Nuraghe Su Nuraxi


Nuraghe Su Nuraxi

Su Nuraxi (deutsch „der Nuraghe“, ein prähistorischer Turmbau) ist der am besten erhaltene Groß-Nuraghe auf Sardinien und thront auf einer Anhöhe 1 km außerhalb des kleinen Ortes Barumini in der Provinz Medio Campidano. Der Ort liegt am Nordrand einer Hügellandschaft, die wegen der sie prägenden Kegelberge den Namen Marmilla (Brust) trägt.

Die Siedlung wurde 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt; ihre Komplexität wurde erst 1949 nach tagelangen Regenfällen und Abrutschen eines Hügels erkannt.

Der zentrale Nuraghe thront, 15  m hoch, auf einer kleinen Anhöhe der Marmilla, deren namengebender Kegelberg in Form einer weiblichen Brust vis-à-vis gelegen ist. Es handelt sich um einen zuerst errichteten Kernnuraghen, der später von einer Mauer mit vier Außentürmen umgeben worden ist. In zweiten äußeren Mauerringen befinden sich die Reste weiterer, ursprünglich neun, Turmbauten. Der gesamte äußere Bereich ist von ca. 150 Fundamentresten ehemaliger meist runder Hütten, dem sogenannten Dorf, umgeben, das außerhalb der Mauern der 5-türmigen Kernstruktur liegt, also ungeschützt war. Der zentrale Turm (Mastio) stammt etwa aus der Mitte des 2. Jahrtausend v. Chr. Er hat unten einen Durchmesser von 10  m und verjüngt sich bis zur dritten, nur noch rudimentär vorhandenen Etage auf 5  m. Die ältesten Teile der Siedlung stammen erst aus der Zeit um 1200 v. Chr., der größte Teil der Mauern ist ca. 200 bis 400 Jahre jünger. Su Nuraxi wurde gegen 600 v. Chr. von den Puniern zerstört. Der Platz ist touristisch erschlossen.

Lage

Su Nuraxi liegt 1 km außerhalb des kleinen Ortes Barumini an der Straße nach Tuili. In der Nähe finden sich die Nuraghen Is Paras und Su Mulinu, die späte gotisch-kalanische Pfarrkirche von Gesturi und der Parco Archeologico mit dem Protonuraghen Brunku Madagui, einem der ältesten Nuraghen.

Literatur

  • Alberto Moravetti, Carlo Tozzi u. a. (Hrsg.): Guide archeologiche. Preistoria e Protostoria in Italia. 2: Sardegna. A.B.A.C.O, Forlí 1995, ISBN 88-86712-01-4.

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