Carolyn Christov-Bakargiev

Carolyn Christov-Bakargiev (2010)

Carolyn Christov-Bakargiev (* 2. Dezember 1957 in Ridgewood, New Jersey, USA) ist eine amerikanisch-italienische Autorin, Kunsthistorikerin und Kuratorin. Sie ist künstlerische Leiterin der dOCUMENTA (13), die am 9. Juni 2012 in Kassel eröffnet. Davor war sie 2009 Direktorin des Museums für zeitgenössische Kunst Museo di Arte Contemporanea di Torino im Castello di Rivoli in Turin, und Chefkuratorin des Museums von 2002 bis 2008.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Christov-Bakargiev wuchs in Washington D. C. in einem von der Idee sozialer Gerechtigkeit geprägten Elternhaus auf. Ihre Eltern hatten sich vor ihrer Emigration in Turin kennengelernt. Ihr Vater war ein Arzt, der aus Bulgarien nach Italien geflohen war, ihre Mutter war eine italienische Archäologin. Während des Vietnamkriegs ließen sich die Eltern scheiden, und Christov-Bakargiev blieb bei der Mutter. Die mütterliche Wohnung war in dieser Zeit Treffpunkt für Kriegsgegner.[1] Als Inhaberin der doppelten Staatsbürgerschaft ging sie nach ihrem Baccalaureat an einer französischen Schule nach Europa und studierte in Italien Literatur, Philologie, Sprachen und Kunstgeschichte an der Universität von Pisa. 1981 schloss sie ihr Studium erfolgreich mit einer Arbeit über das Verhältnis zwischen amerikanischer Malerei und Poesie der 1950er Jahre ab, mit einem Schwerpunkt auf Frank O'Hara und seinem Verhältnis zur Kunst des Abstrakten Expressionismus.[2] Anschließend zog sie nach Rom und begann, Kunstkritiken für Tageszeitungen zu schreiben, unter anderem für Reporter und Il Sole 24 Ore. Ihr Interesse galt vornehmlich der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts und der zeitgenössischen Kunst. Ihre Betrachtungen zur italienischen Arte Povera hat sie 1999 in einem Buch bei Phaidon Press, London, veröffentlicht, und sie gilt weltweit als eine Expertin dieser Bewegung. Nachdem sie lange Zeit als unabhängige Ausstellungsmacherin gearbeitet hatte, übernahm sie 1999 eine Stelle als Seniorkuratorin am New Yorker P.S.1, einem Ableger des Museum of Modern Art. Sie arbeitete dort für drei Jahre, und hat unter anderem die erste Ausgabe von "Greater New York" zusammen mit anderen Kuratoren und Kuratorinnen des P.S.1/MoMA initiiert. Christov-Bakargiev war als Kuratorin weltweit tätig, so im Jahr 2008 als Leiterin der 16. Biennale of Sydney mit dem Titel "Revolutions - Forms That Turn".[3] Ihr gelang es, die Besucherzahlen der Biennale gegenüber 2006 um mehr als 37 % auf 435.000 zu erhöhen.[4]

Sie schrieb die ersten Monografien über den südafrikanischen Künstler William Kentridge (1996/97) und die kanadische Künstlerin Janet Cardiff (2011).

Am 3. Dezember 2008 wurde Christov-Bakargiev zur künstlerischen Leiterin der documenta 13 berufen, die vom 9. Juni bis zum 16. September 2012 in Kassel zu sehen sein wird. Sie ist nach Catherine David die zweite weibliche Kuratorin der documenta und die erste US-Amerikanerin und Italienerin.

Carolyn Christov-Bakargiev ist mit dem italienischen Künstler Cesare Pietroiusti verheiratet und hat zwei Töchter, Lucia und Rosa.[5]

Veröffentlichungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sydney Morning Harold, 14. Juni 2008
  2. Thesis on American art and poetry of the 1950s
  3. Documenta 13: US-Amerikanerin soll Kassel regieren. Spiegel Online/dpa, 2. Dezember 2008, abgerufen am 4. Dezember 2008.
  4. Nicole Büsing, H. Klaas: Eine Powerfrau für Kassel. In: Kieler Nachrichten, 4. Dezember 2008, S. 22.
  5. Carolyn Christov-Bakargiev leitet die documenta 13. Dirk Schwarze, 2. Dezember 2008, abgerufen am 4. Dezember 2008.

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