Kastell Iatrus

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Kastell Krivina
Alternativname Iatrus/Iatrio/Latris
Limes Mösischer Limes
Abschnitt Strecke 3
Datierung (Belegung) konstantinisch
a) 2.  Hälfte 4. Jahrhundert
bis 6. Jahrhundert
b) um 600 n. Chr.
bis 7. Jahrhundert
Typ Reiter- bzw. Infanteriekastell
Einheit a) legio I Italica,
b) cuneus equitum scutatorium,
c) föderati ?
Größe 2,5 ha
Bauweise Steinkastell
Erhaltungszustand zahlreiche Mauerreste aller Bauperioden, des Walles und der Innenbebauung an der SO-Seite oberirdisch sichtbar, Grundmauern der Principia wurden konserviert, nördliche Kastellfläche weitgehend durch die Jantra abgetragen
Ort Krivina
Geographische Lage 43° 37′ 54″ N, 25° 33′ 47″ O43.63166666666725.563055555556Koordinaten: 43° 37′ 54″ N, 25° 33′ 47″ O
Vorhergehend Legionslager Novae (westlich)
Anschließend Kastell Scaidava (östlich)
Limes5.png
Novae und Iatro (links oben), Lage auf der Tabula Peutingeriana
Konstantin I.
Die Gotenzüge in Mösien und Thrakien nach der Schlacht von Adrianopel (4. Jahrhundert)
Theodosius I.
Spätantike Beinschnitzerei aus Iatrus (Jonas wird vom Ketos verschlungen)

Kastell Iatrus war ein römisches Reiterlager an der Mündung der Jantra in die Donau auf dem Gebiet der Gemeinde Krivina, Oblast Russe, in Bulgarien.

Es zählt zu einem der am besten erforschten Limeskastelle an der unteren Donau. Besonders das Lager der Frühphase ist ein gutes Beispiel für die Symbiose von althergebrachten und neu entwickelten Baumerkmalen bei spätantiken Militäranlagen sowie ein Focus für die einschneidenden Veränderungen in der Endphase des unteren Donaulimes.

Das Kastell wurde um 310/20 n. Chr. gegründet, war für ca. 300 Jahre Bestandteil des Donaulimes und durchlief mehrere Besiedlungsperioden und Bauphasen. Im Zuge der turbulenten Ereignisse der Völkerwanderung wandelte es sich in ein Wehrdorf um, da es an der Reichsgrenze immer öfter zu heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit barbarischen Invasoren kam, in deren Folge Iatrus mehrfach zerstört, verlassen und anschließend wiederaufgebaut wurde. Im 7. Jahrhundert gab die Römische Armee das Kastell endgültig auf, Slawen und Bulgaren gründeten innerhalb der Kastellruine eine neue Siedlung, die durchgehend bis ins 10. Jahrhundert bewohnt war.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der antike Name des Kastellplatzes leitet sich vom Fluss Jantra ab. Zusätzlich wird der Name auch in antiken Quellen wie der

erwähnt.

Lage

Ausgrabungsstätte und Ortschaft Krivina befinden sich am rechten Ufer der Jantra, etwa 3 km vor deren Mündung in die Donau. Die römischen Architekten wählten für den Standort des Kastells einen ca. 3–4 ha großen, vor Hochwasser geschützten Geländesporn am Rande der Schwemmlandzone aus. Dieses Gebiet zählte in spätrömischer Zeit verwaltungstechnisch zur Provinz Moesia secunda (das heutige Nordbulgarien).

Funktion

Das Kastell gehörte zum Kommandobereich der legio I Italica, die ihr Hauptquartier im Legionslager Novae, etwa 20 km stromaufwärts von Iatrus entfernt, hatte. Die Besatzung war in erster Linie für die Sicherung ihres Abschnitts des mösischen Donaulimes im Vorfeld der östlichen Metropole Konstantinopel zuständig. Die im Balkangebirge entspringende Jantra war bis weit in die Provinz Niedermösien hinein schiffbar, eine Überwachung ihrer Mündung in die Donau daher für die Römer unabdingbar, seit es Invasoren – insbesondere den Goten, Hunnen, Slawen, Protobulgaren und noch anderen Wandervölkern – immer wieder gelang, von Nordosten über die Donau in das Oströmische Reich einzufallen um sich später auch dauerhaft dort niederzulassen. Die militärische Bedeutung seiner strategischen Position für die Verteidigung der Moesia II blieb während seiner 300jährigen Existenz ungebrochen. Dies unterstreicht auch die wiederholte Erwähnung des Stützpunktes in der Notitia Dignitatum als castellum, als phrourion bei Procopius[1] und als polis (Stadt) in der Geschichtschronik des Theophylactus Simocatta.[2]

Forschungsgeschichte

Vom Kastell sind bisher Gebäudereste aus drei Jahrhunderten (310/20–600 n. Chr.) an's Tageslicht gekommen. Seit 1958 finden in Zusammenarbeit mit deutschen Wissenschaftlern in Iatrus Ausgrabungen statt, zuerst durch Archäologen aus der damaligen DDR, seit 1992 durch das Deutsche Archäologische Institut. Seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben aber auch andere Spezialisten wie etwa Epigraphiker, Numismatiker, Archäozoologen, Archäobotaniker und Geologen an den Ausgrabungen mitgewirkt.

In den 1970er Jahren wurde die deutsch/bulgarische Zusammenarbeit noch weiter intensiviert. 1981 wurden die Ausgrabungen zwar weitgehend eingestellt, aber während des folgenden Jahrzehntes im eingeschränkten Ausmaß durch das Historische Regionalmuseum in Russe weitergeführt. Von 1992 bis 2002 führte die Römisch-Germanische Kommission in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften Sofia und dem Museum in Russe jährlich archäologische Ausgrabungen und Geländeprospektionen durch.

Durch die Ausgrabungen sollten vor allem Erkenntnisse über spätantike Militärplätze an der unteren Donau gesammelt werden. Die relativ gut erhaltenen Ruinen gestatten eine Gliederung der Baugeschichte des Kastells in insgesamt vier Perioden. Darüber hinaus wurden Untersuchungen in der Kastellumgebung zum Straßennetz, Siedlungs- und Bestattungswesen sowie zu den allgemeinen wirtschaftlichen Aktivitäten in einem Limeskastell dieser Größenordnung durchgeführt. In 24 Grabungskampagnen konnte über die Hälfte des Kastellgeländes archäologisch untersucht und beobachtet werden.

Historischer Hintergrund

Durch Feldbegehungen, Luftaufnahmen und geophysikalische Untersuchungen ließ sich eine seit dem Neolithikum andauernde dichte Besiedlung der Tiefebene im Bereich der Jantramündung feststellen. Trotz Münzfunden aus der Zeit des Aurelian, Probus und Diokletian konnte bisher von den Archäologen kein Nachweis einer dem spätrömischen Kastell vorangegangenen früh/mittelkaiserzeitlichen Befestigung oder Ansiedlung beigebracht werden.[3]

Sergei Torbatov teilte die Zeitspanne zwischen Ende des 3. Jahrhunderts und Beginn des 7. Jahrhunderts - also jene Zeitspanne in der Iatrus belegt war - in insgesamt fünf Perioden ein, um den stufenweisen Wandlungsprozess der Festungen an der unteren Donau besser darstellen zu können.[4]

  • Periode 1 deckt die Jahre zwischen späten 3. Jahrhundert und späten 4. Jahrhundert ab, als ein Großteil der Kastelle am mösischen Limes modernisiert und verstärkt wurden.[5]
  • Periode 2 behandelt die Zeit des völligen Zusammenbruches des spätrömischen Donaulimes in der Mitte des 5. Jahrhunderts.[6]
  • Periode 3 verbindet er mit der Reorganisierung der Grenzverteidigung unter Kaiser Anastasius und die endgültige Tranformation in befestigte Wehrdörfer, die die Limeskastelle, aber auch die Siedlungen weit im Landesinneren veränderte.[7]
  • Periode 4 umfasst die Wiederherstellung der Donaugrenze unter Justinian I.[8]
  • Periode 5 beschreibt den neuerlichen Kollaps der Grenzverteidigung in den 580er Jahren und der endgültigen Aufgabe der Donaugrenze durch die Römer im 7. Jahrhundert.[9]

Periode 1

Als die römische Armee, Verwaltung und ein Teil der Zivilbevölkerung zwischen 270 und 275 n. Chr. auf Befehl Kaiser Aurelians die hart bedrängte Provinz Dakien räumten, wurde auch der daran angrenzende Teil der Donau wieder zur Außengrenze des Reiches. Der wieder reaktivierte Donaulimes offenbarte aber bald seine Schwächen. Die starre, linear angeordnete Festungskette am Flussufer war dem geballten Ansturm von Wandervölkern und Reiternomaden auf Dauer nicht gewachsen. Obwohl der mösische Limes mehr als 40 Kastelle umfasste, gelang es den Barbarenstämmen ihn immer wieder zu durchzubrechen. Eine Besserung setzte erst ein, als die Kaiser Diokletian und Konstantin I. die Reichsverteidigung durch eine neue Militärorganisation auf eine neue Grundlage stellen und weitgehend stabilisieren konnten.[10] Zu Beginn des 4. Jahrhundert n. Chr. ließ Konstantin den unteren Donaulimes noch einmal massiv verstärken. Zu diesem Zweck mussten am südlichen Donauufer zahlreiche neue Kastelle und Wachtürme erbaut oder schon bestehende renoviert und modernisiert werden. Die meisten Neubauten ließ man in den Jahren zwischen 310 und 320 n. Chr. errichten, eines davon war das Reiterkastell Iatrus.

Das frühe Kastell war nur wenige Jahrzehnte besetzt und dürfte nach Abzug der Reitertruppe durch Constantius II. für längere Zeit nicht vom Militär genutzt worden sein. Die Perserfeldzüge Constantius’ II. und seines Nachfolgers Julian hatten die Verteidigung des unteren Donaulimes personell wohl erheblich geschwächt. In einer Rede des Themistios wird der Limes als desolat bezeichnet. Er beklagt dabei die zu wenigen, verfallenen und schlecht ausgerüsteten Kastelle mit zahlenmäßig viel zu kleinen und noch dazu disziplinlosen Besatzungen.[11] Die nördlich der Donau siedelnden Goten nutzten die Schwäche der römischen Grenztruppen sofort zu ausgedehnten Plünderungszügen in die Provinzen Niedermösiens aus. Erst nach lang andauernden Kämpfen konnten die Römer sie wieder vertreiben und ihre Vormachtstellung in der Region wieder herstellen. Trotzdem nahm der Druck auf die Donaugrenze durch die Barbarenstämme immer weiter zu.

Auf Dauer konnten die römischen Strategen daher auf eine neuerliche Besetzung des günstig gelegenen Kastellplatzes an der Jantramündung nicht verzichten. Entweder wurde Iatrus – in Folge der Abwehrkämpfe gegen die Goten noch unter Constantius II., seinem Nachfolger Julian, der Regierungsperiode des Valens oder im späten 4. Jahrhundert unter Theodosius I. mit Föderaten als neuer Besatzung belegt. Nach dem Tod von Theodosius I., 395, zerbrach das Römische Reich endgültig in zwei Reichshälften und die Moesia II fiel an den Ostteil des Reiches.

Periode 2

Ab der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts ging die größte Gefahr für die Römer an der unteren Donau vom rasch expandierenden Hunnenreich unter Führung Attilas aus. Wiederholt fielen sie in die reichen oströmischen Provinzen an der Donau ein, wo ihnen fast 70 Grenzorte und Kastelle zum Opfer fielen. Danach forderten sie vom Kaiser in Konstantinopel immer höhere Tributzahlungen für ihren Abzug. Als Kaiser Theodosius II. (408–450) ihnen diese letztendlich verweigerte, rächte sich Attila postwendend, indem er die Landstriche im Vorfeld der Hauptstadt fast komplett verwüstete. Iatrus wurde dabei – wie die meisten Militärstützpunkte der Moesia secunda und ihrer Nachbarprovinzen – vollständig vernichtet. Wie an den Funden abzulesen ist, hatten Besatzung und Zivilisten sich offenbar noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können, ehe die Angreifer das Kastell stürmten und in Flammen aufgehen ließen, die letzten Münzen dieser Periode wurden in der Zeit von Theodosius II. geprägt.[12] Nach der vollständigen Niederbrennung durch die Hunnen wurde das Kastell von seinen bisherigen Bewohnern aufgegeben (Ende der Bauperiode C). Auch die Provinz erholte sich von diesen schweren Verwüstungen nur sehr langsam.

Periode 3

Erst unter Kaiser Anastasius (491–518) wurden die Limesfestungen an der Donau in größerem Umfang wieder notdürftig instandgesetzt und neu besiedelt. In Iatrus scheint es sich hierbei jedoch, verglichen mit der Bausubstanz der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts, nur um eine sehr bescheidene Siedlung mit wenigen Bewohnern gehandelt zu haben. Die Barbareneinfälle ließen indessen nicht mehr nach, nur 30 Jahre nach seinem Wiederaufbau wurde das Kastell neuerlich verwüstet. Ab dem frühen 6. Jahrhundert war Iatrus nur noch dünn besiedelt, eine kleine Schar Krieger und ihre Familien hatten sich nur notdürftig in der Kastellruine eingerichtet. Für diese Zeit liegen auch keine Hinweise auf die ethnische und soziale Zusammensetzung der Kastellbewohner vor, vermutlich handelte es sich ebenfalls um barbarische Föderaten, da vor allem die Bauweise der nach der Zerstörung in der Mitte des 5. Jahrhunderts errichteten Gebäude und die Funde darauf hindeuten.

Periode 4

Nach einer neuerlichen Zerstörung durch eine Brandkatastrophe im frühen oder mittleren 6.  Jahrhundert, ließ Kaiser Justinian I. (527–565), im Rahmen seines Sicherungsprogrammes für die Donaugrenze, das Kastell noch einmal instandsetzen. Das Justinian das phrourion Iatrus trotz der knappen Ressourcen dennoch in sein Restaurierungsprogramm miteinbezog, spricht für die auch damals noch große Bedeutung des Kastells als Militärstützpunkt.[13] Außer den Städten und Kastellen wurden auch alle noch verbliebenen Siedlungen und Villen neu befestigt, wie aus den Schriften Prokops[14] zu entnehmen ist.[15] Weiters wurden im Inneren einfache Behausungen für eine kleine Besatzung und eine neue Kirche (siehe Basilika III) errichtet. Im übrigen dürfte der Zustand des Kastells in der Mitte des 6. Jahrhunderts aber generell dem Bild der Limesorte an der unteren Donau entsprochen haben. Im Zuge der Restruktuierungsmaßnahmen war es aber nicht gelungen die Population der romanischen Bevölkerungsschicht an der Donaugrenze zu erhöhen, die viel zu kleine Armee konnte die mühsam zurückeroberten Kastelle daher nicht auf Dauer halten.[16]

Periode 5

Zwischen 598 und 602 wurde der Limes an der unteren Donau endgültig von Awaren, Slawen und anderen Fremdvölkern überrannt, die Römer mussten alle ihnen verbliebenen Militärstützpunkte zwischen der Donau und dem Balkangebirge räumen und sich weit nach Süden zurückziehen. Die Münzen der letzten römischen Fundschicht in Iatrus wurden 577/8 unter Justin II. ausgegeben. Der Ort wird noch einmal in Theophylactus Simocattas Historiae erwähnt in der er über die Invasion der Awaren im Jahre 600 berichtet.[17] Abgesehen von Iatrus werden noch 30 andere Plätze in Simocattas Werk genannt. Das Gebiet um das Kastell war während der Balkanfeldzüge des Maurikios von 591 bis 602 Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Römern und Slawen. Die Feldherren Priskos und Petros nutzten Iatrus - neben einigen anderen Festungen - als Operationsbasis für ihre Truppenbewegungen entlang der Donau. Im April 598 marschierte ein weiterer Feldherr - Komentiolos - mit seinen frisch ausgehobenen Truppen nach Norden und erreichte am siebenten Tag die polis Iatrus. Allerdings wurde sein Aufgebot in der Nähe des Kastells von den Awaren geschlagen, als er versuchte, dem hart bedrängten Priskos in Tomis zu entsetzen. Die Awaren brachen die Belagerung von Tomis ab und schlugen Komentiolos in die Flucht, anschließend stießen sie bis an die Mauern von Konstantinopel vor, wo sie allerdings durch den Ausbruch einer Pestepidemie hohe Verluste erlitten. Schließlich zogen sie gegen Zusicherung von jährlichen Tributzahlungen wieder ab.

In den nun völlig schutzlosen Grenzprovinzen wurden fast alle verbliebenen römischen Siedlungen und Festungen nacheinander in Schutt und Asche gelegt, unter ihnen einmal mehr Iatrus. Im Gegensatz zu dem nach 613 von den Slawen eroberten Novae/Swischtow hielt sich Iatrus während der Landnahme der Slawen auf dem Balkan noch bis zum Einfall der Protobulgaren als kleine römische Enklave. Die letzten Romanen von Iatrus gingen im Zuge der Ethnogenese des bulgarischen Volkes in den neu zugewanderten Slawen und Protobulgaren auf. Die nun überwiegend bulgarisch geprägte Siedlung war noch bis zum späten 10. Jahrhundert bewohnt.

Kastell

Grabungsplan und Bauphasen des Kastells vom 4. bis 6. Jahrhundert

Das Kastell wurde - den Münzfunden nach zu schließen - vermutlich in der zweiten Dekade des 4. Jahrhunderts gegründet. 146 von ihnen stammten aus dem frühen 4. Jahrhundert.[18] Nach den in Iatrus gefundenen Ziegelstempeln zu urteilen, dürften vor allem Angehörige der Legion in Novae an seinem Bau beteiligt gewesen sein. Die Archäologen konnten nach Auswertung der stratigraphischen Beobachtungen mehrere Bauphasen voneinander unterscheiden:

  • Phase A: zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts,
  • Phase B/C: spätes 4. Jahrhundert bis frühes 6. Jahrhundert,
  • Phase D1: Ende 5. Jahrhundert bis frühes 6. Jahrhundert,
  • Phase D2: Mitte 6. Jahrhundert bis um 600 n. Chr.[19]

Die Jantra fließt heute in einer Schleife knapp an der Ausgrabungsstätte vorbei. Sie hat im Laufe der Jahrhunderte den Nordwall sowie ungefähr ein Drittel der Kastellfläche abgespült, sodass von der ursprünglichen 500 m langen Umwehrung nur noch ca. 330 m erkennbar sind. Auch von diesem Rest blieben meist nur die Fundamente erhalten, da sein Steinmaterial für den Bau des heutigen Krivina abgetragen wurde.

Das Kastell stand teilweise noch in der Bautradition der mittleren Kaiserzeit (Innenbebauung), in seiner Gesamtkonzeption kamen die spätantiken Modernisierungen im Festungsbau aber schon deutlich zum Tragen, die sich wesentlich von denen des 1.–3. Jahrhunderts unterscheiden. Grundriss und Verlauf der Mauer waren nicht mehr starr rechteckig, sondern unregelmäßig und weitgehend der Topographie des umliegenden Geländes angepasst worden. Das Bebauungsschema der Periode A lässt eine einheitliche Planung erkennen, die noch vorrangig auf die militärischen Bedürfnisse Rücksicht nimmt. Vereinzelt lassen sich auch noch Ähnlichkeiten zu den Kastellbauten des 2. und 3. Jahrhunderts erkennen, wie z. B. durch das Vorhandensein der Principia, eines Praetoriums und von Kasernen. Auch das innere Straßennetz wies noch eine gewisse Regelmäßigkeit auf.

Ab der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. fanden in Iatrus tiefgreifende Umbauten statt (sog. Ruralisierungsprozess), die wahrscheinlich mit der Stationierung von Föderaten in Zusammenhang standen (Beginn Periode B/C). Wie schon oft am Donaulimes beobachtet, hatte sich auch dieses Kastell gegen Ende des 4. Jahrhunderts weitgehend zu einem zivilen Oppidum mit ländlichen Charakter gewandelt, erfüllte aber nach wie vor eine militärische Funktion, da auch zwei größere Lagerhäuser (Horreum) – die vermutlich zur Versorgung durchziehender Truppenverbände verwendet wurden - im Westteil des Kastells der Periode B/C nachgewiesen werden konnten. Gleichzeitig mit den Lagerhäusern wurde auch die erste frühchristliche Kirche in Iatrus (Basilica I) errichtet. Die klassischen Verwaltungsbauten und Kasernen waren – wie auch die regelmäßige Gliederung des Straßennetzes - größtenteils verschwunden. Als Ersatz entstanden kleinere, individuell gestaltete Gebäude, in denen keine regulären Soldaten mehr, sondern vermutlich barbarische Wehrbauern mit ihren Familien lebten und arbeiteten.

Nach der vollständigen Zerstörung durch die Hunnen wurde die Festung offensichtlich in großer Eile und notdürftig wiederaufgebaut (Beginn Periode D1). Über einer bis zu 1 m dicken Schuttschicht entstanden vollkommen neue Wohn- und Wirtschaftseinheiten.[20] Horrea und Basilica I brannten im frühen 5. Jahrhundert wieder ab, kurz danach errichtete man an ihrer Stelle die Basilica II, die Ruinen der Lagerhäuser wurden abgetragen und anschließend mit kleinen Wohn- und Wirtschaftshäusern überbaut da die Vorgängerbauten anscheinend so gründlich zerstört waren, dass sie nicht wiederverwendet werden konnten (Periode D2).[21] Am Ende der Periode D2 wird das Kastell verlassen und endgültig zerstört.

Osttor

Rekonstruktionsversuch der Ostmauer

Ein Novum bezüglich spätantiker Kastelle war, dass von den bei römischen Kastellen üblichen vier Toren nur noch eines eingebaut worden war und in einer stark gesicherten Position stand. Dieses Tor (porta Praetoria) lag in einer tiefen Einbuchtung an der Ostseite der Mauer und war durch zwei benachbarte U-Türme zusätzlich gedeckt. Das Kastelltor war relativ schmal und durch ein Fallgitter an seiner Außenseite, einen engen Innenhof und ein inneres zweiflügeliges Tor abgeschlossen. Von der Anlage ist heute nur noch der Schwellstein mit zwei Türangellöchern erhalten geblieben. Am Beginn des 5. Jahrhunderts (Periode D) lag das Straßenniveau allerdings einen halben Meter höher als beim ursprünglichen Schwellenniveau am inneren Durchlass (Periode A); auch ein heute noch in situ liegender Steinblock im Torinnenraum war vom späteren Straßenniveau überdeckt. Das Osttor dürfte also zu diesem Zeitpunkt entw. nicht mehr verwendet oder blockiert worden sein. Möglicherweise gab es an anderer Stelle noch einen weiteren Durchlass (Poterne), diese Frage konnte aber aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes der Anlage nicht geklärt werden.[22]

Mauer und Zwischentürme

Die einst 500 m lange und massive Umwehrung war 8–10 m hoch und bis zu 3 m dick. 17 m vor der Südmauer fanden sich bei Sondagen im Jahr 2000 auch Anzeichen für einen Wehrgraben.[23] Verstärkt wurde die Mauer durch an seiner Front und an ihren Ecken von effizient angeordneten, halbrunden, weit vorkragenden Türmen (sogenannter U-Turm oder Hufeisenturm), von denen allein an den Mauersektionen im Süden und Osten bis zu 10 Stück angenommen werden. Im Zentrum des Südwalles befand sich eine 30 x 15 m große, rechteckig vorkragende Bastion – oder vielleicht auch monumentaler Turm - mit vier Stützpfeilern im Inneren, die wohl einst die Zwischenböden und ein Ziegeldach trugen. An der Frontseite (Süden) war die Mauer etwas breiter ausgeführt, an seiner Rückseite ragt er – im Gegensatz zu den Hufeisentürmen - noch etwas ins Kastellinnere hinein.

Innenbebauung

Die Bauphase A lässt noch eine strenger gegliederte Innenarchitektur erkennen, die ausschließlich nach militärisch-strategischen Gesichtspunkten geplant und gestaltet ist. In späterer Zeit (Bauphase B-D) löste sich diese jedoch komplett auf und wich einem lockereren und regellosen Bebauungsschema. Vor allem die Principia (Stabsgebäude), das Praetorium (Kommandantenwohnhaus) und die Kasernen wurden dem Verfall preisgegeben oder abgetragen.

4. Jahrhundert

Wandte man sich von der mit Kolonnaden (Portikus) gesäumten Lagerhauptstraße zunächst nach Süden, traf man auf ein größeres, vornehm ausgestattetes Haus, das Praetorium, das als Unterkunft für den Lagerkommandanten diente. Dicht daneben stand ein kleines Badehaus (Thermae), die aber keinesfalls groß genug war, um allen hier stationierten Soldaten einen Badbesuch zu ermöglichen. Innerhalb der Festungsmauer konnte bisher auch keine größere Therme ausgegraben werden. Auch andere größere Gebäude, wie z.B eine Exerzierhalle (Basilika) konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Die Pferde der ersten Besatzungseinheit waren innerhalb des Kastells untergebracht, wahrscheinlich in der Nähe des Tores. Da ihre Ställe (Stabulum) jedoch aus Holz und Lehm bestanden, ist es schwer, sie nach so langer Zeit noch nachzuweisen. Hinter dem Kommandogebäude (Principia) konnten Kasernen (Contubernia) nachgewiesen werden. Im Westen schlossen sich noch zwei kleinere Gebäude an das sog. Objekt XXX (Tabernae) an, die alle den selben Grundriss aufwiesen. Da alle diese Bauten durch N-S verlaufende Straßen getrennt waren, ergab sich vom Kastelltor bis zu den Principia eine homogen struktuierte Verbauung.

5. Jahrhundert

Grundrisse der Basilika III, des Praetoriums und des Annexes der Basilika II

Im frühen 5. Jahrhundert war Iatrus zu einem dicht bebauten Oppidum angewachsen, dessen Bewohner sich zwar ausreichend mit den Gütern des täglichen Bedarfes versorgen, darüber hinaus aber keinen zusätzlichen Wohlstand schaffen konnten. Nach der Wiederbesetzung des Kastells entstanden innerhalb der alten, nun wieder ausgebesserten Festungsmauern unterschiedlich große, regellos angelegte Gebäudekomplexe, von denen die meisten als Wohn-, Arbeits- und Vorratshäuser erkannt wurden. Die Organisation dieser neuen Lagergemeinschaft benötigte offenbar die althergebrachten Funktionsbauten eines römischen Militärlagers, wie Principia, Praetorium oder Kasernen, nicht mehr. Sie wurden daher größtenteils abgetragen, fallweise wurden dabei auch noch die untersten Fundamentlagen herausgerissen. Auch die Säulengänge an beiden Seiten der Lagerhauptstraße waren teilweise demoliert und überbaut worden. Besonders deutlich ließen sich die baulichen Veränderungen dieser Zeitperiode (B/C) an den Tabernae verfolgen (siehe unten).

Auch die für den Verteidigungsfall wichtige gepflasterte Wallstraße (via sagularis) war jetzt teilweise überbaut, die noch übriggebliebenen Säulengänge an der Lagerhauptstraße wurden nach und nach zu geschlossenen Räumen umgestaltet. Die Straßen verliefen nicht mehr gerade, sondern mussten wegen der unregelmäßigen Hausecken oft ihre Richtung ändern, gleichzeitig öffneten sich zwischen diesen Häusern auch immer wieder freie Plätze. Nur noch die vom Tor herankommende Lagerhauptstraße war noch fast unverändert geblieben.

Die Bebauung von Iatrus ab der Mitte des 5. Jahrhunderts erinnerte nunmehr an eine barbarische Siedlung anstatt einer römischen Militärstation. Kein Haus glich mehr dem anderen. Die Fenster waren aufgrund der strengen Winter verglast. Die Mauern konnten selbst in ein und demselben Raum in ganz unterschiedlicher Bautechnik ausgeführt sein. Die meisten bestanden aus einem Bruchsteinsockel in Lehmbindung, auf dem Fachwerkwände aus Holz und luftgetrockneten Lehmziegeln saßen. Daneben gab es auch Exemplare, die ganz ohne isolierenden Steinsockel hochgezogen worden waren. Andere Bauten bestanden wiederum in klassischer Manier vollkommen aus vermörtelten Bruchsteinen. Die Wände waren mit Lehmbewurf, seltener mit Kalk verputzt oder weiß getüncht, die Dächer nach römischer Art mit wohl wiederverwendeten Leistenziegeln (Tegulae) und überlappenden Hohlziegeln (Imbrices) gedeckt. Sie lasteten schwer auf den Außenwänden, sodass in fast allen Räumen zusätzliche Stützpfosten für den Dachstuhl eingezogen werden mussten. Diese Bauweise erlaubte in der Regel auch nicht die Errichtung mehrstöckiger Häuser.

6. Jahrhundert

Von den Baumaßnahmen unter Justinian (Periode D2) konnten, mit Ausnahme der Basilika III, nur wenige Reste von mangelhaft ausgeführten Steingebäuden und Spuren von primitiven Holz-Lehm-Hütten nachgewiesen werden. Ob die Veränderungen des Siedlungsbildes in der Periode D2 wieder auf einen Bevölkerungswechsel zurückzuführen sind, konnte aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes der Kastellanlagen aus dieser Zeit nicht geklärt werden. Nach dem endgültigen Abzug der Römer legten Slawen und Bulgaren einfache Grubenhäuser im Kastellbereich an.[24]

Principia

Principia, Grundriss und spätere Überbauungen

Die rechteckigen, 24,5 × 14,9 m großen Principia waren ursprünglich das repräsentativste Bauwerk in Iatrus. Ihre Erbauer hatten sie allerdings etwas kleiner und einfacher ausgeführt als vergleichbare Exemplare der frühen und mittleren Kaiserzeit.[25] Die Mauern waren aus sorgfältig behauenen, weiß vermörtelten Kalksteinquadern errichtet worden, mit einem Verputz versehen und teilweise sogar mit Wandmalereien dekoriert. Das Stabsgebäude bestand aus einem ummauerten und von einem Pfeilergang umgebenen, 13,40 × 10,47 m großen Peristylhof, durch den das Gebäude von der Via principalis betreten werden konnte. Von diesem mit Ziegelsplitt befestigten Hof gelangten Besucher über einen von drei Zugängen, drei Stufen herabsteigend, die um 0,30 m tiefer liegende rechteckige Querhalle (Basilica) mit ihrem freitragenden Dach, welche wiederum an der Westseite von einer halbrunden Apsis abgeschlossen wurde, die einen inneren Radius von 3,60 m besaß und 0,60 m über dem Laufniveau der Querhalle lag.[26] Die großen hölzernen Türflügel der Querhalle waren mit Bronzebeschlägen und Schnitzwerk verziert. Die erhöhte Apsis besaß zur Halle hin mächtige monolithische Schwellsteine sowie einen Fußboden aus Ziegelplatten. Die in den Schwellsteinen der wohl als Fahnenheiligtum (Aedes) dienenden Apsis sichtbaren Einlassrillen könnten zu einer hölzernen Balustrade gehört haben, die in der Mitte von einem Zugang unterbrochen wurde, der vom Laufniveau der Querhalle über eine hölzerne Treppe erreichbar gewesen ist.[27] Denkbar wäre auch, dass anstatt einer hölzernen Balustrade ein Metallgitter das Fahnenheiligtum von der Querhalle getrennt hatte. Im Zerstörungsschutt lag noch ein umgestürzter Steinaltar, der Schutzgöttern geweiht war. Rechts davon stand ein fast mannshoher Steinsockel, auf dem einst das Portrait des regierenden Kaisers aufgestellt war. Bei einem Machtwechsel in Konstantinopel konnte es daher rasch wieder ausgetauscht werden. Über dem Haupttor zu den Principia war möglicherweise auch eine Adlerskulptur (Aquila) aus Kalkstein angebracht.

Die südliche Raumreihe der Tabernae (siehe unten) setzte sich mit zwei weiteren Räumen und die nördliche mit drei Räumen an den Principia fort und schlossen an der Flucht der Westmauer (ohne Apsis) bündig ab. Diese Räume waren zwar nicht von der Querhalle oder dem Innenhof der Principia aus zugänglich – da keinerlei Anzeichen von Türschwellen gefunden werden konnten –, dennoch nimmt man an, dass hier evt. die Schreibstuben (Officium) der Lagerverwaltung oder Waffenlager (Armamentaria) bzw. die Garnisonskasse untergebracht gewesen sein könnten.

Nach dem Abzug der Reitertruppe wurde das Gebäude aufgegeben und verfiel. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts waren die Raumunterteilungen weitgehend beseitigt worden, was als weiteres Indiz dafür gilt, dass es offensichtlich nicht mehr von der Militärverwaltung benutzt wurde. Auch die meisten Säulen im Vorhof waren entfernt worden, eine Überdachung gab es also ebenfalls nicht mehr. Übrig geblieben war nur noch ein von den Außenmauern umgebener offener Raum, der seinen repräsentativen Charakter vollständig eingebüßt hatte. Vorübergehend war hier - nach den Funden zu schließen - eine primitiv ausgestattete metallverarbeitende Werkstatt eingerichtet. Nach ihrer Freilegung wurden die Grundmauern der Principia restauriert und konserviert.[28]

Praetorium

Vom dreiflügeligen Peristylhaus (Mühlenhaus) des Lagerkommandanten (Periode B/C) sind heute nur noch die vier Pfeilerfundamente des Innenhofes und mehrere Schwellsteine von doppelflügeligen Saaltüren zu sehen. Die Inschrift eines Bauinschriftfragmentes, das in der Nähe gefunden wurde, lässt annehmen, dass dieses Bauwerk zwischen 340 und 350 n. Chr. (Periode A) entstand.[29]

Die Anlage wurde über den Resten eines Vorgängerbaues errichtet. Die Fundamente bestanden aus in gleichmäßigen Lagen gesetzten, nur grob behauenen und in Lehm gebundenen Steinen. Vom aufgehenden Mauerwerk blieb fast nichts erhalten. Es besaß einen fast rechteckigen Grundriss und war mit seinen Längseiten ungefähr nach Ost-West orientiert (Abmessungen: 29,30 m × 27,20 m × 18,80 m × 17,80 m). Die fünf größeren Räume des Gebäudes umgaben im Westen Norden und Osten einen Peristylhof. Ihre Eingangsschwellen waren aus sorgfältig behauenen Kalksteinblöcken gefertigt. Die Türen zu den Wohnräumen wurden nach innen geöffnet. Der Peristylumgang besaß einen Boden aus Mörtelpflaster, das in ähnlicher Form auch vor der Südfassade des Prätoriums beobachtet werden konnte. Im Zentralhof stand ein vermutlich mit Pflanzen und Skulpturen geschmücktes Wasserbecken (impluvium), das durch Regenwasser vom Dach gespeist und dann über einen Kanal wieder abgeleitet wurde.

Das Gebäude diente nur für ca. 30 Jahre als Unterkunft des Kommandanten (Ende Periode A, spätes 4. Jahrhundert). Zu Beginn der Periode B/C wurde das Gebäude schließlich abgerissen und auf seinen Fundamenten wiedererichtet. Die Mauern bestanden aus grob zugerichteten Steinen in Mörtelbindung die mit Ziegelbruch ausgeglichen wurden. Ab einer Höhe von 1,60 m wurde mit Lehmziegeln weitergebaut. Die Böden bestanden aus Stampflehm. Das Dachbestand aus einer ziegelgedeckten Holzkonstruktion, die mit Eisennägeln zusammengehalten wurde. Hofumgänge und Flügeltüren wurden teilweise zugemauert. In einem Raum richtete ein Bronzeschmied seine Werkstatt ein, in einem anderen (Raum 1) fand sich in einem Tongefäß ein Hortfund aus 260 Bronzemünzen des frühen 5. Jahrhunderts (Valentinian I. bis Honorius/Arkadius). Vermutlich brannte das Gebäudeim frühen 5. Jahrhundert teilweise ab. In Raum 2 wurden über 100, über den Boden verstreute Bronzemünzen, verkohlte Getreidereste, ein Handdrehmühlenstein sowie zwei Schildbuckel gefunden. Das Wasserbecken wurde offensichtlich im Frühmittelalter durch Aushub einer Grube zerstört, in die ein Trocknungsofen für Getreide eingebaut wurde.[30]

Kasernen

Im Westabschnitt des Grabungsgeländes konnten 1992 die Unterkünfte der Besatzung (Periode A) nachgewiesen werden. Es handelte sich um langgestreckte Gebäude, die aus zwei Reihen etwa gleich großer Räume bestanden. Ein Kopfbau – wie noch bei mittelkaiserzeitlichen Barackenbauten üblich – fehlte. Die Zuordnung als Kasernen konnte aufgrund des hohen Zerstörungsgrades nicht eindeutig bestätigt werden, ist jedoch sehr wahrscheinlich.[31]

Tabernae

Zwischen 1992 und 1996 konnte im Kastell ein mehrphasiger Gebäudekomplex (50 × 20 m) mit einer Grundfläche von ca. 1000 m² aufgedeckt werden, der insgesamt viermal umgebaut wurde (auch Objekt XXX). Er lag nördlich der Via praetoria und reichte bis knapp an den Torbereich. Im Osten grenzte er an die innere Wallstraße, die Via sagularis, direkt vor dem Kastelltor, westlich und nördlich liefen ebenfalls Straßen am Gebäude vorbei.

In der Periode A bestand es vermutlich aus 28 annähernd gleich großen Räumen, die doppelreihig (Längsausrichtung West-Ost) angelegt waren.[32] Die südlichen Räume öffneten sich dabei auf den die Lagerhauptstraße begleitenden Säulengang. Die hinteren Räume, die nur vom Norden aus zugänglich waren, dienten wohl als Handwerkerunterkünfte, Schreibstuben der Lagerverwaltung oder als andere Amtslokale. Die Eingänge waren mittig angelegt und maßen ca. 1,30 m in der Breite. Zwischen den einzelnen Räumen gab es keine Durchgangsmöglichkeit.[28] Die südliche Raumreihe setzte sich mit drei weiteren Räumen an den Principia fort und schloss an deren Westmauer (ohne Apsis) ab. Die Fundamente des Gebäudekomplexes bestanden aus Bruchsteinen in Lehm- oder Mörtelbindung. Hier waren aufgrund der architektonischen Ähnlichkeit der einzelnen Räume wohl kleine Läden, Werkstätten, Gerätemagazine, Vorratslager, Waffendepots u.ä. untergebracht.

Ein Großteil der Tabernae wurde am Ende der Periode A bis in die untersten Fundamentschichten abgetragen und durch neue Bauten der Periode B/C ersetzt, die sich am Verlauf der Lagerhauptstraße orientierten. Es entstand dabei ein für diese Zeit typischer Wohn- und Wirtschaftskomplex, der mehrfach umgestaltet und erweitert wurde. Während im Westteil die ursprüngliche Raumanordnung weitgehend erhalten blieb, entstand im Mittelteil zunächst ein offener Innenhof, wo ein Keramikbrennofen und andere handwerkliche Produktionsstätten betrieben wurden. Diese wurden aber schon nach kurzer Zeit wieder aufgegeben und der Hof erneut zu einem geschlossenen Raum rückgebaut und nun als Lagerraum für Getreide verwendet. Auch ein Raum im Nordwestteil hatte sich seine bauliche Geschlossenheit bewahrt und war – dem Fundgut nach zu schließen – seit dem frühen 4. Jahrhundert fast ununterbrochen in Verwendung geblieben, aber am Ende der Periode B/C durch einen Brand vollkommen zerstört worden. In dieser bis zu 1 m dicken Brandschicht befanden sich – neben Keramikgefäßen, hauswirtschaftlichen Geräten, Fragmenten einer rundovalen marmornen Tischplatte und Werkzeug – auch Goldmünzen von Valentinian II. bis Arcadius und Honorius. Möglicherweise hatte er für die Lagerbewohner eine wichtige Funktion inne.

Am Ende der Periode B/C wurde der Gebäudekomplex komplett durch ein Feuer zerstört. Ende des 5. Jahrhunderts wurde nur der Nordflügel größtenteils wieder aufgebaut (Periode D1'), die meisten Räume im Südflügel jedoch nicht. Ihre Funktionsbestimmung ließ sich allerdings nicht mehr ermitteln. Am Ende der Periode D1 brannte das Gebäude neuerlich ab. Die späteren Überbauungen der Periode D2 orientierten sich nicht mehr an ihren Vorgängern.[33]

Lagerhäuser

Grabungsplan des Horreum II

Neben den ersten Wohn-Wirtschafts-Gebäuden für Einzelfamilien entstanden auch zwei große Speicherbauten (Horreum I und II), wo außer Lebensmittelvorräten vermutlich auch diverses Kriegsgerät und Ausrüstungsgegenstände, sowohl für die Besatzung als auch zur Versorgung bzw. Ergänzung durchziehender Truppenverbände, bereitgehalten wurden. Solche Depots standen für gewöhnlich unter der Aufsicht der Provinzverwaltung. Ihre Reste wurden im Westabschnitt, auf dem ehemaligen Kasernenviertel der Periode A ausgegraben.

Das kleinere, zweischiffige Horreum I liegt mit seiner nördlichen Schmalseite unmittelbar am Ufer der Jantra. Es wird in das späte 4. Jahrhundert datiert (Periode B) und wurde im frühen 5. Jahrhundert umgebaut (Periode C). Im Osten befand sich ein über die volle Länge des Gebäudes erstreckender Anbau, der von drei Seiten aus zugänglich war und zumindest bis zur Fundamentoberkante in Stein ausgeführt war. Der Haupteingang befand sich in der Mitte. Eine Stylobatmauer schloss mit dem Estrichfußboden horizontal ab und trug wahrscheinlich auch hölzerne Stützpfeiler. Der Anbau war vermutlich mit einem schräg abfallenden Vordach abgedeckt. Nordöstlich des Horreum I wird vom Ausgräber noch ein Stapelplatz zur vorläufigen Ablage der vom Flussufer herangebrachten Versorgungsgüter vermutet. Zwei in Periode B errichtete kleinere Gebäude grenzten diesen Platz im Süden und Osten ab und beherbergten möglicherweise die Verwaltung der Lagerhäuser. Das zweite - etwas größere - ebenfalls zweischiffige Horreum II befand sich unmittelbar am SW-Wall (sog. Sektor IX). Diese Zone ist aufgrund der Ablagerung von Grabungsschutt nicht zugänglich.[28]

Basilika I-III

Insgesamt konnten drei christliche Basiliken im Iatrus der Spätzeit nachgewiesen werden. Die wechselnde Ausrichtung der Kirchenfundamente nach Osten orientierte sich am Sonnenaufgang zum Zeitpunkt des Baubeginns. Daraus ergibt sich auch die leichte Achsenverschiebung der Basilika III gegenüber ihren Vorgängerbauten, da mit ihrem Bau damals in einer anderen Jahreszeit begonnen wurde.

Im 5. Jahrhundert bildete eine zunächst nur kleine Basilika den architektonischen und geistigen Mittelpunkt der Zivilsiedlung innerhalb des Mauerringes (Basilika I). Als diese bald einem Feuer zum Opfer fiel, wurde auf ihren Trümmern rasch eine neue Kirche erbaut, noch größer und besser ausgestattet als ihre Vorgängerin (Basilika II). Der neuen Kirche war auch ein Extraflügel mit Sakristei, Baptisterium und Gemeinderäumen angefügt worden, was für eine prosperierende Christengemeinde spricht. Der gesamte Kirchenkomplex ging wie das übrige Kastell im Hunnensturm der 40er Jahre des 5. Jahrhunderts zugrunde. Die Basilika III wurde in der Zeit Justinians, d.h. um die Mitte des 6. Jahrhunderts errichtet. Ihre Fundamente waren 3 m tief und bestanden aus vermörtelten Kalkstein.[34] Sie war wesentlich größer als die Basiliken I-II und dominierte die sie umgebenden ärmlichen Behausungen auf dem Kastellareal der letzten Siedlungsperiode.

Lagerstraßen

Sobald man das Kastelltor passiert hatte, trat man auf einen freien Platz, von dem mehrere Straßen abgingen. Rechts und links davon befand sich ein breiter gepflasterter Weg, die Wallstraße oder via sagularis, die genau an der Innenseite der Festungsmauer entlanglief, damit diese und die Türme im Alarmfall rasch und ungehindert zugänglich waren.

Spitzwinklig davon zweigte ein schmaler Kiesweg ab, der zu den Mannschaftsquartieren führte. Wendete man sich nach links gelangte man auf die 115 m lange und 7 m breite Hauptstraße (via praetoria), die auch von Wagen und Lastkarren befahren werden konnte. Die Fußgänger konnten unter den an beiden Straßenseiten angelegten Säulenhallen wandeln oder rasten und waren so vor Regen und Wind, aber auch gegen die brennende Sommerhitze in diesen Breiten abgeschirmt. Von hier aus konnte man in die zahlreichen kleinen Läden, Werkstätten, Schreib- und Amtsstuben oder Garküchen gelangen. Diese Säulengänge bestanden allerdings nur während der ersten Siedlungsperiode A.

Die Lagerhauptstraße wurde von zwei kleinen und schmalen Gassen rechtwinklig gekreuzt. Über sie konnte man im Notfall ebenfalls den Wehrgang der Festungsmauer und die Hufeisentürme erreichen. Um in die dahinterliegenden Bereiche zu gelangen, musste man allerdings zu einer Querstraße zurück und das Zentrum in einem großen Bogen umgehen.

Hatte man auf diesem Weg die Rückseite des Kommandogebäudes erreicht, stand man wieder auf einer Straße, die ebenfalls direkt zur Festungsmauer und einer Bastion führte. Jenseits davon lagen die Kasernen, die sich bis zum Ende des Kastells erstreckten, wo das Gelände dann steil zum Fluss hin abfiel.

Unter dem Pflaster der Haupt- und einiger Nebenstraßen fand man kleine Kanäle für Wasserrohre; Hauszuleitungen, öffentliche Brunnen oder Latrinen sind nicht entdeckt worden.

Garnison

Folgende Besatzungseinheiten sind für Iatrus bekannt:

Zeitstellung Truppenname Bemerkung
frühes 4. Jahrhundert n. Chr. legio prima Italica (erste Legion der Italiker) Die Legion (bw. eine Vexillation) war vor allem am Bau von Iatrus beteiligt. Aus der Militärziegelei in Novae, ihrem Hauptquartier, stammen auch die in Iatrus gefundenen Dach-, Wand- und Fußbodenziegel.[35]
Ziegelstempel der Legio I Italica aus Novae
bis Mitte 4. Jahrhundert n. Chr. cuneus equitum scutatorum (eine Formation berittener Schildträger) Die erste längerfristig hier stationierte Besatzung bestand aus einer etwa 500 Mann starken Reitereinheit, die vermutlich aus der I. Italica herausgelöst worden war. In der Notitia Dignitatum werden sie in der Truppenliste des für diese Provinz zuständigen Heerführers, dem Dux Moesiae secundae, genannt, allerdings ohne Angabe der Rangbezeichnung ihres befehlshabenden Offiziers.[36] Wahrscheinlich wurden diese Reiter aber schon in den 50er Jahren des 4. Jahrhunderts für einen Feldzug des Constantius II. gegen die Perser abgezogen.[37]
Spätantike Reitersporen aus Iatrus (4.-5.Jahrhundert)
ab dem späten 4. Jahrhundert n. Chr. foederati (Söldner) Als Kaiser Valens im Jahre 378 bei Adrianopel (heute Edirne) von den gotischen Stammesführern Alatheus und Saphrax vernichtend geschlagen wurde, war sein Nachfolger Theodosius I. gezwungen, den durch Mösien und Thrakien marodierenden Goten das Siedlungsrecht innerhalb des Imperiums zu gewähren, Schutzgelder in Form von Goldmünzen zu zahlen, sie mit Lebensmitteln und Ausrüstung zu versorgen und ihnen eine weitgehende Autonomie zuzusichern (foedus). Im Gegenzug verpflichteten sich die neuen Verbündeten, die Reichsgrenze gegen Übergriffe anderer Barbarenstämme zu verteidigen und im Kriegsfall Truppenkontingente für die Armee zu stellen.[38] Sie galten nun offiziell als Armeeangehörige und waren damit dem regierenden oströmischen Kaiser bzw. seiner Militär- und Provinzialadministration verpflichtet. Diese Männer mussten sich aber nur zeitweise militärischen Übungen unterziehen und Wachdienste im Lager und auf den Signalstationen in der Umgebung versehen sowie gegebenenfalls an dem von ihnen überwachten Grenzabschnitt Eindringlinge abwehren. Zwischendurch konnten sie sich weitgehend ihren zivilen Tätigkeiten widmen. Einer Gruppe dieser Föderaten wurde wahrscheinlich Iatrus als Siedlungsplatz zugewiesen.[39]
Skizze des spätrömischen Offiziershelms aus Iatrus (4. Jahrhundert)

Vicus

Bei Geländebegehungen konnte festgestellt werden, dass das Kastell in den Perioden A – B/C auch von einer Zivilsiedlung (Vicus) umgeben war, die aber vermutlich wegen der Hunneneinfälle im 5. Jahrhundert aufgegeben werden mußte. Ihre Bewohner flohen wohl ins Innere des Kastells. Aufgrund einer Häufung von Keramikfunden aus dieser Zeit, ca. 50 m vor dem Osttor, und dem Fund einer Bruchsteinmauer in Mörtelbindung wird der Großteil seines Areals unter dem heutigen Krivina vermutet.[40]

Bevölkerung

Wenn sich auch die Familien der Soldaten in der Frühzeit des Kastells im ummauerten Areal aufgehalten hatten, mussten sie getrennt von ihren Männern im heute nicht mehr erhaltenen Nordteil des Kastells gelebt haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie sich noch überwiegend außerhalb der Festungsmauern im Vicus aufhielten. Die Funde einiger Goldmünzen in den Tabernae veranlassten die Ausgräberin Gerda von Bülow zur Annahme, dass das Kastell im 5. Jahrhundert von den o.e. gotischen Föderaten besetzt gewesen sein könnte. Die insgesamt acht Goldmünzen wurden zwischen 378 und 395 n. Chr. geprägt und vermutlich als Finanzreserve für Notzeiten gehortet.[41] Auch für manche Waffen, Schmuckstücke oder Gefäßkeramik lässt sich durch Vergleiche mit anderen Stücken eine ziemlich genaue zeitliche Einordnung und dem Kulturkreis vornehmen. Linsenförmige Perlen aus Marmor oder Halbedelsteine wurden z. B. von einigen Steppenvölkern als Amulett am Schwertgriff getragen. Der Fund solcher Stücke in Iatrus deutet darauf hin, dass auch hier Angehörige dieser Volksstämme anwesend waren bzw. als Soldaten in römischen Diensten standen. Im Umfeld des Kastells tauchten sogar Knochen von Kamelen auf, was vermuten lässt, dass sich hier zeitweise auch Menschen aus den nordafrikanischen oder innerasiatischen Wüstenregionen aufgehalten hatten.

Wirtschaft und Ernährung

Fast alle Bedarfsgüter wurden - wohl auch wegen des öfter ausbleibenden Nachschubs - von den Kastellbewohnern in Eigenregie hergestellt. Vor allem aber mussten sich die Kastellbewohner wohl weitestgehend mit ihrer eigenen Landwirtschaft, d.h. mit Acker- und Gartenbau sowie mit Viehhaltung- und Zucht, über Wasser halten. Wenn die Männer nicht ihrem vorgeschriebenen Wachdienst nachgingen, arbeiteten sie auf den Feldern und Weiden. Ihre Frauen erledigten in der Zwischenzeit die Haus-, Küchen- oder Gartenarbeit.

Beispiele einer Transport- und Lageramphore, Typ I und IV aus Iatrus

Aber selbst in friedlicheren Zeiten war es nicht möglich, alle notwendigen Lebensmittel und Gebrauchsgüter vor Ort zu erwirtschaften. Das auf den umliegenden Feldern angebaute Getreide konnte vielleicht den täglichen Bedarf der Kastellbevölkerung decken, reichte aber wohl kaum aus, um auch noch zusätzliche Reserven für Belagerungen bzw. zur Versorgung durchziehender Truppen (Comitatenses) bereit zu halten. Diese Mengen konnten schon aufgrund der relativ kleinen Zahl der Kastellbewohner nicht von ihnen allein produziert werden. Die Fehlbestände mussten daher aus anderen Reichsteilen herbeigeschafft werden. Auch archäologisch hat dieses, für die Spätantike typische, zentral gelenkte Versorgungssystem hier noch seine Spuren hinterlassen (siehe Abschnitt Lagerhäuser).

Handwerk

Verschiedenste handwerklichen Tätigkeiten, die in Haus und Hof anfallen, wurden hier verrichtet. Spuren einer Kammwerkstatt aus dem 4./5. Jahrhundert zeigen, dass hier z.B. Halbfabrikate einreihiger und zweireihiger Kämme produziert wurden. Werkzeug- und Schlackefunde lassen annehmen, dass in Iatrus vorübergehend sogar Eisenerzverhüttung betrieben und dabei Roheisen minderer Qualität erzeugt wurde. Ansonsten wurden für den Eigenbedarf grob ausgeführte Gebrauchskeramik, Gerätegriffe und andere Gebrauchsgegenstände aus Holz und Tierknochen angefertigt.[42] Schafwolle wurde im Haus verarbeitet und zu Stoffen und Teppichen verwebt. In Iatrus haben sich als Zeugnisse dafür hauptsächlich Spinnwirteln und Tongewichte erhalten.

Landwirtschaft

Sicheln aus dem frühen 5. Jahrhundert, gefunden in Iatrus

Von der landwirtschaftlichen Tätigkeit zeugen vor allem die Funde der dafür notwendigen Werkzeuge und Geräte, wie Sensen, Sicheln, Baummesser und Viehglocken. In manchen einzelnen Räumen der untersuchten Hauskomplexe fanden sich Spuren von Getreidevorräten - vor allem Weizen, Gerste, aber auch Hirse, Roggen und Hafer wurden hier eingelagert. Verschiedene Obstsorten, Nüsse, Weinbeeren, Erbsen sowie noch andere Hülsenfrüchte zählten ebenso zur Nahrung der Kastellbewohner wie Schwein, Rind, Schaf und Ziege, Geflügel, Wildtiere und nicht zuletzt Fisch aus Jantra und Donau, wie Funde von Angelhaken und Netzsenker bezeugen.

Import

Ein weiteres Indiz für die regelmäßige Versorgungung des Kastells von außen sind 6500 in Iatrus gefundenen Amphoren. Diese wurden – ähnlich wie die heutigen Container – in genormten Größen gebrannt und dienten als Transportverpackungen. Befüllt mit allen möglichen Arten von Lebensmitteln und anderen Gebrauchsgütern wurden sie regelmäßig im Kastell angeliefert. Später fanden sie meist in den Haushalten als Vorratsgefäße eine Zweitverwendung.

Es gibt nur ganz wenige Beispiele für lokal produzierte Amphoren, die speziell für die Verwendung als Vorratsgefäße gedacht waren. Diese konnten aufgrund ihrer Plattböden aufrecht stehen im Gegensatz zu den meisten in Iatrus gefundenen Transportamphoren mit ihren abgerundeten Böden oder spitz zulaufenden Fußzapfen, um sie auf Schiffen oder Wagen stabil und platzsparend stapeln zu können. Solche Amphoren stammten zum überwiegenderen Teil aus weit entfernten Regionen, im Falle der Exemplare aus Iatrus vornehmlich von den östlichen Mittelmeerküsten, Kleinasien und Nordafrika. Ihre Formen haben sich während der fast 300 Jahre der Existenz des Kastells nur geringfügig verändert.

Inschriften

Skizze der Bauinschrift aus dem 4. Jahrhundert

Da es sich hier um eine spätantike Anlage mit militärisch-bäuerlichen Charakter handelt, war die epigraphische Ausbeute nur sehr gering. Die meisten Inschriften datieren in die Zeit vor der Errichtung des Kastells und dürften als sekundär verwendetes Baumaterial (Spolie) hierher gelangt sein. Gefunden wurden hauptsächlich gestempelte Ziegel der legio I Italica, des Rumorid(ius) und des Gemel(us oder linus) die möglicherweise in valentinianischer Zeit das Amt des dux Moesiae secundae innegehabt hatten.[43] Als Produktionsort wird Novae angenommen, doch ist nicht auszuschließen, dass hier vorher ein bislang nicht ergrabenes früh/mittelkaiserzeitliches Kastell oder Siedlung existierte.[44] Aus dem spätantiken Kastell selbst ist seit 1993 eine fragmentierte Inschrift bekannt.[45] Es dürfte sich hierbei um eine Huldigung an die Kaiser Constans und Constantius II. auf einer Statuenbasis oder Bauinschrift handeln, eine sogenannte mensa sacra die um 340-350 angefertigt wurde. Die dreizeilige Inschrift ist in einen 56 x 28 x 13 cm großen Bruchstück eines Kalksteinblockes eingemeißelt, links neben der ersten Zeile befinden sich Spuren einer hedera. Lesbar sind noch 25 Buchstaben:

  • Zeile 1: SALVIS
  • Zeile 2: CONSTANTIO E
  • Zeile 3: AVGG BO REI

Die fehlenden Teile der Inschrift lauten nach Klaus Wachtel wie folgt:

Salvis [dd(ominis) nn(ostris)] Constantio et [Constante] Augg(ustis duobus) bo[n]o rei [publicae natis] [....]

Der restliche Teil der Inschrift ging verloren weshalb auch nur schwer nachzuvollziehen ist zu welchem Ereignis sie angefertigt wurde. Besonders die Formel salvis dominis nostris spricht für eine Bauinschrift, da sie in diesem Zusammenhang für das 4. Jahrhundert häufig vorkommt. Zu welchem Bauwerk des Kastells sie einst gehörte bleibt allerdings weiterhin im Dunkeln.[46]

Grabungsfunde

Schmuck oder aufwendig gestaltete Gebrauchsgegenstände kamen bei den Ausgrabungen in Iatrus nur sehr wenige ans Licht. Wenn überhaupt, waren es meistens schon ältere Exemplare, die vermutlich als Erbstücke oder eiserne Reserve aufbewahrt worden waren. Auch vom Hausinventar der Kastellbewohner haben sich nur spärliche Reste erhalten, da sie im überwiegenden Maße aus Holz bestanden und bei den endemischen Zerstörungen wohl meist vollständig verbrannt sein dürften. Bei der Freilegung der Häuser fanden sich oft nur noch Gegenstände wie z. B. Öllämpchen, die meisten in einfachster Ausführung aus Ton, nur ganz wenige aus wertvoller Bronze sowie feinere Gebrauchskeramik (Weinkannen, Tassen, Becher, Teller, Schüsseln, einzelne Schmuckgegenstände, Münzen etc.). Solche Gegenstände wurden am ehesten in den Repräsentationsräumen der Häuser aufbewahrt. An anderen Stellen trafen die Ausgräber wiederum auf Herde, Vorratsgefäße, grobtonige Töpfe, Werkzeuge und verkohltes Getreide, das einst in Verschlägen, Kisten, Säcken oder Fässern und nach Sorten getrennt gelagert wurde. Hierbei handelt es sich wohl um das Inventar von Küchen-, Lager- und Werkstatträumen. Eine in Iatrus gefundene birnenförmige Kanne mit schlankem Hals ist ein gutes Beispiel für die an der Donau weit verbreitete sogenannte grautonige Drehscheibenkeramik, die in der Fachwelt auch gerne als „Föderatenkeramik“ bezeichnet wird. Die vom späten 3. bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts nachweisbare Ware ist in nahezu allen römischen Limeskastellen vorhanden.[47] Eine in Iatrus aufgefundene Bronzekapsel iranischen Ursprungs trat ausschließlich in Frauengräbern der Nomaden der Völkerwanderungszeit auf.

1952 kam das Fragment einer Rundplastik ans Licht (62 mm lang, 20 mm dick), die aus einem Rindsknochen geschnitzt war. Vermutlich stammt sie aus der Zeit der Hunneneinfälle zu Beginn des 5. Jahrhunderts. Die Form der Schnitzerei wurde durch das natürliche Wachstum des Knochens vorgegeben. Auf einer gekehlten Rundplatte bäumt sich ein Seeungeheuer auf, das, gestützt auf zwei Vorderpfoten, seinen Fischlaib nach oben windet. Aus dem mit mächtigen Reißzähnen bewehrten wolfsartigen Maul ragen der nackte Unterlaib und Beine eines Menschen hervor. Abgeschlossen wird der Oberteil der Plastik durch die fächerförmig geritzte Schwanzflosse. Zwischen den Pfoten des Ungeheuers befinden sich zwei Bohrungen, vermutlich dienten sie zur Befestigung der heute nicht mehr vorhandenen Ohren. Der Unterteil der Schnitzerei ist geschnürt und gekerbt, abgeschlossen durch eine glockenförmige Kuppel (Durchmesser 22 mm), die in sechs kleinen, unterschiedlich abgebrochenen Zapfen ausläuft. Zwei dieser Zapfen sind profiliert. Die Plastik stellt mit ziemlicher Sicherheit eine Begebenheit der alttestamentarischen Jonaslegende dar, die Verschlingung des Jonas durch das Ketos.[48] In der Sepukralkunst des 3. und 4. Jahrhunderts wurde die Jonasgeschichte sehr häufig als Motiv verwendet.

Militaria

Bronzene Adlerschnalle aus Iatrus (5.-6. Jahrhundert)

Nach den Funden in den Gräberfeldern zu urteilen, waren die Krieger überwiegend in der Tracht der spätrömischen Limitanei bestattet worden. In den Gräbern fand man Gürtelgarnituren mit Rechteckschnallen und tierkopfgeschmückten Bügeln. Auf den Riemen waren meist propellerförmige Beschläge aufgenietet. Aufgefundene versilberte oder vergoldete Zwiebelkopffibeln galten in der spätrömischen Armee als Rangabzeichen. Sie kamen am Ende des 4. Jahrhunderts auf und blieben in der Militärtracht bis ins 5. Jahrhundert im Gebrauch. Ein in Iatrus aufgefundener Spangenhelm aus vergoldetem Kupferblech gehörte möglicherweise einem ostgotischen Offizier oder vielleicht sogar dem Kommandanten des Kastells selbst. Die typischen Waffen der spätrömischen Truppen (Langschwerter, Speer- sowie Pfeilspitzen) fanden sich in Iatrus der Periode B/C. Ebenfalls hier aufgefundene Exemplare von zweischneidigen Schwertern mit Kupferknauf und langgezogener schlanker Klinge waren im Schwarzmeergebiet und an der Wolga verbreitet, sie kamen vermutlich mit den Hunnen nach Iatrus. Dazu zählen auch zwei gekrümmte einschneidige Kurzschwerter (sog. Saxe) von Reiternomadenkriegern, die ursprünglich aus den zentralasischen Steppen stammen dürften. Eine ebenfalls im Kastell aufgefundene Nephritgürtelschnalle könnte gleichfalls mit den hunnischen Reitern an die Jantra gelangt sein. Nephritlagerstätten finden sich vor allem im Tienschan und am Baikalsee.[49]

Hinweise und Fundverbleib

Die meisten Funde aus dem Kastell werden heute im Historischen Regionalmuseum Ruse aufbewahrt und ausgestellt. Vom 275 km entfernten Sofia aus gibt es eine regelmäßige Zugverbindung über Gorna Orjahovica nach Svishtov bzw. Ruse. Zwischen diesen beiden Städten verkehren Linienbusse, die auch über Krivina fahren. Das Grabungsgelände liegt im Westen von Krivina und kann unentgeltlich besichtigt werden. Aufgrund der zur Zeit eingestellten Grabungen sind Mauerreste und Suchschnitte im Sommer stark von Vegetation überwuchert.

Denkmalschutz

Die Anlagen sind Bodendenkmäler im Sinne des Gesetzes zum Schutz Kulturdenkmälern und Museen aus dem Jahr 2007. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden ohne Genehmigung des Nationalen Institutes für Kulturdenkmäler und dem Nationalen Rat für die Erhaltung von Kulturdenkmälern stellen eine strafbare Handlung dar.

Literatur

  • Burkhard Böttger: Dipinti aus Iatrus. Spätantike Amphoreninschriften als wirtschaftshistorische Quelle. In: Klio. Band 63, 1981, S. 511—525.
  • Burkhard Böttger, Gerda Sommer von Bülow, Sven Conrad: Iatrus-Krivina. Spätantike Befestigung und frühmittelalterliche Siedlung an der unteren Donau. Band 6. Ergebnisse der Ausgrabungen 1992–2000. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2007, ISBN 978-3-8053-3859-2 (Limesforschungen. Band 28).
  • Gerda von Bülow: Zur wirtschaftlichen Situation des Kastells Iatrus im frühen 5. Jahrhundert. In: Klio. Band 63, 1981, S. 503-510.
  • Gerda von Bülow: Funktionsbestimmung von archäologisch nachgewiesenen Bauerken durch Vergleich und Analogieschluß. Zwei Horrea im spätantiken Limeskastell Iatrus. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock. G.-Rh. 37, 1988/2, S. 65–72.
  • Gerda von Bülow: Die Architekturanlagen nördlich der via praetoria und der Principia (Objekte XVIII, XXIV, XXXI und XXXII). In: Iatus-Krivina. Band 4. Berlin 1991, ISBN 3-05-000572-6, S. 125–144 und 145–149.
  • Gerda von Bülow: Das spätantike Kastell Iatrus am Unterdonau-Limes in Bulgarien. Stand und Probleme der Erforschung. In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission. Band 75, 1994, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1995. S. 5–22.
  • Gerda von Bülow: Die Entwicklung des Siedlungsbildes von Iatrus in der Periode B/C. In: Iatrus-Krivina. Band 5. Berlin 1995, ISBN 3-05-002020-2, S. 29–53 (Studien zur Geschichte und Kultur der Antike. Band 17).
  • Gerda von Bülow: Die Siedlungsperiode D2 in Iatrus. In: Iatrus-Krivina. Band 5. Berlin 1995, ISBN 3-05-002020-2, S. 61–66 (Studien zur Geschichte und Kultur der Antike. Band 17).
  • Gerda von Bülow: Iatrus. Spätantikes Militärlager an der Jantramündung. 40 Jahre Deutsch-Bulgarische Gemeinschaftsgrabungen, 1958–1998. Römisch-Germanische Kommission des DAI, Frankfurt am Main 1998 (darin Pläne: Kastell (Bauphasen), Prätorium, Principia).
  • Gerda von Bülow, Alexandra Milceva: Der Limes an der unteren Donau von Diokletian bis Heraklios, Vorträge der internationalen Konferenz Svistov, BG 1.–5. Sept. 1998. Verlag Nous, Sofia 1999.
  • Gerda von Bülow: Grabungen in Iatrus (Provinz Moesia II, Nordbulgarien) zwischen 1992 und 2002. Eine vorläufige Bilanz. In: Zsolt Visy (Hrsg.): Limes XIX. Proceedings of the XIX International Congress of Roman Frontier Studies held in Pecs, Hungary, September 2003. Univ. of Pécs, Pécs 2005, ISBN 963-642-053-X, S. 735–739.
  • Gerda von Bülow: The Fort of Iatrus in Moesia Secunda: Observations in the Late Roman Defensive System on the Lower Danube (Fourth-Sixth Centuries AD). In: Andrew G. Poulter (Hrsg.): The transition to late antiquity on the Danube and beyond. Oxford University Press 2007, ISBN 978-0-19-726402-7, S. 459–478 (Proceedings of the British Academy, Band 141).
  • Bernhard Döhle: Zwei Badeanlagen aus dem 4. Jahrhundert im spätrömischen Kastell Iatrus. In: Jenő Fitz (Hrsg.): Limes. Akadémiai Kiadó, Budapest 1977, ISBN 963-05-1301-3, S. 427 ff.
  • Gudrun Gomolka: Die Kleinfunde vom Limeskastell Iatrus bei Kriwina in Nordbulgarien. Dissertation Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg 1966.
  • Gudrun Gomolka-Fuchs: Eine Beinschnitzerei mit Jonasdarstellung aus dem Limeskastell Itarus bei Krivina (Nordbulgarien). In: Forschungen und Berichte. Band 22. Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1982, S. 199–205.
  • Joachim Herrmann: Iatrus und die frühe Geschichte Bulgariens. In: Das Altertum. Band 32, Heft 2, Berlin 1986, S. 69–77.
  • Iatrus-Krivina. Band 2. Ergebnisse der Ausgrabungen 1966–1973. Akademie-Verlag, Berlin 1982 (Schriften zur Geschichte und Kultur der Antike).
  • Iatrus-Krivina. Band 5. Studien zur Geschichte des Kastells Iatrus (Forschungsstand 1989). Akademie-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002020-2 (Schriften zur Geschichte und Kultur der Antike. Band 17).
  • Ralf Peter Märtin: Prinzip Vorwärtsverteidigung. Der Limes in Dakien. In: Gisela Graichen (Hrsg.): Limes, Roms Grenzwall gegen die Barbaren. S.Fischer Verlag, Frankfurt/M 2009, ISBN 978-3-502-15186-9, S. 337–338.
  • Miroslava Mirkovic: Römische Städte und Festungen an der Donau, Akten der reg. Konferenz Beograd 16.–19. Okt. 2003. Filozofski Fakultet, Kompromiss-design Verlag, Beograd 2005.
  • Klaus Wachtel: Zum gegenwärtigen Forschungsstand der Kastellgrabung Iatrus. In: Actes du IXe Congrès international d'études sur les frontières romaines, Mamaïa, 6-13 septembre 1972. Editura Academiei Republicii Socialiste România, 1974, S. 137ff.
  • Michael Whitby: The Emperor Maurice and his Historian – Theophylact Simocatta on Persian and Balkan Warfare. Oxford 1988.
  • Teofil Ivanov: Die neuentdeckte dritte Basilika in Iatrus-Krivina. Spätantike Befestigung und frühmittelalterliche Siedlung an der unteren Donau,Vol. 1. Akademie-Verlag, Berlin 1979, S. 27-33.

Weblinks

 Commons: Iatrus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aed. 4, 7
  2. Andrew Poulter: 2007, S. 474
  3. Poulter/Bülow: 2007, S. 463.
  4. Sergei Torbatov: 2002, S. 423.
  5. Sergei Torbatov, 2002, S. 412-421.
  6. Sergei Torbatov: 2002, S. 408-433.
  7. Sergei Torbatov: 2002, S. 425 und 443.
  8. Sergei Torbatov: 2002, S. 426-430.
  9. Sergei Torbatov: 2002, S. 431.
  10. Ralf Peter Märtin: 2009, S. 336–337.
  11. Themistios or 10, 135 d; Patsch (Anm.4) S. 41.
  12. Andrew Poulter: 2007, S. 468
  13. Gerda von Bülow: 1999, S. 163.
  14. Prokop, de aed. IV 4.
  15. Miroslava Mirkovic: 2005, S. 19.
  16. Poultier/Bülow: 2007, S. 472
  17. Hist 7, 13
  18. Andrew Poulter, 2007, S. 463.
  19. Gerda v. Bülow: 1999, S. 155.
  20. Gerda von Bülow: 1999, S. 155.
  21. Andrew Poulter: 2007, S. 472.
  22. Gerda von Bülow: 2003, S. 737.
  23. Gerda von Bülow: 2003, S. 736.
  24. Gerda von Bülow: 1999, S. 163.
  25. Gerda von Bülow: The fort of Iatrus in Moesia II: Observations on the late Roman Defence System of the lower Danube (5.-6. centuries AD). In: Andrew Poultier (Hrsg.): The transition to late antiquity on the Danube and beyond. Oxford 2007, S. 463–466 (Proceedings of the British Academy 141).
  26. Rumen Ivanov: Zur Frage der Planung und der Architektur der römischen Militärlager. In: Bulgarian Historical Review. Band 21, Heft 1, 1993, S. 8.
  27. Bernhard Döhle: Zur spätrömischen Militärarchitektur. Das Limeskastell Iatrus (Moesia Secunda). In: Archeologia. 40, 1989, S. 51.
  28. a b c Bernhard Döhle: Beobachtungen zur Bebauung und Bauabfolge im W-Abschnitt von Iatrus (Perioden A-D). In: Gerda von Bülow, Alexandra Milceva: Der Limes an der unteren Donau von Diokletian bis Heraklios. Sofia 1999, S. 141–150.
  29. Gerda von Bülow: 2003, S. 736.
  30. Dimitar Stancev: Das Prätorium des Kastells Iatrus, vorläufiger Bericht, 1999, S. 151–154.
  31. Gerda von Bülow: 2003, S. 736.
  32. Gerda von Bülow: 2003, S. 736.
  33. Gerda von Bülow: Die Bebauung an der Nordseite der via praetoria in Iatrus, 1999, S. 155–163.
  34. Andrew Poultier: 2007, S. 472
  35. Vgl. hierzu auch Tadeusz Sarnovski: Die legio I Italica und der untere Donauabschnitt der Notitia Dignitatum. In: Germania 63 1/1985, S. 107-127.
  36. Notitia Dignitatum orientis: XXXX, 8.
  37. Vgl. dazu auch Tadeusz Sarnovski: Die legio I Italica und der untere Donauabschnitt der ND, in: Germania 63, 1, 1985, S. 107-127.
  38. Dietrich Hoffmann: Das spätrömische Bewegungsheer und die Notitia Dignitatum, Band 1, Düsseldorf 1969, S. 464-468; Band 2, Düsseldorf 1970, S. 192-194.
  39. Gerda von Bühlow: 2003.
  40. Gerda von Bühlow: 2003, S. 737.
  41. E. Schönert-Geiß: Die Fundmünzen v. Krivina. In: Iatrus-Krivina I, Berlin 1979, S. 173- 174, Kat.Nr. 1-8.
  42. Gudrun Gomolka-Fuchs: Römische Limeskastelle an der mittleren und unteren Donau im Licht des ostgermanischen und reiternomadischen Fundstoffs. In: Attila und die Hunnen. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2114-5, S. 209.
  43. Klaus Wachtel, in: Iatrus Krivina IV, S. 209 mit Anm. 11 und 23.
  44. Vgl. Klaus Wachtel, Valeria Nadjenova, in: Archeologija 26, Sofia 1984, S. 43f.
  45. AE 1999, 1339.
  46. Klaus Wachtel: Fragment einer Bauinschrift aus den Jahren 340/250, gefunden im sa Kastell Iatrus. in: Bülow/Milciva: Der Limes an der unteren Donau von Diokletian bis Heraklios. Sofia 1999, S. 195-199.
  47. Gudrun Gomolka-Fuchs: 2007, S. 209.
  48. Buch Jona 2, Vers 1.
  49. Gudrun Gomolka-Fuchs: 2007, S. 214.

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