder Art am Seitenrand vermerkte und das eine Neuerung gegenĂŒber seinen frĂŒheren Werken war. Der Gattungsname und das Epitheton bilden zusammen den binominalen Namen der Art, so wie er in der modernen botanischen Nomenklatur noch heute verwendet wird.

Systema Naturae

Hauptartikel: Systema Naturae
In der 10. Auflage von Systema Naturae (1758) wandte Linné die binominale Nomenklatur konsequent auf das Tierreich an.

Im Veröffentlichungsjahr von Species Plantarum erschien mit Museum Tessinianum eine Aufstellung der Objekte der Mineralien- und Fossiliensammlung von Carl Gustaf Tessin, die LinnĂ© angefertigte hatte. Das Sammeln von naturhistorischen KuriositĂ€ten war zu dieser Zeit auch in Schweden sehr verbreitet. Adolf Friedrich hatte in Schloss Drottningholm eine Sammlung seltener Tierarten zusammengetragen und beauftragte LinnĂ© mit deren Inventarisierung. LinnĂ© verbrachte dafĂŒr in den Jahren 1751 bis 1754 insgesamt neun Wochen auf dem Schloss des Königs. Der erste Band von Museum Adolphi Friderici (1754) enthielt 33 Zeichnungen (zwei von Affen, neun von Fischen und 22 von Schlangen). Es ist das erste Werk, in dem die binominale Nomenklatur durchgĂ€ngig in der Zoologie angewendet wurde.

In der 10. Auflage von Systema Naturae ĂŒbernahm LinnĂ© die binominale Nomenklatur endgĂŒltig fĂŒr die Tierarten, die im ersten Band beschrieben sind. Im zweiten Band von Systema Naturae behandelte er die Pflanzen. Ein ursprĂŒnglich geplanter dritter Band, der die Mineralien zum Inhalt haben sollte, erschien nicht. 1758, das Erscheinungsjahr von Systema Naturae, markiert damit den Beginn der modernen zoologischen Nomenklatur.

Die schwedische Königin Luise Ulrike hatte in ihrem Schloss Ulriksdal ebenfalls eine naturhistorische Sammlung angelegt, die aus 436 Insekten, 399 Muscheln und 25 weiteren Mollusken bestand und in der Abhandlung Museum Ludovicae Ulricae (1764) durch Linné beschrieben wurde. Den Anhang bildete der zweite Band der Beschreibung des Museums ihres Mannes mit 156 Tierarten.

Letzte Jahre

Grabstein von Carl von Linné und seinem gleichnamigen Sohn im Dom zu Uppsala.

In seinen letzten Lebensjahren war LinnĂ© damit beschĂ€ftigt, die zwölfte Auflage von Systema Naturae (1766–1768) zu bearbeiten. Es entstanden die als Anhang dazu gedachten Werke Mantissa Plantarum (1767) und Mantissa Plantarum Altera (1771). In ihnen beschrieb er zahlreiche neue Pflanzen, die er von seinen Korrespondenten aus der ganzen Welt erhalten hatte.

Im Mai 1774 erlitt er wĂ€hrend einer Vorlesung im Botanischen Garten der UniversitĂ€t Uppsala einen Schlaganfall. Ein zweiter Schlaganfall 1776 lĂ€hmte seine rechte Seite und schrĂ€nkte seine geistigen FĂ€higkeiten ein. Carl von LinnĂ© starb am 10. Januar 1778 an einem GeschwĂŒr an der Harnblase und wurde im Dom zu Uppsala begraben.

Rezeption und Nachwirkung

Der im 20. Jahrhundert wirkende britische Botaniker William Thomas Stearn fasste LinnĂ©s Bedeutung folgendermaßen zusammen:

„Obwohl LinnĂ© als bahnbrechender Ökologe, Geobotaniker, Dendrochronologe, Evolutionist, botanischer Pornograf und Sexualist und vieles mehr bezeichnet wurde, bestehen seine einflussreichsten und wertvollsten BeitrĂ€ge zu Biologie unzweifelhaft in der erfolgreichen EinfĂŒhrung der binominalen Nomenklatur fĂŒr Pflanzen- und Tierarten, auch wenn diese Leistung nur ein zufĂ€lliges Nebenprodukt seiner enormen enzyklopĂ€dischen TĂ€tigkeit war, um in knapper, prĂ€ziser und praktischer Form die Mittel fĂŒr das Erkennen und Erfassen ihrer Gattungen und Arten bereitzustellen.“

– William Thomas Stearn: In: The Compleat Naturalist: A Life of Linnaeus. 2004[14]

Lebenswerk

Wirkungsorte Linnés.

Mit seinen Verzeichnissen Species Plantarum (fĂŒr Pflanzen, 1753) und Systema Naturae (fĂŒr Pflanzen, Tiere und Mineralien, 1758/1759 beziehungsweise 1766–1768) schuf LinnĂ© die Grundlagen der modernen botanischen und zoologischen Nomenklatur. In diesen beiden Werken gab er zu jeder beschriebenen Art zusĂ€tzlich ein Epitheton an. Gemeinsam mit dem Namen der Gattung diente es als AbkĂŒrzung des eigentlichen Artnamens, der aus einer langen beschreibenden Wortgruppe (Phrase) bestand. Aus Canna foliis ovatis utrinque acuminatis nervosis entstand so die leicht zu merkende Bezeichnung Canna indica. Das Ergebnis der EinfĂŒhrung zweiteiliger Namen ist die konsequente Trennung der Beschreibung einer Art von ihrer Benennung.[15] Durch diese Trennung konnten neu entdeckte Pflanzenarten unproblematisch in seine Systematik aufgenommen werden. LinnĂ©s Systematik umfasste die drei Naturreiche Mineralien (einschließlich der Fossilien), Pflanzen und Tiere. Im Gegensatz zu seinen BeitrĂ€gen zur Botanik und Zoologie, deren fundamentale Bedeutung fĂŒr die biologische Systematik schnell anerkannt wurde, blieben seine mineralogischen Untersuchungen bedeutungslos, da ihm die dafĂŒr notwendigen chemischen Kenntnisse fehlten. Die erste chemisch begrĂŒndete Klassifizierung der Mineralien wurde 1758 von Axel Frederic von Cronstedt aufgestellt.[16]

In grundsĂ€tzliche Opposition zu der von LinnĂ© vertretenden Auffassung, dass die ganze Natur in eine Taxonomie erfasst werden kann, stand der zeitgenössische Naturforscher Georges-Louis Leclerc de Buffon. Buffon war der Ansicht, dass die Natur zu unterschiedlich und zu reich sei, um sich einem so strengen Rahmen anzupassen.[17] Der Philosoph Michel Foucault beschrieb LinnĂ©s Vorgehensweise des Klassifizierens so, dass es ihm darum gegangen sei „systematisch wenige Dinge zu sehen“. Ihm sei es insbesondere darum gegangen, die Ähnlichkeiten der Dinge in der Welt aufzulösen. So schrieb LinnĂ© in seiner Philosophia Botanica: „Alle dunklen Ähnlichkeiten sind nur zur Schande der Kunst eingefĂŒhrt worden“.[18] LinnĂ© ging zudem von der Konstanz der Arten aus: „Es gibt so viele Arten, als Gott am Anfang als verschiedene Gestalten geschaffen hat.“[19][20] Er unterteilte die Arten bewusst anhand kĂŒnstlich ausgewĂ€hlter Merkmale wie Anzahl, Form, GrĂ¶ĂŸenverhĂ€ltnis und Lage[21] in Klassen und Ordnungen, um ein einfach zu handhabendes und leicht erlernbares System fĂŒr die Einordnung der Arten zu schaffen. Entsprechend seiner essentialistischen Perspektive mussten alle Angehörigen einer Art dieselbe Essenz haben. Dennoch ließ er eine gewisse Variation gelten: FĂŒr den Fall, dass die Angehörigen einer Art nur wenig voneinander abwichen, fĂŒhrte er den Begriff „VarietĂ€t“ ein.[22] Bei den Pflanzen verwandte er beispielsweise Merkmale der StaubblĂ€tter, um die Klasse zu bestimmen und Merkmale der Stempel, um die Ordnung einer Pflanzenart festzulegen. Auf diese Weise entstand ein sogenanntes „kĂŒnstliches System“, da es die natĂŒrlichen VerwandtschaftsverhĂ€ltnisse der Arten untereinander nicht berĂŒcksichtigte. Die Gattungen und Arten hielt er fĂŒr natĂŒrlich[23] und ordnete sie daher unter Verwendung einer Vielzahl von Kennzeichen entsprechend ihrer Ähnlichkeit. LinnĂ© war bestrebt, ein „natĂŒrliches System“ zu schaffen, kam jedoch ĂŒber AnsĂ€tze wie Ordines Naturales in der sechsten Auflage von Genera Plantarum (1764) nicht hinaus. FĂŒr die Pflanzen gelang es erst Antoine-Laurent de Jussieu, ein solches natĂŒrliches System aufzustellen.

Auszeichnungen und WĂŒrdigung

Das Moosglöckchen ist nach Linné benannt.

Linné wurde am 30. Januar 1747 zum Archiater (Leibarzt) des Königs ernannt. Am 27. April 1753 wurde ihm der Nordstern-Orden verliehen. Ende 1756 wurde Carl Linnaeus vom Schwedischen König Adolf Friedrich geadelt und nahm den Namen Carl von Linné an.[24] Den auf den 20. April 1757[25] datierten Adelsbrief unterzeichnete der König im November 1761. Die Erhebung in den Adelsstand wurde erst Ende 1762 mit der BestÀtigung durch das Riddarhuset wirksam.

Jan Frederik Gronovius benannte Linné zu Ehren die Gattung Linnaea (Moosglöckchen) der Pflanzenfamilie der Linnaeaceae. Ebenso sind nach ihm der Mondkrater Linné im Mare Serenitatis sowie der Asteroid Linnaeus benannt.

LinnĂ© war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien und Gelehrtengesellschaften. Hierzu zĂ€hlten unter anderem die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, der er unter dem Namen Dioscurides II. angehörte, die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala, die SociĂ©tĂ© Royale des Sciences de Montpellier, die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften[26], die Royal Society[27], die AcadĂ©mie royale des Sciences, Inscriptions et Belles-Lettres Toulouse, die Pariser Akademie der Wissenschaften und die Königliche Großbrittannische ChurfĂŒrstliche Braunschweigische LĂŒneburgische Landwirthschaftsgesellschaft Celle.

Der Botaniker William Thomas Stearn erklĂ€rte 1959 das im Dom von Uppsala bestattete Skelett von Carl von LinnĂ© zum Lectotypus fĂŒr die Art Homo sapiens.[28]

Nachlass und Briefwechsel

Die Linné-Medaille wird von der Linnean Society of London seit 1888 jÀhrlich vergeben.

Nach dem Tod LinnĂ©s und dem Tod seines Sohnes Carl bot seine Frau Sara den gesamten Nachlass Joseph Banks fĂŒr 3000 Guineen zum Kauf an. Dieser lehnte jedoch ab und ĂŒberzeugte James Edward Smith, die Sammlung zu erwerben. Im Oktober 1784 kam LinnĂ©s Sammlung in London an und wurde in Chelsea öffentlich ausgestellt. LinnĂ©s Nachlass ist heute im Besitz der Londoner LinnĂ©-Gesellschaft[29], deren höchste Auszeichnung die jĂ€hrlich vergebene LinnĂ©-Medaille ist.

LinnĂ© unterhielt bis zu seinem Tod einen umfangreichen Briefwechsel mit Partnern in der ganzen Welt. Davon stammten ungefĂ€hr 200 aus Schweden und 400 aus anderen LĂ€ndern. Über 5000 Briefe sind erhalten geblieben.[30] Allein sein Briefwechsel mit Abraham BĂ€ck, seinem engen Freund und Vertrauten, umfasst weit ĂŒber 500 Briefe.

Wichtige botanische und zoologische Briefpartner waren Herman Boerhaave, Johannes Burman, Jan Frederik Gronovius und Adriaan van Royen in Holland, Joseph Banks, Mark Catesby, Peter Collinson, Philip Miller, James Petiver und Hans Sloane in England, Johann Reinhold Forster, Johann Gottlieb Gleditsch, Johann Georg Gmelin und Albrecht von Haller in Deutschland, Nikolaus Joseph von Jacquin in Österreich, sowie Antoine Nicolas Duchesne und Bernard de Jussieu in Frankreich.

Kritiker

Im Hortus Cliffortianus benannte Linné die Gattung Sigesbeckia nach Johann Georg Siegesbeck, der wenig spÀter zu einem seiner deutlichsten Kritiker wurde. Die Zeichnung stammt von Jan Wandelaar.

Die von Linné schon 1729 als Student in Praeludia Sponsaliorum Plantarum verwendete Analogie von Pflanzen und Tieren hinsichtlich ihrer SexualitÀt provozierte etliche seiner Zeitgenossen zur Kritik.

Eine erste Kritik zu LinnĂ©s Sexualsystem der Pflanzen schrieb Johann Georg Siegesbeck 1737 in einer Anlage zu seiner Schrift Botanosophiae: „[Wenn] acht, neun, zehn, zwölf oder gar zwanzig und mehr MĂ€nner in demselben Bett mit einer Frau gefunden werden [oder wenn] dort, wo die Betten der wirklichen Verheirateten einen Kreis bilden, auch die Betten der Dirnen einen Kreis beschließen, so dass die von verheirateten MĂ€nnern begattet werden [
] Wer möchte glauben, dass von Gott solche verabscheuungswĂŒrdige Unzucht im Reiche der Pflanzen eingerichtet wurden ist? Wer könnte solch unkeusches System der akademischen Jugend darlegen, ohne Anstoß zu erregen?“[31]

Julien Offray de La Mettrie spottete in L'Homme Plante (1748, kurz danach Bestandteil von L'Homme Machine) ĂŒber LinnĂ©s System, indem er darin die Menschheit anhand der von LinnĂ© eingefĂŒhrten Begriffe klassifizierte. Die Menschheit bezeichnete er als Dioecia (d. h. mĂ€nnliche und weibliche BlĂŒten auf verschiedenen Pflanzen). MĂ€nner gehören zur Ordnung Monandria (ein Staubblatt) und Frauen zur Ordnung Monogyna (ein Stempel). Die KelchblĂ€tter interpretierte er als Kleidung, die KronblĂ€tter als Gliedmaßen, die Nektarien als BrĂŒste und so fort.[32]

Selbst Johann Wolfgang von Goethe, der bekannte, „dass nach Shakespeare und Spinoza auf mich die grĂ¶ĂŸte Wirkung von LinnĂ© ausgegangen [ist], und zwar gerade durch den Widerstreit, zu welchem er mich aufforderte“[33] urteilte: „Wenn unschuldige Seelen, um durch eigenes Studium weiter zu kommen, botanische LehrbĂŒcher in die Hand nehmen, können sie nicht verbergen, dass ihr sittliches GefĂŒhl beleidigt sei; die ewigen Hochzeiten, die man nicht los wird, wobei die Monogamie, auf welche Sitte, Gesetz und Religion gegrĂŒndet sind, ganz in vage LĂŒsternheit sich auflöst, bleibt dem reinen Menschensinn unertrĂ€glich.“[34]

Schriften

Linnés Unterschrift.

Werke (Auswahl)

LinnĂ© hat zahlreiche BĂŒcher verfasst, von denen viele in mehreren Auflagen erschienen. Einige davon sind in digitalisierter Form bei verschiedenen Anbietern wie dem Gallica-Projekt der Französischen Nationalbibliothek, der Online Library of Biological Books, der NiedersĂ€chsischen Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek Göttingen, der Botanicus Digital Library und der Google Buchsuche im Volltext verfĂŒgbar. Zu den wichtigsten Werken LinnĂ©s zĂ€hlen:

Zeitschriftenartikel

FĂŒr folgende Zeitschriften hat LinnĂ© Artikel verfasst:

  • Acta Societatis Regiae Scientarum Upsaliensis
  • Kongliga Svenska Vetenskaps Academiens Handlingar
  • Memoires de l'Academie Royale des Science de Paris
  • Nova Acta Regiae Societatis Scientarum Upsaliensis
  • Novi Commentarii Academiae Scientiarum Imperialis Petropolitanae
  • Post- och Inrikes Tidningar

Dissertationen

Unter dem Vorsitz von LinnĂ©s sind von 1743 bis 1776 insgesamt 185 Dissertationen entstanden, die ihm hĂ€ufig direkt zugeschrieben werden. Die Dissertationen seiner Doktoranden wurden im zehnbĂ€ndigen Amoenitates Academicae (Stockholm bzw. Erlangen, 1751–1790) veröffentlicht.

Literatur

Biographien

  • Wilfrid Blunt: The Compleat Naturalist: A Life of Linnaeus. 2001. ISBN 0711218412
  • Cecilia Lucy Brightwell: A life of Linnaeus. London 1858
  • Florence Caddy: Through the fields with Linnaeus. 2 BĂ€nde, London 1887
  • Theodor Magnus Fries: LinnĂ©: Lefnadsteckning. 2 BĂ€nde Stockholm, 1903
  • Edward Lee Greene: Carolus Linnaeus. Philadelphia 1912
  • Benjamin D. Jackson: Linnaeus. London 1923
  • Lisbet Koerner: Linnaeus: Nature and Nation. Harvard University Press 1999. ISBN 0674005651
  • Richard Pulteney: A General View of the Writings of Linnaeus. London 1781
  • Dietrich Heinrich Stöver: The Life of Sir Charles Linnaeus. London 1794

Bibliografien seiner Schriften

  • Basil Harrington Soulsby: A catalogue of the works of Linnaeus (and publications more immediately thereto) preserved in the libraries of the British Museum (Bloomsbury) and the British Museum (Natural History - South Kensington). 2. Auflage, London 1933
  • Johan Markus Hulth: Bibliographia linnaeana. Materiaux pour servir a une bibliographie linnĂ©enne. Uppsala 1907
  • Felice Bryk: Bibliographia Linnaeana ad Species plantarum pertinens. In: Taxon. Band 2, Nr. 3, Mai 1953, S. 74–84. doi:10.2307/1217345
  • Felice Bryk: Bibliographia Linnaeana ad Genera Plantarum Pertinens. In: Taxon. Band 3, Nr. 6, Sept. 1954, S. 174–183. doi:10.2307/1215955

Briefwechsel

  • Theodor Magnus Fries, Johan Markus Hulth (Herausgeber): Bref och skrifvelser af och till Carl von LinnĂ©. 8 BĂ€nde, Stockholm 1907–1922
  • James Edward Smith (Herausgeber): A Selection of the Correspondence of Linnaeus. 2 BĂ€nde, London 1821
  • Briefwechsel von Carl von LinnĂ©

Zur Rezeption seines Werkes

  • A. J. Boerman: Carolus Linnaeus. A Psychological Study. In: Taxon'. Band 2, Nr. 7, Okt. 1953, S. 145–156. doi:10.2307/1216487
  • Felix Bryk: Promiskuitat der Gattungen als Artbildender Faktor. Zur zweihundertsten Wiederkehr des Erscheinungsjahres der fĂŒnften Auflage von Linnes Genera plantarum (1754). In: Taxon. Band 3, Nr. 6, Sept. 1954), S. 165–173. doi:10.2307/1215954
  • John Lewis Heller: Linnaeus's Hortus Cliffortianus. In: Taxon. Band 17, Nr. 6, Dez. 1968, S. 663–719. doi:10.2307/1218012
  • John Lewis Heller: Linnaeus's Bibliotheca Botanica. In: Taxon. Band 19, Nr. 3, Juni, 1970, S. 363–411. doi:10.2307/1219065
  • James L. Larson: Linnaeus and the Natural Method. In: Isis. Band 58, Nr. 3, Herbst 1967, S. 304–320
  • James L. Larson: The Species Concept of Linnaeus. In: Isis. Band 59, Nr. 3, Herbst, 1968, S. 291–299
  • E. G. Linsley, R. L. Usinger: Linnaeus and the Development of the International Code of Zoological Nomenclature. In: Systematic Zoology. Band 8, Nr. 1, MĂ€rz, 1959, S. 39–47. doi:10.2307/2411606
  • Karl MĂ€gdefrau: Geschichte der Botanik. Gustav Fischer Verlag: Stuttgart 1992, S. 61–77. ISBN 3-437-20489-0
  • Staffan MĂŒller-Wille, Karen Reeds: A translation of Carl Linnaeus’s introduction to Genera plantarum. In: Studies in History and Philosophy of Science Part C: Studies in History and Philosophy of Biological and Biomedical Sciences. Band 38, Nr. 3, September 2007, S. 563–572. doi:doi:10.1016/j.shpsc.2007.06.003
  • Staffan MĂŒller-Wille: Collection and collation: theory and practice of Linnaean botany. In: Studies in History and Philosophy of Science Part C: Studies in History and Philosophy of Biological and Biomedical Sciences. Band 38, Nr. 3, September 2007, S. 541–562. doi:10.1016/j.shpsc.2007.06.010
  • Peter Seidensticker: Pflanzennamen: Überlieferung, Forschungsprobleme, Studien. Franz Steiner Verlag: 1999. ISBN 3515074864
  • W. T. Stearn: The Background of Linnaeus's Contributions to the Nomenclature and Methods of Systematic Biology. In: Systematic Zoology. Band 8, Nr. 1, MĂ€rz 1959, S. 4–22. doi:10.2307/2411603

Sonstiges

Einzelnachweise

  1. ↑ WĂ€hrend LinnĂ©s Leben gab es in Schweden mehrere Wechsel im angewandten Kalender. Von MĂ€rz 1700 bis Februar 1712 galt der Schwedische Kalender. Nach diesem war sein Geburtstag der 13. Mai 1707. Ab MĂ€rz 1712 wurde wieder der Julianische Kalender angewendet. Erst ab 1753 galt in Schweden der Gregorianische Kalender. Im Artikel sind alle Daten nach dem Gregorianischen Kalender angegeben.
  2. ↑ SĂ©bastien Vaillant: Sermo de Structura Florum. Leiden, 1718
  3. ↑ Schreiben vom 6. Mai 1727 von Nils Krok an den Rektor der UniversitĂ€t Lund
  4. ↑ Carl Linnaeus an Kilian Stobaeus, 19. November 1728, Brief L0001 in The Linnaean correspondence (abgerufen am 11. MĂ€rz 2008).
  5. ↑ James Edward Smith (Herausgeber): Iter Lapponicum. (LapplĂ€ndische Reise) 1811.
  6. ↑ Florula Lapponica. In: Acta Literaria et Scientiarum Sueciae. Band 3, 1732, S. 46-58.
  7. ↑ Carl Linnaeus an Gabriel Gyllengrip, 5. Oktober 1733, Brief L0027 in The Linnaean correspondence (abgerufen am 11. MĂ€rz 2008).
  8. ↑ Hypothesis Nova de Febrium Intermittentium Causa
  9. ↑ Johan Frederik Gronovius an Carl Linnaeus, 1. September 1735, Brief L0044 in The Linnaean correspondence (abgerufen am 11. MĂ€rz 2008).
  10. ↑ Carl Linnaeus an Johannes Burman, 25. September 1736, Brief L0093 in The Linnaean correspondence (abgerufen am 11. MĂ€rz 2008).
  11. ↑ Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften
  12. ↑ Oratio qua peregrinationum intra patriam asseritur necessitas
  13. ↑ Deliciae Natura. Tal hĂ„llit uti Upsala la Domkyrka. År 1772. den 14 Dec. vid Rectoratets nedlĂ„ggande. Stockholm 1773. Deutsche Kurzrezension der Rede
  14. ↑ William Thomas Stearn: Linnaean Classification, Nomenclature and Method. In: Wilfrid Blunt: The Compleat Naturalist: A Life of Linnaeus. 2004, S. 256. ISBN 0711223629
  15. ↑ Peter Seidensticker: Pflanzennamen: Überlieferung, Forschungsprobleme, Studien. Franz Steiner Verlag: 1999, S. 33-36
  16. ↑ Axel Frederic von Cronstedt: Försök til Mineralogie, eller Mineral-Rikets UpstĂ€llning. Wildisksa tryckeriet: Stockholm 1758 (anonym erschienen) Deutsche Ausgabe von 1770.
  17. ↑ Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge. Eine ArchĂ€ologie der Humanwissenschaften. 14. Auflage, Frankfurt a.M. 1997, S. 166, ISBN 3-518-27696-4.
  18. ↑ Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge. Eine ArchĂ€ologie der Humanwissenschaften. 14. Auflage, Frankfurt a.M. 1997, S. 175. (Quelle: LinnĂ©, Philosophia Botanica, § 299.)
  19. ↑ Zitiert nach MĂ€dgefrau S. 70
  20. ↑ „Species tot sunt, quot diversas formas ab initio produxit Infinitum Ens“. In Paragraph 5 der Ratio Operis. aus Genera Plantarum.
  21. ↑ Han-liang Chang: Natural History or Natural System? Encoding the Textual Sign. 2004, S. 6 online
  22. ↑ Ernst Mayr: Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt. Vielfalt, Evolution und Vererbung. Übersetzt von K. de Sousa Ferreira. Berlin / Heidelberg u.a. 2002, S. 231, ISBN 3-540-43213-2. (Nachdruck der Ausgabe, Berlin, Heidelberg, New York, Springer, 1984.)
  23. ↑ „Omnia Genera & Species naturalia sunt.“ (deutsch: „Die Gattungen und Arten sind alle natĂŒrlich.“) In Paragraph 6 der Ratio Operis aus Genera Plantarum.
  24. ↑ Linnaeus's Diary. In: Pulteney S. 548
  25. ↑ Nils-Erik Landell: LinnĂ©s fjĂ€ril. In: Arte et Marte: Meddelanden frĂ„n Riddarhuset. Band 61, Nr. 1, 2007, S. 6-7 online
  26. ↑ Eintrag im Mitgliederverzeichnis
  27. ↑ Eintrag im Archiv der Royal Society
  28. ↑ W. T. Stearn: The Background of Linnaeus's Contributions to the Nomenclature and Methods of Systematic Biology. In: Systematic Zoology. Band 8, Nr. 1, MĂ€rz 1959, S. 4
  29. ↑ Eintrag ĂŒber Sir James Edward Smith bei der Linnean Society of London
  30. ↑ The Linnaean Correspondence - Presentation
  31. ↑ Zitiert nach Karl MĂ€gdefrau S. 71.
  32. ↑ Julien Offray de La Mettrie: L'Homme Plante. In: Oeuvres philosophiques de La Mettrie. Band 2, 1796, S. 49-75
  33. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Geschichte meines botanischen Studiums 1817
  34. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Die Metamorphose der Pflanzen. In: Johann Heinrich Cotta (Herausgeber): Goethe's sĂ€mmtliche Werke in vierzig BĂ€nden. VollstĂ€ndige, neugeordnete Ausgabe. (40 Bde. in 20 Bden). 1853-1858, Band 27, S. 102 online

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