Frettchenjagd

Zur Jagd abgerichtetes Frettchen in der Hand des Jägers

Frettchenjagd (frettieren) ist eine Jagdart, bei der mit Frettchen Baujagd auf Wildkaninchen betrieben wird. Der Jäger wird hier auch Frettierer genannt.[1] Frettchenjagd ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon im Altertum wurde diese Marderart zur Mäuse-, Ratten- und Kaninchenjagd abgerichtet und eingesetzt.[2][3]

Die Jagd mit Frettchen ist nach Bundesjagdgesetz nur mit Jagdschein erlaubt.

Inhaltsverzeichnis

Durchführung

Handgeknüpftes Sprengnetz für den Kaninchenfang

Das Frettchen, meistens ein unkastriertes Weibchen, wird mit Maulkorb und Glockenhalsband durch den Jäger in den Kaninchenbau gesetzt. Dadurch flüchten die Kaninchen aus dem Bau und werden dann vom Jäger mit Schrotschuss erlegt, in speziellen Netzen („Sprengnetz“) oder Drahtreusen gefangen. Sehr gerne werden Frettchen von Falknern eingesetzt, um das aus dem Bau flüchtende Kaninchen durch einen Habicht „binden“ zu lassen. Eine besondere Bedeutung hat das Frettieren mit Netzen für den Stadtjäger. So können Kaninchen in bewohnten Gebieten lautlos, ohne Schussknall, bejagt werden. Das Frettchen folgt der Geruchsspur der fliehenden Kaninchen und wird dann vom Jäger am Ausgang des Baus erwartet. Wurde das Frettchen ohne Maulkorb in den Kaninchenbau gesetzt oder konnte es ihn abstreifen, kann sich der Jäger auf eine lange Wartezeit einrichten. Findet das Frettchen dort noch ein Tier, wird es versuchen, dieses zu erlegen. Hat es dies geschafft, frisst es sich satt und legt sich im Kaninchenbau schlafen. Es kann also eine ganze Weile dauern, bis es wieder freiwillig herauskommt.

Geschichte

Frauen bei der Kaninchenjagd mit Frettchen, Psalter, 1316–1321

Schon die Griechen erwähnten das Frettchen, ohne dass sie selbst diese Tiere hielten. Aristophanes erwähnt ca. 410 v. Chr. eher beiläufig das Frettchen in einer seiner Komödien. 347–335 v. Chr. findet der Ictis auch bei Aristoteles als Jagdhelfer Erwähnung. Er beschrieb die Vorliebe dieser Tiere für Honig und Vögel. Überliefert ist die Bekämpfung einer Kaninchenplage durch die Römer mit Hilfe der Frettchen. Durch diese geschichtlichen Anhaltspunkte können die Anfänge der Domestikation des Iltis im Mittelmeerraum in der Zeit des 1. vorchristlichen Jahrtausend festgelegt werden und gründen auf spanischen oder nordafrikanischen Iltis-Populationen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Waschbären erobern den Tiergarten. In: Berliner Morgenpost. 5. Juni 2008.
  2. Kleines Lexikon A-Z. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1960, S. 305.
  3. Frett. In: Pierer's Universal-Lexikon. Band 6. Altenburg 1858, S. 706.

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