Charles de Gaulle

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Charles de Gaulle
Charles de Gaulle (1963)
Charles de Gaulle (1942)

Charles AndrĂ© Joseph Marie de Gaulle [ʃaʀl ɑ̃ˈdʀe ʒoˈzɛf maˈʀi dəˈgoːl] (* 22. November 1890 in Lille, Nord; † 9. November 1970 in Colombey-les-Deux-Églises, Haute-Marne) war ein französischer General und Staatsmann. Im Zweiten Weltkrieg fĂŒhrte er den Widerstand des Freien Frankreich gegen die deutsche Besatzung an und war danach von 1944 bis 1946 Chef der Provisorischen Regierung. Im Zuge der Algerienkrise wurde er 1958 mit der Bildung einer Regierung beauftragt und setzte eine Verfassungsreform durch, mit der die FĂŒnfte Republik begrĂŒndet wurde, deren PrĂ€sident er von 1959 bis 1969 war. Die auf ihn zurĂŒckgehende politische Ideologie des Gaullismus beeinflusst die französische Politik.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Bildung

Geburtshaus de Gaulles in Lille

De Gaulle wuchs in einer katholisch-konservativ geprĂ€gten und gleichzeitig sozial fortschrittlichen Intellektuellenfamilie in Lille auf: Sein Großvater war Historiker, seine Großmutter Schriftstellerin. Sein Vater, der an verschiedenen katholischen Privatschulen lehrte, bevor er seine eigene grĂŒndete, ließ ihn die Werke von BarrĂšs, Bergson, PĂ©guy und Maurras entdecken.

WĂ€hrend der Dreyfus-AffĂ€re distanzierte sich die Familie von reaktionĂ€r-nationalistischen Kreisen und unterstĂŒtzte den aus antisemitischen GrĂŒnden verurteilten Alfred Dreyfus. 1908 trat de Gaulle in die MilitĂ€rschule Saint-Cyr ein, die er 1912 mit Diplom und Ernennung zum Leutnant verließ. Anschließend trat er in die französische Armee ein. Er wurde dem 33. Infanterieregiment in Arras zugeteilt, dessen Kommandeur seit 1910 Oberst Henri Philippe PĂ©tain war.

Erster Weltkrieg

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs stieg er vom Oberleutnant zum Hauptmann auf. Bereits im ersten Gefecht bei Dinant erlitt de Gaulle am 15. August 1914 eine Verwundung. Er kehrte dann als Chef der 7. Kompanie zum 33. Infanterieregiment an die Champagne-Front zurĂŒck. Am 10. MĂ€rz 1915 wurde er erneut im Gefecht verwundet. Er war entschlossen, weiterzukĂ€mpfen, und widersetzte sich seinen Vorgesetzten, indem er auf die feindlichen GrĂ€ben feuern ließ. Wegen dieses Akts des Ungehorsams enthob man ihn fĂŒr acht Tage seiner Funktionen. Dennoch hatte sich de Gaulle als fĂ€higer Offizier hervorgetan und der Kommandeur des 33. Infanterieregiments bot ihm an, sein Adjutant zu werden.

Michail Tuchatschewski auf dem Höhepunkt seiner Macht als Marschall der Sowjetunion, wahrscheinlich aufgenommen im Jahr 1936

Am 2. MĂ€rz 1916 wurde sein Regiment in der Schlacht um Verdun bei der Verteidigung des Dorfes Douaumont in der Flanke des Forts von Douaumont von den Deutschen attackiert. De Gaulles Kompanie war schließlich fast vollstĂ€ndig vernichtet, die Überlebenden in einer Ruine eingeschlossen. Laut offiziellem Bericht versuchte de Gaulle daraufhin einen Ausbruch, wurde durch einen Bajonetthieb schwer verwundet und ohne Bewusstsein aufgefunden. Nach anderer Darstellung mehrerer Beteiligter ergab sich de Gaulle einer deutschen Einheit, ohne einen Ausbruchsversuch unternommen zu haben.

In deutscher Gefangenschaft musste er zunĂ€chst im Krankenlager wiederhergestellt werden. WĂ€hrend seiner Internierung in Deutschland brachte man ihn nach einem erfolglosen Fluchtversuch von der Festung Rosenberg bei Kronach in ein speziell fĂŒr aufsĂ€ssige Offiziere vorgesehenes Lager in der Festung Ingolstadt. Er versuchte auch von dort zu fliehen. Einmal kam er sogar bis in die NĂ€he von Ulm, ehe man ihn erneut fasste. 1918 kam de Gaulle schließlich auf die WĂŒlzburg bei Weißenburg in Bayern. Ein „jĂ€mmerliches Exil“ („lamentable exil“), mit diesem Ausdruck beschrieb er seiner Mutter sein Schicksal eines Gefangenen.

Um die Langeweile zu ertragen, organisierte de Gaulle fĂŒr seine Mitgefangenen umfangreiche ExposĂ©es ĂŒber den Stand des laufenden Krieges. In der Gefangenschaft lernte er M. N. Tuchatschewski kennen, den er in französischer Sprache unterrichtete. De Gaulles fĂŒnf Fluchtversuche scheiterten nicht zuletzt an seiner KörpergrĂ¶ĂŸe von 1,95 m, die in der damaligen Zeit sehr außergewöhnlich war. DarĂŒber hinaus unterstĂŒtzte er mehrere teilweise erfolgreiche Fluchtversuche anderer inhaftierter Kameraden. Nach dem Waffenstillstand im November 1918 wurde er von der WĂŒlzburg entlassen. Von den zweieinhalb Jahren der Gefangenschaft behielt er eine bittere Erinnerung und schĂ€tzte sich selbst als „Heimkehrer“ und Soldat ein, der seinem Land nichts genĂŒtzt hatte.

Zwischenkriegszeit

WĂ€hrend des polnisch-sowjetischen Krieges von 1919/1920 trat de Gaulle freiwillig der französischen MilitĂ€rmission in Polen bei und war Infanterieausbilder der neuen polnischen Armee. Er nahm an den KĂ€mpfen am Fluss Zbrucz teil und erhielt dafĂŒr die höchste polnische MilitĂ€rauszeichnung Virtuti Militari. Auf der Gegenseite war der Oberbefehlshaber der sowjetischen StreitkrĂ€fte sein alter Freund aus Ingolstadt, Michail Tuchatschewski. Die Erfahrungen in Polen beeinflussten seine spĂ€teren taktischen Ansichten stark. De Gaulle setzte auf schnelle Manöver, den Einsatz von Panzern und den Verzicht auf SchĂŒtzengrĂ€ben.

Nach seinem Einsatz in Polen hielt de Gaulle Vorlesungen an der Ecole militaire St. Cyr (1921) und der Ecole de guerre (1922 bis 1925), bevor er schließlich 1925 in den persönlichen Stab des Marschalls PĂ©tain berufen wurde. Im Jahre 1928 sah er außerdem Deutschland wieder: Er diente in diesem Jahr bei den französischen Besatzungstruppen. 1929 bis 1931 bekleidete er einen Posten in Beirut im französischen Mandatsgebiet Libanon.[1] Von 1931 bis 1937 diente er im Generalsekretariat des Nationalen Verteidigungsrates, bevor er 1937 Kommandeur des 507. Panzerregiments in Metz wurde. Er trat mit einigen BĂŒchern und Artikeln zur Reorganisation der französischen Armee hervor, insbesondere „Vers l’ArmĂ©e de MĂ©tier“, in denen er die damals neuen Ideen von mechanisierten Truppen und spezialisierten Panzerdivisionen auf der Grundlage eines Berufsheeres vorstellte. Ideen, die im Gegensatz zu den statischen französischen Theorien seiner Zeit standen. Diese manifestierten sich in der Maginot-Linie. WĂ€hrend Heinz Guderian und der deutsche Generalstab die Schriften de Gaulles interessiert zur Kenntnis nahmen und sich in ihren eigenen Bestrebungen bestĂ€rkt sahen, lehnte Marschall Philippe PĂ©tain die Ideen de Gaulles ab, weshalb das VerhĂ€ltnis zwischen den beiden MilitĂ€rs in den 1930er Jahren immer schlechter wurde.

Zweiter Weltkrieg

General de Gaulle und General Mast, Tunis 1943

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, war de Gaulle Oberst. Am 14. Mai 1940 wurde ihm der Befehl ĂŒber die neue 4. Panzerdivision (5000 Mann und 85 Panzer) ĂŒbertragen. Am 17. Mai fĂŒhrte er mit 200 Panzern ohne LuftunterstĂŒtzung einen Gegenangriff Richtung Montcornet nordöstlich von Laon. Am 28. Mai hatte er mehr Erfolg, als seine Panzer die Deutschen bei Caumont zum RĂŒckzug zwangen. Er war in der Phase der deutschen Invasion in Frankreich der erste und einzige französische befehlshabende Offizier, dem es gelang, die Deutschen zu einem RĂŒckzug zu zwingen. Am 1. Juni hatte er den temporĂ€ren Dienstgrad eines Brigadegenerals.

Am 6. Juni ernannte Premierminister Paul Reynaud ihn zum StaatssekretĂ€r des Kriegsstaates und zum Verantwortlichen fĂŒr die Koordination mit Großbritannien. Als Kabinettsmitglied lehnte er den Waffenstillstand ab, verließ Frankreich am 15. Juni und setzte nach Großbritannien ĂŒber. Dort vereinbarte er mit Winston Churchill am 16. Juni eine britisch-französische Kooperation gegen Deutschland. Als er am Abend nach Bordeaux zurĂŒckkehrte, den provisorischen Sitz der französischen Regierung, schickte sich Marschall Philippe PĂ©tain an, legal die Macht zu ĂŒbernehmen. De Gaulle missbilligte die Politik PĂ©tains, der den Waffenstillstand mit dem Deutschen Reich zu unterzeichnen bereit war, weshalb er PĂ©tains Tun als illegitim ablehnte. Mit 100.000 Goldfranc aus einem geheimen Fonds Paul Reynauds ausgestattet, floh er am Morgen des 17. Juni 1940 an Bord eines Flugzeugs von Bordeaux nach London.[2]

Appell vom 18. Juni

Text eines Aufrufs de Gaulles vom 3. August 1940, veröffentlicht in Großbritannien (plakatiert)

Da Philippe PĂ©tain gleichzeitig ankĂŒndigte, mit Deutschland einen Waffenstillstand zu vereinbaren, erlaubte Premierminister Winston Churchill de Gaulle, ĂŒber BBC zum französischen Volk zu sprechen.[3] Er rief darin französische Offiziere und Soldaten, Ingenieure und Facharbeiter der Waffenindustrie im Vereinigten Königreich auf, ihm zu folgen und beschwor, dass die Niederlage nicht endgĂŒltig sei („Was auch immer geschehen mag, die Flamme des französischen Widerstandes darf nicht erlöschen und wird auch nicht erlöschen“[4]).[5] Er betonte auch die Bedeutung der UnterstĂŒtzung durch Großbritannien und die Vereinigten Staaten.[5] In Frankreich konnte man den Appell zuerst am 18. Juni 1940 um 19 Uhr hören. Er wurde in den Zeitungen des noch unbesetzten SĂŒdfrankreich abgedruckt und in den folgenden Tagen von der BBC wiederholt ausgestrahlt. Der Appell gilt als de Gaulles grĂ¶ĂŸte Rede,[3] RĂ©gis Debray schreibt, auch wenn de Gaulles Appell „das Gesicht der Welt nicht verĂ€ndert habe, so habe dank ihm immerhin Frankreich das seine gewahrt.“[2]

Das britische Kabinett hatte im Vorfeld dem französischen Innenminister Georges Mandel vorgeschlagen, sich nach England zu begeben und selbst einen Appell an die Franzosen zu richten. Mandel hatte durch seine wiederholten Mahnungen ĂŒber die Bedrohungen durch das Deutsche Reich – und im Gegensatz zu seinem Freund und ehemaligen MinisterprĂ€sidenten LĂ©on Blum – charakterlich wie ein Staatsmann gewirkt. Mandel weigerte sich jedoch, Frankreich zu verlassen, um sich nicht dem Vorwurf der Desertion auszusetzen (er war Jude ebenso wie Blum) und empfahl, die Aufgabe de Gaulle zu ĂŒbertragen.

Freies Frankreich

Charles de Gaulle und Winston Churchill in Marrakesch am 13. Januar 1944

Am 25. Juni 1940 grĂŒndete de Gaulle in London das Komitee „Freies Frankreich“ und wurde Chef der „Freien Französischen StreitkrĂ€fte“ (Forces Françaises Libres, FFL) und des „Nationalen Verteidigungskomitees“. Daraufhin wurde de Gaulle vom Kriegsrat der Vichy-Regierung im August 1940 wegen Hochverrats in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Die meisten Staaten erkannten das Vichy-Regime Marschall PĂ©tains als die legitime Regierung Frankreichs an. Churchill bemĂŒhte sich zwar anfangs diplomatisch um das Vichy-Regime, unterstĂŒtzte aber de Gaulle und ließ die in Nordafrika in Mers-el-KĂ©bir unter dem Kommando von PĂ©tains Marineminister Admiral François Darlan vor Anker liegende französische Kriegsflotte mit ungefĂ€hr 1300 Mann an Bord zerstören.

Der Libanon wurde als einer der ersten französischen Protektorate im September 1941 von alliierten TruppenverbĂ€nden befreit und der Kontrolle des Vichy-Regimes entzogen. Bei der anschließenden MachtĂŒbernahme durch das „Freie Frankreich“ kamen de Gaulle seine Kontakte aus seiner Dienstzeit in Beirut 1929-31 zugute. General Fouad Chehab, der spĂ€tere StaatsprĂ€sident, bildete einen Freiwilligenverband von 20000 Mann, der damals zu Beginn der Kampagne des Freien Frankreich einen erheblichen Teil des Truppenkontingents ausmachte.[1]

Mehrere französische Kolonialbesitzungen, vornehmlich in Afrika, darunter Kamerun und Tschad, spĂ€ter ab 1942 Diego Suarez auf Madagaskar und Dakar in Französisch-Westafrika unterstellten sich im Laufe des Krieges dem von de Gaulle organisierten Freien Frankreich, das von seinem ComitĂ© National Français regiert wurde. Er sorgte besonders dafĂŒr, dass Frankreich im Lager der Alliierten durch seine „Freien Französischen StreitkrĂ€fte“ (FFL), die an verschiedenen Fronten den Kampf fortsetzten, stets prĂ€sent blieb. Unter anderem stimulierte und förderte er dank Colonel Passy, Pierre Brossolette und besonders Jean Moulin die RĂ©sistance. Mit der Transformation zum „France combattante“, zum kĂ€mpfenden Frankreich strich er die politische Einheit des „France libre“ mit der „RĂ©sistance intĂ©rieur“ heraus.

Er stĂŒtzte sich seit Juni 1940 auf das Freie Frankreich und verteidigte fortdauernd die Interessen Frankreichs im Krieg und fĂŒr die Zeit danach, was in seinem Ausspruch gipfelt, „Frankreich hat keine Freunde, es hat nur Interessen“. Er bekam von Churchill die Unterschrift fĂŒr den „accord des Chequers“ (7. August 1940), nachdem Großbritannien die IntegritĂ€t aller französischen Besitzungen und die „integrale Restauration und UnabhĂ€ngigkeit und die GrĂ¶ĂŸe Frankreichs“ erhalten sollte. Außerdem erbot sich die britische Regierung, die Ausgaben des freien Frankreichs zu finanzieren, aber de Gaulle bestand darauf, dass die Summen rĂŒckzahlbare VorschĂŒsse und keine Spenden wurden, die spĂ€ter einen Schatten auf ihn und die UnabhĂ€ngigkeit seiner Organisation werfen wĂŒrden. Die VorschĂŒsse wurden noch vor dem Ende des Krieges zurĂŒckgezahlt.

Trotz des durch die VertrĂ€ge zwischen Churchill und de Gaulle besiegelten Vertrauens waren die Beziehungen angespannt. Mit Blick auf die Nachkriegsordnung bezeichnete Churchill de Gaulle in Telegrammen als „grĂ¶ĂŸten einzelnen Feind fĂŒr den Frieden in Europa“ und „schlimmsten Feind Frankreichs“.[6] Churchill kritisierte, dass de Gaulle „sich als Retter Frankreichs aufspielen will, ohne einen einzigen Soldaten zur Operation beizusteuern“ und dass de Gaulles Verhalten und Persönlichkeit das grĂ¶ĂŸte Hindernis fĂŒr die Beziehungen zwischen Frankreich und den Angloamerikanern seien.[6] Über die Invasion in der Normandie informierte Churchill de Gaulle erst fĂŒnf Tage vor der Landung.[6]

Auch die Beziehungen zu Franklin Delano Roosevelt waren problematisch, da der amerikanische PrĂ€sident kein Vertrauen in de Gaulle hatte. De Gaulle unterstellte den Amerikanern Arroganz und sagte „Ich bin zu arm, um mich zu beugen.“, Roosevelt unterstellte de Gaulle diktatorische Absichten.[7]

Sieg

General Charles de Gaulles Rede zur Bevölkerung Cherbourgs, 20. August 1944

Trotz seines Ausschlusses von der anglo-amerikanischen Landung in Nordafrika (Operation Torch) durch Roosevelt und vor allem trotz dessen UnterstĂŒtzung fĂŒr Admiral François Darlan und General Henri Giraud, die nach der Landung in Nordafrika das Vichy-Regime mit US-amerikanischer Duldung in Algier fortzusetzen suchten, gelang es de Gaulle im Mai 1943, in Algier Fuß zu fassen. Er schuf von dort das französische Komitee fĂŒr die nationale Befreiung (CFLN), um die politischen Richtungen des befreiten Frankreichs zu vereinigen und stand alsbald an dessen Spitze. Das CFLN nahm im Juni 1944 den Namen Gouvernement provisoire de la RĂ©publique Française (GPRF) an und zog am 25. August 1944 in das befreite Paris ein.

Es gelang de Gaulle, eine alliierte MilitĂ€rregierung fĂŒr die besetzten Gebiete in Frankreich zu verhindern und schnell den freien Französischen KrĂ€ften die Regierungsgewalt fĂŒr die befreiten Gebiete zu ĂŒbertragen. In weiten Teilen der Bevölkerung wurde er als „Befreier“ gefeiert, obwohl er bei der Landung in der Normandie und dem folgenden Vormarsch der Alliierten keine militĂ€rische Rolle gespielt hatte. Auf der anderen Seite verstörte de Gaulle viele RĂ©sistants, als er sich nach dem Einmarsch in Paris nicht zuerst bei den KĂ€mpfern der Forces françaises de l'intĂ©rieur (FFI), sondern bei den Gendarmes fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung bedankte, die erst am letzten Tag die Seiten gewechselt hatten. Auch damit wollte er jede Auseinandersetzung unter den bewaffneten Franzosen vermeiden, die den Alliierten den Vorwand fĂŒr eine Besatzungsregierung geliefert hĂ€tte. Gleichzeitig erklĂ€rte er mit seiner RĂŒckkehr in das Kriegsministerium die KontinuitĂ€t der Dritten Republik und die IllegitimitĂ€t des im Gefolge der Deutschen nach Sigmaringen geflohenen Vichy-Regimes.

De Gaulle wollte die SĂ€uberungsaktion gegen französische Kollaborateure nicht den SiegermĂ€chten ĂŒberlassen, sondern betrachtete dies als originĂ€re Aufgabe der Franzosen. Am 4. April 1944 nahm das CFLN zwei kommunistische Kommissare auf. Am 27. November 1944 amnestierte de Gaulle den bei Kriegsbeginn in die Sowjetunion desertierten GeneralsekretĂ€r der KPF Maurice Thorez und erreichte damit im Februar 1945 die Anerkennung Frankreichs durch die drei großen Alliierten als eine der zukĂŒnftigen BesatzungsmĂ€chte Deutschlands auf der Konferenz von Jalta. Anfang Dezember unterzeichnete de Gaulle einen auf zwanzig Jahre abgeschlossenen Hilfs- und Freundschaftsvertrag mit der UdSSR. Im Januar 1945 kam es zwischen de Gaulle und den USA zu Unstimmigkeiten bezĂŒglich der Verteidigung Straßburgs wĂ€hrend eines deutschen Gegenangriffes.

De Gaulle prÀsentierte seine Visionen der politischen Organisation eines demokratischen Staates am 16. Juni 1946 in Bayeux. Diese Reformen betrafen besonders ein modernes, staatliches Sozialsicherungssystem, und beinhalteten auch das Frauenwahlrecht.

Unmittelbare Nachkriegszeit

Bereits am 16. Mai 1945 erreichte de Gaulle die Aufnahme Frankreichs in den Weltsicherheitsrat der UNO als stĂ€ndiges Mitglied. Nach dem Krieg wurde er am 13. November 1945 zum MinisterprĂ€sidenten der provisorischen Regierung ernannt, trat aber nach Meinungsverschiedenheiten mit den seit den Wahlen im Oktober das Parlament dominierenden Sozialdemokraten und Kommunisten am 20. Januar 1946 zurĂŒck, weil er die neu ausgearbeitete Verfassung der Vierten Republik missbilligte. Er verlangte eine stĂ€rkere Stellung des StaatsprĂ€sidenten in der Verfassung, wĂ€hrend die Mehrheit in der Nationalversammlung die Macht beim Parlament konzentrieren wollte. Möglicherweise ging de Gaulle davon aus, dass man ihn in das Amt zurĂŒckrufen wĂŒrde, was seine Position gestĂ€rkt hĂ€tte. Nachdem dies nicht geschah, grĂŒndete er 1947 eine politische Bewegung, die Rassemblement du Peuple Français (RPF), um auf diesem Weg eine neue Verfassung durchzusetzen. Als dies misslang, zog er sich 1953 nach Colombey-les-Deux-Églises zurĂŒck.

Algerienkrieg

Im Anschluss an den Misserfolg der Vierten Republik in Französisch-Indochina und im Zuge des Algerienkriegs und der daraus folgenden konstitutionellen Krise ließ sich de Gaulle vom StaatsprĂ€sidenten RenĂ© Coty am 1. Juni 1958 zum MinisterprĂ€sidenten nominieren, vom Parlament wĂ€hlen und mit den von ihm geforderten weitreichenden Notstandsmachtbefugnissen fĂŒr sechs Monate ausstatten. Er nutzte diese Gelegenheit, um eine neue Verfassung beschließen zu lassen. Im September nahm das Volk in einem Referendum die neue Verfassung mit 83 % an, wodurch die FĂŒnfte Republik entstand. Alle Kolonien – Algerien wurde nicht als Kolonie, sondern Bestandteil der Republik betrachtet – konnten wĂ€hlen, ob sie an der Abstimmung teilnehmen oder ihre sofortige UnabhĂ€ngigkeit wĂ€hlen wollten – unter Fortfall aller weiteren französischen UnterstĂŒtzung. Alle Kolonien nahmen an dem Referendum teil – mit Ausnahme Guineas. Im November gewann de Gaulle die Parlamentswahlen und erhielt eine komfortable Mehrheit. Am 21. Dezember wurde er zum PrĂ€sidenten der Republik mit 78 % der Stimmen in indirekter Wahl gewĂ€hlt.

PrÀsidentschaft der Republik

De Gaulle ĂŒbernahm die Funktionen des PrĂ€sidenten der Republik am 8. Januar 1959. Er ergriff einschneidende Maßnahmen, um das Land zu revitalisieren, besonders mit der EinfĂŒhrung des neuen Franc (der 100 alten Francs entsprach). Er lehnte die Dominanz der USA und der Sowjetunion in der internationalen Szene ab, behauptete Frankreich als unabhĂ€ngige Großmacht, die mit einer eigenen Nuklearschlagkraft ausgestattet wurde, die letztlich die Großbritanniens ĂŒbertraf. Als GrĂŒndungsmitglied der EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) legte de Gaulle sein Veto gegen den Beitritt Großbritanniens ein. De Gaulle sprach sich zunĂ€chst fĂŒr eine Einheit des Mutterlandes und der Überseegebiete aus, auch die maßgeblich durch ihn geprĂ€gte Verfassung der FĂŒnften Republik sah eine UnabhĂ€ngigkeit nicht vor.[8] Unter dem Eindruck des Algerienkriegs ermöglichte im September 1959 eine VerfassungsĂ€nderung den frĂŒheren Kolonien UnabhĂ€ngigkeit unter fortbestehendem französischen Einfluss im Rahmen der CommunautĂ© française.[8] 1962 unterzeichnete er einen Waffenstillstand in Algerien (Abkommen von Évian) und ließ ein Referendum durchfĂŒhren, das die UnabhĂ€ngigkeit verfĂŒgte und im April 1962 in Kraft trat. Im April 1962 wurde der Premierminister Michel DebrĂ© durch Georges Pompidou ersetzt. Im September 1962 schlug de Gaulle vor, die Verfassung dahingehend zu Ă€ndern, den PrĂ€sidenten der Republik durch eine Direktwahl zu wĂ€hlen. Die Reform der Verfassung trat trotz des Widerstandes des Parlaments in Kraft. Im Oktober votierte die französische Nationalversammlung fĂŒr einen Misstrauensantrag gegen die Regierung Pompidous, aber der General lehnte die ihm vom Premierminister angebotene Demission ab und entschied sich, die Nationalversammlung aufzulösen. Aus den Neuwahlen ging die gaullistische Parlamentsmehrheit gestĂ€rkt hervor. Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen am 5. und 19. Dezember 1965 setzte sich de Gaulle in der Stichwahl gegen François Mitterrand mit 55,2 % der Stimmen durch.

Außenpolitik

Staatsbesuch in Bonn im September 1962
De Gaulle und Adenauer, 1963
De Gaulle bei der Einweihung des Palais Beauharnais in Paris (1968)

De Gaulle musste das Ende des Konflikts in Algerien abwarten, um seine Außenpolitik zu lancieren. In der Tat reduzierte die BĂŒrde Algeriens („boulet algĂ©rien“) betrĂ€chtlich die französische ManövrierfĂ€higkeit, und in der einen oder anderen Weise musste der Konflikt beendet werden. Die Politik der „nationalen UnabhĂ€ngigkeit“ („l’indĂ©pendance nationale“) und der Lösung von „amerikanischer Bevormundung“ wurde danach verstĂ€rkt. Am 19. Dezember 1965 wurde er fĂŒr ein weiteres Mandat von sieben Jahren zum PrĂ€sidenten der Republik wiedergewĂ€hlt, jedoch erst im zweiten Wahlgang, bei dem er gegen François Mitterrand mit 13.083.699 Stimmen bzw. 55,19 % gewann. Seine Gegner warfen ihm seinen Nationalismus vor und argumentierten mit der abgeschwĂ€chten wirtschaftlichen Konjunktur in Frankreich.

International förderte de Gaulle die UnabhĂ€ngigkeit Frankreichs weiter: Er trat 1962 nachdrĂŒcklich fĂŒr ein „Europa der VaterlĂ€nder“ unter der FĂŒhrung Frankreichs ein, zu dem er neben den EWG-Staaten (ohne Großbritannien) Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn, RumĂ€nien, Bulgarien und Griechenland gewinnen wollte und nahm dafĂŒr den RĂŒcktritt von MinisterprĂ€sident DebrĂ© in Kauf. Er verurteilte die militĂ€rische Hilfe der USA an die Republik Vietnam gegen die vom Việt Minh gefĂŒhrte kommunistische Rebellion der selbstproklamierten Volksrepublik Vietnam und forderte die USA im Interesse eines dauerhaften Friedens zum Abzug ihrer Truppen auf. Er verurteilte ebenfalls den israelischen Gegenschlag gegen die Ă€gyptische Blockade der Meerenge von Tiran wĂ€hrend des Sechstagekriegs und die dauerhafte Besetzung des Gazastreifens und des Westjordanlands. Unter de Gaulle nĂ€herte sich der einst engste VerbĂŒndete Israels, Frankreich, der arabischen Welt, insbesondere Ägypten, aber auch Syrien und Libanon an, verhĂ€ngte ein Waffenembargo gegen Israel, ließ die bereits bezahlten Mirage-Kampfflugzeuge nicht ausliefern und ĂŒberließ es von da an den Amerikanern, Israel mit Waffen zu beliefern. Zur Haltung de Gaulles trugen auch die zunehmenden israelischen Operationen im bis dahin prowestlichen Libanon ab 1967 bei. De Gaulle hatte 1929-31 (s. o.) im damals als Völkerbundsmandat französisch verwalteten Libanon gelebt und war persönlich eng mit zahlreichen Persönlichkeiten der seit Jahrhunderten frankophonen libanesischen Oberschicht verbunden, die ihn auch zum Teil bei der Kampagne des „Freien Frankreichs“ 1941-45 von Anfang an unterstĂŒtzt hatten.[1] Bis zur PrĂ€sidentschaft Jacques Chiracs war die israelkritische, proarabische Orientierung französischer Außenpolitik eine gaullistische Konstante.

1958 lehnte de Gaulle die Unterstellung der französischen Mittelmeerflotte unter das NATO-Kommando ab. 1964 beendete de Gaulle das amerikanische Projekt einer multilateralen Atomstreitmacht (MLF), welche, unter internationaler Kontrolle stehend, zum Schutze Europas eingesetzt werden sollte. Zwei Jahre spĂ€ter forderte de Gaulle StrukturĂ€nderungen der NATO und drohte mit dem Austritt. Nach einem Ultimatum, in dem er den Abzug der NATO-Truppen bzw. ihre Unterstellung unter französisches Kommando forderte, zog sich Frankreich 1966 aus der integrierten militĂ€rischen Kommandostruktur der NATO zurĂŒck, wĂ€hrend es weiterhin Mitglied der atlantischen Allianz blieb. Gleichzeitig wurde das europĂ€ische NATO-Hauptquartier SHAPE von Rocquencourt (Yvelines) nach BrĂŒssel verlegt. Am 14. Dezember 1965 erklĂ€rte de Gaulle: „SelbstverstĂ€ndlich kann man auf den Stuhl wie ein Zicklein springen und rufen: ‚Europa, Europa, Europa!‘ Aber das fĂŒhrt zu gar nichts und bedeutet gar nichts.“ Dennoch war es Europa, das den Rahmen seiner Ambitionen festlegte, ein Europa, das selbst vom „Atlantik bis zum Ural“ geht, einen Strich durch den provisorischen Eisernen Vorhang ziehend.

In der Tat war die HauptstĂŒtze der französischen Außenpolitik die AnnĂ€herung an den anderen Schwerpunkt des Kontinents: Deutschland. Es war der alte Traum der französischen Diplomatie, den de Gaulle wiederholte, wĂ€hrend er den „Angelsachsen“ den RĂŒcken kehrte. Sein vertrauensvolles VerhĂ€ltnis zu Konrad Adenauer und seine strategische Politik verhinderten den Revanchismus Georges Clemenceaus, der das ohnehin schwierige VerhĂ€ltnis Frankreichs zu Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg vergiftet hatte. Gemeinsam betrieben de Gaulle und Adenauer die deutsch-französische Freundschaft, die mit einem deutsch-Französischen Jugendwerk und zahlreichen Begegnungen gefördert wurde. Sie gipfelte im ÉlysĂ©e-Vertrag am 22. Januar 1963.

Den Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft versuchte de Gaulle systematisch zu verhindern.[9] Neben der BefĂŒrchtung, die special relationship zu den USA könnte Großbritannien zu einem amerikanischen „trojanischen Pferd“ machen, sollen auch der mögliche Verlust der französischen Hegemonie in der europĂ€ischen Gemeinschaft und die Ablösung des Französischen als Arbeitssprache in BrĂŒssel eine Rolle gespielt haben.[9]

De Gaulle war fanatisch antikommunistisch eingestellt. Seit seiner RĂŒckkehr zur Macht 1958 ging er davon aus, dass keine Bedrohung durch eine russische Invasion bestĂŒnde. Er propagierte folglich die Normalisierung der Beziehungen mit diesen „vorĂŒbergehenden“ Regimen. Die Anerkennung des kommunistischen China ab dem 27. Januar 1964 ging in diese Richtung, wie auch seine Reise in die UdSSR im Juni 1966.

De Gaulle entließ zwar die ehemaligen französischen Kolonien in Afrika aus der Französischen Union in die UnabhĂ€ngigkeit, schuf jedoch mit der CommunautĂ© française (dt. Französische Gemeinschaft) ein GegenstĂŒck zum britischen Commonwealth of Nations, wobei die CommunautĂ© Française die Außen-, Verteidigungs- und WĂ€hrungspolitik bestimmte. Alle ehemaligen Kolonien fĂŒhrten Referenden durch, in denen die GrĂŒndung bestĂ€tigt wurde. Lediglich in Guinea entschied sich die Mehrheit anders. Mitglieder wurden Dahomey, CĂŽte d’Ivoire, Gabun, Kongo, Madagaskar, Mauretanien, Niger, Obervolta, Tschad, Senegal, Mali, Togo und Kamerun. Dabei spielte auch die CommunautĂ© FinanciĂšre d’Afrique des CFA-Franc eine große Rolle, bei der die französische Zentralbank die ParitĂ€t des CFA zum FF jahrzehntelang stabil hielt. Durch Kooperationsabkommen sicherte sich de Gaulle starke französische Einflussmöglichkeiten. Ein Teil der CommunautĂ© Française schloss sich zur Westafrikanischen Zollunion (UDAO) zusammen. 1966 wurde sie zur Zoll- und Wirtschaftsunion (UDEAO) ausgebaut. Weitere Einflussmöglichkeiten schuf sich de Gaulle auch mit der GrĂŒndung der staatlichen VorlĂ€ufergesellschaft von Elf Aquitaine, ERAP, die unter dem Einfluss ihres langjĂ€hrigen Chefs, des ehemaligen französischen Verteidigungsministers und GrĂŒnders des Auslandsgeheimdiensts DGSS, Pierre Guillaumat, dem französischen Nachrichtendienst eine hervorragende Tarnung und immense finanzielle Ressourcen fĂŒr seine PrĂ€senz in Afrika bot.

HauptsĂ€chlich in der Außenpolitik kam das gaullistische Denken vom Wesen der Nation zum Ausdruck: „eine gewisse Idee Frankreichs“. De Gaulle schöpfte seine StĂ€rke aus dem Wissen ĂŒber die Geschichte Frankreichs. Nach ihm war das Gewicht dieser Geschichte der Art, dass sie Frankreich eine besondere Position inmitten des Konzerts der Nationen gab. FĂŒr ihn und fĂŒr zahlreiche Franzosen waren England und die USA nur Sprösslinge Frankreichs. Gleichfalls bewertete er die Institution der UNO als lĂ€cherlich und nannte sie „das Ding“ („le machin“), was ihn jedoch nicht daran hinderte, den stĂ€ndigen Sitz Frankreichs im Weltsicherheitsrat einzunehmen.

Attentat von Petit-Clamart

Jean-Marie Bastien-Thiry, ein von de Gaulle persönlich beförderter Oberst der französischen Armee, war mit dessen Algerien-Politik nicht lĂ€nger einverstanden. Er beschloss daher mit UnterstĂŒtzung der Organisation de l’armĂ©e secrĂšte (OAS, Organisation der geheimen Armee) den PrĂ€sidenten zu entfĂŒhren oder – falls sich eine EntfĂŒhrung als unmöglich herausstellen sollte – zu töten. Das Attentat wurde organisiert und fand am 22. August 1962 auf einer Kreuzung in Petit-Clamart bei Paris statt.[10] Sie existiert heute nicht mehr. Der Anschlag scheiterte, da die elf AttentĂ€ter das verabredete Signal in der Dunkelheit ĂŒbersahen und das Feuer zu spĂ€t eröffneten. Obwohl das PrĂ€sidentenfahrzeug, ein CitroĂ«n DS, von mehreren Kugeln getroffen wurde, blieben de Gaulle und seine Frau unverletzt. Eine Kugel verfehlte das PrĂ€sidentenpaar jedoch nur um einige Zentimeter. „Dies hĂ€tte ein schönes, sauberes Ende gemacht“, kommentierte de Gaulle, als er sich das Loch im Wagen ansah.

Obwohl das Attentat scheiterte, stoppte die OAS ihre AktivitÀten nicht. Bis heute ist de Gaulles Algerien-Politik teilweise heftig umstritten. Bastien-Thiry wurde gefasst, nach kurzem Prozess zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seine gefassten Komplizen kamen mit zum Teil geringeren Strafen davon. De Gaulle hatte eine Begnadigung von Bastien-Thiry abgelehnt.

Das Attentat von Petit-Clarmart diente Frederick Forsyth als Vorlage fĂŒr seinen 1971 erschienen Roman Der Schakal. Der Stoff wurde 1973 und ein weiteres Mal 1997 (komplett abgewandelt) verfilmt.

Atomstreitmacht

Überzeugt von der strategischen Bedeutung der Atomwaffe, engagierte de Gaulle das Land unter Protest der Opposition fĂŒr die kostspielige Entwicklung der „force de frappe“ (Spötter, die sie nur als ein „Bömbchen“ („bombinette“) ansahen, nannten sie „farce de frappe“). Die Antwort de Gaulles war: „In zehn Jahren werden wir etwas haben, womit wir 80 Millionen Russen töten können. Ich glaube nicht, dass man ein Volk angreift, welches die FĂ€higkeit hat, 80 Millionen Russen zu töten, selbst wenn man 800 Millionen Franzosen töten könnte, vorausgesetzt es gĂ€be 800 Millionen Franzosen“. DafĂŒr ließ er 1960 in der algerischen WĂŒste, ab 1966 auf dem Mururoa-Atoll im Pazifik Kernwaffentests durchfĂŒhren. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden dabei bis zu 30.000 Algerier gesundheitlich geschĂ€digt.[11]

John F. Kennedy hatte fĂŒr die französische UnterstĂŒtzung bei der Berlin- und Kubakrise Hilfe in der Nuklearfrage versprochen, aber hielt sein Versprechen nicht. Die Nuklearfrage vergiftete die franko-amerikanischen Beziehungen wĂ€hrend der ganzen 1960er-Jahre. Deshalb musste man auf Richard Nixon warten, um erstmalig einen amerikanischen PrĂ€sidenten zu finden, der klar profranzösisch war. Mit ihm teilte de Gaulle seine GeringschĂ€tzung fĂŒr Ideologien, multilaterale VertrĂ€ge und Institutionen. Nixon umschiffte zunĂ€chst die verpflichtende amerikanische Legislative in der Nuklearfrage, bevor er offiziell den Weg der nuklearen franko-amerikanischen Zusammenarbeit öffnete. Das Gros der Arbeit war schon geleistet, und die französischen „Bömbchen“ („bombinettes“) waren schon sehr effizient. 1968 gelang es Frankreich ohne Hilfe der Amerikaner, die Wasserstoffbombe zur Detonation zu bringen.

Die Briten, deren Nuklearstreitmacht eng mit der der Amerikaner verknĂŒpft war, fassten es als Ohrfeige auf, als de Gaulle Frankreich zur dritten Atommacht des Westens erklĂ€rte. Die force de frappe bestand aus landgestĂŒtzten Mittelstreckenraketen auf dem Plateau d'Albion (mittlerweile geschlossen), seegestĂŒtzten Mittelstreckenraketen auf U-Booten und Atombomben, die von Flugzeugen abgeworfen werden konnten. Nicht zuletzt um auch auf diesem Gebiet von den beiden SupermĂ€chten unabhĂ€ngig zu bleiben, forcierte er den Bau eigener französischer Kampf- (der Dassault Mirage III) und Zivilflugzeuge (der Caravelle) und unterzeichnete mit Deutschland den Airbusvertrag zur Entwicklung des Großraumflugzeuges A300. Auch die europĂ€ische TrĂ€gerraketentechnik, deren ziviler Zweig ELDO mit den Europa-Raketen war, wurde von de Gaulle in diesem Zusammenhang vorangetrieben.

WĂ€hrend François Mitterrand sich heftig gegen dieses „Bömbchen“ sperrte, versagte sich de Gaulle nicht das VergnĂŒgen, die Aufsicht des Projekts dessen Bruder Jacques Mitterrand anzuvertrauen. Dabei stichelte er: „Ist es, dass einer kritisiert, dann stellt der andere es sicher.“ WĂ€hrend der Amtszeit PrĂ€sident Mitterrands wurde sogar die Neutronenbombe eingefĂŒhrt.

Konversion des Dollars

Auf Anregung des französischen Ökonomen Jacques Rueff war die WĂ€hrungspolitik unter de Gaulle stark auf Gold ausgerichtet.[12] Im Februar 1965 kĂŒndigte de Gaulle an, WĂ€hrungsreserven in US-Dollar im Rahmen des Bretton-Woods-Systems in Gold umzutauschen. Bis zum Sommer 1966 erhöhte Frankreich so den Goldanteil seiner Reserven auf 86 Prozent.[13] Im Unterschied zu anderen LĂ€ndern, die im gleichen Zeitraum Dollar in Gold tauschten, darunter auch Deutschland, beließ Frankreich das Gold nicht in den Tresoren der Federal Reserve, sondern bestand darauf, die Goldbarren nach Frankreich zu verschiffen, damit sie nicht „dem Zugriff einer fremden Macht preisgegeben“ seien.[13] Sein Ziel einer RĂŒckkehr zum Goldstandard erreichte de Gaulle indes nicht.[14]

Die Affaire des „QuĂ©bec Libre“

De Gaulle wollte an der 100-Jahr-Feier der Nation in Kanada und der Weltausstellung 1967 teilnehmen, provozierte jedoch die Empörung der Föderalisten, als er in MontrĂ©al vor einer Menge von 100.000 QuĂ©bĂ©cois ausrief: „Es lebe das freie QuĂ©bec!“ („Vive le QuĂ©bec libre!“), begleitet von allgemeinem, großem Beifall. Dies löste eine Regierungskrise in Kanada aus. In der Folge der Rede de Gaulles, in der er unter anderem sagte „ich werde euch ein kleines Geheimnis verraten, das Ihr niemandem weitererzĂ€hlen werdet: auf meinem Weg habe ich eine AtmosphĂ€re gesehen, die mich an die Befreiung erinnert hat“ erklĂ€rte der kanadische Premierminister Lester B. Pearson seine Worte fĂŒr „inakzeptabel“. De Gaulle antwortete, dass das Wort „inakzeptabel“ selbst inakzeptabel sei, sagte die vorgesehene Visite in Ottawa ab und kehrte an Bord des Kreuzers Colbert nach Frankreich zurĂŒck. De Gaulle erklĂ€rte, mit seiner Rede den Frankokanadiern zu helfen, „sich selbst zu befreien“, da „nach einem Jahrhundert der UnterdrĂŒckung, das fĂŒr sie nach der englischen Eroberung folgte, ihnen nunmehr auch das zweite Jahrhundert 
 in ihrem eigenen Land weder Freiheit, noch Gleichheit, noch BrĂŒderlichkeit brachte“.[15] Die New York Times bewertete dies als „groben Akt gaullistischer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Kanadas“ und als „bedeutende Eskalation des Streites, der wĂ€hrend des Besuchs General de Gaulles in Kanada begann“, einer Umfrage des L’Express zufolge verurteilten 56 Prozent der Befragten aus der Pariser Bevölkerung das Auftreten de Gaulles.[15]

Mai 1968

Die Mai-Unruhen von 1968 waren eine weitere Herausforderung. Am 24. Mai, zwei Wochen nach Beginn der Unruhen, nahm de Gaulle erstmals im Rundfunk und Fernsehen Stellung zu den Forderungen der Demonstranten und versprach vage, ein Referendum zu Reformen auf den Weg zu bringen.[16] Gleichzeitig forderten die Demonstranten den RĂŒcktritt de Gaulles.[16] Am 29. Mai reiste de Gaulle heimlich nach Baden-Baden, der Zweck dieser Reise ist unklar.[16] Ein als mögliche ErklĂ€rung oft genanntes Treffen mit General Jacques Massu hĂ€lt der Historiker Norbert Frei fĂŒr unwahrscheinlich, er geht viel mehr davon aus, dass „die Staatskrise in diesem Moment in eine Nervenkrise ĂŒbergegangen war“.[16]

Nach seiner RĂŒckkehr nach Colombey-les-Deux-Églises, kĂŒndigte de Gaulle am 30. Mai 1968 in einer Rundfunkrede Neuwahlen an: „Als Inhaber der nationalen und republikanischen LegitimitĂ€t habe ich seit 24 Stunden alle EventualitĂ€ten, ohne Ausnahme, erwogen, die es mir ermöglichen wĂŒrden, sie zu erhalten. Ich habe meine EntschlĂŒsse gefasst. Unter den gegenwĂ€rtigen UmstĂ€nden werde ich mich nicht zurĂŒckziehen. Ich werde nicht den Premierminister wechseln, der die Anerkennung von uns allen verdient. Ich löse heute die Nationalversammlung auf. Ich beauftrage die PrĂ€fekten, die Kommissare ĂŒber das Volk geworden oder wieder geworden sind, die Subversion zu jeder Zeit und an jedem Ort zu verhindern. Was die Legislativwahlen angeht, so werden sie in den von der Verfassung vorgesehenen Fristen stattfinden, zumindest bis man hört, dass das ganze französische Volk mundtot gemacht wird, indem man es davon abhĂ€lt, sich auszudrĂŒcken und gleichzeitig davon abhĂ€lt, zu leben, durch dieselben Maßnahmen, durch die man versucht, die Studenten vom Studieren abzuhalten, die Lehrer vom Lehren, die Arbeiter vom Arbeiten. Diese Mittel sind EinschĂŒchterung, Vergiftung und Tyrannei, ausgeĂŒbt seit langer Zeit in Folge durch organisierte Gruppen und eine Partei, die eine totalitĂ€re Unternehmung ist, selbst wenn es schon Rivalen diesbezĂŒglich gibt.“ Letzteres zielte auf die Kommunistische Partei Frankreichs.

Nach den vorangegangenen, enttĂ€uschenden Reden schienen seine AnhĂ€nger den de Gaulle der großen Tage wiederzuentdecken: Eine Demonstration wurde fĂŒr den 30. Mai 1968 organisiert, die nach Angabe der Organisatoren von einer Million Teilnehmern, nach Angaben des PolizeiprĂ€sidiums von 300.000 Teilnehmern besucht wurde. Die Wahlen vom Juni 1968 wurden ein großer Erfolg fĂŒr die Gaullisten, die 358 von 487 Sitzen erhielten. Im Juli wurde Georges Pompidou durch Maurice Couve de Murville abgelöst.

Das Referendum zur Regionalreform und RĂŒcktritt

De Gaulle am 2. MĂ€rz 1969 mit Richard Nixon und dessen Kabinett

Im Februar 1969 kĂŒndigte de Gaulle an, noch im FrĂŒhjahr 1969 ein Referendum ĂŒber die Reform der Regionalverwaltung und des Senats abhalten zu wollen.[17] Wie schon 1962 sollte so eine VerfassungsĂ€nderung ohne Beteiligung der Nationalversammlung durchgefĂŒhrt werden.[17] Im April kĂŒndigte de Gaulle an, dass er bei einer Ablehnung des Referendums sofort zurĂŒcktreten werde, das Referendum erhielt somit den Charakter einer Abstimmung fĂŒr oder gegen de Gaulle.[18] In der Folge schloss sich ValĂ©ry Giscard d’Estaing mit seiner Partei der RĂ©publicains indĂ©pendants den Sozialisten an und forderte eine Ablehnung des Referendums.[18] Obwohl das eigentliche Ziel einer Regionalreform in der Bevölkerung sehr populĂ€r war,[19] wurde das Referendum mit 52,46 % der Stimmen abgelehnt und de Gaulle gab am 28. April 1969 kurz nach Mitternacht seinen RĂŒcktritt vom Amt des PrĂ€sidenten der Republik bekannt.

Tod und BegrÀbnis

Nach seinem RĂŒcktritt hielt de Gaulle sich kurz in Irland (von wo aus er per Brief wĂ€hlte) auf und zog sich schließlich nach Colombey-les-Deux-Églises zurĂŒck, wo er an seinen Memoiren arbeitete. Nach einer weiteren Reise nach Spanien im Juni 1970 starb Charles de Gaulle am 9. November 1970 in Colombey-les-Deux-Églises an den Folgen des Risses eines Aorta-Tumors.[20]

Monument auf der Höhe ĂŒber Colombey-les-Deux-Églises
Das Grab
Wandbild im Office de Tourisme von Colombey
De-Gaulle-Statue in Moskau nach der EnthĂŒllung 2005

Sein Testament stammte aus der Zeit des BegrĂ€bnisses von General Jean de Lattre de Tassigny im Januar 1952. Dieser war nach seinem Tod vom offiziellen Frankreich und seinen Politikern in einer Art und Weise vereinnahmt worden, die de Gaulle mit Abscheu erfĂŒllte. Dem entsprechend regelte er detailliert die ModalitĂ€ten seines BegrĂ€bnisses:

  • „Ich möchte in Colombey beerdigt werden.“
  • „Bei meiner Beisetzung weder Politiker noch Minister!“ (Der Finanzminister ValĂ©ry Giscard d’Estaing nahm trotzdem teil, argumentierend, dass er nicht als Minister kĂ€me, sondern als einfacher Franzose) „Lediglich die Compagnons der Befreiung“ (was Jacques Chaban-Delmas und AndrĂ© Malraux einschloss). Alle anderen Offiziellen, inklusive PrĂ€sident Nixon, mussten sich mit der Teilnahme an einer einfachen Messe zu seinen Ehren zur selben Zeit in Notre Dame in Paris zufriedengeben.
  • „Auf meinem Grab: ‚Charles de Gaulle, 1890–19
‘. Nichts anderes“

Erinnerung

Zahlreiche öffentliche Straßen und GebĂ€ude in Frankreich tragen seinen Namen. Im Besonderen die Place Charles-de-Gaulle in Paris und außerdem der Flughafen Paris-Roissy – Charles de Gaulle. Sein Name wurde auch dem gegenwĂ€rtig letzten französischen FlugzeugtrĂ€ger, der Charles de Gaulle gegeben. Sein Wohnhaus in Colombey, die Boisserie, ist heute ein Museum.

Bewertung

In seinem Nachruf in der Zeit schrieb Theo Sommer, de Gaulle sei ein Mann des 17. oder 18. Jahrhunderts gewesen, der die Zukunft verfehlte, weil er „Vergangenheit restaurieren“ wollte.[21] Innenpolitisch sei er den Problemen des Landes allein mit „altfrĂ€nkischer Mythologie“ nicht beigekommen, seine Außenpolitik habe sich als eine unstete Folge leerer Gesten entpuppt, sein exzentrischer Auftritt in Quebec könne schließlich nur noch belĂ€chelt werden.[21] Sommer schreibt: „Alles in allem hat Charles de Gaulle nicht viel Bleibendes bewirkt. Sein Anspruch war grĂ¶ĂŸer als seine Kraft, und es lag etwas Manisches in der Art, wie er diesen Anspruch verfocht. (
) Daß er voll verfehlter Ideen war, ist offenkundig. Niemand jedoch bestreitet, daß auch seine Fehler Format besaßen.“[21]

Anekdoten

In einem Interview mit dem Monatsmagazin Sciences et Vie sagte der PrĂ€sident des Mensa (der Klub der großen IQs) im Vereinigten Königreich „Der General de Gaulle wĂŒrde ohne die geringsten Schwierigkeiten den Aufnahmetest der Mensa bestehen“. Zur selben Frage, die Königin Elisabeth II. des Vereinigten Königreichs betreffend, weigerte er sich zu antworten.

Charles de Gaulle bezeichnete sich selbst als Monarchist:„Je suis un Monarchiste, la RĂ©publique n’est pas le rĂ©gime qu’il faut Ă  la France.“(„Ich bin ein Monarchist, die Republik ist nicht die Regierungsform, die Frankreich braucht.“)[22]

Familie

Charles de Gaulle heiratete am 7. April 1921 Yvonne Vendroux (* 24. Mai 1900 bei Calais – † 8. November 1979 bei Paris). Das Paar bekam drei Kinder:

  • Philippe de Gaulle (* 28. Dezember 1921 bei Paris), Admiral, danach Senator.
  • Élisabeth de Gaulle, (* 15. Mai 1934 in Paris).
  • Anne de Gaulle (* 1. Januar 1928 bei Trier – † 7. Februar 1948 bei Colombey-les-Deux-Églises), wurde mit dem Down-Syndrom geboren.

Charles hatte drei BrĂŒder, von denen zwei RĂ©sistants waren:

  • Xavier de Gaulle (* 1887 – † 1955), Kriegsgefangener, danach RĂ©sistant wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs, er ist der Vater von GeneviĂšve de Gaulle-Anthonioz.
  • Jacques de Gaulle (* 1893 – † 1946), 1926 behindert nach einer GehirnentzĂŒndung.
  • Pierre de Gaulle (* 1897 – † 1959), RĂ©sistant, Politiker, danach Unternehmensverwalter.

Ein Enkel (* 1948), Sohn von Philippe, trÀgt auch den Namen Charles de Gaulle.

Werke

  • La discorde chez l’ennemi (1924)
  • Histoire des troupes du Levant (1931) geschrieben von den Majoren de Gaulle und Yvon, bei der finalen Fassung in Zusammenarbeit mit dem Kolonel de Mierry
  • Le fil de l’épĂ©e (1932) (dt. Die Schneide des Schwertes, ĂŒbs. v. Carlo Schmid)
  • Vers l’armĂ©e de mĂ©tier (1934)
  • La France et son ArmĂ©e (1938)
  • Trois Ă©tudes (1945) (RĂŽle historique des places fortes; Mobilisation Ă©conomique Ă  l’étranger; Comment faire une armĂ©e de mĂ©tier) suivi par le MĂ©morandum du 26 janvier 1940.
  • MĂ©moires de Guerre
    • Volume I – L’Appel, 1940–1942 (1954)
    • Volume II – L’UnitĂ©, 1942–1944 (1956)
    • Volume III – Le Salut, 1944–1946 (1959)
  • MĂ©moires d’Espoir
    • Volume I – Le Renouveau, 1958–1962 (1970)
  • Discours et Messages
    • Volume I – Pendant la Guerre, 1940–1946 (1970)
    • Volume II – Dans l’attente, 1946–1958 (1970)
    • Volume III – Avec le Renouveau, 1958–1962 (1970)
    • Volume IV – Pour l’Effort, 1962–1965 (1970)
    • Volume V – Vers le Terme, 1966–1969

Siehe auch

Literatur

  • Sudhir Hazareesingh: Le Mythe gaullien. Gallimard, Paris 2010 ISBN 978-2-07-012851-8
  • Dominique Venner: De Gaulle, la grandeur et le nĂ©ant. Rocher, Monaco 2004
  • Philippe de Gaulle: Entretiens avec Maurice Tauriac. De Gaulle, mon PĂšre. Plon, Paris 2003
  • Wilfried Loth: De Gaulle. In: Robert Picht u. a. (Hrsg.): Fremde Freunde. Deutsche und Franzosen vor dem 21. Jahrhundert. Piper, MĂŒnchen 2002 ISBN 3-492-03956-1, S. 56–62
  • Paul-Marie CoĂ»teaux: Le gĂ©nie de la France. Tome I: De Gaulle philosophe. Jean-Claude LattĂšs, Paris 2002
  • Vincent Jouvert: L’AmĂ©rique contre De Gaulle. Seuil, Paris 2000
  • Peter Schunk: Charles de Gaulle – Ein Leben fĂŒr Frankreichs Grösse. PropylĂ€en, Berlin 1998, ISBN 3-549-05699-0
  • Jean-Louis CrĂ©mieux-Brilhac: La France Libre. Gallimard, Paris 1996
  • Jean Lacouture: De Gaulle. (3 volumes): 1 – Le Rebelle (1890–1944), 2 – Le Politique (1944–1959), 3 – Le Souverain (1959–1970), 1984, 1985 et 1986. Points Histoire, Paris 1990

Filme

  • Charles de Gaulle – Ich bin Frankreich! (OT: Le Grand Charles.) TV-Spielfilm in 2 Teilen, Frankreich, 103 Min. und 105 Min., Buch und Regie: Bernard Stora, Produktion: arte, dt. Erstsendung: 9. Mai 2008, Inhaltsangabe von Teil 1 und Teil 2 von arte.
  • Wolfgang Schoen: Vier Kriegsherren gegen Hitler – Charles de Gaulle: Verpflichtet zum Kampf. TV Schoenfilm D 2001.[23]

Weblinks

 Commons: Charles de Gaulle â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Charles de Gaulle â€“ Quellen und Volltexte (Französisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Alexandre Najjar: De Gaulle et le Liban, 4 BĂ€nde (1. Vers L’Orient Complique 1929-31, 2. De la guerre Ă  l’IndĂ©pendance (1941-43), 3. A l’ElysĂ©e (Beziehungen de Gaulles zu den PrĂ€sidenten Chehab und Helou, 1960er Jahre), 4. L’Embargo (Bruch mit Israel 1968): Alle 4. BĂ€nde erschienen bei Editions Terre du Liban, Beirut) cheminsdememoire.gouv.fr
  2. ↑ a b Joseph Hanimann (18. Juni 2010): Der VerrĂŒckte des 18. Juni. Frankfurter Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 19. Juni 2010.
  3. ↑ a b Rolf Löffler (18. Juni 2010): Seine grösste Rede. Tagesanzeiger. Abgerufen am 9. November 2010.
  4. ↑ Schlusssatz des Aufrufes vom 18. Juni 1940: (Original) Quoi qu’il arrive, la flamme de la rĂ©sistance française ne doit pas s’éteindre et ne s’éteindra pas.
  5. ↑ a b Appel du 18 juin auf Wikisource (französisch)
  6. ↑ a b c Attacken gegen de Gaulle. In: Der Spiegel. Nr. 26, 2002 (online).
  7. ↑ Ernst Weisenfeld: Charles de Gaulle und Frankreich: Ein konservativer RevolutionĂ€r. In: Die Zeit, Nr. 12/1985
  8. ↑ a b Rudolf Walther: Ende der Kolonialzeit: In Frankreichs Armen. In: Die Zeit, Nr. 5/2010
  9. ↑ a b Botschafter Knoke, Den Haag, an das AuswĂ€rtige Amt In: Rainer Blasius, Mechthild Lindemann: Akten zur auswĂ€rtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. S. 46.
  10. ↑ Schwert, Pistolen und Dynamit – Politische Attentate im 20. Jahrhundert. In: Der Spiegel. Nr. 49, 1963, S. 90–99 (S. 98 f.) (online).
  11. ↑ br-online.de
  12. ↑ Joachim Joesten: PortrĂ€t Jacques Rueff. In: Die Zeit, Nr. 37/1965
  13. ↑ a b Diether Stolze: Besiegt de Gaulle den Dollar? In: Die Zeit, Nr. 39/1966
  14. ↑ Mythos vom Gold? In: Die Zeit, Nr. 35/1971
  15. ↑ a b De Gaulle blieb unbeirrt: Ministerrat befaßte sich mit der Kanada-Reise. In: Die Zeit, Nr. 31/1967
  16. ↑ a b c d Norbert Frei: Paris im Mai. In: Die Zeit, Nr. 8/2008
  17. ↑ a b Reform durch Referendum. In: Die Zeit, Nr. 6/1969
  18. ↑ a b Zweifel an de Gaulle. In: Die Zeit, Nr. 16/1969
  19. ↑ Volkes Stimme. In: Die Zeit, Nr. 6/1969
  20. ↑ Trauer in aller Welt. In: Die Zeit, Nr. 46/1970
  21. ↑ a b c Theo Sommer: Groß, auch wo er scheiterte? In: Die Zeit, Nr. 46/1970
  22. ↑ evene.fr
  23. ↑ TV Schoenfilm, siehe Filmographie

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