Rudolph Strauß

Rudolph Strauß (* 28. August 1904 in Niederwiesa; † 27. Mai 1987 in Berlin) war ein deutscher Pädagoge und Archivar.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Strauß stammte aus einer kinderreichen Familie. Von 1918 bis 1925 besuchte er das Lehrerseminar in Frankenberg/Sa.. Als Lehrer wirkte er anschließend an mehreren Hilfs- und Volksschulen. 1929 kam er nach Chemnitz. 1933 wurde er einige Zeit im KZ Sachsenburg inhaftiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Strauß als Mitglied der SED an der Ausbildung von Neulehrern mit und wurde Direktor der Brühlschule in Chemnitz. Aufgrund einer Gehörleidens war er gezwungen, den Beruf zu wechseln. 1947 übernahm er trotz fehlender Fachausbildung die Leitung des Stadtarchivs Chemnitz.

Zu seinem 66. Geburtstag erhielt er 1970 durch Karl Czok die Ehrendoktorwürde der Karl-Marx-Universität Leipzig verliehen. Czok bestätigte, dass der Geehrte „von einer leidenschaftlichen Parteinahme für die Sache der revolutionären Arbeiterklasse und ihrer Partei erfüllt ist, der ihr Geschichte in einem der traditionsreichsten Zentren der deutschen Arbeiterbewegung ein Leben lang erforschte. Mit seinem Lebenswerk“ sei „der Stadtarchivar von Karl-Marx-Stadt zu einer Forscherpersönlichkeit, die in den Kreisen der Historiker und Archivare weit über die Grenzen der DDR hinaus bekannt“ sei, geworden.[1]

1960 wurde ihm „in Anerkennung seiner Verdienste um die Erforschung der Lage und der Bewegung der Chemnitzer Arbeiter in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit der er ein Vorbild für ähnliche Untersuchungen auch über andere Zentren der Arbeiterbewegung gegeben hatDeutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin die Leibniz-Medaille verliehen.[2] Weitere Ehrungen waren die Agricola-Ehrung 1955, die Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber und die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille.

Da sein Gehör so schlecht geworden war, dass er Gesprächen nicht mehr folgen konnte, ging er in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Direktor des Stadtarchivs wurde Helmut Bräuer.

Literatur

Werke (Auswahl)

  • Die Chemnitzer Arbeiterbewegung unter dem Sozialistengesetz, Berlin: Verl. Tribüne 1954

Einzelnachweise

  1. Richard Fritzsche: Er legt die Quellen frei! Stadtarchivar Dr. h. c. Rudolph Strauß, Karl-Marx-Stadt. In: Der Heimatfreund für das Erzgebirge 16 (1971) H. 10, S. 208
  2. Helmut Bräuer, Gabriele Viertel: Zum 100. Geburtstag des Stadtarchivdirektors Rudolph Strauß. In: Sächsische Heimatblätter 51(2005)1, S. 48

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