Abimélech

Abimelech (hebräisch אֲבִימֶלֶךְ / אֲבִימָלֶךְ „Mein Vater ist König“) ist der Name mehrerer biblischer Personen:

  • Richter des Volkes Israels
  • König der Philister
  • Hohepriester zur Zeit Abrahams
  • König der Philister zur Zeit des David vor seiner Königsherrschaft (Ps 34,1 EU)

Inhaltsverzeichnis

Richter des Volkes Israel

Die Richter Israels
Buch der Richter

1. Buch Samuel

Der Tod des Abimelech

Abimelech wird in Ri 9,1 EU als Sohn von Jerubbaal genannt. Dieser Name wurde dem Richter Gideon beigegeben (Ri 6,32 EU). Zudem stehen beide mit dem Ort Ofra im Stammesgebiet Manasses in Verbindung. Nach Ri 8,31 EU erscheint er tatsächlich als Sohn Gideons. Seine Mutter, eine Nebenfrau Gideons, scheint der Aristokratie der (kanaanäischen) Stadt Sichem zu entstammen (Ri 9,1f EU). Nur so ist zu erklären, dass Abimelech dort Gehör findet.

Bedeutung und Werdegang

Die Geschichtsschreibung des Altes Testaments erwähnt Abimelech als ersten, der den Versuch unternahm, über das Richterprinzip hinaus eine Monarchie in Israel zu errichten. Der Versuch scheiterte nach einigen Jahren, auch umfasste er nur sehr begrenzte Teile Israels, so dass erst Saul als erster König Israels bezeichnet wird.

Zunächst gelang es Abimelech, die Oligarchie im Stadtstaat Sichem dazu zu bewegen, ihn als militärischen Führer anzuerkennen. Ausgestattet mit Geld aus der Tempelkasse des Baal-Berit („Baal des Bundes“, Stadtgott von Sichem) (Ri 9,4 EU), heuerte er eine Söldnertruppe an, mit deren Hilfe er Ofra, den Herkunftsort seines Vaters, überfiel, und die führende Familie, seine eigene Verwandtschaft, vernichtete. Faktisch übernahm er monarchisch die Herrschaft über den Ort. Die Bevölkerung Sichems zögerte nicht, ihn als ihren König anzuerkennen. Das Verfahren darf als nicht neu angesehen werden: Zum Wechsel von der Oligarchie zur Monarchie kam es in den kanaanäischen Stadtstaaten (und in vielen anderen Kulturen) immer wieder.

Man kann davon ausgehen, dass Abimelech durch Kämpfe weitere kleine Gebiete seiner Monarchie einverleibte. Auf dem Höhepunkt seiner Macht scheint er seine Residenz von Sichem nach Aruma (vgl. Ri 9,41 EU) verlegt zu haben. Es kam in Sichem in der Folgezeit zum offenen Aufruhr, der in dem zugereisten Gaal einen Anführer fand. Gewarnt durch den loyalen Sebul (Ri 9,30f EU), griff Abimelech seine ursprüngliche Machtbasis an und vernichtete sie.

Bei der Belagerung der Burg von Tebez wirft ihm eine Frau einen Mühlstein auf den Kopf. Da Abimelech nicht als Herrscher in Erinnerung bleiben will, der von einer Frau erschlagen wurde, bittet er seinen Waffenträger, ihm den Gnadenstoß zu gewähren.

König der Philister

Nach 1. Moses 21 und 1. Mose 26 wohnte Abimelech im Land Abrahams, zog dann aber wieder zurück in das Land der Philister. Er war König von Gerar. Als Abraham wegen einer Hungersnot das Land Kanaan verließ, zog er auf Befehl Gottes nicht nach Ägypten, sondern ließ sich im Land der Philister nieder, wo ihn Abimelech (trotz der Lüge über seine Frau) freundlich behandelte und gegen Neider in Schutz nahm, da er ihn als Gesegneten des HERRN erkannte, nachdem er in Gerar die verstopften Brunnen, die einst die Knechte seines Vaters gegraben hatten, wieder auffand. Der Brunnen wurde „Eid“ genannt, danach heißt die Stadt noch heute Beerscheba. Dies würde das Land der Philister allerdings sehr weit im Süden lokalisieren. Der Feldhauptmann Abimelchs hieß Pichol.

Hohepriester

Nach einigen hebräischen Schriften war Ahimelech (oder Abimelech), Sohn des Abiathar zur Zeit Davids Hohepriester (1 Chr 18,16 LUT; 2 Sam 8,17 LUT). In den neueren Bibelübersetzungen wurde entsprechend 1 Sam 22,20 EU, 23,6 EU und 30,7 EU der Text korrigiert, wonach Abjatar der Sohn des Ahimelech war. Abjatar war also Priester zur Zeit Davids.

Der zeitgenössische Name Abumuaileq

Der Name Abimelech wurde im Laufe der Zeit über Abumelek (arab./ أبي مالك „Mein Vater ist König“) zur Abumuaileq (arab./ ابومعيلق) umgewandelt.

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