Che Guevara

Ernesto Guevara de la Serna, genannt Che Guevara oder einfach Che[1] (* 14. Juni[2] 1928 in Rosario, Argentinien; † 9. Oktober 1967 in La Higuera, Bolivien), war ein marxistischer Politiker, Guerillaführer und Autor. Er war ein zentraler Anführer (Comandante) der Kubanischen Revolution von 1957/58, und ist neben Fidel Castro deren wichtigste Symbolfigur. Ursprünglich hatte der aus einer bürgerlichen Familie stammende Argentinier Medizin studiert. Einzelne seiner Schriften und Reden beeinflussten revolutionäre Strömungen weit über Kuba hinaus, seine Tagebücher haben literarischen Wert, sein Leben wie Sterben und der posthume Kult um seine Person war und ist Gegenstand vielfältiger Betrachtungen in Medien, Filmen und Büchern. Die US-Zeitschrift Time Magazine zählte ihn zu den 100 einflussreichsten Menschen des 20. Jahrhunderts.[3] Eine Fotografie des „Che“ von Alberto Korda, Guerrillero Heroico, gilt als berühmtestes fotografisches Abbild einer Person.[4]

Inhaltsverzeichnis

Überblick


Guevaras Vorfahren waren argentinische Großbürger. Bereits während seines Medizinstudiums begab sich Guevara auf eine Vielzahl von Reisen, die er umfangreich kommentierte und dokumentierte. Er empörte sich über die vielfach angetroffene wirtschaftliche Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit in Latein- und Mittelamerika. In Guatemala lernte er seine erste Frau kennen, eine Regierungsangestellte, die ihn mit weiteren politischen Aktivisten bekannt machte. Nach dem von den USA betriebenen Sturz der Regierung Jacobo Arbenz Guzmán ging er nach Mexiko und traf dort 1955 auf Fidel Castro. Er schloss sich dessen Bewegung des 26. Juli an und ließ sich militärisch ausbilden. Im Dezember 1956 nahm er an der Landung von Castros Revolutionären auf Kuba teil, die den von den USA unterstützten Diktator Fulgencio Batista stürzen wollten. Er wurde während der kubanischen Revolution zum Kommandanten ernannt und spielte eine wichtige Rolle im 1959 letztlich erfolgreichen Guerillakrieg.

Guevara wurde von Castro als Industrieminister und danach als Leiter der kubanischen Zentralbank eingesetzt. Er strebte eine vollständige Verstaatlichung der kubanischen Wirtschaft und den Aufbau einer (Schwer-)Industrie an. Kapitalflucht und die Emigration von über 10 % der Bevölkerung, nahezu der gesamten früheren Oberschicht, führten zu einem drastischem Rückgang von Wirtschaftsleistung und Produktivität. Auch die von Guevara mit anderen Ländern geschlossenen Handelsverträge verursachten in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten. Weiterhin führte auch Ches kritische Haltung gegenüber der „entstalinisiertenSowjetunion und seine politischen Sympathien für das China der Kulturrevolution zu Konflikten mit Fidel Castro. Che trat 1964 nach der Rückreise von einem Konferenzauftritt in Algier, der großes internationales Aufsehen erregte, von allen Ämtern zurück und verschwand komplett aus der kubanischen Öffentlichkeit. Er versuchte vergeblich, in anderen Ländern das kubanische Revolutionsmodell voranzutreiben, so im Kongo und später in Bolivien. In Bolivien wurde er 1967 von bolivianischen Regierungssoldaten gefangengenommen und kurz darauf erschossen. Bis heute wird er in Kuba als Volksheld verehrt.

Neben seinen Reiseaufzeichnungen und Tagebüchern, die mehrfach sehr erfolgreich herausgegeben und verfilmt wurden, seinen theoretischen Schriften und seinem politischen und militärischen Handeln ist insbesondere die posthume Wirkung Che Guevaras als Märtyrer und Idol der 68er-Bewegung und der lateinamerikanischen Linken von Bedeutung. Bereits 1968 erfolgte die erste kommerzielle Verfilmung seiner Biografie.[5]

Ches Selbstverpflichtung zu revolutionären Idealen machte ihn zu einem bedeutenden gesellschaftlichen Führer in Kuba. Sein Anspruch, den „Neuen Menschen“ weniger mit materiellen Anreizen als mit moralischen Ansprüchen, Selbstdisziplin und auch gewaltsamen Mitteln zu erzwingen, führte zu erheblichen Konflikten im nachrevolutionären Kuba. Seine Wirtschaftspolitik war wenig erfolgreich. Kritiker machen ihn darüber hinaus für politische Unterdrückung und die Exekution zahlreicher Gegner verantwortlich.[6][7]

Als „romantischer Held“, nach Sean O'Hagan[8] in der Nachfolge Lord Byrons gilt er bei seinen Anhängern – weit über Kuba und Südamerika hinaus auch in den Industrieländern – als Synonym für Widerstand, Emanzipation und Rebellion.

Auch Ches bekannte Abbilder entwickelten sich zu allgegenwärtigen Symbolen für Widerstand und Protest.[9] Als Pop-Ikone der 1960er Jahre wird das berühmte und nicht geschützte (das revolutionäre Kuba hatte Vereinbarungen zum Urheberrecht gekündigt) Porträt Guerrillero Heroico weltweit vermarktet.

Leben

Kindheit und Jugend

Als Junge (links) mit seinen Eltern und Geschwistern, ca. 1942. Rechts von ihm: Celia (Mutter), Celia (Schwester), Roberto, Juan Martín, Ernesto (Vater) und Ana María.
Che als Jugendlicher, um 1945 beim Urlaub in Mar del Plata, Argentinien

Ernesto Guevara wurde am 14. Juni 1928 während einer Schiffsreise bei einem Zwischenhalt in Rosario geboren. Seine Eltern, Celia de la Serna y Llosa (1906–1965) und Ernesto Rafael Guevara Lynch (1901–1987) hatten auch baskische und irische Vorfahren und waren aus gutbürgerlichen Verhältnissen ausgebrochen. Sie waren kurz nach der Hochzeit im November 1927 von Buenos Aires nach Puerto Caraguatay, in der Provinz Misiones, gezogen, um dort eine Mateplantage zu betreiben. Das Unternehmen lief nicht besonders gut, zeitweilig litt die Familie auch unter finanziellen Engpässen, wobei sie auf geerbte Wertpapiere zurückgreifen konnte.[10]

Im Alter von zwei Jahren erlitt Guevara seinen ersten Asthmaanfall. Die Krankheit begleitete ihn sein Leben lang und prägte seine Persönlichkeit und Entwicklung. Im Jahr 1932 zog die Familie auf ärztlichen Rat in die Stadt Alta Gracia. Zunächst wurde er zuhause von seiner Mutter unterrichtet, las viel, unter anderem Werke der europäischen Literatur in der bedeutenden Bibliothek seiner Familie, und lernte Schach. Als die Asthmaschübe später seltener wurden, wurde er dazu verpflichtet, doch die Schule zu besuchen. Die Krankheit hinderte ihn auch nicht daran, mit anderen Kindern zu spielen und intensiv Sport zu treiben.[11]

Durch seine Familie, die inzwischen durch die Geburten seiner Geschwister Celia (*1929), Roberto (*1932), Ana Maria (*1934) und Juan Martín (*1942) auf sieben Personen angewachsen war, wurde er schon früh politisch geprägt. Als nach dem Militärputsch Francos 1936 der Spanische Bürgerkrieg ausbrach, wurde ihr Haus zum Treffpunkt spanischer republikanischer Exilanten. Im Jahr 1941 wechselte er auf das Dean Funes Gymnasium in Córdoba, was bedeutete, dass er für den Schulweg insgesamt täglich 70 km zu bewältigen hatte.

Im Jahr 1943 wechselte Ernestos Schwester Celia auf eine Schule in Córdoba und die Eltern zogen dorthin, um den Kindern den beschwerlichen Schulweg zu ersparen. 1946 trennten sich seine Eltern. Guevara erlebte im selben Jahr das Sterben seiner Großmutter unmittelbar mit. Auch deswegen entschied er sich nach bestandener Abiturprüfung in Buenos Aires, wo er bei seiner Mutter lebte, Medizin zu studieren.[12]

Studium und Reisen

Che Guevara, 1951 in Argentinien im Alter von 22 Jahren

Guevara unterbrach sein Studium mehrmals für umfangreiche Reisen in Argentinien und Südamerika. Im Oktober 1950 lernte er Maria del Carmen Ferreyra, eine Millionärstochter, kennen und lieben. Die Beziehung war nicht von Dauer.[13] Ein Jahr vor Guevaras Staatsexamen brach er im Dezember 1951 zusammen mit einem Freund, dem angehenden Biochemiker Alberto Granado, in Córdoba auf, um mit einem alten Motorrad den lateinamerikanischen Kontinent zu erkunden und unter anderem, ein sehr prägendes Erlebnis,[8] eine Lepra-Kolonie in Peru zu besuchen. Guevara war mit der Ansicht aufgebrochen, in ganz Südamerika seien die Verhältnisse ähnlich wie in Argentinien, doch durch die Reise wurde er sich angesichts des Elends der Landbevölkerung und großer sozialer Gegensätze bewusst, welche Ausnahme sein Wohlstand darstellte.[14] Die Reisen wurden posthum unter dem Titel The Motorcycle Diaries (dt. Die Reise des jungen Che) verfilmt.[15] Er legte nach Abschluss der Reise in den darauf folgenden sieben Monaten seine restlichen Prüfungen ab und überarbeitete auch sein Reisetagebuch, in dem er festhielt: „Dieses ziellose Streifen durch unser riesiges Amerika hat mich stärker verändert als ich glaubte“.[16] Sein Medizinstudium schloss er am 11. April 1953 mit dem Doktortitel in Medizin und Chirurgie ab.[17]

Im Juli 1953 reiste Guevara in Begleitung seines Jugendfreundes Carlos Ferrer nach La Paz in Bolivien. Dort blieben sie sechs Wochen und lernten dabei Ricardo Rojo – einen argentinischen Anwalt – kennen, der wegen seiner antiperonistischen Haltung seine Heimat hatte verlassen müssen. Während Rojo daraufhin nach Ecuador fuhr, reisten Guevara und Ferrer nach Peru. Sie besuchten Machu Picchu, Lima und erreichten schließlich Ende September Guayaquil in Ecuador, wo sie Rojo wiedertrafen. Eigentlich war geplant als nächstes nach Venezuela zu fahren, wo Guevara Alberto Granado wiedersehen wollte. Guevara änderte die Reiseplanung, denn Rojo hatte ihn überzeugt, mit ihm nach Guatemala zu fahren, wo eine Revolution kurz bevor stand. Am 31. Oktober fuhren sie per Schiff nach Panama und von dort aus nach Costa Rica, wo er Plantagen der United Fruit besichtigte. In Costa Rica lernte er auch zwei Kubaner kennen, die Monate vorher vergeblich versucht hatten, den kubanischen Diktator Fulgencio Batista zu stürzen: Calixto Garcia und Severino Rossel. Unter den Überlebenden dieses gescheiterten Umsturzversuches waren auch Fidel und Raúl Castro.

Mit dem Tod Stalins und dem langsam beginnenden Tauwetter im Ostblock begann Ches Verehrung für den sowjetischen Diktator. Noch aus Costa Rica schrieb er im Dezember 1953 in einem Brief an seine Tante Beatriz: „Vor einem Bild des alten, betrauerten Stalin habe ich geschworen, nicht eher zu ruhen, bis diese kapitalistischen Kraken vernichtet sind. In Guatemala werde ich mich schleifen und tun, was ich tun muss, um ein richtiger Revolutionär zu werden.“[18] Einen weiteren Brief vom April 1955 unterzeichnete er gar mit „Stalin II.“[19]

Werdegang zum Revolutionär

Guatemala

Am Silvesterabend des Jahres 1953 traf Guevara in Guatemala ein. Wenige Tage später lernte er die Peruanerin Hilda Gadea kennen, seine spätere Ehefrau. Hilda hatte Wirtschaftswissenschaften studiert, war ein Mitglied der peruanischen Alianza Popular Revolucionaria Americana und arbeitete als Regierungsangestellte in Guatemala-Stadt. Sie pflegte ihn bei seinen Asthmaschüben, half ihm in finanziellen Notlagen und vermittelte ihm Grundlagen des Marxismus und Kontakte mit Mitgliedern der linken Regierung Arbenz. In Guatemala traf er auch Nico López, einen Überlebenden des im Jahre 1953 gescheiterten Versuchs, Batista zu stürzen (Angriff auf die Moncada-Kaserne), durch den er später Fidel Castro kennenlernte. In Guatemala wurde er auch das erste Mal mit seinem Spitznamen „Che“ genannt.[1]

Während seines Aufenthaltes in Guatemala erfolgte ein maßgeblich vom US-Auslandsgeheimdienst CIA organisierter Putsch gegen den guatemaltekischen Präsidenten Jacobo Arbenz Guzmán. Arbenz war 1950 gewählt worden, nachdem der Diktator Jorge Ubico Castañeda gestürzt worden war, und hatte Reformen eingeleitet, die den Armen des Landes helfen sollten. So hatte er einen Mindestlohn eingeführt und brachliegende Ländereien, die meist amerikanischen Firmen gehörten, verstaatlicht. Am 18. Juni 1954 marschierten Söldner, zum Schutz wirtschaftlicher Interessen von US-Firmen wie der United Fruit Company und aus Angst vor einer kommunistischen Machtergreifung, von den USA organisiert und logistisch unterstützt, ins Land ein, stürzten Arbenz und setzten Castillo Armas ins Amt ein. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Rücknahme der Landreform.

Guevara erlebte US-amerikanische Bombenabwürfe auf Guatemala-Stadt. Viele seiner Freunde wurden nach der Machtübernahme Armas' verhaftet, so auch Hilda Gadea, Ernesto hingegen konnte zur argentinischen Botschaft fliehen, lehnte es allerdings ab, nach Hause zu fliegen. Stattdessen wartete er zwei Monate, bis ihm ein Visum gewährt wurde, das ihn nach Mexiko reisen ließ.

Mexiko

Ernesto Guevara erreichte am 21. September 1954 in Begleitung von Julio Roberto Cáceres Valle, einem guatemaltekischen Kommunisten, Mexiko-Stadt. Zusammen mit ihm schlug er sich die erste Zeit durch. Hilda Gadea folgte ihm nach ihrer Freilassung und sie trafen sich in Mexiko-Stadt wieder. Die beiden heirateten am 18. August 1955, am 15. Februar 1956 wurde ihr erstes Kind Hilda Beatriz geboren.

Als 1955 der Sturz Peróns erfolgte und in Argentinien die Aussicht auf eine Revolution bestand, wollte Ricardo Rojo nach Buenos Aires aufbrechen. Er versuchte Guevara zu überreden, mitzukommen, doch dieser hatte andere Pläne. Bereits Ende 1954 hatte er in Mexiko-Stadt lebende weitere Exilkubaner kennengelernt, die beim gescheiterten Putschversuch 1953 mitgewirkt hatten. Durch sie lernte er im Sommer 1955 Fidel Castro kennen. Der Anführer der Rebellen, die 1953 durch den Angriff auf die Moncada-Kaserne von sich reden machten, war nach seiner Haftentlassung nach Mexiko ins Exil gegangen. Er bereitete dort mit einer Gruppe von Exilkubanern eine bewaffnete Expedition zurück nach Kuba vor, die das Ziel hatte, das Batista-Regime zu stürzen. Guevara schloss sich zunächst als Expeditionsarzt der Gruppe an. Im April 1956 wurde seine Teilnahme konkreter, als die Rebellen im 60 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernten Chalco eine militärische Ausbildung erhielten. Im Juli wurde das Trainingslager von der Polizei entdeckt und die Rebellen landeten kurzzeitig im Gefängnis, Guevara kam erst nach zwei Monaten als letzter frei, mit der Auflage, das Land zu verlassen. Guevara ignorierte dies und tauchte bei Freunden unter. Nun drängte die Zeit, Kuba hatte von den Rebellen erfahren und Castro wollte schnell losfahren. Er kaufte die Motoryacht Granma und am 23. November 1956 trafen sich die Rebellen, insgesamt 86 an der Zahl, in Tuxpan und fuhren zwei Tage später los in Richtung Kuba, wo sie am 2. Dezember 1956 ankamen.

Raul Castro und Che Guevara 1958
Guevara 1962 auf Kuba

Kubanische Revolution

Vorgeschichte

Siehe auch Hauptartikel: Kubanische Revolution Nach der Landung der Yacht Granma auf Kuba wurden gleich beim ersten Gefecht die Mehrzahl der Rebellen getötet oder festgenommen. Celia Sánchez und Frank País, die eine „Zweite Front“ in den kubanischen Städten unterhielten, unterstützten die Kämpfer mit Waffen und Medikamenten. Neue Mitstreiter stießen hinzu und ermöglichten eine Fortsetzung des Guerillakampfs. Im Verlaufe der Kämpfe änderte sich Guevaras Rolle schnell von der eines Arztes zu einem direkten Teilnehmer bei bewaffneten Aktionen. Sein Einsatz und sein taktischer Überblick ließen ihn schnell zu einer gefragten militärischen Instanz werden. Gegenüber mutmaßlichen Deserteuren griff er dabei hart durch und schreckte auch nicht davor zurück, Todesurteile selbst zu vollstrecken.[20] Als erster Guerillero nach Comandante en Jefe Fidel Castro wurde Che am 21. Juli 1957 in den Rang eines Comandante der Rebellenarmee M-26-7 erhoben und mit der Führung der II. Kolonne betraut.

Als seine größte militärische Leistung gilt die Einnahme von Santa Clara am 29. Dezember 1958 nach zweijährigem Guerillakampf gegen die zahlenmäßig weit überlegene, bis März 1958 noch von den USA unterstützte, inzwischen aber demotivierte und überalterte Batista-Armee. Der Weg in die Hauptstadt Havanna war damit frei. Am 1. Januar 1959 flüchtete der Diktator Fulgencio Batista aus Kuba, und Castros Gruppe übernahm die Kontrolle. Am 9. Februar 1959 wurde Guevara zum „geborenen kubanischen Staatsbürger“ ernannt.

Beteiligung an der kubanischen Revolutionsregierung

Castro wollte nach der Revolution 1959 ein insbesondere von den USA unabhängiges Kuba aufbauen. Guevara wurde neben Fidel Castro, Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und einigen anderen ein wichtiges Mitglied in der neuen kubanischen Regierung. Guevara nahm am Sowjet-Kommunismus orientierte Positionen ein, stärker noch als der vorrangig pragmatisch und realpolitisch geprägte Fidel Castro. Auch für Stalin, das chinesische Modell unter Mao und insbesondere das nordkoreanische hegte er Sympathien.[21] Später (1965) sagte Che nach einer Reise nach Pjöngjang, dass Nordkorea ein Modell sei, welches auch das revolutionäre Kuba anstreben solle.[22]

Auf dem Höhepunkt seiner politischen Aktivität in Kuba war Guevara Leiter der Nationalbank Kubas und Industrieminister. Der zu dieser Zeit mit Guevaras Einverständnis entmachtete spätere Dissident und damalige Guerillaführer und Militärgouverneur von Camaguey, Huber Matos, wirft Guevara und Castro vor, die Revolution gegen Batista zur schleichenden Umgestaltung Kubas in eine kommunistische Diktatur benutzt zu haben.[23]

Che Guevara und Fidel Castro, 1961 in Havanna

Unter Ches Führung wurden die kubanischen Unternehmen und US-amerikanische Beteiligungen verstaatlicht. Begünstigt von einer großzügig gehandhabten Immigrationsregelung wanderten etwa ein Zehntel der Bevölkerung, unter ihnen fast die gesamte kubanische Oberschicht, in die USA – insbesondere nach Florida – aus. Neben politischen Aktivitäten führten einige dieser Exilkubaner – zusammen mit US-Regierungsstellen – in der Folgezeit auch verdeckte und offene militärische Operationen gegen Kuba aus. Bekannt wurde die 1961 zum Beginn der Amtszeit John F. Kennedys versuchte Invasion in der Schweinebucht unter Beteiligung von 1.500 Exilkubanern. Deren Scheitern führte zum bis heute andauernden Wirtschaftsboykott der USA und beschleunigte die Anlehnung der kubanischen Revolution insbesondere an sowjetische Vorbilder.

Nach 1963 kam es zu kontroversen Diskussionen zwischen Fidel Castro, Che und die als Wirtschaftsberater engagierten Charles Bettelheim und Ernest Mandel. Guevara galt auch demzufolge als Vertreter eines radikal zentralistischen schnellstmöglichen Übergangs zum Sozialismus und einer moralischen Mobilisierung des „neuen Menschen“.[24] Als Industrieminister setzte Che die reine Lehre der Planwirtschaft um und strebte daher eine vollständige Verstaatlichung der kubanischen Wirtschaft an. Die Zuckerproduktion ging um ein Drittel zurück, die Getreideproduktion halbierte sich, die Industrialisierungspläne wurden verschoben. Tschechoslowakische Wirtschaftsexperten kritisierten 1962 eine mangelhafte Umsetzung der Planwirtschaft. Bekannt waren jedoch die fehlenden Fachkenntnisse Ches in Wirtschaftsfragen. Auf betrieblicher Ebene lehnte er vermehrte materielle Anreize, Freiräume für private Kleinunternehmen und eine Lohndifferenzierung nach Leistung aus ethischen Gründen ab. Guevara war viel mehr von einer Pflicht zur Beteiligung an der kubanischen Revolution, dem sozialistischen Aufbau und dem Kampf gegen Angriffe auf das befreite Kuba überzeugt, was er 1965 unter dem Titel Der Sozialismus und der Mensch in Kuba auch schriftlich darlegte.[25] Er selbst lebte seine Vorsätze und Ideale vor und verlangte die entsprechende Aufopferungsbereitschaft auch von anderen. Che war regelmäßig bei freiwilligen Arbeitseinsätzen beteiligt und verzichtete öffentlichkeitswirksam auf Vergünstigungen für sich und seine Familie.

Politik im nachrevolutionären Kuba

Che 1960 im Gespräch mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir
Che Guevara auf Auslandsbesuch in Moskau während seiner Zeit als Industrieminister
Kubakrise 1962: Reichweite der sowjetischen Raketen auf Kuba
Konflikt mit Fidel Castro 1964: Empfang am Flughafen Havannas nach Ches letzter offizieller Auslandsreise

Direkt nach dem Sieg der Revolution war Che eine Art Generalstaatsanwalt. In dieser Eigenschaft war er Oberaufseher in der Gefangenenfestung La Cabaña. In dieser Zeit wurden zahlreiche Todesurteile gegen vermeintliche oder tatsächliche Batista-Schergen gefällt.[26] Auch zeichnete er sich verantwortlich für die Errichtung von Straf- und Arbeitslagern, in denen „Gegner der Revolution“, wozu auch Homosexuelle zählten,[27] interniert wurden.[28]

Im Sommer 1960 besuchte Guevara die Volksrepublik China, während der dortigen Kampagne des „Großen Sprungs nach vorn“, und unterzeichnete fast unmittelbar nach dem öffentlich ausgetragenen chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis einen Handelsvertrag mit China. Ende 1960 besuchte Guevara die Tschechoslowakei, die Sowjetunion (bekannt wurde Ches Blumenniederlegung am Grabe Stalins, gegen den Willen der sowjetischen Führung), Nordkorea, die Deutsche Demokratische Republik und Ungarn und schloss auch mit diesen Ländern Handels- und Kreditvereinbarungen ab.

Zur Absicherung der Politik der Konfrontation mit den USA richtete sich die kubanische Regierung in dieser Zeit an der Sowjetunion aus. Guevara hatte mit der Sowjetunion über Waffenlieferungen verhandelt und nach dem Fehlschlagen der Invasion in der Schweinebucht zusammen mit Raúl Castro Vorarbeiten zur Stationierung russischer Atomwaffen auf Kuba geleistet, was zu der weltpolitisch bedeutenden Kubakrise 1962 führte. Che zeigte sich vom Einlenken der Sowjetunion im Sinne der außenpolitischen Doktrin der „Friedlichen Koexistenz“ enttäuscht. Sein radikales wie auch Menschenopfern gegenüber gleichgültiges Auftreten zeigte sich in den kurz nach der Kubakrise dokumentierten Äußerungen gegenüber Journalisten des Daily Worker. Demnach hätte er Atomraketen in Richtung USA abgefeuert, wenn die Sowjetunion es denn zugelassen hätte.[29]

Am 11. Dezember 1964 hielt Che Guevara eine vielbeachtete Rede vor den Vereinten Nationen, in der er aus seiner Sicht die damalige Außenpolitik der USA beschrieb und sich zur Frage atomarer Bewaffnung der NATO-Länder und zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten äußerte.[30]

Politischer Rücktritt und erneute revolutionäre Aktivitäten

Konflikte mit Fidel Castro

Gegenüber dem pragmatisch und realpolitisch geprägten Fidel Castro begann er, mit seinen radikalen, von manchen als prochinesisch interpretierten Idealen in Gegensatz zu geraten. 1964 verlagerte Castro unter Druck der Sowjetunion den Schwerpunkt der Wirtschaft wieder auf die Zuckerrohrproduktion und vertagte die von Guevara angestrebte Industrialisierung „auf mindestens zehn Jahre“.

Eine weitere Reise führte Guevara 1964 als Leiter der kubanischen UN-Delegation nach New York. In einer bekannten Rede vor der UN bekannte er sich zur revolutionären Gewalt als Mittel der internationalen Politik und forderte die Übertragung der kubanischen Revolution auf andere Länder. Im Anschluss besuchte er unter anderem erneut die Volksrepublik China im Vorfeld der Kulturrevolution, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Algerien, Ghana und weitere afrikanische Länder. Bekannt wurden antisowjetische Vorbehalte, die er 1965 bei einem Besuch einer afrikanisch-asiatischen Solidaritätskonferenz im unabhängigen, sozialistisch regierten Algerien äußerte. Damit geriet er in offenen Konflikt mit der sowjetischen Haltung wie auch mit der kubanischen Führung.

Die Differenzen mit den Castro-Brüdern spitzten sich zu. Nach der Rückkehr in Kuba trat Guevara zur allgemeinen Verwunderung von der öffentlichen Bühne ab und von seinen Ämtern zurück. Er verließ Kuba in der Verkleidung eines Geschäftsmanns, um mit weiteren kubanischen Kämpfern die Rebellen im Kongo zu unterstützen. Am 24. April 1965 erreichte er über den Tanganjikasee den Kongo.[31]

Kongo

Im Kongo gab es bereits seit 1960 bürgerkriegsähnliche Zustände und politische und militärische Bewegungen, die auch von den USA, der Sowjetunion oder China unterstützt wurden. Der Versuch, dort eine Revolution nach kubanischem Vorbild anzuzetteln, scheiterte aber. Che Guevara führte dies (vgl. Das Jahr in dem wir nirgendwo waren) auf das Phlegma sowie die fehlende Konsequenz und Organisation der Rebellen um Laurent Kabila im Kongo zurück. Ende 1965 kehrte er enttäuscht nach Kuba zurück. Externe Kritiker sprachen von völlig unzulänglicher Vorbereitung, einer mangelnden Einsicht in die Verhältnisse vor Ort bis hin zu mangelnden Sprachkenntnissen, Ausrüstung und Training. Jon Lee Anderson zitiert Warnungen Gamal Abdel Nassers, dem Guevara freundschaftlich verbunden war, vor dem Einsatz im Kongo, die er aber nicht beachtete.

Bolivien

Operationsgebiet Ches in Bolivien
In klassischer Pose in Bolivien

Zunächst war Peru als nächster Einsatzort gedacht, doch gingen die Comandantes Che Guevara und Juan Vitalio Acuña Núñez und andere bewaffnete kubanische Kämpfer, darunter auch die Ostdeutsche Tamara Bunke, 1966 schließlich nach Bolivien. Che Guevara führte selbst (allerdings unter falschem Namen) eine Gruppe von 44 Kämpfern unter dem Namen ELN (Nationale Befreiungsarmee). Er war dabei bestrebt, die Erfahrungen mit der Rebellenarmee auf Bolivien zu übertragen. Guevaras persönliche Erfahrungen sind in seinem später veröffentlichten Bolivianischen Tagebuch dokumentiert. Die Gruppe operierte in den bewaldeten Berghängen des östlichen zentralbolivianischen Hochlandes. Ab März 1967 lieferten sie sich dort Scharmützel mit Regierungstruppen. Eine Kontaktaufnahme mit der bolivianischen Bevölkerung, etwa durch einen Radio Rebelde vergleichbaren Sender, fand nicht statt.

Entgegen den hochgesteckten Erwartungen schlossen sich nur zwei einheimische Bauern der Truppe an, die vorwiegend Quechua sprechende indigene Landbevölkerung blieb auf Distanz zu den spanisch sprechenden Revolutionären. Genauso blieb die erwartete Unterstützung durch bolivianische Bergarbeiter und die Kommunistische Partei Boliviens (PCB) unter Mario Monje aus. Bereits im August 1967 wurde die Truppe weitgehend aufgerieben und befand sich ständig in der Defensive.[32] Außerdem wurde sie in zwei Teile gespalten, die aber wegen des Ausfalls der Funkgeräte nicht mehr miteinander kommunizieren und sich daher auch nicht finden konnten. Der Chef der Zweiten Gruppe, Juan Vitalio Acuña Núñez, starb am 31. August 1967 zusammen mit Tamara Bunke in einem Hinterhalt bolivianischer Regierungstruppen bei Vado de Puerto Mauricio. Einigen Mitgliedern gelang die Flucht nach Chile.

Am Ende bestand die Gruppe um Che Guevara nur noch aus 14 Mann. Er selbst wurde am 8. Oktober 1967 nach einem Gefecht mit bolivianischem Militär bei La Higuera verwundet und zusammen mit Simeon Cuba Sarabia gefangen genommen. Che Guevara wurde nach seiner Festnahme in einem dörflichen Schulhaus in La Higuera inhaftiert und soll dort unter anderem durch den CIA-Agenten und Exil-Kubaner Félix Rodríguez verhört worden sein. Laut dem bolivianischen Militär Jaime Niño de Guzmán weigerte sich Che Guevara, mit Rodriguez zu sprechen. Ein bekanntes Foto, welches Rodríguez in Siegerpose mit einem geschlagenen und gedemütigten Che Guevara zeigt, soll gefälscht sein, wie Recherchen des Dokumentarfilmers Wilfried Huismann ergaben.[33] Im Nachhinein verbreiteten sich viele Gerüchte und Mythen über Guevaras letzte Worte. Am 9. Oktober 1967 um 13:10 Uhr wurde Che Guevara vor Ort von Mario Terán, einem Feldwebel der bolivianischen Armee, auf Weisung des bolivianischen Präsidenten René Barrientos Ortuño ohne vorherige Gerichtsverhandlung exekutiert. Er wurde im etwa 30 Kilometer entfernten Vallegrande heimlich begraben, nachdem ihm seine Hände entfernt wurden, um einen Nachweis zur Identifizierung zu haben.

Guevara war es im Frühjahr 1967 noch gelungen, eine Grußadresse an eine Solidaritätskonferenz der OSPAAAL (Organización de Solidaridad de los Pueblos de África, Asia y América Latina) zu versenden. Auch in Deutschland wurde das von Rudi Dutschke und Gaston Salvatore übersetzte Manuskript unter anderem mit der Aufforderung bekannt, „zwei, drei, viele Vietnams“ zu schaffen sowie mit der Mahnung, sich als Guerilla im Kampf von „unbeugsamem Hass“ antreiben zu lassen, um eine „effektive, gewaltsame, selektive und kalte Tötungsmaschine“[34] darzustellen. Innerhalb der europäischen Studenten- und Protestbewegung fanden Guevaras Aussagen breiten Widerhall.

Nach Guevaras Tod

Aufbahrung des Leichnams
Detail des Grabdenkmals in Santa Clara

Che wurde aufgebahrt und sein Leichnam der Presse vorgeführt. Nach offiziellen Angaben wurde er im Kampf getötet. In Bolivien gab es keine Todesstrafe und man wollte eine jahrelange Haft in einem noch nicht einmal vorhandenen Hochsicherheitsgefängnis und die zu erwartenden diplomatischen Verwicklungen vermeiden. Erst in späteren Jahren wurden die tatsächlichen Todesumstände nach und nach bekannt.

Die Bilder des toten Guevara, mit ihrer frappierenden Ähnlichkeit zu Darstellungen des toten Christus, etwa von Andrea Mantegna, wurden in Zeitungsberichten als Abbild eines modernen Heiligen interpretiert, der zweimal sein Leben für fremde Länder riskiert hatte und es für ein drittes dreingegeben habe. Régis Debray, der Che in Bolivien begleitet hatte, bezeichnete Guevara als Mystiker, als Heiligen ohne Gottesglauben. Guevaras Beschwörung des „Neuen Menschen“, dem weniger am materiellen als am geistigen Fortschritt gelegen sei, sei anderen zufolge eher jesuitischen als linken Idealen verpflichtet gewesen.[35] Wolf Biermann sang vom „Comandante Che Guevara“ als „Christus mit der Knarre“ und trug im deutschen Sprachraum mit seiner Interpretation des ursprünglich vom kubanischen Cantautor Silvio Rodriguez vertonten Gedichts Carlos Pueblas zur Mythologisierung Guevaras bei. Che selbst wird im Umfeld seines Todesortes in Bolivien wie ein religiöser Heiliger verehrt.[36]

Die abgetrennten Hände Guevaras wurden konserviert und zur Identifizierung nach Buenos Aires versandt und später Kuba überlassen. Che Guevaras Gebeine selbst wurden erst 1997 in Vallegrande entdeckt, nachdem ein ehemaliger Offizier der bolivianischen Armee den Begräbnisort verriet. Die sterblichen Überreste Ches und einiger seiner Begleiter wurden exhumiert und nach Kuba überführt, um dort mit einem Staatsbegräbnis in einem eigens geschaffenen Mausoleum in Santa Clara beigesetzt zu werden.

Ende 2007 wurden eine Haarlocke und Fingerabdrücke Ches und weitere Dokumente der Festnahme für insgesamt 119.500 US-Dollar versteigert.[37]

Rezeption und Kritik

Denkmal Guevaras am kubanischen Innenministerium
Che als globale Ikone: Wandbild in Osttimor 2002
Che-Guevara-Denkmal im Donaupark, Wien

Rezeption in Kuba und ehemaligen Ostblock

Vor allem in Kuba gilt Che bis heute als Volksheld. Schulkinder sind täglich angehalten, ihm als revolutionärem Vorbild nachzueifern. Sein Tod im Namen einer revolutionären Bewegung machte ihn zu einem Märtyrer linker Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen in der ganzen Welt. In manchen kommunistischen Staaten Osteuropas wurde zeitweilig von staatlicher Seite eine Art Kult um ihn betrieben, mit dem die entsprechenden Regierungen vor allem die Jugend für den Kommunismus und Internationalismus begeistern wollten.

Rezeption international

Reinhard Mohr sprach von „politisch auf ganzer Linie gescheitert, als Ikone unsterblich“[38] angesichts des seiner Ansicht nach quasireligiösen Umgangs mit Guevara, der unter anderem von Jean-Paul Sartre posthum als „vollständigsten Mensch unserer Zeit“[38] beschrieben worden war. Die Verklärung des Che wird als Umdeuten eines kämpferischen Kommunisten in eine beliebige Ikone des Unangepasstseins kritisiert, andere sehen einen kompromisslosen Stalinisten unter der Maske des zeitlosen jugendlichen Helden kaschiert. Stephan Lahrem und Christopher Hitchens zufolge sei Che ein beliebtes idealisiertes Vorbild gewesen, weniger in den Entwicklungsländern, als insbesondere für bürgerliche Städter in „Wohlstandsgesellschaften“. Dies gerade weil sein Kämpfen und Sterben für revolutionäre Ideale keineswegs einem normalen bürgerlichen Leben entsprach. Hitchens stellt Che eher in eine romantische als orthodox linke Tradition, näher an den Reiseschriftsteller und Aufrührer Lord Byron als an Karl Marx. Um als so eine romantische Ikone zu überdauern, müsse man nicht nur möglichst jung sterben, sondern „jung und hoffnungslos“. Che habe beide Kriterien erfüllt.[39]

Auch in der Außerparlamentarischen Opposition (APO) Westeuropas während der 1960er Jahre bis hin zur deutschen RAF beriefen sich einige auf Guevaras Thesen vom Guerillakampf oder wurden von Zeitzeugen wie Régis Debray inspiriert. Bei vielen Demonstrationen der Studentenbewegung wurde neben dem Porträt des führenden nordvietnamesischen Revolutionärs Ho Chi Minh und dem Mao Zedongs auch Guerrillero Heroico (Der heldenhafte Guerilla), ein berühmtes Abbild Ches, mitgeführt. Bis heute ist dieses in vielen Variationen verbreitete, stark kontrastierte Abbild Ches mit einem Barett, einem roten Stern und einem über den Betrachter weisenden Blick zu einer der bekanntesten Aufnahmen des 20. Jahrhunderts geworden. Das Bild wurde von dem kubanischen Fotograf Alberto Korda bei einem Staatsbegräbnis am 5. März 1960 aufgenommen, bei dem Guevara neben anderen offiziellen Trauergästen auf einer Tribüne stand. Nach dem Tod Guevaras wurde das Foto vom Verleger Giangiacomo Feltrinelli weltweit verbreitet.

Der mexikanische Autor und spätere Außenminister im neoliberalen Kabinett Fox Jorge Castañeda nutzt seine Biographie Guevaras zur Illustration seiner Ansicht, wonach die Verehrung des Che und seiner militanten Thesen und Aktionen mit ein Grund für die verzögerte und lange marginale Herausbildung einer lateinamerikanischen Sozialdemokratie gewesen sei.

Der aus Kuba stammende US-Amerikaner Humberto Fontova beschreibt Che als so ineffektiven wie brutalen Taktiker.[40][41][42] Verschiedene Kritiker führen das Scheitern der von Che verantworteten Wirtschafts- und Industriepolitik auf seine Persönlichkeit wie unzureichende wirtschaftspolitische Konzepte zurück.

Kritik und Menschrechtsverletzungen

Guevara wurde darüber hinaus Folter und Ermordung hunderter kubanischer Häftlinge und der Mord an Kleinbauern im Operationsbereich seiner Guerillatruppen[43] und später Freude an der Exekution von Gegnern und die Einrichtung des ersten Arbeitslagers auf Kuba vorgeworfen.[44]

Eine entsprechende Beschreibung Guevaras als skrupellos und brutal in der linken taz[20] rief im Oktober 2007 erhebliches Aufsehen in der deutschen linken Szene hervor, nachdem solche Kritik sonst eher Exilkubanern und früheren Dissidenten aus dem ehemaligen Ostblock zugeordnet worden war. Ähnlich umstritten war die Deutung Gerd Koenens, der von „phantastischen Weltbrandstiftungsszenarien" Guevaras sprach, „die noch aus der ‚atomaren Asche‘ den Neuen Menschen entstehen sahen“.[45]

Dem von ihm verkörperten Freiheitsideal widerspricht die häufig als stalinistisch definierte kompromisslose Politik gegenüber seinen Gegnern: Während seiner Zeit als Ankläger wurden in der als Gefängnis genutzten Festung La Cabaña als ehemalige Anhänger des Batista-Regimes, Kollaborateure oder Vertreter des US-Geheimdienstes beschuldigte Kubaner in revolutionären Militärtribunalen verurteilt. Diese, zu Zeiten des Ausnahmezustands in der ersten Jahreshälfte 1959 abgehaltenen Verfahren entsprachen keinerlei rechtsstaatlichen Mindeststandards und lösten internationale Empörung aus. Über die Zahl der von Guevara direkt befohlenen Erschießungen gibt es keine genauen Angaben – 216 Fälle sind namentlich belegt, ein ehemaliger Angehöriger des Tribunals in La Cabaña geht von rund 400 aus, kubanische Oppositionelle rechnen teilweise mit wesentlich höheren Zahlen.[46][47][48] Die auch in den Folgejahren häufigen und international kritisierten Tötungen rechtfertigte Guevara 1964 ausdrücklich in einem Debattenbeitrag vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit der Bemerkung, Kuba befinde sich in einem Kampf auf Leben und Tod.[49] Als Industrieminister schickte Guevara zahlreiche, „mangelnder revolutionärer Moral“ beschuldigte Mitarbeiter ohne Gerichtsurteil in das sogenannte „Lager für Besserungsarbeit“ auf der Halbinsel Guanahacabibes, einem der ersten von mehreren hundert in den ersten Revolutionsjahren entstandenen Zwangsarbeitslagern.[50][51]

Werke

  • Latìno Americana (Lateinamerika-Reise 1951/52 mit Alberto Granado)
  • Das magische Gefühl, unverwundbar zu sein (Lateinamerika-Reise 1953–56, u. a. mit Carlos Ferrer)
  • Cubanisches Tagebuch
  • Guerillakampf und Befreiungsbewegung
  • Das Jahr, in dem wir nirgendwo waren
  • Aufsätze zur Wirtschaftspolitik
  • Der neue Mensch – Entwürfe für das Leben in der Zukunft
  • Der Sozialismus und der Mensch auf Cuba Brief an Carlos Quijano von der Wochenzeitschrift Marcha, Montevideo, Uruguay, März 1965
  • Der afrikanische Traum („Kongo-Tagebuch“)
  • Bolivianisches Tagebuch. Volk und Welt, Berlin 1967, ISBN 3-353-00267-7 (Auszüge).
  • Partisanenkrieg – Eine Methode
  • Der Partisanenkrieg

Literatur

  • Jon Lee Anderson: Che. Die Biographie, Ullstein, München 2002, ISBN 3-548-60122-7
  • Jorge Castañeda Gutman: Che Guevara. Biographie, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-518-39411-8
  • Guevara, Ernesto: ¡Hasta la victoria siempre! Eine Biographie mit einer Einführung von Bolívar Echeverría. Zusammengestellt von Horst Kurnitzky, Übersetzungen aus dem Spanischen von Alex Schubert. Berlin (West): Verlag Peter von Maikowski, 1968. 208 S.
  • Frederik Hetmann: Ich habe sieben Leben. Die Geschichte des Ernesto Guevara, genannt Che, Rowohlt, Reinbek 1991, ISBN 3-499-20137-2
  • Frederik Hetmann: „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“. Die Lebensgeschichte des Ernesto Che Guevara, Beltz & Gelberg, Weinheim 2004, ISBN 3-407-78913-0
  • Daniel James: Che Guevara. Mythos und Wahrheit eines Revolutionärs, Heyne, München 1997, ISBN 3-453-12702-1
  • Gerd Koenen: Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt; Köln: KiWi, 2008; ISBN 3-462-04008-1 ISBN 978-3-462-04008-1
  • Stephan Lahrem: Che Guevara – Leben Werk Wirkung, Suhrkamp BasisBiographie 6, Suhrkamp, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-518-18206-4
  • Jean Lartéguy: Guerillas oder Der vierte Tod des Che Guevara (Übertragen aus dem Französischen von Hans Jürgen Wille. Übertragung des Anhangs aus dem Englischen von Günther Deschner, Gütersloh 1968 (Originaltitel: Les guérilleros, 1967).
  • Jacobo Machover: "Che Guevara – Die andere Seite", Wolbern, Potsdam 2008, ISBN 978-3-9811128-2-5
  • Frank Niess: Che Guevara, Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-50650-5
  • Eberhard Panitz: Commandante Che. Biographische Skizze, Verlag Wiljo Heinen, Böklund 2007, ISBN 978-3-939828-12-9
  • Henry Butterfield Ryan: The fall of Che Guevara. A story of soldiers, spies, and diplomats, New York, NY (Oxford University Press) 1998, ISBN 0-19-511879-0
  • Gary Prado Salmón: The defeat of Che Guevara. Military response to guerilla challenge in Bolivia, New York 1990 (Originalausgabe: La Guerrilla Inmolada: La Compana del Che en Bolivia, La Paz 1987), ISBN 0-275-93211-7
  • Hein R. Sonntag (Hrsg.): Che Guevara und die Revolution, Fischer, Frankfurt/M. 1971, ISBN 3-436-00887-7
  • Patrick Symmes: Reiseziel Che Guevara. Mit dem Motorrad durch Lateinamerika. Edition Nautilus, Hamburg 2005. ISBN 3-89401-464-4
  • Paco Ignacio Taibo II: Che. Die Biographie des Ernesto Guevara., Edition Nautilus, Hamburg 1997, ISBN 3-89401-277-3
  • Paco Ignacio Taibo II u. a.: Das Jahr, in dem wir nirgendwo waren. Ernesto Che Guevara und die afrikanische Guerilla, Edition Id-Archiv, Berlin 1996, ISBN 3-89408-054-X
  • Álvaro Vargas Llosa: The Che Guevara Myth and the Future of Liberty. 2006. ISBN 1-59813-005-6

Filme

  • El "Che" Guevara, Italien 1968, Regie: Paolo Heusch (Gescheiterter Revolutionsversuch und Tod in Bolivien, mit Francisco Rabal als Che Guevara, deutscher Synchrontitel Che Guevara - Stoßtrupp ins Jenseits)
  • Che!, Spielfilm, USA, 1968, Regie: Richard Fleischer, Hauptdarsteller: Omar Sharif
  • Ein Foto geht um die Welt, 1981, Regie: Pedro Chaskel
  • Unter Legenden der Sierra Maestra, 1988, Regie: Rebeca Chávez
  • Ernesto Che Guevara, das bolivianische Tagebuch, Dokumentation, Frankreich, Schweiz, 1994, Regie: Richard Dindo
  • El Che. Dokumentation und Doku-Drama, Frankreich, Spanien, 1997, 96 Min., Buch: Pierre Kalfon, Maurice Dugowson, Regie: Maurice Dugowson, Produktion: Cinétévé, Igedo Komunikazioa, Canal+ France, Canal+ España, Canal+ Belgique, RAI u. a., Bonusaufnahmen: Tracing Che, 2002, 54 Min., Inhaltsangabe von der NYT
  • Che Guevara Mythos – Das Bild des legendären Revolutionärs im Kuba von heute. Zum 40. Todestag von Che Guevara. Dokumentation, Deutschland, 1997, 30 Min., Buch und Regie: Peter Puhlamm, Produktion: SWF, Erstausstrahlung: 19. November 1997
  • Fidel & Che. (OT: Fidel.) TV-Spielfilm, USA, 2002, 123 Min., Regie: David Attwood, Inhaltsangabe
  • Wege der Revolution – Che Guevara, (OT: Che Guevara donde nunca jamás se lo imaginan.) 55 Min., Regie: Manuel Pérez, Kuba 2004
  • Die Reise des jungen Che, Spielfilm, USA, Deutschland, Großbritannien, Argentinien, Chile, Peru, 2004, Regie: Walter Salles
  • Mythos Che Guevara, Dokumentation, Deutschland, 2005, Produktion: ZDF, Reihe: History, Erstausstrahlung: 10. Juli 2005
  • Schnappschuss mit Che, Dokumentation, Deutschland, 2007, 45 Min., Regie: Wilfried Huismann, Produktion: WDR, Erstausstrahlung: 10. Oktober 2007, Inhaltsangabe und Interview vom WDR
  • Che Guevara – Der Tod und der Mythos (Alternativtitel: Che Guevara – Der Körper und der Mythos) Dokumentation, Italien, 2007, 53 Min., Buch und Regie: Stefano Missio und Raffaele Brunetti, Produktion: B&B1, arte, ZDF, Erstausstrahlung: 2. Oktober 2007, Inhaltsangabe von arte
  • Che, Übergreifender Titel zweier Spielfilme von Steven Soderbergh, USA, Frankreich, Spanien 2008, Die Titel der einzelnen Filme lauten Che – Revolución und Che – Guerrilla, Premiere: 21. Mai 2008 bei den Filmfestspielen von Cannes

Weblinks

 Commons: Che Guevara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Che Guevara – Originaltexte in Übersetzung:

Einzelnachweise

  1. a b Che ist ein in Mittelamerika für Argentinier gebräuchlicher Übername, der auf den unter anderem besonders in Argentinien und Uruguay gebräuchlichen Anredepartikel „Che“ zurückgeht und soviel wie „Hör mal!“ oder „Mann!“ bedeutet. In Guatemala wurde Guevara zum ersten Mal so genannt
  2. John Lee Anderson vertritt in seiner 1997 publizierten Biographie die These, dass er tatsächlich bereits am 14. Mai 1928 geboren worden sei. Um zu vertuschen, dass sie bei ihrer Hochzeit schon im dritten Monat schwanger war, habe Guevaras Mutter von einer befreundeten Ärztin das Datum auf der Geburtsurkunde um einen Monat verschieben lassen, um einen Skandal zu vermeiden. John Lee Anderson: Che Guevara – A Revolutionary Life. Grove Press, New York 1997
  3. „Time 100: Che Guevara“, Time Magazine, 14. Juni 1999
  4. Maryland Institute of Art, zitiert von BBC News, 26. Mai 2001
  5. In dem Hollywoodfilm Che! wurde er von Omar Sharif dargestellt, zu den politischen Hintergründen vgl. auch Richard Fleischer#Widerstände
  6. Wolf Schneider: Schlagschatten – Che Guevara, sexy Scharfrichter NZZ Folio 11/06
  7. forum-ordnungspolitik.de
  8. a bJust a pretty face? For 40 years he has been a sex symbol, heroic victim and the ultimate poster boy of revolutionary chic.“ Sean O'Hagan, The Observer, 11. Juli 2004
  9. „Ikone Che Guevara. "Sein Konterfei ist Sprengstoff".“ In: Spiegel online, einestages, 2. Juni 2008, Interview mit René Burri
  10. Jon Lee Anderson (1997), 17, 21f., 25: … sah sich Guevara Lynch oft nicht in der Lage, die Miete zu zahlen. […] Nach Meinung von Freunden und Verwandten waren es hauptsächlich die Einkünfte aus Celias Wertpapieren, die der Familie in den dreißiger Jahren über die Runden halfen. Sie hatten zwar kein Geld, doch sie gehörten der „richtigen“ Gesellschaftsschicht an, sie hatten einen Namen und das entsprechende Auftreten. Die Guevaras hatten "Stil, das konnten alle ihre Bekannten bestätigen." 56: … im Haus der Guevaras [herrschte] ständig Geldnot….
  11. Stephan Lahrem: Che Guevara – Leben Werk Wirkung, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 15f.
  12. Stephan Lahrem: Che Guevara – Leben Werk Wirkung, S. 20
  13. Stephan Lahrem: Che Guevara – Leben Werk Wirkung, S. 26
  14. Guevaras Rastlosigkeit und seine Zeit seines Lebens bedeutende Reisetätigkeit und deren literarische Verarbeitung wurde mit Jack London und Lord Byron verglichen. Er wäre mehr am Abenteuer Revolution als an praktischer Regierungstätigkeit interessiert gewesen und als Abkömmling der argentinischen Oberklasse von einem tiefen Schuldgefühl gegenüber den Armen Lateinamerikas getrieben gewesen.(vgl. Sean O'Hagan, a.a.O. „Only a Pretty face?“ In: Observer, 11. Juni 2004)
  15. Kritiker warfen der Verfilmung als Road-Movie eine unkritische Verschleierung der politischen Situation im heutigen Kuba vor; Paul Berman: The Cult of Che; 24. September 2004; Slate Online, abgerufen 18. Juni 2006
  16. Seine Tagebuchaufzeichnungen dieser Reisen, wurde knapp 50 Jahre später ein Bestseller, insbesondere in den USA (Vgl. NYT Bestsellerliste: #38 Paperback Nonfiction, 20. Februar 2005, #9 Nonfiction, 7. Oktober 2004)
  17. CheGuevara.com.ar: La juventud de Ernesto Guevara
  18. Che Guevara – Notes on the Cuban Revolution (1960) im englischsprachigen Wikiquote
  19. Gerd Koenen: Traumpfade der Weltrevolution: Das Guevara-Projekt. Kiepenheuer & Witsch, 2008. S. 15f.
  20. a b Toni Keppeler: Che Guevara. Der Marlboro-Mann der Linken. In: die tageszeitung, 9. Oktober 2007
  21. Koenen: Traumpfade der Weltrevolution, Seite 224 f.
  22. Bruce Cumings: Korea’s Place in the Sun: A Modern History, (Updated Edition), W.W. Norton & Company, 2005; Seite 404. (Zitiert nach: Comprended a Corea vom 19. Dezember 2009)
  23. kath.net zitiert ein Interview mit „Kirche in Not“ in München: „Che Guevara – 'eine große Lüge' “, 13. Juni 2008; Das Interview im Wortlaut: Che Guevara – eine große Lüge (Word-Dokument) vom 12. Juni 2008
  24. Wertgesetz, Planung und Bewusstsein. Die Planungsdebatte in Cuba, Charles Bettelheim (Autor), Ernesto Che Guevara, Ernest Mandel, Fidel Castro, Verlag: Verlag Neue Kritik (1969) ASIN: B0000BU4QK
  25. Kritisch äußert sich dazu David Mayer: „Die Anziehungskraft Che Guevaras und die Begrenztheit des Guerilla-Kampfes“, in: Der Funke. Marxistischer Standpunkt in der Arbeiterbewegung, August 2005
  26. Jon Lee Anderson: Che Guevara: A Revolutionary Life. New York: Grove Press. ISBN 0-8021-1600-0., S. 372 – 425
  27. Monika Krause-Fuchs: Cuba – Meine Hölle, mein Paradies, ISBN 978-3866346239 S. 324 – 329
  28. Rächer wollen sie sein, Die Zeit 2007/11
  29. Jon Lee Anderson: Che Guevara: A Revolutionary Life; New York: Grove Press, 1997; ISBN 0-8021-1600-0; S. 545: „In an interview with Che a few weeks after the crisis, Sam Russell, a British correspondent for the socialist Daily Worker, found Guevara still fuming over the Soviet betrayal. Alternately puffing on a cigar and taking blasts from an inhaler, Guevara told Russell that if the missiles had been under Cuban control, they would have fired them off. Russell came away with mixed feelings about Che, calling him ‘a warm character whom I took to immediately … clearly a man of great intelligence though I thought he was crackers from the way he went on about the missiles.’“
  30. redglobe.de
  31. Bernd Wulffen: Kuba im Umbruch. Christoph Links Verlag, 2008. S. 60f.
  32. Lawrence Osborne (15. Juni 2003): Che Trippers. The New York Observer. Abgerufen am 19. August 2009. Demnach hätte es sich eher um eine Verfolgungsjagd nach Art der Keystone Kops gehandelt als einem geordneten Feldzug.
  33. Stefan Domke: "Ein Werk der Konterrevolution": Interview mit dem Dokumentarfilmer Wilfried Huismann. WDR, 12. April 2008, archiviert vom Original am 9. Oktober 2007, abgerufen am 15. Juli 2010.
  34. Mensaje a la Tricontinental: Crear dos, tres... muchos Viet-Nam, es la consigna, Ernesto Guevara, 1967, publicado el 16 de abril de 1967 en un Suplemento Especial de la revista Tricontinental. filosofia.org ist eine Website der spanischen Nationalstiftung Fundación Gustavo Bueno.
    „El odio como factor de lucha; el odio intransigente al enemigo, que impulsa más allá de las limitaciones naturales del ser humano y lo convierte en una efectiva, violenta, selectiva y fría máquina de matar. Nuestros soldados tienen que ser así; un pueblo sin odio no puede triunfar sobre un enemigo brutal.“
    Schaffen wir zwei, drei, viele Vietnam wurde 1967 in Habana unter dem „Titel Mesaje a la Tricontinental“ veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung besorgten im selben Jahr Rudi Dutschke und Gaston Salvatore. Sie erschien in der „kleinen revolutionären Bibliothek“ der westberliner Oberbaumpresse.:„Der Haß als Faktor des Kampfes, der unbeugsame Haß dem Feinde gegenüber, der den Menschen über seine physischen Grenzen hinaus antreibt und ihn in eine wirksame, gewaltsame, selektive und kalte Tötungsmaschine verwandelt. Unsere Soldaten müssen so sein; ein Volk ohne Haß kann über einen brutalen Feind nicht siegen.“
  35. Che Guevara: modern saint and sinner (moderner Heiliger und Sünder). In: The Economist, 11. Oktober 2007
  36. Andres Schipani: The final triumph of Saint Che. In: The Observer, 23. September 2007 (engl.)
  37. Lone Bidder Buys Strands of Che’s Hair at U.S. Auction. In: New York Times, 26. Oktober 2007, (Einzelbieter kauft Locke Ches)
  38. a b Reinhard Mohr: Revoluzzer, Killer, Popstar, EinesTages, 8. Oktober 2007
  39. Christopher Hitchens: Goodbye to All That (Tschüss an Alle bzw. „Ich bin dann mal weg“), New York Review of Books, Volume 44, Number 12, 17. Juli 1997
  40. Humberto Fontova: Fidel’s executioner; FrontPage magazine Online, abgerufen 26. Februar 2006
  41. History News Network: Che Guevara … The Dark Underside of the Romantic Hero; Online, abgerufen 26. Februar 2006
  42. Free Cuba Foundation: Che Guevara's Dubious Legacy; Online, abgerufen 26. Februar 2006
  43. Álvaro Vargas Llosa: The Killing Machine: Che Guevara, from Communist Firebrand to Capitalist Brand, in: The New Republic, 11. Juli 2005; abgerufen am 5. Januar 2006
  44. Samuel Farber: The Resurrection of Che Guevara; 1998; William Paterson University online, abgerufen 18. Juni 2006
  45. Gerd Koenen: In der Terrorfalle. In: Spiegel Online, 11. Januar 2006, Essay
  46. Koenen: Traumpfade der Weltrevolution S. 187–192
  47. Ignacio Gutiérrez: Che what? in: The Liberal Conservative vom 15. Oktober 2007, abgerufen am 11. Oktober 2011 (englisch)
  48. Ivan García: Los fantasmas taciturnos de La Cabaña in: El Mundo vom 9. Februar 2011, abgerufen am 11. Oktober 2011 (spanisch)
  49. Che Guevara: Anatomía de un mito Video auf YouTube, abgerufen am 11. Oktober 2011 (spanisch)
  50. Samuel Farber: The Resurrection of Che Guevara in: New Politics Nr. 25, Sommer 1998, abgerufen am 11. Oktober 2011 (englisch)
  51. Paul Hampton: Guevara as economist: workers short-changed in: Worker's Liberty vom 16. Juli 2009, abgerufen am 11. Oktober 2011, mit weiteren Nachweisen (englisch)
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