3 Helene Winger (Malerin)


Helene Winger (Malerin)

Helene Winger, geb. Stein (* 18. März 1884 in Wien; † 31. März 1945 in Wien) war eine österreichische Malerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Helene Stein wurde als viertes Kind des Wiener Verlegers Markus Stein und dessen Frau Nanette am 18. März 1884 in Wien geboren.[1] Wie auch ihre Geschwister Richard, Paula, Emma und Erwin wurde sie, ursprünglich jüdischen Glaubens, später auf das evangelische Bekenntnis H. B. getauft.[2]

Über Helene Steins Ausbildung ist bis heute nichts bekannt; sie trat in den 1910er Jahren als Malerin in Erscheinung. Es wurde die Vermutung geäußert, dass sie „durch den Kontakt zu zahlreichen Künstlern im Kunstsalon ihrer Familie“ - darunter Oskar Kokoschka, Arnold Schönberg und Adolf Loos - zu ihrer Berufswahl inspiriert wurde.[3]

Um 1920 heiratete Helene Stein den aus Hamburg stammenden Offizier Richard Johann Winger (1873–1924), mit dem sie zwei Söhne, Richard (1919-?) und Wolfgang (1921-?), hatte.[4] Während des NS-Regimes, nach dessen Begriffen sie „Volljüdin“ war, blieb Helene Winger - wohl auch, weil sie Witwe eines dekorierten k.u.k. Offiziers war - an Leib und Leben unversehrt, musste aber ihren Besitz ihren Kindern überschreiben.[5]

Helene Winger verstarb am 31. März 1945 in Wien und wurde auf dem Döblinger Friedhof im Grab ihrer Eltern Markus und Nanette Stein beigesetzt.

Werk

Helene Winger gehörte der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs an und stellte unter anderem in der Stockholmer Kunsthalle (1917) und im Wiener Künstlerhaus (1919) aus. „In dem von heller, lichter Farbgebung geprägten Werk Helene Winger-Steins ist der Einfluss der französischen Fauvisten zu erkennen“.[6]

Werkbeispiele:[7]

  • „Ruhende“, um 1912
  • „Mädchenportrait“, um 1914 (wahrscheinlich Maria Charlotte Stein)
  • „Netzflickerinnen“, vor 1917
  • „Mädchen mit Krug“, vor 1917
  • „Äpfelverkäuferin“, um 1918/19

Einzelnachweise

  1. Siehe dazu und im Folgenden: Christopher Dietz: „Ich bin wohl der Dichter mit einem der lächerlichsten Schicksale“ – Die Briefe Alexander Lernet-Holenias an Maria Charlotte Sweceny. Univ. Wien: Diss. 2011, S. 411-414
  2. Am 19. 1. 1886, siehe Anna Staudacher: Jüdisch-protestantische Konvertiten in Wien 1782–1914. Teil 2. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang 2004, S. 96, FN 172
  3. Ch. Gruber und J. Mentschl: Eintrag „Stein Richard, Verleger“. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Bd. 13 (60. Lieferung: Staudigl–Stich [2008]). Wien: Österreichische Akademie der Wissenschaften 2003–2009, S. 153–154
  4. Meldeunterlagen des Wiener Stadt- und Landesarchivs
  5. Vermögensverkehrstelle des Reichsgaues Wien: Schreiben an Ernst Geutebrück (Kopie im Besitz Tamara Loitfellner, Mödling). Wien, 7. März 1940
  6. Tamara Loitfellner: Österreichs vergessene Malerinnen. www.frauenkunst.at, abgerufen am 16. November 2011
  7. Ebd.

Literatur

  • Christopher Dietz: „Ich bin wohl der Dichter mit einem der lächerlichsten Schicksale“ – Die Briefe Alexander Lernet-Holenias an Maria Charlotte Sweceny. Univ. Wien: Diss. 2011, S. 411-414
  • Tamara Loitfellner: Österreichs vergessene Malerinnen. www.frauenkunst.at, abgerufen am 16. November 2011 (mit Werkbeispielen)

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