Klaus Hüfner

Klaus Hüfner auch Huefner sowie Chjufner[1] (* 1939 in Berlin) ist ein deutscher Erziehungs- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Hochschullehrer; er ist bekannt für seine Forschung zu den Vereinten Nationen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hüfner legte 1958 sein Abitur ab und studierte dann Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Politik „an der Freien Universität Berlin [FU], an der London School of Economics and Science (1960/61), am Graduate Institute for International Studies in Genf (1962), an der Princeton University, USA (1964/65) sowie an der Technischen Hochschule Darmstadt (1966/67).“ Er schloss das Studium 1964 als Diplom-Volkswirt ab.[2]

Von 1964 bis 1974 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, unterbrochen 1970/71 von der Tätigkeit als Principal Administrator am Centre for Educational Research and Innovation (CERI/OECD), Paris.[2] Von 1964 bis 1995 gehörte er dem Bundesvorstand der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) an.[3] 1969 wurde er promoviert.[4] Parallel dazu hatte er Lehraufträge an der Freien Universität (1966 und 1975-77), der Technischen Universität (1969/70 und 1972/73), der Pädagogischen Hochschule Berlin (1969/70), der Universität Bielefeld (1972/73), später auch an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (2003/2004) und der Technischen Universität Dresden (2009).[2] Er ist seit 1971 Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK). In dieser Zeit war er von 1982-2010 Mitglied des Vorstands, 1989-1998 Vize-Präsident sowie von 1998-2002 Prsident der DUK. [5]

Von 1974 bis 1980 war er ordentlicher Professor für Bildungsökonomie und -planung an der Pädagogischen Hochschule Berlin, von 1980 bis 2002 war er Professor für Volkswirtschaftslehre am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft an der FU.[2] Danach trat er in den Ruhestand.[6]

Von 1975 bis 1987 war er Mitglied im Exekutivausschuss des Weltverbands der Gesellschaften für die Vereinten Nationen (World Federation of United Nations Associations, WFUNA)[3], von 1981 bis 1983 als Stellvertretender Vorsitzender und von 1983 bis 1987 als Vorsitzender.[4] Seit 1981 ist Hüfner Mitglied des Präsidiums des Landesverbandes Berlin-Brandenburg der (DGVN) 1989 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Von 1989 bis 1993 war er Vizepräsident der WFUNA und seit 1993 ist er dort Ehrenpräsident.[3]

1998 wurde ihm die Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (Bonn) verliehen.[2]

2002 wurde ihm die Ehrendoktorwürde durch die Babeș-Bolyai-Universität in Cluj-Napoca (dt. Klausenburg, Rumänien) zugesprochen.

Seit 2003 ist er Mitglied des Präsidiums der (DGVN), seit 2004 Ehrenmitglied des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. (Quedlinburg), seit 2006 Senior Research Fellow des Global Policy Forum (New York), seit 2007 Ehrenvorsitzender des Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit e.V. und seit 2010 Ehrenmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.[2]

2011 wurde ihm das Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.[7]

Werk

Hüfner war einer der Mitautoren des Lexikons der Vereinten Nationen.[8]

Eigene Bücher

  • Klaus Hüfner: Bibliographische Materialien zur Hochschulforschung. - Berlin : Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung d. Wiss. e.V., Inst. f. Bildungsforschung, 1969.
  • Klaus Hüfner, Jens Naumann: The United Nations System-International Bibliography - Das System der Vereinten Nationen: Internationale Bibliographie, 1977-1992 (7 Bände).
  • Klaus Hüfner: How to File Complaints on Human Rights Violations. Bonn: UNO-Verlag, 1998 (bis 2010 20 unterschiedliche Auflagen in 12 Sprachen).
  • Klaus Hüfner, Jens Martens: UNO-Reform zwischen Utopie und Realität. Vorschläge zum Wirtschafts- und Sozialbereich der Vereinten Nationen. Frankfurt am Main: Peter lang, 2000.
  • Klaus Hüfner, Wolfgang Reuther (Hg.): UNESCO-Handbuch. Bonn: UNO-Verlag, 2005 (2. Auflage).
  • Klaus Hüfner: Die Finanzierung des VN-Systems, 1971-2003/2005. Bonn: UNO-Verlag, 2006.
  • Klaus Hüfner: UNESCO und Menschenrechte. Berlin: Frank & Timme Verlag für wissenschaftliche Literatur, 2008.
  • Klaus Hüfner: Peanuts für die UNO. Das deutsche Finanzengagement seit 1960. Frankfurt am Main: Peter Lang, 2008.
  • Klaus Hüfner: Multilaterale Bildungsfinanzierung durch das UNO-System. Berlin: Frank & Timme Verlag für wissenschaftliche Literatur, 2011.

Teilbeiträge

  • Helmut Volger (Hrsg.): Lexikon der Vereinten Nationen, R. Oldenbourg Verlag, München/Wien, 2000, ISBN 3-486-24795-6
    • Englisch erschienen als A Concise Encyclopedia of the United Nations, ISBN 9789004180048

Aufsätze und Vorträge

  • Klaus Hüfner, Jens Naumann: Möglichkeiten und Grenzen der Ansätze zur Bildungsplanung in der Bundesrepublik Deutschland. Beitrag für die Tagung der Studiengruppe für Systemforschung. Karlsruhe, 49 S. (hektographiert)[9]
  • Klaus Hüfner: UNO-Forschung in Deutschland – Versuche einer Bestandsaufnahme, in Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V.: Blaue Reihe Nr. 95 UNO-Forschung in Deutschland ISSN 1614-547, 2008, Seiten 20-32, (Online als PDF)

Einzelnachweise

  1. Deutsche Nationalbibliothek: Personeneintrag zu Klaus Hüfner, gesehen 10. November 2011.
  2. a b c d e f Freie Universität Berlin: Dr. Klaus Hüfner, Univ.-Prof. a. D.: Vita, gesehen 1. November 2011.
  3. a b c Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen: Von der Koordinierung zur Kohärenz: Fachtagung zur Reform der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Vereinten Nationen: Unsere Referentinnen und Referenten, Berlin, 28. November 2006, Seite 2.
  4. a b Curiculum Vitae of Klaus Hüfner in: Klaus Hüfner, Martina Metzger, Birgit Reichenstein: Challenges for international organizations in the 21st century: essays in honor of Klaus Hüfner Palgrave Macmillan, 2000, ISBN 0312229194, Seite XIX.
  5. Forschungskreis Vereinte Nationen Autoren des Lexikons der Vereinten Nationen, gesehen 1. November 2011.
  6. Freie Universität Berlin: Leute: Personalien 5-6/2002, gesehen 1. November 2011.
  7. UNESCO Deutschland: Klaus Hüfner erhält Bundesverdienstkreuz, Juni 2011.
  8. Forschungskreis Vereinte Nationen
  9. liegt vor in der Universität Münster.

Weblinks


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