Kampa (Unternehmen)

Kampa AG in Insolvenz
Logo der Kampa Haus GmbH
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006269103
Gründung 1900
Sitz Minden, Deutschland
Mitarbeiter 1000 (2006)
Website www.kampa.de

Die Kampa AG i. I. war ein börsennotierter Eigenheimanbieter und lange Zeit der führende Fertighaushersteller auf dem europäischen Markt.

Gegründet wurde das Unternehmen 1900 im ostwestfälischen Minden in Nordrhein-Westfalen und hatte ab 2002 die Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit dem Namen „Kampa AG“. Im November 2006 verkaufte der bisherige Mehrheitsaktionär Wilfried Kampa seinen Anteil an den Finanzinvestor Triton. Nach einem Pflichtangebot an die anderen Aktionäre hielt Triton zuletzt ca. 75 % des Kapitals. 2009 musste die Kampa AG Insolvenz anmelden.

Die Lizenzen für die Markenrechte, ein bundesweites Musterhausnetz sowie das Besucherzentrum im schwäbischen Steinheim wurden von dem ehemaligen Kampa Vorstandsmitglied Josef Haas in die neu gegründete Kampa GmbH übernommen. Diese produziert jedoch selber keine Häuser mehr, sondern lässt diese von Dritten anfertigen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Den Grundstein zur Firma legte der Tischler Heinrich Wolf, der im Jahre 1900 in Minden-Dützen eine Tischlerei gründete. 1945 übernahm der Tischlermeister Eugen Kampa den Betrieb. 1960 wurden die ersten Wochenendhäuser produziert und der Betrieb unter der Federführung von Wilfried Kampa, der 1965 nach Abschluss eines Bauingenieurstudiums in das Unternehmen eintrat, erweitert. 1966 wurde auch das erste Fertighaus vorgestellt - ein Bungalowtyp, der zum Verkaufsschlager wurde. 1985 wurde die Kampa-Haus AG gegründet, die 1986 an die Börse ging. 1998 wurde das Allgäuer Familienunternehmen Libella, 1999 Novy-Haus in Österreich übernommen. Weitere Gründungen und Übernahmen im osteuropäischen Markt folgten.

Kampa war lange Zeit nach eigenen Angaben der führende Fertighaushersteller auf dem europäischen Markt. [1]

Die ehemalige Kampa AG

Zur Kampa-Gruppe gehörten die deutschen Hausbau-Marken Kampa (Minden), Hebel Haus (Alzenau), ExNorm (Steinheim am Albuch), Libella (Ziesar), CreAKTIV (Waltershausen) sowie Novy-Haus in Österreich, Casa Libella in Italien, TrendHaus in Ungarn und Kampa-Budizol in Polen. Dienstleistungsunternehmen respektive Zulieferer für die gesamte Gruppe waren die Montagegesellschaft Kampa Baulogistik GmbH (Minden), die Finanzierungsgesellschaft Hausbau-Finanz GmbH (Minden), die MB Keller-und Massivbau Brück GmbH (Brück) und die VEWA-Projekt Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (Minden).

Neben dem Stammsitz in Minden betrieb die Kampa AG an sieben weiteren Standorten Hausfertigungen und an drei Standorten Betonfertigteilwerke.

Die Firma beschäftigte sich mit der Bauplanung und Bauausführung, vorwiegend in der Fertigbauweise. Im Jahre 2006 arbeiteten bei der Firma ca. 1000 Mitarbeiter.

Im Rahmen der Neuausrichtung des Unternehmens wurde am 2. Oktober 2007 bekanntgegeben, dass die Werke in Waltershausen (Thüringen), Kinding (Bayern) und am Stammsitz in Minden bis Ende 2007 geschlossen werden. Zudem solle zukünftig im Fertighaus-Bereich ausschließlich unter dem Namen "Kampa" aufgetreten werden.[2]

Wilfried Kampa zieht sich zurück und die Insolvenz 2009

Im November 2006 verkaufte der bisherige Mehrheitsaktionär Wilfried Kampa seinen Anteil an den Finanzinvestor Triton. Nach einem Pflichtangebot an die anderen Aktionäre hielt Triton zuletzt ca. 75 % des Kapitals.

Zu Beginn des Jahres 2009 war die Kampa AG noch von einem Umsatz von 200 Millionen Euro und einem guten Auftragsbestand ausgegangen. [3]

Nach Verlusten von etwa 23 bis 24 Millionen Euro im Jahr 2008 hat Kampa im März 2009 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt [4], welches am 3. Juni 2009 eröffnet wurde [5].

Am 10. Juni 2009 gab der Insolvenzverwalter Werner Schreiber das Scheitern von Gesprächen mit potentiellen Investoren bekannt. Übernahmeverhandlungen mit dem Investor Triton hatten ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt keinen Erfolg. Schreiber kündigte an, die 2009 noch etwa 800 Mitarbeiter umgehend zu entlassen und eine einzelne Verwertung der Standorte und des Eigentums des Unternehmens zu betreiben. [6]

Der für das Unternehmen zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Bau, Bodo Matthey sagte, es konnte nicht gutgehen, dass die Produktion der exklusiven Häuser in Handarbeit in Minden aufgegeben und nur auf die automatisierten Fertigungsanlagen in Ziesar und Steinheim gesetzt wurde. Seiner Meinung nach sei dies auf Missmanagement des schwedischen Hauptinvestors Triton zurückzuführen. [7]

Nach der Insolvenz

Nach der Insolvenz gab es einige Firmen, die das erfolgreiche Konzept von Kampa Fertighäuser weiter umsetzen wollten. Die Kampa GmbH mit Sitz Steinheim am Albuch ist eine neugegründete Gesellschaft des ehemaligen Kampa Vorstandsmitglieds Josef Haas, welche mittels lizenzierter Markenrechte der insolventen Kampa Haus GmbH / Kampa AG am Markt agiert.

Einzelnachweise

  1. Kampageschichte auf der Homepage des Unternehmens abgerufen Mai 2010
  2. Strategische Neuausrichtung Presseinformation vom 2. Oktober 2007
  3. WDR: Kampa ist pleite abgerufen Mai 2010.
  4. Kampa steht vor der Insolvenz, Spiegel Online vom 11. März 2009
  5. [1], Krisenticker des Manager Magazins vom 3. Juni 2009
  6. Tagesschau.de, abgerufen 10. Juni 2009 (nicht mehr online verfügbar)
  7. Gewerkschaft gibt Top Managern die Schuld

Weblinks


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